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Montag, 9. Oktober 2017

Charles Lindbergh - Auf der Suche nach einer Philosophie, die das Überleben der westlichen Kultur ermöglicht

Lindbergh's Bekenntnisschrift "Of Flight and Life" aus dem Jahr 1948

"Während ich die Ruinenfelder der deutschen Städte 
des Jahres 1945 überflog, wurde mir bewußt, 
daß der moderne Mensch, wenn diese Zivilisation 
fortdauern soll, die materielle Macht 
seiner Wissenschaft den spirituellen Wahrheiten 
seines Gottglaubens unterwerfen muß." (1948)

Mit der Person, mit dem Leben, Denken und Handeln des ersten Überquerers des Atlantiks in der Luft Charles Lindbergh (1902-1974) (Wiki) haben wir uns in den letzten zehn Jahren immer einmal wieder beschäftigt, also seit Beginn unserer Blog-Arbeit (1-8).

Für einen historisch denkenden Menschen, für einen Menschen, den wagemutige Taten begeistern, kann es immer Gründe geben, sich mit Charles Lindbergh zu beschäftigen. Aus solchen Interessen heraus hatten wir auch irgendwann die damals neueste "autorisierte" Lindbergh-Biographie von A. Scott Berg in die Hand bekommen (9). Aber auch diese Biographie hatte für sich selbst genommen noch nicht jene Jahre lange Beschäftigung mit Charles Lindbergh von unserer Seite aus auslösen können. Nur ein einziger Umstand war es, der für uns aus dieser Biographie hervorgegangen war. Es war der Umstand, der im Titel unseres ersten Blogartikels zu ihm benannt worden war: "Charles Lindbergh ist souverän gestorben" (1). 

Abb. 1: Charles Lindbergh
Nachträglich colorierte Aufnahme

Charles Lindbergh ist wie ein König gestorben. Er ist außerordentlich gelassen - aber zugleich mit innerer Stärke gestorben. Und das ganze Geschehen rund um sein Sterben, sein Handeln diesbezüglich, seine geäußerten Gedanken dabei ließen uns mit einem Schlag tiefer in Charles Lindbergh's Inneres schauen. Mit einem Schlag ließen sie ihn uns als einen sehr, sehr weisen, lebensstarken und lebensstolzen Menschen erkennen. Wer so sterben kann wie Charles Lindbergh, so wurde uns insbesondere beim Lesen jener Seiten bewußt, der muß auch in seinem übrigen Leben ein sehr beachtenswerter, außerordentlicher Mensch gewesen sein. Und zwar als Mensch selbst. Gar nicht einmal in erster Linie als Vollbringer irgendwelcher äußerlich angesehener Taten.

Indem wir danach fragten, ob es noch mehr Hinweise darauf gibt, daß Charles Lindbergh als Mensch etwas Besonderes war, fiel uns als erstes auf, daß er unmoralische Angebote von Seiten der Sensationspresse seiner Zeit schon als junger Mann - gleich nach dem Atlantik-Flug - ausschlagen konnte so wie es nur seltene, sehr souveräne Menschen werden tun können (2). Lindbergh war schon als junger Mensch - sozusagen - erhaben über die gelebten moralischen Werte und Normen seiner Mitwelt. Er stand ihnen innerlich frei und unberührt gegenüber. Geld für sich genommen konnte ihn nicht locken.

Jetzt im Nachhinein, wenn man Filmaufnahmen gerade auch des jungen Charles Lindbergh sieht (14, 16), dann fällt einem das ins Auge: in ihm lebte ein starker Stolz, eine innere Ruhe, ein In-sich-Ruhen dabei, aber ein unausgesprochenes Bewußtsein gegenüber allen Menschen, ein Bewußtsein, das schon in seinen Augen, in seinem Blick zu lesen ist, und das in etwa sagt: "Seid ihr so wie ihr seid - ich bin anders." Es ist das ein herrisches Bewußtsein, ein Bewußtsein, das einen über andere Menschen erhebt, ohne daß man dabei seine äußere Jovialität und Umgänglichkeit verlieren muß, ohne daß man dabei - notwendigerweise - Verachtung gegenüber den Menschen empfinden muß oder gar verbittert sein muß ihnen gegenüber. Und dennoch: ein herrische Stolz. Er wird das meiste im Leben und in den Lebensentscheidungen von Charles Lindbergh erklären können.*)

Auch mag das in nachträglich colorierten Aufnahmen deutlicher hervortreten als in den üblichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

Und indem wir im Jahr 2007 weiter fragten nach dem bestimmenden Kern, der Lindbergh leitete im Leben und im Sterben, fiel uns als nächstes ins Auge, daß Charles Lindbergh in seinen beiden letzten Lebensjahrzehnten mit drei deutschen Frauen drei Familien in Deutschland gegründet hatte, aus denen insgesamt sieben Kinder hervorgingen (3). Diese Tatsache war der Öffentlichkeit erst wenige Jahre zuvor bekannt geworden (10). Und bis heute ringt die Öffentlichkeit und ringen Menschen, die mit diesen Lebensinhalten Lindbergh's konfrontiert werden, mit der angemessenen moralischen Einordnung dieses Geschehens. Wir glaubten schon mit unserem ersten Blogartikel (1) den wertvollen seelischen Gehalt des Lebens von Charles Lindbergh begriffen zu haben und aus diesem Begreifen heraus fiel es nicht schwer, große Achtung und großen Respekt zu gewinnen gegenüber der Gründung dieser drei Familien durch Charles Lindbergh (3). Und wir arbeiteten ja deutlich genug heraus, welche zutiefst wertvollen seelischen Inhalte mit diesen drei "Ehen" verbunden gewesen sind (3). (Leider fällt es Filmdokumentationen und Zeitungsartikeln oft noch schwer, zu diesem Geschehen ein angemessenes Verhältnis zu entwickeln [16].)

Dann beschäftigten wir uns natürlich auch mit der politischen Seite des Lebens von Lindbergh (4, 6). Zu diesem sind inzwischen weitere Reden und Ansprachen Lindbergh's bekannt geworden (18, 19). Diese Seite einzuordnen fiel uns am wenigsten schwer. Denn wir selbst sind diesbezüglich sowieso immer schon ähnliche Querdenker gewesen wie Charles Lindbergh. Wir sind nicht der Meinung, daß die Politik der USA und ihrer Regierung unschuldig sind am Ausbruch und Verlauf des Zweiten Weltkrieges. Und wir stehen deshalb völlig auf der Seite von Charles Lindbergh, wenn er diese Politik als damals prominentester, inneramerikanischer Kritiker scharf geißelte und angriff. Aber es war uns das eigentlich nur ein weiteres Zeugnis für seine innere Stärke, sich völlig unabhängig von seiner Mitwelt sein Urteil zu bilden und aus diesen Urteilen heraus auch seine Lebensentscheidungen zu treffen, und sei es auch, wenn er sich dabei gegen die gesamte gesellschaftliche "Klasse" stellte, in der er und seine Frau damals beheimatet waren.

Auch in den Tagebüchern seiner ersten Ehefrau und Flugbegleiterin Anne Morrow Lindbergh suchten wir nach Hinweisen, die uns die Lebenshaltung von Charles Lindbergh begreiflicher machen sollten (5). Seit er als junger Mensch Flieger geworden war, seit er Postflieger war, war er durch seinen Beruf ständig mit dem Tod konfrontiert. Immer wieder kamen in jenen Jahren Flieger durch Flugunfälle ums Leben. Wer so fortlaufend mit dem Tod konfrontiert ist, kann an diesem Umstand ernster werden, er kann daran menschlich reifen. Dieser Umstand scheint uns bei Charles Lindbergh vorzuliegen. Dann haben wir 2011 endlich die Lebenserinnerungen von Charles Lindbergh ausgewertet (7). Und wir haben ein schon 2007 erschienenes Buch von David M. Friedman über die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Charles Lindbergh und dem weltbekannten Chirurgen und Alternsforscher, dem Nobelreisträger Alexis Carrel (11) ausgewertet (7), eine Zusammenarbeit, in der ebenfalls die Auseinandersetzung mit dem Tod im Mittelpunkt stand.

1948 - Charles Lindbergh's Bekenntnisschrift: Die Suche nach einer neuen Philosophie

Vor zwei Jahren nun stießen wir bei der Arbeit an einem noch nicht veröffentlichten Buchprojekt (8) darauf, daß schon 1955 eine Veröffentlichung von Charles Lindbergh sehr offene Aufnahmebereitschaft fand bei einem naturwissenschaftlich interessierten Mitarbeiter der deutschen Ludendorff-Bewegung, die ja auch sonst eine Philosophie vertritt, die in Fragen und Antworten sehr viele Überschneidungen aufweist mit den Lebensinteressen und der Lebensphilosophie von Charles Lindbergh. In der damaligen Zeitschrift der Ludendorff-Bewegung mit dem Titel "Der Quell - Zeitschrift für Geistesfreiheit" erschien (in den Folgen vom 23. Juni und 9. Juli 1955) ein zweiteiliger Aufsatz1 des in populärwissenschaftlicher Literatur sehr belesenen und diese korrekt wiedergebenden Wilhelm Knake (1900-1979)2. Es handelte sich um den ersten Aufsatz, den dieser überhaupt veröffentlichte. Und in diesem wies er darauf hin, daß mehrere naturwissenschaftliche Entdeckungen des 20. Jahrhunderts von der Philosophie Mathilde Ludendorffs intuitiv vorweggenommen worden waren. Er bringt schöne Zitate von Bertrand Russel, Werner Heisenberg und Pascual Jordan über die Verantwortung der Wissenschaft, ihre Forschungsergebnisse in einer Weise zu deuten, daß dadurch das materialistische Zeitalter eher überwunden als vertieft wird. Im zweiten Teil seinen Aufsatzes setzt Wilhelm Knake dann fort:

Wie sehr dieses Problem der Gegenwart ernst denkende Menschen bewegt, können uns die Worte eines Mannes mit weltbekanntem Namen bezeugen, die aus seiner Erschütterung nach dem Besuch der Ruinenfelder deutscher Städte am Ende des zweiten Weltkrieges niedergeschrieben sind. Der erste Atlantiküberquerer mit dem Flugzeug Charles Lindbergh, faßt seine Eindrücke und Erkenntnisse in folgende schwerwiegende Worte zusammen:
„… Ich erkenne jetzt, wenn Gott auch nicht so wirklich erfaßt werden kann, wie ich als Kind mir das wünschte, daß seine Allgegenwärtigkeit doch bei jedem Blick in jeder Handlung, bei jedem Ereignis verspürt werden kann. Ich verstehe nun, daß die geistige Wahrheit für eine Nation wesentlicher ist als die Standfestigkeit ihrer Stadtmauern. Wenn die Handlungen eines Volkes nicht mehr von dieser Wahrheit geleitet werden, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, daß ihre Mauern brechen, wie es in Berlin, München und Nürnberg geschah.
Unsere Rettung, unsere einzige Rettung beruht darin, die Waffen der westlichen Wissenschaft durch den Geist einer westlichen Philosophie, geleitet von den göttlichen Wahrheiten zu kontrollieren. Sie beruht in der Ausgeglichenheit der Seele, Geist und Körper unserer Menschen. Ohne diese Kontrolle und ohne diese Ausgeglichenheit können auch unsere militärischen Siege keinen dauerhaften Frieden, unsere Gesetze keine wirkliche Gerechtigkeit, unsere Wissenschaft keinen wahren Fortschritt erzielen.“

Diese wenigen hier zitierten Worte faszinierten auch uns wieder einmal so sehr, daß wir der Frage nachgegangen sind, wo sie eigentlich herstammen (denn der Autor Wilhelm Knake nannte seine Quelle für dieses Zitat nicht). Und es stellte sich heraus, daß es sich um zwei Absätze von verschiedenen Seiten des 1948 auf Englisch erschienen Büchleins „Of Flight and Life“ von Charles Lindbergh handelte. Es handelte sich um ein Büchlein, das erst vier Jahre später - 1952 - auf Deutsch erschienen ist3. Es handelte sich quasi um eine sehr bedeutende Bekenntnisschrift von Charles Lindbergh. Sie ist im gleichen Jahr erschienen wie der Roman „1984“ von George Orwell. Daß der Lebensweg, das Denken und Handeln von Charles Lindbergh aufgrund seiner Naturwissenschafts-Nähe in vielen Punkten sich berührt mit der Philosophie von Mathilde Ludendorff, darauf ist in unseren Blogbeiträgen seit 2007 in verschiedenen Aufsätzen hingewiesen worden. Und dieser Umstand kann nun noch durch den Hinweis auf die genannte Schrift von Charles Lindbergh aus dem Jahr 1948 ergänzt werden.

Im Jahr 1948 hatten viele Menschen in den USA, Großbritannien und in Frankreich nicht nur begonnen zu erkennen, sondern auch öffentlich darüber zu sprechen, daß der Sieg über „Nazideutschland“ eigentlich gar kein Sieg gewesen war. Und Charles Lindbergh, der 1941 der prominenteste und auch verhaßteste Gegner des Eintritts der USA in diesen europäischen Krieg gewesen war, war nun - neben George F. Kennan und anderen - einer der ersten, der dieser Erkenntnis mit der genannten Schrift Ausdruck verliehen hat. Er fragte darin (eig. Übersetzung)5:

Haben wir in einem tieferen Sinne gewonnen? (…) Die meisten der Angelegenheiten, für die wir kämpften, sind nicht gelöst. Unsere zugrunde liegenden Ziele sind nicht erreicht worden. Unser Sieg hat der Welt keinen Frieden gebracht. Er hat weder demokratische Ideale verwirklicht noch die Sicherheit der Nationen. (…) Stalin hält nun in Besitz das meiste von dem, um das wir kämpften, damit es Hitler nicht erhalten würde.

Man sieht gleich, daß solche Worte nicht von einem höher Eingeweihten der Freimaurerei geschrieben worden sein können oder von einem höheren Beamten der CIA, die beide mit dem Zweiten Weltkrieg genau das erreicht hatten, was sie erreichen wollten, und die nun die Welt auf "Kalten Krieg" "umstellen" wollten. Und dafür waren ihnen Leute wie Kennan oder Lindbergh "nützlich". Aber um solcher mehr politischer Einsichten willen ist diese Bekenntnis-Schrift von Lindbergh gar nicht einmal geschrieben worden. Sondern es geht ihm inzwischen schon um viel grundlegendere Dinge. Deshalb hätte Knake aus dieser Schrift auch noch viel umfangreicher zitieren können als er es mit dem vergleichsweise kurzen Zitat tat. Und das wollen wir quasi im folgenden nachholen.

Der wissenschaftliche Materialismus muß durch Philosophie gebändigt werden

Worüber Lindbergh in seiner Schrift gar nicht spricht, was nur auf dem Umschlag der englischsprachigen Ausgabe erwähnt wird, ist seine langjährige wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem französischen Nobelpreisträger, dem Zellphysiologen Alexis Carell bei der Erforschung der Frage, ob die Organe eines Menschen - und damit längerfristig auch der Mensch selbst - durch die Wissenschaft biologisch „unsterblich“ gemacht werden kann. Lindbergh interessierte sich für diese Forschungen, weil er schon seit seiner Kindheit über ähnliche Fragen nachdachte, über Fragen also, die spannender Weise auch die Ausgangsfrage der Philosophie Mathilde Ludendorffs war (in Auseinandersetzung mit den Lehren von August Weismann über die "Unsterblichkeit des Einzellers").

Und als Erfinder einer Perfusionspumpe, die aus dem lebenden Körper entnommene Organe funktionsfährig erhalten konnte, wußte Lindbergh durchaus allein um die sehr schwierigen rein "technischen", bzw. "medizinischen" Probleme eines solchen Unsterblich-Machens. Aber für ihn wie für seinen hochgeschätzten Freund Alexis Carrel handelte es sich um Grundlagenforschung, nicht um angewandte Forschung. (Das wird gleich aus seinen Worten deutlich werden.) Es ging auch ihm um die Frage, warum der Mensch von der Evolution eigentlich nicht als ein biologisch unsterbliches Wesen erschaffen worden ist. Warum müssen wir sterben? Warum ist es so schwierig, mehrzelliges Leben körperlich unsterblich zu machen?

Das Rätsel des Todes hatte Lindbergh schon als Junge im Angesicht des Kadavers einer toten Kuh ergriffen, auf den er weit drin im abgelegenen, einsamen Wald bei seinen Streifzügen stieß. Lindbergh's Freund Carrel war schon 1944 gestorben. Lindbergh ist zwar auch mit den wissenschaftlichen Nachfolgern von Carrel in Verbindung geblieben, die auch Lindbergh's Erfindung weiter nutzten und weiter entwickelten, nämlich die genannte Perfusionspumpe. Aber Lindbergh war inzwischen - offenbar - bewußt geworden, daß auch diese Art der Forschung seine Fragen nach dem Rätsel des Todes und damit nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten konnte, jedenfalls nicht sehr bald beantworten konnte.

Vermutlich hatte ihn an der Zusammenarbeit mit Carrel doch noch mehr der faszinierende Wissenschaftler Carrel - oder Wissenschaft überhaupt - interessiert als nun genau das spezielle Thema, mit dem er selbst dabei befaßt gewesen war, und das er ja nun auch gar nicht weiter fortführte mit wissenschaftlicher Arbeit wie er es sicher gekonnt hätte. Und genau in diesem Zusammenhang ist seine Schrift von 1948 zu sehen. Und genau auch zu den Gründen für diese Lebensentscheidung Lindbergh's - nicht mehr weiter in der Forschung arbeiten zu wollen - gibt sie auch schon den einen oder anderen Anhaltspunkt. - Da der englische Originaltext von Lindbergh von einer Eindeutigkeit und Präzision in der Aussage bestimmt ist und zugleich ein Fluidum atmet, die allesamt bei jeder Übersetzung verloren zu gehen scheinen, wird im folgenden größtenteils auch zunächst der Originaltext zitiert. Es sei all denen, denen es leicht fällt, empfohlen, sich auf den englischen Originaltext zu konzentrieren. Lindbergh schreibt schon im Vorwort (ebd., S. vi)6:

In attacking scientific materialism, I fully realize that science has become the victim of its technologists, as religion has become the victim of its fanatics.
Also:
Wenn ich den wissenschaftlichen Materialsimus angreife, dann erkenne ich in vollstem Umfang, daß die Wissenschaft ebenso ein Opfer der Technologen geworden ist wie die Religion (schon lange) ein Opfer ihrer Fanatiker ist.
Und:
Just as the spiritual truths of Christ and Laotzu were perverted by the temporal exploration of Christian and Taoist creeds, the intellectual truths of great scientists are being perverted by the material exploitation of industry and war.
Übersetzt:
So wie die spirituellen Wahrheiten von Jesus Christus und Laotse pervertiert wurden durch die zeitgebundene Ausbeutung in Form des christlichen oder taoistischen Glaubens, so werden heute die intellektuellen Wahrheiten der großen Wissenschaftler pervertiert durch ihre materielle Ausbeutung in der Industrie und im Krieg.
Lindbergh:
Hiroshima was as far from the intention of the pure scientist as the Inquisition was from the Sermon on the Mount.
Übersetzt:
Hiroshima lag ebenso weit außerhalb der Absichten der reinen Wissenschaftler wie die Inquisition außerhalb der Absichten der Bergpredigt lag.
An diesen Aussagen wird erkennbar, daß Lindbergh auch bezüglich seiner wissenschaftlichen Arbeit mit Carrel den Mißbrauch der Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit mitbedacht hat. Im übrigen mag der Vergleich natürlich für jene hinken, die die Bibel etwas genauer lesen als Lindbergh das getan haben mag. Aber es soll damit nur wiedergegeben werden, von welchen Grundgedanken und von welchem Grundtenor diese Schrift von Charles Lindbergh erfüllt ist. Lindbergh hatte unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mehrmals Deutschland besucht und unter anderem auch mit Hermann Göring und führenden Luftwaffen-Generälen das Gespräch gesucht. Das Ehepaar Lindbergh hatte damals sogar überlegt, ganz nach Deutschland zu ziehen, zumindest für einige Jahre. Und Anne Morrow Lindbergh veröffentlichte damals auch eine Schrift, die in den USA als dem Dritten Reich gegenüber zu verständnisvoll empfunden wurde. Nun, 1948, schrieb Charles Lindbergh über das persönliche Erlebnis der deutschen zerbombten Städte unmittelbar bei Ende des Zweiten Weltkrieges (ebd., S. 21):
In Germany, I learned that if this civilization is to continue, modern man must direct the material power of his science by the spiritual truths of his God.
Also:
In Deutschland wurde mir bewußt, daß der moderne Mensch, wenn diese Zivilisation fortdauern soll, die materielle Macht seiner Wissenschaft den spirituellen Wahrheiten seines Gottglaubens unterwerfen muß.

Der Schrift merkt man an, daß Lindbergh nicht besonders viel von den innerdeutschen religiösen Auseinandersetzungen während des Dritten Reiches mitbekommen hat, von der Suche nach einer neuen Religion. Und deshalb wird er auch nie etwas gehört haben von der Philosophie der schon mehrmals genannten Mathilde Ludendorff, die womöglich gerade für jemanden wie ihn zu jenen philosophischen Anliegen, die im folgenden deutlich werden, und die ihm auf den Nägeln brannten, bedenkenswerte Antworten gegeben hatte.

Jahrhunderte formten den europäischen Menschen

Lindbergh schreibt vielmehr aus einem weitgehend US-amerikanischen Erfahrungshintergrund heraus:

The quality of a civilization depends on a balance of body, mind, and spirit, measured on a scale less human than divine.
Übersetzt:
Der Wert einer Zivilisation hängt ab von einem Gleichgewicht zwischen Körperlichkeit, Denken und Spiritualität, gemessen mit einem weniger menschlichen als vielmehr heilig-göttlichen Maßstab.
Wir werden gleich sehen, daß mit der schlichten Verwendung allein eines solchen Wortes wie „body“ bei Lindbergh sehr viele Implikationen verbunden sind, daß diese Verwendung gesehen werden muß vor dem Hintergrund seiner langjährigen intensiven Zusammenarbeit mit Alexis Carrel in der Erforschung von Körpergewebe und Organen. Es wird sehr bald deutlich, daß man diese Worte Lindbergh's sehr genau lesen muß, um zu erkennen, welches Gewicht ihnen zukommt. Zumal wenn man eine deutsche Übersetzung derselben liest, liest man allzu leicht und schnell über sie hinweg. Lindbergh weiter (ebd., S. 40f):
Our western civilization represents a balance achieved by our forebears through thousands of years of struggle. We are the children of marriages influenced by the culture of Greece, guided by the sermons of Christ, inspired by the death of martyrs, instructed by western knowledge, protected by western arms. (…) We have in our very tissues qualities it has taken millions of lifetimes and scores of generations to achieve.
Übersetzt:
Unsere westliche Zivilisation repräsentiert ein Gleichgewicht, daß unsere Vorfahren erlangten in tausendjährigen Kämpfen. Wir sind die Kinder von Heiraten, die beeinflußt wurden durch die Kultur Griechenlands, die geleitet wurden durch die Lehren von Christus, die inspiriert wurden durch den Tod der Märtyrer, die belehrt wurden durch westliches Wissen, die beschützt wurden von westlichen Waffen. (…) In unserem eigenen Körpergewebe tragen wir Eigenschaften, die zu gewinnen Millionen von Leben und zahllose Generationen nötig waren.
Mit „tissue“, also Körpergewebe, hatte sich Lindbergh in der Zusammenarbeit mit Carrel intensiv beschäftigt. Um so interessanter, daß er diesen Begriff hier in erheblich erweiterter Bedeutung benutzte. Wobei in Erinnerung behalten werden sollte, daß diese Worte niedergeschrieben wurden lange vor der Entdeckung der molekularen Struktur unserer Erbsubstanz und der sich darauf aufbauenden Erkenntnisse:
We are surrounded by a culture it has taken centuries to create. (…) From the spirit of Christ, from the mind of science, from the bodily inheritance of farmers and pioneers, from such elements, western man has achieved a balance unequalled by any civilization in the past.
Lindbergh will es seinen Lesern wirklich eindringlich klar machen, was übersetzt heißt:
Wir sind umgeben von einer Kultur, für die es Jahrhunderte brauchte, um geschaffen zu werden. (…) Aus dem Geist von Christus, aus dem Denken der Wissenschaft, aus dem körperlichem Erbe von Bauern und Pionieren, aus solchen Elementen hat der westliche Mensch ein Gleichgewicht erreicht, das unerreicht ist von jeder anderen Zivilisation der Vergangenheit.

Charles Lindbergh macht nicht viele Worte. Seine Schrift umfaßt in der englischsprachigen Ausgabe nur 56 großbedruckte Seiten. Dennoch bringt er in Worten wie den eben zitierten den ganzen Stolz seiner Gegenwart, den ganzen Stolz unserer Kultur vor der Weltgeschichte zum Ausdruck. Es wird deutlich, wie viel Gewicht in jedem einzelnen seiner Worte liegt. Um so mehr muß man deshalb auch jeden einzelnen Satz auf sich wirken lassen.

Er argumentiert vor dem Hintergrund nicht nur einer mindestens dreitausendjährigen europäischen Kulturgeschichte, sondern - mehr noch - vor dem Hintergrund des Wissens um jene Jahrtausende langen genetischen Selektionsvorgänge, die erst jenen Menschenschlag hervorbrachten, der dann wiederum unsere Kultur hervor bringen konnte, einen Menschenschlag, auf den Lindbergh - offensichtlich - stolz ist.

Wie muß eine Philosophie beschaffen sein, um den wissenschaftlichen Materialismus in Schach zu halten?

Und schon nach diesem nur sehr kurzen Rückblick in die Vergangenheit blickt er in die Zukunft:

To survive, we must keep this balance. To progress, wie must improve it. Science is upsetting it with an overemphasis of mind and a neglect of spirit and body.
Also:
Um nun zu überleben, müssen wir uns in diesem Gleichgewicht halten. Um voranzuschreiten, müssen wir dieses Gleichgewicht weiter entwickeln. Die Wissenschaft zerstört dieses Gleichgewicht durch eine Überbetonung des Denkens und eine Verneinung der Spiritualität und der Körperlichkeit.
Er schreibt:
We are becoming the slaves of science, slaves of its war-machines, its mines, its factories, its offices and balance-sheets, its bureaucracy and regulations. Living in rented apartments, jamming roads and subways, punching time-clocks, sitting paunchily (dt.: dickwanstig) at desks, cramming the minds of his children with technical knowledge (…) modern man sacrifices health of body and freedom to the scientific idol of his time. Onto its altar go the smell of earth, the feel of weather, sound of wind and cricket (Wildtiere), vision of fields and rivers, warmth of friendship, understanding of children, even the contemplation of God; all these are given over to a metallic, intellectual existence. (…) Scientific man has enthroned knowledge as his idol, and turned his back on God. He has begun a ceremonial dance to which there is no end.
Übersetzt:
Wir werden zu Sklaven der Wissenschaft, zu Sklaven ihrer Kriegsmaschinen, ihrer Bomben, ihrer Fabriken, ihrer Büros und Buchhaltungs-Tabellen, ihrer Bürokratie und ihrer Regulierungen. Wir leben in gemieteten Wohnungen, pfropfen Straßen und Untergrundbahnen voll, drücken auf Stoppuhren, sitzen dickwanstig an Schreibtischen, verstopfen die Köpfe unserer Kinder mit technischen Details. (...) Der Mensch der Moderne opfert die Gesundheit seines Körpers und die Freiheit dem wissenschaftlichen Popanz seiner Zeit. Auf dem Altar liegen der Geruch der Erde, das Fühlen des Wetters, das Geraune des Windes und der Wildtiere, der Anblick der Felder und Flüsse, die Wärme der Freundschaft, das Verständnis der Kinder, sogar das Erleben Gottes; all das opfern wir einer metallischen, intellektuellen Existenz. (...) Der wissenschaftliche Mensch hat als sein Idol das Wissen gesetzt, er hat dem Göttlichen den Rücken gekehrt. Er hat einen kultischen Tanz begonnen, bei dem kein Ende vorgesehen ist.
Er sagt dann, daß die Wissenschaft durch eine größere moralische Kraft kontrolliert werden muß („... unless science is controlled by a greater moral force”):
We must control it by a philosophy reaching beyond materialism, a philosophy rooted in the character of man and nourished by the eternal truths of God. A philosophy, like human life itself, cannot be imprisoned in a formula of words. It too must be living, growing, changing.
Übesetzt:
Wir müssen die Wissenschaft durch eine Philosophie kontrollieren, die den Materialismus überwindet, eine Philosophie, die die Natur des Menschen berücksichtigt und die genährt wird durch die ewigen Wahrheiten über das Göttliche. Ebenso wie das menschliche Leben darf auch eine Philosophie nicht in die Kerkermauern der Worte gefangen gesetzt werden. Sie muß ebenso leben, sie muß mitwachsen, sich muß sich ändern.
Lindbergh weiter:
It must combine the logic of the mind with the wisdom of the heart and merge both with the spirit's intuition. It must be strong enough to make science the servant of man, not his master. (…) It must hold the respect and warrant the cooperation of every people. Upon its truths, we must build a faith that can withstand the materialism of these times.
Also:
Eine solche Philosophie sollte die Logik des Verstandes und die Weisheit des Herzens miteinander verbinden und sie sollte beide verschmelzen mit dem intuitiven Erleben des menschlichen Geistes. Sie sollte stark genug sein, die Wissenschaft zur Dienerin des Menschen zu machen, nicht zum Tyrannen des Menschen. (…) Sie sollte sich Respekt verschaffen können und jedes Volkes Zusammenhalt gewährleisten. Auf ihren Wahrheiten sollten wir einen Glauben errichten, der dem Materialismus unserer Zeit Widerstand leistet.
Lindbergh weiter:
How can such a philosophy be created, be transformed into action? (…) The answer lies in that quality with which man only, of all earthly life, is gifted. In each man ist a spark (Funke) able to kindle new fires of human progress, new light for the human spirit. This ember (Glut) may lie dormant through centuries of darkness or it may be fanned to flames by the winds of a crisis, sweeping over the earth, bringing others to life with its light and warmth. When enough of these fires are burning, they create a new dawn of spiritual understanding; the flame of a great people is formed. (…) It is from man, the individual, not from governments or churches that these sparks must come. They precede the flame of civilization, the light of religion, and they must be forever rekindled. (…)
We must search our own souls. If we truely believe in values above material things, all that is material must, sooner or later, adapt itself to them – our customs, our marriages, our laws, our taxes, our methods of thinking an living, our relationships with others, even the outcome of our wars.
Also:
Wie kann eine solche Philosophie erschaffen werden, wie umgesetzt werden ins Handeln? (…) Die Antwort liegt in jener Eigenschaft, die unter allen Lebewesen der Erde allein dem Menschen verliehen ist. In jedem Menschen glimmt ein Funke, der ein neues Feuer des menschlichen Fortschritts entzünden kann, ein neues Licht des menschlichen Geistes. Diese Glut mag ruhen durch Jahrhunderte der Dunkelheit oder sie mag zu Flammen entzündet werden durch den Wind einer Krise, mag sich über die Erde ausbreiten, mag andere mit ihrem Licht und ihrer Wärme lebendiger machen. Wenn genügende dieser Feuer brennen, werden sie die Morgenröte eines neuen religiösen Verstehens mit sich bringen; die Flamme eines großen Volkes ist dann empor gewachsen. (…) Diese Funken sollten vom individuellen Menschen selbst ausgehen, nicht von Regierungen, nicht von Kirchen. Diese Funken gehen der Flamme der Zivilisation voran, dem Licht der Religion und es ist notwendig, sie immer wieder neu zu entzünden. (…)
Es ist notwendig, unsere eigenen Seelen zu finden. Wenn wir wirklich an Werte glauben, die über materielle Dinge hinausgehen, dann sollte alles, was materiell ist, früher oder später sich selbst an diese Werte anpassen - unsere Gewohnheiten, unsere Ehen, unsere Gesetze, unsere Steuern, unsere Methoden des Denkens und Lebens, unsere Beziehungen mit anderen, sogar der Ausgang unserer Kriege.
Was für edle und anspruchsvolle Ziele hier formuliert werden. Lindbergh wußte darum. Er wußte, daß er seinen Mitmenschen hier ein Ziel zeigte, zu dessen Erreichung - oft - weite Wege notwendig wären. Und womöglich auch deshalb kommt er dann zunächst auf sich selbst zu sprechen, auf seine eigenen Irrtümer und auf seinen eigenen Weg der „Umkehr“7:
Ich bin als ein Schüler der Wissenschaft aufgewachsen. Ich kenne ihre Faszination. Ich fühlte die gottgleiche Macht, die dem Menschen durch die Wissenschaft verliehen ist, die Kraft von tausend Pferden unter den Fingerspitzen, die Eroberung des Raumes durch merkurische Geschwindigkeiten, die unsterbliche Perspektive der höheren Sphären/Luftschichten. (…) In meiner Jugend war mir die Wissenschaft wichtiger als der Mensch, wichtiger als Gott. (…) Die allgegenwärtigen Wahrheiten Gottes waren durch Dogma und Tradition verschleiert. Die Wissenschaft allein war greifbar und klar. (…) Wie die meisten jungen Menschen betete ich die Wissenschaft an. Ich war beeindruckt von ihrem Wissen. Ihre Fortschritte gingen über die wildesten Träume des Menschen hinaus. (…) Im Erlernen derselben schien der Schlüssel zu liegen für alle Mysterien des Lebens.
Um das "Mysterium des Lebens" also war es ihm womöglich gerade auch in der Zusammenarbeit mit Alexis Carrel gegangen. Mit ihm zusammen hatte er die Wissenschaft angebetet. Ob Lindbergh die weiteren Gedanken auch schon mit Carrel erörtert hatte? Er schreibt weiter:
Ich habe viele Jahre gebraucht, um zu erkennen, daß die Wissenschaft mit all ihrem Glanz nur eine mittlere Zone der Schöpfung erhellt, die mit ihrem Anfang und ihrem Ende an die Ewigkeit grenzt. (...) 
Ich habe gesehen, daß die Wissenschaft, die ich anbetete und die Luftfahrt, die ich liebte, die Kultur zerstörte, der sie, wie ich erwartet hatte, dienen sollte. (…) Wie kann jemand für das Idol der Wissenschaft arbeiten, wenn sie das Opfern von Städten voller Kinder fordert, wenn sie aus Menschen Roboter macht und wenn sie ihre Augen blind macht für das Göttliche?
Womöglich hatte er Sorge, daß auch die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Alexis Carrel den Menschen zu Robotern machen könnte. Er schreibt:
When we worship God and live by His spiritual values, the knowledge and infinite complexity of science are channeled by a wisdom beyond human capability. Then, instead of making us the slaves of its industries, science sharpens the higher senses by removing the drudgery (Plackerei) from life. Then, instead of smothering (ersticken) religion with its masses of data and logic, it intensifies religious truth by cleansing it of ignorance and superstition. (…) Then the tempo of life adjusts itself to the tempo of the spirit, and to the development of intellect is added the boundless freedom of the soul.
Übersetzt:
Wenn wir Gott verehren und im Sinne Seiner spirituellen Werte leben, dann wird das Wissen und die unendliche Komplexität der Wissenschaft geleitet durch eine Weisheit jenseits des menschlichen Vermögens. Dann wird die Wissenschaft anstatt uns zu Sklaven der Industrie zu machen, die höheren Seelenfähigkeiten schärfen, in dem sie vom Leben die Mühsahl nimmt. Dann wird sie - anstatt die Religion mit den Unmengen ihrer Daten und ihrer Logik zu ersticken - die religiösen Wahrheiten intensivieren, indem sie sie von Unwissenheit und Aberglauben reinigt. (…) Dann wird sich das Tempo des Lebens an die Geschwindigkeit des seelischen Lebens anpassen. Und die Entwicklung des Wissens wird ergänzt durch die endlose Freiheit der Seele.
Es steht ja außer Frage, daß sich Lindbergh auch über solche Themen - beispielsweise - mit seinen drei deutschen Frauen unterhalten hat. Schließlich war eine der dreien ja die Übersetzerin seiner Schriften ins Deutsche. Auch das wird man also berücksichtigen dürfen, wenn man diese drei Ehen betrachtet. Lindbergh schreibt:
Der Mensch, der im Irdischen endgültige Ziele anstrebt, (…) erkennt, daß diese sich wie der irdische Horizont ständig weiter zurückziehen, ohne daß er jemals erreicht wird. (…)
Das ist womöglich auch leicht und direkt auf seine gemeinsamen Forschungen mit Carrel zu beziehen. Er schreibt weiter:
So entdecken wir, daß die Ziele von gestern nichts anderes sind als die Ausgangspunkte von heute. Unserer Väter „Krieg zur Beendigung aller Kriege“ brachte unserer Generation einen neuen Krieg. Wir wiederum haben Hitler-Deutschland besiegt nur, um erkennen zu müssen, daß ein Krieg mit Sowjetrußland unseren Horizont verdüstert.
Im selben Jahr hat George Orwell ganz genauso gedacht als er "1984" schrieb. Lindbergh sagt weiter, wir müssen nach dem Weg der Seele ebenso suchen, wie wir nach den Entdeckungen der Wissenschaft gesucht haben. Und ergänzt:
We must consider the problems that face us until the desire for their solution takes on the strength of a prayer.
Also:
Wir müssen über die Probleme, mit denen wir es zu tun haben, so lange nachdenken, bis der Wunsch nach ihrer Lösung die Kraft eines Gebetes annimmt.
Auch hier sei ergänzt: Wer solche Dinge schreibt, geht Ehen anders ein als ein seelenloser Materialist. Lindbergh sagt8:
Es ist notwendig, aus den Predigten von Jesus zu lernen, aus der Weisheit des Laotse, aus den Lehren Buddhas. In diesen, in der Bibel der Hebräer, in der Philosophie Griechenlands, in den indischen Veden und in den Schriften der Heiligen und Mystiker besitzen wir einen Schatz der großen religiösen Wahrheiten, die der Mensch durch die Jahrtausende in Augenblicken höchster Erleuchtung gefunden hat.
Unsere Aufgabe ist es, diese Wahrheiten zu verstehen, sie von den Dogmen zu trennen, die sie umgeben, und sie auf unser modernes Leben anzuwenden. Es ist notwendig, Kraft zu ziehen aus den vergessenen Tugenden der Einfachheit, der Bescheidenheit, der Kontemplation und des Gebets.

Sieht man sich das Buch „Triumph des Unsterblichkeitwillens“ von Mathilde Ludendorff an, so beginnt auch dieses Buch mit einer Kritik der rein materialistischen Deutung der Ursachen der Evolution durch den wissenschaftlichen Materialismus des Charles Darwin. Man hat das Gefühl, daß Lindbergh nicht nur aufgrund dieses Umstandes in dieser Philosophie sehr viel von dem gefunden hätte, was er in dieser Schrift von 1948 suchte. Beide - Mathilde Ludendorff und Charles Lindbergh - suchten auf ähnlichen Wegen und mit ähnlichen Ergebnissen, um die Gefahren im Zeitalter des wissenschaftlichen Materialismus zu bannen. Und so ist die Begeisterung des Autors Wilhelm Knake schon über die wenigen von ihm angeführten Worte Charles Lindbergh's nachvollziehbar. Bei vollständiger Kenntnis der Schrift, aus der er zitierte und des Lebens dessen, der sie herausbrachte, ist sie noch viel deutlicher nachvollziehbar. An späterer Stelle kommt Knake auf diese Schrift zurück:

Klar liegt der einzige Rettungsweg, von dem auch der Flieger Charles Lindbergh gesprochen hat, vor den Augen all derer, die das Schöpfungswunder aus den philosophischen Werken Mathilde Ludendorffs in sich aufgenommen haben.

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1Knake, Wilhelm: Die Verantwortung der heutigen Wissenschaft. In: Der Quell, Folge 12, 23.6.1955, S. 554-560
2Bading, Ingo: Wilhelm Knake - Ein Autodidakt als naturwissenschaftlicher Autor. Ein Autor naturwissenschaftlicher Aufsätze der Jahre 1955 bis 1961 in der Zeitschrift "Quell". Auf: Studiengruppe Naturalismus, 18. September 2015, http://studiengruppe.blogspot.de/2015/09/wilhelm-knake-ein-autodidakt-als.html
3Lindbergh, Charles A.: Vom Fliegen und vom Leben. Holle-Verlag, Darmstadt 1952 (80 S.) (OA: Of Flight and Life, 1948)
4.....
5Lindbergh, Charles A.: Of Flight and Life. Charles Scribner's Sons, New York 1948, S. 25
6
7Original: “I grew up as a disciple of science. I know its fascination. I have felt the godlike power man derives from his machines – the strength of a thousand horses at one's fingertips; the conquest of distance through mercurial speed; the immortal viewpoint of the higher air. (…) To me in youth, science was more important than either man or God.”

8Original: „We must learn from the sermons of Christ, the wisdom of Laotzu, the teaching of Buddha. In these, in the Bible of the Hebrews, in the philosophy of Greece, in the Indian Vedas, in the writings of saints and mystics, we have a record of the great religious and moral truths discovered by man throughout the ages at his moments of highest inspiration. Our mission ist to understand this truths, to separate them from the dogma which surrounds them, and to apply them to our way of modern life. We must draw strength from the forgotten virtues of simplicity, humility, contemplation, prayer.”

Unternahm Charles Lindbergh "symbolische Flüge" im Auftrag des CIA?

Soweit unsere bisherigen Veröffentlichungen und Abhandlungen über Charles Lindbergh. Soweit eine jüngste Internetrecherche erkennen läßt, sind vorerst keine weiteren grundlegenden Neuerkenntnisse über das Leben von Charles Lindbergh bekannt geworden oder zu erwarten, zumindest nicht so grundlegende wie jene, die schon in den eingangs genannten früheren Blogartikeln referiert worden sind. In einer Filmdokumentation des Jahres 2006 kann man auch Filmaufnahmen von Charles Lindbergh aus seinen Altersjahren sehen (21)(im Teil 3). 2010 wurde eine Auswertung der Briefe von Charles Lindbergh an Brigitte Hesshaimer veröffentlicht (12). Insbesondere sind aber in den letzten Jahren mehrere Film- und Radio-Dokumentationen zugänglich geworden (13-17, 21), in denen nicht nur die neueren Biographen von Charles Lindbergh persönlich zu Wort kommen und zu sehen sind (Schröck, Friedman), sondern - kurzzeitig - auch einige seiner deutschen Kinder (21). Und in ihnen kann man insbesondere den jungen Charles Lindberg auch im bewegten Bild sehen, wobei - wie oben schon gesagt - sein ruhiger, stolzer Blick auffällt. (Der Tonfall all dieser neueren Dokumentationen muß einem nicht durchgängig stimmig erscheinen - aber das ist man ja heutzutage eh gewohnt, zumal gegenüber Menschen, die nicht dazu neigen, sich stromlinienförmig zu verhalten.)

Charles Lindbergh ist schon im Jahr 1926 Freimaurer geworden. Daß sein Nachdenken, Schreiben und Handeln allerdings davon stärker beeinflußt worden wäre, daß sich in all diesem etwa irgendwo deutlichere Elemente irgendeiner "Freimaurer-Ideologie" finden würden, das ist bislang nirgendwo zu erkennen. Dazu war Lindbergh ein viel zu selbständiger Charakter. Seine politische Gegnerschaft gegen den Kriegseintritt der USA zwischen 1939 und 1941 spricht ja genau die gegenteilige Sprache. Neuerdings machen wir uns aber mehr bewußt als vielleicht zuvor, daß ja vermutet wird, daß Charles Lindbergh nach 1945 weltweit für den US-amerikanischen Geheimdienst, den CIA, gearbeitet habe (16) (Aussage von Herbert Schröck in 18'41):

Überall, wo es Weltkrisen gab - ob in Persien, ob in Südostasien, Vietnam - überall war Lindbergh vorher anwesend. Deswegen bin ich mir sicher, daß er sehr eng mit der CIA verbandelt war.

Doch auch diesbezüglich muß man nicht anfangen, in Lindbergh einen besonders "tief" Eingeweihten finden zu wollen. Sollte er wirklich im Dienste der damaligen verbrecherischen, kriegstreiberischen Ziele des CIA gearbeitet haben, kann das höchstens darauf beruhen, daß ihm in diesen Zeiten noch nicht in vollem Umfang klar war, für welche Ziele und Methoden letztlich die Arbeit des CIA steht. Wir wollten diesen Hinweis jedenfalls nicht verschweigen. Ein "geschöntes" Bild von Lindbergh, das nicht auf vollständiger Wahrheit beruht, liegt bestimmt nicht in unserem Interesse. Warum er also all diese Reisen in Krisengebiete unternahm, oft, bevor sie zu Krisengebieten wurden, muß einstweilen als ungeklärt erachtet werden. Vielleicht wurde Lindbergh mit dem subjektiven Gefühl dort hingeschickt, er könne durch seine Beratung dort "Schlimmeres" verhüten. Geheimdienste arbeiten ja gerne mit dem sogenannten "Wissensgefälle" zwischen den Vorgesetzten und den Ausführern von Arbeitsaufträgen.

[Ergänzung 6.11.17] Übrigens war Lindbergh ja in genau diesem Sinne auch schon 1938 und 1939 nach Deutschland geschickt worden. Womöglich hat er - so kommt einem der Gedanke - bei all diesen seinen Reisen - sich selbst unbewußt - "symbolische Reisen" unternommen im Sinne seiner okkultverblödeten Vorgesetzten innerhalb des CIA. In privaten Zuschriften wurde uns etwa einmal geschrieben, daß auch die Landung des Mathias Rust 1987 auf dem Roten Platz in Moskau (Wiki) in einem solchen Zusammenhang gesehen werden könne und müsse, auch wenn sich Rust selbst dieses Zusammenhanges gar nicht bewußt wäre. Die Freimaurerei hat auch bei der Einweihung des Völkerschlachtdenkmales von Leipzig viele uneingeweihte Menschen symbolische Handlungen begehen lassen, ohne daß diese Menschen wußten, daß es sich dabei um symbolische Handlungen im Sinne der Freimaurerei handelte. Und noch heute erklären okkultverblödete Freimaurer ihren Lesern dann im Brustton der Überzeugung, daß dieser Umstand den symbolischen Wert der Handlung an sich nicht schmälere (siehe andere Beiträge hier auf dem Blog).

Immer wieder wird gemunkelt, daß das Luftschiff Hindenburg und sein Verbrennen in solche symbolischen Handlungen eingeordnet werden könnte. Und so vielleicht auch noch viele Luftfahrt-Missionen, die gar nichts mit Lindbergh zu tun hatten. Von viel okkult-symbolischer Bedeutung wird auch hinsichtlich der Raktenforschung geraunt (GA-j! 10/2016). [Ergänzung Ende.]

Lindbergh's Kinder und Enkel

In einem Video auf Youtube (14) erzählt Reeve Lindbergh, die jüngste amerikanische Tochter Lindberg's, 2008 wie sie ihre neuen deutschen Verwandten wenige Jahre zuvor auf einer Europareise nacheinander kennen gelernt hat. Und man spürt ihre - "gemischten" - Gefühle dabei sehr gut durch. Auch spricht sie davon, daß nicht alle der drei deutschen Frauen von Lindbergh begeistert waren darüber, daß seine drei deutschen Familien öffentlich bekannt wurden, ja, daß sich eine derselben wirklich geschämt habe deshalb.

Wir entdecken außerdem, daß in der Folge 14 vom 15. September 1996 auf S. 24 der "Siebenbürgischen Zeitung" sich offenbar die Todesanzeige - womöglich - für eine Schwägerin von zwei der deutschen Frauen von Charles Lindbergh findet, also der beiden Hesshaimer-Schwestern, die ja aus der deutschen Volksgruppe in Siebenbürgen stammten. Es ist da angeführt:

Edith Copony verwitwete Hesshaimer, geborene Clompe * am (...) in Kronstadt/Siebenbürgen + (...) in Bad Heilbrunn.
In Liebe und Dankbarkeit:
  • Edith von Stein-Lausnitz, geb. Hesshaimer 
  • Verena Gräfin von Moy, geb. von Stein-Lausnitz und Guy Graf von Moy mit Theresa, Assunta, Yvonne und Clemens 
  • Alexander von Stein-Lausnitz
  • Albert von Stein-Lausnitz
  • Marietta Hesshaimer, Vago Hesshaimer, Christoph Hesshaimer
  • Brigitte Hesshaimer, Dirk Hesshaimer, Astrid Lemoine, geb. Hesshaimer mit Isabelle und Charles-Eduard, David Hesshaimer, 
  • Adolf Hesshaimer und Daga Hesshaimer, geb. Folberth 
  • Margrit Drotleff, geb. Hesshaimer und Hans-Gert Drotleff mit Isabelle, Van ....

Es sind die beiden Hesshaimer-Schwestern Marietta und Brigitte angeführt, mit denen Lindbergh seine Familien gegründet hatte und es sind die jeweiligen gemeinsamen Kinder angeführt. Von diesen starb schon 2015 Dyrk Hessheimer (Süddt. Ztg.). Er hinterließ keine Kinder.

Insgesamt bleibt weiterhin der Eindruck vorherrschend, daß weder die deutsche noch die US-amerikanische "veröffentlichte" Meinung dem Leben und Denken von Charles Lindbergh volle Gerechtigkeit wiederfahren lassen können oder wollen. Das schmälert die eigentliche, innere Bedeutung des Lebens von Charles Lindbergh aber in keiner Weise.

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*) Eine deutsche Philosophin, deren philosophische Fragen und Antworten den philosophischen Fragen und Antworten von Charles Lindbergh am nächsten kommen - Mathilde Ludendorff (1877-1966) benannte diesen ihr wesentlichen und wertvollen menschlichen Stolz mit dem Begriff "Gottesstolz" (20).

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  1. Bading, Ingo: Charles Lindbergh ist souverän gestorben. Auf: Studium generale, 31.5.2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/05/charles-lindbergh-ist-souvern-gestorben.html
  2. Bading, Ingo: Ein dritter Weg zwischen Atheismus und Monotheismus?. Auf: Studium generale, 2.6.2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/06/ein-dritter-weg-zwischen-atheismus-und.html
  3. Bading, Ingo: Ein "absolut einzigartig" Liebender - Charles Lindbergh. Auf: Studium generale, 9.6.2007, http://studgendeutsch.blogspot.de/2007/06/ein-absolut-einzigartig-liebender.html
  4. Bading, Ingo: Charles Lindebergh - Hätten die USA 1941 seiner Politik folgen sollen?. Auf: Studium generale, 11.6.2007, http://studgendeutsch.blogspot.de/2007/06/charles-lindebergh-htten-die-usa-1941.html
  5. Bading, Ingo: "Der Tod ist gleich hier, neben dir." - Aus dem Leben des Flugpioniers Charles Lindbergh. Auf: Studium generale, 24.6.2007, http://studgendeutsch.blogspot.de/2007/06/der-tod-ist-gleich-hier-neben-dir-aus.html
  6. Bading, Ingo: Charles Lindbergh's berühmteste Rede in De Moines am 11. September 1941 - Originalaufnahme. Auf: Studium generale, 10.7.2007, http://studgendeutsch.blogspot.de/2007/07/charles-lindbergh-berhmteste-rede-in-de.html
  7. Bading, Ingo: "Ein Flieger war ich und schlürfte den Wein der Götter" Charles Lindbergh - Warum müssen Menschen sterben? Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 10. November 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/11/ein-flieger-war-ich-und-ich-schlurfte.html
  8. Bading, Ingo: Erörterungen rund um naturwissenschaftliche Fragen in der Ludendorff-Bewegung 1941 bis 1961. Unveröffentlichtes Buchmanuskript, 147 Seiten, erarbeitet 2015
  9. Berg, A. Scott: Charles Lindbergh - Ein Idol des 20. Jahrhunderts. 1999 (engl. Original: Lindbergh. G.P. Putnam's Sons, New York 1998)
  10. Schröck, Rudolf: Das Doppelleben des Charles A. Lindbergh. Der berühmteste Flugpionier aller Zeiten; seine wahre Geschichte. Heyne, München 2005
  11. Friedman, David M.: The Immortalists. Charles Lindbergh, Dr. Alexis Carrel, and Their Quest to Live Forever. HarperCollins Publishers, New York 2007
  12. Kröncke, Gerd: Charles Lindbergh - Der Amerikaner und die Hutmacherin. Süddeutsche Zeitung, 11. Mai 2010, http://www.sueddeutsche.de/panorama/charles-lindbergh-der-amerikaner-und-die-hutmacherin-1.661513http://www.sueddeutsche.de/panorama/charles-lindbergh-so-einsam-war-der-adler-nicht-1.668436
  13. Danuta Harrich-Zandberg (Drehbuch und Produktion), Harrich, Walter (Regisseur): Charles Lindbergh. The True Story. DIWA Film GmbH, 2005 (mit A. Scott Berg, Astrid Bouteuil, David Hesshaimer, Dyrk Hesshaimer) [nicht auf Youtube]
  14. Costelle, Daniel; Clarke, Isabelle: Charles Lindbergh in Color. 2007, https://www.youtube.com/watch?v=RyqL6IUr0DA
  15. Lindbergh, Reeve: Reflects on her Father, Charles Lindbergh. Mai 2008, https://www.youtube.com/watch?v=nK1C1rb_4EM
  16. Nolan, Clare: Secret Lives of Charles Lindbergh. National Geographic Television, USA 2009. Deutsch: Das Doppelleben des Charles Lindbergh. [Reihe: Geheimnisse der Geschichte], Dokumentation, 45 Minuten, zdf info 2011, https://www.youtube.com/watch?v=6Q_Tc07zLUQ oder hier https://www.youtube.com/watch?v=yXu9Zbk3cSM oder https://www.youtube.com/watch?v=oitcrqFpD_A
  17. Becker, Herbert: Charles Lindbergh - Nationalheld mit Doppelleben. Radio Wissen, Bayerischer Rundfunk/ARD, 15.05.2017 (22 Min.), http://www.ardmediathek.de/radio/radioWissen/Charles-Lindbergh-Nationalheld-mit-Dop/Bayern-2/Audio-Podcast?bcastId=5945518&documentId=42833898http://www.br.de/themen/wissen/lindbergh-charles-flugzeug-100.html
  18. Lindberg, Charles: Neutrality and War. (Speaks on a United European Race.) Radioansprache vom 13. Oktober 1939, https://www.youtube.com/watch?v=sAlCDMp-Y3c
  19. Lindbergh, Charles: Pleads for independence. Anfang 1940, https://www.youtube.com/watch?v=5IIq-NYItYMhttps://www.youtube.com/watch?v=CZTAWKv4VWY
  20. Bading, Ingo: Zur Evolution des menschlichen Verantwortungsbewußtseins - Eine Mitschrift von Vorträgen Gerold Adams aus dem Jahr 1993. Die Deutsche Volkshochschule, 11. Mai 2017, http://fuerkultur.blogspot.de/2017/05/zur-evolution-des-menschlichen.html
  21. Charles Lindbergh Declassifield. USA 2006 (ImdD) Zugänglich auf Spanisch. Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=WO9CAQpbLDE, Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=df6so_frU8k, Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=19bUnWVck78

Samstag, 11. Juli 2015

Atheistische Gottesdienste ohne Gott

Die neuen "Sonntagsversammlungen" ("Sunday Assemblies") der Atheisten

Die Sonntagsversammlungen der Atheisten machen von sich Reden (Wiki, ARD, Berliner Sunday Assembly, Facebook, Twitter). In jeder großen Tages- und Wochenzeitung und in jedem größeren Sender hat es darüber schon Berichte gegeben, worüber man sich im Internet leicht einen Überblick verschaffen kann. 

Abb.: Auch auf Betterplace.org
Und meist kommt nun Befürworten wie skeptisch Beobachtenden als erstes der Gedanke in den Kopf, hier würde der sonntägliche Gottesdienst der Kirchen mehr oder weniger bewusst nachgeahmt. "Gottesdienst ohne Gott".

Aber so kann eigentlich nur jemand argumentieren, der den Blick noch immer nicht über den "christlich-abendländischen" Tellerrand geworfen hat. Wie die Ausgrabungen in Mitteleuropa und weltweit ständig aufs Neue ergeben, haben sich menschliche Gemeinschaften schon spätestens seit dem Beginn der Sesshaftigkeit (in Mitteleuropa um 5.800 v. Ztr.) in Gemeinschaften zusammen gefunden, um Gemeinschaft zu erleben, um Jahresfeste im Sonnenlauf zu feiern, um sich auf das Wesentliche in ihrem Leben zu besinnen, um sich und das Leben zu feiern, um über das Universum zu staunen, es zu erforschen, um zu singen und zu tanzen oder auch um der Toten zu gedenken. 

Dass auf all das nun ausgerechnet die christlichen Kirchen einen Monopolanspruch haben sollen, mutet schon reichlich abstrus und kurzsichtig an. Es zeigt einmal wieder so ein bisschen, wie verquer und geschichtsvergessen weithin unser Denken heute ist, bzw. geworden ist. Die Christen haben doch in den Jahrhunderten, in denen sich ihr Glaube in Europa ausbreitete, selbst überall vor Ort an die einheimischen Traditionen angepasst, einheimische heilige Orte in christliche heilige Orte umgewidmet (oder auch in verrufene, teuflische), einheimische heilige Tage in christliche umgedeutet. Warum soll nicht Christliches, ursprünglich Heidnisches erneut umgedeutet werden, um angemessen zu sein heutigen Zeiten und Zeitempfinden?

Unsere Wochentage sind keine christlichen

Man nehme doch nur den deutschen Begriff "Sonntag". Ist das etwa ein ausgesprochen christlicher Wochentagsname? Seit wann spielt die Sonne im Christentum eine so herausragende Bedeutung, dass nach ihr ein Wochentag benannt werden würde? Nein, unsere heutigen Wochentage stammen entweder aus dem antik-griechisch-römischen oder aus heidnisch-germanischen Lebenswelt. Und man nehme doch nur auch all die anderen Wochentage. Sie deuten - im Englischen oft noch deutlicher als im Deutschen - alle auf heidnische Ursprünge zurück: der Mond-Tag, der Tius-Tag (die Germanen verehrten den indogermanischen höchsten Gott Tius, der dem griechischen Zeus entspricht), der Wotans-Tag, der Donnars-Tag, der Freias-Tag - alle benannt nach heidnischen germanischen Göttern und Göttinnen. Schon Kaiser Karl der Große hatte übrigens auch die zu seiner Zeit (um 800 n. Ztr.) noch gut bekannten germanischen Monatsnamen sammeln lassen (Hartung, Hornung, Lenzig, Wonnemond, ...). Und so könnte vieles auf dieser Linie weiter gesagt werden.

"Atheistische Sonntagsversammlungen" sind somit nur eine Besinnung auf die 7.800 Jahre alte europäische Jahresfeier- und Gemeinschaftskultur. Und sie sind eine Weiterführung derselben. "Spiritueller Atheismus" wird das dann auch gerne genannt. Denn jedes Kind muss ja einen Namen haben. Dieser Blog hat auch langsam das Gefühl, dass sich "Atheismus" heute besser, zugkräftiger verkauft, als jede andere Form von "Nichtchristlichkeit". Das kommt, weil über andere Formen von Nichtchristlichkeit noch weniger in den großen Medien gesprochen wird als über Atheismus. Also sollte man sich womöglich auch bald einen ... "spirituellen Atheisten" nennen!

Nachdem ich hier in Berlin vor drei Jahren mit meiner damals 2-jährigen Tochter ein Eltern-Kind-Cafe suchte und nur ein solches ganz unkompliziertes in der Evangelischen Gemeinde gleich um die Ecke fand, sagte ich mir, dass es so etwas doch auch für Kirchenfreie geben müsste. Und so fragte ich beim Humanistischen Verband meines Stadtteiles nach. Dort aber war man auf diese Idee noch gar nicht gekommen!

Die Suche nach einer Gemeinschafts- und Feierkultur jenseits der christlichen Lebenswelten ist in den mitteleuropäischen Lebensreformbewegungen am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr intensiv betrieben worden. Die alte Volkslied- und Volkstanzkultur Mitteleuropas wurde wiederbelebt. Im legendären Liederbuch des Wandervogels, im "Zupfgeigenhansel", waren sie alle versammelt, die so beseelten Lieder unserer Geschichte. Hans Breuer, ein junger Medizinstudent, der im Ersten Weltkrieg fiel, hatte sie gesammelt und herausgegeben: "Es waren zwei Königskinder", "Innsbruck, ich muss dich lassen" und so viele andere Lieder, zu denen dann die Liederdichter der ersten Jahrzehnte das 20. Jahrhunderts so viele neue hinzufügten.

Nachdem diese Bestrebungen und der damit verbundene Idealismus, die damit verbundenen Sehnsüchte im Jahr 1933 vom Nationalsozialismus "gehijackt" worden waren und in den weiteren Jahren pervertiert worden waren bis zur Unkenntlichkeit und nachdem als Gegenbewegung gegen diese pervertierten Bestrebungen die individualistische, amerikanische Jugendkultur der 1950er und 1960er Jahre gesetzt worden war, waren über die geschichtestürzenden Ereignisse des Zweiten Weltkrieges hinweg die oft so tief beseelten Aufbruchbewegungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts völlig an den Rand gedrängt, ja, vergessen worden.

Allen, die noch irgendwie daran hingen, wurde die Schnulzenkultur des Fernsehns geboten und wurden damit "zufriedengestellt" und auf Passivität umgepolt.

Ob jetzt eine aus uns selbst gestaltete Rückkehr gelingt? Ob wir noch ein "aus uns rollendes Rad" sind (wie Nietzsche dies nannte)? Die Ansätze jedenfalls klingen vielversprechend. Noch hört man keinen wirklich schiefen Ton hindurch. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Montag, 28. November 2011

Wie sieht die "Religion der Zukunft" aus?

Anhänger der christlichen "esoterischen Fantasy-Religion" machen "kritische Anmerkungen" über Anhänger heidnischer "esoterischer Fantasy-Religionen" ...

Die Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen (EZW) veranstaltet im Februar 2012 in Berlin eine viertätige "Studientagung", bzw. "Bibelwoche" "für Interessierte an Weltanschauungsfragen". Und zwar zum Thema: "Glaubenswut und Heidenspaß". Als Referentin wird eine Claudia Knepper genannt.Und dies sind die Themen und Fragen, die behandelt werden sollen:
Wird die Religion der Zukunft eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern?

Welche neuen "Religionsformen" spielen eine Rolle in unserer Gesellschaft bis hin zur rechten Szene?

Welche kritischen Anmerkungen können und müssen sich aus dem christliche Glauben geben?

Diesen Fragen wollen wir in Besuchen, Vorträgen und Diskussionen nachgehen.
Da stellen sich uns hier auf dem Blog einige Fragen: Der Begriff "Heidenspaß" ist in den letzten Jahren vor allem von der Giordano-Bruno-Stiftung benutzt worden ("Heidenspaß statt Höllenqualen"). In dieser besteht zwar eine Neigung, den evolutionär entstandenen genetischen und kulturellen Unterschieden zwischen den Kulturen und Völkern Rechnung zu tragen. Aber hier vertritt man, wenn überhaupt, dann bestenfalls eine philosophische (naturalistische) Religiosität im Sinne eines Giordano Bruno oder eines Ernst Haeckel. Und bestimmt gerade nicht "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern".

Worauf zielen diese Worte der EZW?

Warum soll "die Religion der Zukunft" ausgerechnet, ausgerechnet - - - "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern" sein? Sieht die "Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen" Trends, die auf eine solche Zukunft hindeuten? Und wenn ja, welche? Und wo? Zum Beispiel hier auf dem Blog hoffen wir ebenfalls sehr stark auf eine zukünftige Religiosität, die die Unterschiede der Kulturen und Völker voll in Rechnung stellt und zugleich mit ihnen human umzugehen weiß, unter anderem dadurch, daß sie all die globalisierenden Kriegshetzer, Völkermörder und Installierer ideologischer gesellschaftlicher Selbstmordprogramme bloßstellt und entlarvt. 

Aber eine solche Religiosität soll ja wohl bestimmt nicht "eine Mischung aus Fantasy, Germanenkulten und esoterischen Heilsbringern" sein. Gerade das ja nicht! Gerade dagegen schreiben wir ja seit über einem Jahr an.

Nun gut. Eine solche Mischung findet man - vielleicht! -  in solchen Kreisen und Verlagsprogrammen wie denen des "Kopp-Verlages". Zielt darauf die hier gewählte Thematik? Einer solchen Mischung sind natürlich haufenweise kritische Anmerkungen sehr dringlich. Und wir machen sie hier ständig. Aber kritische Anmerkungen ausgerechnet aus dem "christlichen Glauben" heraus? - ??? Der doch ebenso wie die von ihm kritisierten Religionen "Fantasy" und "esoterische Heilsbringer" bietet?

Von christlicher Seite ist so etwas immer ein sehr zweifelhaftes Anliegen. Nämlich wenn eine esoterische Sekte zu einer anderen esoterischen Sekte "kritische Anmerkungen" macht. Nur aus einem konsequent naturalistischen Weltbild heraus werden solche kritischen Anmerkungen glaubwürdig.

Montag, 23. August 2010

Charlotte Knobloch fordert Auseinandersetzung mit Mathilde Ludendorff

Verschiebungen auf dem geschichtspolitischen Feld
"Denkmal der Geschichte" n. d. Weim. Verf.(Art.150)

Nach dem Ersten Weltkrieg und in den 1920er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es kein Land und kein Volk auf der Erde, in dem es eine solche Vielfalt an weltanschaulichen, kulturellen, politischen und religiösen Bestrebungen sowohl "rechts" von der sogenannten "demokratischen Mitte", wie auch ganz unabhängig von solchen politischen Schemata gegeben hat, als: Deutschland und das deutsche Volk.

Auch viele der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler jener Zeit haben in der einen oder anderen Weise in Berührung oder Beziehung gestanden zu diesen vielfältigen Bestrebungen. Man könnte hier Thomas Mann nennen. Oder Hermann Hesse. Oder etwa den bedeutendsten deutschen Bevölkerungswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, den Sozialreformer Gerhard Mackenroth.

Über die Vielfalt und Verflochtenheit dieser Bestrebungen kann man sich informieren in Büchern wie "Bevor Hitler kam" (1964, 1975) oder "Die Konservative Revolution - Ein Handbuch" (1950, 4. erw. Auflage 1994, posthum 1999, 2005). Das erstere stammt von Dietrich Bronder, dem der SPD nahestehenden, langjährigen Vorsitzenden der Freireligiösen Gemeinden in den Deutschland nach 1945. Das zweite stammt von Armin Mohler, dem zeitweisen Sekretär von Ernst Jünger. Natürlich gibt es noch eine Fülle weiterer Bücher zu diesem Thema, auch jeweils aktuellere Literatur.

Es handelte sich um Bestrebungen, die sich vor und nach 1933 jeweils in sehr spezifischer Weise zustimmend oder ablehnend gegenüber dem damals polarisierenden Nationalsozialismus verhielten. Deshalb wurden viele dieser Richtungen in jüngerer Zeit auch recht treffend "Hitlers rechte Gegner" genannt. Es gehörte zu ihnen etwa der militärische Widerstand gegen den Nationalsozialismus und dessen Leichtfertigkeit, sich auf einen Krieg einzulassen. Er wurde weltgeschichtlich erst deutlich verspätet sichtbar im Stauffenberg-Attentat von 1944.


Wandervogel, Jugendbewegung und Avantgarde

Dietrich Bronder war Freireligiöser, Armin Mohler "Neuheide". Inzwischen sind die Vordenker der sich selbst so bezeichnenden "Neuen Rechten" weltanschaulich bewußtere oder weniger bewußte Christen geworden, kennzeichnen sich selbst bewußter als "katholisch" oder sind sogar im Umfeld der Jesuiten anzusiedeln (siehe: a, b, c). Darin wird der Hauptgrund zu suchen sein für die Reaktionslahmheit, die die heutige sogenannte deutsche "Rechte" rechts von der CDU der naturalistischen und humangenetischen Wende im Menschenbild entgegenbringt. Man hütet sich hier allseits sehr, in Berührung mit bewußter naturalistisch und damit zumeist antichristlichen "völkischen" Denktraditionen zu geraten.

Wer mit Abstand oder von "außen" die genannte Vielfalt der 1920er Jahre auf sich wirken läßt, kommt vielleicht zu dem Ergebnis, daß diese Bestrebungen Sinn machen in jenem Volk, das vielfach als das metaphysisch und kulturell begabteste der abendländischen Geistes- und Kulturgeschichte angesehen worden ist. In jenem Volk, das solche kulturellen Blütezeiten erlebte wie die Reformation, den deutschen "Sturm und Drang", die deutsche Klassik, den philosophischen deutschen Idealismus und die deutsche Romantik. Bekanntlich standen gerade auch um die Jahrhundertwende, also um 1900 bis in die 1920er Jahre viele Zweige der deutschen Geistes- und Naturwissenschaften international an erster oder doch zumindest zweiter Stelle, man denke etwa an die Atomphysik oder die Evolutionswissenschaften (Ernst Haeckel, August Weismann). Man denke an die naturwissenschaftliche Psychologie (Emil Kraepelin). Man denke an die Soziologie (Max Weber), man denke an die Archäologie (Heinrich Schliemann). Oder man denke an die Geschichtswissenschaft (Wilhelm Dilthey und viele andere).

In Bezug nun auf die typisch deutschen weltanschaulichen, politischen und kulturellen Bestrebungen der 1920er Jahre, denen in Form der Jugendbewegung auch deutsche Nobelpreisträger nahestanden (siehe etwa Werner Heisenberg "Der Teil und das Ganze"), hat es in den letzten Jahren einen fast unbemerkten "geschichtspolitischen" Wechsel gegeben, auf den in dem vorliegenden Beitrag hingewiesen werden soll. Ein Wechsel, den offenbar Menschen im Umkreis des "Zentralrats der Juden" in Deutschland wahrgenommen haben, und auf den sie reagieren.

Hindenburg, Beck, Ludendorff - Neubewertungen

Es sind nämlich eine ganze Menge von bis heute fortbestehenden geschichtspolitischen Mythen und Legenden in ausgesprochene wissenschaftliche Autorität aufweisenden Werken zweier deutscher Zeithistoriker als eben das nachgewiesen worden - auf neuer Quellenlage -, was sie sind, nämlich: Mythen und Legenden. Hierzu gehört zum ersten die geschichtspolitische Deutung der Integrationsfigur der deutschen demokratischen und antidemokratischen Rechten in den 1920er Jahren in Deutschland, nämlich des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg (gest. 2.8.1934). (siehe: 1, 12)

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts rechnete man ihm, obwohl er am Ende seiner Reichspräsidentenschaft Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte, an, daß er nach dem Sturz des deutschen Kaisers und der deutschen Monarchie im Jahr 1918 bis 1933 äußerlich loyal zur jungen deutschen parlamentarischen Demokratie gestanden hatte. Selbst die demokratische Mitte also hatte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gar kein Interesse daran, etwaige "Mythen" und "Legenden" rund um diesen Reichspräsidenten großartig zu "entzaubern". Genau dies aber ist mit einer neuen Biographie aus dem Jahr 2007 (1) geschehen,von Hans-Ulrich Wehler in der "Zeit" sehr positiv rezensiert (12).

Hindenburgs Untreue gegenüber Ludendorff (1918)

Diese Biographie zeigt auf, daß dieser äußerliche "Recke", dieses Sinnbild "deutscher Treue" an allen entscheidenden politischen Wendepunkten seines Lebens und damit des politischen Lebens von Deutschland praktisch niemandem die Treue gehalten hat außer vielleicht sich selbst. Insbesondere nicht seinen engsten und treuesten Mitarbeiter, seien diese nun monarchisch oder demokratisch gesinnt gewesen. Das scheint die einzige Konstante im Leben dieses vorgeblichen Sinnbildes "deutscher Treue" gewesen zu sein: Im Jahr 1918 verriet er seinen militärischen "Kameraden" im "Dioskurenpaar" Hindenburg-Ludendorff, nämlich Erich Ludendorff. Als Ludendorff dem Kaiser seinen Rücktritt anbot, der angenommen wurde, verzichtete Hindenburg auf ähnliches Vorgehen und blieb. Für Ludendorff unerwartet, da sie sich bis dahin in allem einig gewesen waren.

Hindenburgs Untreue gegenüber dem deutschen Kaiser (1918)

Als nächstes verriet Hindenburg dann seinen eigenen Kaiser, dem er ja auch äußerlich die Treue geschworen hatte. Als der Kaiser daran zweifelte, ob er nun selbst seinen Rücktritt erklären sollte, der von den Westmächten und den innerdeutschen Kräften links von der demokratischen Mitte gefordert worden war, ließ ihn die Oberste Heeresleitung unter Hindenburg und Wilhelm Groener, dem Nachfolger Ludendorffs, wissen, daß man nicht sicher sein könne, ob sich der Kaiser noch auf sein im Feld stehendes Heer verlassen könne. Während das entscheidende Telefongespräch mit dem Kaiser stattfand, soll Hindenburg schnöde das Zimmer verlassen haben.

Hindenburgs Untreue gegenüber seinen Wählern (1929)

Schließlich unterzeichnete Hindenburg 1929 als von einer rechtsdemokratischen und rechtsnationalen Wählerschaft gewählter Reichspräsident den Young-Plan, was von der deutschen Rechten bis weit in die demokratische Mitte hinein als ein Verrat an der eigenen Wählerschaft angesehen wurde.

Hindenburgs Untreue gegenüber Brüning, Groener und Schleicher (1930 - 1934)

Aber selbst jene, auf die bauend Hindenburg "loyal" mit der demokratischen Mitte in Deutschland zusammenarbeitete, selbst seine engsten Mitarbeiter auf dem Weg in die "Präsidial-Diktatur" (nach 1930), so unter anderem der Reichskanzler Heinrich Brüning, der Reichswehrminister Wilhelm Groener und der kurzzeitige Reichskanzler Kurt von Schleicher, erfuhren die Untreue Hindenburgs, wie die neu ausgewerteten Quellen deutlicher als jemals zuvor zeigen. Sie wandten sich schwer enttäuscht von diesem Mann ab, auf dessen politische Zuverlässigkeit sie ihr eigenes politisches Schicksal aufgebaut hatten.

Als Schleicher und andere vormalig enge Mitarbeiter Hindenburgs dann 1934 während des sogenannten Röhm-Putsches ermordet wurden, scheint Hindenburg, der geistig auch in hohem Alter wesentlich wacher war, als ihm das die deutsche Öffentlichkeit - bis heute - hatte zutrauen wollen, nicht nur keinen Laut des Protestes von sich gegeben zu haben, sondern diese Ermordung möglicherweise sogar stillschweigend befürwortet zu haben.

Hindenburg hat in den Tagen, Wochen und Monaten nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler auch scharfe Protestschreiben und -telegramme, die er von seinem früheren "Kameraden" Ludendorff erhielt, unkommentiert an den Reichskanzler Hitler weitergeleitet. Geradezu so, als wolle er auch seinen zum scharfen politischen Gegner mutierten vormaligen Kameraden Ludendorff gerne den Nationalsozialisten ans Messer liefern bei der demnächst fälligen allgemeinen "Abrechnung" mit politischen Gegnern, die ja dann im Juni 1934 auch durchgeführt wurde, wobei Ludendorff aber verschont worden ist.

Die "Täuschungsmaschine" Hindenburg (1914 - 1934)

Aber der Gipfel und die Krone dieser riesigen "Täuschungsmaschinerie" Paul von Hindenburg liegt in dem Umstand begründet, den diese Biographie klarer als jede Veröffentlichung zuvor nachweist, daß Hindenburg seinen ganzen Ruhm als "Feldherr" und "treudeutscher Recke" - - - im "Schlaf" erworben hatte. Ohne jedes eigene Zutun. Während nämlich General Ludendorff die Schlacht von Tannenberg leitete, die seinen und Hindenburgs Ruhm und Ansehen in Deutschland und weltweit begründete, erfreute sich Hindenburg eines ruhigen und gesunden Schlafes, ging in Ostpreußen auf die Jagd, fuhr nur ab und an mit großen Handbewegungen über die Karte und überlies die eigentlichen militärischen Planungen und die Organisationsarbeit seinem Mitarbeiter Ludendorff. Hindenburg war an die Seite Ludendorffs vor allem deshalb gestellt worden, damit er Ludendorff in seiner Arbeit nicht störte und damit er alles unterschrieb, was Ludendorff ihm vorlegte.

Hindenburg ernennt Hitler zum Reichskanzler und wird von Ludendorff scharf kritisiert

Da Ludendorff hinwiederum weltanschaulich, politisch und kulturell nach 1918 einen so ganz anderen Weg einschlug als sein "Kamerad" Hindenburg, insbesondere von Ludendorff selbst so verstanden als "lebenslanges Lernen" aus den geschichtlichen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges (siehe seine dreibändigen Lebenserinnerungen), hatten die demokratische Mitte in Deutschland vor und nach dem Dritten Reich ebenso wie der nach 1925 von Ludendorff scharf bekämpfte Nationalsozialismus ein großes Interesse daran, daß der Mythos und die Legende von Hindenburgs weltgeschichtlichen militärischen Leistungen nicht, bzw. nicht "zu früh" entzaubert würden. (Übrigens eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit zwischen demokratischen und totalitären Kräften.)

Erich Ludendorff als ein führender Kopf des militärischen Widerstandes gegen Hitler (1935)

Denn diese militärischen Leistungen wären ja dann allein und ausschließlich Ludendorff zuzusprechen gewesen vor der deutschen und der Weltöffentlichkeit, was auch die politischen und weltanschaulichen Aktivitäten und Bestrebungen Erich Ludendorffs nach dem Ersten Weltkrieg nur allzu deutlich aufgewertet hätte.

Lügen jedoch haben kurze Beine, sagt ein deutsches Sprichwort. Und ob die genannten Kräfte auch im eigenen Interesse recht daran taten, mit derartigen Geschichtslegenden und -mythen ihre politischen Ziele durchzusetzen, zeigte sich ziemlich bald. Nämlich als der Kopf des deutschen militärischen Widerstandes gegen Hitler, der Kopf also von Kräften, die später unter dem Schlagwort der "konservativen Revolution" zusammengefaßt wurden (s.o.), als Generaloberst Ludwig Beck (1880 - 1944), im Jahr 1935 nach Hindenburgs Tod - im Einklang mit anderen führenden deutschen Militärs - versuchte, den eigentlichen militärisch genialen General des Ersten Weltkrieges Erich Ludendorff als ein Gegengewicht zum totalitär herrschenden "Führer und Reichskanzler Adolf Hitler" politisch in Stellung zu bringen.

Von diesem in seinem Umfang bislang weitgehend unbekannt gebliebenen Bemühen Becks gibt nun Kunde eine weitere 2007 erschienene, ebenfalls mit großer wissenschaftlicher Autorität veröffentlichten Biographie über eben diesen Ludwig Beck von seiten des Historikers Klaus-Jürgen Müller (2). Erich Ludendorff also als ein führender Kopf des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und dessen Leichtfertigkeit, sich auf Kriege einzulassen.

Einfügung vom 7. 1. 2012: Mit großer Konsternierung stellt der Autor dieser Zeilen fest, daß die Historiker Manfred Nebelin und Rainer A. Blasius in ihrem Gedenkartikel zum 75. Todestag Erich Ludendorffs (13) an inhaltlich zentraler Stelle ein zeitgenössisches Zitat von Ludwig Beck bringen ("Alle Schuld auf Ludendorff"), das einer schon 1980 erschienenen geschichtlichen Studie über Ludwig Beck von Klaus-Jürgen Müller (1930-2011) (HSU-HH) entnommen ist (14), die das Verhältnis Ludendorff-Beck inhaltlich schon fast deckungsgleich darstellt zu der Darstellung in dem Buch desselben Autors im 2008.

Es handelt sich also hier um keine Neuerkenntnisse des Jahres 2008, sondern um solche des Jahres 1980! Ein Grund von mehreren dafür, daß offenbar kaum jemand auf die Brisanz der Studie des Jahres 1980 aufmerksam geworden ist seither, liegt daran, daß diese Brisanz in der Ludendorff-Biographie von Franz Uhle-Wettler aus dem Jahr 1995 überhaupt nicht herausgearbeitet wird. Obwohl doch gerade sie zu jener "Neubewertung" Veranlassung geben könnte, die im Untertitel dieser Biographie angekündigt wird. Stattdessen werden die Inhalte der Beck-Studie aus dem Jahr 1980 von Uhle-Wettler nur auf gut zwei Seiten behandelt (S. 415 - 417), und ganz ohne dabei eine Neubewertung der Rolle Ludendorffs im Dritten Reich herauszuarbeiten! 

Gerade auch das eben genannte zeitgenössische Zitat wirft inhaltlich eine solche Fülle von Fragen auf, daß es wirklich verwunderlich ist, daß diese Studie von 1980 dreißig Jahre lang zu keinerlei weiteren Eröterungen über die Rolle Erich Ludendorffs innerhalb des Dritten Reiches Anlaß gegeben hat, auch nicht in der Biographie Uhle-Wettlers. Auch auf dem Wikipedia-Artikel zu Erich Ludendorff ist diese für die Biographie Ludendorffs wichtige Studie von Klaus-Jürgen Müller aus dem Jahr 1980 bis heute nicht genannt.


Denkmalpflege in Tutzing am Starnberger See 2010

Denkmalschutz
Nicht zuletzt die Neuerkenntnisse und -bewertungen, die durch diese beiden Biographien veranlaßt werden, könnten mit dazu beigetragen haben, daß der bayerische Kulturpfleger Gerhard Schober (3) und der bayerische Denkmalpfleger Burkhard Körner (4) im Frühjahr dieses Jahres Pläne verwirklicht haben, die schon zehn Jahre zuvor angestoßen worden waren, nämlich das Wohnhaus Erich Ludendorffs in seinen letzten Lebensjahren in Tutzing am Starnberger See unter Denkmalschutz zu stellen (6-11).

Ein eher abseitiges Geschehen, eigentlich. Nicht so, offenbar, für die derzeitige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, für Charlotte Knobloch. Sie nahm sich Zeit, um sich zu diesem Vorgang auffallend differenziert zu äußern (7). Da der diesbezügliche Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" vom 16. Juni 2010 im Internet bislang nicht kostenfrei zugänglich ist (7), soll er hier weitgehend vollständig zitiert werden:

"Wahnhafte Ideologie“
Charlotte Knobloch kritisiert Bund für Gotterkenntnis, der in Tutzinger Ludendorff-Villa residiert

Tutzing – Für Charlotte Knobloch ist das Ganze „im schlimmsten Fall kontraproduktiv“, für Bürgermeister Stephan Wanner „außerordentlich unglücklich“: Das Landesamt für Denkmalpflege in München hat mit der Ludendorff-Villa in Tutzing ein Haus unter Denkmalschutz gestellt, das Sitz eines rechtsextremen Vereins ist, des Bundes für Gotterkenntnis Ludendorff e.V. Die Glaubensgemeinschaft will im Oktober eine sogenannte Hochschultagung in Oberbayern abhalten. Ob das Treffen wieder wie 2002 in dem Anwesen an der Mühlfeldstraße 2 stattfindet, ist unklar. Hausherr ist der Verein Ludendorff Gedenkstätte. Er erhält das Anwesen als eine Art privates Ludendorff-Museum.


Wie die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern auf Anfrage der SZ mitteilt, verstehe Tutzing den Schutz der Villa offenbar als Beitrag wider das Vergessen. „Das setzt aber voraus, dieses Bauwerk nicht unreflektiert unter Denkmalschutz zu stellen“, so Knobloch. Denn eine „wünschenswerte kritische Auseinandersetzung mit dem menschenverachtenden NS-Regime bedingt, sich inhaltlich mit Erich und Mathilde Ludendorff und deren geistigen Erben auseinanderzusetzen“.


Ludendorff (1865 bis 1937) war laut Edith Raim vom Institut für Zeitgeschichte in München „einer der Steigbügelhalter und Wegbereiter des frühen Hitler“. Als Erster Generalquartiermeister und Stellvertreter Paul von Hindenburgs stieg er im Ersten Weltkrieg zum eigentlichen Kopf der dritten Obersten Heeresleitung und zu einem der Machthaber im Reich auf. 1923 beteiligte er sich am Hitler-Putsch, distanzierte sich dann aber von dem Diktator. Später geriet Ludendorff unter den Einfluss seiner Frau Mathilde (1877 bis 1966).


Die überzeugte Antisemitin gründete die esoterisch-diffuse Bewegung der „Deutschen Gotterkenntnis“ und gab mit ihrem Mann sektiererische Schriften heraus. Ludendorff teilte die rassistischen Ansichten seiner Frau. Zu seinen „Kampfzielen“ schrieb er: „Im Inneren gilt der Kampf dem Judentum . . ., das auch das deutsche Volk in der autonomen Wirtschaftsprovinz ,Deutschland’ für sich arbeiten lassen will.“ Bürgermeister Wanner nennt ihn deshalb einen „glühenden Antisemiten“. Wie Knobloch meint, halte der Bund für Gotterkenntnis „die obskure, wahnhafte Ideologie des Ehepaars Ludendorff aufrecht und praktiziert sie weiter“. Die Villa Ludendorff diene der Gruppe „gewissermaßen als Schrein“. Für den Erhalt des Landhauses stünden künftig auf Basis des Denkmalschutzes Steuergelder zur Verfügung, „deren Verwendung genau zu prüfen ist“. (Seite 3) sum

Charlotte Knobloch

Auf diese Vorgänge hätte Charlotte Knobloch, zugleich Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, auch viel undifferenzierter reagieren können. Zum Beispiel in dem Tenor: "Empörend! Warum stellt man nicht gleich den Alterswohnsitz von Adolf Eichmann unter Denkmalschutz?" Dies geschieht aber keinesfalls. Sie sagt nur, daß der jetzt geschehene Vorgang sich "im schlimmsten Falle" (!) "kontraproduktiv" auswirken könne. Ansonsten meint sie, daß eine „wünschenswerte kritische Auseinandersetzung mit dem menschenverachtenden NS-Regime bedingt, sich inhaltlich mit Erich und Mathilde Ludendorff und deren geistigen Erben auseinanderzusetzen“.

Daß die Auseinandersetzung mit dem einen die Auseinandersetzung mit dem anderen "bedingen" soll, wird plausibel - und auch dann nur in ersten Ansätzen -, wenn man Neuerkenntnisse wie die der beiden genannten, im Jahr 2007 erschienenen Biographien in Rechnung stellt. Denn daß man das NS-Regime ausgerechnet dann verstehen würde - und inwiefern überhaupt? -, wenn man sich "inhaltlich mit Erich und Mathilde Ludendorff und deren geistigen Erben auseinandersetzen" würde, eine solche These wäre entweder unüberlegt geäußert oder aber einem so mehrschichtigen Räsonnement entsprungen, wie es dem Normalbürger wohl noch lange nicht zugänglich ist.

In jedem Falle könnte es sinnvoll sein, einmal das Verhältnis zwischen dem Nationalsozialismus und Erich und Mathilde Ludendorff gründlicher aufzuarbeiten. Hier gibt es noch viele Forschungslücken (s. etwa Wikip. und die dort genannte Forschungsliteratur).

Wissenschaft statt "Staatsschutz" ...

Oder ist es sogar richtig, in derartigen Äußerungen neue Nuancen in der jüdischen Argumentation gegenüber Deutschland herauszuhören? Eine jüdisch-orthodoxe "Rechte" und auch völkisch-rassistische "Rechte" gewinnt im heutigen Israel verstärkte politische Bedeutung, ist sogar schon in Ministerränge aufgerückt. Wobei sich beide rechten Richtungen gerne auch aufeinander beziehen, bzw. fließend ineinander übergehen oder bei den neokonservativen Vordenkern in den USA geistige (und natürlich ethnische) Verwandte finden. Warum sollten sich Juden in der Welt, die sich auch mit dem heutigen Israel in der einen oder anderen Weise identifizieren, dann nicht ebenfalls einer kritischen Auseinandersetzungen mit "Hitlers rechten Gegnern", mit den völkisch-naturalistischen Vordenkern der "Konservativen Revolution", mit dem, was "vor Hitler kam", etwa in Gestalt solcher geschichtlicher Erscheinungen wie Erich und Mathilde Ludendorff, in neuer Weise stellen?

Auch Fortschritte in der Wissenschaft (Kevin MacDonald, "Lewontin's Fallacy", jüngste Humanevolution, IQ- und Verhaltensgenetik) könnten hier Veranlassungen zu veränderten Haltungen geben.

Die Menschen im Umkreis des Zentralrates der Juden wissen ebenso wie jeder geschichtspolitisch gebildete Mensch sonst, welch eine Brisanz in einer solchen Neu-Nuancierung liegen könnte. Die Ludendorff-Bewegung wurde 1961 verboten, nachdem mit von der Stasi inszenierten Hakenkreuz-Schmiereien Stimmung gemacht worden war bezüglich der Gefahr eines neuen Antisemitismus in Deutschland. Das Verbot dieser Ludendorff-Bewegung wurde 1976 rückgängig gemacht. Das Problem hat man seither im Wesentlichen der Antifa, anstatt der "Rechtspflege" oder dem "Verfassungsschutz" überlassen. Wenn jetzt Charlotte Knobloch eine kritische Auseinandersetzung mit dem geistigen Erbe von Erich und Mathilde Ludendorff fordert im Rahmen der bundesdeutschen Denkmalpflege (oder darüber hinaus), dann sollte diese Anregung aufgegriffen werden.

Mathilde Ludendorff ist die einzige Vordenkerin der Autoren der "Konservativen Revolution", die ihr Weltbild in profunder Weise auf den modernen Naturerkenntnissen ihrer Zeit aufgebaut hat. Das unterscheidet sie von allen anderen Denkern dieser Zeit innerhalb dieses Spektrums, auch in vielen Aspekten von den Nationalsozialisten selbst. Und in diesem Umstand werden die Menschen im Umkreis des Zentralrats der Juden auch so manche Herausforderungen für die Zukunft sehen.


___________________________

  1. Pyta, Wolfram: Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler. Siedler, München, 2007
  2. Müller, Klaus-Jürgen: Generaloberst Ludwig Beck. Eine Biographie. Schöningh, Paderborn 2008
  3. Schober, Gerhard: Frühe Villen und Landhäuser am Starnberger See. Zur Erinnerung an eine Kulturlandschaft. Oreos Verlag, Waakirchen 1998 (541 Seiten)
  4. Körner, Burkhard - Zuständigkeit: Führung der Denkmalliste Oberbayern, Stadt und Landkreis München, Landkreis Starnberg. Bayr. Landesamt f. Denkmalpflege. [3.8.2010] 
  5. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Villa Ludendorff, Mühlfeldstr. 2. (Auf: http://www.geodaten.bayern.de/tomcat_files/denkmal_start.html)
  6. Villa Ludendorff auf Denkmalschutzliste. In: Münchner Merkur, auf: Merkur-online.de, 17.3.2010
  7. Summer, Gerhard: "Wahnhafte Ideologie". Charlotte Knobloch kritisiert Bund für Gotterkenntnis, der in Tutzinger Ludendorff-Villa residiert. In: Süddt. Ztg., 18.6.2010, S. 41 (SZ-Archiv, Suchworte: "Ludendorff Knobloch")
  8. Summer, Gerhard: Ludendorff-Villa in Tutzing unter Denkmalschutz gestellt. ("Der Schrein des völkischen Generals") In: Süddt. Ztg., 18.6.2010, S. 43
  9. Wanner, Stephan (1. Bürgermeister von Tutzing): Die Villa Ludendorff – ein Stück lebendiger Erinnerungskultur. In: Tutzinger Nachrichten 6/2010 (29.6.2010), Themenheft "Frauen in Tutzing - Macht und Macherinnen", S. 12 (pdf.)
  10. Schmitz, Elke: Vorwort. In: Tutzinger Nachrichten 7/2010 (30.7.2010 ), Themenheft "Schönes bewahren - Denkmalschutz in Tutzing", S. 3, 4, 6, 8, 10. (pdf.)
  11. EK: Was darf, was muss, was kann in die Denkmalliste? In: Tutzinger Nachrichten 7/2010 (30.7.2010 ), Themenheft "Schönes bewahren - Denkmalschutz in Tutzing", S. 10. (pdf.)
  12. Wehler, Hans-Ulrich: Zwischen Bismarck und Hitler - Wolfram Pytas herausragende Biographie über Hindenburg, eine deutsche Unheilsfigur. In: Zeit, 46/2007, S. 16
  13. Nebelin, Manfred; Blasius, Rainer A.: Stratege in eigener Sache. In: FAZ, 20.12.2012
  14. Müller, Klaus-Jürgen: General Ludwig Beck. Studien und Dokumente zur politisch-militäri­schen Vorstellungswelt und Tätigkeit des Generalstabschefs des deutschen Heeres 1933- 1938, Boppard a. Rhein 1980 (= Schriften des Bundesarchivs Bd. 30) 

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