Mittwoch, 12. Oktober 2011

Unterwandern Jesuiten reformerische Kräfte in Bildung, Politik, Medien, Staat und Gesellschaft?

Ein Blogbeitrag unseres "Gastautors" und Kommentators "V1"

Obwohl unser Blog-Kommentator mit dem militaristischen Pseudonym "V1" auf einem zu diesem Pseudonym sehr gut passenden, unserer Meinung nach Satanismus-nahen, ekelhaften Forum ("Executor57") sich offenbar schon seit Jahren "sauwohl" fühlt und wir deshalb den Anliegen, die er insgesamt vertritt, mit dem allergrößten Mißtrauen gegenüberstehen, haben wir schon zu früheren Zeitpunkten seinen gelegentlich informativen Bemerkungen - insbesondere zu vatikantreuen Einflüssen auf Politik und Geschichte des Dritten Reiches oder der USA - allerhand Bedeutung zugemessen und hatten gelegentliche Kommentare auf dem genannten Forum hier auf dem Blog als Kommentare eingestellt. 

V1 im Raktenmuseum Peenemünde
Gerne also würden wir ihn hier auf unserem Blog auch als eine Art "Gastautor" aufnehmen, weil er offenbar wirklich Dinge zu sagen hat, die unsere Blogarbeit nahtlos ergänzen mit einem Wissen, das uns zunächst so nicht zur Verfügung steht. Wobei allerdings auf unsere vermutungsweise hintergrundpolitische Einordnung dieses "V1" in dem letzten Beitrag hingewiesen sei.

Gestern also hat "V1" wieder den folgendem längeren Kommentar auf unserem Parallelblog bei Paperblog geschrieben. Informative Kommentare hat es dort sonst noch vergleichsweise wenige gegeben, siehe jedoch einen Überblick über die dortigen Kommentare, der ergibt, daß der von uns totgeglaubte okkult-katholisch-freimaurerische Kommentator und frühere Amazon-Rezensent Stephen Boy/Jerry mitunter von den Toten aufersteht. :-) Nun aber "Gastautor" "V1" mit seiner dortigen folgenden "Rakete":
Getreu der jesuitischen Maxime "Der Zweck heiligt die Mittel" liegt der Modus Operandi der Jesuiten ganz klar in der Unterwanderung von Bildung, Politik, Medien, Staat und Gesellschaft.
Dabei werden reformerische Kräfte wie z.B. Attac gezielt unterwandert und lahmgelegt. Gemäß der typischen jesuitischen Anwendung von Kasuistik und Hegelscher Dialektik wurden nach dem massiven Zuspruch von Attac gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm gezielt Soldaten der Compania de Jesus wie Prof. Friedhelm Hengsbach SJ und Dr. Heiner Geißler in das globalisierungskritische Netzwerk entsandt. Es ist ja allein schon ein riesiger Widerspruch in sich, wenn Mitglieder einer international, intellektuell und global agierenden Elite genannt Societas Jesu - SJ auf einmal überzeugte Antiglobalisten werden. Noch befremdlicher wirkt es auf mich, wenn ein Norbert Blüm als Schüler des Überjesuiten Oswald von Nell-Breuning SJ im TV ignatianische Übungen vorturnt, oder wo Jesuiten Koadjutoren wie Geißler, Lafontaine und Gysi in Talkshows ein Millionenpublikum zum Narren halten. Hier ein Auszug aus einem Interview der Welt-Online, wie über das Thema gescherzt wird:
WELT ONLINE: Wer war der Gott dieser Religion? Lafontaine: Der schnöde Mammon. Ist das jetzt eine bibelfeste Antwort? WELT ONLINE: Ich dachte, Sie waren bei den Jesuiten auf der Schule? Lafontaine: Das ist ein Irrtum der Biografen. Ich habe Vorlesungen von Jesuiten gehört. (Es klopft, und Gregor Gysi steckt den Kopf herein) Lafontaine: (lacht) Der ist auch ein verhinderter Jesuit. Gregor Gysi: Ich bin kein verhinderter Jesuit, ich bin Jesuit. (Macht Tür wieder zu) 
Lafontaine verdankte im wesentlichen wie Kretschmann der römisch katholischen Kirche seine Polit-Karriere. Über das streng religöse Regino-Gymnasium kam er als Stipendiat in die katholische Kaderschmiede Cusanuswerk. Die Jesuiten dürften Lafontaines Redetalent recht bald erkannt haben und ihn zu einer Polit-Karriere ermuntert haben. Galt doch der oben genannte Nell-Breuning als einer der geistigen Väter des Godesberger Programms. Die Früchte für Lafontaines treuer Arbeit für die rkK genießt er heute in seiner neuen Luxus-Villa. Von außen zeigt er sich in einem antikatholischen und sozialistischen Mäntelchen und von innen gilt er als stets devot-loyale Feuerwehr der Jesuiten. Das passende Pendant zu Lafontaine findet man in den jesuitischen Gebrüder Castro. In diesem zum geistigen Stillstand gekommenen Land namens BRD finden sich zwar Parteien, aber mit ziemlicher Sicherheit keine Opposition.
Merkwürdigerweise sind wir gerade auch von einem früheren Freund auf die jesuitischen Hintergründe von Oskar Lafontaine hingewiesen worden. Natürlich hätte Oskar Lafontaine schon längst noch grundlegendere Fragen in der Politik stellen können - und deshalb müssen - als er sie stellt. Das allein aber ist für uns noch nicht genügend Anhaltspunkt, daß er ausgeprägt unselbständig und - etwa - am Gängelband irgendwelcher Hintergrundmächte agieren würde. Gerade er ist einer, von dem ich das am wenigsten vermute. Denn der Gegenwind, den er zu spüren bekommt, ist doch wirklich sehr breit und sehr intensiv. So intensiv bekommt man nicht Gegenwind, wenn man vor Lobbymächten kuscht, egal vor welcher.

Aber sonst hören wir uns die Kenntnisse und Mutmaßungen dieses "V1" gelegentlich doch sehr gerne an, weil sie einen über vieles neu nachdenken lassen und vieles neu einordnen lassen, was man zuvor in dieser Weise noch gar nicht beachtet hatte. Hat er doch an früherer Stelle auch schon auf die vatikantreuen Einflüsse innerhalb des Nationalsozialismus hingewiesen und insgesamt auf Themen, die auch sonst noch immer viel zu selten behandelt werden.  

Horst Mahler, deutsche Geheimdienste und der jesuitisch-buddhistisch-satanistische "Orden der Ordnung"

Ein wenig "Spekulation" - aber anhand zahlreicher recht handfester Anhaltspunkte

Denken ist erlaubt. Und Kombinieren ebenfalls. Und jede größere Wahrheit ist zunächst als Hypothese, Vermutung geäußert worden.

Die Kontakte von Horst Mahler zu Geheimdiensten sind vor einigen Wochen in der Öffentlichkeit thematisiert worden (3). Wir selbst hatten auf die geheimpolitischen Hintergründe von Horst Mahler zuletzt im April dieses Jahres aufmerksam gemacht (1). Es war uns schon längst (2) auffällig geworden, daß der "scharfe" Kritiker des "herrschenden Systems" nie besonders ausgesprochen das Wirken der Geheimdienste kritisiert hat. Der erste Verdacht kam uns, als wir eine Schrift lasen, in der der "Selbstmord" der Stammheim-Inhaftierten der Baader-Meinhoff-Gruppierung bezweifelt wurde. Von solchen Zweifeln, so ging es einem durch den Kopf, überhaupt von Kritischem, hatte man von prominenten Anwälten dieser Inhaftierten ja selten etwas gehört. Merkwürdig!

Obwohl doch jeder, der sich nur ein wenig mit der Geschichte der RAF beschäftigt hat, weiß, wie tief alle Arten von Geheimdiensten mit der Geschichte der RAF und des europäischen Linksterrorismus allgemein verfilzt und verstrickt sind. Und ein Verdacht, der sich gegenüber Horst Mahler ergibt, ist leicht zu extrapolieren auf seine beiden "Anwalt-Kollegen" Otto Schily und Hans-Christian Ströbele und umgekehrt. Niemand von ihnen hat sich jemals besonders kritisch über die These des Selbstmordes der RAF-Leute in Stammheim geäußert.

Stattdessen versucht Horst Mahler sogar heute noch, aus ihnen, also aus der RAF so etwas wie "Helden" zu machen, die in der Tradition der SS gestanden hätten. Na toll! Sollte einen das nicht nachdenklich machen? - SS? Nach allem, was wir bisher hier auf dem Blog über die okkulten Hintergründe des Dritten Reiches und zugleich über Geheimdiensthintergründe von Terrorismus erfahren haben? Und nach all dem, was wir hier schon an Anhaltspunkten gesammelt haben über Elitenkontinuitäten? In Geheimdiensten und Ministerien?

Und auch jetzt noch, nach den letzten öffentlichen Debatten, scheint es niemand auffällig zu finden, daß die Möglichkeit von Geheimdienst-Kontakten eines Horst Mahler, eines Otto Schily, eines Hans-Christian Ströbele Jahrzehnte lang so wenig Thema gewesen sind.

Journalist Andreas Förster von der Bundeskanzlerin torpediert

Den letzten Stand der bisherigen Kenntnisse faßt offensichtlich der - auch sonst verdienstvolle - geheimdienstkritische Berliner Journalist Andreas Förster zusammen (3). (Er wollte ja eine Arbeit schreiben über die Zusammenarbeit zwischen der Stasi und dem Mossad, was sogar aus dem Bundeskanzleramt heraus, also von Angela Merkel aus, torpediert wurde, indem von dort aus die Telefonüberwachung von Förster durch den BND "toleriert" wurde, wofür der BND vor einiger Zeit zu einer lächerlichen Strafzahlung verurteilt wurde, ohne daß jemand im Bundestag an Frau Merkel eine Rücktrittsaufforderung gerichtet hätte!!!) Nach diesem Beitrag (3) war Horst Mahler - trotz seiner Dementis - Informeller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach dem Mord von - in Anwesenheit von Herbert Wehner zum Stasi-Mitarbeiter rekrutierten - Karlheinz Kurras an Benno Ohnesorg hat sich Mahler sofort bei der Witwe von Benno Ohnesorg als Anwalt angeboten (4).

Wobei sich ganz nebenbei die Frage aufdrängt: Wie stand eigentlich Horst Mahler zu Herbert Wehner? Gibt es da nicht Ähnlichkeiten in der Mentalität? Jedenfalls behielten - wohl - Geheimdienste - auch über Horst Mahler - alle Fäden der politischen Auswertung dieses von ihnen offensichtlich in die Wege geleiteten politischen Mordes in der Hand (4). Auch Hans-Christian Ströbele ist nun - mit nur allzu viel Berechtigung angesichts seiner laschen Geheimdienst-Kritik im Geheimdienstausschuß des Deutschen Bundestages - unter Stasi-Verdacht geraten. Ein Verdacht, den auch der verdiente investigative Historiker Hubertus Knabe äußert (5).

Okkulte, anthroposophische Kräfte im Hintergrund? 

Horst Mahler verstand sich gut mit der Witwe des lebenslangen ("Anwalt für Deutschland"-)Rudolf Steiner-Verehrers Werner Haverbeck, der bis zu seinem Lebensende einen "arischen Jesus" vertrat. Auch Horst Mahler vertritt so eine Art "arisches" Christentum, wenn man es recht sieht. Seit Horst Mahlers Wendung von "Linken" zum "Rechten" bekannt geworden war, im Grunde von Beginn an, war eine klare ideologische "Durchstilisierung" seines Denkens und Handels zu erkennen. Georg Friedrich Wilhelm Hegel war das einzige, was er gelten ließ, auch nach seiner ideologischen Wendung vom "Links-" zum "Rechtshegelianer".

Damit lag er offenbar stromlinienförmig auf der ideologischen Linie seines bigott-christlichen Gesprächspartners Günther Rohrmoser vom rechtskatholischen Studienzentrum Weikersheim, das nämlich jedes auch nur kleinste Flämmchen "abweichenden", nichtchristlichen Denkens ausgetreten hätte, wenn es gekonnt hätte. Und als solcher "durfte" dann Mahler überhaupt erst jene Presse bekommen, die er aus Anlaß seiner Wendung vom "Linken" zum "Rechten" dann doch in ganz erheblichem Maße tatsächlich bekommen hat. Wüßten Hintergrundmächte nicht, daß er ideologisch stromlinienförmig getrimmt war und ist, hätten sie ihm doch schon zu jenem Zeitpunkt diese Presse gar nicht gegeben.

Steht diese ganze Richtung etwa, so geht es einem inzwischen durch den Kopf, in der Tradition des "Ordens der Ordnung" des okkulten Hochgradfreimaurers Paul Köthner und dessen Nachfolger Friedrich Hielscher, die beide einen Mix von Jesuitismus, Buddhismus und - offenbar - Satanismus vertreten haben und als bedeutendere Vertreter okkulter Mächte hinter dem Dritten Reich standen? Hat dieser Orden zusammen mit der Fraternitas Saturnis und dem O.T.O. Traditionen innerhalb der Stasi ebenso wie innerhalb des bundesdeutschen Verfassungsschutzes, die beide - wie andere Geheimdienste - fördernd und vertuschend hinter dem RAF-Terror stehen?

Und es schließen sich weitere Fragen an: Steht auch Fraternitas Saturnis-Großmeister Ralph Tegtmeier als Erstverleger des Okkult-Bestsellers "Das schwarze Reich" in dieser Tradition? Wo doch sein Autor (möglicherweise er selbst) E. R. Carmin in anderen Buchveröffentlichungen so früh davon wußte, daß "die BRD" den RAF-Terrorismus "benutzen" würde (siehe frühere Beiträge)? Stehen also auch Teile, Untergruppen der "Fraternitas Saturnis" im Dienst dieses Mixes von gerne auch völkisch angehauchtem Buddhismus und Jesuitismus, zu dem andere Hintergrund-Mächte niemals deutlich auf Distanz gingen? (Natürlich kann man auch innerhalb dieser Okkultlogen Rangeleien um Einfluß unterstellen zwischen verschiedenen Untergruppierungen, etwa zwischen jesuitischer und - letztlich - tibetischer Priesterkaste. Bei der Fraternitas Saturnis gibt es Hinweise auf beide, auch die starken Aversionen eines "V1" und seiner Freunde gegen den Jesuitenorden sind hier ein Hinweis.)

Ordnet sich die Fraternitas Saturnis hier irgendwo ein?

Ist, so fragt man sich weiter, in diese Zusammenhänge etwa auch ein Historiker und Verfassungsschutz.Mann, also Geheimdienst-Mann wie Fritz Tobias einzuordnen, der öffentlich als "Historiker" Gestapo-Verbrechen vertuschte und mit zahllosen Gestapo-Verbrechern als "Historiker" korrespondierte (unter anderem mit Werner Best)? Und sind hier auch zahllose andere "Spiegel"-Historiker und -Vertuscher einzuordnen? Allmählich ergeben viele Puzzelteile ein ... "Bild" ...

Am 19. November 2009 war ein neuer Film in den deutschen Kinos angelaufen: "Die Anwälte" der Regisseurin Birgit Schulz. Und es wird Zeit, daß wir unsere damals verfaßten Gedanken veröffentlichen: Der Film handelt von den tollkühnen Brüchen und Kontinuitäten in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er vergleicht die parallelen Biographien der drei früheren prominenten RAF-Anwälte Otto Schily, Horst Mahler und Hans-Christian Ströbele. Leider haben wir ihn bisher noch nicht sehen können. (Inzwischen schon, mehr dazu --> hier.)

Aber er scheint nach allem, was man in Erfahrung bringen kann - und das hat sich zwischenzeitlich bestätigt - an keiner Stelle ausgeprägter die Geheimdienst-Hintergründe zu erörtern, die für den europäischen Links- und Rechtsterrorismus der 1960er Jahre bis heute ausgeleuchtet worden sind und weiter auszuleuchten sind. Diesbezüglich bleibt eigentlich nur noch die Frage offen, wie da die Kontinutitäten bis heute genau aussehen. (Siehe --> Bücher.)

Diese drei Anwälte sollten nie Geheimdienst-Kontakte gehabt haben? Und sprechen sie auch sonst darüber nicht? Obwohl sie einmal die Gesellschaft sehr grundlegend verändern wollten? Wie will man eine Gesellschaft zum Besseren verändern, so lange man den Geheimdiensten ihre unumschränkte Macht läßt? Warum haben sich die 1968'er bis heute nicht mit John F. Kennedy solidarisiert, der schon 1961 die Abschaffung aller geheimen Machenschaften und aller geheimen Gesellschaften forderte (siehe frühere Beiträge)? 

Der Film - ebenso wie auffälligerweise alle drei Anwälte - scheinen offenbar überhaupt nicht anzuzweifeln, daß die Stammheimer Angeklagten 1977 Selbstmord begangen hätten. Dabei gibt es starke Zweifel an dieser offiziellen Version. - Korrektur (6.3.12): Doch, sie tun das in dem Film. Aber sie tun es merkwürdig "weichgespült". Mehr dazu in einem aktuelleren Beitrag. Bis heute hat sich keiner von ihnen um vehemente Aufklärung dieser etwaigen Justizmorde gekümmert. Obwohl gerade Schily als Innenminister - nach seinem lächerlichen "Marsch durch die Insititutionen" (!!!!) in der allergünstigsten Situation dafür gewesen wäre ... Man verspürt derenthalben bei ihnen keinen Zorn mehr. Obwohl er heute mehr noch als damals angebracht wäre, schließlich wissen wir heute mehr als damals über all die Vorgänge!

--> Hier eine Liste von Kinos, in denen der Film zu sehen ist, --> hier der "Trailer", in dem man sich einen ersten Eindruck vom Inhalt dieses Filmes verschaffen kann. (Vollständig zu sehen ist er hier:  Yt a, b). Die --> ARD stellt den Film noch etwas ausführlicher vor. Der --> Netzseite des Filmes sind noch einige weitergehende Informationen zum Film zu entnehmen. Die dortige Zeittafel beispielsweise ruft einem Dinge in Erinnerung, die man schon fast wieder vergessen hatte, die aber immer noch recht erschütternd wirken. So etwa zur gebrochenen Biographie des Herrn Otto Schily:
(...) 
16. Januar 1998: Der „Große Lauschangriff” wird vom Bundestag verabschiedet, akustische Wohnraumüberwachung zu Zwecken der Strafverfolgung erlaubt. Otto Schily ist empört, und auch Hans-Christian Ströbele kämpft mit allen Mitteln gegen den „Großen Lauschangriff“ - ohne Erfolg
Oktober 1998: Otto Schily wird als Bundesminister des Innern vereidigt; nun verteidigt er den Großen Lauschangriff (...)
11. September 2001: Terror-Anschläge auf Ziele in den USA. Innenminister Otto Schily bekennt sich zur uneingeschränkten Solidarität mit den Vereinigten Staaten
19. September 2001: Otto Schily legt ein Sicherheitspaket vor: Die Macht von Geheimdienst, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr wird ausgebaut

14. Dezember 2001: Otto Schily legt ein zweites Anti-Terror-Gesetzespaket vor: Schärfere Bestimmungen für die Einreise von Ausländern, biometrischer Pass und stark erweiterte Kompetenzen für das Bundeskriminalamt
Otto Schily ist also ein schrecklicher Wendehals wie Joschka Fischer. Hans-Christian Ströbele kann hingegen offenbar mit seiner konsequenten Ablehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, so weit man sehen kann, auf eine inhaltlich weitgehend geradlinige Biographie zurücksehen. Links im Bild ein recht hübsches Wahlplakat für ihn, das auf der Halbinsel Stralau noch vor wenigen Wochen (November 2009) zu sehen war.

- Und Horst Mahler? Was die Inkaufnahme von Unbeliebtheit betrifft, ist er sich selbst von allen dreien sicherlich am treuesten geblieben. Während sonst die Deutschen, was die heutigen Themen des Horst Mahler betreffen, von Tag zu Tag --> noch päpstlicher werden als der Papst.

"Die Anwälte"
Und noch ein letzter Gedanke: Kann man sich eigentlich sicher sein, daß sich Otto Schily, der RAF-, Anthroposophie- und Geheimdienst-Verteidiger oder dessen vormaliger Freund Horst Mahler, der RAF-Gründer, SS-Verteidiger und Freund des Steiner-Priesters Werner Haverbeck ("Anwalt für Deutschland") der geheimnisvollen okkulten "Magie" eines "Speeres des Schicksals" oder ähnlicher Dinge gänzlich entziehen konnten während ihres Lebens?

Auch die "alles verstehende" "Dialektik" des Philosophen Hegel, der besonders von Horst Mahler intensiv studiert worden ist, wird in okkultverblödeten Kreisen auf manche Sympathien stoßen und dort besonders leicht benutzt werden können, um ideologische Deutungshoheiten in Anspruch nehmen zu können.

Rechts im Bild drei "Anwälte" mit viel zu vielen Geheimdienstkontakten während ihres Lebens, als daß ein nicht ausreichend wirkungsvolles Kritisieren von Geheimdiensten von Seiten jener "Linken", die sie einstmals zu sein vorgaben, nicht auf völlig andere Zusammenhänge hinweisen könnte. Jedenfalls hat keiner der drei Anwälte Geheimdienste jemals wirkungsvoll kritisiert, obwohl kaum jemand wie sie dafür so viele Anlässe hätte gehabt haben müssen. Zumal nach allem, was wir inzwischen über die Geheimgeschichte der RAF wissen. Woher diese "vornehme" Zurückhaltung?

Hans-Christian Ströbele ist übrigens Sohn einer Anthroposophin und setzt sich für Homöopathie ein ... Da ist dann der Boden schon gut vorbereitet ...

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3. Förster, Andreas: Sammelsurium von Stasi-Vermerken. In: Berliner Zeitung, 11.8.2011
4. Kellerhoff, Sven Felix: Stasi warb Mahler kurz vor Tod von Ohnesorg an. Welt, 1.8.2011
5. Stasi-Vorwürfe bringen Grünen-Urgestein unter Druck. Handelsblatt, 3.8.2011

Samstag, 8. Oktober 2011

"Man muß den Teufel anbeten" (II)

Der Satanist Hermann Hesse

(Es folgt hier Teil zwei eines Aufsatzes, dessen erster Teil ---> hier zu finden ist.)

Die lebenslang benutzte, auffällige Schrift des Gusto Gräser (siehe viele Seiten in: 2; siehe auch Abb. 2) und die ständige Benutzung des fünfzackigen Sterns bei allen seinen Aufzeichnungen (2; s. auch Abb. 2) paßt nun ebenfalls zu nichts so sehr wie zu jenen satanistischen Hintergründen, die im Roman "Demian" von Hermann Hesse behandelt sind. Diese Art der Schriftzüge ist uns bislang nur in einem einzigen anderen Zusammenhang begegnet, nämlich - - - in den Schriftzügen der Titelseiten der 1925 erschienenen "Magischen Briefe" des Gründers und Großmeisters der freimaurerähnlichen Satanistenloge Fraternitas Saturni, nämlich von Eugen Grosche (6). Hat sich Eugen Grosche diese Schrift nur - etwa über seinen Kollegen, Herrn Reuss (siehe unten) -  abgeguckt? Oder hat er die Titelseiten der "Magischen Briefe" vielleicht sogar von Gusto Gräser selbst zeichnen lassen? Auch in diesen "Magischen Briefen" übrigens ist der ständig von Gusto Gräser benutzte fünfzackige Stern zu sehen.

Wenn wir solche Dinge in Rechnung stellen, wird uns vielleicht schon leichter verständlich, wie der "barfüßige Prophet" Gusto Gräser bei seinen vielen Wanderungen durch Deutschland und Europa quasi als "Bettelmönch" immer wieder überall Einlaß gefunden hat und Unterstützung. Es deutet sich eine ähnliche Art des Lebens an wie bei dem von uns schon behandelten "barfüßigen Propheten" Friedrich Hielscher. Dieser hat sich auch immer wieder von wohlhabenden Gönnern aushalten lassen und ist von einem zum nächsten gezogen.

Die satanistischen Schriftzüge - und Sterne - des Gusto Gräser

Satanistische Logen geben sich übrigens gerne sehr "naturverbunden", leben gerne nackt im Wald, feiern dort um Mitternacht ihre Kulte und berufen sich auf romantische Märchen und Erzählungen, etwa sogar aus dem alten Ägypten, die sie sehr unmittelbar auf sich selbst und besonders ihre Kinder beziehen. Siehe etwa den Bericht einer Überlebenden satanistischer Gewalt wie "Isis, Fürstin der Nacht" (7). Wenn man die satanistischen Aspekte in Hermann Hesse's "Demian" voll und ganz in Rechnung stellt, fällt es einem wahrscheinlich leichter, einen solchen Bericht wie den letztgenannten (7) rein von den psychologischen Voraussetzungen und dem offenbaren Wurzeln der darin beschriebenen Kulte in der Jugend- und Lebensreformbewegung der 1920er Jahre her zu verstehen. Das Buch spielt in Thüringen in der Nähe des Verlagssitzes von Eugen Diederichs. Von dem Verleger Eugen Diederichs ist nicht nur bekannt, daß er der Jugendbewegung sehr nahe gestanden hat, sondern auch, daß er Freimaurer war. Vielleicht gehört er auch in all diese Zusammenhänge hinein, zumal er sicherlich Verleger vieler Bücher war, die man auf dem Monte Veritas in den von Hesse genannten Kreisen verschlang.

Abb. 4: Mit Emmy Hennings und Hugo Ball (um 1920)
Mitgeteilt wird von Hermann Müller außerdem, daß von der Tänzerin Mary Wigman und ihrem Lehrer Rudolf von Laban 1917 auf dem Monte Verita bei Ascona "Gnostische Messen" gefeiert worden sind (2, S. 65). Es paßt halt alles "wie Faust auf Auge". Der Ausdruck "gnostische Messe" klingt zwar zunächst unverdächtig. Aber alle, die sich schon einmal mit Satanismus beschäftigt haben, wissen, daß "gnostische Messen" schlicht satanistische Messen sind! Und diese wurden also gefeiert zusammen mit jener Mary Wigman, die auf dem Monte Verita im Haus des "Gurus" von Hermann Hesse, nämlich von Gusto Gräser/"Demian" und seiner Frau, "ein und aus ging" (2, S. 65). Indem wir diesen Hinweisen nachgehen, machen wir eine weitere "Büchse der Pandora" auf, wie wir gleich sehen werden.

Ein mystisch-freimaurerischer Orden auf dem Monte Verita (1917)

Doch bringen wir zunächst den betreffenden Textabschnitt von Hermann Müller selbst  im Zusammenhang. Er stellt in seinem Buch viele Mutmaßungen darüber an, wie sich Inhalte aus Romanen und Erzählungen von Hermann Hesse ganz konkret auf dessen Erlebnisse auf dem Monte Verita beziehen könnten, ohne daß ihm scheinbar auffällt, daß im "Demian" über weite Strecken von Satanismus die Rede ist, und schreibt dann unter vielem anderem über die oben zuletzt gebrachten Zitate von Hermann Hesse (2, S. 65):
Mit den Mythen- und Mystikforschern kann sowohl auf die Theosophen und Anthroposophen des Monte Verita angespielt sein wie auf den Franz Baader-Forscher und Psychoanalytiker Johannes Nohl, der 1917/18 in Ascona Hesses Analytiker gewesen ist. Auch an einzelne Sympathisanten des Orientalischen Templerordens (O.T.O.), wie Rudolf von Laban und Mary Wigman wäre zu denken, an jenen mystisch-freimaurerischen Orden, der soeben - im Sommer 1917 - auf dem Berg einen "anationalen Kongreß" abhielt und dort seine Gnostischen Messen feierte. Laban scheint Hugo Ball in dessen Baader-Studien bestärkt und unterstützt zu haben und von Mary Wigman ist bekannt, daß sie wie Hesse im Hause Gräser freundschaftlich ein- und ausging.
Mit diesen "Sympathien" der Mary Wigman für Satanisten wird vielleicht auch ihr berühmter "Hexentanz" besser verstehbar, fällt uns hierbei als erstes auf. Und wir fragen uns: Kann man an der "Gnostischen Messe" einer Geheimloge wie des O.T.O., deren Leiter nach den Angaben vieler noch bis vor kurzem Rudolf Steiner war, teilnehmen, auch dann wenn man nur "Sympathisant" ist? Oder setzt eine solche Teilnahme nicht doch eine eigentlich nicht zu widerrufende Mitgliedschaft im O.T.O. als "Geheimnisträger" voraus? Und warum dann nicht auch gleich  eine Mitgliedschaft in einem solchen "mystisch-freimaurerischen Orden", wie ihn Hermann Hesse in "Die Geschichte der Morgenlandfahrer" und in "Die Glasperlenspieler" so überaus konkret und unhintergehbar geschildert hat?

Hermann Müller hatte uns widersprochen, als wir Hermann Hesse auch in diesen Dingen ganz und gar "wörtlich" genommen hatten (1). Dabei hatten wir nur seine eigene Methode, die er der Einleitung seines eigenen Buches von 1978 (2, S. 9) betont, ganz in seinem Sinne angewandt, nämlich - nach  einem Hesse-Zitat - die Inhalte der Texte von Hermann Hesse "so wörtlich wie nur möglich, Wort für Wort genau ergründet". Und sie eben nicht nur als "schöne Sprache" genommen.

Der O.T.O. entfaltet seine Tätigkeit auf dem Monte Verita (1917)

Und was erhalten wir nun zu dieser Thematik von unserem "alten Bekannten", dem Schweizer Peter Robert König für Auskünfte? Er schreibt über den Gründer der ältesten deutschen satanistischen Loge, den Freimaurer Theodor Reuss - und zwar über die Zeit, in der Hermann Hesse anfing, am "Demian" zu schreiben (8):
1916 zog Reuss in die Schweiz nach Basel. Während er sich dort aufhielt, stiftete er eine "Anationale Großloge und Mystischen Tempel" des O.T.O. und der Hermetischen Bruderschaft des Lichts auf dem Monte Veritá. Monte Veritá war eine utopistische Kommune in der Nähe von Ascona, die 1900 von Henri Oedenkoven und Ida Hofmann gegründet worden war und als Zentrum für eine Bewegung fungierte, die der Historiker James Webb später als "den Progressiven Untergrund" beschrieb.
Die Bezeichnung "Untergrund", die auf das "Subversive" aufmerksam macht, mag sehr treffend sein. Im übrigen ist es natürlich schon sehr hübsch, wenn man sich im Umfeld von satanistischen Okkultlogen für "progressiv" hält oder wenn man ein solches Umfeld als Historiker so nennt! - Aber weiter: 
Am 22. Januar 1917 gab Reuss ein Manifest für seine Anationale Großloge heraus, der er den Namen Veritá Mystica gab. Am selben Tage veröffentlichte er eine überarbeitete Fassung seiner O.T.O.-Konstitution von 1906 nebst einer "Synopsis der Grade" und einer gekürzten Fassung von The Message of the Master Therion (Die Botschaft des Meister Therion) als Anhang. Reuss übernahm in seiner überarbeiteten Fassung viele der Bestimmungen, die in Crowley's M∴M∴M∴-Konstitution von 1913 enthalten waren. Gleichwohl betonte Reuss in diesem Dokument, wie auch in vielen seiner anderen Dokumente zum O.T.O., den maurerischen Charakter des Ordens. 
Der Reuss muß also von Seiten der Leute auf dem Monte Verita viele Hinweise darauf bekommen haben, die es ihm mögen berechtigt erscheinen haben lassen, besonders in ihrem Umfeld "Morgenluft" wittern und Anhänger werben zu können. Flugs fühlt er sich motiviert, alte und neue "Konstitutionen" aufzulegen. Ob diese nicht auch zu den Schriften zählen werden, die "Demian" und "Sinclair" "im engeren Kreise" studiert haben? Wo doch gerade hinter ihnen so besonders deutlich der von ihnen verehrte Gott "Abraxas" steht? Oder auch der bisher noch nicht erwähnte, in diesen Kreisen viel genannte "Deus Optimus Maximus"? Oder welcher okkult-satanistische Gott oder Dämon(/Demian) auch immer? König weiter:
In Ascona richtete Reuss den "Anational Congress for organising the reconstruction of Society on practical cooperative lines" ("Anationalen Kongress für die Organisation der Wiederherstellung der Gesellschaft nach praktischen und gemeinschaftlichen Richtlinien") aus. Auf diesem Kongress, der vom 15. - 25. August 1917 auf dem Monte Veritá abgehalten wurde, fanden unter anderem (am 22. August) Lesungen von Crowley's Gedichten statt, und man rezitierte Crowley's Gnostische Messe (am 24. August - nur für O.T.O. Mitglieder). In der Ankündigung für diesen Kongress stand zu lesen: "Es gibt zwei Zentren des O.T.O., beide in neutralen Ländern, an die jene, die sich für das Ziel dieses Kongresses interessieren, Anfragen richten können. Das eine befindet sich in New York (U.S. of America), das andere in Ascona (Italienische Schweiz)." Crowley lebte zu dieser Zeit in New York; und so waren er und Reuss im Jahre 1917 augenscheinlich die einzigen aktiven Nationalen Oberhäupter des O.T.O. (...)

Reuss war zweifellos von Thelema beeindruckt. Crowley's Gnostische Messe, die Reuss ins Deutsche übersetzt hatte und die während seines Anationalen Kongresses auf dem Monte Veritá rezitiert worden war, ist ein explizit thelemisches Ritual. In einem undatierten Brief an Crowley (den er 1917 empfing) berichtete Reuss aufgeregt, er habe die Botschaft des Meisters Therion (The Message of the Master Therion) seiner Gruppe auf dem Monte Veritá vorgetragen, und er übersetze Das Buch des Gesetzes ins Deutsche. Er fügte hinzu: "Mögen diese Neuigkeiten Sie ermutigen! Wir leben in Ihrem Werk!!!"
Auf dem Monte Verita liest man Aleister Crowley's "Buch des Gesetzes" (1917)

Es ist ja ganz klar, daß Gedanken aus dem "Demian" diesem "Buch des Gesetzes" von Aleister Crowley entstammen. Gusto Gräser und Hermann Hesse werden also lange Gespräche mit diesem Theodor Reuss gehabt haben. Warum sollte sie da aus diesem Anlaß oder zu irgendeiner anderen Gelegenheit nicht Mitglieder des O.T.O. geworden sein? - Und Sperber bei lebendigem Leib verschlungen haben?
Am 24. Okt. 1917 stellte Reuss Rudolf Laban de Laban-Varalya (1879 - 1958) und Hans Rudolf Hilfiker-Dunn (1882-1955) eine Stiftungscharter für eine III° Loge des O.T.O. in Zürich aus, die den Namen Libertas et Fraternitas erhielt. Am 3. Nov. 1913 wurde de Laban Großmeister der Anationalen Großloge Veritá Mystica. Noch im gleichen Monat schloß er die Veritá Mystica und verlegte das Zentrum seiner Aktivitäten nach Zürich. Im März 1918 veröffentlichte Crowley die Gnostische Messe in The International. Reuss gab seine deutsche Übersetzung der Gnostischen Messe noch im gleichen Jahr heraus.
1917 war aber bei weitem nicht das erste Jahr, in dem Mitglieder des O.T.O. auf den Monte Verita kamen. Schon seit vielen Jahren zuvor war der Tanzlehrer Rudolf von Laban mit seiner Tanztruppe auf den Monte Verita gekommen. Und über diesen Rudolf von Laban, der schon mit zwölf Jahren von islamischen Geistlichen in Derwisch-Tänzen unterrichtet worden war, erhalten wir viele weitere Einblicke in das Denken der Leute vom O.T.O. auf dem Monte Verita (9, S. 13):
Theodor Reuß, der 1917 auf dem Monte Verita verweilte, gründete, wie bereits erwähnt, während seines Aufenthalts einen Ableger des O.T.O. in Ascona und organisierte den zehntätigen "anationalen Kongreß" vom 15. - 25. 8. 1917. (...) Laban war Mitglied der O.T.O.-Loge des Monte Verita, doch offenbar bestanden zwischen Laban und diversen freimaurerisch-okkulten, bzw. theosophischen Gruppierungen schon vor 1917 Verbindungen, "(...) so war die Integration des Tanzes in die O.T.O.-Maurerei bei Laban vermutlich kultisch orientiert, und der Schritt, die Tanztruppe selbst (...) als kultisch zu verstehen, lag nicht fern". Laban inszenierte das Tanzdrama, das vom Abend des 18.8. bis zum Morgen des 19.8. in drei Teilen unter dem Titel "Sang an die Sonne" in drei Teilen aufgeführt wurde.
Und  wir erfahren weiter (10):
Robert Landmann wertet den Kongress als Werbeveranstaltung. Er schreibt dazu:

"Ende Juni 1917 fand ein vierzehntägiger Kongress auf dem Monte Verità statt, bei dem durch eine geschickte Gedankenvolte Vegetarier und Freimaurer auf gemeinsamer Basis zusammengezogen wurden. Die Kombination bezweckte, einerseits die Mitgliederschaft des Ordens zu erweitern, andererseits den Monte Verità wieder flottzumachen. Mary Wigman und Rudolf von Laban waren mit ihren Schülern Glanzpunkte der nächtlichen Feste. Aus reiner Freude am Abenteuerlichen und mit unbekümmerter Ausgelassenheit beteiligten sie sich an Aufführungen und Fackeltänzen im Freien und schließlich auch an den dunklen Zeremonien der Loge."
(Robert Landmann: Ascona – Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies. Von Ursula Wiese überarbeitete und ergänzte Ausgabe, unter Mitarbeit von Doris Hasenfratz. Neu herausgegeben mit einem Nachwort versehen von Martin Dreyfuss. Frauenfeld, Stuttgart, Wien 2000. S. 172.)
Freimaurer auf dem Monte Verita (1917)

Mary Wigman also beteiligte sich an den "dunklen Zeremonien der Loge". Wozu Frauen in Männerlogen gebraucht werden, die satanistisch orientiert sind, kann man ebenfalls vielen Berichten entnehmen, die wir hier nicht wiederholen wollen. Detaillierter ist über Laban erfahren, z.T. über seine Schülerin Mary Wigman selbst  (11):
Laban wurde 1879 im heutigen Bratislava (Pressburg) geboren, das damals zum Kaiserreich Österreich-Ungarn gehörte. Malerei, Musik und Theater interessierten ihn früh, aber er fand wenig Unterstützung für seine künstlerischen Neigungen, da sein Vater für ihn die Offizierslaufbahn vorgesehen hatte. Mit 12 Jahren reiste er unter dem Schutz eines Islamischen Geistlichen zum Balkan, um seinen Vater zu besuchen, der in Mostar als Offizier stationiert war. Von seinem Reisebegleiter wurde Laban in die Zeremonien und Übungen der Derwische eingeführt. Diese Erlebnisse hatten einen anhaltenden Einfluß auf seine Vision vom Tanz.
Im Wirbeln und Drehen finden die Derwische zu einer spirituellen Berührung mit dem Kosmos, wobei das Kreisen den Sternenreigen und den Tanz der Sphären darstellt. Bei einer mehr fakirhaften Variante der Tänze sah Laban einmal, "wie die Derwische in höchster Ekstase lange Nadeln und Nägel durch die Wange, durch Brust und Armmuskeln bohren konnten, ohne irgendein Anzeichen von Schmerz und, was noch wichtiger ist, ohne auch nur einen Tropfen Blut zu verlieren."
Übernatürliche heilende Wirkung konnte also vom Tanz ausgehen, was der Sinn vieler alter Waffentänze gewesen sein mag. Wichtiger als der Gedanke der "Hieb- und Stichfestigkeit" durch den Tanz war für ihn jedoch der tiefe Eindruck von Magie und Spiritualität, der in den Derwischtänzen vermittelt wurde. Es gab ein Geheimnis, eine kosmische Wahrheit im Tanz, die er ergründen musste.
Mystische Naturerlebnisse, die Laban in seiner Autobiographie beschreibt, bildeten die Grundlage für die Konzeption seines ersten Tanzwerks Die Erde. Erstmals 1914 in Teilen auf dem Monte Verità aufgeführt, entwickelte Laban Text und Idee bereits von 1897 an. Die Erde war im ersten Entwurf eher als Gesangs- und Musikwerk erdacht, entwickelte sich aber immer weiter bis zu einem chorischen Tanzwerk.
Die Lebendigkeit und Allbeseeltheit der Natur sollte in der Erde dargestellt und durch verschiedene Chöre zum Ausdruck gebracht werden. 
Okkulte Derwische und Rosenkreuzer in ihrem Einfluß auf den freimaurerischen Monteveritaner Rudolf von Laban

Und über Wien heißt es:
Außerdem kam er hier zum ersten mal mit Rosenkreuzern in Kontakt und versuchte seine Idee von einer "Tanzfarm" zu verwirklichen. Seine tänzerische Arbeit führte Laban später in München weiter. Dort gründete er 1910 eine Schule für Bewegungskunst. Die Wintermonate verbrachte er in München, die Sommermonate auf dem Monte Verità in Ascona, wo er seinen Traum von der "Tanzfarm", einer Künstlergemeinschaft auf bewegungsorientierter Grundlage, verwirklichen wollte.
Labans Sommerkurse auf dem Monte Veritá, dem "Berg der Wahrheit" im Tessin, zogen viele Tänzer nach Ascona, an einen Ort, der schon zu Beginn des Jahrhunderts von Anarchisten, Lebensreformern, Künstlern, Vegetariern, Theosophen, Emigranten und Utopisten bevölkert wurde.
Und:
Die Tendenz hin zu Reigenwerken mündet in die Werke Der schwingende Tempel und in das dreiteilige Sonnenfest (1917), in dem Tanz als Kult in nächtelangen ekstatischen Riten, mit beschwörungshaften Elementen, Trommelrhythmen und Fackeltänzen zelebriert wurde. Dieses Werk war der festliche Abschluss eines im Sommer 1917 veranstalteten "anationalen Kongresses" des Orientalischen Templerordens O.T.O., dessen Mitglied Laban war. Der O.T.O. ist ein mystisches Freimaurersystem, gegründet von Leopold Engel und Theodor Reuss. Später wurde Laban auch Großmeister eines ihm von Reuss übertragenen Ordens der "Johannisloge der alten Freimaurer vom Schottischen und Memphis und Misraim Ritus im Tale von Zürich" und äußerte sich häufiger zur Bedeutung der Kulte und Rituale: "Das Ritual entstammt aber nicht dem Geist eines einzelnen, es wird sogar, im Gegensatz zum Kunstwerk, von vielen geschaffen, durchdacht und geändert." Das Geheimbundwesen verlangt durch die Tatsache, dass es "durch alle Zeiten der Hort nichtreligiöser, also frei-eurhythmischer Kultspiele war, nähere Betrachtung." Eine enge Verbundenheit zu den Ideen der "kosmischen Runde" des Schwabinger George-Kreises ist in Anbetracht solcher Sätze und Arbeiten wahrscheinlich. Karl Wolfskehls mystische Texte über den Rausch und die Erkenntnis in der Dunkelheit oder Paul Thierschs Überlegungen zu Form und Kultus zeigen das: "Zur Mutter flüchten wir mit Weinlaub und roten Tänzergewändern - zur Mutter eilen wir mit Fackeln und den Rosen der Wonne". "Im kult erfassen wir das wesen der form, den geist und das leben des kosmosorganismus im gesetz. Das gesetz bedingt eine einheit als maass: das bild des menschen.".
Die Geheimbundzeremonien der Urvölker, die die Grundlage für die Mysterienreligionen bilden, sind in ihrem Wesen ekstatisch, rhythmisch, von beschwörendem Charakter gewesen. Kein Mysterienkult ist denkbar ohne Tanz. Labans Sonnentanz und Der Trommelstock tanzt waren auch Versuche, den Kult wieder in den Tanz einzuführen. Es ging ihm aber nicht um den religiösen Charakter, sondern um die Wiederbelebung des Rituals als Weg, den Rhythmus des Lebens zu erkennen und den Tanz zum Zentrum einer geistigen, seelischen und körperlichen Schulung des Menschen zu machen.
Und bei so viel okkultem, mysterienhaftem Geheimorden-Geraune darf die Kabbalistik nicht fehlen:
Laban unterscheidet zwischen den seiner Ansicht nach wenig empfehlenswerten "Erbauungsschriften und Theorien der religiösen und geheimbündlerischen Sektierer" und den interessanten und lehrreichen "Erziehungsmethoden und Zeremonien, die dem Tänzer als Fundgruben der Bildung und der Anregung dienen können." Freimaurerischen Zeremonien lag dabei immer Zahl und Maß zugrunde: "Die sakralen Zahlen, Formen und Proportionen, von denen uns eine uralte einheitliche Überlieferung spricht, begegnen uns in der Natur auf Schritt und Tritt. Drei Raumdimensionen geben uns die Raumvorstellung, drei Seiten hat das einfache Vieleck, wir kennen drei Naturreiche, drei grundlegende seelische Eigenschaften und noch viele andere Formen und Zeitgrößen, die der Dreiheit unterworfen sind." "Zahl ist nicht nur Maß, sie ist auch begriffsschwanger. Daraus ergibt sich eine Symbolik der Zahlen, der Proportionen und der Formen. Die Einheit erscheint dem Tänzer als Anfang, abgeschlossenes Ganzes, Vollkommenes. Die Zweiheit ist ihm Kampf, Halbheit, Widerstand, Ergänzung. Die Dreiheit ist die Raumform, der Ausgleich, das Resultat, der Abschluss des Kampfes der Zweiheit. Alle Gegensätze erzeugen ein Drittes. Alle Zahlen können als Derivate dieser drei einfachsten Zahlenvorstellungen in ähnlicher Weise durchdacht werden." Auch die geometrischen Formen leiten sich aus diesen Zahlenvorstellungen ab. "Unsichtbar über den Boden gebreitet, der Tänzerseele fühlbar, liegen Formen, Linien. Sie bauen sich kristallinisch empor: unsichtbare Paläste aus Schwüngen. Jede Bewegung des Tänzers wird zum Baustein der bewegten Architektur. Aus der Vermählung von Körper und Raum entsteht: die gerade Linie, der Kreis, die Acht, das Drei- Vier- und Fünfeck übereinander gelagert, sich kreuzend, einander durchdringend, als Kugel, Pyramide, Kubus dreidimensional erlebt."
Nicht Rudolf von Laban, sondern Mary Wigman beschrieb in obigem Zitat Labans Ideen.
Für alle Interessierten abschließend noch eine neunminütige Filmaufnahme eines Auftrittes der Tänzerin Mary Wigman etwa ---> aus dem Jahr 1929. Sie bringen vielleicht noch einmal dieses merkwürdige Gemisch zum Ausdruck, das zum einen tiefste Befremdung und zum anderen das Wahrnehmen von echt Schönem in uns auslöst, ein Gemisch, das wohl als besonders kennzeichnend genannt werden kann für viele Kunst- und Kulturwerke, die in jener Zeit im Umfeld von Okkultlogen - und von ihnen beeinflußt - entstanden sind, und von dem auch das Schaffen von Hermann Hesse mitbestimmt zu sein scheint.

Auf diesem Gebiet ist wohl noch längst nicht alles bekannt geworden, was bekannt sein müßte, um alle Zusammenhänge vollständigt zu übersehen und zu verstehen. 

Um aber auch an einen "ganz anderen", nicht-satanistischen und nicht-priesterhaft-würdeveollen Hermann Hesse mit braungebrannter "Denkerstirn" zu erinnern, sind diesem Beitrag noch zwei Fotos von ihm beigefügt worden , die ihn in ganz gelöster, heiterer, geselliger Stimmung zeigen, wie man ihn auf Fotos sonst seltener sieht.
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  1. Bading, Ingo: Hermann Hesse, Ernst Jünger und Kollegen - Mitglieder freimaurerähnlicher Gesellschaften? (I), (II), 19.9.2011
  2. Müller, Hermann: Der Dichter und sein Guru. Hermann Hesse - Gusto Gräser, eine Freundschaft. Gisela Lotz Verlag, Wetzlar 1978
  3. Lukas: Vier Jahre Hölle und zurück. Bastei Lübbe, Köln 1995 (18. Aufl. 2010)
  4. Heiner, Johannes: Hermann Hesses Weg nach innen. Auf: LyrikRilke.de, August 2006
  5. Hesse, Hermann: Demian. Die Geschichte von Emil Sinclaiers Jugend. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 1974 (Erstveröffentlichung 1925)
  6. Bading, Ingo: Oswald Spengler - Mitglied der Fraternitas Saturni? GA-j!, 18.4.2011
  7. Jäckel, Karin: Isis, Fürstin der Nacht. Als Kind in den Fängen einer satanistischen Sekte. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003 (7. Aufl. 2007)
  8. König, Peter Robert: Der O.T.O. unter Reuss und Crowley (3). 
  9. Illerhaus, Florian: Gegenseitige Beeinflussungen von Theosophie und Monte Verità. Studienarbeit. GRIN-Verlag, München (Books on Demand, Norderstedt) 2009 (Google Bücher)
  10. Congrès Coopératif Anational. Auf: Lebensreform in der Schweiz, 6.5.2009
  11. Witzmann, Pia: Der Einfluss des Okkulten auf den Tanz. Auf: Atemzeit, 5.1.2010
  12. E.S. (Edith Sokollek?): Wege und Irrewege nach Innen - Zum 101. Geburtstag Hermann Hesses. "Mein Standpunkt" (herausgegeben von Hans Dirks, Westerstede; erschienen von 1961 bis 1981), 18. Jahrgang, Folge 7, Juli 1978, S. 100 - 103

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