Posts mit dem Label Über diesen Blog werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Über diesen Blog werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 31. Januar 2021

Gesellschaftlicher Aufbruch - - - jetzt?

Nein: Besinnung auf die Erkenntnismöglichkeiten des Menschen

Bis Ende Januar 2021 hat dieser Blog naiv und geradezu heraus: "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" geheißen. Er hieß noch lange so, obwohl der Blogbetreiber längst viel weniger echten gesellschaftlichen Aufbruch "jetzt!" erwartete als das gerade seit dem letzten Jahr so viele Menschen weltweit erwarten und fordern. Es ist in der Tat so, daß mancher, der unter der Flagge eines solchen einstmals sehr fortschrittlichen Blogtitels im April 2008 aufgebrochen ist, in dem Augenblick, in dem ein solcher gesellschaftlicher Aufbruch immer näher zu kommen scheint, einen solchen immer weniger wirklich erwartet. Sondern daß er eher den Eindruck bekommt, daß alles nur noch schlimmer wird.

 

Abb. 1: In den Schriften von Werner Heisenberg hat der Autor dieser Zeilen zeitlebens mehr über Politik gelernt als in fast jedem anderen zeitgeschichtlichen und politischen Buch - Sei "Wanderer zwischen zwei Welten", dann findest du das richtige Verhältnis zur Politik! (Im übrigen nur als Vorschaubild gedacht, nicht als Buchempfehlung!)

Blogs, die viele Jahre bestehen, soll man nicht ändern, auch nicht ihren Titel. Aber jetzt hat der Bloginhaber eine geniale Idee. Er ändert einfach das selbstbewußte Ausrufezeichen im Blogtitel in ein Fragezeichen. Und alles ist gesagt, was dazu gegenwärtig zu sagen ist.

Als dieser Blog im April 2008 gegründet wurde, lagen die Dinge ja noch völlig anders. Auch heute ist der Bloginhaber der Meinung, daß damals aufrüttelnden Parolen wie dieser Blogtitel mit Ausrufezeichen sinnvoll waren. Damals war es tatsächlich noch nötig, Menschen aus ihrem Tiefschlaf zu wecken. Noch heute mag das ja bisweilen nötig und sinnvoll sein.

Aber inzwischen war der Bloginhaber ja auch genötigt zu lernen. Insbesondere seit den Jahren 2015 und noch mehr seit dem Jahr 2020. Da war und ist ja bestens zu beobachten, was Aufklärung und "Aktivismus" in Richtung eines gesellschaftlichen Aufbruchs tatsächlich bewirken heute: Sie bewirken geradezu das Gegenteil von dem, was sie wollen. Sie machen alles nur noch schlimmer. Die Satanisten grinsen sich eins. Von einem Ohr zum anderen.

Die Schlußfolgerung ist: In einer Zeit, in der Satanisten - über "Kunstrasen-Bewegungen", die wie "Graswurzelbewegungen" aussehen - öffentlich Stimmung machen, weiterhin Stimmung machen, auch innerhalb von "alternativen Öffentlichkeiten", von "Querdenkern", in einer solchen Zeit ist es das Untunlichste von der Welt, in selbstbewußtem Tone nach einem gesellschaftlichen Aufbruch "jetzt!" zu rufen. Das aller Untunlichste. Ein solcher Schuß kann doch dann immer nur nach hinten los gehen. Ein solcher Aufbruch muß doch dann zwangsläufig immer falsch verstanden werden. Denn die Satanisten haben einem solchen Aufbruch - mit Jahrhunderte langer Erfahrung - von langer Hand vorgearbeitet.

Nein. Vergeßt es. Ein Ausweg über die Politik ist nicht gegeben. Und auch nicht allein über politische Aufklärung.

Spätestens seit den Erfahrungen des Jahres 2020 und spätestens seit der Lektüre von Werner Heisenbergs "Ordnung der Wirklichkeit", das im Jahr 1942 geschrieben wurde, in dem es entschiedene Stellungnahmen zum Bereich der Politik gibt, die so aktuell klingen, als wären sie nicht für das Jahr 1942, sondern für das Jahr 2020 geschrieben, klingt uns ein Blogtitel wie "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" nur noch hohl und fahl in den Ohren. Er klingt wie eine "Farce". Wie oft in der Geschichte sind gesellschaftliche Aufbruchbewegungen mißbraucht worden, in die Irre geleitet worden. Woran sollte erkennbar sein, daß gegenwärtige Aufbruchbewegungen nicht in die Irre geleitet werden, bzw. noch ärger in die Irre geleitet werden als alle vorhergehenden? Der Bloginhaber kann dafür nirgendwo Anhaltspunkte erkennen.

Besinnung auf die Welt als Ganzes tut Not, auf das Leben als Gesamtheit tut Not, auf die Erkenntnismöglichkeiten des Menschen tun Not und auf das, was er - gerade in den letzten 2.500 und 500 Jahren Menschheitsgeschichte - alles erkannt hat. Eine philosophische Gesamtdeutung der Welt tut Not. Nur verwurzelt in einer solchen grundlegend neuen philosophischen Gesamtdeutung der Welt, des Völkerlebens und des einzelnen menschlichen Lebens könnte sich die Möglichkeit andeuten, daß die Menschen einmal nicht mehr so leicht zu manipulieren sein werden, sich so leicht von Stimmungen "wegtragen" lassen in ihrem Erkenntnisstreben. Nicht so leicht jedenfalls, wie das seit dem Jahr 2020 wieder einmal in geradezu unheimlicher Weise erkennbar geworden ist.

Dienstag, 1. Januar 2019

Leitworte dieses Blogs (Archiv)

Veraltete Bestandteile der Randleiste dieses Blogs -
Entfernt im Januar 2019 und in diesem Beitrag hier archiviert

Manche Inhalte hier auf dem Blog veralten natürlich auch mit der Zeit. Oder es geht das Gefühl der Dringlichkeit verloren, sie noch weiter weiter aktuell zu halten. Dies insbesondere auch dann, wenn sich die Schwerpunkte der Bloginhalte von Jahr zu Jahr verschieben, wenn ihm neue Themen wichtig werden, ältere Themen als nicht mehr ganz so wichtig erscheinen. Das heißt nicht, daß die vormalig behandelten Themen völlig unwichtig und belanglos geworden wären. Aber andere Themen haben eben auch - oder noch größere - Bedeutung bekommen.

Abb. 1: Porträt eines Büchermenschen, gemalt von Edgar Degas (1834-1917) (in diesem Fall Porträt von Edmond Duranty [1833-1880]) 

Und so veralten über die Jahre auch manche Inhalte der Randleiste dieses Blogs, die erste Orientierung und Positionierung zu seinen Themen bieten sollten, die als "Leitworte" dienen sollten, einen Eindruck von den Schwerpunkten des Blogs geben sollen. Dafür kommen eben dann in der Randleiste neue, aktuellere Bestandteile, Leitworte, Grundsatz-Gedanken hinzu. Deshalb müssen ältere Teile - auch der Übersichtlichkeit halber - in der Randleiste gelöscht werden. Um aber solche Dinge, die uns vor drei, vier Jahren noch die wichtigsten waren, nicht ganz der Vergessenheit anheim fallen zu lassen, sollen sie in diesem Blogartikel archiviert und festgehalten bleiben.

[Untertitel bis 7.11.25]

"In Besinnung auf das, was kulturell trägt und erneuert - in abgrundtiefem Abscheu gegenüber dem organisierten politischen Verbrechen, das erdenweit Kultur vernichtet." 

[eingestellt bis 27.6.2023]

Die Gegensätze wachsen ...

Es ist ein Kennzeichen unserer Zeit, daß die Gegensätze zwischen drei Bereichen wachsen:

  1. der Welt der rationalen Erkenntnis,
  2. das angemessene Reden über die Welt des Nichtrationalen und
  3. das Schwurbeln und Faseln.

Irgendwann - vielleicht erst in ferner Zukunft - wird der Gegensatz zwischen diesen Welten den Menschen ziemlich auf die Nerven gehen.

Sie werden sich dann bemühen um das, was heute so zu fehlen scheint, um eine Ethik, die ein Gedeihen und Entfalten der schöpferischen Kräfte in der Menschenseele ermöglicht.

Diese Ethik wird ihnen heilig sein, so heilig wie die schöpferischen Kräfte der Menschenseele selbst. Alles wird diesen Menschen geheiligt sein. Der Boden, auf dem wir stehen, werden sie sagen, ist heilig.

"Ich wollt' es glauben ...."

[eingestellt bis 19.3.2020]
  "Alles altert und verjüngt sich wieder. Warum sind wir ausgenommen vom schönen Kreislauf der Natur? Oder gilt er auch für uns?
Ich wollt es glauben, wenn Eines nicht in uns wäre, das ungeheure Streben, Alles zu sein, das, wie der Titan des Aetna, heraufzürnt aus den Tiefen unsers Wesens.
Und doch, wer wollt es nicht lieber in sich fühlen, wie ein siedend Öl, als sich gestehn, er sei für die Geißel und fürs Joch geboren? Ein tobend Schlachtroß oder eine Mähre, die das Ohr hängt, was ist edler?"
Friedrich Hölderlin - Hyperion

Intelligenz schulen oder - "Geduld" schulen, Selbstdisziplin schulen?

[eingestellt bis 19.3.2020]

Jemand, der es scheinbar wissen mußte, äußerte 1915, während des Ersten Weltkrieges:

"Völkerschicksale entscheiden sich nur zum Schein in der Außenpolitik; die wichtigen Geschehnisse spielen sich in ganz anderen Zonen ab: im Kulturellen, Sozialen, Psychologischen, in der Seele der Völker, in ihrer gesellschaftlichen Struktur, in der geistigen und sittlichen Verfassung. Alle Um- und Neuordnung besteht nun in zweierlei: in der Zerstörung der alten Ordnung und dem Neubau der neuen."

(Nahum Goldmann [1895-1982]: „Der Geist des Militarismus“, S. 37 ff., Berlin 1915)

Dazu sei - nach dem Ansehen eines Videos von Oliver Zumann (Trolls of Vienna) ( https://youtu.be/F-7a3V4bEBI ) - das folgende ergänzt:

Wir müssen vom "gesunden Menschenverstand" allmählich weiter gehen zum "gesunden menschlichen seelischen Erleben" - um wirklich immunisiert zu sein gegen die vielfältigen Arten der Manipulation.

Der Mensch ist nicht nur ein denkendes und urteilendes Wesen, er ist - seiner Anlage nach - auch ein seelisch erlebendes Wesen. Hinsichtlich des letzteren Gebietes, des "gesunden menschlichen Erlebens" (also eines jenseits sowohl von Kitsch als auch Zynismus) sind die Manipulationen seit mehr als 2000 Jahren noch viel tiefgreifender und folgenschwerer als auf dem erstgenannten Gebiet (der Manipulation bloß des "gesunden Menschenverstandes").

Es ist also nicht nur die Intelligenz zu schulen, sondern auch die Geduld, der "Belohnungsaufschub" wie das die moderne Verhaltensöknomie (etwa Matthias Sutter, Bonn) nennen, die Selbstdisziplin. Darin sind wir Deutschen - wie Sutter ebenfalls ausführt - schon der Anlage nach viel besser als - beispielsweise - die Italiener. Werden wir uns also unserer deutschen Stärken wieder bewußt.

[24.6.18, 19./24.1.19]

Über diesen Blog

/Vorstellungstext bis März 2018/

Zum Impressum bitte --> hier.

Dieser Blog wurde im Mai 2008 gegründet in einer Zeit als es die sogenannte "alternative Öffentlichkeit" noch gar nicht gab. Sie entstand wenige Jahre später und zwar sehr plötzlich. Heute ist unser Eindruck: Diese sogenannte "alternative Öffentlichkeit" entstand zu 80 bis 90 Prozent als "Astroturfing", um von authentischen Blogs wie dem vorliegenden abzulenken.

Das ist zum Beispiel daran erkennbar, wie unglaublich wenig in der alternativen Öffentlichkeit von den umwälzenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit die Rede ist, obwohl gerade sie die stärksten Argumente liefern für die Anliegen der alternativen Öffentlichkeit. Es ist auch daran erkennbar, wie wenig in der alternativen Öffentlichkeit dem Wesen des Kulturellen nachgegangen wird, wo doch Kultur selbst der Hauptfeind aller Gesellschaftszerstörer ist.

- - -

Klar ist heute: Wer über die in den letzten Jahren wirklich ausreichend bekannt gewordenen pädokriminellen und satanistischen Eliten auf der Nordhalbkugel schweigt, braucht über einen Gesellschaftlichen Aufbruch gar nicht erst zu reden.

- - -

Nach diesen Vorbemerkungen weiteres Grundsätzliche:

Auf diesem Blog wird Politik und Hintergrundpolitik betrachtet aus der Sicht des Evolutionären Humanismus, der Evolutionären Anthropologie und der durch die neueste Humangenetik aufgezeigten Tatsachen, 

1. daß die genetische Evolution des Menschen bisher immer in Völkern stattgefunden hat, 

2. daß es hier genetische Neuanpassungen innerhalb von wenigen hundert oder tausend Jahren geben kann, und 

3. daß diesbezüglich derzeit auf der Nordhalbkugel durch Geburtenzahlen und Wanderungsbewegungen massive genetische Selektionsprozesse stattfinden. 

Und dieser Blog stellt die - inzwischen auch schon reichlich naiv gewordene - Frage, ob es sich bei diesen evolutionären Prozessen, in die wir eingebunden sind, um Selektionsprozesse handelt, die sich in die richtige Richtung hin bewegen. 

Diese Selektionsprozesse sind gesteuert durch den vorherrchenden Musikgeschmack und damit im Einklang stehende, vorherrschende, zumeist nur gedankenlos angenommene Ideologien, sowie durch die durch beide hervorgerufenen Denk- und Lebenshaltungen der Menschen und der Gesellschaften. 

All dies wiederum wird vorwiegend durch die Medienbestimmt, die sich in der Hand von wenigen einflußreichen Gruppen befinden. Und diese verfolgen recht einfach zu umschreibende "gruppenevolutionäre Strategien". 

Damit nach der Evolutionären Anthropologie Altruismus evoluieren kann unter Menschen, also Opferbereitschaft, Hilfsbereitschaft, gegenseitiges Einvernehmen, müssen "cheater", also Täuscher, die Altruismus nur vortäuschen, entlarvt und erkannt werden. Deshalb ist in der Humanevolution "cheater detection", also Täuschungsentlarvung zu jeder Zeit eine sehr große Rolle zugekommen. Und deshalb könnte die Koevolution von Täuschung und Täuschungsentlarvung auch zur Intelligenzevolution des Menschen beigetragen haben.

Verschwörungsleugner (ein Begriff geprägt von Olav Müller, SPD Offenbach, Herbst 2014) stellen sich außerhalb des Vollzugs menschlicher Altruismus- und Intelligenz-Evolution. Über diese Thematik hat sich einer der bedeutensten Evolutionären Anthropologen unserer Zeit, Robert Trivers, schon im Jahr 2006 mit Noam Chomsky unterhalten. 

All diesen Anliegen fühlt sich der vorliegende Blog verpflichtet. 

(Weitere Ausführungen zu Zielsetzungen dieses Blogs, bzw. des dringend notwendigen gesellschaftlichen Aufbruchs auf der Nordhalbkugel --> hier oder neuerdings hier.)

Kurze Gedanken, Leitworte:

Paktieren hat keinen Sinn


"An der jetzigen Welt ist alle Arbeit vergebens, die sich anpassen mag; das rein-Andere muß ihr vorgestellt werden, und ob es gleich in einer anderen Sphäre zuhause ist, muß mans in sie hinab- und hineindrücken, ihr einpflanzen und einheimaten, selbst gegen ihren Willen. Und das wissen Sie ebensogut wie ich, man wiederhole sich's nur immer wieder, daß Paktieren keinen Sinn hat an dieser Wende. Nicht von Mensch zu Mensch und nicht im Großen und vollends nicht innerhalb der Auseinandersetzungen mit sich selbst."

Rainer Maria Rilke,
Sommer 1919

Humanismus - Was ist das?

"Zum Wesen des Humanismus gehört die Anerkennung biologisch-kultureller Evolution mit allen ihren beobachtbaren Unterschieden."

Philipp Möller, Pressesprecher der 
"Giordano-Bruno-Stiftung", 2011

Diese sehr wesentliche und sehr richtige Aussage bringt auf den Punkt, was in politischen Debatten um die Zukunft der Völker völlig übergangen wird.

Die Äußerung fiel 2011 im Zusammenhang mit der Sarrazin-Debatte.

Alternative Öffentlichkeit - Einige brauchbare Autoren

BND an die Kette


Demonstrationsaufruf, wohl etwa 2011

Zu diesem Demonstrationsaufruf ist zu sagen: Bitte deutlicher: "Geheimdienste an die Kette". Noch deutlicher: "Geheimdienst-Sumpf weltweit trocken legen". "Verbrecher-Kaschemmen austrocknen". Richtig, tatsächlich: "Die gegenwärtige Praxis der Geheimdienste gefährdet Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Freiheit der Berichterstattung. Geheimdienste müssen daher dringend unter eine wirksame parlamentarische Kontrolle gestellt werden." Nein, sie müssen abgeschafft werden.


Die wichtigen Forderungen der Familienpartei Deutschlands



Plakat auf der Anti-Benedikt-Demo 2011 in Berlin


Der kulturbewußte Mensch ist der Feind

Das Wesen des Guten besteht nicht allein oder auch nur vorwiegend darin, kein korrupter Politiker zu sein. Zu dieser Thematik gibt es ein grenzenloses Schweigen nicht nur in den etablierten Medien, sondern auch in der alternativen Öffentlichkeit.

Damit verzichtet die alternative Öffentlichkeit auf die wesentlichsten Machtmittel, die ihr zur Verfügung stehen. Der kulturbewußte Mensch ist das eigentliche Feindobjekt aller Gesellschaftszerstörer. Seit Jahrhunderten. Also kann das Gegenmittel nur sein, ein kulturbewußter Mensch zu sein.

Das Wesen des Guten ist ein kulturelles Phänomen und es gibt zu ihm nur eine Annäherung über Kultur. Die Politik gehört - soweit sie nicht im Dienst der Kulturbewahrung und Kulturentfaltung steht - dem Bereich der "Zivilisation" an. Die "Ideen von 1914", für die wir einzustehen haben - als Deutsche, als Kulturvolk, sowie als Menschen weltweit, die sich der Kultur verbunden fühlen - bestehen darin, das Wesen des Kulturellen gegen alle kalte, affenartige "Zivilisation" zu verteidigen, auch gegenüber jener "Zivilisation", die Politik nur nutzt, um Kultur zu zerstören.

Die größte Macht der Deutschen ist ihre Kultur. Um ihretwillen wurden zwei Weltkriege geführt, wurde ein Drittel Deutschlands entvölkert, wurde Deutschland gevierteilt, wurden Millionen ermordete Deutsche in vergessenen Massengräbern verscharrt, wurde Europa Jahrzehnte lang auf allen Ebenen menschlichen Seins zerrissen.

Die Hinwendung zur Kultur - natürlich ohne sie dabei als "Wolkenkuckucksheim" zu benutzen - ist das dringendste Gebot der Stunde.

/ In der Randleiste bis Ende Mai 2019;
zuerst etwa Januar 2019 /

Hallo Millionär!


[alter Text, bis 3/2018]

Dieser Blog und seine Parallelblogs sind selbstfinanziert und können seit Oktober 2014 nur in Feierabendarbeit betrieben werden. Das ist auch am Rückgang der Zahl der Blogbeiträge ersichtlich. Es sei aber einmal so deutlich wie möglich festgestellt: Blogs gleicher Ausrichtung, gleicher Ausgangspunkte und gleichen Hintergrundes gibt es kein zweites mal, weder in Deutschland, noch in der Welt. Sie füllen darum ein dringendes Desiderat. Und deshalb ist es wichtig, dass sie nicht oder nicht allein als Feierabend- und Ferienarbeit betrieben werden müssen.

Auch sei verwiesen auf die Tatsache, dass versucht wird, diesen Blog gelegentlich mit Abmahnungen einzuschüchtern (zuletzt 2012 von Bayern aus mit einer Abmahnsumme von über 1000 Euro, nachdem auf Zusammenhänge zwischen der Psychosekte Colonia Dignidad und er CSU unter Franz-Josef Strauß hingewiesen wurde). Ihr kann abgelesen werden, dass sich zumindest manche Gegenkräfte seiner Bedeutung bewusst sind. Was der Bloginhaber auch an vielen anderen Erlebnissen ablesen kann, was zum Teil auch an vielen früheren Kommentaren hier auf dem Blog selbst erkennbar ist.

Wer die Blogarbeit und die Publikation von Büchern und Schriften durch 
Spenden unterstützen möchte, kann persönlich schreiben oder dies an dieser Stelle anonym tun. Auch über Flattr "Microdonation" (siehe oben). Schön wäre, wenn sich nicht vor allem jene angesprochen fühlen, die selbst nur wenig haben (so wie das bislang - typischerweise - am häuftigsten der Fall war). Sondern jene, die spüren, wie viel Verpflichtung in Wohlstand und Reichtum begründet liegen. Damit soll gesagt werden: Auch Großspenden machen Sinn.

***

"Du müßtest auf Tour gehen wie Daniele Ganser."
Rückmeldung eines Bloglesers.
(6.10.2017) ;-)

***

Hab Achtung ...

Hab Achtung vor dem Menschenbild,
Und denke, daß, wie auch verborgen,
Darin für irgendeinen Morgen
Der Keim zu allem Höchsten schwillt!

Hab Achtung vor dem Menschenbild,
Und denke, daß, wie tief er stecke,
Ein Hauch des Lebens, der ihn wecke,
Vielleicht aus deiner Seele quillt!

Hab Achtung vor dem Menschenbild!
Die Ewigkeit hat eine Stunde,
Wo jegliches dir eine Wunde
Und, wenn nicht die, ein Sehnen stillt!

Friedrich Hebbel

Eine noch ältere Zusammenstellung von Randleisten-Beiträgen dieses Blogs findet sich --> hier.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Leitworte dieses Blogs - Bedenkenswertes und Grundsätzliches

Ein gebildetes Volk ohne Metaphysik ...

... zu sehen, ist wie ein sonst mannigfaltig ausgeschmückter
Tempel ohne Allerheiligstes.

(Georg Friedrich Wilhelm Hegel,
Vorrede zur "Wissenschaft der Logik")


(2007)


Abb. 1: Porträt eines Büchermenschen, gemalt von Edgar Degas (1834-1917) (in diesem Fall Porträt von Edmond Duranty [1833-1880]) 

In diesem Beitrag wird gesammelt, was einmal zeitweise in der rechten Randspalte des Blogs gestanden hat oder Untertitel war. Also - sozusagen - "Leitworte", "Worte des Monats", Aufrufe, beziehungsweise Bedenkenswertes. Zunächst Kulturelles, dann (Tages-)Politisches.

Ja, ich weiß, woher ich stamme ...

Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse
- Flamme bin ich sicherlich.

(Friedrich Nietzsche)

(2008)
* * *
Sehen Sie sich um ...

... in der herrlichen Natur,
auf Freiheit ist sie gegründet.
Und wie reich ist sie durch Freiheit.

(Friedrich Schiller, Don Carlos)


(2009)

***
"Philosophie ....

.... mußt Du studieren, und wenn Du nicht mehr Geld hättest, als nötig ist, um eine Lampe und Öl zu kaufen, und nicht mehr Zeit als von Mitternacht bis zum Hahnenschrei."

(Friedrich Hölderlin)

(5/2010)

***
"Oh Jahrhundert! Oh Wissenschaften: Es ist eine Lust zu leben."

(Ulrich von Hutten) (Brief an Pirckheimer, 25. Dezember 1518)


(9/2010)
***
Der wird sich bitter betten,
der treu sich unterfing,
ein teures Gut zu retten,
das längst verloren ging.
(Josef Weinheber)
 (5/2012)
***

Hab Achtung ...

Hab Achtung vor dem Menschenbild,
Und denke, daß, wie auch verborgen,
Darin für irgendeinen Morgen
Der Keim zu allem Höchsten schwillt!

Hab Achtung vor dem Menschenbild,

Und denke, daß, wie tief er stecke,

Ein Hauch des Lebens, der ihn wecke,

Vielleicht aus deiner Seele quillt!

Hab Achtung vor dem Menschenbild!

Die Ewigkeit hat eine Stunde,

Wo jegliches dir eine Wunde

Und, wenn nicht die, ein Sehnen stillt!

Friedrich Hebbel

                                          (seit Anfang 2014)
****************************************************************************************

Donnerstag, 13. Juni 2013

Säkularer Humanismus - kleinkariert und altbacken

Journalist Malte Jessl äußert sich denunzierend über "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!"

Abb. 1: Kirchenfreie Gesprächrunde neulich in Deutschland (oder so ...)
Eigentlich sollte sich ein Blog wie der unsere sagen: "Jede Publicity ist besser als gar keine". Aber die jüngste "Publicity" unseres Blogs in den Verbandszeitschriften der Kirchenfreien Deutschlands läßt einen doch ein wenig an diesem Grundsatz zweifeln. Ist denn das nicht alles nur noch peinlich? Und sind wir etwa schuld, zu diesen Peinlichkeiten Steilvorlagen geliefert zu haben (1 - 12)?

Kritikerin Adah Gleich

Im Nachgang zu den Diskussionen rund um die Facebook-Gruppe "Generation Giordano" (3 - 6) (die nach einer Art feindlicher Übernahme von den ursprünglichen Gründern neu gegründet wurde unter dem Namen "Initiative Humanismus") meinte eine Adah Gleich, uns in der Vierteljahres-Zeitschrift "Diesseits - Das Magazin für weltlichen Humanismus", herausgegeben vom "Humanistischen Verband Deutschlands", erwähnen zu müssen mit dem Satz (9):
An anderer Stelle appellierte Ingo Bading, Gründungsmitglied der "Initiative Humanismus", im Namen der "intellektuellen Freiheit" gar für die Aufhebung der Strafe für Holocaust-Leugnung.
Aber hallo. Wie kann er nur. Diese Erwähnung unserer Wenigkeit erfolgte unter dem Titel "Rechtspopulismus in der säkularen Szene" (9). Im gleichen Aufsatz, bzw. im gleichen Heft sind übrigens neben mir gleich drei meiner altbekannten Bloggerkollegen und Freunde erwähnt, bzw. werden sie interviewt. Nämlich Michael ("Natur des Glaubens"), Edgar ("Libertarian") und Frank ("Wissen bloggt"). Man rate einmal, wer von uns vieren des "Rechtspopulismus" verdächtigt wird und wer interviewt wird. Der einzige Christ von uns vieren, nämlich Michael, erhält zu seinem Standardthema ("Religiöse haben mehr Kinder als Atheisten") ein ganzes Interview. Die drei Nichtchristen und Christentumskritiker unter diesen vieren - nämlich Edgar, Frank und ich - werden des Rechtspopulismus verdächtigt. Toll, nicht wahr? Habt ihr da beim "Humanistischen Verband Deutschlands" eigentlich nichts Besseres zu tun? Ist das nicht alles nur noch peinlich?

Der Artikel von Adah Gleich wurde zwar in der konkurrierenden, vierteljährlich erscheinenden Verbandszeitschrift des 1976 gegründeten "Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA)" (nämlich des "MIZ - Materialien und Informationen zur Zeit - Politisches Magazin für Konfessionslose und AtheistINNen") von Chefredakteur Gunnar Schedel eher in die Rubrik "Denunziation" als in die Rubrik "Aufklärung" eingeordnet (10). (So jedenfalls die beiden Begriffe des Titels seines Artikels [10]). Aber auch damit sollte noch nicht das letzte Wort in dieser peinlichen Erörterung gesprochen worden sein. Der Artikel von Gunnar Schedel rief in der gleichen Zeitschrift "MIZ" dann wieder einen Artikel eines Diplom-Biologen und Wissenschaftsjournalisten aus Mainz, bzw. Wiesbaden auf den Plan. Nämlich eines Malte Jessl (geb. 1979) (11).

Kritiker Malte Jessl

Jessl findet nun sowohl die Artikel von Adah Gleich wie von Gunnar Schedel oberflächlich. Und glaubt nun selbst natürlich wesentlich gründlicher und grundlegender zu argumentieren. Nein, sagt er, die säkulare Szene wird nicht "rechtspopulistisch unterwandert". Ja, meint er, die säkulare Szene und ihr "Aushängeschild", die Giordano Bruno-Stiftung - unternehmen aber dennoch eine "Gratwanderung" hart entlang des Abgrundes genannt "Biologismus". So so.

Und im Mittelpunkt seines Artikels steht nun niemand geringerer als der Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!". Weil wir uns - zugegeben! - den Anliegen der Giordano Bruno-Stiftung sehr verbunden fühlen. Und das nicht erst seit kurzem. Sondern schon spätestens seit der Zeit als ich feststellte, daß auch mein früherer Doktorvater, der Humansoziobiologe Eckart Voland, dort mitmacht.

Egal. Malte Jessl's Artikel ist nun jedenfalls nicht viel weniger peinlich und oberflächlich als der von Adah Gleich. Aber ihn deshalb hier auf dem Blog ganz unbehandelt lassen geht auch nicht. Der Artikel von Malte Jessl hat zwar inzwischen eine verdiente Abfuhr durch Harald Stücker erfahren, auf den erst vor drei Tagen dann auch der "Humanistische Pressedienst" von Carsten Frerk von der Giordano Bruno-Stiftung hingewiesen hat (12). Damit kann man sich schon viele grundlegendere Einwände gegen Malte Jessl an dieser Stelle sparen. Allerdings geht Stücker auf viele Einzelheiten nicht ein. Dafür hat er wohl auch keinen Anlaß. (Obwohl auch Stücker, den wir ebenfalls bislang noch nicht kannten, von Adah Gleich unter die "Rechtspopulisten" eingeordnet worden war. Denn das geht heutzutage ziemlich schnell ... Und wir haben hier noch längst nicht alle genannt, die von Adah Gleich unter diese Rubrik eingeordnet worden waren. Ist wohl auch nicht besonders wichtig. Sondern eher peinlich.)

Der Artikel von Malte Jessl - er kann vollständig im Netz nachgelesen werden (11) - bewegt sich entlang der "exemplarischen" "ideologischen" Einordnung von drei Personen:
Lauter Leute, die der Naturwissenschaft zumindest sehr nahestehen. Kritisierenswert findet Malte Jessl aber auch manche Äußerungen  
Na toll! Die schon tausendmal zwischen zwei Menschenkiefern zerkaute Grundthese von Malte Jessl lautet so langweilig, ja, peinlich wie eh und je: die Giordano Bruno-Stiftung unternimmt mit solchen, soeben aufgezählten "Freunden" eine "Gratwanderung" entlang des Abgrundes "Biologismus". Eine Gratwanderung, die "nicht immer gelingt". So Malte Jessl mit besorgtem, erhobenem Zeigefinger.

"Biologismus" ist ein bloßes, nichtssagendes Schlagwort, worauf schon Harald Stücker hinwies. Wenn nicht "Totschlagwort". Mit ihm ist in der Sache gar nichts gesagt. Malte Jessel konkretsiert deshalb sogar. Unter "Biologismus" versteht er den "Biologismus der 'Warum-Frauen-immer-Schuhe-kaufen-Schublade'." Ach je! Uff. Wer hat denn Lust, dazu noch etwas zu sagen. Wie Harald Stücker schon sagte, sind das Diskussionen, Entschuldigung!, der 1970er Jahre. Wir leben heute im Jahr 2013. Mann oh Mann, mit welchen altbackenen Uralt-Humanisten bekommt man es denn hier zu tun? Gibt es einen solchen altbackenen Humanismus noch in angloamerikanischen Ländern? Etwa rund um Richard Dawkins? Man kann es sich fast kaum noch vorstellen. Aber möglich ist alles.

Thomas Junker, Sabine Paul und Ulrich Kutschera sind im übrigen in säkularen, humanistischen Kreisen genügend bekannt und anerkannt, als daß sie sich selbst oder als daß andere sie in dieser Sache gegen einen Malte Jessl noch groß verteidigen oder in Schutz nehmen müßten.

Kritisiert: Armin Geus

Die Namen Armin Geus und Remigius Geiser werden jedoch nicht jedem so geläufig sein. Dem Autor dieser Zeilen jedenfalls waren sie ganz neu. Toll, wen da der Malte Jessl alles aufstöbert unter den Mitgliedern des Förderkreises der Giordano Bruno-Stiftung. Wie er das wohl wieder rausgekriegt hat? Nun, man lernt ja immer gern dazu. Mit diesen beiden werde also ich, Ingo Bading, von Malte Jessl in eine Reihe gestellt. Also sollte ich sie mir wohl einmal genauer anschauen.

(Das geht aber nicht von heute auf morgen. Im folgenden erst einmal nur ein Zwischenstand.) Das Schlimme an Armin Geus soll nach Malte Jessl sein, daß er 2008 einen Sammelband zur Islamkritik herausgebracht hat, in dem er neben Texten von Ralph Giordano, Thomas Junker, Hubertus Mynarek, Klaus Rainer Röhl auch Texte, so so, des Journalisten Dr. Günter Zehm (geb. 1933) und des Sozialphilosophen Professor Günter Rohrmoser (1927 - 2008) aufgenommen hat. - Ja, du liebe Güte! Wenn der gute Malte Jessl weiter keine Probleme hat. Das ist mir einfach zu billig, als darüber überhaupt irgend ein Wort zu verschwenden.

Höchstens wäre hier der Wunsch zum Ausdruck zu bringen, daß Armin Geus nun zusammen mit Günter Rohrmoser dann gleich auch noch einen Sammelband zur Christentumskritik oder zur Kritik von "Gotteswahn" überhaupt herausgebracht hätte (*freundlich lächel oder grins*). Hätte mich interessiert, ob der gute Rohrmoser und Horst Mahler-Freund da ebenso fröhlich mitgemacht hätte. (Ich vermute mal eher: nicht.) Rohrmoser steckt(e) tief drin in der christ-katholischen Lobby. Für die nichts so kennzeichnend ist wie seine Freundschaft mit dem RAF-Terroristen und Stasi-Mitarbeiter Horst Mahler. Wenn sich Armin Geus von solchen Leuten die "Schwesterreligion" des Christentums "kritisieren" lassen will, soll er das doch tun. Aber ich gehe zunächst einmal davon aus, daß Armin Geus noch andere Verdienste hat, als solcherlei, Verzeihung: ... Merkwürdigkeiten. Über die ich kein Wort verlieren würde. Nun, Malte Jessl hat halt so seine eigenen Sorgen, wenn er an die Giordano-Bruno-Stiftung denkt, benannt nach einem der größten Freigeister der Geschichte der Menschheit. (Ach je, wie kleingeistig erscheint einem das alles, wenn man sich nur einmal an diesen Geistesriesen und Feuergeist aus Italien erinnert ...)

Ja, man kann - "besorgt"! - einzelne Worte oder Taten einzelner Personen kritisieren. Aber diese Pauschalverurteilungen und -verdächtigungen, weil "mal der mit dem" usw.. Das sollte eigentlich einer freigeistigen Aufbruchbewegung unwürdig sein. Wer das nicht unwürdig findet, den kann ich gar nicht als jemanden empfinden, der sich einen gesellschaftlichen Aufbruch wirklich wünscht. Wollen wir eine derartige Gesellschaft "des Verdachts"? Hat da noch jemand Vertrauen in das Gute im Menschen? Oder herrscht das Ressentiment vor?

Kritisiert: Remigius Geiser

Und daß Remigius Geiser von Malte Jessl unredlich zitiert wird, kann jeder überprüfen, der den von Malte Jessl zitierten Text selbst liest (1) und sich nur ein wenig mit soziobiologischer Literatur auskennt. Geiser macht darin in der Tat eine eugenisch klingende Äußerung. Jessl zitiert aber nicht, daß Geiser dann weiter schreibt:
Man muß diese Vorhaltungen wissenschaftlich ernstnehmen, aber es gibt auch Gegenargumente.
Und weiter heißt es unter anderem:
Und drittens besteht neuerdings die Aussicht, daß die ganze Frage insgesamt irrelevant wird.
Nun, das klingt doch dann schon wesentlich differenzierter, als Jessl es darstellt. Wie Jessl auch überhaupt nicht herausstellt, daß - wie an dieser Stelle - auch sonst der Text von Remigius Geiser ein nur deskriptiver (wissenschaftliche Theorien und Fakten referierender) Text ist. Ein Text, der unter der Berücksichtigung seiner letzten Sätze gelesen werden muß:
Es stimmt, die Soziobiologie ist die ultimative Herausforderung der menschlichen Sozialphilosophie. Sie ist eine völlig neue Weltanschauung, ein neues System der Welterklärung. Die "darwinische Revolution" (Richard Dawkins) ist eine ideologische Revolution von fundamentaler gesellschaftspolitischer Relevanz. Die bisher dominierenden Weltanschauungen (= Memplexe) werden nicht nur herausgefordert, sondern vielleicht sogar tödlich getroffen. Klar, dass sie sich zur Wehr setzen.
- Warum denkt man bei einem solchen Satz jetzt an Malte Jessl? Weiß ich eigentlich auch nicht (*freundlich grins*). Geiser jedenfalls weiter:
Die Menschheitsgeschichte bietet immer wieder interessante Überraschungen, unvorhergesehene Wendungen, unberechenbare Entwicklungen und eine ungewisse Zukunft. Wir stehen jetzt an einem Punkt, wo der Mensch sich der egoistischen Basis seines gesellschaftlichen Handelns voll bewusst wird. Mal sehen, was er daraus macht ...
Abb. 2: Richard Dawkins - er ist dort, wo es nötig ist
Wie wahr. Und sehr richtig: "Mal sehen, was er daraus macht." So lautet der letzte Satz von Geiser in einem 36-seitigen Manuskript. Geiser behauptet also nicht von sich, auf die von ihm bloß referierte "ultimative Herausforderung der menschlichen Sozialphilosophie" in Form der Soziobiologie eine befriedigende Antwort zu wissen. Welcher Schluß also vom Sein zum Sollen gezogen werden soll, läßt er in den meisten Fällen ganz offen. Oder er gibt von sich aus nur vage Lösungsvorschläge.

Was ja zunächst einmal auch gut ist, um überhaupt unsere Erkenntnisse über das Sein ergebnisoffen zur Kenntnis nehmen zu können. Und tatsächlich ist das ja die Frage, die so viele von uns umtreibt: "Mal sehen, was er daraus macht". Dieser Mensch von heute, dessen Denken und Instinkte vom Geist des Alten Testamentes noch immer tief durchtränkt sind. Da bestehen durchaus Gefahren, in der Tat. Und um diesen zu begegnen, nennen wir uns Humanisten und identifizieren wir uns mit Humanismus. Ich denke, das gilt auch für Remigius Geiser. Jedenfalls konnte mich Malte Jessl mit seinen kurzen Zitaten keineswegs vom Gegenteil überzeugen. Remigius Geiser ist kein "falscher Freund" des Humanismus. Wer das nachweisen will, muß anders argumentieren, als Malte Jessl.

Zwischenbemerkung: Altruismus wird durch die Soziobiologie erklärt, nicht "entzaubert"

Wobei langjährige Leser dieses Blogs wissen, daß wir schon den Grundansatz des Redens von "egoistischen Genen" - also auch den Grundansatz des Textes von Remigius Geiser - für verfehlt halten. Diese Begrifflichkeit stammt von Richard Dawkins, der bei all seinen Verdiensten keinen Unfehlbarkeitsanspruch aufgestellt hat. Dieser wird ihm auch von niemandem zugesprochen. Dawkins ist auch nicht der Begründer der Soziobiologie. Sondern nur ihr bekanntester Popularisierer (neben Edward O. Wilson).

Das Verhalten, das durch die Grundtheoreme der Soziobiologie erklärt werden soll, ist vielmehr altruistisches. Daß dieser (phänotypische) Altruismus durch eine naturwissenschaftliche Erklärung auf der Ebene der Gene "entzaubert" werden könnte, ist eine weit verbreitete Einschätzung, die in unserer atheistischen Gesellschaft auch besonders gut ankommt. Sie ist aber eine interpretatorische Vorwegnahme, die uns die Natur selbst und auch die Grundtheoreme der Soziobiologie wie sie in mathematischer Form vorliegen, nicht aufdrängen. Natürlich muß alles, was in der Natur existiert, genetisch überleben. Sonst würde es ja in der Natur nicht vorkommen. Und deshalb dürfen die Lebensprinzipien der Natur nicht mit dieser Rationalität im Widerspruch stehen. Darauf gründet das Denken der Soziobiologie.

Abb. 3: Simon Conway Morris
Daß das genetische Überleben aber das einzige Lebensprinzip in der Natur sein soll, ist ein Mythos, den auch der Begründer der Soziobiologie, William D. Hamilton, nie vertreten hat. Im Gegenteil. Er hat ähnlich wie etwa Isaac Newton immer betont, daß er glaubt, daß die Welt so wunderbar ist, daß sie sich nicht durch wenige mathematische Formeln entzaubern läßt (13). Es handelt sich jedoch um einen von Richard Dawkins formulierten Mythos, den auch Remigius Geiser ein wenig gar zu drastisch und übertrieben darstellt.

Wobei Richard Dawkins selbst schon längst viel weiter ist. Andere Lebensprinzipien der Evolution werden heute etwa mit dem allseitig vorkommenden Tatbestand von "konvergenter Evolution" erforscht. Simon Conway Morris schließt aus dem allseitigen Vorkommen derselben auf eine Zielgerichtetheit der Evolution (gegen Stephen Jay Gould's "Zufall Mensch"). Und Richard Dawkins schrieb schon 2004 im abschließenden Kapitel seines schönen Buches "Ancestors Tale", daß er grundsätzlich Conway Morris darin folgen könne. Dawkins denkt also viel ergebnisoffener als viele seiner stiernackigen Anhänger.

Kritisiert: Ingo Bading

Nun aber weiter im Text von Malte Jessl. Vorweg sei noch bemerkt, daß wir nach den Diskussionen rund um "Generation Giordano" (4 - 6) eine Zeit lang einmal versucht haben, den diffamierend gegen die Giordano Bruno-Stiftung angewandten Begriff "völkischer Humanismus" positiv zur Beschreibung unseres Blogs zu verwenden (7). Nachdem im April 2013 schon Facebook-Freundin und Blogleserin Nina Hagen die Verwendung dieses Begriffes kritisiert hat, haben wir ihn jetzt - ja, nach der Lektüre des Artikels von Malte Jessl! - wieder aus der Selbstbeschreibung des Blogs entfernt. Denn offensichtlich verleiten wir Kritiker unseres Blogs mit der Verwendung dieses Begriffes zu zu oberflächlichem Denken und Wahrnehmen. Während wir das genaue Gegenteil mit der Verwendung dieses Begriffes hatten erzielen wollen (7). Deshalb also jetzt nicht mehr in der Selbstbeschreibung. - Ob wohl der ganze Artikel von Malte Jessl geschrieben worden wäre - hätte geschrieben werden können -, wenn wir auf die Verwendung dieses Begriffes von vornherein verzichtet hätten? Jedenfalls setzt er seinen Artikel folgendermaßen fort:
Von der Evolution zum „Volk“
Zugestanden werden muss Geiser allerdings, dass er sich zumindest recht deutlich gegenüber Nationalismus und Rassismus abgrenzt.
Eine solche Abgrenzung ist nicht die Sache von Ingo Bading, auf den Adah Gleich auch kurz in ihrem Artikel eingeht. Bading ist Gründungsmitglied der Initiative Humanismus und Mitverfasser des „Manifests“ der Gruppe. Gleich wirft Bading – und hier zeigt sich wieder die Oberflächlichkeit ihrer Kritik – lediglich vor, dass er die Strafbarkeit der Holocaustleugnung ablehnt ...
In einer Anmerkung schreibt Jessl dazu: "Diese Position teilt Bading mit so unterschiedlichen Autoren wie Henryk M. Broder und Noam Chomsky, entsprechend wenig sagt sie also über seinen ideologischen Hintergrund aus." Eine sehr informierte Anmerkung, aus der sogar wir noch etwas lernen. Warum ist Diplom-Biologe Malte Jessl sonst nicht so gut informiert? Er fährt dann nämlich fort:  
... und bemerkt dabei gar nicht die wirklich bedenklichen Aspekte seiner Ideologie. Auf Badings „Weltnetzseite“ [sic!] Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt ist folgende Selbstdarstellung zu lesen:
„Dieser Blog vertritt einen völkischen Humanismus, weil er mit den Erkenntnissen der Evolutionären Anthropologie und Humangenetik weiß, dass die Humanevolution bisher immer in Völkern stattgefunden hat und – ganz offensichtlich – auch künftig stattfinden wird. Und für diese Erkenntnis muss es einen Namen geben. Völkischer Humanismus scheint uns der geeignete dafür zu sein.
Die öffentliche Debatte rund um das Buch von Thilo Sarrazin ‘Deutschland schafft sich ab’ bewegte sich sowohl in ihrem rationalen wie in ihrem emotionalen Kern rund um diese sowohl natur- wie kulturwissenschaftliche Erkenntnis.
Es muss einfach verstanden werden, dass konsequent vertretener Evolutionärer Humanismus (EH) per se politisch unkorrekt ist, unter anderem deshalb, weil die Natur, Evolution und Humanevolution selbst sich nicht an politische Korrektheit gehalten haben und weil politische Korrektheit direkt in ‘Controlled Demolition’ ganzer fortschrittlicher Gesellschaften führt. Unter anderem weil EH deshalb zwangsläufig nicht nur Religions-, sondern auch Ideologiekritik mit einschließt und einschließen muß. Und unter anderem weil EH deshalb spätestens seit K.-H. Deschner und Colin Goldner, Robert Trivers, Richard Dawkins, Noam Chomsky, Kevin MacDonald, James Watson und vielen anderen auch immer Hintergrundpolitik- und Lobbymächte-Kritik mit einschließen muss.
Die Humanevolution fand 200.000 Jahre lang in Stämmen und Völkern statt. Es besteht viel Anlass dafür zu vermuten, dass die Weltall-Entstehung und die Evolution zielgerichtet erfolgt sind, was auch Richard Dawkins für möglich hält. Wenige andere Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft werden heute von allen globalisierenden Priestern und Ideologen mehr gefürchtet, als diese, denn mit ihnen ist ihnen ihre ‘Sinngebungs’-Funktion vollständig entzogen.
[...]
Multikulturelle Gesellschaften sind jene Gesellschaften, die weltweit am schlechtesten funktionieren (Robert Putnam) und die außerdem der Humanevolution nicht ausreichend Material geben, denn Humanevolution findet auf mehreren Ebenen statt, nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf Gruppenebene, wie die Humangenetik allerseits derzeit besser erkennt.
Dies ist deshalb ein Blog wider das von Lobbymächten aufrecht erhaltene ‘Wissensgefälle’ zwischen Eliten und Volk. Ein Blog wider die zahlreichen gesellschaftlichen Selbstmordprogramme der intellektuellen Eliten.“ (Rechtschreibfehler korrigiert)
Es bleibt jedem selbst überlassen, wo genau zwischen den Eckpunkten „völkische Ideologie“, „Verschwörungstheorie“ und „geistige Verwirrung“ Bading einzuordnen ist. Dass seine Positionen indiskutabel sind und rein gar nichts mit Aufklärung und emanzipatorischer Religionskritik zu tun haben, sollte aber schon nach Lektüre dieser wenigen Zeilen klar sein – zahllose weitere Belege dafür lassen sich auf seinem Blog finden.
Was eigentlich an dieser Selbstdarstellung nun rein sachlich, inhaltlich "bedenklich" ist, was "indiskutabel" ist, was "geistige Verwirrung" darstellt, was "rein gar nichts mit Aufklärung und empanzipatorischer Religionskritik zu tun hat", sagt Malte Jessl nicht. Ihm ist es "schon nach Lektüre dieser wenigen Zeilen klar".

"Zahllose weitere Belege dafür lassen sich auf seinem Blog finden," unkt er noch weiter. Nun, wenn er es nicht begründet, sehen wir auch keinen Anlaß, ihm zu begründen, warum wir das natürlich nicht so sehen.

Warum ist eigentliche eine Abgrenzung von Nationalismus und Rassismus "keine Sache von Ingo Bading"? Hat Malte Jessl zahllose Artikel dieses Blogs nicht gelesen? Wir grenzen uns sogar nicht nur von Nationalismus und Rassismus ab. Wir fragen auch: Wo kommen sie her? Und zwar in ihrer fürchterlichsten geschichtlichen Ausprägung. Und wir haben hier die Moral und Ideologie des Alten Testamentes identifiziert, auf der sich alle drei großen Weltreligionen gründen. Und wir haben die Moral und Ideologie völkischer, freimaurernaher Okkultlogen während des 20. Jahrhunderts dafür ausgemacht. All das braucht ja Malte Jessl nicht zu erwähnen, wenn er uns mangelnde Abgrenzung von Nationalismus und Rassismus vorwirft.

Gruppenselektion - Dieser Blog steht für Wissenschaft, nicht Ideologie

Aber um es auch noch einmal einem Malte Jessl klar zu sagen: Wir weisen es überhaupt entschieden zurück, daß wir eine "Ideologie" vertreten würden. Daß Evolution und Humanevolution Gruppenevolution sind, ist nicht "Ideologie", sondern eine in der derzeitigen Wissenschaft heiß erörterte Frage. Malte Jessl sollte schon davon gehört haben. Wenn nicht, sollte er schweigen. Denn schon an der Dauer der innerwissenschaftliche Diskussion rund um diese Fragen wird deutlich, daß diese Frage keine wissenschaftliche "Eintagsfliege" ist. Sie wurde von Charles Darwin höchstselbst in den Ring geworfen. Wie man schon am Untertitel seines Hauptwerkes ablesen kann.

Sie erfuhr dann von eben jenem eigentlichen Begründer der Soziobiologie William D. Hamilton erstmals in der Wissenschaftsgeschichte eine Zurückweisung (1964). Durch diese Zurückweisung wurde die Soziobiologie einstmals begründet. Im Jahr 1964. Und sie wurde von demselben innovativen Denker (!) nur wenige Jahre später (um und nach 1967), zusammen mit George R. Price wieder aufs Tapet zurück gebracht. Einfach durch mathematische Herleitung. Nicht durch irgend ein "Wunschdenken" (vgl. die wunderbaren autobiographischen Texte in "Narrow Roads of Gene Land" dazu [13]). Price war sicher der letzte, der mit einem solchen Ergebnis seiner Price-Gleichung gerechnet hatte. Und das alles geschah zu einer Zeit, als alle Welt noch Mühe hatte, die ursprüngliche Hamilton'sche Zurückweisung der Gruppenselektion nachzuvollziehen. So "gegenläufig" kann Wissenschaftsgeschichte sein.

Aber die Neuformulierung der Gruppenevolution durch William D. Hamilton und George Price hat seither mit Soziobiologen wie David Sloan Wilson und zahllosen anderen, schließlich sogar mit Edward O. Wilson, ständig mehr Anhänger hinzugewonnen. Sie steht heute in der Mitte der soziobiologischen Forschung. Nur wird sie heute oft auch unter Begriffen wie "Superorganismus" erörtert. (Ein Ameisenstaat, ein Bienenvolk und natürlich auch eine menschliche Gesellschaft sind "Superorganismen".) Oder unter dem Begriff "multi-level-selction" (Mehr-Ebenen-Selektion). Von einem Diplom-Biologen wie Malte Jessl erwarte ich, daß er sich zuvor informiert, bevor er, was diese Themen betrifft, von "Ideologie" spricht. Auf unserem Wissenschaftsblog "Studium generale" behandeln wir diese Fragen schon in der Kurzbeschreibung. Warum ist eigentlich nicht diese Kurzbeschreibung von Malte Jessl zitiert worden?

Mag ja sein, daß für Malte Jessl die ganze Soziobiologie "Ideologie" ist. So ein bischen klingt das bei ihm durch. Aber dann sollte er das auch so sagen. Oder liegt die "geistige Verwirrung" womöglich auch sonst auf seiner Seite? Nämlich in der Form, daß er von den eben genannten Entwicklungen noch nicht besonders viel sollte mitbekommen haben? Daß er nichts gehört hat von "Lewontins Fehlschluß", von der "Naturgeschichte der aschkenasisch-jüdischen Intelligenz", von der Aussage von Stephen Pinker im Jahr 2006, daß die "gefährlichste Idee der nächsten zehn Jahre" die Idee von den angeborenen Begabungsunterschieden zwischen den Völkern wäre?

Und warum soll es - womöglich - ein Zeichen für "geistige Verwirrung" darstellen, wenn man sich auf Robert Putnam beruft, den Autor von "Bowling Alone"? Den Erforscher multikultureller Gesellschaften? Wer ist hier geistig verwirrt oder überfordert? - Das Reden von "geistiger Verwirrung" ist im übrigen beleidigend.

Nachtrag (18.6.2013)

Wie wir erst nachträglich - und gewiß auch zu unserer Beruhigung feststellen - scheinen Adah Gleich und Malte Jessl innerhalb der GBS selbst nicht unumstritten zu sein. Rechtfertigte doch Malte Jessl vor einem Monat in einem "Diskussionsbeitrag" auf der Seite des von der GBS gegründeten "Humanistischen Pressedienstes" (14) - offenbar insbesondere gegenüber Michael Schmidt-Salomon persönlich - einmal erneut seine sehr pauschalen "Biologismus"-Vorwürfe im Grunde gegen einen großen Teil der Evolutionären Psychologie überhaupt.

Es steht nicht zu vermuten, daß er mit diesen neuerlichen Äußerungen sich gegenüber der Mehrheit der Leser überzeugender äußern würde, als mit seinen bisherigen. Und nicht die Glaubwürdigkeit der säkularen Szene steht auf dem Spiel, wie Malte Jessl darin unkt, sondern viel mehr seine eigene. Wie man ihm nur sehr ernsthaft raten kann. - Zum Beispiel: Hypothesen sind in der Wissenschaft dazu da, überprüft und danach angenommen oder verworfen zu werden. Jessl führt aber in seinem Artikel einige Hypothesen nur ganz kurz an, die er schon ohne empirische Überprüfung als "absurd" und damit offenbar gar nicht erst der Überprüfung für wert empfindet. (So wie er das ja oben auch gegenüber unserer Blogbeschreibung tat.) Eine dieser Hypothesen stammt noch dazu von dem verdienten Evolutionären Psychologen Edward O. Wilson persönlich.

So arbeitet aber die Wissenschaft nun einmal nicht. Und schon gar nicht die Soziobiologie. Richard Dawkins schreibt in seiner Neuauflage von "Das egoistische Gen", daß er inzwischen davon überzeugt worden wäre, daß einige Theorien, die er zuvor für zu "verrückt", zu "verstiegen" gehalten hatte, um wahr zu sein, nun doch für wahr halten würde. Und zwar im Zusammenhang mit seiner Behandlung des von Amoz Zahavi in die Wissenschaft eingeführten "Handicap-Prinzips". Konrad Lorenz hinwiederum übte sich daran, jeden Morgen eine seiner "Lieblingshypothesen" zu verwerfen. Das würde geistig frisch halten.

Vielleicht sollte sich Malte Jessl einfach einmal für ein halbes Jahr einmal monatlich in das Doktoranten-Seminar des von ihm schon interviewten (15) Eckart Voland in Gießen setzen. Vielleicht bekommt er dabei dann ein besseres Gefühl dafür, wie man heutzutage sinnvoll in und mit - oder gerne auch gegen - die Soziobiologie oder soziobiologisches Forschen argumentieren kann. Und wie nicht. Auch Abstract-Bände von jährlichen Tagungen der US-amerikanischen "Human Behavior and Evolution Society" (HBES) oder ihres deutschen Ablegers, der "MVE-Liste" (auch einen europäischen Ableger gibt es) könnten hierfür dienlich sein. Welch eine Fülle von zum Teil schrillen und verstiegenen Thesen findet man da jährlich behandelt! Das ist geistig durch und durch erfrischend. Das ist doch das Schöne an dieser Wissenschaft, daß sie noch jung ist und dem Ideenreichtum vielfältigsten Spielraum läßt.

Im Grunde verwundert der Eifer von Malte Jessl. Schließlich hat er als Journalist und Wissenschaftsjournalist doch ansonsten schon manches durchaus Beachtliche veröffentlicht, wie eine Netzsuche ergibt (16 - 21). Wir selbst, so erfahren wir dabei auch, zitierten ihn schon im Jahr 2008 im Zusammenhang mit einer uns sehr wichtigen Thematik (Monogamie und Evolution von Altruismus).
___________________________

Literatur 
  1. Geiser, Remigius: Alles nur schnöder Egoismus - die biologischen Grundlagen des menschlichen Soziallebens. In: In Familie und Gesellschaft. (= Bräuche im Salzburger Land. Zeitgeist/Lebenskonzepte/Rituale/Trends/Alternativen. CD-ROM 3) Hrsg. Lucia Luidold und Ulrike Kammerhofer-Aggermann Redaktion: Melanie Lanterdinger. (= Salzburger Beiträge zur Volkskunde 15) Salzburg 2005; auch auf: http://remigius.org/
  2. Jessl, Malte: Das Gehirn im Doppelpack. Rezension von Hans G. Gassen "Das Gehirn". In: Spektrum der Wissenschaft, 2. 8. 2008 (weitere Artikel und Rezensionen in "Spektrum d.W." und in "Gehirn & Geist", 2008)
  3. Bading, Ingo: Mit Facebook-Demokratie wider die Macht von Lobbygruppen! GA-j!, 15. Oktober 2011
  4. Bading, Ingo: "Generation Giordano" - inmitten einer Wolke aufgewirbelten Staubes. "In erster Linie bin ich Humanist und Menschenfreund. Für mich gibt es keine Völker, sondern nur Menschen." (David Farago) GA-j!, 18. Oktober 2011
  5. Bading, Ingo: "Die Anerkennung biologisch-kultureller Evolution mit allen ihren beobachtbaren Unterschieden gehört zum Wesen des Humanismus." Lichten sich die Staubwolken rund um "Generation Giordano"? GA-j!, 21. Oktober 2011
  6. Gleich, Adah; Navissi, Frank: Wirbel um die Generation Giordano. In: MIZ 4/2011 (Materialien und Informationen zur Zeit) 
  7. Bading, Ingo: Ist Evolutionärer Humanismus "völkischer Humanismus"? Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 18.11.2012
  8. Stücker, Harald: Angst vor der Ungleichheit. Auf: Evidenz-basierte Ansichten, 21.1.2012
  9. Gleich, Adah: Woher der Wind weht - Rechtspopulismus in der säkularen Szene. In: diesseits – Das Magazin für weltlichen Humanismus, September 2012 (Editorial) (s.a. Wissenbloggt) [vollständiger Text kann auf Anfrage vom Blogautor zugesandt werden]
  10. Schedel, Gunnar: Aufklärung und Denunziation. In: MIZ 3/2012
  11. Jessl, Malte: Falsche Freunde. Rechte in der säkularen Szene sind selten, aber ein deutliches Zeichen für eine falsche Außenwirkung. In: MIZ 4/2012
  12. Stücker, Harald: Politisch korrekt und moralisch orientierungslos. Auf: Evidenz-basierte Ansichten, 13. 2. 2013; auch auf Freidenker.at, 13.2.2013; auch auf: Humanistischer Pressedienst, 10.6.2013  
  13. Hamilton, William D.: Narrow Roads of Gene Land. Vol. 1. Oxford University Press, Oxford 1996
  14. Jessl, Malte: Das Kreuz mit der Biologie. Diskussion. Humanistischer Pressedienst, Nr. 15885, 10.05.2013
  15. Jessl, Malte: Irrtum Sozialdarwinismus. Charles Darwin zum 200. Geburtstag (5). HR 2 Wissenswert, Freitag, 13.02.2009 (Audio) (pdf
  16. Jessl, Malte: "Im Namen des Islam werden im Iran Frauen hingerichtet" - Shahnaz M., vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchtet, kritisiert die Religion aufs Schärfste. In: Frankfurter Rundschau, 4.4.2007
  17. Jessl, Malte: Ernst Haeckel - Darwins Prophet. Charles Darwin zum 200. Geburtstag. HR 2 Wissenswert, 16.02.2009 (Audio)
  18. Jessl, Malte: Der Mann, der uns zum Affen machte. Zum 175. Geburtstag von Ernst Haeckel. In: Spektrum der Wissenschaft, 13.2.2009, Die Welt, 16.2.2009 
  19. Jessl, Malte: Warum die Sprache der Musik universell ist - Ein Stamm in Afrika hörte jetzt erstmals Elvis und die Beatles. In: Die Welt, 23.3.2009, Berliner Morgenpost, 23.03.2009 
  20. Jessl, Malte: Debatte über den Ursprung der Menschenrechte. Veranstaltungsbericht. Humanistischer Pressedienst, Nr. 8193, 11.11.2009
  21. Jessl, Malte: Eine angeknabberte Plastiktüte. 3-Sat, 16.7.2012  

Dienstag, 11. September 2012

Paperblog, ade!

Dies wird mein letzter politischer Blogbeitrag auf dem Bloggerportal Paperblog sein. Einige der Gründe dafür kann die Paperblog-Redaktion in ihrem Email-Postfach finden, das sie schon seit Tagen scheinbar nur noch ungenügend, wenn überhaupt sichtet, oder dessen Spam-Einstellungen ihr wichtige Emails durch die Lappen gehen lassen. Also, Paperblog-Redaktion, bitte mal meine inzwischen schon drei Emails an Euch lesen!

Ansonsten: Es hat mir immer Spaß gemacht hier bei Paperblog. Aber der politische Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt" hat trotz der inzwischen recht langen Zeit, in der er parallel seine Beiträge auch auf Paperblog veröffentlicht, keinen solideren, festeren Leserstamm gewonnen, keine Leser, die sich regelmäßiger und öffentlich zu ihm bekennen würden. Er hat durch Paperblog vielleicht einige investigative Journalisten und Mitblogger auf sich aufmerksam gemacht, auch mitunter Redaktionen und Verlage - aber die wirklich richtigen waren noch nicht dabei!

Der Bloginhaber ist der Meinung, daß in künftigen Jahren die Bedeutung mancher Bloginhalte von vielen Lesern schon eher eingesehen werden, als das noch heute der Fall ist.

Soll er sich dennoch all der Widernisse aussetzen, denen sich Blogger heutzutage aussetzen, insbesondere, wenn sie ihre Beiträge durch solche Portale wie Paperblog multiplizieren lassen? Dieser Blog hat für sich genommen gar nicht das finanzielle Polster, um sich einem "Abmahnwahn 2.0" entgegenzustellen, den er selbst schon ansatzweise zu spüren bekommen hat, und der jederzeit erneut zuschlagen kann, ganz plötzlich, aus heiterem Himmel. So wie man früher im Wald von den Räubern überfallen wurde. Dieser Blog hat auch bislang so gut wie keine Solidarität von anderen, ähnlich ausgerichteten Bloggern erfahren, keinen regelmäßigeren Zuspruch. Jedenfalls nicht einen, der einen ermutigen würde, auch bei etwas schärferem Gegenwind hier bei Paperblog weiterzumachen. Jeder wurstelt nur so vor sich hin. So geht das alles erst mal nicht.

Ade, Paperblog - aber nur mit den politischen Beiträgen, nicht mit den kulturellen und wissenschaftlichen

Es wird immer deutlicher, daß bei der derzeitigen merkwürdigen Rechtslage man als Blogger doch ein nicht geringes Risiko eingeht. Und das will ich dann - wenn schon - hübsch bescheiden in meinem eigenen kleinen "Blogger-Eckchen" eingehen und nicht noch zusätzlich auf einem "mulitplizierenden" Portal wie Paperblog. Wer den politischen Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" und seine Themen sucht, der wird ihn finden - mit oder ohne Paperblog. Davon muß man einfach mal ausgehen.

Ich werde also die Paperblog-Redaktion in einer vierten Email auffordern, alle meine jüngeren politischen Beiträge hier auf dem Portal so bald als möglich aus dem Netz zu nehmen. Auf meinem eigenen Blog können sie alle immer noch gelesen werden. Dort können sie auch jederzeit ohne Umschweife vom Autor selbst verbessert werden oder gegebenenfalls unverzüglich aus dem Netz genommen werden, wenn dies als notwendig erscheinen sollte. Leider zeigt sich, daß das hier bei Paperblog oft nur mit zum Teil erheblicher Zeitverzögerung möglich zu sein scheint. Ein Blog ist keine Bibel und will nicht auf 2000 Jahre hinaus "ewige Wahrheiten" verkünden. Sondern er will einfach nur zur Diskussion, zum Nachdenken anregen, mehr nicht. Und dazu muß mitunter auch mal schneller reagiert werden können.

Meine Blogbeiträge wissenschaftlichen und kulturellen Inhaltes will ich gerne weiterhin auf Paperblog erscheinen lassen und wünsche mir auch weiterhin zu diesen aufbauende, freundliche und weiterführende Resonanz! Nein, natürlich noch mehr als bisher! :-)

Dienstag, 24. April 2012

Ich bin Mitwisser satanistischen Mißbrauchs - wohin soll ich mich wenden?

Unsere Blogs haben ein sehr weites Themenspektrum und verstehen sich als ein "Studium generale". - Der philosophische Ansatz, der für uns hinter einem solchen "Studium generale" steht, ist die Erkenntnis G.F.W. Hegels, daß die Wahrheit "das Ganze" ist. Also alle Bereiche menschlichen Wissens und menschlicher Erfahrung stellen in ihrer notwendigen Widerspruchslosigkeit zueinander ein deutliches Wahrheitskritierium füreinander und für unsere Gesamtdeutung der Welt und des Lebens dar. Deshalb wird auf unseren Blogs nicht nur Kritikwürdiges behandelt, sondern auch neutrales Wissenswertes, sowie Aufbauendes. Das Kritikwürdige ist zumeist in den Bereichen Politik und Geschichte angesiedelt, das Aufbauende zumeist in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Philosophie. So also wird hier ein "Studium generale" verstanden. Man kann auch rein psychologisch nicht immer nur Kritikwürdiges behandeln. Dabei würde einem auf Dauer psychologisch die Puste ausgehen. Ebenso wäre es wohl unangemessen, immer nur die positiven Seiten des Lebens und unserer Welt sehen zu wollen. -

Daß wir nun ein halbes Jahr lang uns vergleichsweise tief in die Themen "Elitärer Satanismus" und "Satanistische Psychosekten" eingearbeitet haben, hatte seinen Ursprung vor allem in zeitgeschichtlichen Erkenntnisinteressen bezüglich der Mächte, die hinter dem Dritten Reich standen. (Und die wir deshalb natürlich zu den kritikwürdigen, nicht zu den aufbauenden Kräften in unserer Welt zählen.) Allerdings wurde bei Beschäftigung mit dem Thema schnell klar, daß es ein sehr aktuelles ist, und daß davon auch heute sehr viele Menschen zum Teil sehr persönlich betroffen sind. Nämlich als Überlebende satanistischen Mißbrauchs, bzw. als Angehörige und Freunde solcher Überlebenden. Bzw. zum Teil sogar als  Mitglieder der Tätergruppen selbst oder als deren Angehörige.

Das Interesse an unseren Beiträgen zum Thema elitärer Satanismus ist nun offenbar ein Bleibendes. Sechs bis sieben von zehn der meistgelesenen Blogposts hier auf dem Blog (siehe ganz unten: "Beliebte Posts") beziehen sich auf das Thema Elitärer Satanismus. Und auch immer wiederkehrende persönliche, vertrauliche, tastende Anfragen an den Blogautor von Seiten Betroffener zeigen, daß das Thema weiterhin "heiß" ist und viele Menschen beschäftigt.

Und offensichtlich gibt es nur wenige Blogs, die - so wie dieser - sich dieses Themas bislang so umfassend angenommen und zum Teil auch sehr detailliert behandelt haben. In den meisten Fällen werden diese Themen sonst in Büchern und Filmdokumentationen behandelt. Und selbst dort treten zumeist die satanismusnahe, freimaurerähnliche Psychosekte Fraternitas Saturnis und der Psychosekten-Guru Ralph Tegtmeier, seine Freunde, "Mitbrüder" und Schüler nicht so deutlich in den Vordergrund wie sie es aufgrund der Recherchen unseres Blogs getreten sind. 

Was sollen wir also auf solche Anfragen antworten? Wie gesagt empfinden wir uns hier auf dem Blog gar nicht als "spezialisiert" genug, um in Einzelfällen konkrete Hilfe leisten zu können oder konkreten Rat geben zu können. Unser Wissen über das Thema ist ein reines "Bücher"-Wissen, bzw. beruht allein auf Internet-Recherchen. Der Blogautor kennt keinen Betroffenen persönlich. Auch keinen sonstigen Satanismus-Kritiker persönlich. Wir haben hier auf dem Blog selbst keinerlei direkt persönliche Erfahrungen mit diesem Thema. (Abgesehen von den - auf dem Blog dokumentierten - Einschüchterungsversuchen von Seiten der "Fraternitas Saturnis". Diese waren freilich schon lehrreich genug.)

Es ist etwas anderes, als Unbetroffener über Fälle maßloser Ungerechtigkeit und maßloser, nicht ausreichend verfolgter Verbrechen in unserem Staat zu recherchieren und zu berichten, als selbst davon betroffen oder Mitwisser zu sein. Das ist natürlich klar. Und das gilt es zu berücksichtigen.

Ich gehe unter dem Aspekt der an unseren Blog gerichteten persönlichen Anfragen noch einmal die wichtigsten Autoren meiner Literaturliste zum Thema durch. Sie alle müßten doch ebenfalls - ebenso wie dieser Blog - auf diese Themen ansprechbar sein und ebenfalls bereit sein, die Öffentlichkeit mit Hilfe neuer Zeugen zu informieren. Vielleicht werden sie sich dann auch gründlicher mit der Person Ralph Tegtmeier und der Fraternitas Saturnis von heute beschäftigen, als sie das bisher in ihren Veröffentlichungen getan haben.

Welche Autoren und Journalisten kann man grundsätzlich ansprechen?

Ich weiß nicht, ob sich die Autoren Guido Grandt, Wolfgang Eggert, Jürgen Roth dieser Fragen noch einmal tiefergehender auf dem heutigen Kenntnisstand und mit neuen Zeugenberichten annehmen wollen. Sie publizieren inzwischen alle drei auch im Internet (vgl. Guido Grandt, Dorian Grey, Mafialand) und ich könnte mir denken, daß sie dazu bereit sind. 

Neues Buch über die Colonia Dignidad
Der letzte Eintrag auf dem Blog der verdienstvollen Buchautorin Ulla Fröhling stammt aus dem Jahr 2008. Sie hat aber, wie man auf ihrer Seite sehen kann, gerade ein neues Buch über die Colonia Dignidad herausgebracht (siehe Abb.). Sie ist also ebenfalls weiter investigativ an diesen Themen dran und dürfte deshalb offen sein für neue Zeugenberichte nicht nur wie hier zum Thema freikirchlich(-"jesuitische"), sondern auch direkter zum vormals von ihr behandelten Thema satanistische Psychosekten. Das Internet-Forum der verdienstvollen Buchautorin Karin Jäckel hat sogar aktuelle Einträge. Bei dieser Gelegenheit nimmt man überhaupt mit Überraschung zur Kenntnis, wie viele Bücher auch Karin Jäckel schon geschrieben hat.

Wünschenswert wäre sicher ein engerer Zusammenschluß aller gegenwärtigen Satanismus-Kritiker im Internet, um eine Art "Lobby" für dieses Thema zu bilden, um schnelleren Erfahrungs- und Informationsaustausch zu gewährleisten, damit man nicht mehr so einfach eingeschüchtert werden kann, wie "Einzelinitiativen", Einzelpersonen, Einzelautoren und einzelne, für sich arbeitende Blogs. Das war ein starkes Empfinden des Blogautors, als er die Zuschriften von Seiten der Fraternitas Saturnis erhielt.

Denn das Medium Internet selbst stellt ja - wie immer mehr Menschen bewußt wird - heute das sicherlich größte Machtmittel dar für die Machtlosen. Aber selbst solche Organisationen wie die Renate-Rennebach-Stiftung oder vergleichbare Institutionen nutzen das Internet derzeit offenbar noch nicht genügend und regelmäßig genug für Aufklärung, Lobbyismus und Unterstützung der Überlebenden satanistischen Mißbrauchs. (Oder sollten dort nur mehr Leute Förderanträge stellen für ihre eigenen Initiativen?)

Journalisten wie Frank Nordhausen oder Filmemacher wie Liz Wieskersstrauch sollten für diese Themen eigentlich ebenfalls ansprechbar sein. Gerne würde wir übrigens auch über Erfahrungen hören, die einzelne machen bei der Anfrage bei einzelnen Leuten.

Wie steht es diesbezüglich mit dem österreichischen Buchautor Helmut Lammer? (Müßte noch genauer recherchiert werden.) Mit Hans Ulrich Gresch haben wir hier auf dem Blog in den Kommentaren schon längere Diskussionen geführt. Er hat, soweit uns übersehbar, eine aus seiner Sicht weniger "ausufernde" Deutung des Themas "Mind Control" als wir. Aber wer mit ihr zurecht kommt, sollte sich sicher auch an ihn wenden können. 

Natürlich ist, was die eher medizinische Seite des Themas betrifft (also die Krankheit Multiple Persönlichkeitsstörung) der beste Ansprechpartner gegenwärtig in Deutschland Michaela Huber. Ihre Verweisliste dürfte für Betroffene sehr wertvoll sein, da man hier wohl weitgehend sicher sein kann, daß sie nur seriöse Verweise nennt. 

Durch die zahlreichen Internetforen und Internetseiten, auf denen sich Überlebende satanistischen Mißbrauchs jeweils in der ihnen eigenen persönlichen Form austauschen (das kann je nach Persönlichkeit und durchgemachten Erfahrungen sehr unterschiedlich sein), habe ich mich nie gründlich durchgearbeitet. Eine kleine Auswahl von ihnen findet sich auch auf meiner Literaturliste, allerdings wohl eine ganz willkürliche. Hier sollte sich jeder noch einmal selbst durcharbeiten und nach den ihm geeigneten Seiten suchen. Hier werden Betroffene sicherlich noch viele gute Ratschläge und Erfahrungen sammeln und austauschen, die einzelne mit ihrem Erlebten und ihrem Wissen gemacht haben.

Mit all diesen Ausführungen wollen wir niemanden, der bei unserem Blog vertraulich anfragt, "abwimmeln". Wir wollen damit nur sagen, daß es sicherlich noch kompetentere und erfahrene Netzautoren gibt als uns, die man als Betroffener und Mitwisser ansprechen kann. Wenn man trotz der vorstehend gegebenen Ratschläge und Anlaufstellen sein Wissen hier auf dem Blog veröffentlichen möchte, sende man uns bitte gerne Berichte ein. Der Blogautor schaut sich dann genau an, was er in welcher Weise veröffentlichen möchte. Das kann natürlich gerne auch anonym veröffentlicht werden. Und erst nachdem die überarbeitete Form vom Einsender genehmigt wäre, würde der Beitrag dann hier auf dem Blog (und damit automatisch zugleich auch auf "Paperblog") veröffentlicht werden. Dazu möchte der Blogautor gerne ermutigen. Denn was dieser Blog kann, will er natürlich gerne dazu beitragen, daß in diese Thematik in der Öffentlichkeit, in der Politik und in den Strafverfolgungsbehörden mehr Zugkraft und Bewegung hineinkommt.

Wenn ich recht sehe, sind es wohl die weitreichenden politischen und zeitgeschichtlichen Implikationen, die viele diesen Blog bezüglich dieses Themas so ansprechend erscheinen lassen. Ja, der Blogautor ist Historiker und an dem Aufbruch der gegenwärtig verkrusteten gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse sehr interessiert. Wenn es also vor allem diese Seite ist, die Leute veranlassen, hier auf dem Blog ihr Wissen gern veröffentlicht sehen zu wollen - dann nur her damit. 

Mit schnellen Erfolgen darf man jedoch bezüglich dieses Themas gegenwärtig nicht rechnen. Die Art, wie von der Politik gegenwärtig schon allein die Überlebenden kirchlichen und reformpädagogischen Mißbrauchs - sprich sehr oft die Überlebenden systematisch psychosektenartig angewandter elitärer Schwarzer Pädagogik - behandelt und abgespeist werden, sollte einen bezüglich des Themas Satanismus erst recht realistisch machen. Selbst die organisierten evolutionären Humanisten und "Skeptiker" haben sich bislang des Themas Satanismus noch nicht wirklich angenommen.*) Aber jeder und jede denke doch daran, daß sein und ihr Bericht dazu beitragen kann, daß künftig weniger Menschen ähnliches erleiden müssen wie er selbst oder seine Angehörigen.

Nach Einschätzung des Blogautors übrigens werden sich satanistische Psychosekten gegenwärtig und künftig viel mehr als früher hüten, Menschen, die sich an die Öffentlichkeit wenden, einzuschüchtern. Und um so mehr sich an die Öffentlichkeit wenden, um so mehr werden diese Psychosekten sich hüten. Sie scheinen darauf zu spekulieren, daß sich die Öffentlichkeit an dieses Thema "gewöhnt" und sie dann dennoch so weitermachen können wie bisher. "Glückliche Sklaven" gewöhnen sich ja bekanntlich an alles. Ob sie hier richtig rechnen, hängt natürlich von uns allen ab.

Und abschließend: Wer noch bessere Ratschläge geben kann, als in diesem Beitrag gegeben werden - oder an diesen etwas zu kritisieren findet, soll sich bitte gleich melden.

[Ergänzung 28.10.2017] Dieser Blogartikel ist seit fünf Jahren nicht mehr überarbeitet worden. Um aber doch einige der wichtigsten Entwicklungen in diesen fünf Jahren zu nennen, hingewiesen insbesondere auf den Umstand, daß durch die beiden deutschen Spielfilme "Operation Zucker" (2012) und "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" (2016) zumindest für Deutschland und zumindest der Sache nach eine neue Diskussionsgrundlage geschaffen worden ist ist (s. GA-j!, 2017).

Vor allem aber sei darauf verwiesen, daß es inzwischen das "Infoportal Rituelle Gewalt" gibt (verantwortlich: Claudia Fischer, Bielefeld), das in - soweit übersehbar - sehr seriöser Form wertvolle Hinweise zur Thematik gibt. Auch wird dort empfehlend weiter verwiesen auf die Internetseite https://lichtstrahlen-oldenburg.de/lichtstrahlen/ (verantwortlich: Sonja Ulke, Hatten), die ebenfalls viele seriöse Hinweise zusammen stellt.
___________________________________________
*) Was übrigens zeigt, welche Lobbykräfte auch dort hier wirksam sind ... - Ich habe es dort verschiedentlich - aber bisher ohne sichtbare Nachwirkungen - in die Diskussion geworfen. Man vgl. etwa Kommentare auf "Wissen bloggt". Da gibt es etwa einen den Satanismus befürwortend: 25.4.11; sowie dann von mir kritisierend: 12.11.115.12.1119.2.12. Oder kritische Kommentare von mir auf den Scilogs: 13.9.1127.10.1130.10.11. Zu entgegnen weiß man offenbar nur wenig, aber man springt auch nicht so recht auf auf das Thema - bislang.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Follower

Social Bookmarking

Bookmark and Share