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Montag, 22. Februar 2021

An die "Aufgewachten"

Besser gesagt: An die Kriminalisten

Den ersten Schritt habt ihr getan, ihr Aufgewachten. Nun stellt sich eine wichtige Frage: Werdet ihr den zweiten - wichtigeren - Schritt tun?

Erläuterung: So und so viele Menschen vergessen heutzutage, daß wenn sie eine Lüge durchschauen, ja noch längst nicht bei der Wahrheit sind. Die Wahrheit wird nicht dadurch gefunden, daß man Lügen durchschaut. (Zumindest nicht in erster Linie.)

Symbolbild: "Klassiker" ;-)

Dafür nur ein leicht einsehbares Beispiel: Die Wahrheit wurde nicht dadurch gefunden, daß die Menschen durchschauten, daß die Bibel ein Märchenbuch ist. Das war erst einer der letzten Schritte. Es war nicht der erste Schritt. Es könnte sehr grundlegend sein, davon eine Ahnung zu gewinnen.

Die meisten Menschen, die anfangen zu denken, die "aufwachen", sind schwer damit beschäftigt, die vielen Lügen zu decodieren. Gut so.

Aber ob sie jemals damit zu Rand kommen? Wie viele Lügen gibt es? 

Beispiel Bibel

Und lassen sie sich nicht täglich vermehren?

Wollt ihr die alle "abarbeiten"? (Und falls euch der Stoff ausgehen sollte: Die Lügner werden schon für Nachschub sorgen. Das sollte ihnen nicht schwer fallen - oder was meint ihr?)

Damit soll gesagt sein: Mit diesem ersten Schritt kommen wir "Aufgewachten" noch nicht auf den Grund dessen, was unsere Kultur seit spätestens 500 Jahren ausmacht. Nämlich daß wir Wahrheitssucher sind. Nein, nicht Lügendetektoren, sondern: Wahrheitssucher.

Ob man eine Ahnung hat von dem Unterschied, auf den hier hingewiesen werden soll?

Auch der Autor dieser Zeilen hat einstmals eine ganze Weile gebraucht, bis er das kapiert hat. Er hat Geschichte studiert, insbesondere die des 20. Jahrhunderts. Er wollte den Aufwachprozeß unserer Gesellschaft voran bringen. Bis er irgendwann kapiert hat: Das, was er da bei seinen Forschungen heraus kriegt, das wissen andere schon viel länger.

Sie halten es nur vor der Öffentlichkeit verborgen.

Eine solche "Wahrheit" schmeckt mit der Zeit verdammt schal.

Um so mehr, wenn man anfängt, ihr hinter her zu schmecken.

Machen wir uns also klar: Bei echter Wahrheitssuche sucht man nach Dingen, die kein Mensch zuvor jemals gewußt hat. Und man spürt dem Weg nach, wie Menschen auf Dinge gekommen sind, die vorher kein Mensch wußte. Wie herrlich das letztere ist. Und wie sehr der Mensch als Wahrheitssucher dann erst in seine Würde kommt. In den Bereich des Humanen.

Vorher - ist er nichts anderes als Kriminalist. 

Pfui Teufel.

Mittwoch, 2. Dezember 2020

"911 aus der Sicht der Physik" und "Covid 19 aus der Sicht der Medizin"

Was haben beide miteinander zu tun?

- Überlegungen zur Glaubwürdigkeitskrise der modernen Wissernschaft

"Querschnitte", die berühmte Wissenschaftssendung von Hoimar von Ditfurth seit 1971, und der Vortrag "911 aus der Sicht der Physik" aus dem Jahr 2020, sie machen von zwei unterschiedlichen Seiten aus deutlich, wie die heutige Glaubwürdigkeitskrise der Wissenschaft zu charakterisieren ist und wie sie überwunden werden kann.

Er redet nicht lange herum, er kommt sofort zur Sache (1). Er geht auch in der Sache stringent und zügig voran: Hoimar von Ditfurth (1921-1989) (Wiki). Er erklärt in dieser Sendung aus dem Jahr 1971 die Wissenschaft von der Zeitmessung von Ereignissen in der Vergangenheit, zunächst mittels der Jahresring-Chronologie, und zwar anhand von Holzproben aus der Vergangenheit (Dendrochronologie).

 

 

Er kommt dann zu Korallen und ihren Jahresringen, aufgrund deren geschlossen werden kann, daß sich zur Zeit der Dinosaurier die Erde schneller gedreht hat als heute, 20 Tage mehr pro Jahr.

Dann wird die C14-Datierungs-Methode erklärt. Mit einfachsten Mitteln, nämlich mit einem Staubsauger und Tischtennis-Bällen. Am Ende werden molekulare Methoden der Zeitbestimmung anhand der unterschiedlichen Aminosäure-Sequenzen des Cytochroms C in der Organismen-Welt erklärt und es wird dazu eine amerikanische Wissenschaftlerin in ihrem Labor besucht und befragt.

Wir haben es hier mit der ersten Sendung der berühmten Wissenschafts-Sendereihe "Querschnitte" (Wiki) zu tun, durch die Hoimar von Ditfurth in den 1970er Jahren einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden ist. Diese Sendung wurde erstmals am 18. Januar 1971 ausgestrahlt (Ditfurth).*) Beispiele weiterer früher solcher Sendungen sind zugänglich (2). Noch heute denken viele Menschen mit Wehmut an jene Zeiten zurück als es in der Öffentlichkeit noch das vollste Vertrauen in die Entwicklungen in der modernen Wissenschaft gegeben hat und als man sich mit Ehrfurcht solche Wissenschaftssendungen angesehen hat, gerne gemeinsam im Familienkreis.

Der wesentlichste Umstand, der bezüglich dieser Art von Wissenschaftsvermittlung zu benennen ist, ist wohl der, daß man als Zuschauer nicht herab gestimmt wird durch die Art wie Hoimar von Ditfurth redet. Daß bei ihm ein Wunder ein Wunder bleibt, auch wenn es eine naturwissenschaftliche Erklärung gefunden hat. Das ist - es ist wirklich sinnvoll, darauf zu achten - nicht in allen Fällen so, in denen Wissenschaft seither einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt worden ist oder wird.

Es geschieht das heute zum Beispiel oft, indem zugleich "Wohlgefühle" verbreitet werden. Es werden "Schönlinge" oder "Sympathieträger" vor die Kamera gestellt, bei denen man auf den ersten Blick gar nicht das Gefühl hat, daß das rein wissenschaftliche, nüchterne Erkenntnisinteresse im Vordergrund steht oder stehen soll, sondern ganz andere Dinge: nämlich eher oberflächliche, "wohltuende" oder auch amüsante Unterhaltung. Beispiele wären Ranga Yogeshwar, Eckart von Hirschhausen oder auch - in einem entfernteren Zusammenhang: Norbert Bolz. Selbst wenn die von ihnen transportierten Botschaften und Inhalte korrekt sind oder wären, so kann sich schon allein aufgrund der Präsentation dieser Inhalte, aufgrund der Personen, die sie "verkörpern", der Eindruck aufdrängen, der Fernsehzuschauer solle hier "manipuliert" werden. Die Absicht der Manipulation ist ja in allen außerwissenschaftlichen Bereichen längst unübersehbar geworden. Aber mit einer solchen Art von Präsentation wird nun auch der Eindruck vermittelt, als könnte in und mit der Wissenschaft genauso leicht manipuliert werden wie mit allen anderen Bereichen.

Es geht also hier schon durch die Äußerlichkeit des Auftretens viel an jener wissenschaftlichen Nüchternheit und Authentizität verloren, die sonst innerhalb des wissenschaftlichen Alltags die vorherrschenden sind, und die auch bei der Vermittlung von Wissenschaft im Vordergrund stehen sollten, wenn der Geist der Wissenschaftlichkeit selbst nicht auf der Strecke bleiben soll dadurch daß gar zu viele andere Motive ihn verdrängen. 

Es können nämlich außerdem auch durchaus sehr kluge Menschen sehr klug über Wissenschaft reden - und dennoch kann es menschlich dabei allzu "seicht" zugehen. Das mag dann wissenschaftlich immer noch alles korrekt sein. Aber dahingehend wie sich der einzelne Mensch, der da spricht, als Mensch von seiner Auseinandersetzung mit der Wissenschaft her hat prägen lassen, das kann dann doch noch einmal sehr anders aussehen als das hier zum Beispiel durch Hoimar von Ditfurth repräsentiert wird.

"911 aus der Sicht der Physik"

Nicht zuletzt solche Umstände mögen mit dazu beitragen, daß heute so viele Menschen auf exzentrische Bahnen gebracht werden, die sie so unglaublich weit von moderner Wissenschaft entfernen lassen, wenn sie mit Fragen beschäftigt sind, die grundsätzlich durch die Wissenschaft zu klären wären, wozu ja nicht zuletzt auch allerhand - nicht selten schon banale - medizinische Fragen gehören. Daß viele Menschen, die ansonsten recht "wach" sein mögen, aber niemals in ihrem Leben diesen tiefen Trank aus der Nüchternheit der modernen Naturwissenschaft genommen haben, ihr Vertrauen und damit auch ihr Urteilsvermögen hinsichtlich der Gebiete moderner Naturwissenschaft in sehr weitgehendem Maße verlieren können.

Heute leben wir - gibt es noch Grund zur Überraschung über diesen Umstand? - in einer Welt ohne Vertrauen. Wenn es noch heute nur ganz vereinzelt Physiker sind, die über "911 aus der Sicht der Physik" das schlechthin Notwendige sagen (3, 4), wenn also auf einem Gebiet eine so umfangreiche Vertuschung - weiterhin - mit Hilfe der Wissenschaft möglich ist, wie kann man dann glauben, daß die Menschen weltweit zu anderen Bereichen der Wissenschaft noch Vertrauen fassen können oder wollen? 

Der Vertrauensverlust gegenüber der modernen Wissenschaft, der bei weiten Teilen der Bevölkerung festzustellen ist - gerade im Jahr 2020 - er kann als ein erschütterndes Geschehen wahrgenommen werden. Da es sich bei jenen Teilen der Bevölkerung, die dieses Vertrauen verloren haben, oft um sehr fortschrittlich denkende, junge Menschen handelt, ist dieser Vertrauensverlust um so erschütternder. Will man gleichgültig darüber hinweg gehen, daß die moderne Gesellschaft gerade weite Teile der Bevölkerung ohne alles Vertrauen "zurück läßt", "hinter sich läßt", ohne aufwendigeres Bemühen, dieses Vertrauen zurück zu gewinnen?

Abb. 1: Erschienen 2018
Wo könnte ein solches Bemühen ansetzen? Erst beim Ansehen eines Vortrages wie "911 aus der Sicht der Physik", der im Januar 2020 von Seiten eines jungen Mathematischen Physikers vom Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn (Uni Bonn) gehalten wurde (3), kann einem bewußt werden, mit wie viel innerer Berechtigung sich dieser Vertrauensverlust in den letzten zehn Jahren innerhalb von Teilen der Bevölkerung vollzogen hat.

Man erinnert sich: Als im Jahr 2011 klar wurde, daß der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (geb. 1971) (Wiki) seinen Doktortitel mit unwissenschaftlichen Mitteln erworben hatte, ist die Aufklärung über diesen Fall nicht im ersten Schritt durch die Wissenschaft selbst erfolgt, sondern durch die anonyme Recherche-Plattform "GuttenPlag Wiki". Dieser Umstand darf gerne sehr sorgsam Berücksichtigung finden, wenn es heute Vertrauensverluste gegenüber der Wissenschaft gibt. 

Die Politik glaubte damals locker über diesen Umstand hinweg gehen zu können - als handele es sich um ein "Kavaliersdelikt". Und sogar der akademische Bereich brauchte allerhand Schreckminuten, um zu verstehen, worum es eigentlich geht. Aber er war es dann vor allem, dessen Empörungssturm es diesem Minister unmöglich machte, im Amt zu bleiben. Alle anderen Faktoren hätten diesen Rücktritt nicht bewirkt. Die Empörung kam zudem vor allem aus dem akademischen Nachwuchs, weniger - oder mit viel größerer Verzögerung - aus der Professorenschaft. Wurde nicht schon hier spürbar, daß es in der Wissenschaft zutiefst korrupt hergehen kann? Wurden bezüglich dieses Umstandes ausreichend Konsequenzen gezogen?

Vor diesem Hintergrund darf man sich jedenfalls bis heute fragen, wo der Empörungssturm aus der Wissenschaft heraus bleibt über die bisherige "wissenschaftliche" Aufarbeitung aller Fragen rund um 11. September 2001. Hier wäre doch gewiß nicht weniger Empörung am Platze als bezüglich der lächerlichen, läppischen Vertuschungs- und Rechtfertigungsversuche eines deutschen Verteidigunsgministers und jener elitären kriminellen politischen "Clique", der er angehört, genannt "Christdemokratie", genannt "Christlich-Soziale Union". Man muß bei 911 kein Wissenschaftler sein, um zu sehen, daß hier eine "kontrollierte Sprengung" stattgefunden hat. Wenn aber bis heute die moderne Universitäts-Wissenschaft, nicht zuletzt auch die Naturwissenschaft, schlichtweg nicht helfen, dieses Verbrechen und seine Urheber aufzuklären, sondern viel eher helfen bei der Vertuschung (3, 4) - mit welchem Recht können sie dann eigentlich noch darauf insistieren, daß ihr die Menschen - "verdammt noch mal" - in medizinischen Fragen vertrauen sollen?

Mit welchem Recht? Wenn schon die Plagiatsaffäre "zum Himmel schrie", um wie viel mehr sollte dann erst die 9/11-Vertuschung zum Himmel schreien? Ist hier nicht dringendster Aufklärungsbedarf vonnöten, um verloren gegangenes Terrain, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen? Darf die Wissenschaft über einen so wesentlichen zeitgeschichtlichen Vorgang wie 9/11, der so viele Menschen bewegt hat, so oberflächlich hinweg gehen wie sie das bislang getan hat (3, 4)?

Der Mathematische Physiker Ansgar Schneider macht nur allzu deutlich, daß heute der Begriff "Verschwörungstheorie" sowohl in den Medien wie in der Wissenschaft nicht zum Mittel der Aufklärung, sondern zum Mittel der Denunziation benutzt wird (3, 4)(insbesondere ab ab etwa 1:40:00). So läßt man unzählige Menschen, die fern aller Wissenschaft sozialisiert wurden, hinter sich, wenn man auf solchen zentralen Gebieten nicht versucht, Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. 

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*) Es war dies übrigens bis 1918 in Deutschland der "Reichsgründungstag" [Wiki], der feierlich begangen wurde.

**) Gegen Ende spricht er auf der Folie von einer "pseudowissenschaftlichen Scheindebatte". Es wird verständlich, was er sagen will, aber er gerät hier in gefährliche Nähe zu einem weißen Schimmel. Mit Begriffen wie "pseudowissenschaftliche Debatte" oder "wissenschaftliche Scheindebatte" wäre dasselbe gesagt. Aber das nur eine kleine Mäkelei am Rande.

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  1. Hoimar von Ditfurth: Eine Reise in die Vergangenheit. 1. Folge der Sendereihe "Querschnitt durch die Wissenschaft", eine Produktion des ZDF, Erstausstrahlung 18.1.1971, https://youtu.be/j6EfZseJIfk, https://youtu.be/MY9KeM5B1MA, https://youtu.be/m9QgnbLZHpI, https://youtu.be/dbhwCTX0xz8.
  2. Hoimar von Ditfurth: Pflanzen - die heimlichen Herrscher, 11. Folge der Sendereihe "Querschnitt durch die Wissenschaft", ZDF, Erstausstrahlung 6.11.1972, https://youtu.be/Q2krQTBnCcg
  3. Schneider, Ansgar: 911 aus der Sicht der Physik, 08.01.2020, https://youtu.be/ICgr-Lg7Yvw.
  4. Schneider, Ansgar: Stigmatisierung statt Aufklärung. Das Unwesen des Wortes "Verschwörungstheorie" und die unerwähnte Wissenschaft des 11. Septembers als Beispiel einer kontrafaktischen Debatte. Peace Presse 2018 (Amazon)
  5. DWM Coachings (Dominik Memmel): Buchvorstellung: Hoymar v. Ditfurth "Der Geist fiel nicht vom Himmel", Februar 2020, https://youtu.be/Uv9LLzCKF1U?t=734 ("Aber es lohnt sich," sprich die Lektüre des Buches "Der Geist fiel nicht vom Himmel)

Sonntag, 23. August 2020

Zum Festland des Wissens gibt es keine Alternative

Nur von dorther macht es Sinn, in die Strudel und den Treibsand der Hypothesen, Vermutungen, Ahnungen und Verträumtheiten zu schauen

Einleitendes


"Fast jeder Überlegung geht ein gewisses bestimmendes Gefühl vorher, das bei glücklichen Gemütsbeschaffenheiten selten trügt, und das der Verstand nachher nur gleichsam ratifiziert."
Georg Lichtenberg (1742-1799) (Wiki
(in seinen "Sudelbüchern")

In diesem Zitat ist die Rede von einem vorrationalen Erahnen dessen, was dann erst hinterher rational vollständig verstanden und erkannt wird. Man könnte also im Anschluß an Lichtenberg sagen: Alles Wertvolle und Wesentliche im Menschenleben geschieht, bevor der Verstand (die Ratio), seine Unterschrift darunter setzt. Ratio ist - nach dieser Sichtweise - nur: "Unterschriftleisten". Die Aufgabe - insbesondere für Menschen mit "glücklicher Gemütsbeschaffenheit" - wäre also, die Aufmerksamkeit insbesondere auf das zu richten, was geschieht, bevor "die Unterschrift" geleistet wird. .... Und natürlich auch auf das, was geschieht, während man - ständig - mit "Unterschrift-Leisten" beschäftigt ist.

Diese Gedanken haben in einer Telegram-Gruppe Erörterungen ausgelöst. Aber in der Telegram-Gruppe werden viele Dinge gleichzeitig erörtert, Philosophisches, die aktuelle Lage, Fragen nach dem Lebenssinn und so weiter. Ein jüngerer Beitrag lautete (um nur eine Andeutung der vielfältigen Eröterungen zu geben):
Ich denke mal eines ist sicher: es gibt da nicht "den einen Weg", den es ja vermutlich nirgendwo gibt ... Durch das Labyrinth des Lebens führen so viele Wege wie es Menschen gibt. Und es wird vermutlich nicht möglich sein, annähernd eine Kenntnis der Geschehnisse und Zusammenhänge zu erfassen, Aber eine mehr oder weniger größere Ahnung können wir uns erarbeiten. Ja, und da Jeder einen anderen Blick auf die Dinge hat, haben wir so so so viele verschiedene Wahrnehmungen. Sogar wir hier, die wir ganz ganz sicher alle an der Wahrheit, an dem Guten und Wahrhaftigen interessiert sind und uns jeder auf seine Weise dafür einsetzen, haben extrem verschiedene Meinungen von dem was geschieht. In dem Versuch die Dinge zu verstehen und Einblicke zu erhalten, wird mir klar, wie unmöglich es ist, es scheint mir jedenfalls so. Und ja, der Blick nach Innen scheint mir unabdingbar und essentiell. Das Still-Werden und Auseinandersetzen mit den Innenwelten, die ehrliche wahrhaftige Innenschau, das Wahrnehmen dessen was in uns ist, das in Beziehung setzen mit der Mitwelt, die "hehren Ziele" immer wieder neu zu hinterfragen und dann, immer wieder aufstehen, auch wenn es scheint - das Morgen ist verloren ...
Und ein anderer Diskussion-Beitrag:
Betreffs Lichtenberg ... Also: Ich habe meine Sicherheit über das kommende Geschehen wohl hier empfangen....vorrationales Erahnen 😇
Zu diesem und noch allerhand anderen Diskussions-Beiträgen habe ich heute morgen das folgende ausgeführt.

Die Notwendigkeit, streng rational zu arbeiten


Der Georg Friedrich Lichtenberg war ja selbst Naturwissenschaftler. Also er war in der Regel auf jenem Gebiet unterwegs, das strengste Rationalität erfordert. Von einer Auseinandersetzung damit haben viele auch philosophische Erkenntnisse ihren Ausgang genommen (Kant, Schopenhauer, z.T. auch Nietzsche, August Weismann, Ernst Haeckel, Nicolai Hartmann, Karl Raimund Popper, Hans Jonas und viele auf ihrer Linie).

Wenn Lichtenberg also davon spricht, daß einer Erkenntnis Vorrationales voraus geht, dann weiß er es deshalb so klar zu unterscheiden, weil er in der strengst möglichen Rationalität unterwegs ist. - - - Das sind die meisten Menschen nicht. 95 bis 98 % zögern oder machen lieber etwas anderes. Sie machen dann lieber die Wäsche oder den Abwasch oder kochen. Während bei denen, die die Notwendigkeit sehen, STRENG RATIONAL zu arbeiten, bei denen treten andere Alltagsdinge in den Hintergrund, weil sie eben wissen, daß vollste Konzentration und auch ein nicht geringes Zeitbudget notwendig ist, um sich sinnvoll im Streng-Rationalen zu bewegen.

Man kann gegenwärtig einen jungen Menschen in der Verwandtschaft haben, der mitten im Biologiestudium ist. Der MITTEN in dieser Rationalität drin ist. Wenn dieser Mensch zwei Sätze über das sagt, was er gerade lernt, dann kann man selbst als jemand, der Biologie studiert hat, Mühe haben zu folgen. Aber es kann einen unglaublich faszinieren und man kann es fast bedauern, daß dieser Mensch das Wissen, das er da gerade in sich aufnimmt, mal so locker "herausplätschern" läßt, daß er dann aber auch andere Dinge wieder für wichtig nimmt.

Ein anderer junger Mensch in der Verwandtschaft mag ganz ähnlich unterwegs sein. Er hat ein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen. Aber dieses Bewegen in dem rein Rationalen, das scheint ihm viel zu einseitig geworden zu sein. Deshalb macht er jetzt lieber etwas praktischere Dinge zum Geldverdienen. Das darf bedauern werden. Denn Menschen, die es sich zur Aufgabe machen - geradezu zur metaphysischen Aufgabe - sich auf dem streng rationalen Gebiet zu bewegen und dort etwas voranzubringen, die gibt es - soweit übersehbar - viel zu wenige.

Erstmals erschienen 2006 (aus dem Englischen)
Abb. 1: Wissenschaft für Kinder, aus dem Engl., 2006*)
(In EINEM Volk auf dieser Erde allerdings gibt es von denen sehr viele, bei den aschkenasischen Juden. Ach ja, und bei den Ostasiaten auch, den Chinesen und Japanern. Aber man muß nicht die Wahrnehmung haben, daß es gerade eines dieser drei Völker gewesen wäre, das auf dem Gebiet der modernen Philosophie die größten Begabungen hervorgebracht hätte.)

Es wird einem jetzt sicher von einigen entgegen gehalten, daß hier der Bereich des Rationalen überbetont wäre. Daß Wäschewaschen und das "einfache Leben" ja auch wichtig seien. Ja. Trotzdem, diese Waschmaschine da nebenan - ein Wunderwerk menschlicher Rationalität.  ....

.... Aber was hatte gesagt werden sollen .... Von einer möglichst intensiven Auseinandersetzung mit strenger Rationalität her bekommt man eher ein Gespür dafür, wo etwas Nichtrationales in Übereinstimmung steht mit allem, was rational erkennbar ist und gesagt werden kann und dafür, wo Nichtrationales in einem unklaren Verhältnis dazu steht (wo es also "seicht" ist - denn WORTE haben wir ja viel für Nichtrationales) und dafür, wo Nichtrationales in krassem Gegensatz zu dem steht, was wir rational wissen.

Weil das die Hintergrundmächte wissen, sehen sie es GERN, wenn sich Menschen in philosophisch begabten Völkern möglichst wenig intensiv auf streng rationalem Gebieten bewegen lernen, um zunächst jene Sicherheit zu bekommen, die notwendig ist, wenn über die nichtrationale Seite der Wirklichkeit gültige Aussagen gemacht werden sollen (nach modernem Kenntnisstand). Und sie sehen es weiterhin gern, wenn sich Menschen in philosophisch begabten Völkern für Philosophie sowieso gar nicht mehr besonders interessieren.

All diese Dinge können nun nicht nur für Metaphysik angewandt werden, sondern auch für Hintergrundpolitik-Kritik. Auch hier ist eigentlich ähnliches notwendig wie auf dem Gebiet der Metaphysik: Daß man sich sorgsam geistig bewegt von dem, was sicher oder noch einigermaßen sicher ist zu dem, was nicht mehr GANZ so sicher ist. Also daß man sich möglichst wenig vom Festland wegbewegt und in den Treibsand gerät. Und daß man sich mit den Gesetzen dieser "Gezeitenzone" des Echt-Geistigen nach und nach immer besser vertraut macht. - Der Verlockungen dazu, in Treibsand zu geraten, gibt es nämlich viele und sie sind natürlich - die meisten werden es ahnen - schon lange vorbereitet von den Hintergrundmächten.

GERADE geht es einem wieder durch den Kopf: Alle sind entsetzt über "Adrenochrome" (Wiki), ein Thema, das nur als Gerücht herum wabert, zu dem zunächst nicht übersehbar ist, wie man vom derzeitigen Festland des Wissens von Hintergrundpolitikkritikern aus zu diesem Thema hinkommen sollte. WÄHREND mindestens ähnlich entsetzliche Dinge, die sogar schon im Mainstream als feststehende Tatsachen behandelt werden, nur noch so nebenbei von den "Wahrheitsbewegten" behandelt werden. Holzauge, schwant dir etwas?

Diese Dinge sind für denjenigen, der doch einigermaßen glaubte, vorne dran zu sein im Verständnis, so absurd.

Aber was ist heute nicht absurd?

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*) Tessloffs Sachbilderbuch "Wissenschaft einfach erklärt" (als Beispiel)

Mittwoch, 13. Mai 2020

Corona - oder: Die "List der Vernunft"

Holterdipolter - So geht es manchmal zu in der Weltgeschichte

Inzwischen ist das Thema "Verschwörungstheorie" und "Verschwörungstheoretiker" im Zusammenhang mit der Corona-Krise in aller Munde. Und es ist auch auf höchster Regierungsebene angekommen. Die Sorge darüber, wie in der heutigen alternativen Öffentlichkeit die Corona-Krise wahrgenommen wird und wie mit ihr umgegangen wird, hat uns ja von Beginn der Krise an hier auf dem Blog begleitet (1). Und diese Sorge ist nun auch - insbesondere aufgrund der großen Demonstrationen in Berlin, Stuttgart und an anderen Orten am letzten Wochenende - in die "große Politik" geschwabbt und wird inzwischen auch von den Mainstream-Virologen als Problem wahrgenommen. Ich hatte schon immer den Eindruck, daß man im Elfenbeinturm der Wissenschaft nicht ausreichend die Brisanz wahrnimmt, die mit einer solchen Vertrauenskrise gegenüber der modernen medizinischen Forschung verbunden ist.

Abb. 1: Birgit Doll im Vorschaubild ihres Videos "Sklaven ohne Ketten" (2)

Auch die Art, wie die Virologen und Mainstream-Wissenschaftler (etwas hilflos) darauf reagieren (z.B. Forderungen an die Social-Media-Plattformen) wirkt wenig souverän. Vor allem scheinen dabei noch völlig die tieferen Ursachen verkannt zu sein. Die tieferen Ursachen liegen - unseres Erachtens - in einem umfangreicheren Vertrauensverlust ganz allgemein gegenüber der modernen Wissenschaft, bzw. daran, daß man schon seit vielen Jahrzehnten dem Umstand gleichgültig gegenüber steht, daß weite Bevölkerungskreise dieses Vertrauen gar nicht besitzen, bzw. daß es - insbesondere innerhalb der alternativen Öffentlichkeit - von ihrem Beginn an scheinbar sehr bewußt und massiv untergraben worden ist. (Auf diesen Umstand haben wir hier auf dem Blog wahrlich immer und immer wieder hingewiesen und wir haben für ihn auch immer wieder erneut Beispiele zusammen getragen, etwa unter der Rubrik "Lauter weite Wege".)

Als einer von vielen Seismographen dafür, daß die genannte Sorge bei den Etablierten wirklich angekommen ist,  wird sicherlich auch der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume dienen können. So fragte er am Wochenende auf seinem Twitter-Account - etwas erstaunt und sich die Augen reibend - nach den kulturgeschichtlichen Wurzeln der gegenwärtige Popularität der Ideen der alternativen Öffentlichkeit in Baden-Württemberg. Er formulierte das in sehr auffälliger Weise folgendermaßen (Twit.):
Warum immer wieder Wut-Demos in #Stuttgart? These: Wir haben hier eine starke, pietistische Tradition, die das „Selberdenken“ auf Gefühlsbasis gegenüber „Obrigkeit“ religiös aufwertete. Wo das aber säkularisiert wird, entsteht häufiger Resonanz zu Expertenkritik und Verschwörungsmythen.
Das sind irre Worte. Sie wären sicherlich noch weitaus umfangreicherer Ausdeutung möglich als wir das vorerst an dieser Stelle tun möchten. (Wir wollen es ebenfalls dem, ähm, "Selbserdenken" überlassen. ;-) ) Aber: Er formuliert hier doch einen wirklich sehr interessanten Zusammenhang. Selberdenken gegenüber der Obrigkeit wird hier als ein "Probleeeeeem" benannt. Ist das nicht interessant? Man setzt ein Expertenwissen (der "Obrigkeit") der Dummheit des Selberdenkens des religiös erweckten Volkes gegenüber. Ist das nicht, ähm, auch psychologisch irgendwie sehr interessant? Oh, ihr selbst ernannten "Demokraten", ihr selbst ernannten "Demokraten", wo kommt ihr hin, wenn das Volk selbst denkt .... Es könnte ja echte Demokratie ausbrechen, nein, so was aber auch. Das wollen wir doch dann lieber nicht. Dann doch lieber Willfährigkeit der Merkel-Obrigkeit gegenüber. Wir verstehen Sie schon, Herr CDU-Mann Blume.

Seine Gedanken wurden auf Twitter immerhin in mancherlei Hinsicht kontrovers erörtert. Jedenfalls - in der Tat: Zur Zeit beschäftigen sich Menschen mit Hintergrund-Politik in einer Intensität, in der sie dies ohne die Corona-Krise niemals getan hätten. Als ein auffälliges Beispiel dafür kann man auch ein Video der Videobloggerin Birgit Doll wahrnehmen (2, 3). Dieses war Ausgangspunkt für das Nachdenken dieses Blogartikels. Aber eigentlich ist das ein Umstand, auf den hier auf dem Blog schon hingewiesen worden ist. Dieser Umstand hatte uns zu der Vermutung veranlaßt (1), daß Hintergrundmächte vermutlich niemals eine weltweite Seuche inszenieren würden, um "Strategien der Spannung" - oder was auch immer - zu fahren. Denn das würde für diese Hintergrundmächte - und das wissen diese ja auch - vermutlich sehr leicht nach hinten losgehen können.

Und genau das geschieht gerade. Genau das ist gerade zu beobachten. Die Entwicklung, die wir jetzt - zum Teil - sehen, war ja so wohl von niemandem wirklich erahnbar und voraussehbar. Aber es ist gut aus der Geschichte bekannt, daß Seuchen fast immer in der Bevölkerung Verschwörungs-Vermutungen und -Verdächtigungen verstärkt haben. Ein "diffiziles" Problem, mit dem die Hintergrundmächte da gerade zu tun haben. Man muß nicht den Eindruck haben, daß sie gerade besonders gut wissen würden, wie sie damit umgehen sollen. Auch die Äußerungen, die man aus dem Umfeld von Angela Merkel dazu hört (Verdacht auf russische "Bots") wirken eher hilflos.

Jene, die derzeit die Reihen der Hintergrundpolitik-Kritiker verstärken, sind ja derzeit sehr oft Menschen - oft insbesondere auch Frauen -, die sich jetzt nicht selten zum ersten mal sehr intensiv anfangen, in die Thematik der Hintergrund-Politik einzuarbeiten, auch in die Thematik der elitären internationalen Pädokriminalität und des damit verbundenen Satanismus (2, 3). 

Indem man das beobachtet, mag einem der Gedanke kommen, als hätte man es hier mit einem Phänomen zu tun, das Georg Friedrich Wilhelm Hegel einmal mit dem Begriff "List der Vernunft" (Wiki) benannt hat:
Hegel versteht darunter einen Vorgang, durch den sich in der Geschichte der Menschheit ein bestimmter Zweck verwirklicht, der den handelnden Menschen nicht bewußt ist.
Damit ist eine grundlegendere Gesetzmäßigkeit der Geschichte der Menschheit von Hegel benannt worden: Der Mensch ist das einzige Phänomen dieses Weltalls, das von Geburt an unvollkommen wahrnimmt, denkt, fühlt und handelt. Der Mensch ist in höchstem Grade anfällig für Irrtümer, Täuschungen und Selbsttäuschungen aller Art.

Aus der Sicht moderner philosophischer Deutung kann gesagt werden, daß diese Irrtumsanfälligkeit des Menschen geradezu die Voraussetzung dafür ist, daß er aus eigener freie Entscheidung heraus sich für Gut oder Böse, für das Göttliche oder gegen dasselbe entscheiden kann.

Wenn aber wiederum aus Sicht dieser modernen philosophischen Deutung Kosmologie, Evolution, Humanevolution und Weltgeschichte "tief in Gott eingebettet" sind (gemeint: im Göttlichen), das heißt, nicht von vollkommenen göttlichen Gesetzen völlig "verlassen" sind, dann gibt es viel Berechtigung, mit Hegel zu sagen, der Weltgeist würde mitunter sogar die Irrtumsanfälligkeit des Menschen dafür "nutzen", um das Ziel der Weltgeschichte zu erreichen, nämlich - nach Hegel - Fortschritt im Bewußsein von Freiheit.

Der Videokanal von Birgit Doll


Dieses Phänomen läßt sich nun - zum Beispiel - gut an dem Videokanal von Birgit Doll aufzeigen, ebenso an dem Umfeld, in dem sich dieser bewegt. In einem sehr neuen Video (2, 3) behandelt sie fast alle Themen unseres Blogs rund um elitäre Pädokriminalität und Satanismus, und zwar fast auf der gleichen Linie wie wir das selbst vor zehn Jahren behandelt haben (4). Daran wird einmal erneut erkennbar, daß wer auf diesem Gebiet erst einmal einen Zipfel von Verständnis gewonnen hat, sehr schnell zu ähnlichen, weiteren Ansichten und Weltsichten kommt, solchen nämlich wie sie inzwischen in der alternativen Öffentlichkeit sehr weit verbreitet sind.

Es darf aber auch gefragt werden, ob Birgit Doll und andere Menschen auf ihrer Linie angefangen hätten, auf dieser Linie so intensiv zu recherchieren, wenn es die Corona-Krise gar nicht gegeben hätte. Denn durch die Corona Krise sind besonders Menschen angesprochen worden, die sich für Gesundheitsthemen interessieren. Interessanterweise hat sich ja auch Bodo Schiffmann, der Arzt der "Schwindelambulanz", bislang - nach eigener Aussage (5, 6) - so gut wie gar nicht für Politik interessiert und sich schon gar nicht für die Hintergründe derselben. Erst durch die Corona-Krise hat sich das auch bei ihm geändert.

Falls aber nur die Corona-Krise trotz einer hier auf dem Blog schon behandelten Fehleinschätzung in ihrer Wahrnehmung durch die alternative Öffentlichkeit dazu führen sollte, daß sich ganz neue Personengruppen und gesellschaftliche Kreise - und zwar zugleich auch in ganz neuer Intensität (2, 3) - mit Hintergrund-Politik beschäftigen sollten, dann hätte man sicher Grund, im Sinne Hegels von einer "List" zu sprechen, mit der hier das Zeitalter der Aufklärung durch die weltgeschichtliche Vernunft vorantrieben wird, obwohl sich diese Vernunft dabei hinter zahlreichen Irrtümern versteckt, bzw. obwohl sie Irrtümer Auslöser sein läßt dafür, sich so mancher weltgeschichtlichen Vernunft und Aufklärung zuzuwenden.

Nun denn. In der Weltgeschichte geht es eben manchmal "Holterdipolter" zu. Und das ist schon deshalb schön, weil dadurch die Maske des Durchstilisierten, das über allen gesellschaftlichen Wahrnehmungen, allem gesellschaftlichen Denken, Fühlen und Handeln liegt, einmal hinweggerissen ist und weil damit dann einfach nur "ganz normale" Menschen sichtbar werden. Und ganz normale Menschen möchte man dann doch so manchem ekelhaften Durchstilierten der letzten hundert Jahre Weltgeschichte gegenüber vorziehen.

Ergänzung 23.8.2020: Zu meiner Überraschung finde ich in alten, privaten Zuschriften auf Facebook, daß mich Birgit Doll dort schon 2013 angeschrieben hatte, um mich - Ende Juni 2013 - für die Partei "Neue Mitte" von Christoph Hörstel zu werben. Anfang August 2013 warb sie mich dort dann für "Staatenlos.info", da es mit Parteien in einem staatenlosen Gefüge nicht ginge. Merkwürdigerweise hatte ich damals nie darauf geantwortet.

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  1. Bading, Ingo: Mein Corona-Tagebuch, Teil 1, 5.4.2020, https://studgenpol.blogspot.com/2020/04/eine-ganz-normale-grippe-mein-corona.html, Teil 2, 20.4.2020, https://studgenpol.blogspot.com/2020/04/mein-corona-tagebuch-teil-ii.html.
  2. Doll, Birgit: Von Sklaven ohne Ketten und Idolen, die keine mehr sind. Auf Videokanal von Nitya D. Stahl (35.000 Abonnenten), 01.05.2020, 26.762 Aufrufe, 2044 "gefällt mir" (Stand: 13.5.2020), https://youtu.be/LXJIBzQ_vP0, Bitchute: https://www.bitchute.com/video/4h3PMLXmOEqn/.
  3. Doll, Birgit: Videokanal auf Youtube, 15.500 Abonnenten, https://www.youtube.com/channel/UC0Ex_nlKKuysAqdeJ7Gn6YA; Videokanal auf Bitchute, 219 Abonnenten, https://www.bitchute.com/channel/zlFEr9SSW4hK/.
  4. Bading, Ingo: Quellen zum Thema "Elitärer Satanismus und Kindesmißbrauch", 4/2011, https://studgenpol.blogspot.com/2011/04/quellen-zum-thema-elitarer-satanismus.html.
  5. Nerling, Nikolai (Volkslehrer): Bericht von der Demo "querdenken" in Stuttgart. Interview mit Bodo Schiffmann daselbst (Beide auf Youtube inzwischen gelöscht.), https://www.bitchute.com/channel/KQdZKMWQvsr6/.
  6. KenFM: Im Gespräch: Dr. Bodo Schiffmann (Widerstand2020), 08.05.2020, 123.842 Aufrufe 9849 "gefällt mir" (Stand 13.5.2020). Auf Videokanal von KenFM (477.000 Abonnenten), https://youtu.be/3WS7JJIZ4WY.

Montag, 20. April 2020

Mein "Corona-Tagebuch" - Teil II

Wie gewinnen wir Wissen über unsere Welt? 
- Weitere Notizen zu einer Erkenntnistheorie der Verschwörungswissenschaften

Der erste Teil dieses Blogbeitrages ist schon wieder zwei Wochen alt (GA-j! 4/2020). Zwei Wochen sind eine lange Zeit während einer Krise, die täglich Neues bringen kann. Dennoch sollen hier in einem zweiten Teil weiter chronologisch Notizen aus diesen letzten zwei Wochen veröffentlicht werden. Insgesamt haben wir in Deutschland inzwischen die Krise im Griff, während andere Länder viel größere Probleme haben.

Daß viele Wissenschaftler raten, den Virus "auszutrocknen" und deshalb möglichst wenig Lockerungen einzuführen, scheint gut begründet zu sein (5). Diesbezüglich mehren sich immer mehr Stimmen. Und wenn das die Haupterkenntnis der nächsten Wochen sein sollte, dann darf man über die vorangegangenen Wochen sagen: Viel Lärm um (fast) Nichts. Alles - fast - etwas peinlich.

Für fast jeden, der daran überhaupt emotional Anteil genommen hat. Und es wird vielleicht deutlicher werden als alles andere: Die Fakten sind die eine Ebene, die Emotionen eine ganz andere. Breitere naturwissenschaftliche Bildung - nicht um irgendwelcher "Anwendungen" willen, sondern um ihrer selbst willen - ist das Gebot der Stunde. Damit wir künftig bei Fragen, die kühlen Sachverstand erfordern, nicht - wieder - von Emotionen in großer Menge überschwemmt werden. Hugh. Das sei die Schlußfolgerung, die uns vorerst als die wesentlichste erscheint.

[ 5.4.2020 ] 

Auf Facebook. Seit 2020 wissen wir, daß Immanuel Kant in einem zentralen Punkt falsch lag. Er sagte (Wiki):

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."

Das hatte er irrtümlich gesagt. Eigentlich aber hatte er sagen wollen:

"... Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Zuhilfenahme von Verschwörungstheorien zu bedienen. ... "

.... Sagte er - und war danach wie vom Erdboden verschluckt.

[ 6.4.2020 ]

(Als Kommentar bei Daniel [1] und auf Facebook):

Als Hintergrundmacht würde ich niemals eine Grippewellle oder etwas Ähnliches, was sehr dicht in den Bereich der Naturwissenschaft fällt (auch zum Beispiel Radioaktivität) dafür benutzen, um Gesellschaften auch nur in Unruhe zu versetzen (also um damit Strategien der Spannung zu fahren). Denn das wird für die immer kontraproduktiv sein auf mittlere Sicht. Gegenwärtig wächst das Vertrauen in die Naturwissenschaft immens. Schon seit Jahrzehnten haben im Leben der Völker Naturwissenschaftler nicht mehr so viel öffentliche Aufmerksamkeit gehabt wie gegenwärtig (2). Am Drosten-Podcast und seiner immensen, unerwartete Wirkung ist das bestens ablesbar.

Wachsendes Vertrauen in die moderne Naturwissenschaft kann niemals im Sinne der Hintergrundmächte sein. Seit mindestens 500 Jahren tun sie nichts anderes als dieses Vertrauen zu untergraben, als Schlußfolgerungen von der Naturwissenschaft in Richtung auf ein humanes Menschen- und Weltbild zu verhindern, beide als "getrennte Magisteria" zu behandeln und so weiter und so fort. Weil sie aus einer mosaischen Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch heraus leben und existieren und weil mit solchen Schlußfolgerungen ihr Lebensfaden abgeschnitten wäre, wenn größere Zahlen von Denkenden größeres Vertrauen zur modernen Naturwissenschaft - und dann natürlich in ihrer ganzen Breite einschließlich der Humanwissenschaften - gewinnen würden.

Das ist gegenwärtig das, was die Gemüter im Hintergrund beschäftigt. 

Es ist das, was immer schon der Kernbereich ihrer Beschäftigung gewesen war. Nur benutzen sie heute (öffentlich) keine Scheiterhaufen mehr, sondern gehen - "intelligenter" vor. Wesentlich intelligenter. Und deshalb sagen sie jeden Tag: Vorsicht vor Grippewellen. Sonst fangen die Leute an, sich mit Naturwissenschaft zu beschäftigen und Jahrzehnte lange Verblödung geht über den Jordan.

[ 7.4.2020 ]

Alexander Unzicker (3).  Den Namen wird man sich merken dürfen. Der erste Name aus der alternativen Öffentlichkeit, der einfach nur bei Trost bleibt. Er kritisiert die Vorgänge in der alternativen Öffentlichkeit nicht so grundlegend wie wir hier auf dem Blog. Das Ergebnis ist aber dasselbe. Und das ist das Wesentliche. Und was liest man dann zum Schluß: "Dr. Alexander Unzicker ist Physiker". Sicher eine gute Voraussetzung, um bei Trost zu bleiben.

Edvard Munch - Der Schrei

[ 9.4.2020 ] 

An Daniel und andere: Jetzt muß ich einmal eine bescheidene Frage stellen. Ich empfehle seit vielen Jahren das Buch "Eine Kultur der Kritik" von Kevin MacDonald. Weil in diesem Buch sehr genau die Strategien von Hintergrundmächten, insbesondere der monotheistischen Lobbymächte, beschrieben werden im Umgang mit moderner Wissenschaft.

Ich möchte eines wissen: Habt Ihr dieses Buch gründlich gelesen? Könnt ihr seinen Gedankengang wiedergeben? Könnt Ihr im Rahmen seines Gedankenganges neue "Kulturen der Kritik" im Wissenschaftsleben einordnen, könnt ihr sie ihm zuordnen?

Das Buch von Kevin MacDonald ist eine saubere Analyse zu dem Thema: Wie nehmen Hintergrundmächte auf wissenschaftliche Theoriebildung Einfluß, auf die Propagierung bestimmter wissenschaftlicher Strömungen (die sich dann oft, wenn nicht zumeist ziemlich bald als pseudowissenschaftlich herausgestellt haben als "Fallacy" etc.). Es kann auch sehr genau und präzise beschreiben werden, mit welcher Zielsetzung diese Einflußnahmen erfolgten. Dann natürlich auch noch Einflußnahmen in Bezug auf die Deutung wissenschaftlicher Erkenntnisse, bzw. ihr "Framen". Hier gibt es reiches wissenschaftsgeschichtliches Material, das untersucht werden kann, um zu einer Einschätzung darüber zu kommen, ob und wie Hintergrundmächte heute auf wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung Einfluß nehmen und wenn ja, wie.

Deshalb noch einmal: Habt Ihr das Buch gründlich gelesen? Seht Ihr irgendwo Anknüpfungspunkte, seht Ihr, daß die dortigen Inhalte auf die heutige Krise "extrapoliert" werden können?

Heute stochern nach meinem Eindruck alle nur im Nebel herum. Einig scheinen sich allenur in einem zu sein: Die offizielle Darstellung, die offizielle Herangehensweise beruht auf Betrug. Daß sich aber jeder alternative Erklärungsansatz sofort in innere Widersprüche verheddert, scheint da dann schon niemanden mehr zu interessieren. Hauptsache man bestätigt sich gegenseitig darin, daß Betrug überall ist. Die Herrschaft des - äußerst vagen - Verdachts.

Deshalb noch einmal: Ist Kevin MacDonald verinnerlicht? Kevin MacDonald ist selbst auf zentralen Gebieten Wissenschaftler und kann deshalb sehr genau sehen, wo und in wie weit außerwissenschaftliche Einflüsse Platz greifen in Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung. Er verwirft natürlich nicht in Bausch und Bogen die gesamte Wissenschaft als Lug und Trug, denn dann würde er sich ja den Ast absägen, auf dem er sitzt. Und auf dem wir alle sitzen.

Also so lange nicht so sauber gearbeitet wird wie das der Kevin MacDonald getan hat, nehme ich nur ein Gesamtbild "blinder Wut" in dem vielen Argumentieren und in dem vielen Um-sich-Schmeißen von Video-Tipps wahr. So wurde und wird niemals wissenschaftlich gearbeitet.

Deshalb noch einmal die bescheidene Frage: Habt Ihr Euch in der hier heranzuziehenden verschwörungswissenschaftlichen Literatur gut kundig gemacht, gut umgetan, bevor Ihr Urteile fällt, bevor Ihr Einschätzungen vornehmt?

Zu außerwissenschaftlichen Einflüssen auf den wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß liegen fundierten Untersuchungen aus dem Bereich der Verschwörungswissenschaft vor. Das kann doch nicht DEINEN wissenschaftlichen Standards entsprechen, außerwissenschaftliche Einflüsse auf den naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozeß zu unterstellen, ohne Dich mit diesem Phänomen jemals geschichtlich auseinandergesetzt zu haben. Das entspricht doch überhaupt keinem wissenschaftlichen Standard.

Wie glauben alle, sich als Nicht-Virologen ein Urteil bilden zu können. Das ist mir ein völliges Rätsel. Im übrigen: Das Wissen und Bewußtsein um den Kampf der katholischen Kirche gegen den naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt war in früheren Generationen so tief verankert, daß niemand mehr darauf hinweisen mußte. Allerdings kam mit dem Jesuitenorden eine schlagkräftige Truppe dazu, die im 20. Jahrhundert ihr Agieren auf dem Gebiet der Naturwissenschaft unglaublich verfeinert hat. Niemand wird wohl annehmen wollen, daß dieser Orden seine alten Ziele aufgegeben hätte. Stellt sich dann doch nur die Frage: Wer hat eine Ahnung davon, welche Strategien der Jesuitenorden gegenüber dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt verfolgt? Sprich, wie kann die Analyse von Kevin MacDonald extrapoliert werden auf den Jesuitenorden?

Die Grundlagen sind marode, auf denen Erkenntnisbildung stattfindet innerhalb der alternativen Öffentlichkeit. Und dieser Umstand hat klar zu benennende Ursachen.

[ 9.4.2020 ] Abends Zuschrift:

Lieber Ingo! Wir erleben gerade einen Befreiungskampf gigantischsten, biblischen Ausmaßes von den satanischen weltumspannenden Kräften, die Du von uns wohl am besten studiert hast! Willst Du wirklich daneben stehen??? Alles, wofür Du Dein Leben lang kämpfst, könnte sich erfüllen. Eine Zeit von 5777 Jahren Herrschaft, sagt auch Wolfgang Eggert ... es IST Endkampf. Sieh die Zeichen!! Deine Coronaangst haben Dir diese gleichen satanischen Kräfte eingepflanzt. Du lebst in ihrer Matrix! Willst Du das? Spannendste Zeiten ... Wir fiebern. Könnte DAS wahr sein?? :scream:

Antwort: Fieber? Dann mal schnell zum Doktor. - Also nun mal nicht übertreiben. Ich kämpfe nicht mein Leben lang gegen satanistische Mächte. Das Thema kenne ich ja erst seit neun Jahren. Ich bin aber 54 Jahre alt. Zehn Jahre sind kein Leben. Auch wenn das gegenwärtig viele Menschen so wahrzunehmen scheinen. Und Satanismus ist kein Lebensthema, auch wenn es das seit den letzten zehn Jahren für viele geworden zu sein scheint. Wohl schon seit gut fünf Jahren versuche ich, mich so gut es geht von diesem Thema wieder so weit wie möglich zu entfernen. Denn es macht ja offensichtlich nicht klüger in der Birne. - Guido Grandt hat übrigens gerade einen Blogartikel von mir zum Thema auf seinem Blog veröffentlicht (4). Nur für den Fall, daß das von Interesse ist.

[ 11.4.2020 ]

Meine Verschwörungstheorie ist uralt, von der rede ich, seit es alternative Öffentlichkeit gibt: In der (deutschen) alternativen Öffentlichkeit ist niemals naturwissenschaftlich argumentiert worden. Und das, obwohl aus der Naturwissenschaft heraus die besten Argumente für die Alternative Öffentlichkeit kommen, die zuverlässigsten, die sichersten. Damit ist gezeigt, wo die eigentliche Verschwörung zu verorten ist: in der alternativen Öffentlichkeit. Oder wer hätte dort jemals das Sarrazin-Argument mit der Erblichkeit der Intelligenz-Unterschiede aufgegriffen? Auf jeden Fall nicht die (deutsche) alternative Öffentlichkeit, dieser skurile Haufen von Wissenschaftsleugnern.

[ 14.4.2020 ] 

Familiäre Bindungen gehen zu Bruch. Äußerer Anlaß: Unterschiedliche Sichtweisen zur "Corona-Krise". 😲😳😮

(Das hat man von seiner Rolle als "Pandit", als öffentlicher Gelehrter. Die Leute folgen einem nur, wenn der "Pandit" die emotionale Welle nicht gar zu arg unterläuft, von der die Menschen wünschen, daß er sie verstärken würde.)

[ 17.4.2020 ]

Ragnar Yogeshwar meint, Austrocknen des Virus wäre der schnellste Weg - also keine großen Lockerungen (5).

[ 19.4.2020 ]

Dieselbe Person, die oben vom "Befreiungskampf gigantischsten, biblischen Ausmaßes" schrieb, schreibt neuerdings neben anderem:

... nur so Überlegungen, die zum Systemwechsel passen, an den Du ja nicht glaubst ... alles Spekulation ... man kann doch auch mal'n bischen spinnen 🤪 

Antwort: Bitteschön, wenn es es das ist, was dir Spaß macht, Spinnerei ...

[ 20.4.2020 ]

Auf Telepolis wird ein flaues Magengrummeln registriert beim Blick in das derzeitige Agieren in der alternativen Öffentlichkeit (6). Damit wird Telepolis scheinbar zu einer ausgesprochen seltenen Oase in der großen Welt der alternativen Medien, dieser - angeblichen - Graswurzel-Bewegung, die aber wohl doch eher eine Kunstrasen-Bewegung ist. Stichwort: Astroturfing. Die Hintergrundmächte wissen, was die Leute hören wollen. Sie haben es genau erforscht und fördern alle vorgeblichen "Graswurzeln", die ihnen in den Kram passen ...

__________
  1. Kommentare auf: https://filmdenken.de/eine-corona-videoschau/.
  2. New York Times, 5.4.2020, https://www.nytimes.com/2020/04/05/world/europe/scientists-coronavirus-heroes.html.
  3. Unzicker, Alexander: Coronavirus: Das Versagen der alternativen Medien, 02. April 2020, https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Das-Versagen-der-alternativen-Medien-4695112.html.
  4. Bading, Ingo: Gastbeitrag: „Kinderjagd & Täterschutzland“ – Elitäre Pädokriminalität! (Teil 1), 8.4.2020, http://www.guidograndt.de/2020/04/08/gastbeitrag-kinderjagd-taeterschutzland-elitaere-paedokriminalitaet-teil-1/, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5.
  5. Ranga Yogeshwar: „Wir haben die Chance das Coronavirus in ein bis zwei Monaten auszutrocknen! Eine Lockerung der Maßnahmen wäre fahrlässig!“ Kölner Treff, 15.4.2020 (Facebook
  6. Lutz Wünsch: Versagen die alternativen Medien zu Zeiten von Corona? 18. April 2020, https://www.heise.de/tp/features/Versagen-die-alternativen-Medien-zu-Zeiten-von-Corona-4704515.html

Sonntag, 5. April 2020

"Eine ganz normale Grippe" - Mein Corona-Tagebuch

- Unsere glorreichen Aluhut-Träger
Oder: Woher wissen wir, wie unsere Welt funktioniert? 

In dieser Zeit geschieht viel Positives. Eines der positivsten Dinge, die ich gegenwärtig wahrnehme, ist der NDR-Podcast mit dem Virologen Christian Drosten. Hier findet Wissenschaftsberichterstattung vom aller Feinstem statt, so wie man sie sich immer schon gewünscht hat und so wie nun Millionen von Menschen davon begeistert sind. Ich stelle einmal - vielleicht willkürlich - den Podcast vom 1. April 2020 hier ein, weil in ihm die Macher des Podcasts ein wenig von der Idee zum Podcast und von der überraschend großen Reichweite ihres Podcasts berichten (1). Das sind sehr erfreuliche Entwicklungen, über die man viele, viele Blogartikel schreiben könnte.

Aber in diesem vorliegenden Blogartikel soll nun im weiteren davon nicht mehr die Rede sein. Hier soll die Aufmerksamkeit auf andere, außerordentlich abstruse Entwicklungen in der Gegenwart geworfen werden: Christoph Hörstel, Ken Jebsen, Gerhard Wisnewski und so viele andere, auch von uns hier auf dem Blog viele, viele Jahre hoch geschätzte Helden oder "Halbgötter" der alternativen Öffentlichkeit: Sie haben im Rahmen der Corona-Krise einen derartigen Shutdown all ihrer Intelligenztätigkeit bewiesen, daß man mit grenzenloser Fassungslosigkeit vor diesem Desaster steht. Die alternative Öffentlichkeit als eine Gesamterscheinung ging - und geht - gnadenlos in die Knie vor der Corona-Krise. Sie offenbart einen intellektuellen Supergau der Extraklasse.

Darauf zu reagieren und das einzuordnen, dazu braucht man einen guten Magen, einen guten Verdauungstrakt und allerhand Herzhaftigkeit. Man muß noch viele Sinne beeinander haben. Nichts für schlichte Gemüter. Es geschehen hier so unglaublich viele geistige Bankrotterklärungen auf einmal, daß man kaum noch hinterher kommt. Die gesamte alternative Öffentlichkeit bricht vor dem Auge des Betrachters geistig in sich zusammen wie das jämmerlichste und lächerlichste Kartenhaus, das es auf geistigem Gebiet jemals gegeben hat. Ein neues Kapitel in der endlos langen Geschichte der menschlichen Dummheit.

In diesem Blogartikel sollen Stellungnahmen der letzten Wochen zur Corona-Krise zusammen gestellt werden, die der Autor dieser Zeilen an unterschiedlichen Orten zu diesem Geschehen von sich gegeben hat. Damit sollen die "Dimensionen" dieses Geschehens innerhalb der alternativen Öffentlichkeit eingefangen werden, es soll der Versuch gemacht werden, damit auch nur irgendwie angemessen auf sie zu reagieren. Also: Unser Corona-Tagebuch Ende März, Anfang April 2020. Eine gaaaaaaaanz normale Grippe .....


[ 21. März 2020 ]

In einem Livestream nahm der Autor dieser Zeilen Stellung zur Corona-Krise (2). Der Stream hat gegenwärtig (8.4.2020) - nach 372 Aufrufen - 17 Likes und 12 Dislikes. Dieser - sonst nicht so häufig anzutreffende - hohe Anteil an Dislikes zeigt schon ein wenig, wie wenig man gegenwärtig mit einer vom "Mainstream" der alternativen Öffentlichkeit abweichenden Meinung in derselben Ruhmesblätter gewinnen kann. Der Tenor des Livestreams war: Hört auf die führenden Virologen eures Landes und "gut is". Und allgemeiner wurde erörtert, wie man überhaupt Vertrauen zu der Arbeit der modernen Naturwissenschaft gewinnen kann. Auch noch vier Wochen später muß ich - wohl - kein einziges Wort in diesem Livestream zurück nehmen oder auch nur anders gewichten.

[ 29. März 2020 ]

Die Krise nahm ihren Verlauf. Irgendwann konnte ich mich auch auf Facebook nicht mehr zurückhalten und schrieb dort:

Bei den vielen hysterischen Reaktionen innerhalb der alternativen Medien könnte man doch als Hintergrundmacht, die von dem Coronavirus ebenso überrascht war wie alle anderen, sich nun wohl dennoch sagen:

"Wow, so gute Effekte hätte man sich von einer solchen Virus-Ausbreitung gar nicht erwarten sollen. Immer wieder überraschend, was uns alles in die Hände spielt. Weil wir so gut gearbeitet haben in den letzten 100 Jahren, glauben die Leute inzwischen gar nichts mehr, außer daß sie betrogen werden. Gut so. Im übrigen macht uns das überhaupt nichts. Wir machen einfach so weiter wie bisher. Und wir streuen am besten weiter Hysterie in den alternativen Medien. So kommt uns todsicher niemand auf die Schliche."

Das mag wie böswillige Satire klingen, wie die Vorlage für einen irren Plot. Leider aber ist das keine böswillige Satire. Sondern das ist einfach nur: alternative Öffentlichkeit im Jahr 2020 nach Jesu Christi Geburt. Es bewahrheitet sich das alte Sprichwort - so oder so: "Die Welt will betrogen sein."

Und damit: Hurra, Deutschland, das beste Land der Welt!

Hier Fanclub Drosten.

[So hatten wir das zunächst auf Facebook veröffentlicht. Aber wir haben es dann wieder gelöscht. Das versteht ja eh keiner .... 😳 😉...... ] 

[ 1. April 2020 ]

An eine promovierte Psychiaterin, die mir täglich mehrere Emails mit Nachrichten über das Corona-Virus aus der alternativen Öffentlichkeit schickte:

Liebe ...., ich habe sehr viel Vertrauen, daß die Virologen und Mediziner in China, in den asiatischen Ländern, in Italien, in Spanien, in den USA, überall auf der Welt und auch bei uns ordentliche, saubere Arbeit machen. Die alternativen Medien haben sich niemals mit dem heutigen naturwissenschaftlichen Wissen gründlich auseinander gesetzt, sondern haben auf dem gesamten Gebiet der Naturwissenschaft entweder überhaupt nichts behandelt oder aber jede Art von Parawissenschaft (Astrologie, "alternative Archäologie", Erich von Däniken und der ganze Quark). Aufgrund dieser krassen Naturwissenschaftsferne, die in den alternativen Medien grassiert, stürzt man sich gegenwärtig auf jede Außenseiter-Stimme, die man finden kann.

Leider findet wissenschaftliche Erkenntnis völlig anders statt als durch das Erstellen und Verbreiten von Youtube-Videos. Sie findet statt durch das Erstellen und Verbreiten von wissenschaftlichen Studien, die in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht werden, also gegenwärtig vor allem auf wissenschaftlichen Preprint-Servern und in der Wissenschafts-Berichterstattung weltweit. Mir ist noch keine Mitteilung zugeschickt worden, die sich auf gegenwärtige medizinische Studien bezieht. Alle beziehen sich auf Außenseiter-Stimmen, die rein "verbal" alles zu einer "normalen" Grippe erklären. Während die Virologen weltweit eine völlig andere Einschätzung haben. Vor dieser Naturwissenschafts-Ferne, vor diesem mangelnden Vertrauen in die normale gegenwärtige naturwissenschaftliche Forschung habe ich immer gewarnt. Daß die Auswirkungen dieser Dinge aber einmal solche Ausmaße wie annehmen könnten, haben wohl nur die wenigsten voraus gesehen.

Das zeigt, welch riesen großer Vertrauensverlust in moderne Naturwissenschaft innerhalb unserer Gesellschaft grassiert. Es wird nie berücksichtigt, daß in der Naturwissenschaft noch niemals so billig und leicht hat gelogen, getrickst und manipuliert werden können wie in sämtlichen anderen Gesellschaftsbereichen, insbesondere in der Politik. Ich schätze die Arbeit des Herrn Christian Drosten sehr. Ein Professor für Immunologie, den ich persönlich kenne, schätzt die Arbeit des Herrn Drosten ebenso und argumentiert im Rahmen unseres naturwissenschaftlichen Kenntnis- und sich weiter entwickelnden Forschungsstandes. So wie es auch zu erwarten ist. Ich wüßte nicht, warum er lügen oder manipulieren sollte. Etwa um Medikemante zu verkaufen? Oder wegen noch düsterer Machenschaften? Oder weil er eingeschüchtert ist? Dazu kenne ich ihn viel zu gut. Und ich kenne die Wissenschaft dafür viel zu gut.  Also an mich sind die meisten Deiner Emails deshalb vergebens gerichtet.

[ 1. April 2020 ]

Und an eine Frau, die im Gesundheitswesen tätig ist und ähnliche Nachrichten verbreitete:

Wenn es eine normale Grippewelle gewesen wäre, hätten doch schon die Ärzte in Wuhan nicht so hektisch reagiert. Ich habe auch nie gehört, daß in normalen Grippewellen Ärzte und Pflegepersonal nicht nur angesteckt werden, sondern auch sterben. Stecken die denn alle unter einer Decke? Ist ja unglaublich, wie weit die Verschwörung schon reicht!

[ 1. April 2020 ]

Noch am selben Tag erhielt ich von wieder einer anderen Seite ein Video zugeschickt, das ich zum ersten mal als so etwas wie eine Erleuchtung unter meinen Mitmenschen wahrnehmen konnte, die sehr ruhigen, besonnenen, gelassenen Ausführungen eines führenden Virologen in Südkorea (3). Wenn es also von weit her kommt, wenn es ein Experte aus Südkorea ist, dann - aber scheinbar nur dann - ist man plötzlich bereit, sich sogar mit "Mainstream"-Meinungen auseinander zu setzen. Aha. Als ich um Erläuterung bat, um zu verstehen, welche Schlußfolgerungen der Zusender aus diesem Video zieht, schrieb er:

Da die Länder des Fernen Ostens schon früher von Virusepidemien ( SARS, MERS etc.) geplagt und heimgesucht  wurden, verfügen sie naturgemäß über einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung, welcher in Europa und den USA so nicht vorhanden ist. Daß hier in Europa und den USA kaum jemand ein Mundschutz in der Öffentlichkeit trägt,  stößt bei dem interviewten Experten  ( südkorean. Prof.) nur auf Unverständnis.

So viele Worte der Vernunft auf einmal hatte man ja aus einem Personenkreis, der sich gedanklich seit Jahren nur noch innerhalb der alternativen Medien bewegt, zu diesem Thema noch gar nicht gehört. Ein erstes leichtes Aufatmen geht durch den Körper, eine erste leichte Entspannung ...

[ 2. April 2020 ]

Aus einer weiteren Email meinerseits:

... Es ist überhaupt von Übel, bei Fragen, die naturwissenschaftlich zu klären sind, als erstes oder vorwiegend an Manipulation oder böse Kräfte zu denken. Die Naturwissenschaft erforscht das Vollkommene, nämlich die Natur selbst. Genau deshalb und nur deshalb habe ich ja selbst Biologie studiert, weil eben die Erfahrung ist, daß in diesem Bereich lange nicht so viel manipuliert werden kann wie im Bereich der Geschichte. Wer sich mit Biologie beschäftigt, beschäftigt sich ständig nur mit Vollkommenheit. Das ist eine ganz und gar andere Welt. Und es ist wirklich gut, wenn diese Krise dazu beiträgt, darauf aufmerksam zu machen, daß hier eine völlig andere Welt vorliegt. Eine Welt, in der ganz andere Gesetzmäßigkeiten herrschen, als in der übrigen Welt. ...

... Auf Twitter schrieb jemand so schön (6): "Ich studiere jetzt nebenbei Virologie bei Dr. Drosten." Und genauso ist es. Und es ist so schön zu erfahren, daß das gerade Millionen Deutsche tun. ...

[ 2. April 2020 ] Aus einer anderen Email:

Ich weiß, wie Manipulation in der Naturwissenschaft geschieht. Auf dem Gebiet der Intelligenzforschung kann man das ganz gut nachverfolgen und kann das sehr gut beschreiben werden. Es ist ein sehr differenziertes Geschehen, wobei auch immer neue Anpassungen geschehen und wo immer die "Außenseiter", "Abweichler" die kompetenteren sind und man sehen kann, wie billig sich der Mainstream heraus redet. Gegenwärtig ist es aber ganz genau umgekehrt. Die simpel gestrickten Argumente, die zusätzlich in sich widersprüchlich sind (ist es nun harmlos und eine Verschwörung oder ist es gefährlich und eine Verschwörung?), finden sich nicht auf Seiten des Mainstreams. Dazu braucht man dem Christian Drosten ja nur zuhören.

Und was den Mainstream betrifft, ist ja inzwischen gut bekannt, wie Jahrzehnte lange die Forschung durch die Zucker-Industrie oder durch die Tabak-Industrie beeinflußt worden ist. Die Mechanismen in diesen Fällen waren aber ganz andere als sie jetzt voraus gesetzt werden. Es ist auch gar nicht ersichtlich, warum gerade ein solcher Außenseiter wie der Bill Gates zu den Bösen gehören soll. Er ist klar Außenseiter und ihm sind von den sonstigen großen Lobbymächten klar die Grenzen gezeigt worden, weshalb er bei Microsoft ja schon vor Jahren das Tagesgeschäft anderen überlassen hat müssen, weil er offensichtlich unter Druck gesetzt worden war. Jetzt macht er halt Stiftungsarbeit nach seinem Verständnis. Böse Dinge tun ganz andere. Er war immerhin so klug, damit zu rechnen, daß es eine solche Pandemie geben würde. Aber in den USA sieht man ja, wie wenig auf ihn gehört wurde.

[ 2. April 2020 ] Im Email-Austausch mit Daniel Hermsdorf zur Erkenntnissituation in der Corona-Krise wurden von meiner Seite aus - im Zusammenhang eines noch ausführlicheren Gedankenaustausches als er hier wiedergegeben werden soll - unter anderem die folgenden, vielleicht bedeutsamer erscheinenden Gedanken geäußert:

Du wirst doch selbst wissen, daß Hintergrundmächte keine Virus-Epidemie brauchen, um Krisen vom Zaun zu brechen, meine Güte.

Daniel, das Hauptding ist folgendes: Noch vor 10 bis 15 Jahren haben alle Leute, die Du und ich so in der Regel kennen, im Grunde alles geglaubt, was ihnen so erzählt wurde. Dann kam irgendwann 9/11, es kam die Wahrheitsbewegung und alles andere seither. Nun gibt es seit zehn Jahren Menschen, die in diesen zehn Jahren überwältigt waren von dem ungeheuren Betrug, der in der Welt weltweit möglich war und ist, überwältigt. Mit Recht. Auch ich bin das. Jetzt besteht aber eine Gefahr: Zu übersehen, daß es auch noch anderes in der Welt gibt außer Betrug. Und dieses andere spielt sich in der Naturwissenschaft ab (ich wüßte jedenfalls nicht, wo sonst noch). Ganz bewußt wird das von den Hintergrundmächten verschwiegen. Denn die wissen das. Denen schlottert das Gebein vor nichts mehr als vor der Entwicklung in der Naturwissenschaft und Technik. Da hier die Entwicklungen mit einer gewissen Naturgesetzlichkeit weiter gehen. Wer das in seine Berechnungen und Lageeinschätzungen nicht mit einbezieht, landet in dem Nirwana, in dem sich die alternative Öffentlichkeit gerade befindet. Wenn ich der Naturwissenschaft gar nichts mehr glaube, warum soll ich ihr dann die Intelligenzforschung glauben? Warum soll ich ihr dann die Soziobiologie glauben? Merkst Du nicht, wie da alle Fundamente ins Schwimmen geraten? So funktioniert kein Fortschritt in keiner modernen Gesellschaft. Das ist der direkteste Weg ins Mittelalter, zurück ins Zeitalter des Aberglaubens. Finstere Mächte regieren die Welt, die Sünde regiert die Welt, allein Jesus Christus kann uns helfen. Irgendwie so.

Was gibt es zu der breiten Forschungsförderung durch Elitäre großartig zu sagen. Du weißt doch selbst, daß die überall ihre Eisen im Feuer haben. Aber das wird man doch auseinander halten können, was sie dort durch Finanzierungsströme manipulieren können und was nicht. So billig wie jeder andere Gesellschaftsbereich ist die Naturwissenschaft nicht zu manipulieren. Das ist einfach absurd.

... Beschäftigst Du Dich eigentlich mit Naturwissenschaft auch einfach einmal nur aus dem Grund, weil Du über die Welt selbst etwas erfahren willst? Oder tust Du das nur, weil Du herauskriegen willst, ob Du in irgendeiner Frage betrogen wirst? Das wäre doch eine sehr, sehr eingeschränkte Herangehensweise an Naturwissenschaft, sich mit ihr immer nur dann - und dann auch gleich "kritisch" - zu beschäftigen, wenn irgendein "Verdacht" aufkommt, eine "Unklarheit". Ja, gut, und Klarheit bringt sie dann wohl - ansonsten - gar nicht? Ansonsten kann man sie rechts oder links liegen lassen? Genau das jedenfalls ist die zu beobachtende Einstellung der gegenwärtigen alternativen Medien - und zwar: zu 99,99999999 %.

Eine fundierte naturwissenschaftliche Bildung braucht heute jeder, der nicht völlig falsch liegen will bei Gesamtbeurteilungen. Das ist einfach so. Es geht da nicht darum, ob er nun klären will, ob die Mondlandung wahr oder unwahr wahr, ob flache Erde stimmt oder nicht oder Chemtrails. Das ist schon lange nicht mehr die Frage. Die Frage ist: Habe ich ein zuverlässiges Bild von unserer Welt und wie sie funktioniert? Habe ich ein zuverlässiges Bild davon, wie Wissen über unsere Welt generiert wird? Die alternative Öffentlichkeit hat das nicht. Sie hat all das nicht. Abgewählte naturwissenschaftliche Fächer im Abitur ersetzen das einfach nicht. Noch nicht einmal nicht abgewählte naturwissenschaftliche Fächer im Abitur helfen da. Es muß eine stetige und ständige Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Fragen und dem naturwissenschaftlichen Kenntnisstand und Weltbild stattfinden. Das ist einfach ein Teil der Bildung an sich und der "Informiertheit" in der modernen Welt. Wie will man die Situation moderner Wissensgesellschaften anders beurteilen, als daß in diesen die Notwendigkeit besteht, daß gebildete Menschen urteilsfähig sind darüber, wie in diesen Wissen über die Welt generiert wird?

Und natürlich geschieht das in sehr großen Teilen innerhalb der Naturwissenschaft. Hier eben einmal in der medizinischen Forschung. Wie will man denn bei irgendwelchen Fragen, die Naturwissenschaft streifen, sinnvoll mitreden können, wenn es kein Verständnis dafür gibt, wie in der Naturwissenschaft Wissen an sich generiert wird.

So stetig, wie man sich in vielen Teilen der Denkenden heute mit "dem Bösen" auseinander setzt, genauso stetig ist die Auseinandersetzung damit erforderlich, wie in der Naturwissenschaft Wissen generiert wird. Denn sonst werde ich doch auf diesem Gebiet niemals urteilsfähig sein können

Spezialisierung auf einzelne Wissensgebiete muß es geben, ja, ohne Frage. Aber eine solche Spezialisierung macht nicht Sinn ohne eine fundierte Rückbindung zu einem Gesamtverständnis der Welt, zu einem Gesamtverständnis auch, das haltbar ist. Das derzeitige Gesamtverständnis der Welt auf Seiten der alternativen Öffentlichkeit ist schlichtweg nicht haltbar, es ist grotesk, lächerlich, nein viel mehr: brandgefährlich, weil dumm bis zum Abwinken. 

Den alternativen Medien können die Hintergrundmächten alles vorgaukeln, alles, sie haben keine Kriterien mehr, nach denen sie zuverlässig Wahr von Falsch unterscheiden können, wenn sie diesen Boden eines Gesamtverständnisses der Welt so weit verlassen wie das gegenwärtig sichtbar geworden ist.

Daniel Hermsdorf schrieb dazu dann ja auch "Auf dieser allgemeinsten Ebene würde ich Dir dann auch noch zustimmen." Na, immerhin.

[ 2. April 2020 ] In einer weiteren Email schrieb ich ihm: Für mich war ein Fach wie Geschichte immer unbefriedigend. Weil der Spielraum der Manipulation grenzenlos war. Und weil ich mich - bei allem redlichen Ankämpfen gegen diese Spielräume - letztlich machtlos ihnen gegenüber vorkam. Widerstand, ja, aber realistisch gesprochen: Aus der Geschichtswissenschaft heraus werden keine Fundamente für eine neue Gesellschaft gewonnen, nein. Und das kann erweitert werden auf alle ideologie-anfälligen Wissenschaften, also auf alle Verbalwissenschaften (Ulrich Kutschera). Die Fundamente für die neue Gesellschaft liegen dort, wo alle Fundamente der größten geistigen Fortschritte der letzten 500 Jahre wurzeln, im Höhenflug der Naturwissenschaft.

Klar ist es von Nutzen, wenn man in seiner Jugend eindrucksvolle geistige Erfahrungen und Erlebnisse mit einem Physik-Professor in der Verwandtschaft machen kann und dabei erst auf diese Wahrnehmung der Bedeutung der Naturwissenschaft überhaupt gestoßen wird. Ohne eine solche Erfahrung werden sicherlich noch heute viele junge Menschen für diese Wahrnehmung länger brauchen als ich damals brauchte. Ich habe mich damals aufgrund solcher Wahrnehmungen und auch Ratschläge noch rechtzeitig für ein Biologiestudium als Zweitstudium entschieden und das auch durchgezogen. Eine solche "Kurve" war und ist schwer zu nehmen, ohne Frage. Der Brückenschlag von der Geschichte zur Soziobiologie war dabei aber schon sehr früh - auch für meinen Verständnishorizont - kein unmöglicher. Ich mußte mich halt nur sehr gründlich in die jeweilige Forschungsliteratur einlesen. Das kann man sogar ohne Biologiestudium machen.

Und ich glaube auch nicht, daß ein Brückenschlag - zum Beispiel - von der Medienwissenschaft zur Soziobiologie ein so völlig unmöglicher sein muß. Freilich sind die Gewinne des Nehmens einer solchen "Kurve" - im Bildungsweg des lebenslangen Lernen - nein, ist die Bedeutung des Nehmens einer solchen "Kurve" durch Nichts aufzuwiegen. Alles andere können heute andere machen, das macht niemand. Oder so gut wie niemand. Das wird ja gerade so deutlich sichbar in der Corona-Krise wie weit die gesamte, noch einigermaßen geisteswissenschaftlich gebildete Öffentlichkeit davon entfernt ist, eine Ahnung davon zu haben, wie in der Naturwissenschaft überhaupt Wissen generiert wird.

Hier liegt also eine von mehreren Möglichkeiten zu einer solchen "Funktionalen Differenzierung" vor (von der Daniel gerne redet), die zwangsläufig effektivste Folgewirkungen hat und haben wird, einfach deshalb, weil sie in den grundlegendsten Bereichen ansetzt, nämlich in einem umfassenden Weltbild überhaupt, in das man ja einen solchen Brückenschlag immer und notwendigerweise einbetten muß. 

Was auch immer sei: Ob jemand eine solche "Kurve" noch kriegen will, muß jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin: Man kann zum Schluß ein Leben gelebt haben, ohne jemals tiefergehender verstanden zu haben wie dieses Universum "funktioniert", wie Leben "funktioniert" und wie Wissen generiert wird darüber, wie diese Dinge funktionieren. Das meiste übrigens, das man sich hierbei aneignen muß, kann man sich durch populärwissenschaftliche Literatur aneignen. Was die Physik und Kosmologie betrifft, habe ich das auch getan. Natürlich braucht auch ein Blick in gute Lehrbücher von bestimmten, besonders interessierenden Disziplinen niemals schaden (Lehrbücher von Jens Asendorpf etwa oder von Eckart Voland). Einfach um irgendwo mal ein wenig mehr "sattelfest" zu werden in der Argumentation. 

Jedenfalls bin ich der Meinung, daß ein Versuch zu verstehen wie unsere Welt im Ganzen funktioniert und zu verstehen wie Wissen über dieses Funktionieren generiert wird, alle Wahrnehmungen in der Welt ganz anders gewichtet.

[ 3. April 2020 ]

Wieder an Daniel: Ein Argument hatte ich noch nicht genannt: Immer häufiger geraten Verschwörungstheorien in die Nähe naturwissenschaftlicher, bzw. anthropologischer Überprüfung, wie ich beispielsweise schon 2017 einmal hier aufgezeigt hatte (4). Außerdem argumentieren die unersetzlichen Bücher von Kevin MacDonald durchgehend naturwissenschaftlich. Und sie sind zugleich Hintergrundpolitik-Kritik der aller besten Sorte. Also Schnittmengen gibt es doch immer mehr.

[ 3. April 2020 ] An einen anderen Denkenden: Es bleibt mir weiterhin ein Rätsel: Welche Motive sollten hunderte von Ärzten in China haben, eine Krise herbei zu reden, die keine ist? Welche Motive sollten hunderte von Ärzten außerhalb von China haben, ihnen zu glauben? Welches krude Weltbild muß man haben, wie isoliert muß man Jahre lang Nachrichten nur aus dem Verschwörungs-Kritiker-Bereich zur Kenntnis genommen haben, um dieser Annahme auf den ersten Augenschein mehr Plausibilität zuzusprechen als der ganz normalen Annahme, daß hunderte von Ärzten weltweit weder Idioten noch Verbrecher sind? Dann wird gesagt: Die Leute wollen einen Impfstoff verkaufen, der noch gar nicht entwickelt ist. Dann wird gesagt: Leute wollen Tests verkaufen, die sie aber gar nicht verkaufen, sie geben nur das Rezept zur Zusammenstellung der Tests weiter. Was für eine Schusterei in den Annahmen. Ein unglaublicher Tiefstand. Und dann kommt der Gerhard Wisnewski und erklärt das ganze zu einer Verschwörung der Chinesen gegen die ganze Welt. Bankrott. Diese ganze Wahrheitsbewegung ist völlig bankrott und sie hat es noch nicht einmal gemerkt. 

Man fragt sich: Mit was für einem irren Mißtrauen scheint die gesamte Truther-Szene Arzttermine wahrzunehmen? Mit was für einem irren Mißtrauen scheint die gesamte Truther-Szene auf die Ärzte zu schauen, die nächste Familienangehörige behandeln? Krankenhäuser und Arztpraxen und medizinische Forschungseinrichtungen müssen ja die Keimzellen des Verbrechens per se sein.

[ 4. April 2020]

Abends als Kommentar auf Daniels Blog (5): 

Naturwissenschaftliche Fragen wie die Einschätzung der Gefahr einer Pandemie sind nicht durch demokratische Abstimmung zu lösen, auch nicht durch Zusammenstellung einer möglichst großen Zahl von Außenseiter-Stimmen, die sich nicht im täglichen wissenschaftlichen Diskurs bewegen und auch nicht auf den wissenschaftlichen Diskurs reagieren, sondern sich direkt an die Öffentlichkeit wenden.

Der wissenschaftliche Diskurs findet ganz woanders statt. Mit diesem Blogartikel wird kein Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs geleistet. Obwohl der Blog-Inhaber Anspruch darauf erhebt, wissenschaftlich zu arbeiten, hat er sich mit diesem Blogartikel in völlig andere Bereiche begeben. In der Virologie wird anders gearbeitet, als daß man Außenseiter-Stimmen sammelt, und als daß man als erste und vordringlichste Annahme der Frage nachgeht, ob eine menschliche Verschwörung vorliegen könnte. Es hat das in diesem Fall also auch erst einmal gar nichts damit zu tun, ob man eine Mainstream-Position oder eine Außenseiter-Position vertritt, sondern ob man sich gemäß der wissenschaftlichen Standards und Gebräuche der jeweiligen Disziplin äußert oder aber ganz anders.

Es ist inzwischen durch sehr gezielte Stimmungsmache erreicht worden, daß ganze Teile der Bevölkerung alles Geschehen in der Welt nur noch als Verschwörung wahrnehmen können. Alternative Erklärungen erscheinen dann schon von vorne herein ausgeschlossen. Ein Mensch, der so reich ist wie Bill Gates, muß - aus dieser Stimmungsmache und Wahrnehmung heraus - zwangsläufig ein böser Mensch sein. Es wird noch soweit kommen, daß der nächste Vulkanausbruch irgendwo auf der Welt auch als eine Verschwörung böser Mächte erklärt wird. Vorher muß ja nur Bill Gates Forschungen im Bereich der Vulkanologie gefördert haben.

Hierbei findet in weiten Teilen gar keine Reflektion mehr statt darüber, wie seit den letzten 500 Jahren in der westlichen Welt Wissen über die Welt generiert wird. Ein Erklärungsmuster reicht hier scheinbar für alle Wahrnehmungen in dieser Welt.  Eine Versimplifizierung unserer Weltwahrnehmung wie man sie dümmer und dööfer sich nie hätte vorstellen können. Und die, die genau diese Simplifizierung praktizieren, sind einmal angetreten, mit dem Anspruch, Aufklärung zu betreiben. Ein Wimpernschlag der Weltgeschichte und schon tun dieselben Kräfte nichts anderes als das exakteste Gegenteil.

Verschwörungswissenschaft als reine Verbalwissenschaft ist sinnlos.

[ 4. April 2020] Aber vielleicht doch gut, daß wir das alles einmal hatten. Bei jeder künftigen Naturkatastrophe werden dann schon mehr Leute gleich von vornherein sagen: Ja, damals bei Corona, da haben alle Verschwörungsgläubigen gleich und völlig einheitlich nur eine einzige Annahme gehabt. Und wie bald stellte sich dann heraus, wie so außerordentlich kraß sie dabei daneben lagen. Da sollten wir jetzt aber einmal ein bisschen vorsichtiger sein. Vielleicht würde eine solche Lehre ja doch eine etwas positivere Folgeerscheinung all dessen sein, was sich da gerade ereignet an intellektuellem Bankrott.


Hopefully this has not to be continued .......


/Letzte 
Überarbeitung:
8.4.2020 /
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  1. Coronavirus-Update: Behind the Scenes - Talk mit dem Podcast-Team | NDR Podcast mit Christian Drosten, 1.4.2020, https://youtu.be/lfUI8swRaW8.
  2. Bading, Ingo: Europa in der Krise - Heute und am Ende der Bronzezeit. Live übertragen am 21.03.2020, https://youtu.be/Z82jc6NHC8Q.
  3. Professor Kim Woo-joo vom Guro-Krankenhaus der Korea-Universität, 27.3.2020, https://youtu.be/gAk7aX5hksU
  4. https://studgenpol.blogspot.com/2017/07/kultische-geheimbunde-haben-sie.html
  5. https://filmdenken.de/eine-corona-videoschau/
  6. Tobias Tietsch @TobiasTietsch · 25. März Antwort an  @c_drosten, https://twitter.com/TobiasTietsch/status/1242884692967329793.

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