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Samstag, 14. November 2020

Völkisch-katholische Okkultlogen, die sich als "verlorene Stämme Israels" ansehen

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott." 

Seit mehr als einem Jahr kommentiert auf unserem Videokanal ein Mensch, der sich das Pseudonym "Flamme des Herrn" gibt, der indogermanische Stämme als "verlorene Stämme Israels" deklariert, der - scheinbar - Männerorden toll findet (was ja naheliegend ist, wenn man sich als verlorenes Priestervolk ansieht), und der als Leitspruch auf der Kanalinfo seines Videokanals verzeichnet hat (Yt):

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott."

Abb. 1: Anbetung der jüdischen Bundeslade - Macht Sinn, wenn du zu einem "Verlorenen Stamm Israels" gehörst (Wiki)

Das ist ein Bibelspruch aus dem Alten Testament, aus dem 5. Buch Moses. Als Vorstellungsvideo hat er auf seinem Videokanal ein Lied aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon eingestellt ,"Flamme empor". Zusammen genommen mit dem Leitspruch darf man sich da schon so einiges dabei denken. Aber lassen wir das. Er hat bislang - seit 2017 - elf Videos hoch geladen - bzw. wohl zumeist von anderen Kanälen neu hoch geladen - und zwar mit folgenden Titeln:

  1. Der Volkslehrer - Gastbeitrag Der Völkermord auf den Rheinwiesen überlebt Teil 1
  2. Bill Gates kapert Deutschland!
  3. Polizeigewalt in der BRD - Coronadiktatur
  4. Eurabia - Eine Kolonie des Islam
  5. Diä Chatz chund widär (Katze kommt wieder)
  6. Das Netz - Dokumentation über den "Unabomber"
  7. EVOLUTION - Fehler in der Evolutionstheorie
  8. Windkraftanlagen sind der TOD
  9. Geschichte des nordisch-atlantischen Menschen
  10. Die Radioaktivitätslüge 3/3 (zwei Teile)
Aus dieser Auflistung ergibt sich thematisch keine rote Linie, sie wirkt zusammen gewürfelt und soll wohl anzeigen, daß man sich breit im Bereich der "alternativen Öffentlichkeit" umgetan hat und dort für vieles "Interesse" hat. Welches auch immer. Als "verlorener Stamm Israels" muß man ja nach anderen "verlorenen Schafen" sehen, nicht wahr ....

Sieht man nun die Kommentare durch, die ein solcher Mensch im Lauf des letzten Jahres auf meinem Youtube-Kanal hinterlassen hat, schält sich das Bild heraus, daß es sich um einen Katholiken handelt, der manche Sympathien mit Rudolf Steiner äußern kann, der sehr zwiegespaltene Sympathien äußern kann gegenüber dem europäischen Heidentum, der den "nordisch-atlantischen Menschentypus" toll findet, der aber nichts übrig hat für den Islam oder den - so, so: "verjudeten" - Protestantismus, dessen Einstellungen aber insbesondere kulminieren darin, daß er .... Männerorden toll findet.

Daß man als "verlorener Stamm Israels" und mit einem Bibelspruch aus dem Alten Testament als Leitwort, sich besser einmal - wenn schon - dann selbst die Charakterisierung "verjudet" geben könnte - geschenkt. Synkretismus ist angesagt, wenn es um Männerorden und um Herrschaft geht. Wer interessiert sich schon für solche Widersprüche? Das kann alles gut zusammen gebracht werden. Es kommt nur auf ausreichend willkürliche Argumentation an. Aber - warum, warum, warum, warum - muß sich ein solcher Mensch ausgerechnet auf unseren Videokanal verlieren? Warum? ??? Hat er nichts Besseres zu tun? Scheinbar nicht. Es gilt, verlorene Schafe im Auge zu behalten, sie in "verlorene Stämme Israels" zu integrieren, scheinbar ....

Heidnisch, katholisch, alttestamentarisch, anthroposophisch .... ? Dieser Mensch wird sich doch wohl nicht im Umfeld jesuitischer Okkultorden bewegen? Solchen Orden, die sich einstmals - vor 1945 - zum Beispiel Skladenorden nannten? Ach, nicht doch, alles Verschwörungstheorie. Und eines ist sicher: Diese "Flamme des Herrn" gehört nur den unteren Rängen an. Er soll sich die Argumentationsweisen verlorener Schafe anschauen und - ggfs. - darüber referieren, gerne auch im Austausch ein wenig für seine Sache - den katholisch-völkisch-anthroposophischen Okkultorden - Werbung machen. 

Zu "Turkvölker, Indogermanen ..." 

Gehen wir gegenchronologisch seine Kommentare im letzten Jahr durch. Zu dem Video "Turkvölker, Indogermanen ..." fügte er vor fünf Tagen zunächst erläuternd hinzu, was im Video nur kurz angedeutet worden war, nämlich zur Herkunft des Odinsglaubens bei den Germanen:

"Wanen = Narten"

Dann schrieb er:

"Skythen und Sarmaten sind die verlorenen Stämme Israels."

Hier wird schon erkennbar, daß wir einer in seinem völkischen Okkultorden gelehrten Kernlehre mit unserem Video sehr nahe gekommen waren. Wir empfanden das aber eher als einen sehr lustigen Gedanken und antworteten:

"Ich kann mir aber auch überhaupt NICHTS anderes denken als DAS. .... Ähm ..... aber wer gehört eigentlich noch mal NICHT zu den 'verlorenen Stämmen Israels'? - ??? Wenn man die ganze Welt zu seinem Nationalgott (Jahweh) bekehren will (und das ist ja das erstrebte Ziel des Alten Testaments), dann macht es Sinn, jedem Volk ein kleines Stück von jener 'Auserwähltheit' abzugeben, die man sich selbst zuspricht (als 'Volk Gottes', als einziges) und dann darf jede Nation und ihre 'Eingeweihten' sich einmal als ein 'verlorener Stamm Israels' fühlen und dabei natürlich als etwas ganz, ganz Tolles und Besonderes. Fast als so toll und besonders wie das eigentliche 'Volk Gottes'. Viel Vergnügen dabei. Ja, es darf sich noch mehr fühlen - - - es darf sich - dann - fühlen als: 'Flamme des Herrn'!!!! :-) 

... Im Sturmschritt voran. 

Darauf antwortete "Flamme des Herrn":

"Also zu deinen letzten Worten: Ist es nicht aktueller Forschungsstand der Archäologie und Geschichtswissenschaft, daß die Indogermanen patriarchale Gesellschaften waren? Daß es die indogermanischen Reitervölker waren, welche das Patriarchat nach dem heutigen Europa gebracht haben?"

Wir verstanden die Zielrichtung dieser Bemerkung erst nicht und antworteten:

"Hm, eine Hypothese, ja. Wieso?"

Darauf "Flamme des Herrn":

"@Ingo Bading Weil du die Existenz von Männerbünden bei den Indogermanen so selbstverständlich zu verneinen scheinst.... Ich denke, daß es bei patriarchalischen und kriegerischen Gesellschaften eher wahrscheinlicher ist, daß solche Männerbünde existieren als nicht."

Das rief bei uns erneut ziemlich viel Belustigung hervor. Immerhin sind wir hier in den Kernbereich der ideologischen Lehren mancher völkischer Okkultlogen geraten. Und es mag ja sinnvoll sein, wenn man Menschen, die zu solchen Lehren und Orden neigen, doch noch einmal vor Augen führt, was dazu zu sagen wäre:

Grins, scherz, lächel. Und warum mußt das jetzt gerade DU sagen? Na, da paßt ja - wieder einmal - alles zusammen, oder? Oh, diese Männerbünde. Herrje, sind DIE WICHTIG!!! Es MUSS sie geben bei den Indogermanen, denn warum sollten sonst HEUTE Nachfahren der Indogermanen Männerbünde WICHTIG finden und bei ihnen mitmachen wollen, nicht wahr? Als "verlorener Stamm Israels", nicht wahr? Als "Flamme des Herrn", nicht wahr? Oh, oh, oh. Ich kann das schon verstehen. Aber so was von .... Das ist schon alles sehr, sehr wichtig. Ich bin da ja so was von empathisch. Man glaubt es kaum.

Aber zugleich stehe ich VÖLLIG auf Seiten des Nordisten und Religionshistorikers Bernhard Kummer, der genau diesem Gedanken, der sich während des Dritten Reiches so grassierend ausbreitete (WARUM WOHL?), der genau DIESEM Gedanken mit Vehemenz entgegen trat zu jener Zeit öffentlich (neben natürlich so unwichtigen Gestalten wie Erich Ludendorff oder Mathilde Ludendorff), und der gerade deshalb aus der SS heraus (WARUM WOHL?), GERADE aus der SS heraus so viel Gegenwind bekommen hat (sich berufend auf Otto Höfler, glorreichen Angedenkens ...) (1-3).

Archäologisch - wie gesagt - halte ich die These für völlig unbegründet (1) (bitte erst mal nachlesen und dann weiter reden).

Insgesamt: Die Indogermanen waren und sind das freiheitsliebendste Volk der Weltgeschichte. IHR Grundgedanke ist die Freiheit und die Gleichheit aller vor dem Gesetz, IHR Grundgedanke ist ECHTE Demokratie. Was man bei den Germanen besichtigen kann, in England, in Athen (Antike). Von selbst wären die nicht darauf gekommen, Männerbünde zu gründen. Vielmehr sind sie - unbewußt oder bewußt - zu allen Zeiten die geschworensten Feinde der Männerbünde gewesen. Deshalb werden sie ja so bekämpft und "eingefangen", die Indogermanen, nicht wahr? Von Männerbünden weltweit ....

Daß diese sogenannte "patriarchalische" Grundausrichtung bei den Indogermanen eine gewisse Einseitigkeit dargestellt hat und darstellt - bis heute, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Und vielleicht war es auch nur aufgrund dieser Einseitigkeit den Indogermanen möglich, sich gegen so viele andere Kräfte der Weltgeschichte durchzusetzen und zu behaupten, vielleicht. Aber WENN diese Einseitigkeit heute überwunden werden MÜSSTE, dann ganz bestimmt nicht dadurch, daß der Gedanke des Männerbundes noch höher gehalten werden müßte in Europa als das sowieso schon bald 1.800 Jahre lang geschieht, seit der erste christliche Priester seinen Altar aufgeschlagen hat in römischen Städten am Rhein, ebenso wie sich etwa zeitgleich dort jüdische Gemeinden mit ihrer Erzpriesterschaft etablierten .... 

______ 

  1. Bading, Ingo: 2017, https://studgenpol.blogspot.com/2017/07/kultische-geheimbunde-haben-sie.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kummer
  3. http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/03_beitrag/galle/fs06_galle.html

Seit diesem Kommentar herrscht Funkstille. Seither hat "Flamme des Herrn" nicht mehr geantwortet. Aber dieser Gedankenaustausch ließ den Bloginhaber nun doch noch einmal fragen, was "Flamme des Herrn" eigentlich alles schon zu Videos kommentiert hatte, und welcher "roter Faden" sich da wohl herausstellen könnte ,wenn man das einmal zusammen stellen würde. Und genau das geschieht im folgenden, und zwar gegenchronologisch immer unter dem Titel des jeweiligen Videos, unter dem die Kommentare gesetzt worden waren.

Zu "Inzest ..."

Vor vier Monaten äußerte sich die "Flamme des Herrn" zunächst einmal als so wissenschaftsfern wie nur möglich:

"Ich frage mich immer, woher die Archöologen diese Zahlen haben. Die C14-Methode wurde doch längst als unbrauchbar bewiesen..."

Puh. Warum kommentiert er dann auf meinem Kanal? Was soll das überhaupt?

Zu "Hegel ..."

Flamme des Herrn, vor 4 Monaten:

"YHWH ist der Panentheos!"

Was immer das nun wieder heißen möge und welche religiös-ideologische Kulissenschieberei damit wieder beabsichtigt sein könnte. 

Zu "Erich Ludendorff und die Spanische Grippe"

Im Mai 2020 hat er es mit der "Wertneutralität", er rät uns in Bezug auf Psiram ...

"... zur höchsten Vorsicht und Wertneutralität was die Information selbst anbelangt".

Nun gut, das mag ja für manche noch keine Selbstverständlichkeit sein. Geschenkt. Aber dann gibt er uns folgende hübschen Segensgrüße mit auf den Weg:

"Ach ja: Sollten Sie selbst mal etwas berühmter werden mit Ihrem Kanal, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß auch Sie auf Psiram Ihren persönlichen Artikel erhalten werden. Denn die Hintermänner dieser Plattform sind politisch röter als rot und die Ludendorffs eines deren Feindbilder. Daß Sie sich stets absolut wertneutral und politisch korrekt verhalten und ausdrücken, dürfte dabei wohl kaum eine Rolle spielen.... ;-)

Allvaters Segen!

Wenn einem ein Katholik und jemand, der sich gerne als Angehöriger eines "verlorenen Stammes Israels" ansieht und Männerorden toll findet, Allvaters Segen wünscht, dann darf man sicher viel Segensreiches unter solchen Segenswünschen verstehen .... Hust, hust, hust.

Zu "Unser Immunsystem und die Tiere"

Zu diesem Video schrieb er:

"Danke für das Video, war wie immer sehr interessant und aufschlußreich! 👍🏻"

Und:

"Ja (...) so ein Video fordert dem Gewissenhaften und Tüchtigen viel Zeit ab wenn er nicht geübt ist darin. Mach es weiterhin so wie es dir am besten in die Agenda paßt, denn so wie es jetzt ist, ist es gut. Ich mag deine Videos echt, obwohl ich als Christ bei einigem in der Vergangenheit den Kopf schütteln mußte. Doch deine Themen interessieren mich und ich bin irgendwie fasziniert von M. Ludendorff. Ich lese ihre Bücher und es ist ein Hin und Her zwischen purer Ablehnung und energischer Zustimmung. Wenn man nicht über den epistemologischen Tellerrand guckt, bleibt man in einer unaufhörlichen Selbstspiegelung stecken.... Darum nochmal Danke dafür, daß du hier mit uns deine Erkenntnisse teilst. 👍🏻"

Was man auch immer unter solchen Dankesworten verstehen kann ....

Zu "Wie evoluiert die Intelligenz?"

Zu diesem Video schrieb er:

"Dieser Stream war wiedermal sehr interessant, Herr Bading. Habe mir übrigens Ludendorffs 'Triumph d. Unsterblichkeitswillens' besorgt und gelesen. Diese Frau war wohl gesegnet und verflucht zugleich."

Wir halten fest: "Gesegnet und verflucht zugleich". Und weiter:

"Schade, daß sie so wenig Durchblick und Verständnis hatte was den INDOGERMANISCHEN Allvater Yahuwah anbelangt und den wahren Glauben an Yahushwah Immanuel Massiah, den Erlöser Europas. Das lag wohl am damaligen Zeitgeist und der antichristlichen Indoktrinierung. Das ist sehr schade. Alles andere aber ist ein wahrer Gewinn für jeden spirituellen und philosophischen Leser aus der keltogermanischen Ethnokultur.

Möge der Herr des Lichts auch sie zum wahren Weg anfeuern, Herr Bading!

Allvaters Segen!

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥

🔥🔥🔥"

Ist ja toll, daß da jemand so viel Durchblick und Verständnis hat inzwischen, bezüglich des indogermanischen Jehowah. Dazu muß wohl nichts weiter gesagt werden. Da sind alle Menschen, die heidnischer sind als dieser "indogermanische Jehowah" "gesegnet und verflucht zugleich". Aber man möchte doch meinen: Vorsicht vor einem solchen Segen, mehr noch Vorsicht vor solchen Flüchen ... Und: "Keltogermanische Ethnokultur". Hui ui ui.

Zu "Audio-Guide II"

Das Video handelte vom Schlachtfeld bei Wittstock aus dem Dreißigjährigen Krieg. Und "Flamme des Herrn" hat es scheinbar mit Schlachtfeldern, was man doch interessant finden kann:

"Yahuwahs Feld. Es gibt kein Eigentum an Grund und Boden. Alles gehört dem Schöpfer Yahuwah. Wir sind bloß Mieter in diesem Haus." 

Warum ihm das jetzt gerade bezüglich des Schlachtfeldes eines der blutigsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges wichtig ist, da mag sich jeder selbst seinen Reim darauf machen. Mit den Schlachtfelder haben es die Okkulten ja (wie hier auf dem Blog aufgezeigt wurde anhand des größten Freimaurertempels der Welt in Leipzig). Deshalb verständlich, wenn er weiter voller monotheistischen Eifers sich äußert:

"Möge der Herr des Lichts deine Seele zum wahren Leben durch, mit und in Yahushwah Massiah Immanuel erwecken!

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🕯777🕯 

☀️🌙⭐ 

🔥♥️🔥 

⚔🙏🏻⚔ 

🤚🏻 "

Mit bestem Dank zurück für - solche - "Segenswünsche".

Zu "Heidnisch-germanisch ..."

Über das Christentum wußte er im Dezember 2019 zu sagen:

"Das Christentum hat sich so rasant verbreitet, weil es eben im Gegensatz zu den heidnischen Kulten keine Religion der Eliten war und sich auch gegen das bestehende Herrschaftssystem richtete. Vor allem die Sklaven, von denen es im heidnischen Europa unzählige gab, nahmen den neuen Glauben sofort mit großer Begeisterung an. Das Erfolgsgeheimnis des Christentums war es eben, daß es sich von Oben und von Unten gleichzeitig verbreitete und allen Menschen das versprach (und immer noch verspricht), was sie sich sehnlichst erhoffen. Ganz im Gegensatz zum alten Kult, bei denen man den Geistern immer mehr geben mußte als man von ihnen letzten Endes zurückbekam... Die alten Geister waren eben Ausbeuter, weshalb sie von den heiligen Himmelsscharen des einen Allvaters verdrängt wurden."

Die alten Geister waren Ausbeuter. Nunja. Toll zusammen gestoppelt, die religiöse Ideologie dieser völkisch-anthroposophisch-katholischen Okkultloge. Außerdem:

"Das europäische Christentum von heute hat sich in über tausenden von Jahren kulturell-evolutionärer Vermischung mit den heidnischen Kulten des alten Europa ergeben. Das Meiste des katholischen Glaubens ist in seinem Kern uraltes, alteuropäisches spirituelles Kulturgut. Erst der Protestantismus hat sich dieses europäischen Teils wieder entledigt und das Christentum völlig durchjudaisiert."
Solche Dinge sind ihm also wichtig. Wir halten fest: Protestantismus scheint für ihn "nicht gut" zu sein. Da ist ihm der okkulte, katholisierende Rudolf Steiner schon lieber:

"Rudolf Steiner war ein erleuchteter keltogermanischer Geist. Das wahre Christentum ist die Vollendung der alten heidnischen Kulte. Was unsere Ahnen bereits ahnten, kam im Christentum schließlich vollends ans LICHT. Ragnarök ist nichts anderes als das Aufkommen des einzig wahren Glaubens an den einen dreieinigen Herrn des Lichts im Norden. (Surtr ist Michael)

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥 

🔥🔥🔥"

Wenn im Christentum das ans Licht kam, was unsere Ahnen bereits ahnten, dann fragt sich ja wohl doch, warum wir nach eineinhalb tausend Jahren Christentum so merkwürdig schief in der Weltgeschichte da stehen. Aber dafür wird es sicher eine Erklärung geben. Wir haben halt die Wege des Heils verlassen und uns zu sehr zurück zum Heidentum zurück gewendet (vermutlich). Eine "Anja" hatte zu dem Video geschrieben:

"Taufspruch bei 52:20 min '...verfluche, was du angebetet hast, bete an, was du verflucht hast.'  - hört sich irgendwie wie Satanismus an!? Vielen Dank für dieses Video! ...

Das konnte unser katholisierender Steiner-Jünger so nicht im Raum stehen lassen und mußte schreiben:

"Dieser Tauspruch entstammt der vorchristlichen Religionskultur Europas wie eigentlich das meiste in der christlichen Volksreligiosität und im katholischen Glauben (der noch nicht vom Protestantismus durchjudaisiert und völkisch-kulturell beschnitten wurde)."

Und flugs hat man die vorchristliche Religionskultur Europas zu einer satanistischen gemacht. Daß es dort religiöse Duldsamkeit gegeben haben könnte statt monotheistischem Eifer, ein solcher Gedanke fällt - manchen - natürlich schwer. Unser katholisierender Steiner-Jünger schreibt weiter:

"Ohne das Christentum gäbe es keine großen europäischen Nationen. Entweder wären wir immer noch  grausame Kultisten ..."

man höre!

"die sich in endlosen Stammesfehden an der kulturellen Weiterentwicklung hindern, oder wir würden alle auf Teppichen gegen Mekka beten. Denn wenn die Stämme Europas nicht freiwillig den wahren Glauben angenommen hätten, was sie zu geeinten Nationen machte und überhaupt erst sowas wie ein pangermanisches Kollektivbewußtsein schuf, hätte spätestens der Mohammedanismus im Frühmittelalter die ohne Christentum wehrlosen Stämme im Norden zwangsvereint in einem Kalifat. Dank dem christlichen Glauben konnten wir jedoch bis jetzt den Dämon aus der Wüste immer abwehren... bis jetzt.. ."

Den monotheistischen Dämon aus der Wüste unter der Fahne eines - sehr ähnlichen - monotheistischen Dämons aus der Wüste. Solche Dinge müssen unter denkenden Menschen ja eigentlich gar nicht mehr eingeordnet werden. Christen werden gegen Muslime gehetzt und umgekehrt - seit mehr als tausend Jahren. Und auch über die Religionshistorikerin Sigrid Hunke hat er eine Meinung. Sie ist nichts weiter als - schwachsinnig, das typische Krafturteil eines Monotheisten:

"Sigrid Hunke hat zwar ein interessantes (wenn auch zu vielen Teilen schwachsinniges) Buch über 'die Religion' Europas geschrieben. Aber daß sie eben zu all ihrem Interessanten auch soviel Schwachsinn geschrieben hat, ist wohl der Tatsache geschuldet, daß sie selbst ein sehr opportunistisches Wesen war, was sich zb. in blinder Regimetreue (insbesondere zum Hitlerregime) ausdrückte und wohl auch ihre blinde und undifferenzierte Araber- und Mohammedanismusverehrung erklärt. Den antideutschen Machthabern, die seit der Weimarer 'Republik' bzw. Besatzerherrschaft über das deutsche Volk mittels diverser Regierungssysteme herrschen, waren blinde Mohammedanophile stets sehr genehm...."

In die Abgründe dieser zerrissenen Seele, die zwischem "Interessantem" und "Schwachsinn", zwischen "Segen" und "Fluch" hin und her taumelt, wollen wir uns nicht weiter hinein begeben. Sie erscheinen uns hochgradig ungut. Und wir merken, indem wir diese Kommentare komprimierter auf uns wirken lassen, daß wir diesem Kommentator auf unserem Videokanal eigentlich nur noch ungern weiteren Raum gewähren zu solchen zerrissenen Äußerungen. Unser damaliger Einspruch lautete:

"Also ich sehe wirklich nicht, warum man nicht die positiven Seiten der islamischen Kultur behandeln und hoch schätzen kann."

Auch da gibt es wieder klare Urteile, geleitet von monotheistischem Eifer:

"@Ingo Bading Weil alles Positive in der arabischen Kultur sich ZUM TROTZ oder GEGEN den Mohammedanismus erhalten und entwickelt hat und weil das allermeiste dieses Positiven nichtmal von den Arabern stammte sondern von den eroberten Kulturen. In der ganzen arabischen Geschichte gehen Kulturniedergänge immer mit der Erstarkung des Mohammedanismus einher. Und umgekehrt blühten in den arabischen Kulturen die positiven (und eben eigentlich fremden) Aspekte stets dort, wo der Mohammedanismus an Macht und Geltung verlor... Die Ideologie Mohammeds ist rein destruktiv und hemmt leider auch die eigenständige kulturelle Entwicklung der arabischen Völker selbst."

So kann man sich alles zurecht bügeln wie man es gerade braucht, indem man "Segen" und "Fluch", "Interessantes" und "Schwachsinn" bei jeder historischen Erscheinung ganz sauber voneinander trennt. Man versteht da schon, weshalb diesem Kommentator da "Wertneutralität" als etwas "Besonderes" auffallen muß.

Zu "Indogermanen an der Nordgrenze ..."

Zu diesem Video aus dem Dezember 2019 schrieb er:

"Die Europäer werden gerade mit Araber und Afrikaner vermischt. Wir müssen uns bald wieder entmischen...."

Und:

"@Ελ Μπαντίντο Es wird bald keine blonden und blauäugigen Menschen mehr geben und das ist auch gewollt. Die nordischen Menschen waren/sind die Kultur- und Zivilisationsbringer der Menschheit. Auf der ganzen Erde hat der nordisch-atlantische Mensch die Zivilisation zum erblühen (sic!) gebracht. Dem soll nun Einhalt geboten werden. Daß es so ist, ist offensichtlich. Aber WER diesen Entwicklungsstopp der Menschheit will und aus welchem Grund, das bleibt ein Rätsel...."

Tja, wirklich sehr rätselvoll, nicht wahr? Wie innerlich hin- und hergerissen man sein muß, wenn man völkischen Okkult-Logen und -Orden angehört und sich in ihren gedanklich verquasteten Zusammenhängen bewegt. Wir können das schon verstehen. Er schreibt auch:

"Ich will, daß die europäischen Ethnokulturen überleben, denn wenn sie sterben, stirbt die Menschheit."

Das klingt alles sehr jesuitisch und hat man in ähnlicher oder anderer Form schon anderwärts oft genug gehört.

# # # # # # # 

Nachdem "Flamme des Herrn" diesen Blogbeitrag gelesen hatte, schrieb er als Kommentar unter das Video "Turkvölker, Indogermanen ...":

@Ingo Bading Danke für diese umfangreiche Auseinandersetzung mit meinen Diskussionsbeiträgen.
Bitte vergessen Sie aber nicht, dass YT für viele in erster Linie ein reines Unterhaltungsmedium ist und keine wissenschaftliche Diskussionsplattform, weshalb sich viele - wie u.a. ich - nicht die Mühe geben auf inhaltliche und thematische Zusammenhänge ihrer Beiträge und ein sich möglicherweise daraus ergebendes Gesamtbild zu achten. Oder konkret: Man macht sich irgendwann einmal einen Kanal und denkt sich evtl. etwas bei der Namensgebung und dann lädt man spontan und lust-, laune-, zeitbedingt vielleicht mal ein Video hoch das gefällt. Genauso verhält es sich mit den Kommentaren. Manchmal verfasst man kurz einen Kommentar während man auf den Zug wartet und sich dabei langweilt, manchmal schaut man aber auch bewusst ein inhaltlich komplexes Video um sich zu informieren und hinterlässt danach einen ernsthaft gemeinten, reflektierten und komplexeren Kommentar, manchmal guckt man Trashvideos weil man nicht einschlafen kann und schreibt dann einen dazu gehörigen Müll im Halbschlaf, oder man gibt besoffen unter random Videos Kommentare ab während man vom Ausgang heimfährt bzw. gefahren wird..... Ich denke Sie verstehen was ich meine, denn zu diesem "man" gehöre u.a. ich selbst. 😉 Auch wenn der zugegebenermassen missionarisch klingende Kanalname vielleicht den Eindruck macht: Mein Kanal war für mich nie als Instrument der Mission oder politisch-religiösen Agitation gedacht, auch wenn ich ab und zu dementsprechend auf YT agiere wenn ich gerade Zeit und vorallem Lust habe. Ironischerweise war der Kanalname selbst sogar einst ein Ergebnis von Ironie. 😄
Ihre Videos schaue ich wirklich aus wissenschaftlichem Interesse/Neugier und weil ich weltanschaulich von der Thematik "betroffen" bin. Über den Gesamtzusammenhang meiner unterschiedlichen Kommentare habe ich mir jedoch auch hier in bezug auf Ihren Kanal - bis jetzt -  keine Gedanken gemacht. Ich schaue, überlege und schreibe anschliessend nach Lust und Laune drauflos, ohne mich wie in einem wissenschaftlichen Kolloquium um irgendwelche Diskursregeln und Reputationen zu kümmern. Ich schätze mal dass ich damit zur Mehrheit auf YT gehöre.
Mit all dem möchte ich Ihnen eigentlich sagen: Ich fasse es ernsthaft und aufrichtig als Kompliment auf, dass Sie meinem Onlineauftritt so viel Zeit widmen und ich  habe daraus für mich selbst wieder etwas gelernt, aber bitte nehmen Sie meinen Kanal nicht allzu ernst, da einiges darin wie bereits erwähnt spontanen Regungen entspringt und keiner allumfassenden politisch-religiösen Motivation.
Gottes Segen und Aufwiederlesen!
Interessanter an diesem Kommentar ist womöglich eher, worauf er nicht eingeht als worauf er eingeht.

Mittwoch, 19. August 2020

Jesus - Ein grundgütiger jüdischer Missionar

Michael Blume, der Religionswissenschaftler - Er vertritt immer betonter religiös-jüdische Positionen

Mit dem früheren Religionswissenschaftler und heutigen Antisemitismus-Beauftragten von Baden-Württemberg Michael Blume standen wir vor zehn Jahren in freundschaftlichem, wissenschaftlichen Austausch zu vielen spannenden Fragen der Evolutionären Religionswissenschaften. Damals ist uns nicht in der Deutlichkeit bewußt geworden, was inzwischen in seinen öffentlichen Äußerungen immer ausgeprägter hervortritt, nämlich daß er unverhüllt und unverbrämt religiös-jüdische - und damit zugleich jüdisch-missionarische Positionen vertritt (Scilogs).

Auch nur ansatzweise kritische Stellungnahmen oder auch nur Zwischentöne zum Prinzip Monotheismus und zu all dem, was aus diesem Prinzip folgt, wird man bei ihm zu allen Zeiten vergebens finden (oder irren wir uns?). Ist das eines ausgewogen urteilenden Religionswissenschaftlers würdig?

Andererseits wird ein Höchstmaß an Geisteskraft aufgewandt, um das Prinzip Monotheismus in allen denkbaren Argumentationssträngen nach außen hin abzusichern und als unangreifbar, unkritisierbar darzustellen. Am liebsten natürlich mit der Antisemitismus-Keule. Was hätte man auch sonst noch?

Man bedenke: das Prinzip Monotheismus, das heute von allen Seiten im Grunde längst als das lächerlichste religiöse Prinzip erkannt ist, das denkbar ist und das die religiös und ethnozentrisch am leichtesten durchschaubaren Motive enthält, nämlich ethnozentrisch-jüdische, sprich völkisch-jüdische Motive. Für diese Motive steht Michael Blume aber immer dezidierter auch ganz persönlich ein. Ein wenig merkwürdig kommt uns das vor. Geradezu wie eine "Wandlung". Aber vielleicht wird einfach nur immer deutlicher, unverhüllter, wie Michael Blume immer schon eingestellt war. Vielleicht hebt er diese Einstellung nun nur unverschleierter hervor. 

Albrecht Dürer - "Jesus unter den Schriftgelehrten"

Sehr gut kann das aufgezeigt werden an seinem neuesten Blogartikel (Scilogs). Für das Gemälde von Albrecht Dürer "Jesus unter den Schriftgelehrten" (Abb. 1) ...

Abb. 1: Albrecht Dürer - Jesus unter den Schriftgelehrten

.... findet er die folgende, unseres Erachtens völlig unausgewogene, völlig einseitige und damit völlig falsche Charakterisierung (Scilogs) (Hervorhebung nicht im Original):

... Entsprechend dominierte in den christlichen Gemälden zum kindlichen Jesus im Tempel der Kontrast: Hier der weiße, erleuchtete Christus, dort die dunklen, verstockten, jüdischen Schriftgelehrten. Die semitische Alphabetschrift-Bildung ist hier zum Vorwurf der vermeintlich angeborenen Schlauheit und Verschlagenheit geworden. Ein bedrückendes Beispiel dazu fertigte Albrecht Dürer (1471-1528) um 1506: Bei ihm sind einige jüdische Schriftgelehrten nicht nur häßlich und nah am Tod, sondern geradezu teuflisch geraten. Jesus hat sich von ihnen bereits ab- und nach innen gewandt. Die ur-semitische Szene war antisemitisch umgedeutet worden. Daß der kleine Jesus drei Tage inmitten dieses Hasses im Tempel geblieben und überlebt haben soll, paßt in keiner Weise zur Feindseligkeit, die hier gemalt wurde.

Hier schimmert bei Michael Blume sogar eine emotionale Ablehnung christlicher Positionen hindurch, soweit und solange sie auch nur ansatzweise als "antisemitisch" begriffen werden können. Auch nur in den leichtesten Anflügen, und sei es auch nur, indem er etwas sieht, was gar nicht vorhanden ist. Wir halten - mit Verlaub - die Charakterisierung dieses Gemäldes für völlig überzogen. Die Schriftgelehrten sind alle - wie zumeist bei Dürer - als achtenswerte, ältere Männer dargestellt, sogar mit innerer Schönheit (was Michael Blume gar nicht wahrzunehmen scheint - aber das muß er ja auch nicht ...). Nur auf das einzelne Gesicht rechts vom Jesusknaben könnten die Worte von Michael Blume - bei der schlechtestmöglichen Deutung - zutreffen. Sieht man auf diesem Gemälde Haß? Ich, der Autor dieser Zeilen, sehe diesen auf diesem Gemälde schlichtweg nicht. Hier sieht Michael Blume etwas hinein, was gar nicht da ist. Und das mag einem sehr ungut erscheinen. Da mag über Michael Blume jeder denken, was er will. Ein deutscher Antisemitismus-Beauftragter, der schon in solchen Gemälden Antisemitismus sieht? Gott, Jehova, hilf! Oder Thor. Oder Odin. Oder sonstwer.

Ohne alle kritischen Einwände oder Vorbehalte bringt Michael Blume dann ein Beispiel für eine jüdische Jesus-Rezeption, die er - offenbar - für vorbildlich, für einen "Höhepunkt", und zwar nicht für einen "bedrückenden" hält (Scilogs):

Einen späteren Höhepunkt erlebte die jüdische Jesus-Rezeption mit dem norddeutschen Rabbiner Jacob Emden (1697-1776), der im 18. Jahrhundert schrieb, daß – Zitat -: „Jesus der Welt eine doppelte Güte zuteil werden ließ. Einerseits stärkte er die Torah von Moses in majestätische Art … und keiner unserer Weisen sprach jemals nachdrücklicher über die Unveränderlichkeit der Torah."

Nebenbei: Was für Worte. Es geht um nichts geringeres als um das Alte Testament, das durchtränkt ist von Völkermord, Völkerhaß und Rassismus. Und weiter:

"... Andererseits beseitigte er die Götzen der Völker und verpflichtete die Völker auf die sieben Noachidischen Gebote, so daß sie sich nicht wie wilde Tiere des Feldes aufführten, und brachte ihnen grundlegende moralische Eigenschaften bei … Christen sind Gemeinden, die zum himmlischen Wohl wirken und zu Dauerhaftigkeit bestimmt sind. Ihre Bestimmung ist zum himmlischen Wohl und die Belohnung wird ihnen nicht versagt bleiben.“

Jesus also als grundgütiger jüdischer Missionar. Der zudem die "Unveränderlichkeit" des Alten Tesaments "in majestätischer Art" stärkte. Was möchte man eigentlich mehr? Dies ist in der Tat ein sehr interessantes Zitat. Aber vorbildlich? Das ist einfach nur eine ethnozentrische, religiös-jüdische, missionarische Position. Die nichtjüdischen Völker verehren "Götzen", also Teufel, solange sie nicht an den jüdischen Gott glauben und sie führen sich wie wilde Tiere des Feldes auf, ihnen waren noch grundlegende moralische Eigenschaften beizubringen.

Keinerlei Vorbehalte, keinerlei Distanzierung von Michael Blume gegenüber diesem Zitat, das von vorne bis hinten alttestamentarischen Geist atmet wie er ethnozentrisch-jüdischer und religiös-missionarischer und implizit rassistischer (andere Völker und Kulturen, sowie ihre Wertigkeit abwertend) nicht sein könnte.

Nebenbei sei bemerkt, daß es völlig lächerlich ist, die jüdische Religion als die erste Schriftreligion zu bezeichnen (wie das Michael Blume in dem angeführten Artikel tut). Das ist eine merkwürdige Verliebtheit in diese Religion. Die bürgerlichen Schichten der antiken Welt waren alle sowohl religiös wie gebildet wie "schriftgelehrt". Es ist schon einigermaßen merkwürdig, was auf den Scilogs an unwissenschaftlichen Einseitigkeiten und Verliebtheiten alles veröffentlicht werden kann.

Die Grundaussage seines Artikels ist übrigens mit weiteren religions- und geistesgeschichtlichen Lächerlichkeiten befaßt. Aus antisemitischen Motiven habe man Ende des 19. Jahrhunderts Jesus nicht als Juden sehen wollen - was er natürlich immer war und immer sein wird.

Im Kommentarbereich seines Blogs findet eine sachliche, kritische, inhaltliche Auseinandersetzung wie vorstehend in diesem unseren Blogartikel unternommen, gar nicht mehr statt. Auch wir bitten diesen Blogartikel nur als nebensächliche Randbemerkungen aufzufassen. Er handelt von geistes- und religionsgeschichtlichen Fragen, mit Verliebtheiten, die lange - lange - verstanden sind. Und die doch von der Geistesgeschichte längst ad acta gelegt sind.

/ Nachbemerkung: Als Staatsbeamter dürfte Michael Blume inzwischen den einen oder anderen Mitarbeiter und damit auch den einen oder anderen Ghostwriter haben. Vielleicht ist es insofern auch gar nicht ganz richtig, solche Texte als Ausdruck gar zu persönlicher Überzeugungen und "Erkenntnisse" anzusehen. / 

Die beiden Michaels - Ballweg und Blume

Nachtrag 13.10.2020: Mit einem Interview für die TAZ (1) hat Michael Blume bei der Querdenken-Bewegung für heftigen Unmut gesorgt. Seine darin enthaltenen Theorien über antipreußische Ressentiments in Sachsen und Baden-Württemberg gegenüber "Berlin" seien hier einmal übergangen. Da scheint er doch "Verschwörungsmythen/Verschwörungstheorien" zu unterstellen, an deren Überprüfung, bzw. Überprüfbarkeit einem nicht zwangsläufig besonders viel liegen muß. (Hach, bin ich wieder böse in den Formuierungen, - - - Schulterklopf!) Ein wenig interessanter darf man vielleicht finden, daß hier - soweit ich sehe zum ersten mal in der gegenwärtigen Öffentlichkeit - die Anthroposophie in diesen Zusammenhängen zum Thema macht. Er macht das freilich nicht besonders konkret und detailliert. Zum Beispiel weist er nicht darauf hin, daß jener Ken Jebsen, den er ja wenig später ausdrücklich anspricht, auch aus dem Umfeld der Anthroposophen stammt. Blume geht also seiner These nicht sehr detailliert nach in diesem Interview. Immerhin, auf die Frage, warum ein Schwerpunkt der Querdenken-Bewegung im Südwesten Deutschlands zu finden ist, sagt er unter anderem (1):

Das liegt zum einen an der evangelischen Strömung des Pietismus, der sagt, man muß die Wahrheit selbst überprüfen. Die meisten heute schauen dafür dann aber nicht mehr in die Bibel, sondern ins Internet. Und wir haben die Anthroposophie, die sagt, wir haben ein überzeitliches Wissen. Da soll man sich von den Wissenschaften nicht unbedingt reinreden lassen.

Das finde ich immerhin eine wichtige, womöglich auch notwendige Aussage. Inwiefern sich Lebenseinstellungen, wie sie in größerer Häufigkeit in einem anthroposophischen Lebensumfeld vorzufinden sind, auf die Wirklichkeitswahrnehmung heutiger Menschen weit über dieses Lebensumfeld hinaus auswirken, ist - soweit ich das überblicke - noch wenig erforscht. Aber Michael Blume gibt hier einen sehr brauchbaren Hinweis, wie ich finde, wenn er von "überzeitlichem Wissen" spricht, was man hier glaubt zu besitzen, das sich dem jeweils aktuellen Stand des Wissens - scheinbar - nicht mehr wirklich der Überprüfung stellen muß, da seine "Überzeitlichkeit" ja von vornherein gesichert ist. Es würde dann also so etwas ähnliches vorliegen wie die - zuvor angesprochene - Bibel, von denen ja auch viele behaupten, sie würde "überzeitliches Wissen" beinhalten, das nicht zwangsläufig und durchgängig in konsequenten Abgleich gebracht werden müßte mit dem heutigen Kenntnis- und Bewußtseinsstand. (Und wenn, dann auf ziemlich "komplizierte", umständliche, sprich überhaupt nicht überzeugende Weise.)

Komisch ist, daß Michael Blume vor allem, bzw. nur auf den Pietismus Bezug nimmt, wenn er von der Anforderung spricht, man müsse die Wahrheit selbst überprüfen. Schließlich ist das schlichtweg die Aufforderung der Aufklärung. Aber - geschenkt! Worauf dieser Nachtrag aber eigentlich hinaus will, ist der Umstand, daß es einem doch mehr als berechtigt erscheint, wenn sich Michael Ballweg gegen die Aussagen, Verunglimpfungen wehrt, die in diesem Interview von Michael Blume formuliert werden, wenn er auf die Frage "Sind denn die selbsternannten Querdenker automatisch Antisemiten?" sagt (1):

Der Antisemitismus bildet beim Verschwörungsglauben immer die Spitze, weil alles darauf hinausläuft, daß Juden die Weltverschwörer sind. Bei Querdenkern war das von Anfang an sehr stark. Michael Ballweg hat zu seiner ersten großen Demonstration den Antisemiten Ken Jebsen eingeladen. Sein Pressesprecher ist in der Reichsbürgerszene aktiv. Dazu kommt das Bekenntnis zur QAnon-Bewegung, die die Erzählung verbreitet, eine Elite, zu der natürlich auch Juden gehören, halte sich durch die Körperzellen von Kindern jung. Das ist nur die etwas modernisierte Fassung von antisemitischen Mythen aus dem Mittelalter.

Das finde ich ein außerordentlich krasses Zitat von Seiten eines Staatsbeamten. Sehr kraß. Und zutiefst unredlich. Ken Jebsen einfach nur "cum grano salis" als "Antisemiten" zu bezeichnen - ist das wirklich redlich? Ist das redlich? Ich meine nicht. Diese ausufernde Antisemitismus-Riecherei bei Michael Blume - ich stehe ihr - wie ich ja oben schon beim Thema Dürer zum Ausdruck gebracht habe - mit der allergrößten Skepsis gegenüber. Mit der allergrößten Skepsis.

Und soll das nun heißen, daß jeder, der mit Ken Jebsen zusammen arbeitet, ebenfalls zurecht des Antisemitismus verdächtigt wird? Wieviele hunderte und tausende von Denkern, die sich am Rande oder abseits des Mainstream bewegen, würden davon dann mitbetroffen sein? Wie obskur ist das denn? Das geht einfach zu weit. Viel zu weit.

Zu dem Pressesprecher will ich jetzt nicht recherchieren. Für mich wäre auch die Frage: Ist man als "Reichsbürger" zwangsläufig antisemitisch? Das ist mir alles zu holzschnittartig gezeichnet, entschieden zu holzschnittartig. Dasselbe gilt für QAnon. Wenn ich Blume (ich meine: "Michael", wir waren ja mal per Du) recht verstehe, ist QAnon deshalb antisemitisch, weil sie einer Elite böse Dinge unterstellt (ich verkürze). Und einer Elite würden ja auch Juden angehören. Und Juden hat man ja schon immer böse Ding unterstellt. So kann man jede Eliten-Kritik als antisemitisch umdeuten. Jede.

Michael, Michael, Du gehst einen sonderbaren Gang. Diese krasse Art zu verunglimpfen, geht in weiteren Teilen des Interviews übrigens weiter:

Antisemitismus bildet da eine Querfront für eine Bewegung, die nur durch ein gemeinsames Feindbild verbunden sind, nicht durch eine positive Vision.

Das ist mir einfach bei weitem nicht sauber genug durchdekliniert und differenziert genug formuliert so wie sich das für einen ordentlichen Wissenschaftler gehört und so wie ich das - auch - bei Michael Blume eigentlich immer als selbstverständlich unterstellt hatte. Michael Blume höhnt dann auch noch auf Twitter, daß Michael Ballweg sich gegen diese undifferenzierten Vorwürfe wehrt (2).

Nachtrag, 13.9.2023: Michael Blume berichtet, daß sein Familienname Blume jüdischer Herkunft ist und im 18. Jahrhundert von Juden angenommen worden ist, daß die Träger dieses Namens aber schon früh zum Christentum übergetreten seien und dann nichtjüdische Ehepartner geheiratet hätten (Scilogs12.9.2023):

"Früh zum Christentum konvertierte Blumes wie meine Vorfahren vermischten sich dagegen - laut Genauswertungen meiner Familie kamen vor allem skandinavische und dann norddeutsche Einflüsse hinzu. Eine Großmutter heiratete aus der Schweiz ein."

Uns drängt sich insgesamt der Eindruck auf, als ob sich bei Michael Blume vergleichsweise früh im Leben eine besondere Identifikation mit dem Judentum angebahnt hat (oder auch von außen bei ihm angebahnt wurde), obwohl er offenbar vornehmlich nichtjüdische Vorfahren hatte. Diese besondere Identifikation konnte dann bei seinem offenbar geringen Anteil jüdischer Vorfahren in der männlichen Linie anknüpfen.


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  1. Benno Stieber: Antisemitismusbeauftragter Michael Blume über Corona-Leugner, 2.10.20, https://taz.de/Antisemitismusbeauftragter-ueber-Corona-Leugner/!5712778/ 
  2. https://twitter.com/BlumeEvolution/status/1312798966535393280

Dienstag, 26. November 2019

"Informationsportal Esoterik"

Wie die Evangelische Kirche seit Jahrzehnten über Elitären Satanismus nur halbherzig aufklärt

Die "Evangelische Weltanschauungszentrale" hat ein "Informationsportal Esoterik" zusammen gestellt:


Hier findet man Beiträge der EZW der letzten vierzig Jahre. Da ist - sicher - vieles dabei, was man noch nicht zur Kenntnis genommen hat. Es gibt auch die Rubrik "Satanismus" selbst, außerdem vieles damit in Zusammenhang Stehende, also Magie, Freimaurerei, Astrologie und so weiter .... Also lauter Themen, die hier auf dem Blog in früheren Jahren schon im Mittelpunkt standen.
 
Abb.: EZW-Texte
So findet sich gleich ein uns sehr interessierender "Treffer", nämlich die Erkenntnis, daß von der EZW schon im Jahr 1991 die Identität von "Frater V. D." öffentlich gemacht worden war, nämlich daß es sich dabei um Ralph Tegtmeier handeln würde (1). Das ist eine Erkenntnis, auf die wir selbst uns seit 2011 hier auf dem Blog viel zugute gehalten haben, weil das unser eigener Einstieg in diese ganze riesige Welt der Hintergrundpolitik war (2, 3 - auch viele Folgebeiträge). So kann man sich also täuschen. Auch die EZW hat über solche Dinge schon - verhalten - aufgeklärt.

Allerdings ist in dem Artikel (1) noch nicht von "E. R. Carmin" als einem der Pseudonyme von Ralph Tegtmeier die Rede. Und darüber scheint dort auch bis heute niemand aufgeklärt zu haben. Dabei läßt dieser Umstand so ungeheuer tief blicken (2, 3). Das heißt: Die EZW betreibt "Aufklärung", aber bleibt dabei fast immer "auf halbem Wege" stecken.

Auch zu der Gefahr von "Traumreisen" erschien bei der EZW schon 1988 ein Artikel (4). Die Freimaurer-Kritik der EZW ist mir immer schon als sehr "schonend" aufgefallen, was immer wieder deutlich macht, daß es offenbar doch enge Verbindungen zwischen Evangelischer Kirche und Freimaurerei gibt wie das schon dem Ehepaar Ludendorff Ende der 1920er Jahre aufgefallen war.
 

Die Saharasia-These


Auch erfährt man, daß sich der Ägyptologe Jan Assmann schon mit dem Thema Magie beschäftigt hat. Da Jan Assmann eigentlich immer lesenswert ist, dürfte es sicher sinnvoll sein, dem weiter nachzugehen. Im Zusammenhang mit dem Thema "satanistische Kontinuitäten seit der Antike bis heute" hat uns Peter Töpfer gestern auf Facebook übrigens auf die "Saharasia"-These hingewiesen, die man bezüglich dieses Themas sicher im Auge behalten kann (5, 6). Wir sind gespannt, ob Peter Töpfer dort auf unsere Antwort auch noch einmal antworten wird. Da es sich um grundlegende Themen handelt, seien unsere dortigen Gedanken dazu auch hier abschließend noch eingefügt. Peter Töpfer schrieb am 25. November 2019 als Kommentar zu einem archäogenetischen Beitrag meinerseits auf meinem Facebook-Profil (5): 
Mal eine Frage: Ist die Materie für Sie auch jenseits von Chromosomen usw. von Bedeutung, ich meine in Bezug auf Ihre direkt erfahrene und fühlbare Existenz? Kennen Sie die sog. Saharasia-These, wo diese Fragestellung (nach der Existenz) neben der Wissenschaft (Biologie, Geographie usw.) eine große Rolle spielt? 
Meine Antwort darauf: Die Saharasia-These kannte ich bislang nicht (6). Die früh- und mittelneolithischen Kulturen Europas werden ja in der Regel als eher matriarchalisch gedeutet. Ich finde die Dichtomie Matriarchat/Patriachat zu grobschlächtig. Ich finde in den Kunstdarstellungen der Bandkeramiker viel Liebenswürdiges, Liebe zu Tieren. Die Kultur in Anatolien, von denen sie abstammen, hat diesbezüglich viel mehr "Großes", "Einschüchterndes" aufzuweisen, "große Gottheiten", einschüchternde.

Also ich sehe viele Hinweise darauf, daß despotische Herrschaftsformen den Übergang zum Ackerbau im Vorderen Orient erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht haben, jedenfalls mit ihm parallel gehen, und daß dieser Geist sich aber - vielleicht aufgrund von anderer Muttersprache - im Frühneolithikum Mitteleuropas nicht mehr findet (trotz ähnlicher Gene). Auch nicht in der Trichterbecherkultur des westlichen Ostseeraumes.

Die Frage, ob die Indogermanen als gewalttätig, despotisch anzusehen sein sollten, ist für mich noch nicht abschließend entschieden. Ich finde, wenn wir eine Antwort auf diese Frage suchen, ist es notwendig, sich tief in den Geist und die Welt der "Ilias" von Homer hinein zu denken, und damit insgesamt in den Geist der indogermanischen europäischen Bronzezeit. Ich denke, daß das - so wie in der Ilias - ein sehr hochherziger, sehr edler Geist war, der - zum Beispiel - auch mit großer Frauenhochachtung einherging, so daß sogar "Frauenraub" - wie ich denke - nicht zwangsläufig traumatisch hatte sein müssen. Starke Seelen weisen viel größere Resilienz auf gegenüber traumatischen Ereignissen. Traumatisierungen sind in despotischen Gesellschaften, wo Seelen knechtisch gehalten werden, klein gehalten werden, viel einschneidender. Das sind aber nur ganz vorläufige Überlegungen meinerseits derzeit zu diesem Thema, Überlegungen übrigens, die ich hier zum ersten mal niederschreibe.

Sexualverneinung übrigens kommt meines Erachtens erst nach 500 v. Ztr. in die Welt mit der Entstehung und Ausbreitung des Monotheismus. Es war das eine klare Gegenbewegung zur der großen vollen Lebensbejahung, die die damaligen Juden rund um sich herum in der strahlenden hellenistischen Welt erlebten. (Weil sie beim Nacktturnen nicht als Juden erkannt werden wollten, ließen sich damals viele Juden die Vorhaut wieder annähen - nur als ein Hinweis auf den Anpassungsdruck, der damals von der freien griechischen Welt sogar auf das Judentum ausging.)
 
Zum Beispiel in der Kultur Babylons (Gilgamesch-Epos) sehe ich keinerlei gebrochenes Verhältnis zur Sexualität, ebensowenig in der antiken Kultur Ägyptens. Ich denke, daß diese Verneinung von Sexualität erst etwas sehr Spätes in der Menschheitsgeschichte ist.
 
Und Kindesmißbrauch ist wieder ein anderes Thema, das ich vor Jahren einmal mit dem Religionswissenschaftler Michael Blume sehr intensiv auf seinem inzwischen aus dem Netz genommenen Blog "Religionswissenschaft aus Freude" erörtert habe. (Bedauerlich, daß ich auf die damaligen Erörterungen nicht mehr zugreifen kann.) Die Karthager kannten Kinderopfer, ohne Frage. Und so ist es auch naheliegend, daß das bei den antiken Juden möglich war - wie es in einigen historischen Berichten heißt. Aber wie man sich von dort aus die Geschichte ritueller Folterungen und Morde an Kindern bis heute vorstellen soll, "rekonstruieren" soll, das weiß ich vorderhand nicht zu sagen. 
 
Mit all dem will ich sagen, daß mir in der Saharasia-These die eine oder andere Grundwahrheit enthalten zu sein scheint, daß mir aber auf den ersten Blick bei ihr auch zu viel zu undifferenziert durcheinander geworfen wird. Sie erscheint mir insgesamt als zu pauschalisierend. Aber sie ist mit wesentlichen geistesgeschichtlichen, mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen beschäftigt, ja.
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  1. https://www.ezw-berlin.de/downloads_informationsportale/e_mdezw_1991_05_144-150.pdf
  2. https://studgenpol.blogspot.com/2010/12/e-r-carmin-das-schwarze-reich.html
  3. https://studgenpol.blogspot.com/2011/01/zombifizierung-der-politik-durch.html
  4. https://www.ezw-berlin.de/downloads_informationsportale/e_mdezw_1988_09_250-260.pdf
  5. https://www.facebook.com/ingo.bading/posts/2828877283812753
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/James_DeMeo

Sonntag, 12. Juli 2015

Ein Skandal der allerersten Güte

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda hat - nach meinem Gefühl: nach langer Zeit - einmal wieder etwas Ansprechendes, Öffentlichkeits-Wirksames produziert (hier oder hier):


Mein Kommentar zu diesem Video und zu dem dazugehörigen Blogartikel über "Traurige Rechte" ("Tristesse Droite")*):

In typischer Kubitschek-Art wird hier - wie auch sonst - viel „Haltung“ mitgeteilt. Man "unterscheidet" sich, man ist "anders". Man ist nicht "linksliberal". Wie erstaunlich. Man sieht sich vielmehr als "die grundlegende Infragestellung des linksliberalen Establishments". Gegenfrage: Und das rechtsliberale Establishment, das unsägliche "christkonservative Establishment", Establishment überhaupt soll nicht "grundlegend infrage gestellt" werden?

Man möchte sagen: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Zumindest geistig. Denn dass die pädokriminellen Eliten der Nordhalbkugel auch jenseits des "linksliberalen Establishments" verrottet sind von Grund auf - das sieht man überall - nur offenbar nicht in Schnellroda!

Positive Inhalte, Perspektiven?

Aber fragen wir weiter. Wie sieht es denn eigentlich aus mit den positiven Inhalten? Dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen und damit zwangsläufig nichtchristlichen Bildes von Menschen und Völkern leben, eine Einsicht, aus der heraus die ursprünglich neuheidnische „Neue Rechte“ in den 1970er Jahren rund um das Thema „Biopolitik“ entstanden ist (also aus der damaligen „Sarrazin-Debatte“ heraus), wird diese Einsicht in dem Video oder in dem neuen Kubitschek/Kositza-Bändchen „Tristesse Droite“ thematisiert?

Offensichtlich nicht, denn warum sonst: „Tristesse“? Naturwissenschaftsnahe Menschen, die es unter "Linksliberalen" (was für ein abgegriffener Begriff ...) womöglich in größerer Häufigkeit gibt als in Schnellroda, kennen so etwas wie „Tristesse“ gar nicht. Die Einsicht, dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen Bildes von Menschen und Völkern leben, wird von den „tristen“ seit den 1990er Jahren rechristianisierten und rekatholisierten „Neuen Rechten“ in Schnellroda und anderwärts offensichtlich mit einem klaren Bewusstsein für das, was man tut, nicht deutlich, klar und scharf umrissen in den Vordergrund gestellt. Dieser Sachverhalt ist in der Selbstdarstellung so gut wie unsichtbar.

Warum auch sonst hätte man Anlass, sich ausgerechnet und gerade und nur von "Linksliberalen" zu distanzieren und sie infragezustellen? Vielmehr sollte man sich schlicht von jenen distanzieren - egal welcher politischer Richtung - die naturwissenschaftlich festgestellte und auch von Thilo Sarrazin angesprochene Sachverhalte ignorieren. Das ist doch eigentlich viel einfacher. Und das gibt es nicht nur unter Linksliberalen .... Schaut man sich in den seit der Sarrazin-Debatte erschienenen populärwissenschaftlichen Büchern zur Intelligenzforschung um, so wird man feststellen, dass alle deutschen wissenschaftlichen Gegner Sarrazins, die sich 2010 zu Wort meldeten - insbesondere Elsbeth Stern - der Sache nach heute nichts anderes sagen als Sarrazin damals, nämlich: dass Intelligenz bis zu 80 Prozent erblich ist. Das ist Konsens heute in der Wissenschaft und wird auch in der populärwissenschaftlichen deutschsprachigen Literatur egal welchen Hintergrundes so dargestellt. Und damit ist klar, dass angeborene Intelligenz natürlich auch in unterschiedlicher Häufigkeit auf Völker verteilt sein kann. Wir sind damit heute in einem ganz anderen Stadium der geistigen Entwicklung der Menschheit als in den 1970er Jahren. In einem für die Erhaltung gewachsener Völker viel günstigeren Stadium. - Warum hört man so etwas nicht aus Schnellroda? Oder auf Demonstrationen in Leipzig oder Dresden? Warum gibt man sich stattdessen der - - - "Tristesse" hin? Ist das nicht geradezu empörend?

Wo ist Andreas Vonderach in der Selbstdarstellung?

Warum bedient man sich nicht solcher eindeutiger Steilvorlagen in der politischen Diskussion und in den eigenen politstrategischen Ausrichtungen? Und zwar nicht in der typisch herabsetzenden Art, in der das gehijackte "Rechtskonservative" mitunter zu tun geneigt sind, sondern: positiv, aufbauend?

Der Repräsentant, den "Schnellroda" für ein solches Denken vorzeigen könnte, der Anthropologe Andreas Vonderach, taucht in dem neuen Video (siehe oben) nicht auf.

Eine etwaige Verwurzelung in den biopolitischen Ansätzen der "Neuen Rechten" der 1970er Jahre wird nirgendwo angesprochen. Soweit man sieht, geschieht dies seit Jahren nicht. Das ist inzwischen vom politischen Gegner viel gründlicher aufgearbeitet worden als in Schnellroda, der politische Gegner der Neuen Rechten hat also wieder einmal viel schneller reagiert als diese selbst (1).

Und deshalb ist die Tatsache heute lächerlicherweise ganz in Vergessenheit geraten, dass in den 1970er Jahren „Neue Rechte“ und „neuheidnisch“ quasi als gleichbedeutend angesehen wurde. Was offensichtlich damals das biopolitische Denken klar gefördert hat. Während ein heute unterschwellig vorherrschendes und weiterhin maßgebendes christliches Denken in Schnellroda und anderwärts diese biopolitischen Ansätze fast bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund treten lässt. Was seit bald zehn Jahren sehr bewusst geschieht. 

Wie viele Chancen man dadurch vertut, wie viel wertvolle, notwendige „Volksbildung“, das ist unabsehbar. Die Natur, die Evolution sind auf Seiten der Völker und ihrer Erhaltung, ebenso die Wissenschaft, die sie erforschen. Aber jene Kreise, die sich - angeblich (!) - für die Erhaltung gewachsener Völker auf der Nordhalbkugel einsetzen, sprechen nicht unablässig und stetig über genau diesen Sachverhalt. Dies ist ein Skandal. Ein Skandal der allerersten Güte. Und angesichts der Breite und Klarheit der heute vorliegenden naturwissenschaftlich erforschten Sachverhalte und der Tatsache, dass die Beteiligten von dieser Breite und Klarheit wissen, fällt es mir eigentlich mehr als schwer, überhaupt noch an die innere Redlichkeit und Aufrichtigkeit der hier vordergründig Agierenden zu glauben.

Wer stellt "Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger)?

Dazu kommt: Sie blicken positiv auf solche hier auf dem Blog schon gründlicher behandelte und "entzauberte" "Logenideologen" wie: Friedrich Hielscher, Oswald Spengler, Ernst Jünger, Armin Mohler, womöglich auch auf den britischen Sefton Delmer-Freund und Hochgradfreimaurer Ellic Howe - zu dessen Festschrift nämlich sowohl Armin Mohler wie Karlheinz Weißmann einst Beiträge geliefert haben. Und wer sonst noch alles zu solchen illustren Kreisen gehören mag. Man denke an Geheimdienstleute wie Friedrich Wilhelm Heinz und Werner Best, die ebenfalls zum Freundeskreis Ernst Jüngers und Armin Mohlers gehörten ... Wie überhaupt die zwielichtige Figur des Wilhelm Canaris und seiner Leute hinter den Männer vom 20. Juli 1944 standen, die ebenfalls in Schnellroda und anderwärts so unkritisch zelebriert werden. Da muss man sich doch zunehmend dringlicher die Frage stellen: Welche Agenda wird denn eigentlich hier auch noch heute verfolgt? Wir fragten schon 2011 hier auf dem Blog (GA-j!, 9/2011):
Ist es ein wesentlicher Zug der Literatur von Hermann Hesse, Ernst Jünger und ähnlich Gesinnter, unter "Missachtung des Lesers", der "nicht mehr in Betracht" kommt, "Unterhaltungen für Eingeweihte" "über die Köpfe des Publikums hinweg" zu führen "für sehr vereinzelte Angehörige einer imaginären Geheimen Gesellschaft (die in diesen Büchern thematisch stets wieder auftaucht)"? Sind die Autoren dieser Kategorie "mit einer Sekte, einer kühnen Loge im Bunde", "einer 'Gesellschaft vom Turm', welche die eigentlichen Machtkämpfe der Zeit auf abgedunkeltem Felde austrägt"?
Wer, so sei auch heute einmal erneut weiter gefragt, stellt hier
"Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger) - ?
Ernst Jünger wusste doch offenbar von ihnen. Und jene, die in seinen Fußstapfen gehen, sollten sie nicht kennen? Gebt doch endlich Antwort. So viel Naivität kann Euch doch selbst die engste Anhängerschaft in näherer Zukunft nicht mehr durchgehen lassen. Ich glaube es einfach nicht. Auch in Deutschland leben noch denkende Menschen.

Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!

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*) ... Er ist auf Sezession.de eingestellt worden "Sonntag, 12. Juli 2015, 1:49", aber noch nicht freigeschaltet, obwohl ein jüngerer ("Sonntag, 12. Juli 2015, 10:21") schon freigeschaltet ist ;): "Vielen Dank für Ihren Kommentar. :-) Er muß noch freigeschaltet werden, um für alle sichtbar zu sein." Na, dann mal los! :) Wäre nicht der erste Kommentar von mir, den ihr nicht freischaltet. Und während dieser Blogartikel noch ausgebessert und überarbeitet wird, wird dort drüben noch ein weiterer Kommentar freigeschaltet ("Sonntag, 12. Juli 2015, 12:48"), ohne dass unserer entweder gelöscht oder veröffentlicht worden wäre .... - 17.7.15: Ne, nicht veröffentlicht. Man möchte seinen Kritikern kein Forum geben. Wer hätte dafür kein Verständnis! :)
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  1. vgl. etwa: Haller, Michael; Niggeschmidt, Martin (Hg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer-VS-Verlag, Wiesbaden 2012

Dienstag, 21. Februar 2012

Meine Facebook-Freundin Nina

Nina Hagen ist gegen Okkultismus und für Jesus Christus - also was denn nun?

So wird es sein: Jesus lebt und Nina Hagen hat sich schon mit 17 Jahren von ihm nach einem Nahtoderlebnis erretten lassen - so sagt sie. / Einfügung 25.2.26: Nahtotd-Erlebnis? In welchem Zusammenhang eigentlich? Diese Frage haben wir im Jahr 2012 gar nicht auf uns wirken lassen. Dabei hatte uns Nina Hagen aufgrund ihres eigenen Interesses am Thema Elitärer Satanismus angeschrieben ... /

Ich hoffe, ("Skandalnudel") Nina hat nichts dagegen, wenn ich mal  unsere  kleine Facebook-Konversation von vor ein paar Tagen auch hier auf meinem Blog festhalte. Wie könnte man einer sich vor Fernsehkameras häufig so hochgradig nervös und unernst gebenden Frau gegenüber immer nur so tun, als wäre alles "Friede, Freude, Eierkuchen"? Da hatte ich also auf meiner Facebook-Seite vor einigen Tagen geschrieben:

Liebe Leute, da ich seit dem letzten Jahr viel über Satanismus und Okkultismus blogge, erhalte ich immer wieder Freundschaftsanfragen von Okkultgläubigen. Da glaubt doch wohl nicht jemand, ich wäre von ihrem Geiste? Meinetwegen nehme ich die Anfragen an. Aber ich finde den Austausch mit Christen und Okkultgläubigen sehr oft, mit Verlaub, ... mühsam. Christentum und Okkultismus sind die Dinge, an denen unsere Welt krankt.

- - - Scheinbar fühlte sich nun - unerwarteterweise! - von diesen Worten auch Facebook-Freundin Nina (Fb) angesprochen, die freundlicherweise schon zuvor auf ihrer Facebook-Seite diverse Artikel meines Blogs zum Thema Satanismus verlinkt hatte. Sie schrieb zu meinen zitierten Worten:

Ingo, wenn es mein Nahtod-Offenbarungserlebnis mit Jesus nicht gegeben hätte, als ich 17 Jahre alt war, wäre ich ein selbstmordgefährdeter, lebensmüder Teenager gewesen, wahrscheinlich schon längst mausetot, aber durch mein Vertrauen und meine Liebe zu Jesus, bin ich ein lebensfroher Mensch geworden. Ich bin für die friedliche Coexistenz aller Menschen, Kulturen, Religionen! http://www.council-of-world-elders.de/interviews.html

Darauf ich:

Friedliche Koexistenz gut und schön. Aber wenn, wie wir doch immer mehr herauskriegen, hinter dem Dritten Reich der Okkultismus stand - und wer weiß, wohinter noch alles, wenn, wie wir wissen, hinter dem Dritten Reich standen auch alle christkatholischen Kirchen, wie sie diverse hübsche Diktatoren überall in der Welt toll gefunden haben, dann wird es nicht gerade sehr humanistisch sein, wenn man diese "Koexistenz" gar so unkritisch betrachtet. Mit einem Papst in Rom, der ins Gefängnis gehört, finde ich "friedliche Koexistenz" nicht gar so toll - es sei denn, er sitzt dort, wohin er gehört. - Jesus ist okkulter Gotteswahn wie jeder andere okkulte Gotteswahn. - Mit Jesus käme man nur vom Regen in die Traufe - oder von der Traufe in den Regen, wie man's nimmt. - Manchmal helfen auch Placebo's - aber irgendwann sollte man sie auch als solche durchschauen, nämlich dann, wenn man über's Teenager-Alter hinausgewachsen ist. - Wie soll man friedlich koexistieren mit Leuten, die "kein Gott außer Gott" toll finden? Dieses Prinzip stellt von vornherein - wie die Weltgeschichte gelehrt hat - jede friedliche Koexistenz infrage. - Ein langes Thema!

Sie:

Ingo, der Name von Jesus Christus wird von diesen Institutionen missbraucht, ich hoffe du scherst nicht alle Christen über einen Kamm !!!

Ich:

Ja, aber auch jemand, der Blinde wieder sehend gemacht haben will und übers Wasser gelaufen sein will, FÖRDERT Okkultismus, also jenes verblödende Machtmittel, mit dem wir heute unterdrückt werden. Ich bin gegen Gotteswahn in jeder Form. Das Buch der Natur ist das Buch der Bücher. Nicht die Bibel. Abgesehen davon, daß Jesus gekommen ist, das Gesetz (des Alten Testamentes) zu erfüllen, nicht, es aufzuheben. Und abgesehen davon, daß er mal so eben vom Stapel gelassen hat einen Satz, der zu Mißbrauch jeder Art förmlich einlädt: "Und jene meine Feinde, die nicht wollen, daß ich über sie herrsche, bringet vor mich und erwürget sie vor mir." Das IST jener Geist des Alten Testamentes, den er damit 150%ig erfüllt. - Davon abgesehen gibt es sicherlich Millionen Christen, die ich nett finde ;-)

Und noch mal ich:

Aber ich finde, die germanischen Heiden hatten nicht GAR so unrecht, als sie Missionare erschlagen haben. Was mit dem Christentum an Seelenmord durch die Weltgeschichte getragen wurde und immer noch getragen wird, das paßt auf keine Kuhhaut. Dieser Seelenmord geht jeden von uns an. ERST mordet das Christentum Seelen - wie vielleicht auch Deine in der Pubertät - und dann bietet es sich als Retter an. Ganz typisch jesuitisches Vorgehen übrigens (Schwarze Pädagogik).

Darauf antwortet sie grad noch mal, während ich dies hier schreibe, mit einem Zitat aus dem Alten Testament, das sie also auch gut findet: 

ich jedoch würde Gott suchen und ihm meine Sache darlegen, denn er tut große, unerforschliche Dinge und Wunder, die nicht zu zählen sind.
Hiob 5, 8-9
http://www.scribd.com/doc/81816377/Was-gilt-Gottes-Wort-oder-Kirchenlehre-Offenbarungen-oder-Menschenwerk-Propheten-mit-dem-Inneren-Wort-Ein-Auszug-aus-fast-2000-Jahren-Wirken-Got

... Schön also, daß wir drüber geredet haben. Manche Leute kleben am Alten wie die Pechmarie am Pech. (Und warum fällt mir die Pechmarie grade bei Nina Hagen ein?)

/ Ergänzung 25.2.2026: Der Unernst, der aus diesem Blogartikel spricht, mutet uns heute unangemessen an. Die - unabhängig von dem sonst Diskutierten - so wesentliche Frage, wie Nina Hagen mit 17 Jahren zu einem Nahtod-Erlebnis kommen konnte, ist auch nicht ansatzweise aufgegriffen. Es wird an diesem Umstand kein Anteil genommen. /

Freitag, 12. März 2010

Gehorsamspflicht bei Jesuiten

"Der Teufel war zu Besuch bei uns"

Der österreichische Künstler, Sänger und Schauspieler André Heller (geb. 1947) war Schüler am Jesuiteninternat Kalksburg bei Wien - ebenso wie der gefeierte Schriftsteller Daniel Kehlmann. Auch in der zum Teil jüdischen Herkunft scheinen sich Jesuitenschüler wie Kehlmann, Heller und Abrantes Ostrowski zu ähneln. Heller nennt seine Zeit am Jesuiteninternat "Kinderinquisition" (Standard, 10.3.). Man fragt sich, warum hört man das von solchen prominenten Leuten erst so spät? Hätten sie nicht viel verhindern können, wenn sie früher so in der Öffentlichkeit über den Jesuitenorden gesprochen hätten?
Damals, als die Missbrauchsfälle aufflogen, sei der Generalpräfekt erschienen und habe erklärt: "Der Teufel war zu Besuch bei uns." Alle Betroffenen sollten sich melden. Dann sei es lediglich zu "jesuitischer Selbstjustiz" gekommen. Hilfe für Opfer, etwa durch Psychologen, gab es laut Heller damals nicht.
Also schon um 1960 gab es im Jesuitenorden intern ein Vorgehen gegen Kindesmißbrauch - zumindest in Österreich. Aus Deutschland hat man darüber noch gar nichts gehört. Aber welcher Art war dieses Vorgehen? Wurde es etwa gar zur Vertiefung des katholischen Aberglaubens an Teufel benutzt? Das würde die These des letzten Beitrages auf recht ungewöhnliche Art bestätigen. Der Mißbrauch wäre dann vom Jesuitenorden gleich in zweierlei Art "genutzt" worden, nämlich einmal in direkter Schwächung der seelischen Abwehrkräfte der Kinder, die da der "Inquisition" (nach dem Wort Hellers) unterworfen wurden, und zweitens zur Vertiefung des abergläubischen Teufelsglaubens. Und dann folgt ein merkwürdiger Ratschlag:
Heller riet Opfern, über das Geschehene zu sprechen - wenn auch nicht notwendigerweise an die Öffentlichkeit zu gehen.
Nirgendwo schienen sich Mißbrauchsopfer besser therapieren zu können als auf dem Blog Spreeblick - in der Öffentlichkeit. Und nirgendwo kann man besser künftiges Unheil verhindern, wenn öffentlich darüber geredet wird. Scheint das Heller immer noch nicht klar zu sein? Will er solche Dinge immer noch "intern" geregelt wissen?

Im Standard finden sich übrigens eine Fülle --> weiterer Berichte über die derzeitig inflationär anwachsende Mißbrauchs-Debatte in Österreich.

Die Gehorsamspflicht bei Jesuiten: sehr selbständig geht es dort zu

Was hat sich seit Jahrhunderten am Jesuitenorden geändert? In einem Bericht über den jüngst diplomierten katholischen Mathematiker Thomas Albers, der in Frankfurt am Main in einem "Schnupperkurs" bei dem dortigen Jesuitenpater Lutz Müller überlegt, ob er Jesuit werden soll (FAZ, 18.2.10), heißt es:
... „Der Zölibat wird immer so hochgehängt.“ Er (Albers) hält die Pflicht zum Gehorsam für die schwierigere Bürde. Denn Jesuit zu sein bedeute auch: Man darf zwar einen Berufswunsch haben. Albers interessiert sich etwa für das Engagement des Ordens in Afrika oder sieht sich als Lehrer. Aber es gibt keine Garantie dafür, je auf diesen Feldern zu arbeiten. Vorgesetzte entscheiden, wer wo der Gemeinschaft am besten dient.
- "Vorgesetzte entscheiden, wer wo der Gemeinschaft am besten dient ..." - Da ist also offenbar ganz schön viel Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung möglich in diesem Jesuitenorden. Da werden also offenbar frei und unabhängig aus sich selbst heraus entscheidende Staatsbürger, "Menschenkinder" und Priester herangebildet. - Aber durch den jüngsten Skandal rund um die Jesuiten sind auch Interessent Thomas Albers und ein weiterer Teilnehmer des Schnupperkurses etwas zweifelnd geworden, laut FAZ:
Besonders aufgewühlt haben sie die Taten des Mannes, der in derselben Wohngemeinschaft wie Pater Müller zu Hause ist. Sie kennen ihn und haben gemeinsam an einem Tisch gegessen. Albers sagt: „Man muss sich überlegen, dann lebt man vielleicht mit Leuten zusammen, die entsprechende Fehler begangen haben in der Vergangenheit - möchte man das?“ Am letzten Gruppenabend haben sie lange mit ihrem Pater über das Thema gesprochen, sehr offen und ehrlich, so Albers. Der Pater selbst sagt: „Die Situation zerreißt einen. Wie gestaltet man das tägliche Frühstück?“ (...)
Gut. Man könnte auch vorschlagen, mal die eigenen Oberen anzuklagen, daß die ihre Mitpater - offenbar - nie über Mißbräuche anderer Pater informiert haben, obwohl sie doch laut Pflicht zur Gewissensrechenschaft darüber Bescheid wissen müssen. Der Pater sollte also mal seine Oberen fragen, warum die ihn mit dem so lange haben frühstücken lassen, ohne bestimmte Dinge mitzuteilen ....

Dienstag, 23. Februar 2010

Die katholische Kirche versucht, die deutsche Bundesregierung einzuschüchtern

Pikiert. Beleidigt. Und drohend: Herr Robert Zollitsch, seines Zeichens Bischof in Deutschland, spricht - in Tonfall und Haltung fast identisch zu einem Herrn Ratzinger - von einer "schwerwiegenden Attacke", von einer "maßlosen Polemisierung" gegen die katholische Kirche durch die deutsche Bundesjustizministerin, also durch ein deutsches Regierungsmitglied, wie er es noch nie erlebt hätte. Er fordert eine Richtigstellung innerhalb von 24 Stunden (Tageschau, 23.2.). Wer glaubt er eigentlich reagiert in unserem Land?

Der unverhohlene Machtanspruch der "ecclesia triumphans"

Nur weil die deutsche Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger zurückhaltender - zurückhaltender (!) - das gesagt hat, was hier auf dem Blog (15.1.) schon ausgeführt worden ist (Tagesthemen, 23.2.), nämlich daß sie als deutsche Justizministerin (!) sich "ohnmächtig" fühle (!!!) angesichts der Tatsache, daß die katholische Kirche kanonisches Recht über deutsches Staatsrecht stellt bei der Verfolgung, bzw. Nichtverfolgung von Fällen von Kindesmißbrauch. Und zwar seit Jahrzehnten bis heute. Und zwar erst 2002 wieder neu bestätigt und bekräftigt durch den Scharfmacher Ratzinger. Und die Tatsache, daß sie ihrem Gefühl der Ohnmacht Ausdruck gibt, erachtet der Herr Zollitsch als eine bis heute nie erlebte "schwerwiegende Attacke" von Seiten des deutschen Staates gegenüber der katholischen Kirche!

Was denken Herr Zollitsch und seine Berater eigentlich, wer sie sind? Wer außer ihnen darf sich Jahrzehnte lang so weit über deutsches Recht stellen, ohne daß er vor Gericht gestellt wird? Wer außer ihnen und ihresgleichen?

Jesuiten und Papst als Scharfmacher der Deutschen Bischofskonferenz?

Das ist um Grunde genommen ein ungeheuerlicher Vorgang. Will die Deutsche Bischofskonferenz im "Gegenangriff" die deutsche Bundesregierung - einmal aufs Neue - einschüchtern? Was für eine Stirn haben diese Bischöfe? Und insbesondere der Jesuit Hans Langendörfer als Sekretär der deutschen Bischofskonferenz, der auch in den Aufnahmen der Tagesschau im Vordergrund zu sehen ist (siehe auch unser Beitrag vom 15.2.)?

Der Jesuit Langendörfer (Links), die graue Eminzenz hinter den Bischöfen
Zollitsch (Mitte) und Lehmann (Rechts)


Dieser Vorgang zeigt außerordentlich deutlich, auf wieviel "Anfassen mit Samthandschuhen" die katholische Kirche durch den deutschen Staat glaubt rechnen zu dürfen. Und das offenbar seit vielen Jahrzehnten, wahrscheinlich seit der Adenauer-Zeit. Und dieser Vorgang zeigt zugleich auch, wie "ohnmächtig" sich selbst eine deutsche Justizministerin dieser Jahrzehnte langen, geradezu mental eingebrannnten Kungelei des deutschen Staates mit der katholischen Kirche gegenüber fühlt.

Nirgends wird der Machtanspruch der katholischen Kirche deutlicher, als wenn man das 16-seitige Gutachten von Verena Mosen von "Kirche von unten" liest. In ihrem Selbstverständnis sieht sich die katholische Kirche und ihre "geweihten" Priester sehr grundlegend und als eigengesetzlich über dem deutschen Staat stehend. Auf dieses Gutachten sei deshalb noch einmal ausdrücklich hingewiesen (1). Wenn man es liest, versteht man besser, wer hier eigentlich polemisiert, ja: hetzt.

____________
1. Mosen, Verena: Römisch-katholische Kirche und Kinderrechtskonvention in der Bundesrepublik Deutschland. Ein NRO-Bericht über die Behinderung der Konvention durch das katholische Kirchenrecht am Beispiel sexuellen Missbrauchs. Bonn, September 2003. 16 Seiten. --> pdf., jetzt auch auf --> hpd, 8.2.2010.

Sonntag, 14. Februar 2010

Der Fall Norbert Denef

Seelenmord an Kindern
Steht katholisches Kirchenrecht über dem deutschen Strafrecht?


Der Fall Norbert Denef ist der erste Fall, in dem ein deutsches Bistum eine Entschädigung gezahlt hat. Über diesen Fall kann man sich über eine Sammlung von Fernsehmitschnitten bei "wertghao0" einen Überblick verschaffen. Norbert Denef hat auch eine wichtige, eigene Netzseite.

Norbert Denef wurde von 1958 bis 1964 zwischen dem 10. und dem 16. Lebensjahr von dem inzwischen verstorbenen aber bis heute in seiner Gemeinde beliebt gebliebenen katholischen Geistlichen von Delitzsch bei Leipzig mißbraucht. Er hat auch viele andere mißbraucht. Nachdem dieser Priester versetzt worden war, wurde er Denef zwei Jahre, 1965 und 1966, vom Organisten der Gemeinde mißbraucht.

Norbert Denef, technischer Leiter an den Opern Leizpig und Frankfurt am Main, hat über seinen Mißbrauch Jahrzehnte geschwiegen. Nachdem er sich mit der Fachliteratur über den Seelenmord an Mißbrauchsopfern auseinandergesetzt hatte, hat er dann im November 1993 auf einem Familientreffen seine sämtlichen Angehörigen und die beiden Täter mit dem Geschehenen konfrontiert. Seitdem sprechen seine Geschwister und deren Familien nicht mehr mit ihm.

Erst 2003 hat sich Norbert Denef zu einer Anzeige beim Bistum Magdeburg durchgerungen. In das Opfer ständig beleidigenden Verhandlungen ließ sich das Bistum schließlich dazu bewegen, anstelle der geforderten 450.000 Euro Entschädigung 25.000 Euro Entschädigung zu bezahlen, und ohne dabei auf ein zunächst gefordertes Redeverbot über diesen Fall weiter zu bestehen.

Im Dezember 2005 machte der "Spiegel" diesen Fall öffentlich. (Spiegel, 3.12.2005, aktuell: Spiegel, 12.2.2010) Zwischenzeitlich ging dann auch ein skandalöser Fall im Erzbistum Regensburg mit größerem Aufsehen durch die Presse. Die folgenden Video's zu diesem Fall kann man sich ruhig einmal ansehen. Sie sind eine recht gute "Einführung" in die derzeitige Praxis der katholischen Kirche und katholischer Gemeinden wie Delizsch im Umgang mit solchen Mißbrauchsfällen.
MDR Unter uns - Die Narben bleiben
(Dezember 2007)

MDR SachsenSpiegel - Opfer brechen das Schweigen
(Dezember 2007)

MDR Dabei ab zwei - Vom Pfarrer missbraucht

westART im WDR - Ich wurde sexuell missbraucht

Menschen bei Maischberger - Tätern helfen?

Johannes. B. Kerner - 1/3 Lebenslänglich
Johannes. B. Kerner - 2/3 Lebenslänglich
Johannes. B. Kerner - 3/3 Lebenslänglich

Kirchentag Osnabrück 2008

ZDF Volle Kanne
(November 2009)

Aber eigentlich muß sich nach der Beschäftigung mit solchen Einzelfällen die Frage auch ganz allgemein auf die vielen Fälle von Kindesmißbrauch richten, ob mit oder ohne kirchlichen oder religiösen Zusammenhängen. Wenn dieser Fall Norbert Denef das könnte, dann hätte doch wenigstens dadurch die katholische Kirche noch etwas "Gutes" bewirkt. Die Empörung über die unsensible Art, mit der die katholische Kirche mit diesen Dingen umgeht, muß sich erweitern zu einer Empörung über die unsensible Art, mit der unsere Gesellschaft überhaupt mit solchen Dingen umgeht.

"Seelsorge" jedenfalls wäre innerhalb unserer Gesellschaft sehr von nöten. Glaubwürdige. Wahrhaftige. Aber bestimmt nicht eine solche wie von der römisch-katholischen Kirche derzeit betriebene! (Weitere aktuelle Literatur auch: Bild, 12.2.10, Heise, 13.2.10.)

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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