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Samstag, 14. November 2020

Völkisch-katholische Okkultlogen, die sich als "verlorene Stämme Israels" ansehen

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott." 

Seit mehr als einem Jahr kommentiert auf unserem Videokanal ein Mensch, der sich das Pseudonym "Flamme des Herrn" gibt, der indogermanische Stämme als "verlorene Stämme Israels" deklariert, der - scheinbar - Männerorden toll findet (was ja naheliegend ist, wenn man sich als verlorenes Priestervolk ansieht), und der als Leitspruch auf der Kanalinfo seines Videokanals verzeichnet hat (Yt):

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott."

Abb. 1: Anbetung der jüdischen Bundeslade - Macht Sinn, wenn du zu einem "Verlorenen Stamm Israels" gehörst (Wiki)

Das ist ein Bibelspruch aus dem Alten Testament, aus dem 5. Buch Moses. Als Vorstellungsvideo hat er auf seinem Videokanal ein Lied aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon eingestellt ,"Flamme empor". Zusammen genommen mit dem Leitspruch darf man sich da schon so einiges dabei denken. Aber lassen wir das. Er hat bislang - seit 2017 - elf Videos hoch geladen - bzw. wohl zumeist von anderen Kanälen neu hoch geladen - und zwar mit folgenden Titeln:

  1. Der Volkslehrer - Gastbeitrag Der Völkermord auf den Rheinwiesen überlebt Teil 1
  2. Bill Gates kapert Deutschland!
  3. Polizeigewalt in der BRD - Coronadiktatur
  4. Eurabia - Eine Kolonie des Islam
  5. Diä Chatz chund widär (Katze kommt wieder)
  6. Das Netz - Dokumentation über den "Unabomber"
  7. EVOLUTION - Fehler in der Evolutionstheorie
  8. Windkraftanlagen sind der TOD
  9. Geschichte des nordisch-atlantischen Menschen
  10. Die Radioaktivitätslüge 3/3 (zwei Teile)
Aus dieser Auflistung ergibt sich thematisch keine rote Linie, sie wirkt zusammen gewürfelt und soll wohl anzeigen, daß man sich breit im Bereich der "alternativen Öffentlichkeit" umgetan hat und dort für vieles "Interesse" hat. Welches auch immer. Als "verlorener Stamm Israels" muß man ja nach anderen "verlorenen Schafen" sehen, nicht wahr ....

Sieht man nun die Kommentare durch, die ein solcher Mensch im Lauf des letzten Jahres auf meinem Youtube-Kanal hinterlassen hat, schält sich das Bild heraus, daß es sich um einen Katholiken handelt, der manche Sympathien mit Rudolf Steiner äußern kann, der sehr zwiegespaltene Sympathien äußern kann gegenüber dem europäischen Heidentum, der den "nordisch-atlantischen Menschentypus" toll findet, der aber nichts übrig hat für den Islam oder den - so, so: "verjudeten" - Protestantismus, dessen Einstellungen aber insbesondere kulminieren darin, daß er .... Männerorden toll findet.

Daß man als "verlorener Stamm Israels" und mit einem Bibelspruch aus dem Alten Testament als Leitwort, sich besser einmal - wenn schon - dann selbst die Charakterisierung "verjudet" geben könnte - geschenkt. Synkretismus ist angesagt, wenn es um Männerorden und um Herrschaft geht. Wer interessiert sich schon für solche Widersprüche? Das kann alles gut zusammen gebracht werden. Es kommt nur auf ausreichend willkürliche Argumentation an. Aber - warum, warum, warum, warum - muß sich ein solcher Mensch ausgerechnet auf unseren Videokanal verlieren? Warum? ??? Hat er nichts Besseres zu tun? Scheinbar nicht. Es gilt, verlorene Schafe im Auge zu behalten, sie in "verlorene Stämme Israels" zu integrieren, scheinbar ....

Heidnisch, katholisch, alttestamentarisch, anthroposophisch .... ? Dieser Mensch wird sich doch wohl nicht im Umfeld jesuitischer Okkultorden bewegen? Solchen Orden, die sich einstmals - vor 1945 - zum Beispiel Skladenorden nannten? Ach, nicht doch, alles Verschwörungstheorie. Und eines ist sicher: Diese "Flamme des Herrn" gehört nur den unteren Rängen an. Er soll sich die Argumentationsweisen verlorener Schafe anschauen und - ggfs. - darüber referieren, gerne auch im Austausch ein wenig für seine Sache - den katholisch-völkisch-anthroposophischen Okkultorden - Werbung machen. 

Zu "Turkvölker, Indogermanen ..." 

Gehen wir gegenchronologisch seine Kommentare im letzten Jahr durch. Zu dem Video "Turkvölker, Indogermanen ..." fügte er vor fünf Tagen zunächst erläuternd hinzu, was im Video nur kurz angedeutet worden war, nämlich zur Herkunft des Odinsglaubens bei den Germanen:

"Wanen = Narten"

Dann schrieb er:

"Skythen und Sarmaten sind die verlorenen Stämme Israels."

Hier wird schon erkennbar, daß wir einer in seinem völkischen Okkultorden gelehrten Kernlehre mit unserem Video sehr nahe gekommen waren. Wir empfanden das aber eher als einen sehr lustigen Gedanken und antworteten:

"Ich kann mir aber auch überhaupt NICHTS anderes denken als DAS. .... Ähm ..... aber wer gehört eigentlich noch mal NICHT zu den 'verlorenen Stämmen Israels'? - ??? Wenn man die ganze Welt zu seinem Nationalgott (Jahweh) bekehren will (und das ist ja das erstrebte Ziel des Alten Testaments), dann macht es Sinn, jedem Volk ein kleines Stück von jener 'Auserwähltheit' abzugeben, die man sich selbst zuspricht (als 'Volk Gottes', als einziges) und dann darf jede Nation und ihre 'Eingeweihten' sich einmal als ein 'verlorener Stamm Israels' fühlen und dabei natürlich als etwas ganz, ganz Tolles und Besonderes. Fast als so toll und besonders wie das eigentliche 'Volk Gottes'. Viel Vergnügen dabei. Ja, es darf sich noch mehr fühlen - - - es darf sich - dann - fühlen als: 'Flamme des Herrn'!!!! :-) 

... Im Sturmschritt voran. 

Darauf antwortete "Flamme des Herrn":

"Also zu deinen letzten Worten: Ist es nicht aktueller Forschungsstand der Archäologie und Geschichtswissenschaft, daß die Indogermanen patriarchale Gesellschaften waren? Daß es die indogermanischen Reitervölker waren, welche das Patriarchat nach dem heutigen Europa gebracht haben?"

Wir verstanden die Zielrichtung dieser Bemerkung erst nicht und antworteten:

"Hm, eine Hypothese, ja. Wieso?"

Darauf "Flamme des Herrn":

"@Ingo Bading Weil du die Existenz von Männerbünden bei den Indogermanen so selbstverständlich zu verneinen scheinst.... Ich denke, daß es bei patriarchalischen und kriegerischen Gesellschaften eher wahrscheinlicher ist, daß solche Männerbünde existieren als nicht."

Das rief bei uns erneut ziemlich viel Belustigung hervor. Immerhin sind wir hier in den Kernbereich der ideologischen Lehren mancher völkischer Okkultlogen geraten. Und es mag ja sinnvoll sein, wenn man Menschen, die zu solchen Lehren und Orden neigen, doch noch einmal vor Augen führt, was dazu zu sagen wäre:

Grins, scherz, lächel. Und warum mußt das jetzt gerade DU sagen? Na, da paßt ja - wieder einmal - alles zusammen, oder? Oh, diese Männerbünde. Herrje, sind DIE WICHTIG!!! Es MUSS sie geben bei den Indogermanen, denn warum sollten sonst HEUTE Nachfahren der Indogermanen Männerbünde WICHTIG finden und bei ihnen mitmachen wollen, nicht wahr? Als "verlorener Stamm Israels", nicht wahr? Als "Flamme des Herrn", nicht wahr? Oh, oh, oh. Ich kann das schon verstehen. Aber so was von .... Das ist schon alles sehr, sehr wichtig. Ich bin da ja so was von empathisch. Man glaubt es kaum.

Aber zugleich stehe ich VÖLLIG auf Seiten des Nordisten und Religionshistorikers Bernhard Kummer, der genau diesem Gedanken, der sich während des Dritten Reiches so grassierend ausbreitete (WARUM WOHL?), der genau DIESEM Gedanken mit Vehemenz entgegen trat zu jener Zeit öffentlich (neben natürlich so unwichtigen Gestalten wie Erich Ludendorff oder Mathilde Ludendorff), und der gerade deshalb aus der SS heraus (WARUM WOHL?), GERADE aus der SS heraus so viel Gegenwind bekommen hat (sich berufend auf Otto Höfler, glorreichen Angedenkens ...) (1-3).

Archäologisch - wie gesagt - halte ich die These für völlig unbegründet (1) (bitte erst mal nachlesen und dann weiter reden).

Insgesamt: Die Indogermanen waren und sind das freiheitsliebendste Volk der Weltgeschichte. IHR Grundgedanke ist die Freiheit und die Gleichheit aller vor dem Gesetz, IHR Grundgedanke ist ECHTE Demokratie. Was man bei den Germanen besichtigen kann, in England, in Athen (Antike). Von selbst wären die nicht darauf gekommen, Männerbünde zu gründen. Vielmehr sind sie - unbewußt oder bewußt - zu allen Zeiten die geschworensten Feinde der Männerbünde gewesen. Deshalb werden sie ja so bekämpft und "eingefangen", die Indogermanen, nicht wahr? Von Männerbünden weltweit ....

Daß diese sogenannte "patriarchalische" Grundausrichtung bei den Indogermanen eine gewisse Einseitigkeit dargestellt hat und darstellt - bis heute, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Und vielleicht war es auch nur aufgrund dieser Einseitigkeit den Indogermanen möglich, sich gegen so viele andere Kräfte der Weltgeschichte durchzusetzen und zu behaupten, vielleicht. Aber WENN diese Einseitigkeit heute überwunden werden MÜSSTE, dann ganz bestimmt nicht dadurch, daß der Gedanke des Männerbundes noch höher gehalten werden müßte in Europa als das sowieso schon bald 1.800 Jahre lang geschieht, seit der erste christliche Priester seinen Altar aufgeschlagen hat in römischen Städten am Rhein, ebenso wie sich etwa zeitgleich dort jüdische Gemeinden mit ihrer Erzpriesterschaft etablierten .... 

______ 

  1. Bading, Ingo: 2017, https://studgenpol.blogspot.com/2017/07/kultische-geheimbunde-haben-sie.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kummer
  3. http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/03_beitrag/galle/fs06_galle.html

Seit diesem Kommentar herrscht Funkstille. Seither hat "Flamme des Herrn" nicht mehr geantwortet. Aber dieser Gedankenaustausch ließ den Bloginhaber nun doch noch einmal fragen, was "Flamme des Herrn" eigentlich alles schon zu Videos kommentiert hatte, und welcher "roter Faden" sich da wohl herausstellen könnte ,wenn man das einmal zusammen stellen würde. Und genau das geschieht im folgenden, und zwar gegenchronologisch immer unter dem Titel des jeweiligen Videos, unter dem die Kommentare gesetzt worden waren.

Zu "Inzest ..."

Vor vier Monaten äußerte sich die "Flamme des Herrn" zunächst einmal als so wissenschaftsfern wie nur möglich:

"Ich frage mich immer, woher die Archöologen diese Zahlen haben. Die C14-Methode wurde doch längst als unbrauchbar bewiesen..."

Puh. Warum kommentiert er dann auf meinem Kanal? Was soll das überhaupt?

Zu "Hegel ..."

Flamme des Herrn, vor 4 Monaten:

"YHWH ist der Panentheos!"

Was immer das nun wieder heißen möge und welche religiös-ideologische Kulissenschieberei damit wieder beabsichtigt sein könnte. 

Zu "Erich Ludendorff und die Spanische Grippe"

Im Mai 2020 hat er es mit der "Wertneutralität", er rät uns in Bezug auf Psiram ...

"... zur höchsten Vorsicht und Wertneutralität was die Information selbst anbelangt".

Nun gut, das mag ja für manche noch keine Selbstverständlichkeit sein. Geschenkt. Aber dann gibt er uns folgende hübschen Segensgrüße mit auf den Weg:

"Ach ja: Sollten Sie selbst mal etwas berühmter werden mit Ihrem Kanal, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß auch Sie auf Psiram Ihren persönlichen Artikel erhalten werden. Denn die Hintermänner dieser Plattform sind politisch röter als rot und die Ludendorffs eines deren Feindbilder. Daß Sie sich stets absolut wertneutral und politisch korrekt verhalten und ausdrücken, dürfte dabei wohl kaum eine Rolle spielen.... ;-)

Allvaters Segen!

Wenn einem ein Katholik und jemand, der sich gerne als Angehöriger eines "verlorenen Stammes Israels" ansieht und Männerorden toll findet, Allvaters Segen wünscht, dann darf man sicher viel Segensreiches unter solchen Segenswünschen verstehen .... Hust, hust, hust.

Zu "Unser Immunsystem und die Tiere"

Zu diesem Video schrieb er:

"Danke für das Video, war wie immer sehr interessant und aufschlußreich! 👍🏻"

Und:

"Ja (...) so ein Video fordert dem Gewissenhaften und Tüchtigen viel Zeit ab wenn er nicht geübt ist darin. Mach es weiterhin so wie es dir am besten in die Agenda paßt, denn so wie es jetzt ist, ist es gut. Ich mag deine Videos echt, obwohl ich als Christ bei einigem in der Vergangenheit den Kopf schütteln mußte. Doch deine Themen interessieren mich und ich bin irgendwie fasziniert von M. Ludendorff. Ich lese ihre Bücher und es ist ein Hin und Her zwischen purer Ablehnung und energischer Zustimmung. Wenn man nicht über den epistemologischen Tellerrand guckt, bleibt man in einer unaufhörlichen Selbstspiegelung stecken.... Darum nochmal Danke dafür, daß du hier mit uns deine Erkenntnisse teilst. 👍🏻"

Was man auch immer unter solchen Dankesworten verstehen kann ....

Zu "Wie evoluiert die Intelligenz?"

Zu diesem Video schrieb er:

"Dieser Stream war wiedermal sehr interessant, Herr Bading. Habe mir übrigens Ludendorffs 'Triumph d. Unsterblichkeitswillens' besorgt und gelesen. Diese Frau war wohl gesegnet und verflucht zugleich."

Wir halten fest: "Gesegnet und verflucht zugleich". Und weiter:

"Schade, daß sie so wenig Durchblick und Verständnis hatte was den INDOGERMANISCHEN Allvater Yahuwah anbelangt und den wahren Glauben an Yahushwah Immanuel Massiah, den Erlöser Europas. Das lag wohl am damaligen Zeitgeist und der antichristlichen Indoktrinierung. Das ist sehr schade. Alles andere aber ist ein wahrer Gewinn für jeden spirituellen und philosophischen Leser aus der keltogermanischen Ethnokultur.

Möge der Herr des Lichts auch sie zum wahren Weg anfeuern, Herr Bading!

Allvaters Segen!

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥

🔥🔥🔥"

Ist ja toll, daß da jemand so viel Durchblick und Verständnis hat inzwischen, bezüglich des indogermanischen Jehowah. Dazu muß wohl nichts weiter gesagt werden. Da sind alle Menschen, die heidnischer sind als dieser "indogermanische Jehowah" "gesegnet und verflucht zugleich". Aber man möchte doch meinen: Vorsicht vor einem solchen Segen, mehr noch Vorsicht vor solchen Flüchen ... Und: "Keltogermanische Ethnokultur". Hui ui ui.

Zu "Audio-Guide II"

Das Video handelte vom Schlachtfeld bei Wittstock aus dem Dreißigjährigen Krieg. Und "Flamme des Herrn" hat es scheinbar mit Schlachtfeldern, was man doch interessant finden kann:

"Yahuwahs Feld. Es gibt kein Eigentum an Grund und Boden. Alles gehört dem Schöpfer Yahuwah. Wir sind bloß Mieter in diesem Haus." 

Warum ihm das jetzt gerade bezüglich des Schlachtfeldes eines der blutigsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges wichtig ist, da mag sich jeder selbst seinen Reim darauf machen. Mit den Schlachtfelder haben es die Okkulten ja (wie hier auf dem Blog aufgezeigt wurde anhand des größten Freimaurertempels der Welt in Leipzig). Deshalb verständlich, wenn er weiter voller monotheistischen Eifers sich äußert:

"Möge der Herr des Lichts deine Seele zum wahren Leben durch, mit und in Yahushwah Massiah Immanuel erwecken!

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🕯777🕯 

☀️🌙⭐ 

🔥♥️🔥 

⚔🙏🏻⚔ 

🤚🏻 "

Mit bestem Dank zurück für - solche - "Segenswünsche".

Zu "Heidnisch-germanisch ..."

Über das Christentum wußte er im Dezember 2019 zu sagen:

"Das Christentum hat sich so rasant verbreitet, weil es eben im Gegensatz zu den heidnischen Kulten keine Religion der Eliten war und sich auch gegen das bestehende Herrschaftssystem richtete. Vor allem die Sklaven, von denen es im heidnischen Europa unzählige gab, nahmen den neuen Glauben sofort mit großer Begeisterung an. Das Erfolgsgeheimnis des Christentums war es eben, daß es sich von Oben und von Unten gleichzeitig verbreitete und allen Menschen das versprach (und immer noch verspricht), was sie sich sehnlichst erhoffen. Ganz im Gegensatz zum alten Kult, bei denen man den Geistern immer mehr geben mußte als man von ihnen letzten Endes zurückbekam... Die alten Geister waren eben Ausbeuter, weshalb sie von den heiligen Himmelsscharen des einen Allvaters verdrängt wurden."

Die alten Geister waren Ausbeuter. Nunja. Toll zusammen gestoppelt, die religiöse Ideologie dieser völkisch-anthroposophisch-katholischen Okkultloge. Außerdem:

"Das europäische Christentum von heute hat sich in über tausenden von Jahren kulturell-evolutionärer Vermischung mit den heidnischen Kulten des alten Europa ergeben. Das Meiste des katholischen Glaubens ist in seinem Kern uraltes, alteuropäisches spirituelles Kulturgut. Erst der Protestantismus hat sich dieses europäischen Teils wieder entledigt und das Christentum völlig durchjudaisiert."
Solche Dinge sind ihm also wichtig. Wir halten fest: Protestantismus scheint für ihn "nicht gut" zu sein. Da ist ihm der okkulte, katholisierende Rudolf Steiner schon lieber:

"Rudolf Steiner war ein erleuchteter keltogermanischer Geist. Das wahre Christentum ist die Vollendung der alten heidnischen Kulte. Was unsere Ahnen bereits ahnten, kam im Christentum schließlich vollends ans LICHT. Ragnarök ist nichts anderes als das Aufkommen des einzig wahren Glaubens an den einen dreieinigen Herrn des Lichts im Norden. (Surtr ist Michael)

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥 

🔥🔥🔥"

Wenn im Christentum das ans Licht kam, was unsere Ahnen bereits ahnten, dann fragt sich ja wohl doch, warum wir nach eineinhalb tausend Jahren Christentum so merkwürdig schief in der Weltgeschichte da stehen. Aber dafür wird es sicher eine Erklärung geben. Wir haben halt die Wege des Heils verlassen und uns zu sehr zurück zum Heidentum zurück gewendet (vermutlich). Eine "Anja" hatte zu dem Video geschrieben:

"Taufspruch bei 52:20 min '...verfluche, was du angebetet hast, bete an, was du verflucht hast.'  - hört sich irgendwie wie Satanismus an!? Vielen Dank für dieses Video! ...

Das konnte unser katholisierender Steiner-Jünger so nicht im Raum stehen lassen und mußte schreiben:

"Dieser Tauspruch entstammt der vorchristlichen Religionskultur Europas wie eigentlich das meiste in der christlichen Volksreligiosität und im katholischen Glauben (der noch nicht vom Protestantismus durchjudaisiert und völkisch-kulturell beschnitten wurde)."

Und flugs hat man die vorchristliche Religionskultur Europas zu einer satanistischen gemacht. Daß es dort religiöse Duldsamkeit gegeben haben könnte statt monotheistischem Eifer, ein solcher Gedanke fällt - manchen - natürlich schwer. Unser katholisierender Steiner-Jünger schreibt weiter:

"Ohne das Christentum gäbe es keine großen europäischen Nationen. Entweder wären wir immer noch  grausame Kultisten ..."

man höre!

"die sich in endlosen Stammesfehden an der kulturellen Weiterentwicklung hindern, oder wir würden alle auf Teppichen gegen Mekka beten. Denn wenn die Stämme Europas nicht freiwillig den wahren Glauben angenommen hätten, was sie zu geeinten Nationen machte und überhaupt erst sowas wie ein pangermanisches Kollektivbewußtsein schuf, hätte spätestens der Mohammedanismus im Frühmittelalter die ohne Christentum wehrlosen Stämme im Norden zwangsvereint in einem Kalifat. Dank dem christlichen Glauben konnten wir jedoch bis jetzt den Dämon aus der Wüste immer abwehren... bis jetzt.. ."

Den monotheistischen Dämon aus der Wüste unter der Fahne eines - sehr ähnlichen - monotheistischen Dämons aus der Wüste. Solche Dinge müssen unter denkenden Menschen ja eigentlich gar nicht mehr eingeordnet werden. Christen werden gegen Muslime gehetzt und umgekehrt - seit mehr als tausend Jahren. Und auch über die Religionshistorikerin Sigrid Hunke hat er eine Meinung. Sie ist nichts weiter als - schwachsinnig, das typische Krafturteil eines Monotheisten:

"Sigrid Hunke hat zwar ein interessantes (wenn auch zu vielen Teilen schwachsinniges) Buch über 'die Religion' Europas geschrieben. Aber daß sie eben zu all ihrem Interessanten auch soviel Schwachsinn geschrieben hat, ist wohl der Tatsache geschuldet, daß sie selbst ein sehr opportunistisches Wesen war, was sich zb. in blinder Regimetreue (insbesondere zum Hitlerregime) ausdrückte und wohl auch ihre blinde und undifferenzierte Araber- und Mohammedanismusverehrung erklärt. Den antideutschen Machthabern, die seit der Weimarer 'Republik' bzw. Besatzerherrschaft über das deutsche Volk mittels diverser Regierungssysteme herrschen, waren blinde Mohammedanophile stets sehr genehm...."

In die Abgründe dieser zerrissenen Seele, die zwischem "Interessantem" und "Schwachsinn", zwischen "Segen" und "Fluch" hin und her taumelt, wollen wir uns nicht weiter hinein begeben. Sie erscheinen uns hochgradig ungut. Und wir merken, indem wir diese Kommentare komprimierter auf uns wirken lassen, daß wir diesem Kommentator auf unserem Videokanal eigentlich nur noch ungern weiteren Raum gewähren zu solchen zerrissenen Äußerungen. Unser damaliger Einspruch lautete:

"Also ich sehe wirklich nicht, warum man nicht die positiven Seiten der islamischen Kultur behandeln und hoch schätzen kann."

Auch da gibt es wieder klare Urteile, geleitet von monotheistischem Eifer:

"@Ingo Bading Weil alles Positive in der arabischen Kultur sich ZUM TROTZ oder GEGEN den Mohammedanismus erhalten und entwickelt hat und weil das allermeiste dieses Positiven nichtmal von den Arabern stammte sondern von den eroberten Kulturen. In der ganzen arabischen Geschichte gehen Kulturniedergänge immer mit der Erstarkung des Mohammedanismus einher. Und umgekehrt blühten in den arabischen Kulturen die positiven (und eben eigentlich fremden) Aspekte stets dort, wo der Mohammedanismus an Macht und Geltung verlor... Die Ideologie Mohammeds ist rein destruktiv und hemmt leider auch die eigenständige kulturelle Entwicklung der arabischen Völker selbst."

So kann man sich alles zurecht bügeln wie man es gerade braucht, indem man "Segen" und "Fluch", "Interessantes" und "Schwachsinn" bei jeder historischen Erscheinung ganz sauber voneinander trennt. Man versteht da schon, weshalb diesem Kommentator da "Wertneutralität" als etwas "Besonderes" auffallen muß.

Zu "Indogermanen an der Nordgrenze ..."

Zu diesem Video aus dem Dezember 2019 schrieb er:

"Die Europäer werden gerade mit Araber und Afrikaner vermischt. Wir müssen uns bald wieder entmischen...."

Und:

"@Ελ Μπαντίντο Es wird bald keine blonden und blauäugigen Menschen mehr geben und das ist auch gewollt. Die nordischen Menschen waren/sind die Kultur- und Zivilisationsbringer der Menschheit. Auf der ganzen Erde hat der nordisch-atlantische Mensch die Zivilisation zum erblühen (sic!) gebracht. Dem soll nun Einhalt geboten werden. Daß es so ist, ist offensichtlich. Aber WER diesen Entwicklungsstopp der Menschheit will und aus welchem Grund, das bleibt ein Rätsel...."

Tja, wirklich sehr rätselvoll, nicht wahr? Wie innerlich hin- und hergerissen man sein muß, wenn man völkischen Okkult-Logen und -Orden angehört und sich in ihren gedanklich verquasteten Zusammenhängen bewegt. Wir können das schon verstehen. Er schreibt auch:

"Ich will, daß die europäischen Ethnokulturen überleben, denn wenn sie sterben, stirbt die Menschheit."

Das klingt alles sehr jesuitisch und hat man in ähnlicher oder anderer Form schon anderwärts oft genug gehört.

# # # # # # # 

Nachdem "Flamme des Herrn" diesen Blogbeitrag gelesen hatte, schrieb er als Kommentar unter das Video "Turkvölker, Indogermanen ...":

@Ingo Bading Danke für diese umfangreiche Auseinandersetzung mit meinen Diskussionsbeiträgen.
Bitte vergessen Sie aber nicht, dass YT für viele in erster Linie ein reines Unterhaltungsmedium ist und keine wissenschaftliche Diskussionsplattform, weshalb sich viele - wie u.a. ich - nicht die Mühe geben auf inhaltliche und thematische Zusammenhänge ihrer Beiträge und ein sich möglicherweise daraus ergebendes Gesamtbild zu achten. Oder konkret: Man macht sich irgendwann einmal einen Kanal und denkt sich evtl. etwas bei der Namensgebung und dann lädt man spontan und lust-, laune-, zeitbedingt vielleicht mal ein Video hoch das gefällt. Genauso verhält es sich mit den Kommentaren. Manchmal verfasst man kurz einen Kommentar während man auf den Zug wartet und sich dabei langweilt, manchmal schaut man aber auch bewusst ein inhaltlich komplexes Video um sich zu informieren und hinterlässt danach einen ernsthaft gemeinten, reflektierten und komplexeren Kommentar, manchmal guckt man Trashvideos weil man nicht einschlafen kann und schreibt dann einen dazu gehörigen Müll im Halbschlaf, oder man gibt besoffen unter random Videos Kommentare ab während man vom Ausgang heimfährt bzw. gefahren wird..... Ich denke Sie verstehen was ich meine, denn zu diesem "man" gehöre u.a. ich selbst. 😉 Auch wenn der zugegebenermassen missionarisch klingende Kanalname vielleicht den Eindruck macht: Mein Kanal war für mich nie als Instrument der Mission oder politisch-religiösen Agitation gedacht, auch wenn ich ab und zu dementsprechend auf YT agiere wenn ich gerade Zeit und vorallem Lust habe. Ironischerweise war der Kanalname selbst sogar einst ein Ergebnis von Ironie. 😄
Ihre Videos schaue ich wirklich aus wissenschaftlichem Interesse/Neugier und weil ich weltanschaulich von der Thematik "betroffen" bin. Über den Gesamtzusammenhang meiner unterschiedlichen Kommentare habe ich mir jedoch auch hier in bezug auf Ihren Kanal - bis jetzt -  keine Gedanken gemacht. Ich schaue, überlege und schreibe anschliessend nach Lust und Laune drauflos, ohne mich wie in einem wissenschaftlichen Kolloquium um irgendwelche Diskursregeln und Reputationen zu kümmern. Ich schätze mal dass ich damit zur Mehrheit auf YT gehöre.
Mit all dem möchte ich Ihnen eigentlich sagen: Ich fasse es ernsthaft und aufrichtig als Kompliment auf, dass Sie meinem Onlineauftritt so viel Zeit widmen und ich  habe daraus für mich selbst wieder etwas gelernt, aber bitte nehmen Sie meinen Kanal nicht allzu ernst, da einiges darin wie bereits erwähnt spontanen Regungen entspringt und keiner allumfassenden politisch-religiösen Motivation.
Gottes Segen und Aufwiederlesen!
Interessanter an diesem Kommentar ist womöglich eher, worauf er nicht eingeht als worauf er eingeht.

Montag, 28. September 2020

Wovon wollen wir uns erregen lassen? (Teil 1)

Bzw.: Worüber wollen wir uns erregen? 

0:00 - Es gibt zwei Arten von Lernen: 

1. Prägungsähnliches Lernen, 2. Lernen über Lust und Unlust (1). Zu 1. Gänseküken Martina, Nachfolgeprägung, Muttersprachen-Erwerb. Anstrengungslos, Lernfenster, irreversibel, Urvertrauen.

zu 2. Lust und Unlust als Lehrmeister des irrfähigen Verstandes. Dressur durch Verwöhnung, Dressur durch Strafe. Iwan Pawlow und seine Hunde (2). 

Pawlow'sche bedingte Reflexe. Erfahrungen britischer Heerespsychiater im Jahr 1944. Paradoxe und ultraparadoxe Phase des Erregungszustandes bei Soldaten (2). 

Erweckungs- und Bekehrungspredigten christlicher Kirchen (2).

Gehirnwäsche im kommunistischen Machtbereich (2) Jesuiten-Exerzitien (2).

Strategie der Spannung, Kalter Krieg, "Terrorjahre", Walter Jens, "Zornige junge Männer", Flakhelfer-Generation.

Gehirnwäsche, Umerziehung von 1945

Gehirnwäsche seit 1933

40:30 - Weltgeschichte als Geschichte von gesellschaftlichen Erregungszuständen. Womöglich macht es heute sehr viel Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, aus welchen (seelischen) Erregungszuständen heraus die Ilias des Homer um 750 v. Ztr. heraus geboren ist, von welchen sie getragen ist und welche sie kultiviert hat. Denn: Die "Ilias" ist das "Urwort Europas". Dieses Urwort Europas beginnt mit dem Zorn (3):

„Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus, 

Ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte, 

Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Aïs 

Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden ..." 

 Der Erregungszustand des "Sturm und Drang": 

"Oh, über dieses tintenklecksende Jahrhundert, 

wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Männern!"

(Friedrich Schiller) 

 Heute zu übersetzen mit: 

"Oh, über dieses sich über Social Media-Kanäle erregende Jahrhundert, 

wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Männern!" 

Wird fortgesetzt.

 _______________ 

  1. Konrad Lorenz: Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte des menschlichen Erkennens. 1973
  2. William Sargant: The battle for the mind, 1957, deutsch: Der Kampf um die Seele. 1959 
  3. Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit 
  4. Plutarch: Große Griechen und Römer. Um 100 n. Ztr.

Mittwoch, 19. August 2020

Jesus - Ein grundgütiger jüdischer Missionar

Michael Blume, der Religionswissenschaftler - Er vertritt immer betonter religiös-jüdische Positionen

Mit dem früheren Religionswissenschaftler und heutigen Antisemitismus-Beauftragten von Baden-Württemberg Michael Blume standen wir vor zehn Jahren in freundschaftlichem, wissenschaftlichen Austausch zu vielen spannenden Fragen der Evolutionären Religionswissenschaften. Damals ist uns nicht in der Deutlichkeit bewußt geworden, was inzwischen in seinen öffentlichen Äußerungen immer ausgeprägter hervortritt, nämlich daß er unverhüllt und unverbrämt religiös-jüdische - und damit zugleich jüdisch-missionarische Positionen vertritt (Scilogs).

Auch nur ansatzweise kritische Stellungnahmen oder auch nur Zwischentöne zum Prinzip Monotheismus und zu all dem, was aus diesem Prinzip folgt, wird man bei ihm zu allen Zeiten vergebens finden (oder irren wir uns?). Ist das eines ausgewogen urteilenden Religionswissenschaftlers würdig?

Andererseits wird ein Höchstmaß an Geisteskraft aufgewandt, um das Prinzip Monotheismus in allen denkbaren Argumentationssträngen nach außen hin abzusichern und als unangreifbar, unkritisierbar darzustellen. Am liebsten natürlich mit der Antisemitismus-Keule. Was hätte man auch sonst noch?

Man bedenke: das Prinzip Monotheismus, das heute von allen Seiten im Grunde längst als das lächerlichste religiöse Prinzip erkannt ist, das denkbar ist und das die religiös und ethnozentrisch am leichtesten durchschaubaren Motive enthält, nämlich ethnozentrisch-jüdische, sprich völkisch-jüdische Motive. Für diese Motive steht Michael Blume aber immer dezidierter auch ganz persönlich ein. Ein wenig merkwürdig kommt uns das vor. Geradezu wie eine "Wandlung". Aber vielleicht wird einfach nur immer deutlicher, unverhüllter, wie Michael Blume immer schon eingestellt war. Vielleicht hebt er diese Einstellung nun nur unverschleierter hervor. 

Albrecht Dürer - "Jesus unter den Schriftgelehrten"

Sehr gut kann das aufgezeigt werden an seinem neuesten Blogartikel (Scilogs). Für das Gemälde von Albrecht Dürer "Jesus unter den Schriftgelehrten" (Abb. 1) ...

Abb. 1: Albrecht Dürer - Jesus unter den Schriftgelehrten

.... findet er die folgende, unseres Erachtens völlig unausgewogene, völlig einseitige und damit völlig falsche Charakterisierung (Scilogs) (Hervorhebung nicht im Original):

... Entsprechend dominierte in den christlichen Gemälden zum kindlichen Jesus im Tempel der Kontrast: Hier der weiße, erleuchtete Christus, dort die dunklen, verstockten, jüdischen Schriftgelehrten. Die semitische Alphabetschrift-Bildung ist hier zum Vorwurf der vermeintlich angeborenen Schlauheit und Verschlagenheit geworden. Ein bedrückendes Beispiel dazu fertigte Albrecht Dürer (1471-1528) um 1506: Bei ihm sind einige jüdische Schriftgelehrten nicht nur häßlich und nah am Tod, sondern geradezu teuflisch geraten. Jesus hat sich von ihnen bereits ab- und nach innen gewandt. Die ur-semitische Szene war antisemitisch umgedeutet worden. Daß der kleine Jesus drei Tage inmitten dieses Hasses im Tempel geblieben und überlebt haben soll, paßt in keiner Weise zur Feindseligkeit, die hier gemalt wurde.

Hier schimmert bei Michael Blume sogar eine emotionale Ablehnung christlicher Positionen hindurch, soweit und solange sie auch nur ansatzweise als "antisemitisch" begriffen werden können. Auch nur in den leichtesten Anflügen, und sei es auch nur, indem er etwas sieht, was gar nicht vorhanden ist. Wir halten - mit Verlaub - die Charakterisierung dieses Gemäldes für völlig überzogen. Die Schriftgelehrten sind alle - wie zumeist bei Dürer - als achtenswerte, ältere Männer dargestellt, sogar mit innerer Schönheit (was Michael Blume gar nicht wahrzunehmen scheint - aber das muß er ja auch nicht ...). Nur auf das einzelne Gesicht rechts vom Jesusknaben könnten die Worte von Michael Blume - bei der schlechtestmöglichen Deutung - zutreffen. Sieht man auf diesem Gemälde Haß? Ich, der Autor dieser Zeilen, sehe diesen auf diesem Gemälde schlichtweg nicht. Hier sieht Michael Blume etwas hinein, was gar nicht da ist. Und das mag einem sehr ungut erscheinen. Da mag über Michael Blume jeder denken, was er will. Ein deutscher Antisemitismus-Beauftragter, der schon in solchen Gemälden Antisemitismus sieht? Gott, Jehova, hilf! Oder Thor. Oder Odin. Oder sonstwer.

Ohne alle kritischen Einwände oder Vorbehalte bringt Michael Blume dann ein Beispiel für eine jüdische Jesus-Rezeption, die er - offenbar - für vorbildlich, für einen "Höhepunkt", und zwar nicht für einen "bedrückenden" hält (Scilogs):

Einen späteren Höhepunkt erlebte die jüdische Jesus-Rezeption mit dem norddeutschen Rabbiner Jacob Emden (1697-1776), der im 18. Jahrhundert schrieb, daß – Zitat -: „Jesus der Welt eine doppelte Güte zuteil werden ließ. Einerseits stärkte er die Torah von Moses in majestätische Art … und keiner unserer Weisen sprach jemals nachdrücklicher über die Unveränderlichkeit der Torah."

Nebenbei: Was für Worte. Es geht um nichts geringeres als um das Alte Testament, das durchtränkt ist von Völkermord, Völkerhaß und Rassismus. Und weiter:

"... Andererseits beseitigte er die Götzen der Völker und verpflichtete die Völker auf die sieben Noachidischen Gebote, so daß sie sich nicht wie wilde Tiere des Feldes aufführten, und brachte ihnen grundlegende moralische Eigenschaften bei … Christen sind Gemeinden, die zum himmlischen Wohl wirken und zu Dauerhaftigkeit bestimmt sind. Ihre Bestimmung ist zum himmlischen Wohl und die Belohnung wird ihnen nicht versagt bleiben.“

Jesus also als grundgütiger jüdischer Missionar. Der zudem die "Unveränderlichkeit" des Alten Tesaments "in majestätischer Art" stärkte. Was möchte man eigentlich mehr? Dies ist in der Tat ein sehr interessantes Zitat. Aber vorbildlich? Das ist einfach nur eine ethnozentrische, religiös-jüdische, missionarische Position. Die nichtjüdischen Völker verehren "Götzen", also Teufel, solange sie nicht an den jüdischen Gott glauben und sie führen sich wie wilde Tiere des Feldes auf, ihnen waren noch grundlegende moralische Eigenschaften beizubringen.

Keinerlei Vorbehalte, keinerlei Distanzierung von Michael Blume gegenüber diesem Zitat, das von vorne bis hinten alttestamentarischen Geist atmet wie er ethnozentrisch-jüdischer und religiös-missionarischer und implizit rassistischer (andere Völker und Kulturen, sowie ihre Wertigkeit abwertend) nicht sein könnte.

Nebenbei sei bemerkt, daß es völlig lächerlich ist, die jüdische Religion als die erste Schriftreligion zu bezeichnen (wie das Michael Blume in dem angeführten Artikel tut). Das ist eine merkwürdige Verliebtheit in diese Religion. Die bürgerlichen Schichten der antiken Welt waren alle sowohl religiös wie gebildet wie "schriftgelehrt". Es ist schon einigermaßen merkwürdig, was auf den Scilogs an unwissenschaftlichen Einseitigkeiten und Verliebtheiten alles veröffentlicht werden kann.

Die Grundaussage seines Artikels ist übrigens mit weiteren religions- und geistesgeschichtlichen Lächerlichkeiten befaßt. Aus antisemitischen Motiven habe man Ende des 19. Jahrhunderts Jesus nicht als Juden sehen wollen - was er natürlich immer war und immer sein wird.

Im Kommentarbereich seines Blogs findet eine sachliche, kritische, inhaltliche Auseinandersetzung wie vorstehend in diesem unseren Blogartikel unternommen, gar nicht mehr statt. Auch wir bitten diesen Blogartikel nur als nebensächliche Randbemerkungen aufzufassen. Er handelt von geistes- und religionsgeschichtlichen Fragen, mit Verliebtheiten, die lange - lange - verstanden sind. Und die doch von der Geistesgeschichte längst ad acta gelegt sind.

/ Nachbemerkung: Als Staatsbeamter dürfte Michael Blume inzwischen den einen oder anderen Mitarbeiter und damit auch den einen oder anderen Ghostwriter haben. Vielleicht ist es insofern auch gar nicht ganz richtig, solche Texte als Ausdruck gar zu persönlicher Überzeugungen und "Erkenntnisse" anzusehen. / 

Die beiden Michaels - Ballweg und Blume

Nachtrag 13.10.2020: Mit einem Interview für die TAZ (1) hat Michael Blume bei der Querdenken-Bewegung für heftigen Unmut gesorgt. Seine darin enthaltenen Theorien über antipreußische Ressentiments in Sachsen und Baden-Württemberg gegenüber "Berlin" seien hier einmal übergangen. Da scheint er doch "Verschwörungsmythen/Verschwörungstheorien" zu unterstellen, an deren Überprüfung, bzw. Überprüfbarkeit einem nicht zwangsläufig besonders viel liegen muß. (Hach, bin ich wieder böse in den Formuierungen, - - - Schulterklopf!) Ein wenig interessanter darf man vielleicht finden, daß hier - soweit ich sehe zum ersten mal in der gegenwärtigen Öffentlichkeit - die Anthroposophie in diesen Zusammenhängen zum Thema macht. Er macht das freilich nicht besonders konkret und detailliert. Zum Beispiel weist er nicht darauf hin, daß jener Ken Jebsen, den er ja wenig später ausdrücklich anspricht, auch aus dem Umfeld der Anthroposophen stammt. Blume geht also seiner These nicht sehr detailliert nach in diesem Interview. Immerhin, auf die Frage, warum ein Schwerpunkt der Querdenken-Bewegung im Südwesten Deutschlands zu finden ist, sagt er unter anderem (1):

Das liegt zum einen an der evangelischen Strömung des Pietismus, der sagt, man muß die Wahrheit selbst überprüfen. Die meisten heute schauen dafür dann aber nicht mehr in die Bibel, sondern ins Internet. Und wir haben die Anthroposophie, die sagt, wir haben ein überzeitliches Wissen. Da soll man sich von den Wissenschaften nicht unbedingt reinreden lassen.

Das finde ich immerhin eine wichtige, womöglich auch notwendige Aussage. Inwiefern sich Lebenseinstellungen, wie sie in größerer Häufigkeit in einem anthroposophischen Lebensumfeld vorzufinden sind, auf die Wirklichkeitswahrnehmung heutiger Menschen weit über dieses Lebensumfeld hinaus auswirken, ist - soweit ich das überblicke - noch wenig erforscht. Aber Michael Blume gibt hier einen sehr brauchbaren Hinweis, wie ich finde, wenn er von "überzeitlichem Wissen" spricht, was man hier glaubt zu besitzen, das sich dem jeweils aktuellen Stand des Wissens - scheinbar - nicht mehr wirklich der Überprüfung stellen muß, da seine "Überzeitlichkeit" ja von vornherein gesichert ist. Es würde dann also so etwas ähnliches vorliegen wie die - zuvor angesprochene - Bibel, von denen ja auch viele behaupten, sie würde "überzeitliches Wissen" beinhalten, das nicht zwangsläufig und durchgängig in konsequenten Abgleich gebracht werden müßte mit dem heutigen Kenntnis- und Bewußtseinsstand. (Und wenn, dann auf ziemlich "komplizierte", umständliche, sprich überhaupt nicht überzeugende Weise.)

Komisch ist, daß Michael Blume vor allem, bzw. nur auf den Pietismus Bezug nimmt, wenn er von der Anforderung spricht, man müsse die Wahrheit selbst überprüfen. Schließlich ist das schlichtweg die Aufforderung der Aufklärung. Aber - geschenkt! Worauf dieser Nachtrag aber eigentlich hinaus will, ist der Umstand, daß es einem doch mehr als berechtigt erscheint, wenn sich Michael Ballweg gegen die Aussagen, Verunglimpfungen wehrt, die in diesem Interview von Michael Blume formuliert werden, wenn er auf die Frage "Sind denn die selbsternannten Querdenker automatisch Antisemiten?" sagt (1):

Der Antisemitismus bildet beim Verschwörungsglauben immer die Spitze, weil alles darauf hinausläuft, daß Juden die Weltverschwörer sind. Bei Querdenkern war das von Anfang an sehr stark. Michael Ballweg hat zu seiner ersten großen Demonstration den Antisemiten Ken Jebsen eingeladen. Sein Pressesprecher ist in der Reichsbürgerszene aktiv. Dazu kommt das Bekenntnis zur QAnon-Bewegung, die die Erzählung verbreitet, eine Elite, zu der natürlich auch Juden gehören, halte sich durch die Körperzellen von Kindern jung. Das ist nur die etwas modernisierte Fassung von antisemitischen Mythen aus dem Mittelalter.

Das finde ich ein außerordentlich krasses Zitat von Seiten eines Staatsbeamten. Sehr kraß. Und zutiefst unredlich. Ken Jebsen einfach nur "cum grano salis" als "Antisemiten" zu bezeichnen - ist das wirklich redlich? Ist das redlich? Ich meine nicht. Diese ausufernde Antisemitismus-Riecherei bei Michael Blume - ich stehe ihr - wie ich ja oben schon beim Thema Dürer zum Ausdruck gebracht habe - mit der allergrößten Skepsis gegenüber. Mit der allergrößten Skepsis.

Und soll das nun heißen, daß jeder, der mit Ken Jebsen zusammen arbeitet, ebenfalls zurecht des Antisemitismus verdächtigt wird? Wieviele hunderte und tausende von Denkern, die sich am Rande oder abseits des Mainstream bewegen, würden davon dann mitbetroffen sein? Wie obskur ist das denn? Das geht einfach zu weit. Viel zu weit.

Zu dem Pressesprecher will ich jetzt nicht recherchieren. Für mich wäre auch die Frage: Ist man als "Reichsbürger" zwangsläufig antisemitisch? Das ist mir alles zu holzschnittartig gezeichnet, entschieden zu holzschnittartig. Dasselbe gilt für QAnon. Wenn ich Blume (ich meine: "Michael", wir waren ja mal per Du) recht verstehe, ist QAnon deshalb antisemitisch, weil sie einer Elite böse Dinge unterstellt (ich verkürze). Und einer Elite würden ja auch Juden angehören. Und Juden hat man ja schon immer böse Ding unterstellt. So kann man jede Eliten-Kritik als antisemitisch umdeuten. Jede.

Michael, Michael, Du gehst einen sonderbaren Gang. Diese krasse Art zu verunglimpfen, geht in weiteren Teilen des Interviews übrigens weiter:

Antisemitismus bildet da eine Querfront für eine Bewegung, die nur durch ein gemeinsames Feindbild verbunden sind, nicht durch eine positive Vision.

Das ist mir einfach bei weitem nicht sauber genug durchdekliniert und differenziert genug formuliert so wie sich das für einen ordentlichen Wissenschaftler gehört und so wie ich das - auch - bei Michael Blume eigentlich immer als selbstverständlich unterstellt hatte. Michael Blume höhnt dann auch noch auf Twitter, daß Michael Ballweg sich gegen diese undifferenzierten Vorwürfe wehrt (2).

Nachtrag, 13.9.2023: Michael Blume berichtet, daß sein Familienname Blume jüdischer Herkunft ist und im 18. Jahrhundert von Juden angenommen worden ist, daß die Träger dieses Namens aber schon früh zum Christentum übergetreten seien und dann nichtjüdische Ehepartner geheiratet hätten (Scilogs12.9.2023):

"Früh zum Christentum konvertierte Blumes wie meine Vorfahren vermischten sich dagegen - laut Genauswertungen meiner Familie kamen vor allem skandinavische und dann norddeutsche Einflüsse hinzu. Eine Großmutter heiratete aus der Schweiz ein."

Uns drängt sich insgesamt der Eindruck auf, als ob sich bei Michael Blume vergleichsweise früh im Leben eine besondere Identifikation mit dem Judentum angebahnt hat (oder auch von außen bei ihm angebahnt wurde), obwohl er offenbar vornehmlich nichtjüdische Vorfahren hatte. Diese besondere Identifikation konnte dann bei seinem offenbar geringen Anteil jüdischer Vorfahren in der männlichen Linie anknüpfen.


______________
  1. Benno Stieber: Antisemitismusbeauftragter Michael Blume über Corona-Leugner, 2.10.20, https://taz.de/Antisemitismusbeauftragter-ueber-Corona-Leugner/!5712778/ 
  2. https://twitter.com/BlumeEvolution/status/1312798966535393280

Dienstag, 24. April 2012

Ich bin Mitwisser satanistischen Mißbrauchs - wohin soll ich mich wenden?

Unsere Blogs haben ein sehr weites Themenspektrum und verstehen sich als ein "Studium generale". - Der philosophische Ansatz, der für uns hinter einem solchen "Studium generale" steht, ist die Erkenntnis G.F.W. Hegels, daß die Wahrheit "das Ganze" ist. Also alle Bereiche menschlichen Wissens und menschlicher Erfahrung stellen in ihrer notwendigen Widerspruchslosigkeit zueinander ein deutliches Wahrheitskritierium füreinander und für unsere Gesamtdeutung der Welt und des Lebens dar. Deshalb wird auf unseren Blogs nicht nur Kritikwürdiges behandelt, sondern auch neutrales Wissenswertes, sowie Aufbauendes. Das Kritikwürdige ist zumeist in den Bereichen Politik und Geschichte angesiedelt, das Aufbauende zumeist in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Philosophie. So also wird hier ein "Studium generale" verstanden. Man kann auch rein psychologisch nicht immer nur Kritikwürdiges behandeln. Dabei würde einem auf Dauer psychologisch die Puste ausgehen. Ebenso wäre es wohl unangemessen, immer nur die positiven Seiten des Lebens und unserer Welt sehen zu wollen. -

Daß wir nun ein halbes Jahr lang uns vergleichsweise tief in die Themen "Elitärer Satanismus" und "Satanistische Psychosekten" eingearbeitet haben, hatte seinen Ursprung vor allem in zeitgeschichtlichen Erkenntnisinteressen bezüglich der Mächte, die hinter dem Dritten Reich standen. (Und die wir deshalb natürlich zu den kritikwürdigen, nicht zu den aufbauenden Kräften in unserer Welt zählen.) Allerdings wurde bei Beschäftigung mit dem Thema schnell klar, daß es ein sehr aktuelles ist, und daß davon auch heute sehr viele Menschen zum Teil sehr persönlich betroffen sind. Nämlich als Überlebende satanistischen Mißbrauchs, bzw. als Angehörige und Freunde solcher Überlebenden. Bzw. zum Teil sogar als  Mitglieder der Tätergruppen selbst oder als deren Angehörige.

Das Interesse an unseren Beiträgen zum Thema elitärer Satanismus ist nun offenbar ein Bleibendes. Sechs bis sieben von zehn der meistgelesenen Blogposts hier auf dem Blog (siehe ganz unten: "Beliebte Posts") beziehen sich auf das Thema Elitärer Satanismus. Und auch immer wiederkehrende persönliche, vertrauliche, tastende Anfragen an den Blogautor von Seiten Betroffener zeigen, daß das Thema weiterhin "heiß" ist und viele Menschen beschäftigt.

Und offensichtlich gibt es nur wenige Blogs, die - so wie dieser - sich dieses Themas bislang so umfassend angenommen und zum Teil auch sehr detailliert behandelt haben. In den meisten Fällen werden diese Themen sonst in Büchern und Filmdokumentationen behandelt. Und selbst dort treten zumeist die satanismusnahe, freimaurerähnliche Psychosekte Fraternitas Saturnis und der Psychosekten-Guru Ralph Tegtmeier, seine Freunde, "Mitbrüder" und Schüler nicht so deutlich in den Vordergrund wie sie es aufgrund der Recherchen unseres Blogs getreten sind. 

Was sollen wir also auf solche Anfragen antworten? Wie gesagt empfinden wir uns hier auf dem Blog gar nicht als "spezialisiert" genug, um in Einzelfällen konkrete Hilfe leisten zu können oder konkreten Rat geben zu können. Unser Wissen über das Thema ist ein reines "Bücher"-Wissen, bzw. beruht allein auf Internet-Recherchen. Der Blogautor kennt keinen Betroffenen persönlich. Auch keinen sonstigen Satanismus-Kritiker persönlich. Wir haben hier auf dem Blog selbst keinerlei direkt persönliche Erfahrungen mit diesem Thema. (Abgesehen von den - auf dem Blog dokumentierten - Einschüchterungsversuchen von Seiten der "Fraternitas Saturnis". Diese waren freilich schon lehrreich genug.)

Es ist etwas anderes, als Unbetroffener über Fälle maßloser Ungerechtigkeit und maßloser, nicht ausreichend verfolgter Verbrechen in unserem Staat zu recherchieren und zu berichten, als selbst davon betroffen oder Mitwisser zu sein. Das ist natürlich klar. Und das gilt es zu berücksichtigen.

Ich gehe unter dem Aspekt der an unseren Blog gerichteten persönlichen Anfragen noch einmal die wichtigsten Autoren meiner Literaturliste zum Thema durch. Sie alle müßten doch ebenfalls - ebenso wie dieser Blog - auf diese Themen ansprechbar sein und ebenfalls bereit sein, die Öffentlichkeit mit Hilfe neuer Zeugen zu informieren. Vielleicht werden sie sich dann auch gründlicher mit der Person Ralph Tegtmeier und der Fraternitas Saturnis von heute beschäftigen, als sie das bisher in ihren Veröffentlichungen getan haben.

Welche Autoren und Journalisten kann man grundsätzlich ansprechen?

Ich weiß nicht, ob sich die Autoren Guido Grandt, Wolfgang Eggert, Jürgen Roth dieser Fragen noch einmal tiefergehender auf dem heutigen Kenntnisstand und mit neuen Zeugenberichten annehmen wollen. Sie publizieren inzwischen alle drei auch im Internet (vgl. Guido Grandt, Dorian Grey, Mafialand) und ich könnte mir denken, daß sie dazu bereit sind. 

Neues Buch über die Colonia Dignidad
Der letzte Eintrag auf dem Blog der verdienstvollen Buchautorin Ulla Fröhling stammt aus dem Jahr 2008. Sie hat aber, wie man auf ihrer Seite sehen kann, gerade ein neues Buch über die Colonia Dignidad herausgebracht (siehe Abb.). Sie ist also ebenfalls weiter investigativ an diesen Themen dran und dürfte deshalb offen sein für neue Zeugenberichte nicht nur wie hier zum Thema freikirchlich(-"jesuitische"), sondern auch direkter zum vormals von ihr behandelten Thema satanistische Psychosekten. Das Internet-Forum der verdienstvollen Buchautorin Karin Jäckel hat sogar aktuelle Einträge. Bei dieser Gelegenheit nimmt man überhaupt mit Überraschung zur Kenntnis, wie viele Bücher auch Karin Jäckel schon geschrieben hat.

Wünschenswert wäre sicher ein engerer Zusammenschluß aller gegenwärtigen Satanismus-Kritiker im Internet, um eine Art "Lobby" für dieses Thema zu bilden, um schnelleren Erfahrungs- und Informationsaustausch zu gewährleisten, damit man nicht mehr so einfach eingeschüchtert werden kann, wie "Einzelinitiativen", Einzelpersonen, Einzelautoren und einzelne, für sich arbeitende Blogs. Das war ein starkes Empfinden des Blogautors, als er die Zuschriften von Seiten der Fraternitas Saturnis erhielt.

Denn das Medium Internet selbst stellt ja - wie immer mehr Menschen bewußt wird - heute das sicherlich größte Machtmittel dar für die Machtlosen. Aber selbst solche Organisationen wie die Renate-Rennebach-Stiftung oder vergleichbare Institutionen nutzen das Internet derzeit offenbar noch nicht genügend und regelmäßig genug für Aufklärung, Lobbyismus und Unterstützung der Überlebenden satanistischen Mißbrauchs. (Oder sollten dort nur mehr Leute Förderanträge stellen für ihre eigenen Initiativen?)

Journalisten wie Frank Nordhausen oder Filmemacher wie Liz Wieskersstrauch sollten für diese Themen eigentlich ebenfalls ansprechbar sein. Gerne würde wir übrigens auch über Erfahrungen hören, die einzelne machen bei der Anfrage bei einzelnen Leuten.

Wie steht es diesbezüglich mit dem österreichischen Buchautor Helmut Lammer? (Müßte noch genauer recherchiert werden.) Mit Hans Ulrich Gresch haben wir hier auf dem Blog in den Kommentaren schon längere Diskussionen geführt. Er hat, soweit uns übersehbar, eine aus seiner Sicht weniger "ausufernde" Deutung des Themas "Mind Control" als wir. Aber wer mit ihr zurecht kommt, sollte sich sicher auch an ihn wenden können. 

Natürlich ist, was die eher medizinische Seite des Themas betrifft (also die Krankheit Multiple Persönlichkeitsstörung) der beste Ansprechpartner gegenwärtig in Deutschland Michaela Huber. Ihre Verweisliste dürfte für Betroffene sehr wertvoll sein, da man hier wohl weitgehend sicher sein kann, daß sie nur seriöse Verweise nennt. 

Durch die zahlreichen Internetforen und Internetseiten, auf denen sich Überlebende satanistischen Mißbrauchs jeweils in der ihnen eigenen persönlichen Form austauschen (das kann je nach Persönlichkeit und durchgemachten Erfahrungen sehr unterschiedlich sein), habe ich mich nie gründlich durchgearbeitet. Eine kleine Auswahl von ihnen findet sich auch auf meiner Literaturliste, allerdings wohl eine ganz willkürliche. Hier sollte sich jeder noch einmal selbst durcharbeiten und nach den ihm geeigneten Seiten suchen. Hier werden Betroffene sicherlich noch viele gute Ratschläge und Erfahrungen sammeln und austauschen, die einzelne mit ihrem Erlebten und ihrem Wissen gemacht haben.

Mit all diesen Ausführungen wollen wir niemanden, der bei unserem Blog vertraulich anfragt, "abwimmeln". Wir wollen damit nur sagen, daß es sicherlich noch kompetentere und erfahrene Netzautoren gibt als uns, die man als Betroffener und Mitwisser ansprechen kann. Wenn man trotz der vorstehend gegebenen Ratschläge und Anlaufstellen sein Wissen hier auf dem Blog veröffentlichen möchte, sende man uns bitte gerne Berichte ein. Der Blogautor schaut sich dann genau an, was er in welcher Weise veröffentlichen möchte. Das kann natürlich gerne auch anonym veröffentlicht werden. Und erst nachdem die überarbeitete Form vom Einsender genehmigt wäre, würde der Beitrag dann hier auf dem Blog (und damit automatisch zugleich auch auf "Paperblog") veröffentlicht werden. Dazu möchte der Blogautor gerne ermutigen. Denn was dieser Blog kann, will er natürlich gerne dazu beitragen, daß in diese Thematik in der Öffentlichkeit, in der Politik und in den Strafverfolgungsbehörden mehr Zugkraft und Bewegung hineinkommt.

Wenn ich recht sehe, sind es wohl die weitreichenden politischen und zeitgeschichtlichen Implikationen, die viele diesen Blog bezüglich dieses Themas so ansprechend erscheinen lassen. Ja, der Blogautor ist Historiker und an dem Aufbruch der gegenwärtig verkrusteten gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse sehr interessiert. Wenn es also vor allem diese Seite ist, die Leute veranlassen, hier auf dem Blog ihr Wissen gern veröffentlicht sehen zu wollen - dann nur her damit. 

Mit schnellen Erfolgen darf man jedoch bezüglich dieses Themas gegenwärtig nicht rechnen. Die Art, wie von der Politik gegenwärtig schon allein die Überlebenden kirchlichen und reformpädagogischen Mißbrauchs - sprich sehr oft die Überlebenden systematisch psychosektenartig angewandter elitärer Schwarzer Pädagogik - behandelt und abgespeist werden, sollte einen bezüglich des Themas Satanismus erst recht realistisch machen. Selbst die organisierten evolutionären Humanisten und "Skeptiker" haben sich bislang des Themas Satanismus noch nicht wirklich angenommen.*) Aber jeder und jede denke doch daran, daß sein und ihr Bericht dazu beitragen kann, daß künftig weniger Menschen ähnliches erleiden müssen wie er selbst oder seine Angehörigen.

Nach Einschätzung des Blogautors übrigens werden sich satanistische Psychosekten gegenwärtig und künftig viel mehr als früher hüten, Menschen, die sich an die Öffentlichkeit wenden, einzuschüchtern. Und um so mehr sich an die Öffentlichkeit wenden, um so mehr werden diese Psychosekten sich hüten. Sie scheinen darauf zu spekulieren, daß sich die Öffentlichkeit an dieses Thema "gewöhnt" und sie dann dennoch so weitermachen können wie bisher. "Glückliche Sklaven" gewöhnen sich ja bekanntlich an alles. Ob sie hier richtig rechnen, hängt natürlich von uns allen ab.

Und abschließend: Wer noch bessere Ratschläge geben kann, als in diesem Beitrag gegeben werden - oder an diesen etwas zu kritisieren findet, soll sich bitte gleich melden.

[Ergänzung 28.10.2017] Dieser Blogartikel ist seit fünf Jahren nicht mehr überarbeitet worden. Um aber doch einige der wichtigsten Entwicklungen in diesen fünf Jahren zu nennen, hingewiesen insbesondere auf den Umstand, daß durch die beiden deutschen Spielfilme "Operation Zucker" (2012) und "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" (2016) zumindest für Deutschland und zumindest der Sache nach eine neue Diskussionsgrundlage geschaffen worden ist ist (s. GA-j!, 2017).

Vor allem aber sei darauf verwiesen, daß es inzwischen das "Infoportal Rituelle Gewalt" gibt (verantwortlich: Claudia Fischer, Bielefeld), das in - soweit übersehbar - sehr seriöser Form wertvolle Hinweise zur Thematik gibt. Auch wird dort empfehlend weiter verwiesen auf die Internetseite https://lichtstrahlen-oldenburg.de/lichtstrahlen/ (verantwortlich: Sonja Ulke, Hatten), die ebenfalls viele seriöse Hinweise zusammen stellt.
___________________________________________
*) Was übrigens zeigt, welche Lobbykräfte auch dort hier wirksam sind ... - Ich habe es dort verschiedentlich - aber bisher ohne sichtbare Nachwirkungen - in die Diskussion geworfen. Man vgl. etwa Kommentare auf "Wissen bloggt". Da gibt es etwa einen den Satanismus befürwortend: 25.4.11; sowie dann von mir kritisierend: 12.11.115.12.1119.2.12. Oder kritische Kommentare von mir auf den Scilogs: 13.9.1127.10.1130.10.11. Zu entgegnen weiß man offenbar nur wenig, aber man springt auch nicht so recht auf auf das Thema - bislang.

Montag, 8. August 2011

Lernt die Jesuiten kennen, lest das Jesuitenblatt, den "Spiegel" ....

... "Pöbelnde Dunkelkatholiken" (... - aber nicht doch ....???!)

Nachdem man sich eine Weile mit der Lobbymacht katholische Kirche beschäftigt hat - so wie wir dies hier auf dem Blog seit eineinhalb Jahren intensiver tun -, nachdem man verstanden hat, daß - geradezu zwangsläufig - nicht nur die Freimaurerei sondern auch der Jesuitenorden und andere vatikantreue Katholiken und katholische Orden tief im Geheimdienstunwesen etwa der CIA und seiner Nazi-begeisterten  "Rattenlinien" verflochten sind, verflochten sein müssen, nachdem man so und so viele Dinge in diesem Zusammenhang auf sich hat wirken lassen, kann man das, was der Jesuitenpater Klaus Mertes im neuesten "Spiegel" von sich zu lesen gibt, nur als im tiefsten Sinne verlogen empfinden. (Titel-Thema dieser "Spiegel"-Folge ist übrigens wieder einmal das Thema "Burnout". Daß unsere ganze Gesellschaft psychisch so ausgebrannt ist, wird mit der Lobbymacht katholische Kirche auch nur vergleichsweise wenig zu tun haben ... - ?)

Man beginnt immer stärker hindurchzuspüren, daß der "Spiegel" selbst - wie wir das auch schon von der "Zeit" an früherer Stelle feststellen mußten - ein Blatt dieser bigott-christlich-katholischen Lobbymacht selbst ist. Etwa wenn man den besorgten Artikel über das Ansehen des katholischen Ministerpräsidenten Kretschmann in der gleichen Folge liest. Hey, nichts Neues, sagt man sich: Jesuitenschüler, Edelkatholik und Blödeljournalist Matthias Mattusek hat im "Spiegel" Jahre lang die Kulturredaktion katholisch-jesuitisch im Sinne des "Sacro pop" geleitet. Hey, diese Seilschaften sitzen tief im "Spiegel" drin, viellicht sogar von Anfang an, als der "Spiegel" auch alte Nazis anstellte und nationalsozialistische Verbrechen verharmloste und Verbrecher deckte und über Rattenlinen zeitverzögert aufklärte (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog).

Und wenn dann das Interview mit Klaus Mertes betitelte ist "Pöbelnde Dunkelkatholiken". Hey! Mit so einer billigen Masche glaubt ihr durchzukommen? Hey! - - - Ist ja schön, wenn jemand mal nicht von "pöblenden Kirchenkritikern" spricht ... Denn in der Tat "pöbeln" bekannte und Dunkelkatholiken schon seit Jahrzehnten, seit Jahrhunderten und lassen Gesellschaften psychisch "ausbrennen". Aber kann eine solche Aussage aus dem Munde eines Klaus Mertes auch nur in irgendeinem Sinne wahrhaftig gemeint sein? Kann es das sein?

"Einer der bewegensten Momente"

Und was soll das eigentlich heißen, wenn der Mertes - wie auch früher schon oft - redet von einem - - -, räusper, einem ...
"der bewegensten Momente"?
Und dann davon spricht, wie Überlebende sexueller Gewalt des Jesuitenordens ihm ihre Erlebnisse geschildert hätten. Aha ...
"bewegende Momente". 
"Bewegend"!!! Hat der Mann sonst nichts, was er in seinem Leben als einen "bewegenden Moment" bezeichnen könnte? Er stellt sich "bescheiden" als "Mitschweiger" dar, der viel zu lange nicht "Aufklärer" gewesen wäre und es sogar jetzt noch nicht genügend wäre. Ja, ja, die menschliche Schwachheit! Er spricht sogar von - - - "systematischer" Gewalt im Jesuitenorden (!!!!) (- endlich!!!!, es geht wohl nicht mehr anders!!!). Er spricht sogar von "sektenartiger Struktur" (!!!) (- endlich!!!, es geht wohl nicht mehr anders!!!). Und warum? Nur um auch nicht mit dem leisesten Hauch einer Andeutung zu fordern, daß eine solche verbrecherische Organisation, eine solche Psychosekte im tiefsten Sinne des eigentlichen Wortes endlich verboten wird. Daß ihr Vermögen vollständig eingezogen wird, um Therapien zu bezahlen. Ohne nicht sofort und auf der Stelle sich von seinem Priestergelübbde und seiner Zugehörigkeit zum Jesuitenorden loszusagen. Man kann diesen Klaus Mertes als im tiefsten Sinne, in allertiefstem Sinne heuchlerisch empfinden.

Bloß "menschliche Schwachheit" in einer der ältesten absoluten Monarchien auf Erden?

Jesuiten: Bedingungsloser Gehorsam, absolute Unterwerfung
Soll man das alles als "menschliche Schwachheit" durchgehen lassen? Als einen "bewegenden Moment"? Denn das ist jetzt offenbar die Argumentationsstrategie: Der Jesuitenorden ist zwar eine verbrecherische Psychosekte - aber nur Segmente desselben, nicht der Jesuitenorden als Ganzes. - - - Und das läßt ihm eine kritische Öffentlichkeit durchgehen? Der Jesuitengeneral ist neben dem Papst (und einigen anderen Anführern von priesterartig-hierarchischen Psychosekten) einer der letzten "absoluten Monarchen" auf dieser Erde. Er ist aber noch mehr. Das typischste Kennzeichen des Jesuitenordens ist ja: Keiner seiner Untergebenen bis in die Reihen der Novizen hinein darf den jeweiligen Vorgesetzten in der Hierarchie, dem er in bedingungslosem Gehorsam unterworfen ist, in der sogenannten "Gewissensrechenschaft" auch nur irgendetwas über sich selbst oder über seine Mitbrüder verschweigen, ohne schärfsten Strafen ausgsetzt zu sein. Nichts darf verschwiegen werden. 

Und genau dieser Umstand macht die sexuelle Gewalt im Jesuitenorden nicht nur zu einer Ordens-übergreifenden, systematischen, sondern schlankweg zu einer Methode "Schwarzer Pädagogik" selbst. Wie kann ich Menschenseelen leichter zerbrechen und gefügig machen als durch einen solchen systematischen  Seelenmord? Als durch eine solche moralische Versumpfung, wie sie sich auch an allzu vielen Orten des katholisch-jesuitischen "Sacro Pop" im Medienwesen kundtut?

Ist Klaus Mertes ein ... "humaner Aufklärer"? - - - Wirklich? - Ja?

Wie der Klaus Mertes eigentlich "tickt", auch und selbst dieser vorgeblich so "humane" "Aufklärer", wurde uns hier auf dem Blog zum ersten mal tiefer erkennbar, als wir merkten, daß sich dieser Jesuitenpater im Jahr 2008 völlig distanzlos in die Reihen der missionarischen Vorkämpfer der Rekatholisierungsbemühungen Rußlands gestellt hatte, genau so wie das seine Vorgänger auch im Kalten Krieg getan haben, als man das Berliner Canisius-Gymnasium als "letzte Bastion vor Moskau" betrachtete und die Schüler entsprechend "abhärtend" behandelte. Gegen das heutige aggressives Vorgehen des Jesuitenordens im Machtbereich der konkurrierenden russisch-orthodoxen Kirche, im Machtbereich eines anderen absoluten Monarchen, des Patriarchen von Moskau, glaubte sich letzterer offenbar nur noch dadurch wehren zu können, daß er den obersten Jesuiten Rußlands, der gerade aus Deutschland zurückgekehrt war, schlichtweg ermorden ließ (1).

Klaus Mertes zuckte nicht mit der Wimper und sprach aus diesem Anlaß von einer 
"zunehmenden Progromstimmung gegen christliche Gruppierungen, die nicht zur Orthodoxie" 
gehören. Redet so ein - - - "Aufklärer"? Auch jemand, der sich nur von anderen so nennen läßt, sich selbst aber - - - "bescheiden" nicht so nennen will? Wenn man dann liest, wie zeitgleich andere Katholiken und Jesuiten auf diesen Mord reagierten (1), erkennt man erst, wie sehr dieser Jesuitenorden noch heute von jenem aggressivsten, antireformatorischen, anti-orthodoxen Rekatholisierungs-Eifer und -Geist erfüllt ist, mit dem er einstmals gegründet worden war. Was hat sich eigentlich seitdem bei ihm verändert? Und - hey - sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist in diesem "Kampf für Gott", in dem man die Vortruppe ist, ein bewährtes Mittel. Hat man in ... Amyklai die Kämpfer nicht auch durch den mann-männlichen Eros zu jenen Kämpfern gemacht, die sie wurden ....? (... Amyklai ... Worauf man alles kommt, wenn man die Dinge einmal zu Ende denkt ...*))

Der Mertes ist ein Taktierer durch und durch. In so gut wie jedem Satz, den er in dem "Spiegel"-Interview äußert, kommt das zum Vorschein und könnte hier noch lang und breit erörtert und begründet werden. Leute, lernt die Jesuiten kennen. Lest das Jesuiten-Blatt, den  - - - "Spiegel".

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*) So nennt sich auch der Internetblog des bigott-katholischen, rechtskonservativen Internetbloggers Klaas Bähre (der sich Sacro pop-mäßig zur "Blogger-Bohème" rechnet und als Angehöriger derselben wahrgenommen werden möchte ).

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1. Bading, Ingo: Ermordet im Kampf für den "rechten Glauben" - Jesuiten in Rußland heute. Auf: GA-j!, 12.3.2010

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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