Dienstag, 2. Juli 2019

Das Verdrängen des Leids - Unserer Großeltern-Generation

Dies ist ein wilder, ein "schlimmer" Film (1). Man braucht eine Weile, um das alles zu verarbeiten, was in ihm enthalten ist. Auch den Schluß.

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Mitten aus dem Alltag heraus solche Traumata.

Jeder von uns mag in seinem persönlichen Leben Leid erfahren. Auch in seiner eigenen Familie. Aber es gibt da auch noch das größere Leid, das der Zweite Weltkrieg für das deutsche Volk und viele Völker mit sich gebracht hat. Das Leid des Zweiten Weltkrieges IST da. In ungebremster Stärke. Völlig ungebremst.

Dieser Film ist von einer Frau der heutigen mittleren Generation*) gemacht über ihre eigene Großmutter.

Er ist furchtbar und zutiefst erschütternd. Weil er mitten aus dem Alltag heraus kommt. Die Enkelin wollte - nachdem ihre Großmutter gestorben war - einfach wissen, was ihrer Großmutter widerfahren ist. Und darüber hat sie diesen Film gemacht. Nach einem halben Jahr auf Youtube hatte er erst 90 Aufrufe, keine Kommentare, kein "Gefällt mir" (1).

Aber es sind solche Erfahrungen, aus denen heraus wir leben. Welche sollten es sonst sein? Es ist ja auch sonst in dieser mittleren Generation recht häufig ein "Ahnen" da, daß das Verdrängen des Leides unserer Großeltern-Generation viel mit dem seelischen Zustand zu tun hat, in dem wir uns heute befinden.  Deshalb Dankeschön für diesen Film.

Der Bloginhaber stieß auf ihn, weil er - aus ganz anderen Zusammenhängen heraus - mehr über die Banater Schwaben lernen wollte, mit denen er sich bislang noch nie genauer beschäftigt hatte (5).**) 

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*) Diese heute mittlere Generation, zu der sich auch der Bloginhaber zählt, wird heute vielfach die Generation der "Kriegsenkel" (Wiki) genannt, nachdem unsere Eltern "Kriegskinder" (Wiki) genannt worden waren.
**) Der Film gehört im weiteren Sinne in den Zusammenhang der Thematik "Kriegskinder" und "Kriegsenkel" hinein. Diese Thematik ist 2004 und 2009 durch zwei Buchveröffentlichungen von Sabine Bode in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt worden (2, 3). Während dabei manche richtige Erkenntnis gewonnen wird, bestand und besteht doch auch die Gefahr, daß Thema zu zerreden. Aber etwa auch folgende Zusammenhänge wurden benannt (Wiki):
Eines der Probleme, mit dem vor allem Psychiater der Nachkriegszeit durch ihre Patienten konfrontiert wurden, habe darin bestanden, daß das Behandeln von deutschen Kriegsopfern gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus in den Hintergrund getreten sei. Das habe dazu geführt, daß die Betroffenen ihr Trauma oft jahrelang mit sich herumgetragen hätten, bis es dann - manchmal nach 40 bis 50 Jahren - unerwartet wieder aufgetreten sei. (...) Andere Erfahrungen der Kriegskinder, so die Autorin, verhalfen ihnen zu der Bezeichnung der "stillen Generation", die sich nicht über ihr Schicksal beschwerte, sondern im Gegenteil Deutschland stillschweigend wieder aufbaute. (...) Die Kriegsenkel, die in den 1960er/1970er Jahren geboren wurden, sind durch das Schweigen ihrer Eltern ebenfalls traumatisiert worden. Eltern und Kinder blieben sich oft fremd.
Weiter wird benannt (Wiki):
Der Begriff "Kriegskind" hat sich in Deutschland durch eine inzwischen große Zahl wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Veröffentlichungen etabliert, die insbesondere seit den 1990er Jahren erschienen. (...) Einigkeit besteht allerdings in der Überzeugung, dass die Folgen der Kriegskindheit über viele Jahrzehnte spürbar bleiben, zum Teil mit zunehmendem Alter wieder anwachsen und oft „stumm“ an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. (...) An einer Definition versucht hatte sich Matthias Lohre bereits 2014: "Für die zwischen 1930 und 1945 Geborenen hat sich der Begriff ‚Kriegskinder‘ etabliert: zu jung für den direkten Fronteinsatz, aber alt genug, um Hunger, Vertreibung und Bombenangriffe zu erleiden, den Verlust von Angehörigen, Trennungen und Todesangst."
Der Psychoanalytiker Michael Ermann stellte 2009 als Gemeinsamkeit aller Kriegskinder fest (Wiki):
Einen eklatanten "Mangel an Erschrecken und Betroffenheit über das eigene Schicksal".
In diesem Zusammenhang ist auch ein mangelndes Wohlwollen für die eigene völkische Zugehörigkeit feststellbar. Die Traumata wurden erlebt, "weil" man Deutscher war. Und das Erleben nach 1945 ging - wahrscheinlich nicht zuletzt als Folge dieser Traumata - mit einer inneren Distanzierung gegenüber dem eigenen Deutschsein einher. Ein gehaltvolles Annähern an die eigenen Traumata wird aber am ehesten möglich sein über ein möglichst großes Wohlwollen gegenüber dem eigenen Deutschsein.
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  1. Loeffler, Viola: Heimkehr in die Fremde. Ein donauschwäbisches Schicksal. Film, Deutschland, 2019, https://youtu.be/GcFTVtxpG2s (mit Unterstützung der film&medien-Nachwuchsförderung von Rheinland-Pfalz, dem Zentrum für interkulturelle Studien Mainz, dem Medienzentrum der Universität Mainz und dem Haus der Donauschwaben in Haar)
  2. Bode, Sabine: Die vergessene Generation - Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Klett-Cotta, Stuttgart 2004 (Wiki)(20. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2014)
  3. Bode, Sabine: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. 10. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2013
  4. Bode, Sabine: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. Klett-Cotta, Stuttgart 2009 (20. Auflage 2015)
  5. Bading, Ingo: Der erste Europäer war ein Banater Schwabe, 1.7.2019, https://studgendeutsch.blogspot.com/2019/07/der-erste-europaer-war-ein-banater.html

Dienstag, 11. Juni 2019

Eine neue Zeitschrift für Wissenschafts-Freiheit aus Australien

- Das "Intellectual Dark Web" - Was ist sein Sinn? (Teil 2)

Im Kampf um die "Deutungshoheit" auf dem Gebiet des Denkens über Völker und Rassen wird die Verbitterung, ja, der Haß gegeneinander auf beiden Seiten größer, erbitterter, der Tonfall erheblich absprechender als er es sowieso immer schon war. Den Hauptfehler, den ideologie-gesteuerte Wissenschafts-Feinde und Feinde der Wissenschafts-Freiheit dabei begehen, ist, daß sie nicht klar unterscheiden zwischen der Wissenschaft selbst, die nur feststellt und nur feststellen kann, "was ist" (oder "was nicht ist"), und die um dessentwillen auch die verrücktesten Fragen stellen und beantworten können muß, die also um dieser ihrer Funktion willen völlig frei sein muß und dem, was Gesellschaften, Philosophen, Denkende aus dem, was dann wissenschaftlich einigermaßen abgesichert ist, machen.

Die Wissenschafts-Feinde begehen - wie seit Jahrzehnten - den unausgesprochenen "naturalistischen Fehlschluß" vom Sein zum Sollen (Wiki). Sie unterstellen, eine wissenschaftliche Feststellung über das Sein enthalte zwangsläufige, "automatische" Schlußfolgerungen dahingehend, wie in unserer Welt wahrgenommen und gehandelt werden solle. Die Entscheidung darüber, ob mit wissenschaftlichen Erkenntnissen human oder inhuman umgegangen wird, liegt aber weiterhin allein bei den freien Gesellschaften und bei jedem freien, einzelnen Menschen selbst. Diese Entscheidung wird niemandem durch die Wissenschaft abgenommen. Alles andere wäre Bevormundung. Die Gegner der Wissenschaftsfreiheit (und damit eigentlich: die Gegner der Wissenschaft selbst) wollen den Menschen und Gesellschaften aber diese Entscheidung abnehmen, bzw. sie unterstellen, diese Entscheidung wäre den Menschen abgenommen - so oder so. Nämlich nach ihrem reichlich kruden Denken: "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf."

Damit aber entmündigen sie freie Gesellschaften. Sie stellen damit das Prinzip der Aufklärung, von dem freie Wissensgesellschaften seit 200 Jahren - und mit großem Erfolg - geleitet sind, außerordentlich grundlegend infrage. Sie reden dann gerne von einem sogenannten "genetischen Determinismus", womit sie - mehr oder weniger stillschweigend - unterstellen, Erkenntnisse über das angeborene Sein von Menschen und Völkern enthalte zwangsläufige ("deterministische") Schlußfolgerungen darüber, wie Menschen und Völker sich selbst und andere wahrnehmen "sollten", wie sie bewerten "sollten" und wie sie handeln "sollten".

Und weiterhin legen sie in einem weiteren Fehlschluß - sozusagen "stillschweigend" - nahe oder unterstellen, ohne dabei zum Nachdenken aufzufordern, daß Menschen und Völker nur die allerschlechtesten und allerübelsten Schlußfolgerungen zu ziehen fähig wären aus Erkenntnissen über das angeborene, evolutierte Sein von Menschen und Völkern.

Abb. 1: Karrikatur von Carlos Latuff (Wiki), Dezember 2011 - Ganz selten einmal wird es so deutlich aufgezeigt, daß die Völker und Religionsgruppen von exakt denselben Hintergrundmächten (hier Oberster Rat der Streitkräfte Ägyptens) gegeneinander aufgehetzt werden - Karrikatur eingebunden auf dem Wikipedia-Artikel "Kopten" (Wiki)


In ihrem Diktus: "Pseudowissenschaftliche" Erkenntnisse über angeborene Begabungsunterschiede zwischen Völkern und Rassen führen "automatisch" zur Auf- bzw. Abwertung einzelner Menschen und Völker und Rassen und dann - weiterhin - ("wir haben ja aus der Geschichte gelernt") "automatisch" nach Auschwitz. Daß zwischen allen diesen Entscheidungen
  1. der Entscheidung darüber, ob überhaupt Pseudowissenschaft oder Wissenschaft vorliegt,
  2. der Entscheidung darüber, ob - wenn keine Pseudowissenschaft vorliegt - Wissenschaft gültige Erkenntnisse nach dieser oder jener Richtung gewonnen hat,
  3. der Entscheidung darüber, ob diese Erkenntnisse "automatisch" zu pauschalen Auf- oder Abwertungen von Menschen, Völkern und Rassen führen "müssen",
  4. der Entscheidung darüber, ob irgendwie vorgenommene "Bewertungen" überhaupt zu Benachteiligung, "Diskriminierung" oder gar noch mehr: zu Vertreibung, Mord, Totschlag, Gewalt und Massenmord und Massenmigrationen führen müssen,
daß also zwischen all diesen Entscheidungen Menschen stehen, die - auch in Auseinandersetzung mit diesen Entscheidungen - ihren Edelsinn in sich entfalten können, moralisch über sich hinaus wachsen können, darüber wird im schnellstmöglichen Tempo bei allen Debatten hinweg gegangen. Es wird also im schnellstmöglichen Tempo darüber hinweg gegangen, daß zwischen allen diesen Entscheidungen keinerlei "Automatismen", "Determinismen" liegen. Und es wird dann die Aufmerksamkeit insbesondere auf jene Personen gerichtet, von denen zumindest im Vorhinein nicht völlig klar ist, daß sie diese Entscheidungen auf astreinem moralischen Niveau treffen würden - sprich: weil es eben - im Diktum der Wissenschaftsfeinde - nichts anderes als "Nazis" sind - oder auch: nichts anderes als "Nazis" sein können.

"Der Nazi" nun wird in diesen Debatten gebraucht, er wird unbedingt gebraucht. Er wird gebraucht, um das ganze Feld der humanen Erörterung  dieser Fragen von vornherein in der größtmöglichen Weise zu kontaminieren. Wenn es "den Nazi" nicht schon gäbe (sagen wir in Form von Hampelmännern wie "Trump" oder neuerdings "Strache" und vielerlei anderen) - dann müßte man ihn schaffen - mit allem, was dazu gehört. Sagen wir, indem man von Geheimdiensten aus Parteien wie die NPD gründet und "formt" oder Terrorgruppen wie die NSU etc. etc. pp..

Volker Pispers hat "den Nazi" allgemeiner als "das Arschloch im Wandschrank" bezeichnet, mit dem der amerikanische Auslandsgeheimdienst seit vielen, vielen, vielen, vielen Jahrzehnten weltweit hunderte von "Terrorjahren", Regierungsumstürzen ("regime change"), Bürgerkriegen, Kriegen und Weltkriegen vom Zaun gerissen hat, um "Strategien der Spannung" zu fahren, um Frieden zwischen den Völkern und Kulturen und innerhalb derselben zu zerstören in einem scheinbar geradezu fanatischen Willen, "die Welt in Flammen zu setzen" (so hier von uns formuliert in Anlehnung an einen Buchtitel über den britischen Auslandsgeheimdienst während des Zweiten Weltkrieges: "Setting Europe Ablaze").

Ohne echte Herzhaftigkeit, aber dennoch "zeitgemäßer" als alle sonst: Die neurechte Online-Zeitschrift "Quillette"


Wenn die neurechte Zeitschrift "Sezession" endlich - Jahrzehnte später - jene Themen aufgreifen würde, um die es in diesem Blogbeitrag geht, und die nicht zu thematisieren von Seiten dieses Blogs schon seit mehr als zehn Jahren als ein außerordentlicher Hohn benannt und begriffen worden ist, als Verdummung des Volkes benannt worden ist und wird (was auch etwa Alain de Benoist seit drei Jahrzehnten so betreibt), wenn also die "Sezssion" endlich jene Themen aufgreifen wird, die unter Schlagworten wie "Biopolitik", "Biorealismus, "Rasse-Realismus" behandelt werden, und die ganz allgemein naturwissenschaftsnahes Argumentieren aufgreifen, was schon spätestens seit zehn Jahren hätte geschehen müssen, dann - - - wird sie inhaltlich ähnlich aufgestellt und strukturiert sein wie das heute schon das 2015 gegründete neurechte australische Online-Magazin "Quillette" ist. Ein Blick in dieses Online-Magazin "Quillette" gewährt also einen Blick in die Diskussionslandschaft auch im Deutschland der Zukunft. In "Quillette" werden nämlich - natürlich immer noch "wohldosiert" - all jene Kernfragen in einiger Regelmäßigkeit weiter erörtert, die 2010 einmal kurzzeitig in Deutschland im Zusammenhang mit der "Sarrazin-Debatte" erörtert worden waren.

Die "Sezession" wird es dann - sicher - genauso wie "Quillette" machen: alle relevanten Fragen, denen nicht mehr auszuweichen ist, wenn einem die Leser nicht gänzlich zu anderen "Meinungsführern" davon laufen sollen, werden sie dann - notgedrungen - aufgreifen mit so unendlich vielen Jahrzehnten Verspätung. Aber zugleich werden sie auch alle relevanten Fragen gleich wieder unterschwellig zerreden, indem man - wieder - irgendeinen "Mittelweg" ("schmalen Grat") findet, indem man - wieder - die Erkenntnise und Fragen der Forschung nicht vollständig und breit und herzhaft zur Erörterung stellt, abbildet, indem man also - wieder - irgendwo, irgendwie "bremst", "Sand ins Getriebe" streut so gut es eben möglich ist, wenn man diese ganzen Themen eben letztlich gar nicht erörtern will und es nur aller notgedrungen und damit eben ohne Herzhaftigkeit tut.

Sorgenvoll wird hingegen weiterhin - zumindest unterschwellig - vor "zu weitgehenden" Schlußfolgerungen gewarnt, bzw. auf die Möglichkeit derselben gar nicht hingewiesen. Es geht hier nämlich schlicht um Schlußfolgerungen in Richtung auf völkisches Denken ganz allgemein, das letztlich aus der Wissenschaft so viel Unterstützung erhält.

Wer also die einigermaßen entscheidenden gesellschaftspolitischen Diskussionen kennenlernen will, die auch die Erörterungen in Deutschland "irgendwann" in der Zukunft bestimmen werden, der muß in "Quillette" hineinschauen, bzw. besser noch auf Twitter gehen und dort die Twitter-Accounts von Claire Lehmann, Emil Kierkegaard, Paige Harden, Angela Saini und vielen ähnlichen Leuten um diese herum abonnieren und verfolgen. In ihnen spiegelt sich - allein von der Stimmung her und auch von der Art der Verbitterung auf beiden Seiten her - etwas Neues wieder, etwas, das man aus deutschsprachigen gesellschaftspolitischen Diskussionen in diesem gegenseitigen Haß vielleicht noch nicht kennt. Und dies liegt - vermutlich - daran, daß sich eben auch inhaltlich die Schwerpunkte der Erörterung in Richtungen verschieben wie man sie in Deutschland in der Breite so noch nie kennengelernt und wahrgenommen hatte. Ich betone: Noch nie.

Das früher sehr randständige, Elfenbeinturm-artige Diskussion-"Feld" rund um die sogenannten "Rasse-Realisten" (in Deutschland in den 1970er Jahren auch "Biopolitik" genannt) und rund um die Evolutionäre Psychologie (Soziobiologie) differenziert und fächert sich gerade weit auf, weiter als es jemals aufgefächert gewesen ist. Und das ist sehr, sehr bemerkenswert. Unterschiedlichste politische Strömungen und Interessenrichtungen fühlen sich inzwischen gehalten, sich zu biopolitischen Themen, zu der biologischen Existenz von Rassen und Völkern zu positionieren. Und jede tut das etwas anders. Die bisherigen, oft nur Kennern bekannten Namen auf diesem Feld der Erörterung waren unter anderem: der US-amerikanische Intelligenz-Forscher Charles Murray, der US-amerikanische Wissenschaftsblogger mit indischen Wurzeln Razib Khan, der US-amerikanische Journalist Steve Sailer, der US-amerikanische Evolutionäre Psychologe Kevin MacDonald. Außerdem, aus allgemeineren Zusammenhängen ("Blank Slate", "Egoistisches Gen") oft besser bekannt: Steven Pinker, Richard Dawkins, Sam Harris oder - neuerdings - David Reich. Sie alle sind - die wenigsten Deutschen werden das zwischenzeitlich mit bekommen haben - seit längerem oder erst seit Kurzem "Rasse-Realisten". Und so natürlich auch allerhand bekanntere oder weniger bekannte Leute um diese herum. Diese Menschen und ihre Meinungen zum Thema Rasse traten für die große Öffentlichkeit bislang immer nur kurz und randständig und "wohldosiert" in Erscheinung, wohl eigentlich zuletzt nur 1994 in der "Bell-Curve-Kontroverse", als diese Meinungen einmal kurzzeitig im Mittelpunkt einer größeren öffentlichen Debatte standen.

In Deutschland wurden spärliche Inhalte dessen, für was diese Leute stehen, erörtert im Zusammenhang mit der "Sarrazin-Debatte" des Jahres 2010. Aber abgesehen von diesen beiden Ereignissen waren die Debatten rund um diese Fragen immer außerordentlich randständig geblieben. In Deutschland hat regelmäßiger über Forschungsfragen in diesem Bereich eigentlich nur der Autor dieses Blogs berichtet. (Auch Andreas Müller von "Feuerbringer" tat es, ebenso tun dies einige Rezensenten auf Amazon wie Volkmar Weiß, Andreas Vonderach und andere dort.)

Nun aber deutet sich im englischsprachigen Raum ein einigermaßen neues Geschehen an, ein sich deutlich verbreiterndes Feld der Erörterung. Eine zum Teil ganz neue Diskussions-Landschaft entsteht, geprägt - einmal erneut - durch die so wunderhübsche "Distanzeritis" von fast allen fast allen anderen gegebenüber, also jener Distanzeritis, mit denen Hintergrundmächte die Völker - und insbesondere die volkserhaltenden Kräfte in ihnen - seit Jahrzehnten so wunderbar gegeneinander ausspielen - und damit "in Schach" und im "Zaum" halten. Wenn in Deutschland in positiver Hinsicht von "Distanzeritis" die Rede sein soll, dann redet man - in den Worten von Götz Kubitschek - gerne vom "schmalen Grat". Entscheidend ist jedenfalls immer, daß sich das ganze "Diskussionfeld" nun immer mehr in die Nähe der Naturwissenschaft verschiebt, bzw. zum Teil schon schon mitten in diese hinein, das hat der "schmale Grad" der Leute um Götz Kubitschek bis heute nicht wirklich zugelassen - abgesehen davon, daß man dem "Feigenblatt" Andreas Vonderach Raum gewährte.

Also ein Geschehen, das in den 1970er Jahren mit dem Begriff "Biopolitik" vorweg genommen worden war, dann aber von der gejiackten "Neuen Rechten" (von Alain de Benoist, Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek und Konsorten) Jahrzehnte lang - und bis heute - auf die lange Bank geschoben worden war, entfaltet sich jetzt, im Jahr 2019 in der englischsprachigen Welt.

Seit dem Jahr 2018 nahmen die polygenetische und die Ancient-DNA-Revolution Fahrt auf


Wodurch ist der Umschwung, der hier sichtbar wird, "notwendig" geworden? Das kann leicht und schnell benannt werden: Einerseits durch die "polygenetische Revolution" seit etwa 2016, andererseits durch die "Ancient-DNA-Revolution" seit 2015. Beide haben wir auf unseren Blogs und in unseren Videos schon ausführlicher oder weniger ausführlich behandelt. Erstere Revolution wurde zunächst repräsentiert durch eine Buchveröffentlichung des namhaften Humangenetikers Robert Plomin aus dem Jahr 2018, letztere durch eine Buchveröffentlichung des namhaften Humangenetikers David Reich aus demselben Jahr (im Frühjahr 2019 zog sein deutscher Kollege Johannes Krause mit einer etwas harmloseren Buchveröffentlichung nach).

Die "London Conference on Intelligence"


Inzwischen - nämlich ab Januar 2018 - ist noch eine weitere Gruppierung ins Spiel gekommen, von der man in diesem Zusammenhang wissen muß, nämlich eine Gruppe von Nachwuchs-Wissenschaftlern, die unter dem Begriff "London Conference on Intelligence (LCI)" (Wiki, RationalWiki) bekannt geworden ist, die sich seit 2014 regelmäßig trifft, die aber erst Anfang 2018 - und dann in arg diffamierender Art - öffentlich bekannt wurde. Sie steht unter dem bekannten Verdikt, "wissenschaftlichen Rassismus" zu betreiben, gar Eugenik zu betreiben, "sprich", so der Duktus, sich in der Nähe von "Nazi-Ideologie" zu bewegen. Lauter "Mengeles" quasi in dem außerordentlich absprechenden, abwertenden Sprachduktus der Feinde der Wissenschaftsfreiheit. Zu dieser Gruppe wird aber sogar der namhafte deutsche Intelligenzforscher Heiner Rindermann von der Universität Chemnitz gezählt, ebenso wie andere namhafte Forscher und Lehrstuhl-Inhaber. Sie hat also einiges akademisches Schwergewicht. Und derzeit scheint es geradezu darum zu gehen, diese Gruppe quasi in "Karantäne" zu nehmen, und alle, die sich ihr gedanklich annähern möchten, einzuschüchtern, damit sich der Gedankenvirus derselben nicht weiter innerhab der ganz normalen, etablierten Wissenschaft, für die ein Heiner Rindermann steht, ausbreitet.

Un dazu eben wird neuerdings eine Gruppe von Autoren, die sich für die Wissenschaftsfreiheit dieser "London Conference on Intelligence" einsetzt, halbironisch oder mehr als halb ernsthaft als "Intellektuelles Dark Web" bezeichnet (Wiki), also als Autoren eines vorgeblichen ideologischen "Dunkelfeldes" im Internet. Zu ihnen werden Autoren gezählt, die lange Zeit als völlig seriös und "etabliert" galten: Sam Harris, Steven Pinker, Claire Lehmann, Michael Shermer, Ayaan Hirsi Ali, Jordan Peterson. All diese werden nach und nach stärker unter "die Bösen" eingereiht, weil sie sich für die falschen Ideen und Gedanken stark machen.

Dami ziehen sich die Fronten eines sich neu andeutenden Wissenschafts-Krieges nicht mehr zwischen eher abseitigen Forschern und Autoren einerseits und dem Mainstream andererseits, sondern neuerdings zieht sich die Front mitten zwischen die Forschung selbst hindurch. Und zwar wird dies repräsentiert durch zwei Offene Briefe an die Universität Cambridge, die jeweils von hunderten von Wissenschaftlern unterschrieben worden sind.

1.400 Wissenschaftler für Wissenschaftsfreiheit


Im Dezember 2018 haben mehr als 500 Wissenschaftler, angeführt durch den anarchistischen US-amerikanischen Völkerkundler David Graeber (geb. 1961) (Wiki), einen Offenen Brief unterzeichnet in Protest dagegen, daß der 28-jährige britische Soziologe und Nachwuchswissenschaftler Noah Carl (geb. 1991) (Wiki) am St. Edmund's College der Universität Cambridge in das angesehene Forschungsprojekt "Human Biological Diversity" mit einem Forschungsstipendium aufgenommen worden ist (1, 2). Noah Carl hat wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht in angesehenen "Peer Review"-Zeitschriften wie: "Intelligence", "Personality & Individual Differences", "The American Sociologist", "Comparative Sociology", "European Union Politics" und "The British Journal of Sociology". Diese Aufsätze wurden seit 2013 235 mal in anderen Aufsätzen zitiert, wurden also in der Wissenschaft zur Kenntnis genommen. All das schützte den Nachwuchs-Soziologen nicht davor, in einem Offenen Brief, der von mehr als 500 Wissenschaftlern weltweit unterzeichnet worden ist, angeklagt zu werden, seine Arbeiten seien "ethisch fragwürdig" und "methodologisch fehlerhaft". In dem Brief wird festgestellt (3):
"Wir sind schockiert darüber, daß eine ganze Reihe von Arbeiten, die wesentlichste Irrtümer in der Datenanalyse und in ihrer Interpretation enthalten, scheinbar so ernst genommen worden sind".
Schon das Vorgehen selbst atmet an Unwissenschaftlichkeit die Fülle. Der normale und gültige Weg, der in der Wissenschaft offen steht, "Irrtümer in der Datenanalyse und in ihrer Interpretation" aufzuzeigen, ist in eigenen Aufsätzen selbst oder in Leserbriefen an jene Zeitschriften, in denen die Aufsätze erschienen sind, die - angeblich - Irrtümer enthalten. Aber es wird im Offenen Brief noch nicht einmal der Versuch des Nachweises irgendeiner Fehlerhaftigkeit unternommen. Weiterhin: Wenn die Aufsätze "ethisch fragwürdig" sind, so hätte sich dieser Vorwurf allein an die Herausgeber der genannten Zeitschriften selbst zu richten, in denen diese Aufsätze erschienen sind, sowie an jeweiligen Gutachter, die die Veröffentlichung der Aufsätze befürwortet haben. Wozu ist sonst das Peer-Review-Verfahren da? Es muß da sehr viele Gutachter gegeben haben, die alle die "ethische Fragwürdigkeit" gar nicht gesehen haben! Es wird vermutet, daß es gar nicht seine wissenschaftlichen Arbeiten selbst sind, die den entrüsteten Offenen Brief hervorgerufen haben, sondern (3):
Das Verbrechen von Dr. Carl ist, daß er Intelligenzforscher verteidigt hat, die über die Tabuthemen von Rasse, Genen und Intelligenz veröffentlicht haben und daß er argumentierte, daß das Abwürgen der Debatte vermutlich mehr Schaden anrichtet als wenn erlaubt würde, daß sie offen durch Wissenschaftler diskutiert werden. Es scheint, daß es dieser Umstand und ist und der Umstand, daß er auf der London Conference of Intelligence von 2017 sprach zusammen mit einigen dieser Forscher (obwohl er selbst gar nicht über Rasse, Gene oder Intelligenz auf dieser Konferenz gesprochen hat), die die Grundlage für die Anklage des Briefes boten, daß er des "pseudowissenschaftlichen Rassismus" schuldig wäre.
Original: Dr Carl’s crime is that he has defended intelligence researchers who’ve written about the taboo topics of race, genes and IQ and argued that stifling debate in these areas is likely to cause more harm than allowing them to be freely discussed by academics. It appears to be this, and the fact that he spoke at the London Conference of Intelligence in 2017 alongside some of these researchers (although he did not himself speak about race, genes or IQ at that conference), that is the basis for the accusation, made in the letter, that he is guilty of “pseudoscientific racism.”
Das ist wirklich eine kraß hysterische Reaktion. Jemand arbeitet wissenschaftlich gar nicht im Bereich Rasse, Gene und Intelligenz, sondern fordert nur die freie Erörterung aller offenen Fragen auf diesem Gebiet und wird schon allein deshalb des "pseudowissenschaftlichen Rassismus" angeklagt. Kann es bessere Zeugnisse geben dafür, daß die Ankläger sich ihrer Sache nicht sicher sind? Wie soll etwas offen und redlich zur Pseudowissenschaft erklärt werden, dessen freie Erörterung sofort bestraft wird? Damit rückt die ganze Debatte zunehmend in den Bereich der gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die nicht mögliche freie wissenschaftliche Erörterung des Massenmordes an den Juden während des Zweiten Weltkrieges. Der Hysterie-Pegel steigt, dehnt sich auf weitere Gebiete aus. Ganz richtig wird dazu ausgeführt (3):
Er hat sich noch nicht einmal die Füße naß gemacht in diesen gefährlichen Gewässern - er hat nur das Recht von Wissenschaftlern verteidigt, das tun zu dürfen.
Original: He hasn’t even waded into these dangerous waters himself - he has just defended the right of academics to do so.
Es wird vermutet, daß die meisten Unterzeichner dieses Offenen Briefes die Vorwürfe nur aufgrund von "Hörensagen" unterzeichnet haben, daß sie sich nicht selbst gründlich mit ihnen auseinander gesetzt haben. Viele der Unterzeichner scheinen ganz fachfremd zu sein auf den Gebieten, auf denen Noah Carl veröffentlicht hat, wie gesagt, in völlig anerkannten wissenschaftlichen Zeitschriften. Der nahmhafte Forscher Jonathan Haidt nennt diesen Offenen Brief "schändlich" und eine "Hexenverfolgung". Er sagt ganz richtig (3):
Wenn hunderte von Professoren meinen, daß Noah Carl schlechte Wissenschaft betreibt, dann sollen sie es mit Zitaten und Literaturangaben belegen.
Original: If hundreds of professors think that Noah Carl conducts bad science, let them make the case, with quotations and citations.
Auch der namhafte Forscher Peter Singer hat sich in diesem Sinne zu Wort gemeldet (3). Dieser Umstand bringt in einem die Fragen in Erinnerung: Wie nehmen der Humanistische Pressedienst und die Giordano Bruno-Stiftung in Deutschland, die sich doch so gerne auf Peter Singer berufen, zu dieser ganzen Frage Stellung? Google-Suche scheint uns zu antworten: Sie schweigen sich aus.

Infolge des Offenen Briefes hat das St. Edmund's College eine Untersuchung eingeleitet, durchgeführt von einem Juristen und einem Tiermediziner (!), deren Ergebnis war, daß Noah Carl das bewilligte Forschungsstipendium wieder abgesprochen wurde. Daraufhin haben mehr als 1.400 Wissenschaftler einen Offenen Brief unterzeichnet, in dem das Vorgehen der Unterzeichnen des ersten Offenen Briefes und des St. Edmund's College als Untergraben der Wissenschaftsfreiheit gekennzeichnet wird (4).

Zu den Unterzeichnern des letzteren Offenen Briefes gehören bedeutende und namhafte Wissenschaftler (4). Steven Pinker ist darunter, Jonathan Haidt, Peter Singer, David Gil (Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena), der deutsche Intelligenzforscher Heiner Rindermann (Universität Chemnitz), Namen, die längst der Wissenschaftsgeschichte angehören wie der Zwillingsforscher Thomas Bouchard, der Evolutionäre Psychologe John Tooby, der Intelligenzforscher Charles Murray, sogar der - nicht besonders gute - britische Zeithistoriker Niall Ferguson. Ein Magdeburger Physik-Professor befindet sich darunter, ebenso einige deutsche Doktoranden, etwa aus Hamburg, Mainz oder Tübingen. Indem man letzteres erfährt, darf man übrigens innerlich aufatmen. Diese Studenten sind von keiner deutschsprachigen Zeitschrift, auch nicht von "Sezession", auch nicht von Seiten des Humanistischen Pressedienstes dazu aufgefordert oder ermutigt worden. Und sie haben es dennoch getan.

Soweit übersehbar, haben Wissenschaftler der deutschen "MVE-Liste", der deutschen Soziobiologen nicht unterzeichnet. Womöglich ist man dort einfach zu schläfrig, um ein waches Bewußtsein für die Vorgänge zu entwickeln.

Wenn die Arbeiten von Noah Carl in angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen sind und wenn nun noch über 1400 Akademiker, darunter viele der genannten Namhaften, erklären, daß es ein Fehler ist, diese Arbeiten pauschal als ethisch fragwürdig und als schlechte Wissenschaft darzustellen, dann fällt die Kritik des ersten Offenen Briefen völlig in sich zusammen. Dennoch haben sich die Kritiker - auch in dieser Frage einmal wieder - nicht durchgesetzt (5). Auf dem sogenannten "RationalWiki" werden die Vorgänge übrigens aus Sicht der Kritiker dargestellt (RationalWiki).

Damit ist die Auseinandersetzung mitten in die Naturwissenschaft selbst hinein getragen in einer Weise, wie man es bislang noch nicht erlebt hat (es sei denn in der Sowjetunion ... unseligen Angedenkens). Die Gegner der Wissenschaftsfreiheit sind also gewillt, ihre wissenschaftsfeindlichen Ideologien Zentimeter um Zentimeter zu verteidigen. Darunter werden sich viele Gutwillige befinden, denen es einfach ebenfalls schwer fällt zu durchschauen, daß es hier insgesamt um den naturalistischen Fehlschluß und seine Auflösung geht: Die Feststellung, daß etwas in einer bestimmten Weise ist, enthält keinerlei zwangsläufige Schlußfolgerungen dahingehend, wie etwas von Menschen gestaltet werden sollte.

Die Vorgänge haben in der deutschsprachigen Öffentlichkeit bislang kaum ein Echo gefunden, außer in einem neutralen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (1) und außer einem außerordentlich skandalisierenden, stimmungsmachenden auf der "World Socialist Website" (2). Womit die große Medienlandschaft - und auch die sogenannten "freien Medien" - aufzeigen, was ihnen wichtig ist und was nicht.

An dem letzteren Artikel (2) kann übrigens gut erkannt werden, mit was für einer massiven Verhetzung und Unsachlichkeit gearbeitet wird. Es wird alles ausgegraben und in entsprechende Zusammenhänge gestellt, was nur immer an Vorwürfen vorgebracht werden kann. Daraus entsteht das Bild von Neonazi's, die sich in die Wissenschaft "eingeschlichen" hätten. Es wird nicht mehr gefragt: Stimmen die Ergebnisse, die ein jeweiliger Wissenschaftler vorträgt und wenn ja: wie wären sie philosophisch und gesellschaftspolitisch einzuordnen? Es wird gar nicht mehr gefragt, ob die Ergebnisse Anspruch darauf haben, ernsthaft erörtert zu werden. Nein, all das geschieht nicht mehr. Es wird nur noch pauschal auf Diffamierung und Kennzeichnung als "böse, böse, böse" umgestellt.

Ob und wie diese Strategie wohl kurz-, mittel- und langfristig aufgeht? Es wäre dies desaströs für die Weiterentwicklung der modernen Gesellschaften, wenn sie aufginge. Verfolgt man aber den tief verbitterten Tonfall, in dem Wissenschaftler rund um Emil Kierkegaard, Charles Murray und andere (auf Twitter) diskutieren, hat man das Gefühl, sie befinden sich völlig in der Defensive und werden immer mehr ins Abseits gedrängt. Dabei ist zugleich offensichtlich, daß sie wesentliche Fragen der Zukunftsfähigkeit moderner Gesellschaften sachlich, wissenschaftlich bearbeiten.

Übrigens ist auch ein einigermaßen bekannter britischer Mainstream-Journalist, nämlich Toby Young (geb. 1963) (Wiki), seit 2017 Autor von "Quillette" und hat auch für kurze Zeit an einer der "London Conferences on Intelligence" teilgenommen, was ihm von der gegnerischen Seite schwer verdacht wird.

Es ist nun natürlich noch ebenso zu beachten und weiter zu beobachten die Art jenes "schmalen Grates", die Art jener "Distanzeritis", wie sie nun auch innerhalb des verbreiternden Feldes der naturwissenschaftsnahen Erörterung betrieben wird. Davon hat Claire Lehmann (geb. 1985) (Wiki), die Gründerin und Herausgeberin des von "Quillette", schon vor einem Jahr in einem Twitter-Beitrag einen Eindruck gegeben, als sie dort am 10. März 2018 schrieb (9):
Das ist wichtig: Kevin MacDonald's Thesen über Juden und Gruppenevolution sind einer der Hauptgründe dafür, daß der Antisemitismus in den letzten Jahren wieder aufgelebt ist. Nun hat Cofnas eine Punkt-für-Punkt-Widerlegung seiner Kernthesen vorgelegt.
Original: This is important: Kevin MacDonald's ideas about Jews & group evolution is a key reason why anti-Semitism has had a resurgence in recent years. Here, Cofnas has produced a point-by-point rebuttal of his key thesis.
Dazu ist zu sagen, daß es eine außerordentlich krasse Behauptung ist zu sagen, eine rein wissenschaftliche Arbeit über Judentum und Antisemitismus als gruppenevolutionäre Strategien hätte zu nicht geringen Anteilen zu einem Wiederaufleben des Antisemitismus in der heutigen Welt geführt. Da ist also die Distanzeritis natürlich wieder sofort in voller Blüte. Kurz zuvor war der hier erwähnte Artikel von Cofnas selbst erschienen, ein Artikel, der - in dieser oder ähnlicher Form - bei der "Anti-Defamation-League" seit bald 20 Jahren im Schrank gelegen hatte, und zu dessen Veröffentlichung sie sich erst jetzt - im Jahr 2018 - angesichts der heranrollenden neuen Welle von Rassewissenschaft in der Forschung entschließen konnte.

Was dieser Twitter-Beitrag sagt, ist: Claire Lehmann will sich zwar mit ihrer Online-Zeitschrift "Quillette" für das die freie Denken einsetzen. Aber durch dieses - angeblich - so "freien Denken" darf der Antisemitismus nicht gefördert werden so wie es - offensichtlich - das freie Denken von Kevin MacDonald getan hat.

Eine solche Vorgehensweise wie diejenige von Claire Lehmann ist eigentlich in der Wissenschaft selbst nicht üblich, aber wir kennen dieses Distanzieren gegenüber Kevin MacDonald, während man gleichzeitig Kernthesen seiner Arbeiten übernimmt und erörtert, schon von anderen namhaften Autoren, namentlich von Seiten von Steven Pinker und von David Reich. Also nichts Neues unter der Sonne, außer daß damit nun allmählich eine "Verhaltensregel" erkennbar wird unter Menschen, die - jeweils bestens erkennbar - für die Verfolgung jüdischer gruppenevolutionärer Strategien gegenüber Nichtjuden stehen, natürlich immer jeweils bestens angepaßt an jene neue Zeitlage, die sich jeweils durch die aktuellsten Entwicklungen in der Wissenschaft selbst ergibt.

Wichtig sind diese Umstände deshalb: Weil diese Menschen es gegenwärtig sind, die die öffentliche Erörterung über die naturwissenschaftliche Erforschung von Begabungsunterschieden zwischen Völkern und Rassen bestimmen und hierbei - sozusagen - die Strippen ziehen, Claire Lehmann vor allem als Herausgeberin der Zeitschrift "Quillette". - Doch über all solche "Nebenbeobachtungen" hinweg bleibe man sich der Haupterkenntnis dieses zweiteiligen Blogbeitrages bewußt: Eine völlige Veränderung der öffentlichen Debatten-Landschaft kündigt sich an, eine Verlagerung von vormaligen "Bell-Curve"- und "Sarrazin"-Debatten in eine "Zwischenzone", in das "Intellectual Dark Web".

Warum nur fühlt sich dieses "Intelectual Dark Web" - trotz des proklamierten wissenschaftsnahen Säkularismus fast aller Protagonisten - dennoch in letzter Instanz so monotheistisch an? Ähnlich monotheistisch wie in Deutschland - etwa - der "Humanistische Pressedienst"? Darüber mag sich jeder so seine eigenen Gedanken machen .....
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  1. Neumann, Marc: Vorwürfe statt kluger Debatte - die Intelligenzforschung verheddert sich in Polemik. In: NZZ, 18.12.2018, https://www.nzz.ch/feuilleton/intelligenzforschung-und-genetik-polemik-statt-nuechterne-debatte-ld.1444423
  2. Thomas Scripps: University of Cambridge - Akademiker und Studenten protestieren gegen Vergabe eines Forschungsstipendiums an Eugeniker Noah Carl, in 2 Teilen, erschienen auf Englisch Dezember 2018, auf Deutsch April 2019, https://www.wsws.org/de/articles/2019/04/20/carl1-a20.html, https://www.wsws.org/de/articles/2019/04/23/carl2-a23.html
  3. Quillette Magazine: Academics’ Mobbing of a Young Scholar Must be Denounced. In: Quillette Magazine - A platform for free thought, 7. Dezember 2018, https://quillette.com/2018/12/07/academics-mobbing-of-a-young-scholar-must-be-denounced/
  4. Lehmann, Claire: Cambridge Capitulates to the Mob and Fires a Young Scholar, Quilette, 2. Mai 2019, https://quillette.com/2019/05/02/cambridge-capitulates-to-the-mob-and-fires-a-young-scholar/
  5. Quillette Magazine: Noah Carl: An Update on the Young Scholar Fired by a Cambridge College for Thoughtcrime. May 28, 2019, https://quillette.com/2019/05/28/noah-carl-an-update-on-the-young-scholar-fired-by-a-cambridge-college-for-thoughtcrime/
  6. https://rationalwiki.org/wiki/Noah_Carl
  7. Neumann, Marc: Auf der Suche nach der Debattengemeinschaft. Das Online-Magazin «Quillette» um die Ruhestörerin Claire Lehmann schreibt gegen den Strom. NZZ, 18.1.2019, https://www.nzz.ch/feuilleton/online-magazin-quillette-gegen-den-mainstream-debattieren-ld.1452151
  8. The Rubin-Report: Respecting Ideas, Even Dangerous Ones (Claire Lehmann Pt. 1), 26.09.2018, https://youtu.be/lMXYeD6xeRs
  9. Lehmann, Claire: Über Kevin MacDonald, 10.3.2018, https://twitter.com/clairlemon/status/972571330796077056?lang=de  
  10. Bading, Ingo: Kolonialismus - In umgekehrter Richtung - ? Die Rückkehr der Rassewissenschaft  - Oder: "Wie die indische Wissenschaft gerade die Weltherrschaft übernimmt". GA-j!, 17. Mai 2019, http://studgenpol.blogspot.com/2019/05/kolonialismus-in-umgekehrter-richtung.html

Donnerstag, 6. Juni 2019

Das "Intellectual Dark Web" - Was ist sein Sinn? (Teil 1)

Neue grundlegendere Entwicklungen auf dem Gebiet der Geistesgeschichte

Das "Intellectual Dark Web" (Wiki) wird in den letzten Monaten in der Berichterstattung der "großen" deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen weitgehend "nichtssagend" behandelt (1-4). Sprich, man redet über dessen Vertreter, findet sie zum Teil sehr "klug" (es sind ja auch einige Professoren darunter), zeigt sich aber rhetorisch weder geradezu entsetzt und angekeekelt, noch hört man auch nur leiseste wohlwollende Zustimmung zu irgendwelchen Anliegen dieses "Intellectual Dark Web" (1-4). Sogar eine solche Mainstream-Internetseite wie "Perlentaucher" hat schon eigene Rubriken für sie eingerichtet (5, 6). Eine merkwürdige Berichterstattung! Eine Berichterstattung zugleich, die auffallen muß.





Hier gibt es eine Gruppierung, auf die man einfach einmal "nur so" hinweist, ohne sie sofort als "die Bösen" schlechthin zu kennzeichnen, ohne sie aber auch einmal "eben so" als "Seinesgleichen" zu benennen. Erinnert man sich an ähnliche Erscheinungen im Geistesleben der letzten Jahrzehnte? Zumal wenn es um einigermaßen "sensible" Themen geht, um "gefährliche Ideen" geht, um politisch Unkorrektes geht, wenn gar die ideologische Grundlagen der Nachkriegsjahrzehnte mittelfristig infrage stehen - durch Themen dieses "Intellectual Dark Web"? Nein, man kann sich an eine ähnliche Erscheinung eigentlich nicht erinnern. Hier erleben wir scheinbar gerade etwas Neues im Geistesleben, eine neue Taktik. Was sich wohl mit diesem Neuen ankündigt?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir weiter ausgreifen. (Ein Teil dieses Blogbeitrages ist auch in dem eingebundenen Video behandelt [11].)

Wer ist Jordan Peterson? Was will er?


Martin Lichtmesz von der Zeitschrift "Sezession" verweist im März 2019 (7) bezüglich des in mancher alternativen Öffentlichkeit derzeit ziemlich in den Vordergrund gestellten kanadischen Psychologie-Professors und Lebensberaters Jordan B. Peterson (geb. 1962)(Wiki), der zugleich als einer wichtigsten Figuren des "Intellectual Dark Web" gehandelt wird, einmal eben so im Vorübergehen auf ein Video von "Resurrection Europa". Dieses enthalt die folgende Kritik an Peterson (laut Inhaltsangabe in eigener Übersetzung) (8):
Eine Dokumentation, um die Agenda von Jordan Peterson zu entlarven, nämlich die anwachsende politische Rechte zu zerstören und den europäischen Nationalismus zu untergraben.  .....
Seine Aufgabe ist es, die anschwellende Welle des Nationalismus in eine impotente Einbahnstraße von Individualismus der politischen Mitte umzuleiten, womit er unseren Feinden genug Zeit gibt, um das demographische Gleichgewicht unserer Länder so zum Kippen zu bringen, daß unsere Zerstörung unumkehrbar ist. Peterson spricht ausdrücklich junge weiße Männer an, um sie mit einer heimtückischen politischen Ideologie zu indoktrinieren, die er radikalen Individualismus nennt. Hierfür hat er einen pseudoreligiösen Selbsthilfe-Kult geschaffen. Die heutigen Nullbockgeneration versorgt er mit seiner Ideologie, indem er sie mit einer Selbsthilfe-Diät verbindet, die in leere religiöse Metaphern verpackt ist. Während unsere Feinde unermüdlich daran arbeiten, unsere Nationen in einer schonungslos kalkulierten und organisierten Weise zu zerstören, betreibt Jordan Peterson die Gehirnwäsche einer Generation junger weißer Männer, um sie zu Individuen zu atomisieren, die es als einen Gipfelpunkt des Bösen erachten, wenn es zur einer Kooperation von Gruppen kommt, die auf ethnischer Identität und Nationalität gegründet ist. Und indem er dies tut, verdienen Peterson und seine Freunde ungezählte Millionen von Dollar.
Original: A documentary exposing Jordan Peterson's agenda to subvert and destroy the rising political right wing, and neutralize European nationalism. This video completely exposes Peterson's anti-White agenda and his strategy for implementing it. Any Peterson fans who are not beyond saving will be deprogrammed by watching this video. Jordan Peterson's primary goal is to neutralize the political right and White identity. He does not care about the Marxist take over of our nations, in fact he was hired by the United Nations to help usher it along. Peterson's only reason for stepping into the limelight was because he saw a massive right wing backlash fomenting, and realized it was going to destroy the left.
His job is to implement "plan B", to steer the rising tide of nationalism into an impotent cul-de-sac of centrist individualism, giving our enemies just enough time to tip the demographic balance of our countries so that our destruction is sealed. Peterson is explicitly targeting young White males for indoctrination with an insidious political ideology he calls radical individualism. He has created a pseudo-religion self-help cult; he is delivering his ideology to the disaffected youth by combining it with a self-help regimen wrapped in empty religious metaphor. While our enemies are working tirelessly to destroy our nations in a ruthlessly calculated and organized fashion, Jordan Peterson is brainwashing a generation of young White men to be atomized individuals who perceive group cooperation based on ethnic identity and nationality as the height of evil.
And in the process of doing so, Peterson and his friends are making untold millions of dollars.
Was für bösartige Unterstellungen und was für ein Tonfall, was für eine "Denke" überhaupt. Wer unterstellt anderen Menschen denn so böse und schlechte Absichten. So etwas kennt man sonst von "Sezession" ja eigentlich nicht. Es sei denn, dieser Blog hätte ähnliche Absichten der Zeitschrift "Sezession" selbst unterstellt .... Der Autor dieser Zeilen hat noch kein abschließendes Urteil über dieses "Intellectual Dark Web". Aber dieses Video scheint doch eine gewisse Orientierung zu bieten. Auffällig ist ja schon einmal in jedem Fall, daß dieser Jordan Peterson die Bedeutung von Jesus und dem Christentum verteidigt (z.B. gegenüber Sam Harris - in aller Freundschaftlichkeit und in allem gegenseitigen Respekt), sowie daß er das Alte Testament gut findet.**)

Weiterhin fällt auf, daß diese Leute des "Intellectual Dark Web" untereinander in Gesprächsrunden sich alle allseits als "smart guys" bezeichnen. Das läßt in einem die Frage aufkommen: Wen würde man denn diesbezüglich in Deutschland als "smart guy" bezeichnen? Als erstes fällt einem - man verzeihe - der Papstbewunderer Harald Lesch ein. Er ist gewiß umfassend gebildet und so etwas wie ein - - - "smart guy". Aber im Grunde genommen ist er, wenn man all das länger auf sich wirken läßt, ein Schwätzer. Er verbindet viele wichtige, gute Inhalte mit Geschwätz, irgendwie werden wesentlichste Themen bei ihm "zerredet". Ähnliches mag für David Precht gelten. Wobei ich nicht sagen will, daß man nicht von beiden immer einmal wieder sehr viel lernen kann.

Jedenfalls mag der Verdacht aufkommen, daß es bei den Youtubern des "Intellectual Dark Web" tatsächlich vor allem darum geht, als "smart guys" intellektuell daher kommendes Geschwätz zu verbreiten, wesentlichste Inhalte, die die Zukunft der modernen Wissensgesellschaften auf der Nordhalbkugel betreffen, in einen Haufen von Geschätz zu packen, in dem sie dann völlig untergehen und nur noch als irgendwie "seicht" wahrgenommen werden.*)

Für sich genommen wäre dieses "Intellectual Dark Web" vermutlich gar keiner Erwähnung wert. Aber auffallender Weise formierte es sich in einer Zeit, im Jahr 2018, in der wesentliche Themen aus der Wissenschaft heraus in die allgemeinere gesellschaftspolitische Debatte hinüber schwappen. Das war in den USA kurzzeitig 1994 schon einmal geschehen als es um die "Bell Curve-Debatte" ging und in Deutschland war das einmal kurrzeitig 2010 geschehen, als es um die Sarrazin-Debatte ging. Diese Debatten mußten jeweils innerhalb der Mainstream-Medien geführt werden - wo auch sonst, wenn sie irgendwo weiter hätten wahrnehmbar sein sollen (was jeweils unvermeidlich geworden war)? Irgendeinen anderen öffentlichen Bereich gab es ja nicht.

Aber jetzt, im Jahr 2018, glaubt man klüger zu sein. Jetzt sollen diese Themen - offensichtlich - möglichst lange aus den Mainstream-Medien dadurch heraus gehalten bleiben, daß man sie durch ein extra dafür geschaffenes "Intellectual Dark Web" behandelt läßt, diese Themen durch dieses tolle "Web" "framen", umrahmen läßt, sie in dieses und seine sonstigen Themen, die sehr willkürlich ausgewählt erscheinen, "einbettet". Wäre dieses "Intellectual Dark Web" nicht vorhanden, müßten diese Themen nämlich - wie bislang immer - von den ganz normalen Mainstream-Medien aufgegriffen werden. Denn sie kommen aus der ganz normalen Mainstream-Naturwissenschaft heraus. Und genau das versucht man durch die Schaffung des "Intellectual Dark Web" zu vermeiden.

Man baut also einen "Zwischenschritt" ein. Vorher gab es ähnliche Debatten völlig am Rande des Mainstreams und sie konnten von Mainstream deshalb völlig ignoriert oder - sehr dosiert - aufgegriffen werden (Razib Khan, Steve Sailer, Charles Murray und andere). Nun also schafft man neue Fronten in der Debatten-Landschaft. Von vornherein wird das "Intellectual Dark Web" von harten Beton-Kopf-Linken als hochgradig gefährlich beschrieben und zwar in einem geradezu hysterischen, schrillen Tonfall. Nämlich auf dem sogenannten Rational-Wiki, das gewiß alles ist, nur nicht rational. Aber man läßt den Mainstream - vorläufig - diesen Tonfall noch nicht übernehmen, sondern läßt ihn außerordentlich blaß das "Intellectual Dark Web" wahrnehmen.

Scheinbar hat man so immer noch alles weiter im Griff - oder glaubt es, im Griff zu haben.

Das australische Online-Magazin "Quillette" ist etwas völlig Neues


Dennoch kündigt sich damit eine sehr weitgehende Veränderung der öffentlichen Debatten-Landschaft an. Am deutlichsten wird diese Veränderung markiert und repräsentiert durch das - bislang auch innerhalb des "Intellectual Dark Web" - einigermaßen einzigartige australische Online-Magazin "Quillette". Dieses Magazin hat großes Lob von bedeutenden Menschen aus der Wissenschaft erhalten, nicht nur aber weil es auch die sogenannten "gefährlichen Ideen" anspricht, die seit 2005 aus der Wissenschaft herausschwappen und schon damals von Steven Pinker als solche benannt worden waren (auf "The Edge"). Diese Zeitschrift nun spricht sich bezüglich dieser "gefährlichen Ideen" (zu kennzeichnen durch die Dreiheit Rasse - Genetik - Intelligenz) für Wissenschafts- und Diskussionfreiheit aus. Bei den "gefährlichen Ideen" geht es neben den "schlimmsten", nämlich denen über Rasse, Intelligenz und Genetik auch um angeborene ode kulturell erworbene Gewaltneigung in einzelnen Kulturen und Volksgruppen, Neigung zu Boshaftigkeit und vieles, vieles andere mehr.

Auch das Gebiet der naturwissenschaftlichen Kritik der Gender-Forschung wird behandelt (für die in Deutschland u.a. der an den Rand gedrängte, von der Antifa heftig bekämpfte Biologe Professor Ulrich Kutschera steht). Für die "gefährlichen Ideen" der Intelligenz-Forschung steht hierzulande insbesondere Professor Heiner Rindermann von der Universität Chemnitz. Dieser gehört auch zu der "London Conference on Intelligence", die zwischenzeitlich scharfe Angriffe erfahren hat (mehr dazu im nächsten Blogbeitrag, bzw. dem 2. Teil dieses Blogbeitrages).

Im Grunde taucht angesichts dieser Entwicklungen die Frage auf, wie sich bisherige Leitorgane der deutschen "Konservativen" oder auch der deutschen Kirchenfreien (Giordano Bruno-Stiftung, Humanistischer Pressedienst) zu diesen Entwicklungen stellen. Soweit übersehbar, hat man sich hier bislang nirgendwo deutlich und klar positioniert, auch fast gar nicht überhaupt Bericht erstattet.

Aber gerade auch in einem Interview mit Claire Lehmann, der Gründerin und Herausgeberin von "Quillette" (9), wird streckenweise sehr deutlich spürbar, wie sich alle Beteiligten (und ihre Hinterleute!!!) bewußt sind, daß sie derzeit KEINE genaue Vorstellung darüber haben, WIE konkret die Debatten-Landschaft sich verändert wird, weil alles sehr deutlich in Fluß geraten ist. Sie glauben aber zu wissen, DASS sie die Formation der neuen Debatten-Landschaft sehr dringend und rechtzeitig ... "moderieren" müssen.

All das scheint für die Hintergrundmächte ein so "gewagtes" Experiment zu sein, daß sie die besonders "anfälligen" Deutschen zunächst in dieses gar nicht mit einbeziehen. Man hält die neuen Ideen mit dem Online-Magazin "Quillette" sogar auf die größtmögliche geographische Distanz zu Deutschland. Auch wenn das im Internetzeitalter letztlich obsolet ist, mag dennoch zumindest eine gewisse emotionale Distanz mitschwingen und erwünscht sein.

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*) Das ist ein erster Eindruck. Dieser Eindruck ist aber formuliert vorbehaltlich besserer, genauerer Einsichten. Wer Englisch nicht auf Muttersprach-Niveau beherrscht (wie der Autor dieser Zeilen) hat schon allein deshalb oft Mühe, all diesen "smart guys" zu folgen, so klares Englisch sie auch zumeist sprechen mögen. Deshalb ist einem eine schnelle Einsicht und ein schneller Überblick und ein zügiges Urteil über all das verwehrt. Würden diese Leute auf Deutsch "schwätzen", wäre man sich vermutlich im Urteil schneller sicher - so wie bei Harald Lesch oder David Precht, die auffallenderweise beide schon die katholische Kirche irgendwie in Schutz genommen haben.

**) Ergänzung 3.7.2019: Auf Youtube erhält man Video-Vorschläge wie dieses (12):
If You Hate Jordan Peterson Watch This Video - It Will Change Your Mind - Elite Psychology - 949.461 Aufrufe - This is the real Jordan Peterson. In this video, some of the most vulnerable and emotional moments of Dr Jordan B Peterson are shown, illustrating his true motivation.
Also: "Einige der Momente, in denen sich Dr. Jordan B. Peterson am verletzlichsten und emotionalsten zeigt". Zu den in diesem Video zusammen gestellten "Momenten" kann man doch nur sagen: Warum sollte man so etwas hassen? Man steht vor diesen emotionalen Ausbrüchen wie vor einem Rätsel. Er glaubt, sich unglaublich betroffen zeigen zu müssen, eine Art embryonale emotionale Befindlichkeit, Hilflosigkeit, Ohnmacht, "Mitgefühl" mit seinen Zuhörern, "Verständnis" für sie zu Markte tragen zu müssen, wenn er von den Abartigkeiten, den Depressionen, den Abwegen, von der Ziellosigkeit, der Antriebslosigkeit, dem Nihilismus, den Selbstmordgedanken, der Leere der heutigen jungen Männer unter 30 Jahren redet, wobei sich seine Zunge überschlägt, und auch von der Schrillheit der Art wie die heutige Gesellschaft, bzw. wie der Mainstream darauf reagieren, wie sie damit umgehen.
 Puh. Puh. Es sind ja ernste Themen angesprochen, wahrlich. Aber ist auch nur ein MINIMUM von der Art, in der sich Peterson äußert, in einem tieferen Sinne wahr oder wahrhaftig? Wahrhaftiger als das, was der Mainstream anbietet? Oder handelt es sich nur um ein Spiegelbild des Mainstream? Nur noch eine Spur hintergründiger unwahrhaftig? Und wenn man wirklich so sehr davon betroffen ist, glaubt man tatsächlich, daß ausgerechnet "Individualismus" und weitere Vereinzelung und Geschichten des Alten Testaments die Antwort, die Lösung sind? Unheimlich.
Er zelebriert männliche Schwäche, Ohnmacht, Hilflosigkeit. Aber er gibt nichts als Geschwätz und simple Vereinzelungs-Lehren, um aus diesen Zuständen herauszukommen. Dieser Strohhalm dürfte für junge Männer keineswegs eine "Rettung" sein, sondern, ja, bewußt als hilfloser Strohhalm so angelegt sein, in der Tat.
Immerhin aber wird hier auf Bedürfnisse reagiert. Und denen darf man ja einmal nachgehen. Es geht um die Wahrnehmung einer zutiefst kranken Gesellschaft und um die Suche nach Antworten, wie auf diese Krankheit reagiert werden kann, auf eine Krankheit, die sich auf die privateste Lebensführung jedes einzelnen Menschen auswirkt. Welche Antworten haben wir denn? Ist Vereinzelung die Antwort? Oder ist nicht vielmehr doch Rückbezug auf eine Gemeinschaft die Antwort? Könnte stattdessen Wohlwollen für die angeborene, eigene Gemeinschaft, für das eigene Volk die Antwort sein? Letzteres könnte ja wohl doch sein - ? Es ist schließlich auch natürlich genug - ? Nur in der Bibel steht davon wenig geschrieben ....  Aber: Muß man sich so unnatürlich äußern, wenn man noch ein "Alternativprogramm" bieten will zu dem letztgenannten Natürlichen, dem eigenen Volk, in das man hineingeboren ist, und das man als Schicksalsgemeinschaft im Guten wie im Bösen begreifen kann und wie es ja auch immer mehr Menschen - sogar in den USA - begreifen?
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  1. Adrian Lobe: Sie handeln nicht mit Drogen, aber mit gefährlicher Gedankenware - Im Netz formiert sich eine Bewegung namens Intellectual Dark Web. NZZ, 15.5.2018, https://www.nzz.ch/feuilleton/sie-handeln-nicht-drogen-sondern-gefaehrliche-gedankenware-ld.1384912
  2. Kolb, Matthias: Jordan Peterson Kämpfer gegen politische Korrektheit. Süddeutsche,  14. September 2018, https://www.sueddeutsche.de/politik/jordan-peterson-kaempfer-gegen-politische-korrektheit-1.4124923
  3. Kolb, Matthias: "Intellectual Dark Web" - Die neuen Prediger in Nordamerika. Im Gespräch mit Teresa Sickert und Tim Wiese. Deutschlandfunk, 29.09.2018, https://www.deutschlandfunkkultur.de/intellectual-dark-web-die-neuen-prediger-in-nordamerika.1264.de.html?dram:article_id=429373
  4. Simon Ingold: Die Postintellektuellen, die aus dem Dunkeln kamen. NZZ, 27.3.2019, https://www.nzz.ch/feuilleton/die-postintellektuellen-die-aus-dem-dunkeln-kamen-ld.1469799
  5. https://www.perlentaucher.de/stichwort/intellectual-dark-web/presseschauen.html
  6. https://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/sw/quillette.html 
  7. Lichtmesz, Martin: Filmkritik und Ideologie. In: Sezession, 5.3.2019, https://sezession.de/60510/filmkritik-und-ideologie
  8. Resurrection Europa: Jordan Peterson Dismantled. 24.01.2019, https://youtu.be/WXYuqrO8LLo
  9. The Rubin-Report: Respecting Ideas, Even Dangerous Ones (Claire Lehmann Pt. 1), 26.09.2018, https://youtu.be/lMXYeD6xeRs 
  10. Neumann, Marc: Auf der Suche nach der Debattengemeinschaft. Das Online-Magazin «Quillette» um die Ruhestörerin Claire Lehmann schreibt gegen den Strom. NZZ, 18.1.2019, https://www.nzz.ch/feuilleton/online-magazin-quillette-gegen-den-mainstream-debattieren-ld.1452151
  11. Bading, Ingo: Das "Intellectual Dark Web" - Was ist sein Sinn? 6.6.2019, https://youtu.be/rhViKTJuABo  
  12. If You Hate Jordan Peterson Watch This Video, Elite Psychology, 3.7.18, https://youtu.be/eMo_20J1J1Y
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