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Donnerstag, 13. Mai 2021

Alternative Öffentlichkeit - Du "versifftes" Scheusal

Lügen haben ultra-kurze Beine
- Ein Kommentar zur Lage 

Alternative Öffentlichkeit. Seit es diese gibt, seit etwa 2010 hat dieser Blog sich ihr zugerechnet. Er hat sich sozusagen "geschmeichelt" gefühlt, nicht mehr "allein" zu stehen. Sondern Teil von etwas Größerem geworden zu sein. Zuarbeiter von solchen vormals als "Helden" angesehenen Journalisten wie Gerhard Wisnewski.

Als Symbolbild

Aber als was muß man heute eigentlich - im Jahr 2021 - alternative Öffentlichkeit wahrnehmen?

In dieser wird gelogen und zurecht gebogen, daß sich die Balken biegen.

Es wird in dieser - so ist inzwischen unsere Wahrnehmung - zehn mal mehr gelogen als in der normalen Öffentlichkeit. (Wenn das überhaupt möglich ist!!!)*)

Aber so viel ist sicher: Alles, was wir jemals hier auf dem Blog über "Verschwörungen" gelernt haben und auch ernst genommen haben, das stammte aus der normalen "Mainstream"-Öffentlichkeit. Dazu bedurfte es - und bedarf es - gar keiner alternativen Öffentlichkeit. Das wird uns jetzt allmählich doch einmal klar.

Die alternative Öffentlichkeit wurde geschaffen, um die Berichte des Mainstreams, die schlimm und ernsthaft genug sind, ins Lächerliche zu ziehen und ins Unernsthafte, und um dabei zugleich die Menschen ins Nirwana jener Entfernung von moderner Naturwissenschaft zu bringen, wohin sie Jahrhunderte lang von den Priestern nicht mehr hatten gebracht werden können. Wohin sie aber - jetzt - durch diese glorreiche Erfindung "alternative Öffentlichkeit" spielerisch und mit Leichtigkeit gebracht werden können. Mit einer Leichtigkeit, die wahrlich "federleicht" genannt werden muß.

Menschliche Vernunft. Welche Schande mußt du dir selbst denn noch bereiten? Um endlich "klug" zu werden?

Ja. So nehmen wir inzwischen hier auf dem Blog die Dinge wahr. Und das soll einmal gesagt werden.

 Alternative Öffentlichkeit, was für eine scheußliche Fratze zeigst du der Welt.

Wie wurden die heutigen Zustände möglich?

Wie wurden die heutigen Zustände möglich?, so fragt man sich. Wir haben es schon häufiger hier auf dem Blog analysiert: Die alternative Öffentlichkeit wurde - ab 2010 - sehr bewußt als jene alternative Öffentlichkeit geschaffen, als die wir sie heute wahrnehmen. Sehr bewußt wurde in ihr sortiert: "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen."

Jede Art von Scharlatanerie, Alternativmedizin, Alternativ-Wissenschaft war willkommen, solange es nur nicht die materialistische "Mainstream"-Wissenschaft war. Daß es sich bei diesen ganzen Scharlatanerien um nichts anderes als um solches handelte - wer wollte das wissen innerhalb der alternativen Öffentlichkeit? Gerhard Wisnewski? Soll er sich seine Käuferzahlen halbieren? Wir wissen es nicht. Jedenfalls klärt kaum jemand innerhalb der alternativen Öffentlichkeit über den ganzen wissenschaftsfernen Quark auf, der in ihr vorherrscht und wabert und der die heutige Situation überhaupt erst möglich gemacht hat.

Diese Oppositionsbewegung hat man Jahrzehnte sehr bewußt darüber im Unklaren gelassen (die übrige Öffentlichkeit sowieso), wie Wissenschaft, insbesondere Naturwissenschaft eigentlich arbeitet.

Naturwissenschaft wird heute materialistisch gedeutet. Ja. Daß das Absicht ist und Methode hat, das muß niemandem, der hier auf unseren Blogs schon länger mitliest, erklärt werden. Es wird aber nicht gesagt, daß Wissenschaft seit 500 Jahren - und auch schon in der Antike - Vertrauenssache war und ist.

Das aller-, allerwenigste kann der einzelne selber überprüfen. Das aller-, allermeiste, 98 % muß er im Vertrauen darauf, daß schon viele Wissenschaftler auf diese Fragen geschaut haben, einfach zur Kenntnis nehmen und dann weiter gehen.  So schreibt der Autor dieser Zeilen, ein Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist. 

Jeder, der ein naturwissenschaftliches Fach studiert hat, weiß das. Er muß, um Prüfungen bestehen zu können, verstehen, was er an Ergebnissen der Forschung zu verinnerlichen hat. Er muß die Widerspruchslosigkeit von allem mit allem erkennen. Aber er hat überhaupt keine Zeit, jedes einzelne Ergebnis zu "hinterfragen", kritisch zu durchleuchten.

Wer Menschen einredet, sie müßten "selber denken" (richtig!, Immanuel Kant!), der muß ihnen auch sagen, wie Wissenschaft selbst in unglaublich weiten Bereichen auf nur sehr wenig "Selberdenken" beruht, sondern einfach auf dem Vertrauen, daß die Leute, die da irgendwo arbeiten, wo man selbst gerade nicht arbeiten kann, ihre Sache ebenso ordentlich machen wie man selbst. 

Das ist einfach Wissenschaft. "Selber denken" ist dort gefordert, wo die Ergebnisse der "materialistischen" Wissenschaft angemessen philosophisch zu deuten sind. Dort insbesondere ist das Selberdenken jedes einzelnen von uns gefragt.  Aber darüber redet man mit den Leuten nicht. Darüber wie Wissenschaft und Philosophie funktionieren, darüber zu reden, das hat man Jahrzehnte lang der Gesellschaft sehr bewußt vorenthalten.

So konnten die heutigen Zustände möglich werden.

______________________

*) Denn es gibt nichts Schnelleres als Licht. Und es wird ja schon mit Lichtgeschwindigkeit gelogen. (Wenn dieser hinkende Vergleich gestattet wäre ...)

Anhang

Ein Beispiel

[6.6.2021] Der anonym betriebene Telegram-Kanal "(Denkanstöße) Menschenreise in die Neue Welt" hat über 33.000 Abonnenten. Toll, nicht? Am dritten Juni dieses glorreichen Jahres 2021 läßt er folgende Meldung vom Stapel, die man freundlich an mich weiter leitete:

Der Kollaps des 'Corona-Märchens':  
Die vorgestern an die Öffentlichkeit gelangten über 3000 Emails von Dr. Anthony Fauci, dem Josef Mengele der Neuzeit, sind nun auf TV-Ebene im amerikanischen Publikum angekommen.  NEWSMAX und FOX NEWS berichten bereits, OANN muss ich noch prüfen. Damit steigt der Druck auf die zionistische kontrollierten Kartell-Medien wie CNN, NBC, MSNBC etc. ins Grenzenlose.  
Die Kernaspekte der Email-Enttarnungen:  
  • 'Corona' ist eine künstlich / synthetisch erzeugte Bio-Waffe aus den Labors in Wuhan.   
  • Die Forschung und Herstellung fand unter Leitung des US Deep States (Fauci & Co.) und über die Finanzierung durch US-Steuergelder statt.
  • Erfolgversprechende Heilungsmittel wie Hydroxywasauchimmer wurden gezielt von Fauci öffentlich diskreditiert, gleichwohl er die helfende Wirkung kannte.
  • Die völlige Sinnlosigkeit von Masken war von Beginn an klar und wurde im Privaten auch so kommuniziert.  
WICHTIG:  
Wir erleben, wie ein Narrativ in die Öffentlichkeit getragen wird. Auch dieses Narrativ muss in keiner Weise die Wahrheit sein. Momentan wird den Menschen vermittelt, dass 'Corona' ein in den Wuhan-Labors kreiertes Bio-Gift war, welches dann verbreitet wurde. Nach meiner Sicht und gemäß Bewertung der statistisch fehlenden Todes- und Krankheitsfälle, gab es KEINEN 'Virus' und ebenso KEIN freigesetztes Gift. ALLES war rein fiktiver Natur. Wir wohnen also momentan der Vorführung dessen bei, was der ursprüngliche Plan der Kabale / Khasaren / Zionisten war, der angestrebten Depopulation gemäß NWO, Agenda 20XX bzw. Great Reset.  Alle bis dato verzeichneten Todesfälle lassen sich auf den Erhalt der 'Impfstoffe' zurückführen.

Meine Antwort darauf:

Ich weiß nicht, was der Mensch zu sich nimmt, der hier "Denkanstöße" gibt und von dem sich Menschen Denkanstöße geben lassen. Aber selbst wenn ich mir die Meldungen der hier genannten Fox News anschaue (die nach seiner Meinung vielleicht seriöser sind als der Mainstream), dann finde ich in ihnen keinerlei Inhalte, die denen nahe kommen, die hier als "Kernaspekte" - und gleich so unglaublich inflationär interpretierend - angeführt werden. 
Aber das ist ja alles auch IN SICH widersprüchlich: WENN Corona also eine Biowaffe IST!!!!, hergestellt vom Deep State in den USA in Zusammenarbeit mit Wuhan/China (lachste Dich kaputt, oder?), DANN wird sie ja doch wohl auch gefährlich sein? Sonst wäre sie doch keine WAFFE? Und der anonyme Denkanstoßer kennt sogar ein MITTEL gegen diese WAFFE, er hat so viel Schimmer von diesem Abwehrmittel, daß er es "Hydroxywasauchimmer" nennt, also überhaupt nicht ERNST nimmt, sich überhaupt nicht informiert hat.
UNGLAUBLICH informativ dieser Denkanstoß von einem, der offenbar Null Ahnung hat, aber großspurig daher redet. - - - Man nehme es mir nicht übel, wenn ich auf solche "Denkanstöße" reagiere mit Blogartikeln wie "Alternative Öffentlichkeit - du versifftes Scheusal". Mich EKELT das inzwsichen alles an. Der MAINSTREAM gibt sich, wenn er lügt und faselt, wenigsten noch MÜHE. Dieser Denkanstoß doch in keiner Weise. Aber er weiß, daß er nur ERWARTUNGEN bedienen braucht, und Emotionen hochfahren kann. Vielen Dank. VIELEN Dank.

Und nachdem man das noch länger auf sich hat wirken lassen (weil man muß ja erst mal die "Denke" überhaupt verstehen):

Er schreibt "Damit steigt der Druck auf die zionistische kontrollierten Kartell-Medien wie CNN, NBC, MSNBC etc. ins Grenzenlose." - Dieser Spinner. Und im zweiten Teil seiner Nachricht vermutet er, daß das, was hier den Druck ins "Grenzenlose" steigern soll, AUCH ein verlogenes Narrativ ist.  Spinnt der? Hört der sich überhaupt noch selber zu? Hauptsache Stichworte wie "Narrativ", "Kartell-Medien", "zionistisch", "Chasaraen", etc. pp. fallen lassen. "Druck" "ins Grenzenlose". Oh ja. "Josef Mengele" nicht vergessen! Darunter geht's ja auf keinen Fall. Genau lesen tut doch eh keiner mehr.

Wie sind die Zusammenhänge zu deuten? Nachdem die Menschen hundert Jahre lang belogen worden sind, manipuliert worden sind, wollen sie - als "aufgeklärte Leute" - auch weiter belogen werden (denn daran haben sie sich ja gewöhnt, insbesondere an die damit verbundene Flachheit). ABER: Sie wollen sich wenigstens "aufgeklärt" fühlen dabei. Und dieses Gefühl gibt ihnen der Deep State. Mühlos - wie hier besichtigt werden kann. Daß das der Weg in etwas weitaus Schlimmeres noch ist als Mittelalter - welchem "aufgeklärt Erblindeten" wäre das noch wichtig?

Samstag, 27. Juni 2015

"Den falschen Leuten vertraut"

René Jahn in Dresden bestätigt unsere Vermutung, dass Geheimdienste im Januar die Spaltung von "Pegida" herbeigeführt haben

Nach einem ersten Beitrag über Pegida hier auf dem Blog am 24. Dezember letzten Jahres (GA-j! 12/2014) war diese Bewegung in Facebook-Beiträgen weiter verfolgt worden. Doch man verlor sie dann wieder aus den Augen, da die eingespielten Rituale im Zusammenhang mit derselben - sowohl in Dresden wie in Leipzig wie in Berlin - nicht mehr gar so großes Interesse weckten.

Nicht zuletzt auch nachdem festgestellt werden konnte, dass der auf diesem Blog schon oft erwähnte Rechtskatholik Götz Kubitschek in seinen Reden auf Pegida-Demonstrationen jenen altbackenen Schmalspur-Konservatismus weiterverfolgte, der schon 2006 auf seinem damaligen Blog kritisiert worden war. Man mußte sich bei seinen Reden ständig fragen: Und dafür hat dieser Kerl zehn oder fünfzehn oder zwanzig Jahre lang "metapolisches", polit-strategisches Nachdenken vom hohen Roß herab betrieben, damit er nun mit solchen biederen, altbackenen Reden vor das Volk tritt? Diese sollen die Quintessenz sein von Jahrzehnte langem Nachdenken darüber, wie grundlegendere politische Änderungen in Deutschland herbeigeführt werden können? Etwas Geistreicheres soll dabei nicht herauskommen können? - - - Nein, "einen hab' ich noch, einen hab' ich noch," scheinen die - nichtzuletzt christlichen - Hintergrundmächte zu rufen, wenn sie so bieder-altbacken herüberkommende Leute wie Götz Kubitschek aus ihrer Personalkiste hervorziehen und den Leuten auf der Staße präsentieren ...

Aber diese Bemerkungen eigentlich nur nebenbei. Denn es wäre schon sehr zum Verwundern gewesen, wenn sich Götz Kubitschek aus diesem Anlaß einmal weniger "durchstilisiert" verhalten hätte, als das schon vor vielen Jahren auf seinem Blog hatte festgestellt und kritisiert werden können. Die jetzige Internetseite von "Sezession" mit ihrer sehr eingeschränkten Kommentarfunktion ist 2007 oder 2008 von dem Blogger Klaas Bähre aus Hannover ("Amyklai") gestaltet worden in Auswertung der Erfahrungen, die zuvor auf dem Blog ("Politisches Tagebuch") von Götz Kubitschek gemacht worden waren, wo die Kommentare sehr offen waren, und wo zu viel niedere Pleps mitgeredet hatte (in den Augen von Klaas Bähre). Und wer diesen Klaas Bähre (damals) in Diskussionen etwas genauer kennenlernen konnte, der es eher mit polnischen (natürlich katholischen) Aristokraten hält, als mit deutscher (natürlich nichtkatholischer) Plebs, der möchte eigentlich nicht allzu viel mehr über diesen ganzen Laden, genannt "Götz Kubitschek and friends" wissen.

Spricht aus diesen Zeilen enttäuschte Liebe? Gewiß, auch das. Als der Autor dieser Zeilen Götz Kubitschek Ende der 1990er Jahre persönlich kennenlernte (war es 1998?), waren beide erheblich jünger als jetzt und man war begeistert, einmal einen geistreicheren Menschen kennenlernen zu können als sonst so im Wald und auf der Heide anzutreffen war und ist. Damals wollte Götz Kubitschek noch über Goethe promovieren und hielt einen entsprechenden Vortrag. Man dachte sich damals: Mit so einem Menschen müßte es eigentlich schön sein, befreundet zu sein. Schade, so ändern sich die Zeiten und die Einsichten über Mitmenschen und ihre Agenden ....

Wodurch wurde ein nachhaltiger Erfolg von PEGIDA verhindert?

Doch nach diesem Abschweifer zurück zu einem Rückblick auf die Entwicklungen rund um Pegida allgemein (Wiki). Und insbesondere zu dem Versuch einer Antwort auf die Frage:

Wodurch wurde ein nachhaltiger Erfolg von PEGIDA verhindert?

Das ging natürlich mit einem Götz Kubitschek allein nicht. Dazu mußte natürlich noch mehr Personal rekrutiert werden. - Während der Recherche zu diesem Blogartikel kam es auch zu einem kurzen Gedankenaustausch auf Facebook mit René Jahn in Dresden, der zu unseren im folgenden zu schildernden Vermutungen schrieb: "Vollkommen richtig".

Erinnern wir uns: Am 12. Januar dieses Jahres demonstrierten 25.000 Menschen in Dresden. Am 28. Januar kam es zur Spaltung durch Austritt unter anderem von Kathrin Oertel und René Jahn. Dies war das entscheidende Datum. Nur Geert Wilders konnte am 13. April noch einmal 10.000 Menschen auf die Straße bringen. Seither gehen die Demonstrantenzahlen stetig zurück, zuletzt waren es 900. Und die Medien konnten sich anderen Themen zuwenden. Ein voller Erfolg also - - - aber von wem???

"Vollkommen richtig"

Am 9. März sind Kathrin Oertel und René Jahn, so bekommen wir hier erst jetzt mit, auch aus der von ihnen nach ihrem Austritt gegründeten neuen Organisation ausgetreten. Und dabei berichtete der MDR über Jahn:

Jahn hatte den Ausstieg am Montag auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben. Dort führte er als Gründe unter anderem an, dass die Pegida-Spaltung provoziert worden sei und sie den falschen Leuten vertraut hätten.

Und genau das hatte damals, während der Spaltung, jeder Klarsichtige sofort hindurchgespürt, dass so etwas nur infolge von "Strategie" geschehen sein kann. So war es von uns auch auf Facebook festgehalten worden. Aber Strategie von wem? Der MDR scheint es fast noch besser zu wissen, als René Jahn selbst, denn durch die Verkürzung der eigenen Aussagen von Jahn bringt er es besser auf den Punkt als Jahn.

Und nachdem ich so weit einen Blogartikel auf Facebook gepostet hatte und kurz nachdem René Jahn meine kurz zuvor gestartete Anfrage zur Facebook-Freundschaft bestätigt hatte, schrieb er dazu:

Darüber kann man Tage lang debattieren.

Und ich antwortete mit jenen Gedanken, die ich gleich schon im Januar anläßlich des Austritts von Oertel und Jahn auf Facebook geäußert hatte:

Ja, und das sollte man vielleicht auch. Dass Geheimdienste das Handy von Merkel überwachen, finde ich nicht so wichtig, als dass sie, wenn Oppositionsgruppen ihnen gefährlich sind, MEHR über jeden einzelnen Verantwortlichen in diesen Oppositionsgruppen wissen, als diese untereinander über sich. Warum sollten sie dieses Wissen nicht nutzen und durch jene großen inneren, psychologischen Abteilungen auswerten, die etwa Victor Ostrovsky in "Der Mossad" schildert (wobei ich nicht etwa sagen will, dass hier ausgerechnet der Mossad tätig gewesen sein soll, sondern nur, dass JEDER Geheimdienst - ebenso wie die Stasi - große psychologische Abteilungen hat, wo intelligente Leute und Psychologen arbeiten.)
Und:
Ich finde es gerade auch auffallend, dass der MDR es im März geradezu noch besser zu wissen schien, als Sie selbst, denn durch die Verkürzung Ihrer Aussagen brachte er es ja fast noch deutlicher auf den Punkt als das in Ihrer Erklärung enthalten war, die ich gerade beim Kopp-Verlag finde:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/torben-grombery/einsicht-bei-pegida-abspaltern-oertel-und-jahn-wir-haben-den-falschen-menschen-vertraut-.html
Jahn darauf:
Vollkommen richtig! Mit " falschen Leuten vertraut ", war auch der INNERE KREIS gemeint! Also das ORGA-TEAM an sich! Meine Person ausgenommen, gibt es da auch nur 10 Personen!
Und darauf war ja die Frage zu stellen:
Wie hat sich dieser Kreis denn überhaupt gebildet?
Jahn:
Darüber gibt es sehr viel zu lesen! Mir fehlt gerade dafür die Zeit!

Gut, an dieser Stelle muss also jetzt weiterrecherchiert werden. Es wird darüber sicherlich in näherer Zukunft auch noch die eine oder andere detaillierte Veröffentlichung geben. Hoffentlich benennt sie klar und deutlich Roß und Reiter.

Was aber eigentlich auch nicht mehr nötig ist, wenn man einmal verstanden hat, wie Hintergrundmächte und Geheimdienste arbeiten und - arbeiten müssen. Seit Jahrzehnten. Man mache sich doch auch nur klar, was wir seit Anfang dieses Jahres wissen. Nämlich dass Großbritannien unter der vielgerühmten Margaret Thatcher von einer pädokriminellen Elite beherrscht wurde, die sogar Minister in dieser Regierung stellte. Das berichtet nicht die "alternative Öffentlichkeit", sondern die "Mainstream-Presse". Und die Salamitaktik, mit der das der Öffentlichkeit mitgeteilt wird, zeigt doch, welche Elite heute immer noch in Großbritannien herrscht. Und das soll bloß in Großbritannien so sein?

Es sei daran erinnert, dass gerade die Thatcher-Regierung im Jahr 1990 sehr deutlich vor einem Deutschland warnte, das solchen Eliten offenbar nicht genehm ist, was dann zu jenen 2+4-Verträgen führte, nach denen Ost- und Westpreußen, das Memelland, Pommern, Schlesien, das Sudetenland nicht mehr zu Deutschland gehören sollten. Nur so "erkaufte" sich die CDU unter Kohl ja damals die Wiedervereinigung. Das also sind so die Politikvorstellungen pädokrimineller Eliten. (Und es sei auch daran erinnert, dass es viel zu viele Hinweise darauf gibt, dass Kohl und Stoltenberg um die Hintergründe wußten, um derentwillen Uwe Barschel ermordet worden ist, den sie dann alle zu Grabe trugen, angeblich um ihn trauernd.)

Jedenfalls: Wer über die inzwischen wirklich ausreichend bekannten pädokriminellen und satanistischen Eliten auf der heutigen Nordhalbkugel schweigt, braucht über einen Gesellschaftlichen Aufbruch erst gar nicht zu reden.*)


_______________________________
*) Auch dieser letzte Satz wäre als ein Satz aufzufassen gesprochen in Richtung von solchen Leuten wie dem Rechtskatholiken Götz Kubitschek, die es wirklich besser wissen könnten (ohne es offenbar wissen zu wollen). Warum tun sie ständig so ahnungslos? Selbst der neuerdings auf rechtschristlichen (angeblich "libertären") Blogs wie "eigentümlich frei" schreibende Wissenschaftsblogger Michael Blume räumt inzwischen ein, dass "cheater detection" eine wichtige Funktion hat (Scilogs, 9.5.15): "Aber ich erkenne auch an, dass 'Cheater Detection' evolutionspsychologisch tief verwurzelt und auch weiterhin notwendig ist. M. E. gilt es, auch damit einen aufgeklärten, verantwortungsvollen Umgang zu erlernen. Die Wissenschaft kann und sollte dazu mehr Beiträge leisten." Ja, "tief verwurzelt". - Ärgerlich, nicht? Und es gibt ja so viel "unaufgeklärten, verantwortungslosen Umgang" mit dieser "tief verwurzelten" Eigenart. Für das Funktionieren von Demokratien wie den heutigen wäre sie ja auch nicht notwendig, nicht wahr, Michael? Wenn sie denn nur nicht so tief verwurzelt wäre ... - - - Als ich diese Worte neulich las, dachte ich mir: Aha, Michael liest also doch ab und an meinen Blog - und zwar öfter, als man es so im allgemeinen bei ihm durchhört, bzw. kann er einem Teil meiner Kommentare auf seinem und anderen Blogs bei den Scilogs inzwischen offenbar doch noch mehr positive Seiten abgewinnen, als bislang bekannt .... Jedenfalls schreibe ich schon seit vielen Jahren hier und anderwärts über "cheater detection", Michael womöglich hier zum ersten mal. Aber auf dieser Linie könnte es ja dann auch weitergehen. Michael ist ja noch jung und kann noch hinzulernen

 - - - Und siehe da - oh Wunder - am 20. Juni, so sehe ich gerade, stellte Michael Blume auf "eigentümlich frei" ja auch schon die Frage: "Geheimdienste - Können sie Freiheit wirklich verteidigen?" Na, so was aber auch. Da sollten wir jetzt aber alle einmal gaaaaaanz scharf nachdenken!!!!!! Um die Freiheit gegen Pegida zu verteidigen, lieber Michael, werden sie doch recht nützlich sein, meinst du nicht? Da sollte uns doch eigentlich jedes Mittel recht sein! - Mit Grüßen übrigens an Frau Merkel, wenn Michael sie das nächste mal im Kanzleramt sprechen sollte oder ihren wohl erwogenen Worten lauschen sollte. Der "Margaret Thatcher der Deutschen".

Samstag, 30. Mai 2015

Eine geheime Diktatur im Innern vorgeblich offener, freier Gesellschaften

Zur Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften
Politikwissenschaftler - Macht Euch endlich nützlich!

Macht es nicht Sinn, die Theorien zum "Totalitarismus" des 20. Jahrhunderts allmählich auch auf die angeblich so antitotalitär ausgerichteten "westlichen Demokratien" anzuwenden? Und auch bezüglich dieser Staaten von "totaler Politik" zu sprechen? Nämlich eine Politik, die die Menschen und Völker "total" erfassen will?

Orwell verstehen: Wichtige Biographie (1988)
In der etablierten Geschichtswissenschaft wird typischerweise nur das Vordergrundgeschehen behandelt und auf Hintergrundpolitik so gut wie gar nicht eingegangen. Schon das ist eine Geschichtsfälschung, wenn doch inzwischen gut bekannt und erforscht ist, welche Macht und welchen Einfluss seit 1917 beispielsweise der sowjetische Geheimdienst hatte, seit 1933 die Gestapo und ihre Nachfolge-Organisationen BND, MAD, „Bundesamt für Verfassungsschutz“1 und das Ministerium für Staatssicherheit und spätestens seit 1945 auch der amerikanische CIA. Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob der CIA tatsächlich erst 1945 - geradezu wie „Phönix aus der Asche“ - so machtvoll geworden sein soll. (Wenn man nämlich bedenkt, welch gute Kontakte Allen Dulles von der Schweiz aus vor 1945 zu den Führungskreisen des nationalsozialistischen Deutschlands hatte - nicht nur zu dezidierten Widerstandskreisen - drängen sich nämlich noch ganz andere Gedanken auf. Ebenso wenn man bedenkt, welche Rolle der britische Geheimdienst beim Flug von Rudolf Heß 1941 hatte und wie sehr er hierfür die Umgebung von Rudolf Heß "infiltriert" hatte. Aber diese Dinge hier nur am Rande.)

"Wollt ihr die totale Politik?"

Einer der frühesten Vordenker einer solchen Totalitarismus-Theorie wäre natürlich George Orwell, der ja - nach seinem Biographen Hans-Christoph Schröder (1988) - in seinem Roman "1984" gar nicht einen Zukunftsroman geschrieben hat, sondern seine Gegenwart und die jüngste Vergangenheit des Jahres 1948 in Großbritannien nachgezeichnet hat.

Diese Totalitarismus-Theorie hätte davon auszugehen, dass auch moderne demokratische Staaten "Wahrheitsministerien" kennen, dass die Gewaltenteilung faktisch aufgehoben ist und so weiter. Und sie hätte insbesondere die Mechanismen herauszuarbeiten, aufgrund derer diese Phänomene zustande kommen. Es wäre dann zu formulieren eine Theorie, wie Geheimdienste überhaupt funktionieren und arbeiten und damit "gelenkte Demokratie" betreiben (ein Euphemismus für Totalitarismus). Oder "gemanagte Demokratie" nach dem Ausdruck von Sheldon S. Wolin (2010).

Erstausgabe 1948
Noch heute wird auf dem Wikipedia-Artikel zu Totalitarismus gleich einleitend auf den Gegensatz zwischen Totalitarismus und westlicher Demokratie abgehoben. Ist das nicht ein Witz? Ein vielleicht immer schlechter werdender? Auch der englischsprachige führt nicht weiter, enthält aber immerhin einen "weiterführenden" Verweis auf das Stichwort "Totalitarian democracy". Genau, das ist der Grundgedanke, der in diesem Beitrag formuliert werden soll! Aha, und hier wird klar, dass der Autor F. William Engdahl den Grundgedanken dieses Blogartikels auch schon 2009 erörtert hat:
In "Full Spectrum Dominance - Totalitarian Democracy and the New World Order", Engdahl focuses on the American drive to achieve global hegemony through military and economic means. According to him, U.S state objectives have led to internal conditions that resemble totalitarianism: "[it is] a power establishment that over the course of the Cold War has spun out of control and now threatens not only the fundamental institutions of democracy, but even of life on the planet through the growing risk of nuclear war by miscalculation".
Sollten die 9/11-Wahrheitsbewegung, die alternative Öffentlichkeit und der investigative Journalismus seit etwa 2001 noch nichts Weitergehendes hervorgebracht haben zur Totalitarismus-Theorie westlicher Demokratien als diese beiden Autoren F. William Engdahl und Sheldon S. Wolin? Sheldon S. Wolin scheint noch wesentlich klüger zu sein als Engdahl, heißt es über Wolin doch auf dem genannten Wikipedia-Artikel:
While exploiting the authority and resources of the state, [inverted totalitarianism] gains its dynamic by combining with other forms of power, such as evangelical religions, and most notably by encouraging a symbiotic relationship between traditional government and the system of "private" governance represented by the modern business corporation. The result is not a system of codetermination by equal partners who retain their respective identities but rather a system that represents the political coming-of-age of corporate power.
Natürlich gibt es zu dieser Theorie inzwischen zahlloseste Ansätze. Aber wo findet man sie kompakt und treffend zusammengefaßt zwischen zwei Buchdeckeln? Diese Theorie hätte darauf abzuheben, dass es - nach Konrad Lorenz - Diktatur durch Gewalt und Diktatur durch Verwöhnung gibt.

Die psychologischen Abteilungen der Geheimdienste

Sie hätte darauf abzuheben, dass der innere Kern der großen Geheimdienste aus quasi-wissenschaftlichen, universitätsähnlichen Abteilungen gebildet wird (gerne auch geheimen oder halböffentlichen "Thinktanks"), in denen vor allem die begabtesten und bestgeschultesten Psychologen arbeiten (etwa dargestellt in Victor Ostrovsky's "Geheimakte Mossad" [1994]). Eine Ahnung davon vermitteln auch die Doktorarbeiten, die an der Hochschule der Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche-Golm erstellt wurden.

Mit a) dem Wissen über jeden einzelnen Politiker, Journalisten, höheren Staatsbeamten und über jedes für einflußreich geltende Mitglied fundamentaloppositionellen Gruppen, das Geheimdienste generieren (beispielsweise die 30.000 Personalakten, die der CIA für Italien zusammengestellt hat [siehe "Terrorjahre" von Regine Igel]) und mit b) den Handlungsmöglichkeiten, die Geheimdiensten offenstehen (siehe das Agieren der Geheimdienste in den letzten Jahrzehnten, dargestellt in zahlreichen Büchern), steht diesen Abteilungen eine geradezu unbegrenzte Klaviatur der Machtausübung zur Verfügung. Diese Klaviatur hätte eine Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften abzubilden. Hier wären wohl vor allem zu unterscheiden
  1. die Geheimdienst-Abteilungen für Individualpsychologie einzelner Personen,
  2. die Geheimdienst-Abteilung für Gruppenpsychologie kleinerer oder größerer Gruppen, die gebildet oder zersetzt werden sollen (Bundestagsfraktionen oder Gruppierungen, die fundamentaloppositionelle Tendenzen vertreten, die "aufgefangen" werden müssen wie etwa die Ludendorff-Bewegung, NPD, Grüne, Bündnis 90, 9/11, Piraten, Pegida, AfD ... und so endlos weiter, sowie die dort bestehenden jeweiligen "Flügel" und ihre Flügelkämpfe [z.B. Fundis gegen Realos etc.]), also sprich Abteilungen zur Zersetzung von Gesellschaftsreform bei gleichzeitiger Simulation von ... "Gesellschaftsreform"
  3. die Abteilungen zur Massenpsychologie ganzer Gesellschaften, die über die Massenmedien seit Jahrzehnten in einen Zustand der Dauerbetäubung, der Denkfaulheit, Denkträgheit und damit der Handlungsunfähigkeit versetzt werden ("Wohlfühl-Demokratie" etc.). Auch hier ist natürlich jedes Volk, jeder Staat entsprechend seiner spezifischen Eigenarten zu behandeln und muss die ihm gemäße "Sonderbehandlung" und "Umerziehung" erfahren. Die Deutschen beispielsweise kann man seit 1918 gut mit der Vertiefung von "Schuldkomplexen", von "Kollektivschuld" und "-verantwortung" beharken. Und so jedes Volk, jedes Land ein wenig anders. Diese Abteilungen sind insbesondere auch mit dem Kulturleben befaßt, fördern beispielsweise (spätestens seit 1945) massiv "moderne" Kunst und Literatur, sowie seichte Unterhaltung, wobei zugleich echten kulturerhaltenden Bestrebungen und Personen das "Wasser abgegraben" wird.
Dies wären zunächst die mir derzeit am wichtigsten erscheinenden Teile einer solchen Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften. Dass das leitende Personal all dieser Abteilungen durch Regierungskriminalität und durch archaischste Religiosität und Okkultismus in Hochgradlogen und okkulten Priesterorden mitsamt elitärer Pädokriminalität und elitärem Satanismus auf ihre Ziele ausgerichtet und konditioniert wird ("Zombifizierung" nennt das der elitäre Satanist Ralph Tegtmeier, ebenso E. R. Carmin in "Das schwarze Reich"), ist ja hier auf dem Blog schon eingehend behandelt worden.

Diese natürlich sehr intelligenten Mitarbeiter sind oftmals im Grunde bemitleidenswerte Geschöpfe, die möglicherweise aufgrund eigener schwerer Kindheitserfahrungen, aufgrund von Erpressung und ähnlichem fast gar nicht anders können, als so konditioniert zu handeln, wie sie es heute eben tun und schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Sie können von ihrer Menschlichkeit her gesehen an wenig anderes erinnern, als an die Folterknechte des KGB, der Gestapo und US-amerikanischer Folterlager und Menschenversuche (etwa nach 1945 in Berlin-Lichterfelde in der ehemaligen preußischen Kadettenanstalt, wo noch heute nirgends an diese Verbrechen der US-amerikanischen Menschenversuche erinnert wird).

Ergänzungen, Korrekturen, Hinweise zu diesen Ausführungen willkommen!

________________________________________
1Vgl. etwa Schenk, Dieter: Die braunen Wurzeln des BKA. Fischer Taschenbuch 2003; siehe dazu auch viele Beiträge von Ingo Bading auf dem Internetblog „Gesellschaftlicher Aufbruch – jetzt!“

Samstag, 5. Oktober 2013

"Wer hat bloß diesen Käse zum Bahnhof gerollt ..."

Ein Lied gegen jede Form von geballter Schwermut


Ein Stier ...
"Wer hat bloß diesen Käse zum Bahnhof gerollt", singen die deutschen Soldaten im Sommer des Jahres 1945 auf die neuen Machthaber.

So wird es jedenfalls dargestellt in dem bärbeißigen Roman "Der Major und die Stiere" von Hans Venatier (1903-1959) (Wiki) (1).

Es geschieht das in dem Kapitel "Alles Käse !" (1, S. 30-53).

An welche Typen und Geschehnisse man bei diesem Lied alles denken kann. Und ist es nicht notwendig, sich mitunter mit einem solchen Lied eine womöglich über viele Jahrzehnte hinweg angesammelte geballte Schwermut vom Leibe zu halten?

Darum sei in diesem Beitrag einmal auf dieses Lied hingewiesen in allen Versionen, die zugänglich sind. "Auf allen Kanälen", die einem möglich sind. - Aber, Achtung, leider ist das Lied ein Ohrwurm. Den darf man sich nur sehr dosiert zu Gemüte führen. -

... und die "Ami"
Es sei am Rande bemerkt, daß der Roman "Der Major und die Stiere" 1956 auch verfilmt worden ist. Allerdings besteht der dringende Verdacht, daß es sich dabei um keine besonders gelungene, also wertvolle, angemessene Verfilmung handelt.

Sollte aber einmal eine Film-Dokumentation erstellt werden über die Geschichte der Friedensbewegung oder über die Geschichte der Partei "Die Grünen", wäre dieses Lied sehr geeignet für die Titelmusik. Natürlich eignet sich dieses Lied auch als Titelmusik für die Behandlung zahlreicher weiterer zeitgeschichtlicher Entwicklungen und gehijackter gesellschaftlicher Bewegungen der weltweiten Zeitgeschichte seit etwa 1945 ..... Oder noch anders: Vielleicht ist dieses Lied erst die rechte deutsche Nationalhymne, nach der seit 1945 so nachhaltig gesucht wird - ?

Zugänglich ist es in einer Klavierfassung (Yt.). Beim Anhören kann man den "bedeutungsschweren" Text schon einmal mitsummen:
Wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt ?
Das ist 'ne Frechheit, wie kann man so was tun,
Denn er war noch nicht verzollt !
Die Polizei hat sich hineingelegt,
jetzt ist sie böse sehr und grollt,
Ja wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt.
Außerdem ist das Lied zugänglich in zwei historische Fassungen mit originalem Gesang aus dem Jahr 1926 (Yt.1, Yt.2). Der Erläuterungstext lautet:
"Dieser Nonsens-Schlager wurde von Franz Strassman verfaßt. Die vorliegende Aufnahme entstand etwa im Mai-Juni 1926 in Berlin, den Refrain singt Max Kuttner."
Es ist anwendbar auf eine große Fülle von zum Bahnhof gerolltem Käse.

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  1. Venatier, Hans: Der Major und die Stiere. Roman. Düsseldorf 1953 (6. Auflage), 1955 (Google Bücher), 1983 (Google Bücher)

Dienstag, 9. November 2010

Keine Weltgeschichte ohne Verschwörungen

Vorüberlegungen zu einer "Evolutionäre Politikwissenschaft"

Im allgemeinen herrscht heute die Meinung vor, nur noch "Dumpfbacken" würden "ethnozentrischen Instinkten" folgen. Und daß sie dies tun, wäre eben der Beweis für ihre unsägliche Dummheit. 

Im Verlauf einer längeren Internet-Diskussion, aus der im folgenden nur ein kleiner Auschnitt gegeben werden soll, wurde demgegebenüber von Seiten dieses Blogs ein differenzierterer Standpunkt vertreten. Dies insbesondere in dem Textteil, der rot hervorgehoben wurde. Die Wiedergabe der anderen Textteile dient vorwiegend dazu, den logischen Zusammenhang nachvollziehbar zu machen, in dem diese Gedanken geäußert wurden.

- Dies wäre freilich ein Standpunkt, der noch nach vielen Richtungen hin gründlicher auszuformulieren wäre. Aber könnte das nicht ein verheißungsvolles naturwissenschaftliches, soziobiologisches Forschungsprogramm ergeben? Das Forschungsprogramm einer "Evolutionären Politikwissenschaft", von dem sogar das Überleben weitentwickelter Gesellschaften der Nordhalbkugel abhängen könnte?

Was mich in diesem aufgeklärten Forum – immerhin nichts weniger als ,,eine Oase der Vernunft‘‘ – sehr interessieren würde, ist die Frage nach dem Verhältnis zu Verschwörungstheorien. Es sind hier schon häßliche Verschwörungstheorien erwähnt worden. Was mich interessieren würde, ist die spezielle Frage diesbezüglich, ob es ebenfalls ein singuläres Merkmal, neben anderen Singularitäten bzgl. der Juden, ob es nur die sogenannten ,,antisemitischen‘‘ Verschwörungstheorien sind, die grundsätzlich nicht stimmen, oder ob auch andere Verschwörungstheorien, wie etwa die Theorie, eine verschworene Gemeinschaft muslimischer Attentäter hätte geheim geplant Flugzeuge in Wolkenkratzer in New York zu lenken und dieses auch getan, oder die deutsche Regierung hätte sich in den 1930er Jahren insgeheim verschworen einen Weltkrieg anzuzetteln (Anklagepunkt des Nürnberger Prozesses: ,,Verschwörung gegen den Frieden‘‘), reiner Wahn sind. Sind also nur antisemitische Verschwörungstheorien gelogen, oder die anderen auch ? Das wäre für mich interessant zu wissen.
 
Die Verschwörungstheorie ist jene, laut der die USA für die Anschläge auf ihr Land selbst verantwortlich gewesen wären:
http://feuerbringer.com/2010/09/21/911-verschworungstheorien/
Ich weiß nicht, was die zweite Anmerkung bedeuten soll. Traust du den Nazis nicht zu, einen Krieg vorzubereiten?
Herr Müller, manchmal sind Sie doch ein wenig begriffsstutzig, wie ich finde. Was man Ihnen eigentlich sonst gar nicht zutrauen würde.
Diese sehr schöne und gute Frage von Herrn Onra war doch eine rein rhetorische. Merken Sie das denn nicht?
Auch die Theorie, das deutsche Militär und die deutsche Regierung hätten sich 1914 oder 1939 zu einem Krieg “verschworen” (durch “Geheimdiplomatie”) ist – wie jede Forschungsthese – zunächst Theorie. Natürlich ist diese Theorie längst bewiesen. Durch den Nürnberger Prozeß. Zum Beispiel. Und dadurch, daß damals nur Presseorgane in Deutschland lizenziert wurden, die dieser Theorie nicht widersprachen. Etc. pp..
Und insfern ist es eben ganz richtig, auch alle anderen Verschwörungstheorien als bloße Theorien abzutun. Übrigens paßt der Schlagabtausch dieser Verschwörungstheorien auch gut in das Schema hinein, das Kevin MacDonald entworfen hat. MacDonald hat noch viele Forschungslücken übrig gelassen. Er hat nur einen ersten Entwurf geliefert.
Immerhin sagt man, daß eine Gruppe von Moslems aus einer Terrororganisation sich verschworen hat, um mit Flugzeugen die ,,Twin Tower‘‘ anzugreifen.
Ist das dann nicht zunächstmal auch eine ,,Verschwörungstheorie‘‘?
Ist es zudem nicht eher eine Frage der Fakten als des Zutrauens ?
Es gibt keine Weltgeschichte ohne Verschwörungen. Verschwörungen zu unterstellen, muß darum das Hauptgeschäft jedes politisch interessierten Menschen sein. Wichtig ist dann halt aber auch, daß er seinen psychischen Apparat zur “cheater detection” in Betrieb läßt. Dieser Apparat funktioniert um so besser, um so mehr man ihn mit so einigen Instinkten in seinem Inneren, ich möchte meinen, am ehesten ethnozentrischen Instinken, kommunizieren läßt. Denn ethnozentrische Instinkte können “weise” machen. Da Humanevolution nachweisbar durch ethnozentrische Instinkte vorangetrieben wird. (Siehe “Natural History of Ashkenazi Intelligence”.)
Dem Einwand,
@ Ingo Bading um 09.02
Jede Ethnie hat also ihren (eigenen), genetisch fudierten und womöglich auch noch nahezu unfehlbaren Wahrheits- Erkennungs- Apparat.
Was aber, wenn die Ergebnisse zweier oder mehrer Apparate sich widersprechen. Dann bleibt nur noch der (sozialdarwinistische) Kampf “bis aufs Blut”.
Haben wir bzw. hatten wir doch schon.
L.S.
wurde zunächst in vorläufiger Weise geantwortet:

Falsch, ganz falsch. Diese hier behauptete Alternativlosigkeit bestreite ich ganz entschieden. Sie widerspricht jeder humanistischen Werteordnung.
Ansonsten: Alles ist genetisch fundiert. Das heißt aber nicht, wie – und daß es damit zu 100 % “determiniert” sein muß. Ich habe auch nicht behauptet, daß die cheater detection im Wesentlichen ein genetisch angeborener Prozeß ist. Dann würde ich mich ja gar nicht an Diskussionen darüber beteiligen.
Und von Unfehlbarkeit hatte ich schon gar nicht gesprochen.
Dem Thema wäre es sicherlich wert, umfassender und methodischer nachzugehen. Zahlreiche Forschungsansätze hierfür lassen sich sicherlich finden (siehe beispielsweise: 1, 2) und möglicherweise werden wir der Thematik hier auf dem Blog ebenfalls noch weiter nachgehen.

_______________
2. M ENQUIST, S GHIRLANDA (2007). Evolution of social learning does not explain the origin of human cumulative culture Journal of Theoretical Biology, 246 (1), 129-135 DOI: 10.1016/j.jtbi.2006.12.022

Samstag, 17. April 2010

Jan Assmann über den Ursprung der Freimaurerei

Nexworld TV mit spannendem Angebot

Auf Nexworld TV kann man wieder viele wichtige, wertvolle Filme ansehen (gegen gutes Geld ...), wobei diese vermischt sind - irgendwie "typischerweise", beabsichtigterweise (?!) - mit dem allergrößten pseudowissenschaftlichen Humbug.

Aber schon im gegenwärtig kostenfrei zugänglichen "Anbeißer" ("Teaser") auf der Startseite spricht etwa der Kulturhistoriker und Ägyptologe Jan Assmann über den Ursprung der Freimaurerei folgende Worte:
So wie Ägypten die Heimstätte der wissenschaftlichen, so galt Israel als der Ursprung der religiösen Freimaurerei. Und hier wird das freimaurerische und das freidenkerische Mysterienparadigma im christlich-pietistischen Sinne umgedeutet und das Reich Gottes als eine Geheimgesellschaft verstanden, in die der Held in verschiedenen Stufen der Einweihung aufgenommen wird.
Man wusste ja noch gar nicht, dass sich Jan Assmann auch mit der Freimaurerei beschäftigt. Auf welche Ergebnisse er da wohl alles noch gekommen ist?! Mit Jan Assmann ist also auch weiterhin zu rechnen. Er hat ja auch den "Appell von Blois" gegen säkular-zivilreligiös-monotheistische Geschichtsdeutungen unterzeichnet, was ihm nicht vergessen sein soll.

Was von der ersten Sequenz des "Anbeißers" zu halten ist, ist schwer zu sagen. Die zweite (Cafe 23 - Schattenarmeen) klingt seriös. Ebenso zunächst - zumindest in dem kurzen Ausschnitt - die dritte, Thema "Weltregierung":
Es gibt sehr viele Theorien, wer die Fäden wirklich zieht im Hintergrund. Einige sagen, es sind die Jesuiten, die römisch-katholische Kirche, andere sagen, es sind die Geldmächte, die Rothschilds, andere sagen, es sind die "alten Blutlinien", diese alten Familien.
Monotheistische Weltherrschaftsansprüche

Jan Assmann
Fotograf: Rama
Das die römisch-katholische Kirche und damit auch der Jesuitenorden ihrem monotheistischen Selbstverständnis nach die Weltregierung anstreben müssen, wird kaum ein Geheimnis genannt werden brauchen. Aber was mit den letzteren "alten Blutlinien" gemeint ist, wird zunächst nicht klar. Aus der modernen Humangenetik wissen wir, dass es im ethnischen Umfeld der "Rothschilds" in der Tat manche alte, sozusagen "Blutlinien" gibt, etwa, dass sich die Männer der Priesterkaste der Kohanim im jüdischen Volk nur auffällig selten mit Nichtjuden vermischt haben. Ablesbar an ihren Genen. Also ist hier möglicherweise ein zweiter monotheistischer Weltherrschaftsanspruch angesprochen mit dem jeweiligen entsprechenden "Gotteswahn" und Ausschließlichkeitsanspruch: Kein Gott außer Gott - bla, bla, bla.

Was in der vierten Sequenz über "Atlantis" gesagt wird, ob eher Seriöses oder eher Unseriöses wird nicht gleich klar. Klingt eher nach Unseriösem.

"Gotteswahn": Kein Gott außer Gott

Die fünfte Sequenz klingt wieder seriös - möglicherweise ein Angehöriger der 9/11-Wahrheitsbewegung (?). In der sechsten Sequenz kommt das schon erwähnte Jan Assmann-Zitat. In der siebten folgt Xavier Naidoo - Geschmackssache. Achte Sequenz scheint zunächst schlicht Wissenschaftsgeschichte zu sein (?). Die neunte Sequenz ("Unsterblichkeit" und Quantenphysik) scheint offenbarer Humbug hoch 10 zu sein. Tenor: "Das Gehirn erzeugt Quantenobjekte" - was für ein Quark (nein, nicht das Elementarteilchen ist gemeint!).

Die zehnte Sequenz scheint wieder echtester, seriösester Enthüllungsjournalismus und damit beste "Cheater detection" zu sein: "Illegal - die Tricks von Polizei und Justiz". In der elften Sequenz geht es um traditionelle Heilkunst in der Tradition der Inkas. Das muss nicht von vornherein unseriös sein ... ehm, räusper ..., je nachdem.

In der zwölften Sequenz geht es um die Geschichte der Hypnose. Ob das seriös ist oder nicht, kann aus der kurzen Sequenz nicht entnommen werden. Aufklärung über Delfinjagd in Japan (13. Sequenz) ist sicherlich sehr wichtig und seriös.

Kleine statistische Auswertung der 12 Sequenzen: 6 mal Plus, 2 mal Minus, vier mal Unentschieden/Neutral.

Außerdem packt Wilhelm Dietl, ein ehemaliger BND-Agent, in einem Film von 50 Minuten Länge aus. Das wird sehenswert sein und man wird dort - wie so oft - schneller auf den Punkt kommen, als wenn man sein ganzes Buch lesen müsste. außerdem ist der Wechsel der Informationsmedien dem menschlichen Abwechslungsbedürfnis angemessen und darum auch "volkspädagogisch" wertvoll.

Also wird man da vielleicht doch mal wieder irgendwann einiges Geld investieren müssen. Um zumindest Jan Assmann in voller Länge zu sehen und zu hören - und so manche anderen auch. Mit den genannten Einschränkungen. Insbesondere also auch den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu empfehlen. Statt jesuitischer (und Leo Kirch-mäßiger) Stefan Raab-Verdummung ein wenig mehr ... Aufklärendes.

Dienstag, 23. März 2010

Familienpolitische "cheater detection" auf Michael's Blog

"... Nicht dumme, parasitäre Hausfrauen, sondern Königinnen ..."

Auf dem Blog von Michael Blume hat die "Amazon-Rezensentin" Lena Waider in den letzten zehn Tagen mit Bravour und großem Engagement, Können und Intelligenz die familienpolitischen Vorschläge von Peter Mersch dargestellt und verteidigt (Natur des Glaubens, 14.3.10 ff). 

Abb. 1: Junge Familie Mitte der 1960er Jahre

Da wurde so viel Gutes gesagt, daß hier eine Zusammenstellung von wichtigen Diskussionsbeiträgen gegeben werden soll. Lena Waider begann die Diskussion mit den Worten:

Positiv scheint mir (in der gegenwärtigen Zeit) auch zu sein, daß nun zunehmend der "Gleichheitsfeminismus" in die Kritik gerät. In der Natur ist bei Arten, bei denen auch die Weibchen soziale Aufgaben übernehmen, stets recht bald eine Arbeitsteilung unter den Weibchen entstanden (und damit wieder Ungleichheit), nur daß die einen dann nicht dumme parasitäre Hausfrauen, sondern Königinnen heißen.
Der Satz saß. Und:
Es muß dann einen echten Beruf für Familienarbeit geben, bei dem Frauen (eventuell Männer) für das Aufziehen ihrer eigenen Kinder bezahlt werden. Und wie im Tierreich muß es zum Teil zu einer Arbeitsteilung unter Frauen kommen: die einen ("Arbeiterinnen") sind eher an einer Karriere in der Wirtschaft interessiert und haben dann keine oder nur wenige Kinder, während die anderen (Königinnen/Göttinnen ;-)) im Aufziehen von mehreren eigenen Kindern (und ggf. dem Betreuen anderer Kinder) ihre Lebensaufgabe sehen und dafür dann auch bezahlt werden (möchten). Im Internet nachzulesen ist das hier:

http://knol.google.com/...echtigten/6u2bxygsjec7/2

Der Artikel ist in der betont kühlen Art des Autors gehalten (kaum ein Tabuthema bleibt außen vor). Er ist aber meiner Meinung nach dennoch sehr lesens- und bedenkenswert.

Neben anderem warf Mitdiskutantin Mona ein:

„Die Arbeitslosigkeit ist eine Folge der hohen Erwerbsbeteiligung von Frauen im Zusammenwirken mit den niedrigen Geburtenraten. Das geht aus den Zahlen des statistischen Bundesamtes klar hervor.“

Wie bitte, die Frauen sind schuld?

"Heute besitzen Frauen in den Büros die Mehrheit"

Lena Waider:

Schuld: Wer redet von Schuld? Frag doch mal ältere Männer (Rentner): Noch um 1970 saßen in den meisten Büros überwiegend Männer. Männer waren die Chefs und Sachbearbeiter, Frauen Sekretärinnen. Arbeitende Frauen waren vorwiegend im Niedriglohnbereich anzutreffen, weil die versuchten, zu dem mickrigen Lohn des Ehemanns noch etwas dazuzuverdienen (sofern es überhaupt einen Ehemann gab). Gutverdienende Männer gaben noch in den 60er Jahren den Spruch von sich: "Ich habe es nicht nötig, daß meine Frau arbeiten geht." Die erste Tagesschausprecherin kam 1974 (Berghoff), der Versprecher der ersten Sportschaumoderatorin (Schalke 05) löste ein kleines mediales Erdbeben aus.

Heute besitzen Frauen in den Büros die Mehrheit, in den Medien sowieso. Das statistische Bundesamt zeigt auf: Ab 1970 brachen die Geburtenraten von vorher ca. 2,3 auf dann 1,3-1,4 ein (Pillenknick). Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote kontinuierlich an, obwohl die Wirtschaft immer mehr Erwerbsarbeitsplätze anbot (es gibt also heute mehr Arbeit). Der Anstieg bei der Arbeit war aber klein im Vergleich zum Anstieg bei den Erwerbspersonen, der in erster Linie durch zusätzliche Frauen bewirkt wurde.

Hier ist zu berücksichtigen, daß vor allem qualifizierte, gut ausgebildete Frauen nachgerückt sind. Die bekommen nun besonders wenige Kinder, weil sie besonders viel arbeiten. Die Auswirkungen davon sind so gut wie irreparabel: 1981 wurde unter den deutschen Jugendlichen (ca. 15) ein mittlerer IQ von 107 gemessen (damals Weltspitze), heute liegt er bei 98. 15-jährig in 1981 bedeutet: Man ist Teil der Babyboomer, die um 1965 geboren wurden. Von denen sind ganz besonders viele beiderseitig berufstätig und haben wenige Kinder. Die sind heute um 45 und besetzen die wichtigsten Schaltstellen in unserem Land. (...)

Mersch hat gezeigt, daß allein ein Familienberuf für eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit um 4 Millionen sorgen würde. (...) Die kinderlose Christiane Nüsslein-Volhard hat mit ihren Nobelpreiseinnahmen u. a. eine Stiftung für Frauen in der Forschung gegründet, damit diese leichter einen Kinderwunsch realisieren können. Sie schreibt es in einem Geleitwort in aller Deutlichkeit: Eine Forscherin muß alle Veröffentlichungen selbst lesen, sie kann das nicht delegieren. Reduziert sie ihren Arbeitsaufwand, fällt sie in ihrem Gebiet zurück. Gleiches gilt auch für Künstler, Sportler, Manager etc.. (...)

In modernen, hochtechnisierten Ländern wie Deutschland, Japan, Taiwan, Süd Korea, Singapur etc. läßt sich das Nachwuchsproblem meiner Meinung nach nur durch:
a) Massive Zuwanderung
b) Rückkehr zum Patriarchat
c) einen zusätzlichen Beruf für Familienarbeit
lösen. (...)

Geringe Geburtenraten in Wohlstandsländern, die durch Migranten aufgefüllt werden müssen (!), sind Kolonialismus und nichts anderes.

"Heute bekommen so viele Menschen keine Arbeit, weil so wenig Kinder in die Welt gesetzt werden"

Frau Waider sagt unglaublich klare, deutliche Sachen:

Wir haben genug Arbeitsplätze. Unser Problem sind die vielen Erwerbspersonen. Es werden kaum Kinder in die Welt gesetzt, weswegen nun beide Geschlechter einen Vollzeitarbeitsplatz für sich beanspruchen. Das kann nicht funktionieren. Es muß immer einen Ausgleich zwischen Produktion und Reproduktion geben. Wer verbraucht, muß auch erneuern. Deutschland hat kein Öl, sondern nur Humanressourcen. Wir behandeln die aber aktuell so wie Öl: Angeblich sprudeln die einfach aus der Erde. Das Aufziehen von neuen Menschen ist aber mit Arbeit verbunden, und genau die sparen wir uns. Folglich ist die Arbeitslosigkeit aktuell so hoch.
Man hört immer wieder: setzt besser keine Kinder in die Welt, denn die kriegen später keine Arbeit. Tatsächlich ist es so, daß heute viele Menschen keine Arbeit bekommen, weil so wenige Kinder in die Welt gesetzt werden. Stattdessen meinen wir, das könnte die 3. Welt für uns erledigen. Das ist Verlagerung von Arbeit in Niedriglohngebiete, genau das, was unsere Wirtschaft mitunter auch tut, aber nicht so radikal, wie es die Bevölkerung getan hat.

Verlagerung von Arbeit in Niedriglohngebiete - durch die moderne Familienpolitik

In einem Exkurs fragt Michael Blume:

Erlauben Sie mir eine Frage: Hat P. Mersch die durchschnittlich höhere Kinderzahl religiös vergemeinschafteter Menschen (die u.a. Varianten von Wertezuschreibung, Familienrollen und gemeinschaftlicher Kinderbetreuung organisieren) in seinen Modellen schon berücksichtigt? Ich könnte mir vorstellen, daß dieser Aspekt für ihn interessant sein könnte, bin bislang jedoch bei ihm nicht darauf gestoßen.
Antwort Waider:
Ich konnte mich auch nicht erinnern, bei Mersch etwas darüber gelesen zu haben und habe ihm ein email geschickt. Die Zahlen (die höhere Fertilität religiös vermeintschaftlicher Menschen) sind ihm geläufig. Er erwartet aber dennoch keineswegs, daß der von ihm vorgeschlagene Familienberuf hauptsächlich von solchen Personen angestrebt werde, da bei den religiösen Gruppen meist ein patriarchalischer Hintergrund bestehe, während der Familienberuf in erster Linie matriarchalisch ausgerichtet sei (was für viele Menschen ein Problem darstelle).

Erziehungsgehalt stärkt die matriarchalische Komponente in unserer Gesellschaft

Mitdiskutant Ralf Würfel:

Ich zitiere hier mal die entsprechende Stelle aus Merschs Aufsatz „Familienarbeit in gleichberechtigten Gesellschaften“, auf den Lena hinwies:
„Jeder Bürger müsste gemäß seiner individuellen Leistungsfähigkeit für ein Kind Unterhalt zahlen. Allerdings könnte er sich von dieser Verpflichtung durch das Aufziehen eines eigenen Kindes befreien. (...) Die Differenz zu einer bestandserhaltenden Geburtenrate könnte dann von staatlich beschäftigten Familienmanagerinnen abgedeckt werden, die in aller Regel größere Familien mit drei oder mehr Kindern gründen. Da die Familienarbeit dabei zum Fulltimejob generiert, würden solche Familienfrauen (oder auch -männer) vom Staat für die von ihnen geleistete Erziehungsarbeit - in Abhängigkeit von der Zahl ihrer Kinder - bezahlt. Allerdings benötigten sie entsprechende Qualifikationen, da sie einen Beruf mit sehr hoher Verantwortung ausüben. Auch müssten sie sich regelmäßig fortbilden. Sie gingen einer echten Erwerbsarbeit nach. Für sie würde das folgende ergänzende Familienmodell zum Einsatz kommen: Der Mann geht arbeiten und verdient Geld, die Frau zieht die Kinder auf und verdient dafür ebenfalls Geld.
Dieses Familienmodell trägt den Namen Familienmanager-Modell. Es dürfte das einzige Familienmodell sein, welches einen nennenswerten Anteil gut ausgebildeter Frauen unter der Rahmenbedingung der Gleichberechtigung der Geschlechter zur Gründung einer Mehrkindfamilie bewegen könnte. Natürlich würde auch die umgekehrte Variante (Die Frau geht arbeiten und verdient Geld, der Mann zieht die Kinder auf und verdient dafür ebenfalls Geld) funktionieren, allerdings dürften solche Konstellationen eher selten sein.“

Das Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern würde sich komplett ändern

Lena Waider auf Einwände:

Das Konzept ist das genaue Gegenteil von totalitär. Keiner muss den Beruf ergreifen, genauso wenig wie heute jemand Gerichtsmediziner werden muss. Die Menschen werden es trotzdem.
Es ist im Grunde ganz einfach: Menschen (i.d.R. Frauen), die lieber eine größere eigene Familien haben wollten als irgendwo arbeiten zu gehen, interessieren sich für den Job als Familienmanagerin (FM) und machen frühzeitig eine entsprechende Ausbildung. Quereinstiegsmöglichkeiten sollte es auch geben. (...)
Durch die Bezahlung würde sich das Machtverhältnis unter den Geschlechtern in den Familien komplett umdrehen ("solange du deine Füße unter meinen Tisch..."). Mersch rechnet schon bald mit so etwas:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mosuo
(...) Ferner glaubt er, dass sich einige (viele?) zusammenschließen und größere Einheiten (Kinderland) bilden werden: Ganze Straßen mit Wohnen, Homeschooling, Kindergärten, Mal- und Musikschulen, Bolzplätzen, Restaurants, ggf. einem angeschlossenen Altenheim, und das alles bankfinanziert, da die FMs ein sicheres Einkommen beziehen. Älteren Künstlern etc. wird es eine Ehre sein, dort zu unterrichten.
Wenn man es durchzieht, würde sich unsere Gesellschaft komplett umdrehen. Es würde im Grunde wieder der Mensch und die menschliche und kulturelle Weiterentwicklung ins Zentrum rücken und nicht so sehr die Frage, welche Eigenschaften der nächste VW Golf hat. Die Reproduktion würde mehr in den Mittelpunkt geraten.
Zum Unterhalt und den Kinderlosen: Da gäbe es keine Ausnahmen. Jeder, der kein Kind großzieht, müsste z. B. von 35 bis 60 Unterhalt zahlen, und zwar unabhängig von seiner Zeugungsfähigkeit. Damit würde auch endlich mehr Gerechtigkeit zwischen den Singles entstehen, denen mal ein Kondom geplatzt ist, und denen das noch nie passiert ist. Denn Erstere müssen schon jetzt Unterhalt für ein Kind zahlen, obwohl sie es vielleicht nie oder nur ganz selten zu Gesicht bekommen.

Hier werden so viele Wahrheiten auf einmal gesagt, Wahrheiten, die auch hier auf dem Blog schon verschiedentlich betont wurden, daß man sich wundert, daß das so lange dauert, bis die sich herumsprechen. Aber immerhin: Bis zum Blog vom Michael haben sie sich ja schon herumgesprochen. Waider:

Unter totalitär verstehe ich das:
"No woman should be authorized to stay at home to raise her children. Society should be totally different. Women should not have that choice, precisely because if there is such a choice, too many women will make that one."
Aus: Sex, Society and the Female Dilemma: A Dialog between Simone de Beauvoir and Betty Friedan, in: Saturday Review, 14.06.1975, 13, S. 16-20, 56 (...)
Unter totalitär verstehe ich, (...) wenn Frauen arbeiten gehen müssen (!), um ihre Kinder ernähren zu können, wenn Kinderlose (wie hier anzutreffen) meinen, sie hätten ein Recht darauf, dass sie sich ihre Rente von den Kindern anderer finanzieren lassen, wenn Frauen mittlerweile meinen, Kinder ließen sich nur in staatlichen Kindergärten ordentlich erziehen, wenn Menschen meinen, (...) eine ordentliche Bezahlung für die Erziehungsleistung von Müttern (die auch im Wesentlich gar nicht vom Staat, sondern von Kinderlosen käme), sei unfinanzierbar, wenn Frauen wie immer mehr nach Arbeitsplätzen rufen, obwohl sie den Mangel an Arbeitsplätzen genau mit dieser Rufe erst hervorrufen. Das ist totalitär, diese die ganze Gesellschaft durchziehende fast pathologisch zu bezeichnende alleinige Orientierung hin auf eine Erwerbstätigkeit in der Wirtschaft. (...)
Der Pförtner am Firmentor wird bezahlt, die auf die Kinder wachende Mutter auf dem Spielplatz nicht. Ein gleicher Anspruch auf Bezahlung besteht für die Mutter nicht, da sich der Anspruch des Pförtners aus dem Arbeitsvertrag ableitet, und den hat die Mutter nicht. Das ist das Problem.

Manche Dinge sind zu simpel, als daß es viele Menschen noch verstehen könnten. Sie verstehen nur "komplizierte" Dinge - und dann zumeist auch die nicht richtig, weil sie sich immer mehr in irgendwelche Kompliziertheiten hineinsteigern. Waider stattdessen:

Beim Elterngeld bestehen aber (...) noch viel größere Ungerechtigkeiten, denn nun bekommt die arbeitslose Hochschulabsolventin für das Aufziehen ihres Kindes 300 Euro, die mit dem Job aber z. B. 1.600 Euro. Und diese Unterschiede wurden von Frauen verabschiedet! (...)
Einer der Gründe für unser gesellschaftliches Problem ist: die Menschen können nicht rechnen.
Unternehmen rechnen so: Der Forscher für unsere Medikamente kostet uns 25 Jahre lang nur Geld. Viel Geld. Gewinne wirft er erst ab, wenn die Medikamente der nächsten Generation (!) auf den Markt kommen, an deren Entwicklung er beteiligt war. Das ist aber erst in 25 Jahren.
Kein Mitarbeiter bei der Herstellung der Pillen würde auf die Idee kommen zu behaupten, dass er mit seinem Job (der aktuell gewinnbringend ist) den Forscher bezahlt und der doch bitte deshalb eine eine Bezahlung verzichten solle. Alle wissen: Wir können nur deshalb Geld verdienen, weil die Forscher der vorherigen Generation so gute Medikamente entwickelt haben. Und deshalb bezahlen wir die heutigen Forscher, damit die Arbeitnehmer in 25 Jahren noch immer in diesem Unternehmen gutes Geld verdienen können.
So denken Unternehmen, so denken Mitarbeiter in Unternehmen. Die rechnen nämlich immer in 2 Generationen, und nicht in einer, wie der moderne Ichling, der kein Morgen kennt.
Wer ist der größte Steuerzahler in einem Sozialstaat? Derjenige mit dem Hochschulabschluss und dem gut bezahlten Job? Nein, es ist die Mutter mit den 4 Kindern, die vorher ggf. sogar noch etwas studiert hat, diesen Beruf dann aber nicht ausgeübt hat.
Warum? Weil man in einer Gesamtkostenrechnung auch ihren "Output" mitberücksichtigen muss, nämlich die 4 guten Steuerzahler, die sie auf den Weg gebracht hat. Die zahlen aber erst in der nächsten Generation.
So einfach sieht die Welt aus, wenn man rechnen kann.

Und (Seite 3):

Diese unsere Gesellschaft funktioniert nur deshalb einigermaßen gut, weil unsere Mütter einen guten Job gemacht haben, und zwar trotz Krieg, Hitler und Co.
Und obwohl ihnen die Männer dabei die ganze Zeit in den Ohren gehangen haben, nur das, was sie machten, sei im Grunde wichtig. Deshalb sollten sie mal schön still sein, denn nur er bringe das Geld nach Hause.
Die heutigen Frauen haben denen das schlussendlich geglaubt. Nun sind auch die meisten Frauen der Meinung, nur die Arbeit draußen in der Wirtschaft sei wichtig. Nur wer dort arbeitet und Geld verdient, der leiste etwas. Die unschätzbare Leistung von Frauen, die alles kulturell Wertvolle an ihre Kinder weitergegeben haben, zählt dagegen heute nichts mehr. Nun kann auch jede kinderlose Frau einer engagierten Mutter vorrechnen, dass sie ihr in Wirklichkeit auf der Tasche liege.
Und wir wundern uns über den modernen Ichling, wenn die großen sozialen Leistungen heute nichts mehr wert sind? Wenn die großen sozialen Leistungen nicht einmal mehr als solche erkannt werden?
Mersch hat das mir gegenüber in einem email einmal so ausgedrückt: "Mein Vater hatte ein mittelständiges Unternehmen, meine Mutter war Hausfrau und Mutter von 4 Kindern. Das, was mein Vater geschaffen hat, gibt es längst nicht mehr, das von meiner Mutter aber alles noch."
Wir haben heute ein gesellschaftliches Problem, das eine ganz andere Ursache hat, als wo alle immer hinschauen.

Oder (Seite 4):

Der Staat rechnet aus, wieviele FamilienmanagerInnen er aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen braucht. Wenn die ohnehin schon (z. B. aufgrund der Unterhaltszahlungen bei Kinderlosigkeit) gegen 1,8 gehen, dann würde der Staat überhaupt keine FMs einstellen, denn wozu? Es werden doch auch so genügend Kinder geboren!

(Setzen wir besser statt 1,8 Kinder pro Frau/Mann 2,3. Aber dann ist es schlüssig.)

Immerhin würden die FMs nicht mehr auf den normalen Arbeitsmarkt drängen und diesen hierdurch massiv entlasten. Und sie würden Stellen schaffen für Personen mit geringeren Qualifikationen. Das ist doch auch schon mal was.

Und:

Hier 4 Beispiele:
1. Hans ist Single und kinderlos. Er hat eine gute Ausbildung und verdient 5.000 Euro Brutto im Monat.
2. Werner ist Single. Allerdings zahlt er Unterhalt für ein uneheliches Kind, welches Ergebnis eines ONS ist. Das Kind sieht er nur ganz selten, da er bei München, die Mutter aber in Flensburg lebt. Er hat eine gute Ausbildung und verdient 5.000 Euro Brutto im Monat.
3. Susanne ist Single und hat ein Kind. Sie ist Alleinerziehende. Aufgrund ihres Kindes arbeitet sie nur halbtags. Sie ist froh über die regelmäßigen Unterhaltszahlungen, die sie vom Vater erhält. Sie hat eine gute Ausbildung und verdient 1.800 Euro Brutto im Monat.
4. Josef und Maria sind verheiratet und haben 2 kleine Kinder. Ihren leitenden Job, bei dem sie viel unterwegs war, musste Maria wegen der Kinder aufgeben. Wenn sie größer sind, will sie wenigstens wieder halbtags arbeiten gehen. Josef hat eine gute Ausbildung und verdient 5.000 Euro Brutto im Monat.
Fragen:
a) Wer von den oben genannten Personen hat das meiste Geld für sich persönlich, kann also am meisten konsumierne (Auto, Urlaub etc.)?
b) Wer hat später Anspruch auf die höchste Rentenzahlung?
c) Wer bezahlt Hans später dessen Rente?

Und:

So könnte der Slogan lauten: "Hey Leute, ihr habt sicherlich auch schon mitbekommen, dass man bei den Unternehmen aktuell nicht gerade offene Türen einrennt. Ein riesengroßer Arbeitsbedarf besteht aber nachwievor bei mütterlichen Leistungen. Schon seit 40 Jahren werden bei uns nur 1,3 bis 1,4 Kinder pro Frau geboren. Das sind nicht viele und das ist nicht gut. Wir wollen das jetzt ändern. Und deshalb suchen wir Frauen und Männer, die diesen Job gerne machen möchten. Voraussetzung sind bestimmte Qualifikationen, da die Personen in der Regel für viele kleine Menschen Verantwortung tragen und vielleicht auch noch einige Kinder aus anderen Familien tagsüber betreuen werden. Wir zahlen übrigens richtig gut, da uns das alles so am Herzen liegt. Für unsere Kinder wollen nämlich nur das Beste. Also liebe Bürgerinnen und Bürger, schickt uns eure Bewerbungen zu. Wir warten auf Euch! Eure Angela"

"Alice Schwarzer eine der Hauptverantwortlichen für den Mist, den wir heute erleben."

Und was sagt Lena Waider über Alice Schwarzer auf den Einwurf einer Diskussions-Teilnehmerin:

" Am liebsten würde ich Alice Schwarzer mal zu diesem Dialog hier einladen - hej, das wäre ein Spaß! *g*"
Die würde dabei untergehen, denn die ist doch eine Hauptverantwortliche für den Mist, den wir aktuell erleben. Die hat doch diesen Sozialdarwinismus in der Familienfrage eingeführt: starke Frauen gehen arbeiten und lassen arme Kinder zurück. Die Emanzipation wurde auf dem Rücken der Schwächsten in unserer Gesellschaft ausgetragen: den Kindern. Außerdem fordere ich endlich Gleichberechtigung für Frauen. Alice Schwarzer hat genau die nicht gebracht. Sie hat Frauen gleiche Rechte gebracht, wenn sie einen männlichen Lebensentwurf anstreben. Sie hat Frauen, die gerne mehrere eigene Kinder großziehen möchten die Armut gebracht.

Waider (Seite 7):

Hinter dem Evolutionsprinzip steckt - heimlich still und leise - verborgen das Prinzip der Generationengerechtigkeit. Wenn eine Gesellschaft aus 1.000 Menschen nur 10 Nachkommen in die Welt setzt, weil sie lieber Urlaub macht, dann verletzt sie die Generationengerechtigkeit: Den Nachkommen wird es deutlich schlechter gehen. (...)
Ich bemühte mich die ganze Zeit darauf hinzuweisen, dass in dieser Gesellschaft ein systematischer Organisationsfehler besteht, und diesen Fehler kann ich durch die Aussage "dann gehen Sie doch bitte nach drüben" leider nicht beheben. Dieser Organisationsfehler sorgt für zunehmende Arbeitslosigkeit, Verarmung von Familien und Kindern etc. Ich finde das nicht schön. Solche Situationen mobilisieren mein soziales Bewusstsein, das ich mir noch ein wenig bewahrt habe. Natürlich könnte ich genauso darüber hinwegsehen und auf die wunderschöne Lebensform von irgendwelchen exotischen religiösen Lebensformen in der Ferne hinweisen, hilft aber leider nicht darüber hinweg, dass unsere Gesellschaft aktuell in einem rasanten Tempo dequalifiziert.

Irgendwann mischt sich Michael Blume in die Diskussion ein und möchte Lena Waider durch seine Forderung nach Trennung von Naturwissenschaft und gesellschaftspolitischen Forderungen "auf die Schliche" kommen. Er sagt z.B.:

Es war und ist einfach nie gut, wenn man wissenschaftliche Evolutionstheorie, quasi-religiöse Weltanschauung und politische Forderungen miteinander vermischt hat.

Dazu sagt Lena Waider:

Dem widerspreche ich. Evolution heißt fortlaufende Anpassung, oder anders ausgedrückt: Erhalt von Lebensraumkompetenzen. Auch ein Unternehmenslenker muß keinerlei weltanschauliche Begründungen für seine Investitionsentscheidungen vorlegen. Es reicht, daß er sagt: "Wir können damit unseren Marktanteil in der Zukunft erhalten und vielleicht sogar noch ausbauen." (= wir können damit unsere Marktkompetenzen erhalten).
Mehr brauche ich nicht. Auf die Gesellschaft übertragen heißt das: Generationengerechtigkeit. Oder: "Unseren Kindern soll es mal besser (nicht schlechter) gehen."
Wenn ich dieses Prinzip anerkenne, verbietet es sich sofort von selbst, alle Meere zu verseuchen. Ich muß dann mit darauf achten, daß diese Welt auch für die nächsten Generationen noch lebenswert ist. (...)
Ich habe es eigentlich jetzt schon x-mal gesagt: Für universell halte ich nur das obige Prinzip: Fortlaufende Anpassung bzw. "Erhalt von Kompetenzen". Das ist das universelle Evolutionsprinzip. Andere nennen das: Evolutionär stabile Strategie. (...)
Ein Sozialstaat muß sich entsprechend organisieren, wenn er langfristig vorhandene Kompetenzen bewahren und ausbauen möchte. (...) Nicht jede Organisationsweise ist jedoch eine evolutionär stabile Strategie (= kompetenzbewahrend).

Nach dieser Kaskade guter Diskussionsbeiträge konnte man selbst nur noch zustimmend anfügen (Seite 9):

Liebe Frau Waider,
geradezu "fassungslos" erlebe ich, wie Sie sich hier ganz und gar "bravourös" schlagen. Gegen ein Meer von Widerspruch: Einfach Klasse. Man möchte Ihnen so gern mit ähnlicher Bravour beistehen, weil man ja sieht, wie sehr Sie in allem, allem, allem recht haben (bis vielleicht auf Nebensächlichkeiten), wie sehr es eben vor allem darum gehen muß, soziale Gerechtigkeit für Familien herzustellen, wie sehr also einfach auch schlicht auf das Gerechtigkeitsprinzip abzustellen ist.
Die Soziobiologen erforschen gerade auch in Deutschland derzeit weltweit führend und mit viel Akribie "tit-for-tat"-Zusammenhänge, "cheater detection" gegen "Trittbrett-Fahren" und ähnliches, scheinen aber den großen Elefanten im Raum unserer Familien- und Sozialpolitik gänzlich zu übersehen, wenn sie mit ihren Probanden Computerspiele spielen ...
Gerade auch deshalb kann Mersch so viel Anregung für die empirische Forschung geben. (Und ebenso Sie hier mit Ihren Beiträgen.)
Würde Gerhard Mackenroth heute noch leben, der bedeutendste deutsche Bevölkerungswissenschaftler des 20. Jahrhunderts, dessen Reformvorschläge Adenauer in den Wind geschlagen hat, der Grundlagenforschung mit angewandter Forschung zu verbinden wußte - er würde Ihnen (und Peter Mersch) sicherlich in fast allem zustimmen.
Sie sollten die maßgebliche Politikberaterin für Angela Merkel werden!
In meinen Blogbeiträgen zum Thema "Warum Erziehungsgehalt"
http://studgendeutsch.blogspot.com/...ehungsgehalt
bin ich vor drei Jahren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen wie Mersch und Sie. Sie drängen sich ja doch auf, schon wenn man nur herausbekommen will, wie gerecht heute eigentlich Kinderaufzuchtkosten zwischen Menschen mit viel und weniger Kindern in unserer Gesellschaft tatsächlich aufgeteilt sind.
Die Wissenschaft kann es nicht, da die Verteilungsprinzipien viel zu kompliziert und undurchschaubar geworden selbst, sogar für die Wissenschaft selbst - wie dann erst für den einfachen Bürger, der sich ein Urteil darüber bilden soll?
Schon der 5. Familienbericht der Bundesrepublik Deutschland unter der Federführung von Rosemarie von Schweitzer kam zu ähnlichen Ergebnissen wie Sie - ohne daß es damals breit in den Medien diskutiert worden wäre.
Die Rolle der Medien muß auch einmal evolutionspsychologisch und gruppenpsychologisch durchleuchtet werden und alle Vorgänge, die dort eine Rolle spielen bei Information und Desinformation.
Wie kann eigentlich in modernen Großgesellschaften "cheater detection" wirksam durchgesetzt werden? Soweit ich sehe, nur dadurch, daß Menschen ähnlich engagiert und intelligent die Dinge zu durchdenken lernen wie Sie, Mersch und immer mehr Menschen (etwa auch in der Familienpartei Deutschlands).

Wozu noch viel zu sagen wäre ...

Keine soziale Komponente in Darwins Theorie

Google-Suche bringt übrigens zu Tage, daß sich Lena Waider inzwischen tatsächlich als --> ernstzunehmende Wissenschaftlerin versucht. Sie schreibt (Weitergen, 15.3.10):

"Survival of the fittest heißt eben nicht das Überleben des Stärkeren, sondern das des am besten Angepassten."
Doch, leider marginalisieren Sie. Der Fehler lag nicht in einem Übersetzungsfehler, sondern in massiven Defiziten der Darwinschen Theorie, die über keine soziale Komponente verfügt. Deshalb läßt sie sich überhaupt nicht auf menschliche Sozialstaaten anwenden.
Siehe hier:
http://knol.google.com/k/lena-waider/systemische-evolutionstheorie/1gkbevzlim11a/1

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