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Mittwoch, 12. Juli 2017

"Herrn Badings Inquisitionsschriften" ...

Diskussionen rund um die Freimaurer-Symbolik am Völkerschlachtdenkmal von Leipzig
2011 bis 2017, bzw. 2020

Wer sich zuvor schon einmal ein wenig auseinander gesetzt hatte mit dem Nachdenken des Ehepaares Erich und Mathilde Ludendorff darüber, ob dem 1927 eingeweihten Denkmal zur Schlacht bei Tannenberg Freimaurer-Symbolik zugrunde läge, der mußte aufhorchen in dem Augenblick, in dem der Öffentlichkeit bekannt wurde, daß das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig voller Freimaurersymbolik ist, ja, daß es sogar 1913 am Abend vor der offiziellen Einweihung durch den deutschen Kaiser von mehreren hundert Freimaurern im Geheimen eingeweiht worden ist (Wiki, Freimaurer-Wiki).

Die Mutter des Inhabers dieses Blogs hatte eines Abends im Fernsehen eine Sendung gesehen, in der von dieser geheimen freimaurerischen Einweihung am Vorabend der offiziellen die Rede war. Der Bloginhaber recherchierte diesen Dingen hinterher (1-22) und fand, daß es zu dieser Thematik vor allem ein wichtiges Buch gibt, in dem die Freimaurer-Symbolik des Völkerschlacht-Denkmals und alle damit zusammenhängenden Fragen erörtert wird (3, 4).

Er besorgte es sich und schrieb dazu im November 2011 eine Rezension (15). Von dieser stellte er eine kürzere Fassung auch auf Amazon ein. Einer der beiden Autoren des rezensierten Buches - wohl Frank Heinrich - soll vor Wut an die Decke gegangen sein, als er diese Rezension las und soll sich um eine Löschung der Rezension auf Amazon bemüht haben. Vergeblich. Als nächstes war festzustellen, daß der ganze Verlag, in dem das Buch einstmals erschienen war, von der Bildfläche verschwand. Für vier Jahre (2012 bis 2016). Als nächstes war festzustellen, daß dieser Verlag dann plötzlich doch wieder in Erscheinung trat (22).

Und nun stellen wir heute, am 12. Juli 2017 fest, daß auf der Internetseite dieses Verlages sich zum ersten mal auch eine - kleine, kurze - Stellungnahme zu unseren kritischen Beiträgen über die Freimaurer-Symbolik am Völkerschlachtdenkmal von Leipzig findet (23). Darauf soll im vorliegenden Beitrag kurz hingewiesen werden. Die nur sehr kurze Stellungnahme soll hier ebenso kurz erörtert werden. Und wir warten dann noch, wann andere alternative Journalisten, etwa solche, die in Leipzig sowieso ansässig sind (Hagen Grell zum Beispiel) dieses Thema aufgreifen.

"Herrn Badings Inquisitionssschriften" ... 😉

Die genannte Stellungnahme (s. mdg-books)*) ist unter der Rubrik "Absonderliche Kommentare" eingeordnet. Ja, da wird einem das Herz schon warm. Es wird dort bislang zwar nur auf zwei "absonderliche Kommentare" eingegangen. Es ist aber noch auf zwei weiteren, noch leeren Seiten Platz für die Behandlung weiterer "absonderlicher Kommentare". Diese werden also noch erwartet. Auch das darf uns das Herz warm machen. Womöglich sind sie ja schon bekannt. Und man hatte womöglich nur noch nicht Zeit, auf sie einzugehen.

Oder möchte vielleicht noch jemand einen "absonderlichen Kommentar" abgeben? Wir fänden das für dringend geboten. Schon damit die beiden leeren Seiten nicht leer bleiben müssen.

Nun, unser "absonderlicher Kommentar" findet sich dort derzeit gleich als erster behandelt. Eine wirklich schöne Rubrik, unter die wir da eingeordnet sind. Und dann gleich an erster Stelle. Oho, oho, was sollen wir bloß von uns denken. Wir verstehen natürlich schon: Uns einfach nur unter der Rubrik "Presse" einzuordnen, wo so manche wohlwollende Rezension zitiert wird - oh je, das geht nun schon mal natürlich gar nicht.

Dennoch: Oh, là, là! Wir fühlen uns geehrt! Vielen Dank, Herr Heinrich. Warum eigentlich nicht gleich? Warum lassen Sie sich sechs Jahre Zeit dafür? Und versuchten anfangs, nur so hintenrum, siehe oben, unsere Amazon-Rezension löschen zu lassen -? Dieser Behauptung jedenfalls widersprechen Sie bislang nicht. Da nun diese Stellungnahme des MDG-Verlages nur so kurz ist, wird man zunächst einmal feststellen dürfen, welchen Behauptungen von unserer Seite sie alles nicht widerspricht. Oh, là, là, man darf doch meinen, daß das eine ganze Menge Behauptungen sind. Aber kein Widerspruch bedeutet natürlich keiiiiiinesfalls, nein, keiiiiiiiiiinesfalls (!!!) Zustimmung. Wir wissen das schon, Herr Heinrich. Wir wissen das schon. Dennoch wollen wir es als bemerkenswert festhalten. Wenn es irgend etwas wirklich Krasses gegeben hätte unter unseren Behauptungen, das zu widerlegen Ihnen leicht und/oder wichtig gewesen wäre - Sie hätten das doch sicherlich widerlegt.

Ach, wir nehmen uns viel zu wichtig. Ja, das wissen wir schon.

Denn im Grunde ist das ja alles nur "lächerlich" und "übel", was wir schreiben. Das muß man nicht alles im einzelnen widerlegen. Trotzdem steht da über die - - - "Inquisitionsschriften" des Ingo Bading - das ist doch eine ganz bemerkenswerte Kennzeichnung - nein, die müssen wir noch ein bisschen auf uns wirken lassen: Menschen, die ein Buch schreiben, dessen Titel seiner Gesamt-Aussage nach lauten könnte "Über Schlachtfelder, über Massenmorden hinweg zu Gott!" werfen uns mal eben "Inquisition" vor, weil wir einem solchen Gesamt-Tenor schlichtweg ziemlich kritisch gegenüber stehen. Also wenn das nicht wunderhübsch ist, was soll es dann eigentlich noch sein? Da steht dann also (mdg-books):

Er macht aus uns beiden Autoren, Satansdiener, Satansjünger. Vergißt aber zu erwähnen, welchen Satan er meint. Meint er den jüdischen, christlichen oder gar den islamischen-muslimischen Satan? Darüber schweigt er sich aus.

Oooooooh je, wir schweigen uns darüber aus. Ooooooooh je. Oh je. Hm. Warum wohl? Vielleicht: Weil es uns, ähm - - - egal ist, Herr Heinrich?! Vielleicht: Weil wir uns über solche "Unterschiede" noch nie Gedanken gemacht haben - Herr Heinrich?! Oh, wir wissen schon, wir sind schon schlimm. So ganz und gar undifferenziert arbeiten wir. Aber interessant, was Ihnen überhaupt wichtig zu sein scheint, wenn Sie unsere Kritik lesen. Sie scheinen sich auch dann noch gar nicht aus Ihren okkulten "Wichtigkeiten" herauslösen zu können. Natürlich muß es für einen Okkultgläubigen wichtig sein zu wissen, welchen Satan er anbetet. Ohne Frage. Für unsereinen: nein, nicht wichtig. Gotteswahn und Satanswahn - warum sollen uns da die Unterschiede großartig interessieren?

Sie interessieren uns schon deshalb nicht, weil wir uns gar nicht erinnern können, daß das aus dem behandelten Buch oder den Verlagsaktivitäten irgendwie hervor ginge, welcher Satan nun ganz konkret verehrt würde. Unserer Erfahrung nach ist man doch in solchen Kreisen wie diesen da immer recht "synkretistisch". Sollte man da nicht der Meinung sein, daß man mit einer solchen Arbeitshypothese - es würde ein synkretistisch verstandener Satan verehrt - erst einmal arbeiten könnte?

"Absonderlicher Kommentar" 😉

Aber wenn Herrn Heinrich - oh je, warum fällt uns gerade der Satz "Heinrich, mir graut's vor Dir" ein (typisch, typisch, immer diese blindwütigen Assoziationen [Wiki] - aber wirklich) - ausgerechnet diese Frage so wichtig ist, erkläre er uns doch zunächst einmal, welchen Satan er denn nun tatsächlich anbetet. Er könnte doch nun der Öffentlichkeit einfach einmal - sagen wir: Spaßes halber - mitteilen, welcher Satan denn das nun ist. Dem Wortlaut dieser Ausführungen wird ja doch wohl entnommen werden dürfen, daß es ja offensichtlich irgendeiner sein muß. Oder irrt man sich - leeeeiiiiiider schon wieder?! Ach ja, man irrt sich gewiß. Wir tappen ja doch immer und immer wieder so außergewöhnlich schlimm im Dunkeln, wir Uneingeweihte. Es ist wirklich, wirklich schlimm!

Die 5. Auflage aus dem September 2015
Herr Heinrich widerspricht in seiner Stellungnahme im Grunde nur unserer Beobachtung, daß der Erzengel Michael ziemlich satanistische Züge und Eigenschaften aufweist. Dieser Widerspruch war, wenn wir uns recht erinnern, in irgendeiner Logenrede, die auf dem Freimaurer-Wiki wiedergegeben wird, ebenfalls schon enthalten. Und das ist einem natürlich schon klar, daß man als Weißmagier keinesfalls als Schwarzmagier angesehen werden möchte, weder intern in okkulten Kreisen, noch viel mehr extern. Der Erzengel Michael ist der Gute, das wissen wir nun schon. Darüber kann sich ja dann die Leserschaft schon ihr eigenes Urteil bilden. Wir bleiben bei unserer Feststellung: Das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig zelebriert nach der Interpretation von Herrn Heinrich den Gedanken: Über Schlachtfelder, über Massenmorden hinweg zu Gott.

Diesem Grundgedanken widerspricht Herr Heinrich auch nicht. Und das reicht im Grunde schon, um jenen Gotteswahn zu kennzeichnen, der hier vorliegt. Gotteswahn ist - soweit es Monotheismus angeht - immer zugleich Satanswahn. (Und auch Herr Heinrich spricht - interessanterweise! - nicht von der Möglichkeit eines nicht-monotheistischen Satans, auch das sei nebenbei festgehalten. So weit reicht sein Synkretismus jedenfalls noch nicht.)

Und so sei am Schluß einfach einmal nur ein Dank ausgesprochen. Ein Dank, daß Herr Heinrich auf unsere kritische Stellungnahme auf seiner Internetseite hinweist**) und - scheinbar - nicht mehr dafür plädiert, daß unsere Stellungnahme gelöscht werden sollte von irgendwelchen Zensur-Ministerien. (Natürlich wissen wir nicht, was sich Herr Heinrich intern alles als Vorgehen gegenüber "Inquisitionsschriften" wünscht, das können wir ja bestenfalls erahnen.) Wir wünschen uns nur, daß Herr Heinrich und Herr Affeldt der Neuauflage ihres Buches einfach den Titel geben: "Über Schlachtfelder, über Massenmorden hinweg zu Gott! Hurra!" Das ist der einzig richtige Buchtitel. Mehr sagen wir nicht. Und das reicht uns. In Hamburg während des G20-Gipfels ist doch auch wieder fröhlich nach diesem Motto gehandelt worden von internen und externen - - - Kapuzenträgern.

Und wenn schon so schön zu Telefonanrufen aufgemuntert wird von Herrn Heinrich***), dann gehen wir noch einen Schritt weiter und schlagen vor, daß wir die Inhalte dieses Buches einfach einmal auf einer Podiumsdiskussion in Leipzig über mehrere Stunden hinweg erörtern. Vielleicht finden wir ja zu einem Konsens, der Herrn Heinrich, uns und den Leipzigern gefällt. Auf jeden Fall scheinen die Standpunkte in der Tat im mündlichen Gespräch leichter zu klären sein. Private Telefongespräche mit Satansanbetern führt der Autor dieser Zeilen allerdings nur höchst ungern. Das nehme man ihm bitte nicht übel.

Der Baphomet in der Freimaurer-Symbolik

Ergänzung 7.1.23: Schon seit dem 13. März 2014 gibt es neben unserer eigenen Rezension auf Amazon eine zweite zu dem Buch "Testament der Freimaurer". Und zwar von einem anonymen Rezensenten, der sich "Triangel" (Amaz.) nennt, und der in 14 weiteren Rezensionen der Jahre 2013 bis 2015 deutlich genug zu erkennen gibt, daß er selbst Freimaurer ist. (2019 hat er dann "Rücken" und verstummt als Rezensent unter diesem Namen, soll heißen, seine letzte Rezension gilt dem Buch "Deutschland hat Rücken".) Er begann mit seiner aktuell sichtbaren Rezensions-Tätigkeit am 23. Mai 2013. Da  rezensierte er das Buch "Menschenähnlichkeit - Zum Unterschied zwischen Freimaurerei und Religion", geschrieben von niemand geringerem als von "Klaus-Jürgen Grün, dem amtierenden Vorsitzenden der freimaurerischen Forschungsgesellschaft Quatuor Coronati". "Triangel" nun schreibt (Amaz.):

Vorsicht: Das Buch ist mit der eindeutigen Tendenz geschrieben, die von ihm unberechtigterweise mit der katholischen Kirche in einen Topf geworfene Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland als Vertreter der christlichen Maurerei zumindest schlecht aussehen zu lassen.

Die "Große Landesloge der Freimaurer in Deutschland" wird von Freimaurern selbst "mit der katholischen Kirche in einen Topf geworfen"? Interessant ... Ansonsten wohl eher ein Wischiwaschi-Thema. Denn die Freimaurerei hat ja immer schon Christen ebenso wie Atheisten ("Freidenker") ansprechen wollen, sprich auch Katholiken. Und so wie die Katholiken unter den Anthroposphen in den letzten Jahrzehnten immer mehr geworden sind, scheinen sie es auch in christlichen Freimaurerlogen geworden zu sein. Ja, da darf man natürlich gerne seine logeninternen lieblichen "Gegensätze" miteinander austragen.

Spannender wird es aber dann am 18. Februar 2014. Da bespricht "Triangel" nämlich das Buch "Das Geheimnis des Baphomet - Eine Studie über das freimaurerische Gedankengut des 18. Jahrhunderts". Auf Wikipedia lesen wir zu Baphomet (Wiki):

Im so genannten „christlichen Ritus“ der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland spielt die die Weltseele versinnbildlichende Figur des Baphomet in der Schreibweise „Baffometus“, was abgeleitet von dem italienischen Wort bafil („Bart“) „der Mann mit dem Barte“ bedeutet, eine gewisse Rolle. Das Symbol ist in der Großen Landesloge nur auf dem Amtszeichen des Großmeisters sichtbar.

Nun vor "humanistischen" Angriffen auf diese christliche Große Landesloge von Deutschland waren wir ja gerade zuvor erst "gewarnt" worden, "Triangel" dürfte sich also mit dieser Loge besonders identifizieren. Nachdem wir diese Ausführungen zur Kenntnis genommen haben, verstehen wir besser, was "Triangel" uns sagen will, wenn er schreibt (Amaz.):

Wofür steht der Baphomet? Den Teufel, die inneren Höllenhunde, das tiefste Geheimnis der Tempelritter?  (...) Autor Andreas Manuel Gruss geht in seinem Buch "Das Geheimnis des Baphomet" nicht den geraden Weg zur Erklärung dieses Symbols, sonden nimmt einen sehr interessanten Umweg. Sein Ausgangspunkt ist das Siegel der Freimaurerloge "Zu den drey Wassern" im Orient Passau aus dem Jahr 1776. Andreas Gruss' These: Weil der Baphomet für die Templer alle Geheimnisse im Zusammenhang mit der Aufnahme in den Orden, also die Initiation barg, durfte er in der Umgebung der Ritter nicht fehlen. Problem: Diesen Dreigesichtigen Kopf zu verehren, war in den Augen der Kirche ein Sakrileg, Gotteslästerung. Also verbargen sie ihn in einem einfach dreigesichtigen Kopf, der an vielen Gebäuden der Tempelritter zu finden war und es teilweise heute noch ist.

Daß es so offensichtliche Symbol-Kontinuitäten zwischen den mittelalterlichen Templern und der neuzeitlichen Freimaurerei gibt, war uns noch gar nicht bewußt. Und sieh einer an, mit dem Wissen um diese Tradition versteht man auch die heutige Logen-Arbeit besser wie "Triangel" schreibt (Amaz.):

Mit der vielschichtigen Deutung aller auf dem Siegel aufgebrachten Symbole belebt Andreas Manuel Gruss nicht nur die alte Symbolsprache wieder. Er führt auch in die moderne Gedankenwelt der Freimaurerei ein, die sich auch heute noch mit der Wirkung von Zeichen, Gesten und Handlungen beschäftigt und versucht, dadurch eine Veränderung in der Persönlichkeit des Bruders zu bewirken. Er zeigt damit, ohne das Arkanum zu verletzten, wie Freimaurer in den Logen arbeiten - einfach indem er seine Gedanken wie in einem langen freimaurerischen Vortrag niederschreibt, einer sogenannten Zeichnung, wie sie auch heute in jeder Freimaurerischen Tempelarbeit aufgelegt wird.

Mit Zeichen "eine Veränderung in der Persönlichkeit bewirken" zu wollen, ist Aberglaube und Okkultismus, und zwar in Reinkultur. Hier wird also gesagt, daß in Freimaurerlogen Aberglaube und Okkultismus betrieben wird. Wenn dabei das Zeichen des Baphomet keinerlei Rolle spielen würde, hätten diese Worte in dieser Rezension keinen Zusammenhang mit dem übrigen Thema, wären also sinnlos. Mit dem Zeichen des Baphomet wollen Freimaurer also offenbar schon während der Initiation, während der Aufnahme-Rituale die Persönlichkeit des Bruders verändern. Verbrämend können sie den Baphomet dabei gerne als Symbol für die Weltseele bezeichnen, der sie eine aufbauende und eine zerstörerische Tendenz zusprechen (was ja für jede Weltseele gelten muß). Und somit ist eben das zerstörende Prinzip ein Prinzip, mit dem man Persönlichkeit in der Freimaurerei verändern will. Schluß und Punkt. Sonst bräuchte man keinen Baphometen.

Am 13. März 2014 rezensiert "Triangel" dann ein Buch über die Symbolik der Pythagoräer, wie sie in der Kathedrale von Chartres zu finden wäre:

Brüder Freimaurer finden bei genauer Lektüre deutliche Hinweise auf die Bauhüttensymbolik.

Und am selben 13. März 2014 nun rezensiert er das Buch "Testemant der Freimaurer". Und da immer so viel gelöscht wird, auf was wir uns in diesem Zusammenhang hier auf dem Blog beziehen, wollen wir die Rezension einmal vollständig zitieren, dabei grün gefärbt die Passagen, die sich auf unsere Rezension von 2011 beziehen:

Bibliothek der Symbole 
13. März 2014
Rolf Affeld unf Frank Heinrich entwerfen zu Beginn des Buches eine Panorama, schildern die Szene kurz vor dem Rückzugsbefehl Napoleons an seine Truppen vom Feldherrnhügel an der Tabakmühle in Leipzig. Sie schwenken dann auf ie Einweihungszeremonie genau einhundert Jahre später um um sich dann über den Meister, den Architekten Thieme dem Bauwerk selbst zu nähern. Thieme, selbst Freimaurer und Meister vom Stuhl einer Leipziger Loge hat das Bauwerk nicht nur entworfen sondern auch die Finazierung imReich auf die Beine gestellt. - eine grandiose Leistung, bedenkt man die zeitlich und technischen Umstände
In den darauffolgenden Kapiteln gehen die Autoren detailliert auf die Symbolik ein, die für die heutigen Betrachter verborgen im Denkmal stecken. Angefangen bei der Figur, dem Erzengel Michael, der der Legende nach den gefallenen Engel Satan aus dem Himmel stürzte (was jedwede These von Verschwörungstheorie, nach er die Freimaurer mit dem Teufel im Bunde sind, ad absurdum führt), über die Anklänge aus dem alten Ägypten bis hin zu den Symbolen für die Überwindung des Todes.
Ein Kapitel schließlich widmen die beiden dem Vergleich des Unvergleichbaren, wie sie selbst schreiben: Den Symbolen der Freimaurerei und der Verfälschung derselben durch die Nationalsozialisten namentlich der SS-Mörderbanden. Wer hier eine Grundlage für eine Verwandtschaft zwischen Freimaurerei und den Nazi-Schwergen finden will, muss schon ziemlich mit Dummheit geschlagen sein: Symbole sind nicht geschützt, unterliegen also dem ständigen Bedeutungswandel und können, je nach Absicht, um- oder neu gedeutet werden. Das Verdienst der Autoren liegt darin, genau auf diese fatale Entwicklung hinzuweisen und die Nazi-Zeit nicht peinlich auszusparen, die so viele Symbole entehrt und entweiht hat.
Zurück zum Buch: Die vielschichtige Interpretation des Denkmals, seine monumentale Wucht und die in ihm angelegte Symbolbibliothek kommen gerade in diesem Buch von Affeld und Heinrich sehr gut zur Geltung. Getrübt wird der positive Gesamteindruck jedoch von dem etwas sperrigen Seitenumbruch und dem teilweise vor allem gegen Ende hin umständlichen Satzbau. 
Alles in allem jedoch ist es ein für Geschichtsfreunde nützliches Buch, das den Blick auf das Völkerschlachtenkmal noch einmal verändert, das ohne jedwede Verschwörungstheorien auskommt, wie sie etwa vom Autor der vorherigen Rezension massiv und in polemischer Weise unterstellt werden

Eine ganz hübsche Rezension. Wir finden solche Ausführungen immer dann besonders aussagekräftig, wenn sie übermäßig polemisch werden: "muß schon ziemlich mit Dummheit geschlagen sein". Da fühlt sich jemand angegriffen, ohne Frage. Dem Tenor nach ist diese Rezension jedenfalls deutlich mehr damit beschäftigt, auf unsere eigene Rezension zu reagieren als das Buch selbst zu rezensieren. Dem Rezensenten scheint also die These des Buches selbst, nämlich daß es sich bei dem Völkerschlachtdenkmal von oben bis unten, von tiefsten Innern bis nach außen um Freimaurersymbolik handelt, nicht besonders neu und aufsehenerregend und Weltbild-verändernd zu sein ... Interessant ...

Da "Triangel" aber erst einen Monat zuvor mit dem Baphomet, mit dem Teufel als Freimaurer-Symbol rezensierenderweise beschäftigt war, ist die Bemerkung  

... was jedwede These von Verschwörungstheorie, nach er die Freimaurer mit dem Teufel im Bunde sind ...,

ähm, nunja, ... nicht gleich auf den ersten Blick die überzeugenste Bemerkung. Und sie ist vermutlich nur für Nichteingeweihte, für Nichtfreimaurer ein wenig widerspruchsvoll, ein wenig an etwas "Absurdes" Erinnerndes. Er bespricht dann in den weiteren Monaten noch ein Buch über Freimaurer-Witze, ein Buch über Meditation, ein Buch, das betitelt ist "Warum gute Leute Freimaurer werden sollten", sowie "Die freimaurerische Bürgschaft", beides Bücher von einem Carlos Urban.

Aber all das im Grunde nur nebenbei. Denn was uns an dieser Rezension eines Freimaurers einfach nur wichtig ist, ist der Umstand, daß sie - wieder einmal - klar und deutlich von einem Freimaurer stammt. Die Freimaurer nehmen das Buch "Testament der Freimaurer" also voll und ganz in Schutz und verteidigen es, wo sie nur können. Sie sehen selbst nichts Kritisches an ihm. Wäre der Autor dieser Zeilen Freimaurer - er würde das nicht tun. Niemals. Denn dieses Buch kann ja nun jeder lesen. Und jeder kann aus diesem Buch seine eigenen Schlüsse ziehen.


/ Ganz leicht in 
einigen Formulierungen 
überarbeitet: 1.3.2020 /
__________
*) 1.3.2020: Bei gelegentlicher Überprüfung der Funktion des angegebenen Links ist festzustellen, daß dieser inzwischen ins Leere führt. Die Internetseite des Verlages ist neu gestaltet, wobei auch die beiden Reiter "Presse 1" und "Presse 2" gewissermaßen erhalten blieben. Nur die beiden vormals leeren Reiter sind inzwischen weggefallen. Und die wunderbare unter diesen Reitern befindliche Rubrik "Absonderliche Kommentare" ist nun gar nicht mehr zu finden. Eine solche würde ja auch die sonstige große "Harmonie" auf dieser Internetseite stören. Diesem Umstand stehen wir natürlich mit großem Verständnis gegenüber.
**) 1.3.2020: Nunja, diesen Dank werden wir wohl inzwischen wieder zurück nehmen müssen.
***) 1.3.2020: Schade übrigens, daß wir uns nicht den vollständigen Wortlaut abfotografiert haben. Nun ist er wieder gelöscht!
____________________________________________

  1. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
  2. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
  3. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, Leizpig 1999
  4. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
  5. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
  6. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.200823.30 UhrPhoenix, 10.2.2009Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.20093Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr3Sat, 17.7.2011MDR, 12.6.2011Phoenix, 26.11.2011 (Google VideoVeoh)
  7. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
  8. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
  9. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
  10. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
  11. Treffpunkt Leipzig: Auf den Spuren der geheimnisvollen Freimaurer.
  12. Bading, Ingo: Schreckensmale okkulter Priesterdiktatur - Die Schlachtendenkmäler von Leipzig und Tannenberg - Freimaurerziele 1813, 1913 und 1927 - Sturz von Kaiser und Reich, Zwingherrschaft über die Völker Europas durch Aufhetzung zu Krieg und Völkermord. Auf: GA-j!, 27. November 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/11/schreckensmale-okkulter.html
  13. Bading, Ingo: Über Schlachtfelder zu Gott: Das okkult-satanistische Völkerschlachtdenkmal in Leipzig Der Reigen der okkult-freimaurerisch-anthroposophisch-satanistischen Veröffentlichungen des MdG-Verlages rund um das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. GA-j!, 28. November 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/11/uber-schlachtfelder-zu-gott-das-okkult.html
  14. Bading, Ingo: Kriegerdenkmäler als Freimaurerdenkmäler - das Beispiel Tannenberg (1927) "Mit den besten Empfehlungen" - der "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland". GA-j!, 9. Dezember 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/12/kriegerdenkmaler-als.html
  15. Bading, Ingo: Die Freimaurer und die SS: "Todesmutige Männer in schwarzen Uniformen" Kriegsverherrlichung und Satanismus in Leipzig. GA-j!, 9. Dezember 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/12/die-freimaurer-und-die-ss-todesmutige.html
  16. Bading, Ingo: Oktogonale Kriegerdenkmäler in Deutschland und England - mit geheimem Hintersinn?, GA-j!, 22. Dezember 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/12/oktogonale-kriegerdenkmaler-in.html
  17. Bading, Ingo: "Freimaurer müssen Front machen gegen Staaten und Regierungen, die dem großen Menschheitsziel entgegenlaufen" "Sind gepanzerte Fäuste notwendig?" - Offenbar weitere Erläuterungen zum Freimaurerdenkmal in Leipzig in einem angekündigten Reprint aus dem Jahr 1927. GA-j!, 31. Dezember 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/12/freimaurer-mussen-front-machen-gegen.html
  18. Bading, Ingo: Husch, husch - zurück in die Höhlen ... Wohin ist er verschwunden, der "MdG-Verlag", jener anthroposophische, satanismusnahe Freimaurer-Verlag in Leipzig? - Oder: "Wo sind all die Indianer hin? ..." GA-j!, 8. Januar 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/01/husch-husch-zuruck-in-die-hohlen.html
  19. Bading, Ingo: "Ende der Sperre: Nie" - Auf dem öffentlichen Internetforum der deutschen Freimaurer Weil wir - "geschickt zusammengestellt" - gegen die Freimaurer ... "hetzen" Aber: Wird wirklich nach den Prinzipien offener Gesellschaften gehandelt auf dem öffentlichen Internet-Forum der "Vereinigte Großlogen in Deutschland"? GA-j!, 27. Juni 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/06/ende-der-sperre-nie-auf-dem.html
  20. Bading, Ingo: Hundert Jahre Völkerschlachtdenkmal - ein Grund zum Feiern? Ein Völkerschlachtdenkmal-Verherrlicher und Freimaurer "geht vor Wut an die Decke ..." - Unser Blog hatte ihn doch nur gründlich gelesen und rezensiert .... Auf: GA-j!, 18. Oktober 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/10/hundert-jahre-volkerschlachtdenkmal-ein.html
  21. Bading, Ingo: "Mein Denkmal ist ein anderes ..." Nochmals zum Völkerschlachtdenkmal von Leipzig. GA-j!, 3. November 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/11/mein-denkmal-ist-ein-anderes.html
  22. Bading, Ingo: Totgesagte leben länger Der MdG-Verlag in Leipzig ist wieder da und - bewirbt weiter den "umstrittenen" Freimaurerkoloß daselbst. GA-j!, 15. Februar 2016, http://studgenpol.blogspot.de/2016/02/totgesagte-leben-langer.html
  23. Heinrich, Frank: Absonderliche Kommentare von Herrn Ingo Bading. Ohne Datum, http://www.mdg-books.com/presse-seite2.html [12.7.17]

Montag, 15. Februar 2016

Totgesagte leben länger

Der MdG-Verlag in Leipzig ist wieder da und - bewirbt weiter den "umstrittenen" Freimaurerkoloß daselbst

Totgesagte leben länger. Hier auf dem Blog war am 9. Dezember 2011 die Rezension zu einem Buch erschienen mit dem Titel "Testament der Freimaurer" (GA-j!, 9.12.2011). Dieser Artikel hatte zur Folge, dass einer der Autoren dieses Buches vor Wut an die Decke ging und der Verlag, der dieses Buch herausgebracht hatte, aus der Öffentlichkeit verschwand (GA-j!, 8.1.2013). (Wahrscheinlich riß er sich selbst entzwei wie Rumpelstilzchen.) 

Wir wurden von einem vormaligen Mitarbeiter angeschrieben, der uns einige Interna aus diesem Verlag mitteilte. Unter anderem berichtete er auch davon, dass Axel Stoll zum Lesekreis der Autoren dieses Buches gehört hätte (GA-j!, 18.10.2013). Er sagte uns damals noch, dass niemand die Absicht hätte, diesen Verlag wiedererstehen zu lassen. Aber da hatte er sich wohl geirrt. Denn: Totgesagte leben wohl doch länger als man glaubt. Und er ist wieder da: Der MDG-Verlag in Leipzig. Und er hat - endlich, endlich! - sein schon lange angekündigtes Buch in fünfter Auflage heraus gebracht. Eben das Buch "Testament der Freimaurer". Doch um noch einmal an die Zusammenhänge zu erinnern, sei die Chronologie zu diesem Thema seit 2011 rekapituliert. Im Januar 2013 hatten wir geschrieben:

Wohin ist er verschwunden, der "MdG-Verlag", jener anthroposophische, satanismusnahe Freimaurer-Verlag  in Leipzig? 

Was richten wir doch alles derzeit an mit unserem Blog.
So hatten wir schon im Juni 2011 geschrieben. Und weiter:
An mehreren Orten, von wo wir aufschlussreichste Zitate für unseren Blog übernommen haben, wird wenig später umfangreich gelöscht. Oder es werden sogar ganze Seiten wieder aus dem Netz genommen. Wie etwa: Okkult.info. Husch, husch, husch, kriecht man allseits wieder in seine Höhlen und Vertarnungen zurück, wo unsere Scheinwerfer hinleuchten und wo wir den moralischen Sumpf auszuloten versuchen. Und man befolgt eifrig unseren wiederholt und somit also berechtigt (!) gegebenen Ratschlag: "Nicht zu viel plaudern, liebe Leute,  ihr redet euch um Kopf und Kragen."

Es ging um die Wirkungen mehrerer unserer Blogbeiträge über Elitären Satanismus und über freimaurerähnliche, satanismusnahe Logen.

Und so langsam scheint es Sinn zu machen, eine Liste anzulegen aller Internetseiten, denen wir recht auffällige und wichtige Informationen entnommen hatten, und die dann wenige Wochen oder Monate später nicht mehr im Netz aufzufinden sind.

Sozusagen eine Liste der "erfolgreich abgeschossenen" Internetseiten!? Und jeweils einen neuen Ring als Zeichen für einen erfolgreichen Abschuss auf das sinnbildlich zu denkende Kanonenrohr "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" - ?

Eine Liste der aus dem Internet genommenen Seiten, auf die wir uns einstmals bezogen ...

Zu dieser Liste jedenfalls wäre neuerdings die Internetseite des MdG-Verlages in Leipzig hinzuzufügen. Denn während wir nach der von ihm ursprünglich angekündigten Neuauflage des Buches "Testament der Freimaurer" über die freimaurerischen Hintergründe des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig suchen, ein Buch, das wir ja umfangreich ausgewertet haben hier auf dem Blog, entdecken wir, dass es die Internetseite dieses Verlages gar nicht mehr gibt! Und wird nun eigentlich die Neuauflage überhaupt noch herauskommen? Womöglich war alles wieder einmal nur ein Traum!!!?

In erster Reaktion breitet sich ein breites Schmunzeln auf unserem Gesicht aus.

Aber ein wenig unheimlich ist das wohl auch. Natürlich arbeiten die Autoren dieses Verlages weiter. Und womöglich der Verlag selbst auch. Vielleicht unter anderem Namen. Nur eben wieder mehr auf geheimer Ebene, so wie Jahrzehnte lang zuvor auch. Netter wäre es ja gewesen, diese Leute wären weiterhin so "offenherzig" gewesen im Bekennen der Nähe von Anthroposophie, Freimaurerei und Satanismus zueinander, wie sie gerade im Verlagsprogramm dieses MdG-Verlages in Leipzig so schön zum Ausdruck gekommen waren. Und im Aufdecken der okkulten, freimaurerischen Bedeutung von Kriegerdenkmälern und eines sie bekrönenden "Kubus".

So also hatten wir geschrieben im Januar 2013. Und entdecken drei Jahre später, dass unser Verdacht so weit hergeholt nicht war. Zwischenzeitlich aber war noch folgendes geschehen, da hatten wir das folgende festgehalten.

Der Autor ging vor Wut an die Decke ....

Aktualisierung (15.10.2013): Wie wir zwischenzeitlich "aus gut unterrichteter Quelle" erfuhren und in den Kommentaren zum Blogbeitrag (GA-j!, 8.1.2013) darlegen, ging einer der beiden Autoren des Buches, das hier im Mittelpunkt steht, "vor Wut an die Decke", als er unsere Amazon-Leserrezension dazu las und es nicht erreichen konnte, dass Amazon diese Rezension wieder löschte. Während im November 2011 noch eine Neuauflage des hier behandelten Buches angekündigt war, war nur wenige Monate nach Erscheinen unserer Besprechung desselben (!) nicht nur nicht mehr von einer Neuauflage die Rede, sondern der ganze Verlag, der dieses Buch herausgebracht hatte, verschwand vollständig von der Bildfläche. Und das, obwohl man gerade jetzt in den Tagen der Hundertjahrfeier des Völkerschlachtdenkmals doch die besten Einnahmen hätte erzielen können mit der Neuauflage eines Buches, das sich schon in fünf deutschen und einer englischsprachigen Auflage so gut verkauft hatte.

Und es wurde dann noch auf die Verbindungen der Autoren nicht nur zur regulären Leipziger Freimaurerei, sondern auch zum Tempelritter Axel Stoll (1948-2014) hingewiesen (GA-j!, 18.10.2013).

Totgesagte leben länger

Die 5. Auflage aus dem September 2015

Und so weit war unser Wissensstand bis heute gegangen, bis zum 15. Februar 2016. Und nun entdecken wir zunächst auf Amazon einen neuen Buchumschlag dieses Buches und entdecken dann weiter: Keine Sorge, "MDG-Books - Bücher aus Sachsen (ehemals MdG-Verlag) 2015" ist wieder am Start (s. MdG-Books.com). Unter der Adresse: "MdG-Books - Projektgruppe, Heiterblickstraße 28, 04347  Leipzig". Und auch der Verkaufsschlager dieses Verlages, das Buch "Testament der Freimaurer" ist nun endlich in fünfter Auflage erschienen. Was lange währt, wird also endlich wieder gut. Und nun sogar mit neuem - distanzierterem!?! - Untertitel:

Architekt C. Thieme und sein umstrittenes Denkmal. Neuauflage 2015. 5 Auflage, 09.2015, 175 Seiten mit Zusatztext. Preis. 14,50 €

Sein "umstrittenes" Denkmal! Hört, hört. Ganz neue Töne! Und auf der Verlagsseite ist zu lesen:

Die 4. Auflage wird dadurch erweitert, dass im Anhang zusätzliche, das Blickfeld erweiternde, symbolische Deutungen vorgestellt werden.

Laut Inhaltsverzeichnis gibt es auch ein "Vorwort zur überarbeiteten Neuauflage". Was da nun wohl alles wieder so drin steht? Ein Nachruf auf Axel Stoll, den vormaligen Teilnehmer an den Leipziger Lesekreisen?

Und von dem Buch "Vril-Kraft" ist ebenfalls - laut Verlagsseite - eine "Neuauflage geplant". 

Von der 2013er Auflage von "Testament der Freimaurer" gibt es sogar eine Übersetzung ins Russische

Und die Leipziger Buchlogen sind populärer denn je (laut der dortigen "Minerva zu den drei Palmen").

Freitag, 18. Oktober 2013

Hundert Jahre Völkerschlachtdenkmal - ein Grund zum Feiern?

Ein Völkerschlachtdenkmal-Verherrlicher und Freimaurer "geht vor Wut an die Decke ..." - Unser Blog hatte ihn doch nur gründlich gelesen und rezensiert ....

In Leipzig werden derzeit groß die "Feierlichkeiten" begangen aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Völkerschlachtdenkmals. Heute ist der Höhepunkt. Die Zeitungen sind voll davon und berichten auch über die Geschichte dieses Denkmals. Ich habe jetzt nicht noch einmal umfangreicher überprüft, inwieweit dabei auf die freimaurerischen Hintergründe dieses Denkmals irgendwo hingewiesen wird und sie etwa gar kritisiert würden. Vielleicht die besten Sätze zum Thema finden sich in der TAZ von gestern:

... Den Koloss „Völkerschlachtdenkmal“ einfach in die Luft jagen. Warum nicht!

Das war ja auch unser Vorschlag schon vor zwei Jahren gewesen.

Abb. 1: Der okkulte Freimaurerkoloß "Völkerschlachtdenkmal" in Leipzig - Kriegsverherrlichung in krassester Form (Luftaufnahme von Junge Krueger 1957)

Denn die freimauererischen Hintergründe dieses kriegsverherrlichenden Denkmals hatten wir schon im Dezember 2011 auf Amazon und hier auf dem Blog anhand des Buches "Testament der Freimaurer" von Rolf Affeldt und Frank Heinrich sehr ausführlich besprochen (11/2011). Es gab dann einige freimaurernahe Kritiker unserer Ausführungen unter den Kommentaren dieses Blogs. Aber sonst gab es eigentlich vergleichsweise wenige Reaktionen auf diese Amazon-Rezension und die Blogbeiträge.

Im Januar 2013 war uns dann aufgefallen, daß es plötzlich den Verlag gar nicht mehr gab, in dem dieses Buch erschienen war, und der noch im November 2011 eine sechste Neuauflage desselben angekündigt hatte. Nämlich der sogenannte "MdG-Verlag" in Leipzig. Das war Anlaß für einen weiteren Blogbeitrag (01/2013). Und nun erhielten wir ausgerechnet in den letzten Tagen von einem gut unterrichteten Informanten Auskünfte über die Entstehung dieses Buches, über das freimaurerische und sonstige Umfeld zumindest eines der beiden Autoren desselben und über seine Reaktionen auf unsere Behandlung und Einordnung seines Buches.

Geplante Neuauflage nicht durchgeführt - nach unserer Rezension

Wir haben diese Auskünfte schon als Kommentare zum letztgenannten Blogbeitrag (01/2013) eingestellt. Doch da werden sie wohl kaum wahrgenommen. Deshalb hier noch einmal einiges Wichtigere daraus als eigener neuer Blogbeitrag.

In einer privaten Email war uns zuverlässig mitgeteilt worden, daß einer der beiden Autoren des Buches "Testament der Freimaurer" nach dem Lesen unserer Amazon-Rezension "vor Wut an die Decke gegangen" sei. Insbesondere da Amazon sich nicht habe dazu bewegen lassen, die Rezension zu löschen.

Offenbar haben also die von ihm vorgebrachten Argumente nicht ausgereicht, um Amazon zu einer Löschung zu veranlassen. Was uns gar nicht gefällt, ist, daß der Autor statt Löschung zu beantragen, bis heute nicht öffentlich und argumentativ geantwortet hat auf unsere Rezensionen - weder auf Amazon, noch hier auf dem Blog, noch anderswo.

Und es wird auch mitgeteilt, daß Zweifel daran bestehen, daß der bisherige Autor des MdG-Verlages, der seit 2001 nur unter verschiedenen Pseudonymen allein für diesen Verlag geschrieben habe, weiter publizieren würde oder die Arbeit des MdG-Verlages in anderer Form weiter fortführen würde. Offenbar ist da also jemandem durch unsere Rezension gründlich die Stimmung verdorben worden ...

Ebensowenig gefiel uns natürlich, daß die offizielle deutsche Freimaurerei nicht geantwortet hat bisher auf unsere Rezension - und daß der Rezensent flugs aus ihrem Internetforum hinausgeworfen wurde, weil man da seine Rezension schon kannte, wie gesagt wurde. (Die Rezension war freilich nicht der einzige Grund für den Rauswurf ... ) (Mehr dazu in einem früheren Blogbeitrag.)

Außerdem aber ist durch die genannten Zuschrift zu erfahren, daß der Leipziger MdG-Verlag, in dem das besprochene Buch herausgekommen war, seit Anfang 2012 nicht mehr existiert. Es habe aber keinen Druck von außen gegeben gegen den Verlag, noch würde eine unserer Annahmen hier auf dem Blog zutreffen, was das Verschwinden dieses Verlages betrifft. Es hätte interne Streitigkeiten gegeben, deshalb sei der Verlag aufgegeben worden. 

Diese Mitteilungen erreichten uns kurz vor dem Höhepunkt der Feierlichkeiten in Leipzig. Wo man unsere Kritik, soweit uns bekannt, bisher nirgendwo zur Kenntnis genommen hat. Zumindest öffentlich. Was ja auch wirklich das Zuträglichste ist für das Ansehen der Freimaurerei  in Leizpig und anderwärts.

Deshalb würde es uns glaubhafter erscheinen, wenn man sagen würde: Die offizielle deutsche Freimaurerei hat erkannt, daß die Publicity, die dieses Buch darstellt, für sie künftig zunehmend nach hinten losgeht. Und da war es dann für sie natürlich mehr als angenehm und gut, wenn es in dem MdG-Verlag nach mehr als zehnjähriger guter Zusammenarbeit so viele "interne Schwierigkeiten" gab, daß diese zur gänzlichen Auflösung des Verlages führten.

In einer weiteren Email verstrickte sich der Informant in Widersprüche. Einerseits schrieb er, daß das 1991/92 verfaßte Buch bei den Leipziger Freimaurerlogen anfangs gar nicht gut angekommen sei und erst nach und nach "akzeptiert" worden sei. Andererseits aber schrieb er, einer der beiden Autoren hätte zwar nie besonders viel Lust gehabt, den Kontakt mit den Leipziger Logen zu pflegen (also mit: Minvera / Apollo / Balduin zur Linde). Aber hätte dort ein paar Freunde gehabt und es hätte dort eine Menge Geld herumgelegen. Also was nun? Ein paar Leipziger Logenbrüder gaben eine Menge Geld, damit das Buch geschrieben und herausgegeben wurde und traten auch als Sponsoren des Buches öffentlich in Erscheinung. Aber von den Logen selbst wurde erst nach und nach "akzeptiert" - ?

Irgendwie klingt das alles nach altbekannten Verteidigungsstrategien. Einer der beiden Autoren hätte auch immer wieder sonstigen Ärger gehabt. Etwa wegen Verstrickungen mit - - - "Deutsches Reich (Exilregierungs)-Typen", so wird uns geschrieben. Oder mit Morddrohungen von "irgendwelchen Islamisten, denen er irgendwie ans Bein gepinkelt" hätte. Deshalb hätte er später Pseudonyme verwendet.

Die Leipziger Freimaurerlogen und der "Reichsfluscheiben"-Verherrlicher Axel Stoll 

Außerdem wird uns berichtet von einem Axel Stoll (geb. 1948) (Wiki, Psiram), von dem wir aus diesem Anlaß zum ersten mal hören. Dieser Axel Stoll behauptet laut Internetangaben, ehemaliger KGB-Offizier zu sein. Die Hohlerde-Theorie vertritt er. Pyramiden und Außerirdische sind ihm wichtig. Reichsflugscheiben. Und einer der "Anhänger" eines der beiden Buchautoren ist also dieser Axel Stoll gewesen, der an wöchentlichen Lesekreisen dieses Buchautors teilgenommen hat. Der Buchautor also so etwas wie ein (Logen-?)"Vorgesetzter" eines KGB-Offiziers? Stoll, so der Informant, wäre ein ziemlicher Spinner aber auf eine makabere Art unterhaltsam. Das werden also heitere Lesekreise sein oder gewesen sein, da in Leipzig. Es drängt sich bei Internetrecherche ziemlich bald der Eindruck auf, daß dieser Axel Stoll nur ein Propagandist ist und an das, was er da propagiert, selbst gar nicht glaubt. 

Diesen Eindruck hatte man ja schon bei so manchem "Neuschwabenland"-Phantasten (Wilhelm Landig etwa). Mit solchem "Geschichten" kann man Menschen manipulieren. Das scheinen nur Einstiegsdrogen zu sein für noch ganz andere - "Geschichten" und ganz andere Verblödung. Ebenso ja die Wihelm Landig-Romane. "Interessanterweise" kann man auf der Internetseite von diesem Axel Stoll für 100 Euro sein Buch kaufen "Die Schwarze Macht." Im Vorstellungstext heißt es:

Sehr spannend geschildert finden Sie, geehrte Leser, Informationen betr. der Zusammenarbeit des Templerordens mit der SS, über das Bormann-Imperium in Südamerika uvm..

Eine so direkte Verbindung von MdG-Verlags-Autoren mit solchen Kreisen hätten wir hier auf dem Blog ohne solche Hinweise ja nie gewagt anzunehmen. Und die Leipziger Logenbrüder konnten das alles also nach und nach akzeptieren. Außer daß das Buch "Testament der Freimaurer" irgendwann in den letzten Jahren aus dem Verkauf am Völkerschlachtdenkmal selbst herausgenommen hatte werden müssen. Das ist alles ja fast ein bischen viel Wasser auf unsere Mühlen.

Samstag, 31. Dezember 2011

"Freimaurer müssen Front machen gegen Staaten und Regierungen, die dem großen Menschheitsziel entgegenlaufen"

"Sind gepanzerte Fäuste notwendig?" - Offenbar weitere Erläuterungen zum Freimaurerdenkmal in Leipzig in einem angekündigten Reprint aus dem Jahr 1927

Ernst Kallmeyer (aus: 21)
In einem früheren Beitrag (41) war der okkult-freimaurerisch-anthroposophische MdG-Verlag in Leipzig behandelt worden und es war kurz auf die Tatsache hingewiesen worden, daß dieser einen Reprint der Schrift "Ludendorff anti Freimaurerei" aus dem Jahr 1927 (21) angekündigt hat von dem Mazdaznan-Anhänger Ernst Kallmeyer (siehe Abb.), einem okkultgläubigen Freund des okkultgläubigen Malers Fidus. 

Diese Schrift soll im folgenden kurz behandelt werden. Denn sie scheint doch manches weitere erläuternde Licht auf die okkulte, volksverhetzende Symbolik des Freimaurertempels in Leipzig zu werfen und wohl nicht zuletzt deshalb vom MdG-Verlag als Reprint angekündigt zu sein. Kallmeyer, der von sich selbst schreibt, er wäre kein Freimaurer, sagt unter anderem (21, S. 12):
Was Ludendorff uns vom Freimaurertum berichtet, ist nichts anderes als die Bestätigung, daß innerhalb der Freimaurerei uraltes Weistum gehütet und daß in ihm die Mysterien des Ostens gewahrt wurden zur Befruchtung auch des Abendlandes.
Kallmeyer erklärt in seiner Schrift im weiteren die Religion der Germanen vor ihrer Christianisierung zu naivem Kinderglauben und Aberglauben, verteidigt aber in lächerlichem Widerspruch dazu den Monotheismus und den Okkultismus, sowie den Zahlenaberglauben, die Zahlenmysik der Kabbala, der Gemetria und der  Astrologie als - - - "abendländische Weisheit" (21, S. 19). Nur ein Beispiel für seine Art zu denken (21, S. 19f):
Wenn wir auf unsere heutige Architektur blicken (...), sehen wir doch, daß ganz offensichtlich die gerade Linie, der Kubus, sich durchsetzen wollen. Dies geschieht einfach nur deshalb, weil entgegen der bisherigen mehr oder weniger seelischen Verschwomenheit Geistiges sich durchringen will, dessen intellektuelle Formensprache die gerade Linie ist.
Die intellektuelle Formensprache des Geistigen ist also die Linie! Man ist einfach nur noch entzückt. Das scheint ja schon sehr schön im freimaurerischen, mehr aber noch im okkultgläubigem, anthroposophischen und Mazdaznan-Geiste gesagt zu sein. Offenbar hat man da im MdG-Verlag in Leipzig einen wirklichen Bruder im Geiste gefunden. -

Freimaurerlogen hüten okkulte abendländische Verblödung, äh, nein: ... "Weisheit"

Dieser okkultgläubige, bzw. okkult verblödete Freimaurerfreund Kallmeyer zitiert nun den Freimaurerkritiker Erich Ludendorff aus dem Jahr 1927 mit den Worten (21, S. 9):
"Jeder Rassebegriff ist diesen Logen fremd, sie nehmen Deutsche und Juden auf und damit selbstverständlich auch jüdische Mitglieder der vorstehend genannten jüdischen Logen. Der Begriff 'Humanitas' wie das Wesen jeder Freimaurerei fordert nun einmal die Fernhaltung alles dessen, 'was die Menschheit" oder die 'Menschlichkeit' trennt, d. h. 'aller religiös-kirchlichen, politischen und vaterländischen' Angelegenheiten, dafür wird Völkerverschmelzung erstrebt'."
Dazu sagt Kallmeyer nun (21, S. 9):
Sind denn das nicht geradezu vorbildliche Grundsätze? Welcher aufgeklärte, von wirklichen Idealen erfüllte Mensch wird dem nicht zustimmen? - Ist es denn durchaus notwendig, daß (...) wiederum erst gepanzerte Fäuste auf Europa niedersausen, es zunächst einmal zu einem Pan-Europa zu formen, als Vorläufer zu einer Pan-Welt? - Lassen sich derartige notwendige Wandlungen, die dem Zeitgeist entsprechen, nicht endlich einmal auf dem Wege der Vernunft hervorrufen?
Was in diesen wenigen Sätzen alles enthalten ist! Ob sich das Kallmeyer selbst eigentlich klar gemacht hat? Im Gegensatz zu vielen anderen damaligen Okkultlgläubigen und im Gegensatz zu vielen damaligen Freimaurern legt also der Mazdaznan-Anhänger Kallmeyer zunächst keinerlei Wert darauf, dem damaligen völkischen Zeitgeist zu entsprechen und zumindestens äußerlich "völkische" oder national-patriotische Phrasen zu dreschen. Wenigstens das! Er hingegen weiß von einem ganz anderen "Zeitgeist".
  
Und darin steht Ernst Kallmeyer nun ganz offen für alles das, was ein Erich Ludendorff - sozusagen als ein früher Globalisierungs-Kritiker - zutiefst ablehnt. Kallmeyer steht für alle jene Globalisierungsziele, denen Ludendorffs ganzer Kampf gilt. Und das in der vermeintlich ganz freundlich-sanftmütigen Weise eines typischen Mazdaznan-Anhängers, der die "Versöhnung" durch die Vernunft des Okkulten dem "Kampf" vorzieht. Aber nicht nur das. Das, für das er, Ernst Kallmeyer, steht, erklärt Kallmeyer schlicht für "notwendige Wandlungen, die dem Zeitgeist entsprechen".

Aber auch das ist noch nicht alles. In lamoryantem Ton fragt Kallmeyer 1927 dann weiter: Müssen denn "wiederum erst gepanzerte Fäuste auf Europa" niedersausen? Solche Worte in der Reprint-Schrift eines Verlages zu lesen, der in einer seiner meistverlegten Schriften die "gepanzterte" Freimaurer-"Faust" des "Heiligen" Kriegs-, Todes- und Würgeengels Michael am Freimaurerdenkmal in Leipzig zelebriert, hat nun tatsächlich wohl so seinen ziemlich eigenen Geschmack. Zumal in jenem Nebensatz, der im obigen Zitat ausgelassen worden war, noch zusätzlich die Frage eingeschoben war: Brauchen wir denn wirklich einen neuen Napoleon
der wie eine Geißel über Deutschland dahinbrauste, die Kleinstaaterei beseitigend?
Also die "gepanzerte Faust" eines Napoleon. Der "Zeitgeist" fordert also das "Pan-Europa" und die "Pan-Welt". Und für Kallmeyer stellt sich nur die Frage: Werden wir dem Zeitgeist denn endlich einmal über den Weg der Vernunft gerecht werden - oder bedarf es wirklich eines neuen Napoleon? Das dem Zeitgeist Entsprechende, so Kallmeyer, wird sowieso "notwendig" kommen - so oder so!

"Sind gepanzerte Fäuste notwendig?"

Daß nun im Umfeld der Freimaurer und Okkultisten in den Kategorien solcher "Notwendigkeiten" gedacht würde, war ja ab 1927 die stetige Kritik, die Ludendorff äußerte, und weshalb er 1930 auch seine Schrift "Weltkrieg droht auf deutschem Boden" veröffentlichte.

Da nun aber die Schrift "Testament der Freimaurer" (7) über das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig im gleichen Verlag erscheint wie der Reprint dieser Kallmeyer-Schrift (41), und da in "Testament der Freimaurer" die unterstellte Zugehörigkeit Napoleons zur Freimaurerei auch keine geringe Rolle spielt, könnte man schon so  manche sich andeutende "Zusammenhänge" erkennen, wenn man wollte. 

Und wenn ein solcher Reprint angekündigt wird in einer Zeit, in der der Tonfall von Leuten wie Wolfgang Schäuble und vielen anderen, die gerade gegenwärtig auf eine stärkere europäische Einigung hinwirken, nicht wesentlich anders ist, als die Lamoryanz dieses Ernst Kallmeyer, wird auch das so seinen eigenen Sinn haben.  Auch Schäuble sieht mit vielen anderen Angehörigen der heutigen politischen Elite die Einigung Europas als dem Zeitgeist entsprechend an, als "notwendig" an. Alternativen dazu weist er mit dem plumpen, klischeehaften Argument der Erfahrung zweier Weltkriege zurück. Ganz im Geiste des Mazdaznan-Anhängers Kallmeyer, wie es scheint.

Aber oft hört man bei solchen Politiker-Äußerungen im Hintergrund mehr mit (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog). Da schwingt immer wieder einmal bei polnischen oder österreichischen Ministern noch deutlicher, als im eben genannten Argument die Drohung mit hinein: Wenn ihr die europäische Einigung nicht auf dem Weg der Vernunft zu erreichen euch bemüht, ihr Kinder, wird wohl die gepanzerte Faust eines Dritten Weltkrieg kommen ("müssen"), bzw. werden sich frühere Klassen- und/oder Rassengegensätze erneuern. Das wollt ihr doch nicht wirklich ...? Na, also! (Und so weiter .) - - -

"Freimaurer müssen Front machen gegen Staaten und Regierungen, die dem großen Menschheitsziel entgegenlaufen"

Ernst Kallmeyer nun erklärt von sich, kein Freimaurer zu sein. Aber er ist mit den Zielen der Freimaurer sehr einverstanden, wie er schreibt. Und wenn er dies betont, wird die eben erläuterte Kriegsdrohung auch gleich noch etwas "konkreter" (21, S. 11):
Daß der Orden der Freimaurer Politik treibt, nicht Parteipolitik, wohl aber umfassende Weltpolitik, ist anzunehmen, ja, eigentlich selbstverständlich angesichts ihrer bereits erwähnten Menschheitsziele. Daß dabei auch einmal Front gemacht werden muß gegen dieses oder jenes Reich bzw. seine Regierung, dessen Entwicklung Bahnen einschlägt, welche dem großen allgemeinen Menschheitsziel entgegenlaufen, ist auch nur zu natürlich.
Na klar! Das ist nur "zu natürlich". Was will man eigentlich mehr? Der Freimaurerorden macht und machte "Politik"? Auch mit dem volksverhetzenden Freimaurerdenkmal in Leipzig im Jahr 1913? 

Will also jedenfalls heißen "Front" entweder mit den Mitteln der Vernunft - oder mit den Mitteln ... Napoleons ... Oder mit der gepanzerten Faust des Würgeengels von Leipzig. Da verwandelt sich dann die Menschheitsverbrüderungs-Rhetorik eines Kallmeyer doch recht schnell in recht kennzeichnende "Fronten", nicht doch, etwa: gegen "Schurkenstaaten" und "Achsen des Bösen" ... 

Insgesamt also eine Schrift, die wohl recht gut zur okkulten Symbolik des Freimaurerdenkmals in Leipzig paßt.


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  1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. R.v.Decker's Verlag, Berlin 1918 (Scribd)
  2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
  3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
  4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
  5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
  6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
  7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, Leizpig 1999
  8. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
  9. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
  10. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.2008, 23.30 Uhr, Phoenix, 10.2.2009, Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.2009, 3Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr, 3Sat, 17.7.2011, MDR, 12.6.2011, Phoenix, 26.11.2011 
  11. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
  12. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
  13. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
  14. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
  15. Treffpunkt Leipzig: Auf den Spuren der geheimnisvollen Freimaurer.
  16. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
  17. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977
  18. Kallmeyer, Ernst: In Harmonie mit den Naturgesetzen. Die echte Geistes- und Körperpflege (mit einigen Abb., Illustrationen) Verlag der Buchhandlung Erdsegen, Brannenburg/Obb. 1908 (274 S.) (Themen: Esoterik, Krankheit, Gesundheit, Erkenntnis, Leid überwinden, Lebensernergie, Gott, Ehe, Fruchtesser, Ernährung, Nacktkultur)
  19. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Künstlerische Gymnasik. Harmonische Körperkultur nach dem amerikanischen System Stebbins-Kallmeyer (mit 137 Abbildungen). Kulturverlag 1910 (184 S.)
  20. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Harmonische Kultur. Monatsschrift für Körper-, Seelen- und Geistespflege. Kulturverlag 1911
  21. Kallmeyer, Ernst: Ludendorff anti Freimaurerei, ein Schlag ins Wasser. Davidsstern, Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung. Verlag Triasmus, Hamburg 1927 (31 S.)
  22. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Dynamisches Atmen. 1928 (vgl. Wedemeyer-Kolwe, S. 167, Anm. 174)
  23. Kallmeyer, Ernst: Leben unsere Toten? Eine Weltanschauung als Antwort. (Freie Religion/Lebensweisheit) Kultur-Aufbau-Verlag, Stuttgart 1946 (47 S.)
  24. Wedemeyer-Kolwe, Bernd: "Der neue Mensch". Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 (Google-Bücher) (520 S.)
  25. Linde, Bernhard: Vril. Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (121 S.) (Amazon); "Ergänzte Neuauflage" (in Bearbeitung?)
  26. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972)GA-j!, 4.3.2011
  27. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ..."  Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. GA-j!, 22. April 2011
  28. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde. GA-j!, 29. April 2011
  29. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde II. GA-j!, 30. April 2011   
  30. Tietz, Jürgen: Das Tannenberg Nationaldenkmal. Architektur, Geschichte, Kontext. (Diss.) Verlag Bauwesen, Berlin 1999
  31. Grünwald, Andreas: Das Reichsehrenmal Tannenberg. Auf: http://tannenberg-denkmal.de/ 
  32. Springer, Andreas: Das Tannenberg-Nationaldenkmal. Internetseite.
  33. Mühleisen, Christa: Generalfeldmarschall und Reichspräsident  Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorf und von Hindenburg. Sein Leben in Wort und Bild in 8 Teilen. 09.06.2006 
  34. Koch, Christian: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal. Masterarbeit. GRIN-Verlag 2008 (Google Bücher
  35. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band: Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
  36. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen mein Leben. Franz von Bebenburg, Pähl 1967
  37. Schnoor, Frank: Mathilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Diss. Deutsche Hochschulschriften, Kiel 1998
  38. Grippo, Giovanni: Das Erbe der Templer. Giovanni Grippo Verlag 2011 (freies pdf.)
  39. Osterrieder, Markus: Die Johannes-Ritter von San Juan de la Pepeña. Das Königreich Aragón, der Jakobsweg und die Tempelritter. Auf: CeltoSlavica 1997 - 2010
  40. Bading, Ingo: Schreckensmale okkulter Priesterdiktatur - Die Schlachtendenkmäler von Leipzig und Tannenberg. GA-j!, 27.11.2011
  41. Bading, Ingo: Über Schlachtfelder zu Gott: Das okkult-satanistische Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. GA-j!, 28.11.2011
  42. Bading, Ingo: Kriegerdenkmäler als Freimaurerdenkmäler - das Beispiel Tannenberg (1927). GA-j!, 09.12.2011
  43. Bading, Ingo: Die Freimaurer und die SS: "Todesmutige Männer in schwarzen Uniformen". GA-j!, 09.12.2011
  44. Börsch-Supan, Helmut: Rezension von Peter Hutter "Die feinste Barbarei". Das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig. Eine Studie über die "germanische" Kunst des 19. Jahrhunderts. (Diss.) von Zabern, Mainz 1990. In: Nordost-Archiv - Zeitschrift für Regionalgeschichte. Bd. VI/1997, H. 1, S. 407 - 409 (freies pdf.)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Oktogonale Kriegerdenkmäler in Deutschland und England - mit geheimem Hintersinn?

In den letzten vier Wochen sind hier auf dem Blog vier Beiträge über okkulte Symbolik an Kriegerdenkmälern erschienen (38 - 41), nämlich über das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig (1913) und das Tannenberg-Nationaldenkmal in Ostpreußen (1927). Zum Tannenberg-Nationaldenkmal sollen im folgenden Beitrag noch einige Ergänzungen und Präzsierungen erfolgen anhand einer darüber erschienen Monographie (28). Im Zentrum des Denkmals war 1924 ein Löwendenkmal vorgesehen, 1927 ein "großer Werksteinblock", 1928 ein "Blomfield'sches Hochkreuz" mit oktogonalem Sockel, wie es auf allen großen britischen Soldatenfriedhöfen des Ersten und Zweiten Weltkrieges zu finden ist.

Während man sich also vor 1927 mit der Freimaurerhalle in London zum Gedenken an die gefallenen englischen Freimaurer des Ersten Weltkrieges architektonisch auf das deutsche Völkerschlachtdenkmal in Leipzig von 1913 bezog (38), bezog man sich zur gleichen Zeit deutscherseits beim Tannenbergdenkmal auf das britische "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel als der typischsten Ikonographie der britischen Soldatenfriedhöfe.

Auch bezüglicher weiterer Symbolik stellt sich beim Tannenbergdenkmal die Frage: Haben sie wie das Völkerschlachtdenkmal freimaurerische Hintergründe?

Das Tannenberg-Denkmal - Ein Symbol von "orientalischem Byzantinismus" und "Despotie"?

Das Tannenberg-Nationaldenkmal hat von 1924 bis 1937 viele Entwurfs- und Ausführ-Stadien durchlaufen (28). Der unter mehreren eingereichten (z.B.: a) verwirklichte Entwurf stammt von dem Berliner Architekten-Brüderpaar Walter und Johannes Krüger (Abb. 1).

Abb. 1: Johannes (rechts vorn) und Walter Krüger (dahinter) mit dem umgestalteten Modell (um 1935)    

Unter den deutschen Architekten löste ihr angenommener Entwurf im Jahr 1925 heftige Diskussionen aus (28, S. 42):
In der Baugilde, dem Zentralorgan des Bundes Deutscher Architekten (BDA) wurde ihnen (den Krüger-Brüdern) gegenüber sogar der Plagiatsvorwurf erhoben. Bewußt oder unbewußt hätten die Architekten sich an der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Semendria (Smederevo) in Serbien orientiert. Dies wurde als um so empörender empfunden, als Serbien noch vor kurzer Zeit Feindesland gewesen sei und die dort verwandten Architekturformen deshalb einem deutschen Nationaldenkmal nicht angemessen seien. Die Krügers versuchte jedoch, den Vorwurf durch ihre eigene Unkenntnis der Befestigungsanlage Semendrias zu entkräften.
Diese Befestigungsanlage von Smederevo liegt 50 Kilometer donauabwärts von Belgrad oberhalb des Südufers der Donau. Die Ähnlichkeiten mit dem Tannenberg-Nationaldenkmal kann man tatsächlich als frappierend empfinden. Auf Wikipedia wird erläutert, daß dies die Architektur eines byzantinisch-serbischen Despoten des 15. Jahrhunderts ist (Wiki):
Als 1427 der serbische Despot Đurađ Branković die damalige Hauptstadt Belgrad an Ungarn zurückgeben mußte (...), verlegte er seine Hauptstadt nach Smederevo, das er in den folgenden Jahrzehnten zur größten befestigten Stadt Serbiens erbauen ließ.
- Also Symbol von "Byzantinismus" und "Despotie" ein Reinkultur? Nachdem man den "wilhelminischen" "Byzantinismus", dem man schon im Freimaurerdenkmal von Leipzig 1913 in der Architektursprache  symbolisch etwas hatte "entgegenstellen" wollen (42), gerade erst im Jahr 1918 überwunden worden war? Der Berliner Architekt Bruno Möhring, Schriftleiter der "Stadtbaukunst" sprach von einem (28, S. 43)
"Tiefstand des Geschmacks (...) ein mühsam zusammengestoppeltes Machwerk (...) eine unechte Burg in zumindest für Deutschland nicht bezeichnenden, urorientalischen Formen (...)" usw..
Löwen-Denkmal im Zentrum (1924)

Der Innenhof war zunächst anders gedacht, als er dann zur Ausführung kam (28, S. 40):

Im Zentrum des Platzes war zunächst die Aufstellung jenes Löwen-Denkmales des 147er Grenadier-Regimentes von Hindenburg vorgesehen, das parallel zur Grundsteinlegung des Tannenberg-Nationaldenkmals 1924 unweit des geplanten Denkmals eingeweiht worden war.
(Siehe: a, b.) Der Löwe dieses Denkmals ist erhalten geblieben und ist 1993 vor dem Rathaus von Hohenstein aufgestellt worden (Abb. 2; siehe auch: a, b). In der Entwurfsskizze des Tannenberg-Denkmals ist der Grundriß dieses Löwen-Denkmals rechteckig angegeben, nicht quadratisch. Möglicherweise hätte der Freimaurerkitiker Erich Ludendorff Anlaß, in diesem Löwen Bezüge zum "Löwen Judas" zu sehen (a).

Abb. 2: 1924 für das Zentrum des Tannenberg-Denkmals vorgesehen, heute in Hohenstein
Weiter heißt es (28, S. 41):
Bei seiner Aufstellung im Innenhof  des Tannenberg-Nationaldenkmals sollte das Löwendenkmal durch einen doppelten Ring von Eichen eingefaßt werden.
"Altarähnlicher Werksteinblock" im Zentrum (1927)

Zur Zeit der Einweihung im Sepember 1927 war ein "altarähnlicher großer Werksteinblock" für das Zentrum des Denkmals vorgesehen. Er wurde, da der Bau noch nicht vollendet war, provisorisch durch einen "altarähnlichen Bretterverschlag" vertreten (28, S. 47, 49):
Entgegen der ursprünglich bekundeten Absicht des Tannenberg-Nationaldenkmal-Vereins, bis zur Denkmalseinweihung lediglich einen Denkmalsturm zu errichten, konnte der gesamte Rohbau bis zur Einweihung im September 1927 fertiggestellt werden. (...) Zwischen dem 5. und 10. September 1927 wurden an der Front von Turm 1 goldene Schwerter mit nach oben gerichteter Klinge eingesetzt.
Von diesen war schon die Rede (40). Zum Zeitpunkt der Einweihung hatte der Innenhof des Denkmals (28, S. 49):
noch keine Ausgestaltung erfahren, wie die Fotos der Einweihungsfeierlichkeiten anschaulich dokumentieren. Der Reichspräsident Hindenburg konnte deshalb lediglich an einem provisorischen Bretterverhau in der Mitte des Denkmalsinnenhofes die offizielle Kranzniederlegung vornehmen.
Welche Maße dieser Bretterverhau hatte und der vorgesehene "altarähnliche große Werksteinblock" ist der Monographie nicht zu entnehmen. Daß es sich aber tatsächlich bei dem "provisorischen Altaraufbau" um einen "altarartigen Bretterverschlag", nicht um einen rohen Betonsockel handelt - wie ursprünglich von uns im früheren Beitrag (40) angenommen -, ist auf einem Foto ganz gut zu erkennen (28, S. 51).

Dem vorgesehenen Rabbiner wurde abgesagt (1927)

Über die Einweihungsfeier erfahren wir weiterhin (28, S. 54):
Sowohl ein katholischer als auch ein evangelischer Geistlicher waren zu der Eröffnungsfeierlichkeit als Redner geladen, wie schon zur Grundsteinlegung, um damit den sakralen Weihecharakter der Veranstaltung zu betonen. Einem Rabbiner, der als Vertreter des "Jüdischen Frontkämpfer Verbandes" (...) zunächst auch sprechen sollte, wurde hingegen unter dem fadenscheinigen Argument der knapp bemessenen Zeit bei dem Einweihungszeremoniell das Wort verwehrt. In einer an den Reichskanzler Marx gerichteten Resolution vom 23. Oktober 1927 gab daraufhin der "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" seiner "Entrüstung Ausdruck, daß bei der Tannenbergfeier, entgegen der getroffenen Vereinbarungen, den jüdischen Frontsoldaten die Beteiligung unmöglich gemacht wurde."
Zusätzlich zu den Fotos in den früheren Beiträgen sollen hier noch zwei seltene Fotos, offenbar von eben diesen den Einweihungsfeierlichkeiten im Jahr 1927, gebracht werden. 


Abb. 3: Hindenburg und Ludendorff - "Dank für zündende Begrüßung an General K., Ostpreußischer Kriegerverband"
Sie sind offenbar außerhalb des Denkmals aufgenommen worden (Abb. 3 und 4).

Abb. 4: Die Generäle Mackensen, Ludendorff, Hindenburg und Seeckt - Tannenberg-Denkmal 1920er Jahre (wohl Grundsteinlegung)
In die Vorbereitung der Feierlichkeiten ebenso wie in die Ausgestaltung des Denkmals selbst waren die staatlichen Behörden bis hinauf ins preußische Innenministerium befaßt (28, S. 55):
Die Gestaltung des Denkmalsinneren war bis zur Einweihung noch keineswegs in seiner später ausgeführten Form festgeschrieben. (...) Als zentrales Denkzeichen beabsichtigte man einen "altarähnlichen Aufbau aus einem großen Werksteinblock, der ein Bronzeschwert trägt" zu errichten,
wie es in der Festschrift von 1927 heißt:
Vier Stufen sollten zum Altar hinaufführen. Die Gestaltung des Innenhofes unterschied sich deutlich von dem Wettbewerbsentwurf, der noch die Aufstellung des 147er Hindenburg-Denkmals von 1924 vorgesehen hatte.
Es sollte also als "zentrales Denkzeichen" ein "großer Werksteinblock" aufgestellt werden. Aber offenbar hat man von diesem dann wieder Abstand genommen. In der Monographie (28) werden die Unterstellungen Erich und Mathilde Ludendorffs weder gründlicher behandelt, noch überhaupt erwähnt. Ob also ihre Unterstellungen, daß es sich bei diesem Werksteinblock um einen Kubus handeln würde, zu dem Wechsel beigetragen haben, kann aufgrund dieser Monographie nicht gesagt, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Bezug zu dem "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel der britischen Soldatenfriedhöfe

Dafür stößt man noch auf einen anderen "interessanten" Zusammenhang. Wie schon eingangs erwähnt: Während man sich vor 1927 mit der Freimaurerhalle in London zum Gedenken an die gefallenen englischen Freimaurer des Ersten Weltkrieges architektonisch auf das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig von 1913 bezog (38), bezog man sich zur gleichen Zeit im Tannenbergdenkmal bemerkenswerter Weise auf das "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel als der damals typischsten Ikonographie der britischen (!) Soldatenfriedhöfe. War letzteres nur eine "zufällige" Bezugnahme? Tietz schreibt (28, S. 55):
Eine Fotografie des verlorenen Modells des (Tannenberg-)Denkmals vermittelt in etwa den Eindruck des geplanten Denkmalzeichens. Die Anlage hätte unmittelbaren Bezug auf die Arbeit des britischen Architekten Reginald Blomfield genommen. Blomfield hatte für die englischen Soldatenfriedhöfe ein steinernes Hochkreuz entworfen, dem ein metallenes Schwert aufgelegt war. Zusamen mit dem davorstehenden quergelagerten Gedenkstein gehörte es zum festen Inventar der britischen Soldatenfriedhöfe. Diese ikonographische Nähe dürfte auch der entscheidende Grund gewesen sein, weshalb die Ausführung dieses zentralen Denkzeichens wieder verworfen wurde.
Von welcher Fotografie hier die Rede ist, wird nicht so recht deutlich. Über Blomfield heißt es jedoch auf Wikipedia:
Das von ihm (1918) entworfene „Cross of Sacrifice“ (Hochkreuz mit Kreuzritterschwert, bekannt auch als Großes Kriegskreuz) schmückt noch heute alle Soldatenfriedhöfe des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Das ist im Grunde eine bemerkenswert einheitliche Ikonographie dieser britischen Soldatenfriedhöfe zweier Weltkriege. Und da ist es noch einmal so bemerkenswert, daß hier ein "Kreuzritterschwert" so wichtig ist. In gewisser Weise sahen ja sicherlich viele die britischen Soldaten während beider Weltkriege als "Kreuzritter" (vgl. das von ihnen gesungene Lied "Vorwärts, christliche Soldaten!"). Aber ein solches "Kreuzritterschwert" trägt ja - neben einem Kreuzritterschild - auch der "Heilige Michael", der Würgeengel am Völkerschlachtdenkmal von Leipzig. Wie sich ja überhaupt die Freimauerei in Worten, Symbolen und Handlungen gerne auf mittelalterliche Ritterorden und Glaubenskrieger bezogen hat und bezieht.

Oktogonaler Grundriß - eine okkulte Bedeutung, die auf muslimische und katholische Okkultorden zurückgeht?

Der erwähnte Blomfield'sche "quergelagerte Gedenkstein" ist auf manchen Fotografien dieses "Cross of Sacrifice" zu sehen. Mehr aber noch heißt es über dieses interessanterweise, was auf den Fotografien viel mehr ins Auge springt (etwa: a), was aber der Autor Jürgen Tietz überhaupt nicht anspricht. Hat er es etwa völlig übersehen? Denn es hätte ihm ja zu zahlreichen weiteren Fragen und Forschungen Anlaß geben können:
It is usually mounted on an octagonal base.
Das Blomfield'sche Kreuz steht also normalerweise auf einem oktogonalen, sprich achteckigen Sockel. Da 1927 eine solche Bezugnhme zu Blomfield möglich war, stellt sich doch die Frage, ob nicht auch schon der 1924 angenommenen Entwurf des Tannenberg-Denkmals mit seinem oktogonalen Grundriß einen solchen Bezug zu Blomfield aufweist, bzw. ob Blomfield-Kreuz und Tannenberg-Denkmal auf ähnliche ikonographische oder okkult-symbolische Traditionen zurückgehen.

Recherchieren wir dieser Frage etwas hinterher. Die Zahl acht und das Oktogon (auch Oktagon) spielen, wie man erfahren kann, sowohl in der buddhistischen, als auch in der jüdischen, katholischen, griechisch-orthodoxen und islamischen Symbolik eine Rolle (Wiki.). Dieser Umstand wird vielen Okkultgläubigen sehr erfreulich sein, suchen sie doch oft nach der "Einheit" hinter der sonstigen Verschiedenheit der Weltreligionen und okkulten Lehren:
Im Buddhismus führt der achtfache Pfad aus Samsara heraus zur Befreiung. Sein Symbol ist das Dharmachakra, ein achtspeichiges Rad. Aus ihm besteht die vierte der vier edlen Wahrheiten.
Und, nicht zu vergessen: Auch der Kubus hat acht Seiten. Indem man nach der Geschichte der Symbolik des Oktogons fragt, erfährt man auch manches zur Geschichte des Tempelritterordens, auf den sich ja die Freimaurer so gerne beziehen. Denn die Tempelritter sind - so wie die Freimaurer - auf den alttestamentarischen Salmonischen Tempel in Jerusalem bezogen, und zwar schon in ihrem Namen (36):
Die Kombination von Rittern und Mönchen oder von Kriegern und gläubigen Gelehrten war eine Anleihe aus der  islamischen Welt. Er (der Ordensgründer Patriarch Balduin II. von Jerusalem) übernahm diese Idee wahrscheinlich aus den Wechselbeziehungen, die es mit der islamischen Welt zwangsläufig gab. Die Grenzgebiete wurden von Ribats verteidigt. Ein Ribat ist eine Grenzfestung, die entlang der Grenzen zu nichtislamischen Staaten stand. Das Wort „Ribat“ drückt zugleich eine Lebenseinstellung aus. Die Bewohner solcher Festungen  waren nicht nur kampfbereite Krieger, sondern auch gläubige Gelehrte, die sich u. a. der moralischen Unterstützung der Kämpfer widmeten.
Der militärische und religiöse Charakter eines Ribats drückte sich auch in der Architektur aus. Er  hatte im Obergeschoss eine Moschee mit Wohneinheiten und einem Wehrturm, während im  Erdgeschoss Lagerräume um den weiten Innenhof angeordnet waren. Die Ähnlichkeiten zu  späteren Komtureien der Templer sind verblüffend und es erübrigt sich zu erwähnen, dass auch  die Templer eine eigene Architektur pflegten. Die Templer-Architektur basierte auf einem  oktogonalen Grundriß (zwei übereinander verschränkte Quadraten) und vielen Rundbögen.
Zu "Ribat" siehe Wikipedia. Auch aus den zahlreichen Fotos von Ribaten könnte man Parallelen zum Tannenberg-Denkmal herauslesen. Im Grunde sind ja die Ordensburgen des Deutschen Ritterordens genau solche "Ribate"! Und einer anderen Veröffentlichung ist über die Ordenskirchen der Templerritter zu entnehmen (37):
In Anlehnung an den Jerusalemer Felsendom, wo sich das Hl. Grab befindet, wurden die bemerkenswertesten Ordenskirchen als Rotunden errichtet, manchmal aber auch in oktogonaler Form, so etwa die um 1150/60 entstandene "Maria-Sophia-Kapelle" Nostra Señora de Eunate in Navarra mit ihren geheimnisvollen Steinskulpturen. Gerade in Spanien und Portugal tragen die offiziellen wie die "apokryphen" Templer-Bauten besonders häufig Verzierungen in Form des Tau-Kreuzes ("T"), das auch als "esoterisches" Ordenskreuz Verwendung fand, wie beispielsweise das Taufbecken der Templerkapelle von Tarragona, die Wappenembleme der Heilig-Grab-Kirche von Torres del Río (Navarra) oder die Schmucksteine in den Gewölbebögen der Templerburg von Ponferrada (Prov. León) beweisen.
Der Jerusalemer Felsendom hat oktogonalen Grundriß. Tau-Kreuz, also der Buchstabe T, der ebenfalls das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig krönt, wird kombiniert mit zwei übereinandergelegten Quadraten, die ein Oktogon ergeben (Abb. 4).

Abb. 4: Das Tau-Kreuz aus der  Burg der Templer-Komturei von Ponferrada 
Und entsprechend heißt es etwa über die ab 1160 erbaute Templer-Burg Tomar in Portugal (Freie-Templer-zu-Tomar.org):
Ihr Kernstück ist noch immer die alte Rundkirche, die im Inneren einen weiteren oktogonalen Bau beherbergt. Vorbild für den Bau war, wie anhand der verwendeten Zahlenkombination festzustellen ist, eindeutig die Heilig-Grab-Rotunde in Jerusalem.
Für die Zwecke dieses Beitrages reichen diese Andeutungen hinsichtlich okkulter Symbolik innerhalb des Templerordens und weit über die katholische Kirche hinausgehend wohl schon aus. Und man spürt schon: Wenn man sich noch mehr mit der Thematik des okkulten Oktogons beschäftigen würde, würde man wohl noch vieles finden können.

Statt eines Blockes oder eines Blomfield'schen Kreuzes wird eine "Böschung" mit Hochkreuz verwirklicht (1928)

Wir lesen weiter bei Jürgen Tietz (28, S. 55, 57):
Im Lauf des Jahres 1928 realisierte man statt dessen (also statt des Blomfield'schen Hochkreuzes) eine andere Lösung. (...) Ein monumentales Hochkreuz (...) aus Bronze. Es stand auf einer mit Immergrün bepflanzten Böschung, die durch eine Mauer aus drei Reihen unbehauener Feldsteine mit einer abschließenden Abdeckung aus Kalksteinplatten eingefaßt war. (...) Vier Treppen (...) führten eine Böschung hinauf.
Es fällt nun ebenso schwer, diese zwar im Grundriß quadratische "Böschung", wie im ersten Beitrag zum Thema als möglich erachtet (40), als einen Kubus oder als einen halbierten Kubus deuten zu können. Denn nach den bei Dietz gegebenen Skizzen (28, S. 93f) scheint selbst mit den etwaig in die Erde eingesenkten Fundamenten dieser "Böschung" weder ein Höhe-Breiten-Verhältnis dieser "Böschung" von 1:1, noch von 2:1, noch von 3:1 verwirklicht zu sein. Aber der folgende Altar-Vorschlag hätte eventuell im Sinne eines solchen Kubus gedacht sein können (28, S. 57):

Noch im selben Jahr 1928 schlug der Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus vor, anstelle des Grabkreuzes einen reliefgeschmückten Altar aus Muschelkalk aufzustellen.

Dieser Vorschlag wurde aber nicht verwirklicht. Wir erfahren weiterhin, was schon behandelt worden ist (28, S. 64):
Der massige, wehrhafte äußere Eindruck des Eingangstrumes wurde durch zehn symmetrisch auf die Außenfläche des Turmes verteilte Schwerter verstärkt, wie sie sich auch auf den Türmen 3, 5, und 7 fanden.
Der "Zentralbaugedanke" wird auf Betreiben Hitlers mit Zögern aufgegeben (1934)

Als 1934 eine Gruft für den gestorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg in das Tannenberg-Denkmal eingebaut werden sollte, war zunächst sowohl von den Brüdern Krüger wie vom Tannenberg-Nationaldenkmal-Verein an eine zentrale Gruft gedacht worden. Die Brüder Krüger schreiben nun selbst (28, S. 92):
"... Der Führer erkannte unsere Vorschläge wohl an, äußerte jedoch den Wunsch, die Grabkammer in die Nähe des früheren Ausgangsturmes zu legen. Er machte in einen von uns vorgelegten Grundriß hierzu eigenhändige Eintragungen, wobei sich zunächst eine erheblich weitere Absenkung der Hoffläche und eine vollständige Freimachung der Mitte ergaben. Es wird jeder verstehen, wenn wir zunächst nur ungern den reinen Zentralbaugedanken aufgaben. Wir haben aber erkennen müssen, daß die vom Führer angeregte Lösung eine außerordentliche Steigerung der Wirkung des Ehrenhofes mit sich brachte.
(...) Wir hatten die Freude, daß unser noch weitergehender Entwurf, der eine Verlegung der Grabkammer in den hinteren Turm anstelle des besonderen Grabhauses vor diesem vorsah, des Führers Zustimmung fand."
Abschließend noch einmal eines der vielen auf der Welt verteilten Blomfield'schen "Opfer-Kreuze" mit oktogonalem Sockel, das Zeichen, unter dem die überwiegende Mehrheit der Gefallenenen des britischen Weltreiches des 20. Jahrhunderts bestattet sind. Hat auch es "verborgene" Bedeutungen, die öffentlich nicht bekannt sind? Werden künftige Jahrhunderte zu diesem "Opfer-Kreuz" sagen: In diesem Zeichen bist du gefallen, britisches Weltreich?

Abb. 5: Blomfield'sches "Opfer-Kreuz" mit oktogonalem Sockel

_______________________

1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. R.v.Decker's Verlag, Berlin 1918 (Scribd)
2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, Leizpig 1999
7a. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
8. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
9. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.200823.30 UhrPhoenix, 10.2.2009Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.20093Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr3Sat, 17.7.2011MDR, 12.6.2011Phoenix, 26.11.2011 (Google VideoVeoh)
10. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
11. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
12. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
14. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
14. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
15. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977
16. Kallmeyer, Ernst: In Harmonie mit den Naturgesetzen. Die echte Geistes- und Körperpflege (mit einigen Abb., Illustrationen) Verlag der Buchhandlung Erdsegen, Brannenburg/Obb. 1908 (274 S.) (Themen: Esoterik, Krankheit, Gesundheit, Erkenntnis, Leid überwinden, Lebensernergie, Gott, Ehe, Fruchtesser, Ernährung, Nacktkultur)
17. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Künstlerische Gymnasik. Harmonische Körperkultur nach dem amerikanischen System Stebbins-Kallmeyer (mit 137 Abbildungen). Kulturverlag 1910 (184 S.)
18. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Harmonische Kultur. Monatsschrift für Körper-, Seelen- und Geistespflege. Kulturverlag 1911
19. Kallmeyer, Ernst: Ludendorff anti Freimaurerei, ein Schlag ins Wasser. Davidsstern, Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung. Verlag Triasmus, Hamburg 1927 (31 S.)
20. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Dynamisches Atmen. 1928 (vgl. Wedemeyer-Kolwe, S. 167, Anm. 174)
21. Kallmeyer, Ernst: Leben unsere Toten? Eine Weltanschauung als Antwort. (Freie Religion/Lebensweisheit) Kultur-Aufbau-Verlag, Stuttgart 1946 (47 S.)
22. Wedemeyer-Kolwe, Bernd: "Der neue Mensch". Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 (Google-Bücher) (520 S.)
23. Linde, Bernhard: Vril. Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (121 S.) (Amazon); "Ergänzte Neuauflage" (in Bearbeitung?)
24. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972)GA-j!, 4.3.2011
25. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ..."  Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. GA-j!, 22. April 2011
26. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde. GA-j!, 29. April 2011
27. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde II. GA-j!, 30. April 2011   
28. Tietz, Jürgen: Das Tannenberg Nationaldenkmal. Architektur, Geschichte, Kontext. (Diss.) Verlag Bauwesen, Berlin 1999
29. Grünwald, Andreas: Das Reichsehrenmal Tannenberg. Auf: http://tannenberg-denkmal.de/ 
30. Springer, Andreas: Das Tannenberg-Nationaldenkmal. Internetseite.
31. Mühleisen, Christa: Generalfeldmarschall und Reichspräsident  Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorf und von Hindenburg. Sein Leben in Wort und Bild in 8 Teilen. 09.06.2006 
32. Koch, Christian: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal. Masterarbeit. GRIN-Verlag 2008 (Google Bücher
33. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band: Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
34. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen mein Leben. Franz von Bebenburg, Pähl 1967
35. Schnoor, Frank: Mathilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Diss. Deutsche Hochschulschriften, Kiel 1998
36. Grippo, Giovanni: Das Erbe der Templer. Giovanni Grippo Verlag 2011 (freies pdf.)
37. Osterrieder, Markus: Die Johannes-Ritter von San Juan de la Pepeña. Das Königreich Aragón, der Jakobsweg und die Tempelritter. Auf: CeltoSlavica 1997 - 2010
38. Bading, Ingo: Schreckensmale okkulter Priesterdiktatur - Die Schlachtendenkmäler von Leipzig und Tannenberg. GA-j!, 27.11.2011
39. Bading, Ingo: Über Schlachtfelder zu Gott: Das okkult-satanistische Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. GA-j!, 28.11.2011
40. Bading, Ingo: Kriegerdenkmäler als Freimaurerdenkmäler - das Beispiel Tannenberg (1927). GA-j!, 09.12.2011
41. Bading, Ingo: Die Freimaurer und die SS: "Todesmutige Männer in schwarzen Uniformen". GA-j!, 09.12.2011
42. Börsch-Supan, Helmut: Rezension von Peter Hutter "Die feinste Barbarei". Das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig. Eine Studie über die "germanische" Kunst des 19. Jahrhunderts. (Diss.) von Zabern, Mainz 1990. In: Nordost-Archiv - Zeitschrift für Regionalgeschichte. Bd. VI/1997, H. 1, S. 407 - 409 (freies pdf.)

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