Samstag, 28. April 2018

Die Zuschauer verjüngen sich

Auf meinem Youtube-Kanal
- Derzeit sind die Zuschauer unter 34 Jahren zu 86 Prozent weiblich 

Mein Internetblog "Studium generale" besteht seit genau zehn Jahren. Aus ihm haben sich in dieser Zeit mehrere weitere Blogs herausgegliedert. Aber seit dem 6. April 2018 hat sich recht überraschend ein ganz neuer Schwerpunkt meiner Arbeit ergeben. Nämlich das Video-Blogging: Youtube.com/IngoBading. Dort jedenfalls geschieht derzeit viel mehr als auf meinen Blogs oder auf meinen "Social Media"-Seiten. Und damit sind für mich vergleichsweise neue, gerne auch aufregende Erfahrungen verbunden. Diese sind noch keineswegs abschließend verarbeitet. Und zu ihnen soll an dieser Stelle auch noch gar nichts weiter gesagt werden. Das ganze ist auch weiterhin für mich ein großes Experiment.

Aber im folgenden soll einmal ein kleiner Zwischenstand veröffentlicht werden, was die Analyse der Zuschauer-Zusammensetzung betrifft. Nikolai Nerling, der "Volkslehrer", hatte am 5. April 2018 sein Video veröffentlicht "In eine schöne Zukunft mit 25 000". In diesem versprühte er so viel Aufbruchsgeist und Optimismus, daß auch ich mich nicht mehr zurückhalten konnte, so sehr ich mich bis dahin auch um Zurückhaltung bemüht hatte (zumindest öffentliche). Einen Tag später, am 6. April 2018, veröffentlichte ich selbst das Video "Volkslehrer-Bewegung ... ? ... Ludendorff-Bewegung ....?" Inzwischen, nach drei Wochen, hat es mehr als 3.500 Aufrufe. Und es hat viele Rückmeldungen in den Kommentaren und anderwärts ausgelöst.




Bei der Veröffentlichung dieses Video's hatte mein Video-Kanal 12 Abonnenten. Nun, drei Wochen später, am 28. April und nach der Veröffentlichung von zwölf weiteren Videos (also 13 Videos in 22 Tagen ...) hat der Video-Kanal 212 Abonnenten. 8.500 mal wurden die Videos insgesamt angeklickt, 110 mal wurde ein Video geteilt, 356 mal wurde eines "geliked". Es war und ist für mich sehr überraschend, daß mit Video's sehr viel mehr Aufmerksamkeit "generiert", hergevorrufen werden kann als mit geschriebenen Blog-Artikeln. Noch jetzt habe ich die Überraschung darüber nicht ganz verwunden. Denn letztlich liegt in diesem Umstand auch eine nicht unbeträchtliche Verantwortung, eine noch nicht völlig ausgelotete Wirkungsmöglichkeit.

Interessant ist, daß sich die Zuschauer-Zusammensetzung in den letzten drei Wochen gewandelt hat. In der ersten Woche waren die Zuschauer - wie bei Nikolai Nerling - (nach dem Analyse-Werkzeug bei Youtube) durchgängig über 45 Jahre alt. Anders als bei Nikolai waren in der ersten Woche aber auch fast die Hälfte meiner Zuschauer Frauen. Das hatte mich ja schon erstaunt.

Aber jetzt, drei Wochen später, hat sich die Alterszusammensetzung doch recht deutlich verändert (Abb. 1). Insgesamt sind meine Videos in den letzten drei Wochen zu 77 Prozent von Männern und zu 23 Prozent von Frauen gesehen worden. Aber: 33 Prozent der Zuschauer meiner Video's sind nun, nach drei Wochen, unter 44 Jahre alt. Und das ist ein Umstand, den ich glaube, zunächst einmal erfreulich finden zu dürfen.

Ich hoffe, daß diese Entwicklung nicht abbricht. Aber noch interessanter: Während der Frauenanteil in der Gruppe der über 45-jährigen nun zurück gegangen ist auf 26 Prozent, beträgt er bei der Gruppe der unter 34-Jährigen derzeit - - - 86 Prozent!


Abb. 1: Zuschauer auf meinem Youtube-Kanal

Es scheint, daß in einigen Altersgruppen verhältnismäßig viele Frauen zuerst meine Videos finden und sich - wenn überhaupt - erst später die Alterszusammensetzung unter den Zuschauern zum Männeranteil hin verschiebt. 

In der - gegenüber den unter 34-jährigen zahlenmäßig stärkeren - Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren schaut sich derzeit scheinbar keine einzige Frau (!) meine Videos an. Die Verjüngung ist also grob gesagt zurück zu führen auf 35- bis 44-jährige Männer und unter 34-jährige Frauen.

Man wird womöglich erstaunlich finden dürfen, daß Frauen unter 34 meine Videos häufiger sehen als Frauen zwischen 35 und 44. Vielleicht aber macht es auch gar nicht so viel Sinn, diese Schwankungen in der Geschlechter-Zusammensetzung gar zu sehr zu beachten. Doch immerhin glaube ich auch an manchen Kommentaren zu merken, daß sich dort "jüngere" Frauen zu Wort melden.

Das gesprochene Wort im Kulturleben


Anfang April hatte ich mir selbst noch Argumente bereitlegen müssen dafür, daß es Gründe geben könnte, den Schwerpunkt der Arbeit auf das Video-Produzieren zu verlegen. Im ganzen bisherigen Leben war ich in ausgesprochenem Maße ein Freund des geschriebenen Wortes. Natürlich habe ich als Lehrer, Dozent und Referent beruflich und außerberuflich an Universitäten, Schulen und Bildungsinstituten immer schon lehrend und dozierend viel mündlich kommuniziert. Aber die Synapsen hatten noch nicht in meinem Kopf dazu zusammengefunden, um die Erleuchtung zu bewirken, daß ich das letztlich ja auch auf Youtube machen könne.

Einen Fernseher besitze ich nicht. Aber auf Youtube schaue ich mir schon seit Jahren viele Dinge an: Politisches Kabarett, klassische Musik, Natur-Dokumentationen, zeitgeschichtliche Dokumentationen, historische Filme, Biographien, was es eben so alles gibt. Das Anschauen von Video-Kanälen der alternativen Öffentlichkeit - Hagen Grell, KenFm, Gerhard Wisnewski und so viele andere - zieht aufgrund des jeweiligen Neuheits-Charakters auch jeweils immer wieder meine Aufmerksamkeit in Bann. Die Aufmerksamkeit läßt aber - jedenfalls bei mir - doch immer wieder bald nach. Denn ich verliere die Geduld beim Ansehen allzu langer Videos, insbesondere von "Gesprächen". Dann schon lieber geschriebener Text. Das habe ich mir in den letzten Jahren oft gesagt.

(Übrigens: Hagen Grell hat bei mir viel von seiner Faszination verloren seit seinem Interview mit Björn Höcke. Ich weiß auch nicht, warum. Aber irgendwie kam einem der Anfang der Tätigkeit von Hagen Grell frischer vor. Ein Hauptgrund ist, daß seine Themen viel zu tagespolitisch sind - - - und offenbar bleiben sollen.)

Jedenfalls: All dies galt bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich anfing, mich über das eine oder andere Video von Nikolai Nerling sehr zu freuen. Wenn man etwas findet, was einem selbst viel bedeutet - auch in der Form des gesprochenen Wortes - dann läßt man es ja doch auch gerne einmal auf sich wirken. Eine Zeit lang sagte ich mir: "Nun kommt die tägliche Erbauungsstunde mit dem Volkslehrer."

Aber natürlich kann das auch für ernsthaftere Inhalte gelten. So war es ja früher im Studium an der Universität auch: Viele Vorlesungen ließ man - zumindest nach den ersten Wochen - ganz ausfallen. Aber einige wenige waren einem sehr wichtig. Der Grund, weshalb sie einem wichtig waren, konnte sehr unterschiedlich sein. Auch im Studium, so habe ich mir schließlich bewußt gemacht, ist ja das gesprochene Wort von keineswegs zu vernachlässigender Bedeutung. Und das gesprochene Wort richtet sich - insbesondere an der Universität - vornehmlich ebenfalls an die jüngere Generation.

Ein weiteres Argument kam mir in den Sinn: Bis zur Zeit Martin Luthers war der kulturverbundene und auch der politisch bewußte Mensch keineswegs per se ein lesender Mensch. Bis dahin erzählte die Großmutter im Familienkreis Märchen und fand überhaupt der Austausch über alle Dinge im direkten, persönlichen, mündlichen Austausch statt. Dies galt auch für Ansprachen, für Reden von der Kanzel, in den Kirchen und anderwärts.

Vielleicht kehren wir derzeit zu dem Vorwiegen des gesprochenen Wortes im Kulturleben zurück. Und vielleicht ist das nicht nur zu bedauern. Freilich, ich werde auch weiterhin - immer und immer wieder - darauf drängen, daß gelesen werden muß. Und ich werde betonen, daß mir Kommentare von Menschen, die Leser sind, fast noch die liebsten sind.

Ergänzung am 2.5.2018, nach vier Tagen, drei Videos und weiteren 72 Abonnenten mehr:
Inzwischen werden meine Videos sogar von Menschen unter 24 Jahren gesehen, genauer gesagt: zwischen 18 und 24 Jahren. Diese tauchten bislang in der Nutzer-Statistik gar nicht auf. Diese sind nun an 0,9 Prozent der gesamten angesehenen Video-Zeit beteiligt. :-) Das ist schon lustig, diese Nutzer-Statistik zu verfolgen. Denn auch in dieser Altersgruppe wieder das gleiche Bild wie vormals in den anderen Altersgruppen (außer 35 bis 44): Anfangs bilden Frauen die Mehrheit!!! Unter diesen 0,9 % angesehener Videozeit sind 53 % Frauen und 47 % Männer. Irre. Weiter so.

Donnerstag, 26. April 2018

Adolf Hitler - Auf den Wegen der "Vorsehung"

Die Astrologen im Dritten Reich




2011 erschien im Ares-Verlag in Graz ein Buch von Stephan Berndt (1) über das Verhältnis zwischen Hitler und den Astrologen. Aufbauend auf diesem Buch habe ich selbst eine Aufsatzreihe (2) und ein Buch (3) erarbeitet, deren Inhalte in diesem Video referiert werden.

Ich glaube, in meinem Buch viele Hinweise und Argumente dafür zusammengetragen zu haben, daß Adolf Hitler über astrologische Beratung gesteuert worden ist, so daß er selbst glaubte, selbstständig Handelnder zu sein, stattdessen aber immer nur auf den Wegen der "Vorsehung" wandelte, nämlich jener Vorsehung, die die satanistischen Hintergrundmächte für ihn und für die Völker der Nordhalbkugel in Langzeit-Strategien "vorgesehen" hatten.

Die quasi-offizielle Astrologie-Geschichte des Dritten Reiches, die die politische Rolle der Astrologie allzu deutlich herunterspielt, wurde verfaßt ausgerechnet von einem - - - Hochgradfreimaurer britisch-jüdischer Herkunft, der während des Zweiten Weltkrieges für die Schwarze Propaganda des Deutschenhassers Sefton Delmer gearbeitet hatte. Ausgerechnet einem solchen Mann sollen wir glauben, daß es sich bei der Astrologie-Geschichte nur um eine "Fußnote" zur Gesamtgeschichte des Dritten Reiches gehandelt habe?

Durch die Beschäftigung mit der Astrologie-Geschichte des Dritten Reiches scheint man meines Erachtens an einige jener Aspekte der Geschichte des Dritten Reiches insgesamt heranzukommen, die noch am ehesten "unverstanden" und "rätselhaft" sind, scheint man am ehesten das Gesamt-"Phänomen" Adolf Hitler auch nach mancher psychologischen Seite hin abschließender einordnen zu können.

Dabei ist bestens bezeugt: An der Wiege ebenso wie an der Bahre der NSDAP standen Astrologen: Rudolf von Sebottendorf war 1919 der Herausgeber der bedeutendsten Astrologie-Zeitschrift Deutschlands. Hitler rief noch eine Woche vor seinem Selbstmord den Astrologen Bernd Unglaub in den Führerbunker, weil er in Zweifel geraten war darüber, ob er die "geheiligten" Horoskope, die ihm 1933 und anderwärts gestellt worden waren, wirklich richtig verstanden hatte (!). Adolf Hitler glaubte an die "Welteislehre" von Hanns Hörbiger. Wer an diese glaubte, glaubte sehr oft auch an Astrologie. Die Bibliothek Adolf Hitlers enthält viele astrologische und okkulte Bücher. 

Zahlreiche Zeitzeugenberichte erwähnen die astrologischen Interessen Hitlers. 

Wem es schwer fällt, der These dieses Vortrages Bedeutung zuzusprechen, dem ist es ja frei gestellt, sich weiterhin von dem jüdisch-britischen Hochgradfreimaurer und Mitarbeiter des Deutschenhassers Sefton Delmer, Ellic Howe, die Augen - nun, je nach dem: öffnen oder vernebeln zu lassen.

(Im hinteren Teil des Videos, ja, es stimmt, schaue ich immer wieder viel zu lange Zeit nicht in die Kamera. Aber ich hatte sowieso gesagt, daß Ihr den Kram LESEN sollt und es Euch nicht alles nur - in mundgerechten Happen - und nur in möglichst professionell anmutenden Videos servieren lassen sollt.)
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  1. Berndt, Stephan: Hellseher und Astrologen im Dienste der Macht. Die geheimen Einflüsse auf Politiker und Herrscher. Ares-Verlag, Graz 2011
  2. Bading, Ingo: "Wer auf dem Tiger reitet, kann nicht absteigen" - Adolf Hitler angefeuert von Wahrsagern und Astrologen, 2013, http://www.lulu.com/shop/ingo-bading/wer-auf-dem-tiger-reitet/paperback/product-21122132.html
  3. Bading, Ingo: Die Schicksalsgläubigkeit des Adolf Hitler. Aufsatz in fünf Teilen. Gesellschaftl. Aufb. - jetzt!, 2012, http://studgenpol.blogspot.de/2012/06/die-schicksalsglaubigkeit-des-adolf.html

Freitag, 20. April 2018

Von der Volkslehrer- zur Ludendorff-Bewegung

Weitere geschichtliche Einordnungen



Warum Mathilde Ludendorff?

Auch innerhalb der alternativen Öffentlichkeit gibt es viele weltanschaulichen Angebote. Was unterscheidet nun eigentlich Mathilde Ludendorff von anderen philosophischen, weltanschaulichen Denkern ihrer Zeit und auch noch unserer Gegenwart? In welchem Bezug steht sie zu ihnen? Helfen uns heute noch Weltreligionen oder andere globalisierende Ideologien?

Erich Ludendorff war ohne Zweifel Begründer, bzw. bis heute der namhafteste Vertreter der Wahrheitsbewegung. Ob es da nicht womöglich auch noch andere interessante Dinge über ihn zu lernen geben könnte?

"Machet den rechten Flügel stark!" hatte der deutsche Generalstabschef Graf Schlieffen vor 1914 als Vermächtnis seinen Nachfolgern hinterlassen. 1935 rief Erich Ludendorff als sein Vermächtnis der Wehrmachtgeneralität - mit Bezug auf das Wort Schlieffens - zu: "Machet des Volkes Seele stark!"

Ob das nicht doch eine sehr aktuelle, zeitgemäße Forderung ist - ?

(Achtung, in der 34. Minute klingelt mehrmals mein Handy - bitte nicht irritieren lassen ........ da hat irgend so 'n Idiot sein Handy nicht auf lautlos gestellt vor der Aufnahme.)

Wenn sie das wäre, wäre zu fragen: Wo wurzelt denn die seelische Stärke eines Volkes? Worauf begründet sich seine "seelische Geschlossenheit", seine Widerstandsfähigkeit gegen alle Gefahren der Zersetzung (seine ...."Resilienz") auch noch in schwersten militärischen Niederlagen, in Zeiten kulturellen und politischen Niedergangs ohne gleichen? 

Gewinnt es diese Kraft aus der Tagespolitik? Aus Politik überhaupt? 

Nein, das Ehepaar Ludendorff vertrat den Gedanken: Ein Volk gewinnt seine seelische Kraft und Widerstandesfähigkeit, Überlebensfähigkeit aus seiner Kultur, aus dem Wurzeln IN seiner Kultur, aus dem Zugang des einzelnen Menschen zur Kultur. Denn Kultur ist - nach Mathilde Ludendorff - schlicht Ausdruck des Gotterlebens der Menschenseele. Und das Gotterleben der Menschenseele ist für sie die stärkste Geschichte gestaltende Kraft (siehe auch nur als EIN Beispiel: 1).

Erich Ludendorff wurde deshalb ab 1926 seinem Selbstverständnis nach von einem bloß politischen Revolutionär zu einem Kulturrevolutionär. Und erst als solcher wurde er dann auch zu einem "Weltrevolutionär" (als den er sich im Titel seiner Lebenserinnerungen bezeichnet).

Kultur beinhaltet nicht nur Wissenschaft im allgemeinen Sinne, sondern beinhaltet in letzter Instanz das Suchen nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn unseres Seins als Einzelmenschen und als Volk. Deshalb wird im hinteren Teil des Videos ein Ausflug in die Philosophie-Geschichte unternommen: Sokrates, Aristoteles .... Kopernikus ... Kant ... Fichte, Hölderlin, Hegel, Marx, Materialismus, Darwinismus und schließlich: Hans Jonas und Dieter Henrich. 

Der Vertreter Charles Darwins in Deutschland, August Weismann, erkannte die potentielle (biologische) Unsterblichkeit der Einzeller. Mathilde Ludendorff setzte sich mit dieser biologischen Erkenntnis ihres Lehrers Weismann philosophisch auseinander und ging der These nach, daß in der Evolution das Leben seine potentielle biologische Unsterblichkeit verlieren mußte, um ein geistiges, bewußtes Unsterblichkeits-Erleben der einzelnen Menschenseele gewinnen zu können. 

Nach ihrer Philosophie kann jeder einzelne Mensch VOR seinem (biologischen) Tod (und NUR vor seinem - biologischen - Tod) unsterblich werden.
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  1. Weinheber, Josef: Gedichte. Ausgewählt von Friedrich Sacher. Hoffmann und Campe, Hamburg 1966

Mittwoch, 18. April 2018

Vorlesung "Philosophie der Biologie I"



In diesem Video werden - nach einer 40-minütigen Einleitung - Gedanken eines Blogbeitrages vorgetragen, der schon vor einigen Monaten veröffentlicht worden ist zum Thema Inhärenz in der Evolution (1, 2). Der Neodarwinismus hat abgewirtschaftet (3). Stephen Jay Gould's "Zufalls"-Deutung der Evolution (4) hat abgewirtschaftet.

(Um Minute 20 herum wird zwei mal statt des Namens Simon Conway Morris der Namen Stephen Jay Gould genannt - als kleinen Test, ob die Zuhörer aufpassen und das Verplappern im Eifer des Gefechtes mitbekommen ... ;-) Auch ganz am Ende des Videos wird an einer Stelle von 2 Millionen Jahren anstatt richtigerweise von 2 Milliarden Jahren gesprochen - natürlich auch als kleiner Test ;-) ...)

"Life will work it out." 


Aufbauend und anknüpfend an viele Aufsätze und Referate von Prof. Dr. Gerold Adam, Konstanz (1933-1996) (von denen einiges in der Einleitung noch einmal referiert wird) wird die Philosophie von Mathilde Ludendorff (1877-1966) mit wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritten konfrontiert, die erst nach dem Tod von Gerold Adam gewonnen worden sind.

Hierzu gehören insbesondere die Forschungen und Erkenntnisse des namhaften britischen Paläontologen Simon Conway Morris.

Es werden Gedanken erörtert rund um das Thema Inhärenz und rund um den schönen kurzen Satz mit fünf Worten, den der berühmteste US-Amerikaner der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Flugpionier und Biologe Charles Lindbergh, lange nach 1945 einem seiner deutschen Söhne mit auf den Weg gab:
"Life will work it out." 
In diesem Wort ist das Prinzip Inhärenz in knappest möglicher Form umrissen. Abschließend wird noch auf Inhalte des Buches "Im Anfang war der Wasserstoff" von Hoimar von Ditfurth zum Thema Inhärenz eingegangen. Und es wird der Ausblick gegeben, daß zu der philosophischen Aussage
"Da stund stille das Werden der Arten"
in weiteren Videos noch weitere aktuellere Gedanken von Simon Conway Morris vorgetragen werden sollen, nämlich zum Thema, daß die (Makro-)Evolution zu einem Ende gekommen sein könnte.

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  1. Bading, Ingo: Inhärenz schlägt Selektion - Als zugrunde liegendes Prinzip der Evolution Oder: Sollte Leben ohne Evolution nicht sehr viel wahrscheinlicher sein? Studium generale, 17. November 2017, http://studgendeutsch.blogspot.de/2017/11/inharenz-schlagt-selektion-als-zugrunde.html
  2. Bading, Ingo: Ist die biologische Evolution zu Ende? Ausgangsbedingungen, Ablauf und Ende der biologischen Evolution - Sind sie "bedingt" durch ein Ziel? Studium generale, 10. Juli 2016, http://studgendeutsch.blogspot.de/2016/07/ist-die-biologische-evolution-zu-ende_10.html
  3. Bauer, Joachim: Das kooperative Gen. Abschied vom Darwinismus. Hoffmann & Campe 
  4. Gould, Stephen Jay: Zufall Mensch 
  5. Leupold, Hermin (Gerold Adam): Philosophische Erkenntnis in ihrer Beziehung zur Naturwissenschaft. Aufsätze zur geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnistheorie, zur Evolution des Weltalls und des Bewußtseins. Die Deutsche Volkshochschule, Bühnsdorf 2001 
  6. Conway Morris, Simon: Life's Solution. Inevitable Humans in a Lonely Universe. 
  7. Eigen, Manfred: Das Spiel. Naturgesetze steuern den Zufall. 
  8. Ditfurth, Hoimar von: Im Anfang war der Wasserstoff.

Donnerstag, 12. April 2018

Internet-Kommentare ...

Wenn wir anfangen, regelmäßiger Videos zu produzieren ....

Die Umtriebigkeit von Nikolai Nerling, dem "Volkslehrer", regt den Bloginhaber dazu an, selbst mehr Videos zu erstellen (Youtube). Eigentlich ist der Bloginhaber ein Freund des geschriebenen Wortes. Aber das Hauptkommunikations-Mittel der alternativen Öffentlichkeit scheint immer mehr das Video zu werden, also wird der Bloginhaber künftig womöglich doch noch mehr und regelmäßiger Videoblogging machen (soweit es äußere und innere Umstände zulassen).

Der Bloginhaber hat das Gefühl, daß er beim Produzieren von Videos sehr viel Persönliches von sich preis gibt. Wenn die Videos dann im Kommentar-Bereich erörtert werden, ist ihm die Asymmetrie sehr unbehaglich, die darin liegt, daß man sich selbst durch das Video sehr geöffnet hat, man aber in der Regel gar nichts über die Persönlichkeit dessen weiß, der da einen anonymen Kommentar abgibt. 

Auch scheinen die Suchalgorithmen so eingestellt zu sein, daß sich sowieso nur wenige Leute auf die Videoseite des Bloginhabers verlieren bislang, zumal er ja auch keine spektakulären "Action-Videos" mit bekannten Politikern veröffentlicht oder sonstige öffentlichkeitswirksame Skandale vom Zaun bricht. Tilman Knechtel hatte zwar auch mir die Anregung gegeben, Politikern mit Fragen das Mikrofon vor den Mund zu halten. Bislang konnten ich mich dazu nicht durchringen und ich werde das vermutlich auch nicht tun.

Mit dem Moderieren der Kommentare auf Youtube hatte ich mich bislang noch nie befaßt. Ich hatte zunächst unmoderiertes Kommentieren eingestellt und bis zum 12.4.18, 18 Uhr haben sich im Kommentar-Bereich des letzten mir bislang wichtigsten Videos (Youtube) 21 Kommentare angesammelt. In der Regel komme ich mit allen Kommentaren zurecht, soweit sie nicht offen beleidigend sind. Aber in dem Fall dieses Videos erscheint es mir nicht passend, mir von der Mehrheit der Kommentare die Aussage des Videos der Tendenz nach eher zerreden zu lassen. (Natürlich empfindet das jeder anders.) Sollte sich eine nach meinem Gefühl fröhliche, positive, gehaltvollere Grundstimmung unter den Kommentaren ausgebreitet haben, kommt es auf den einen oder anderen flapsigeren Kommentar nicht mehr an. Solange es aber noch nicht so weit gekommen ist, werde ich den Kommentar-Bereich zu einigen meiner Videos moderieren.

Ich habe mich entschieden, den größeren Teil der bisherigen Kommentare zu dem genannten Video zu löschen, sie aber hier in einem eigenen Blogartikel zu sichern und festzuhalten. Auch zu diesem Blogbeitrag können gerne weitere Kommentare gegeben werden, auch gerne zu dem Inhalt des Videos.

Hier also die gelöschten Kommentare, mag ja auch sein, daß es unnötig war, auf einige der Kommentare zu reagieren oder sogar "zu übertrieben" zu reagieren. Wie gesagt, ich bin noch ungeübt darin, Erörterungen mir angemessen zu moderieren, in denen es einmal nicht vornehmlich um Vernunft-Erkenntnisse geht, sondern um Aussagen über seelischen Gehalt.


"Bernhardine Henriette" ...


... Auch freue ich mich IMMER über private Zuschriften. Im übrigen muß man auch nicht alles, was man sagen kann und sagen möchte und austauschen möchte, öffentlich tun. Oft ist die private Zuschrift - zumal bei einem Video wie diesem - die bessere Lösung. (Da hatte ich den Kommentar nicht aufgeklappt.)

"Claus Tütenkleber"


Und weiter der gleiche Eröterungs-"Faden":


Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß ich das dümmliche Gebrabbel von "Claus Tütenkleber" über Donald Duck hier nicht noch weiter kommentieren und einordnen muß. Ich sagte schon, daß die Hollywood-Sparte Politik halt so ihr eigenes Personal rekrutiert. Aber insgesamt hoffe ich, daß sich von selbst versteht, daß man als Altenpfleger womöglich nicht nur "materielles" Gesabber abwischen muß, was aus dem Mund tropft. In jedem Fall handelt es sich hier immer um ein Gerede, das - in Antwort auf mein Video - geradezu einen Hohn darstellt. Und zwar auf allen Ebenen.

"Blutiger Fuchs"




Wie gesagt: Bitte gerne an dieser Stelle im Kommentar-Bereich derartige begonnene "schööööööööööne" Erörterungen fortsetzen.

Die "weibischen", "knallharten" "Krieger der Barockzeit" und ähnlicher mistiger Quark


[Ergänzung, 6.6.2018] So, jetzt gab es neuen Anlaß für Löschung, bzw. für das Verschieben von Kommentaren hier in die Quarantäne, nämlich Kommentare zu dem am 3. Juni veröffentlichten Video "Wer war Erich Ludendorff? (Teil 1)" (Yt):


Jeder einzelne für sich vorgebrachte Gedankengang ist natürlich für sich erörterungswürdig. Das wissen ja solche Kommentatoren, daß sie sich so äußern müssen, wenn man sie nicht auslachen oder gleich löschen soll. Aber der Gesamtzusammenhang und der unterschwellig ganz und gar absprechende Gestus dieser Kommentare ist zutiefst zersetzend und ekelhaft. Man sehe sich das Video selbst an und frage sich dann ehrlich, ob es solche Kommentare zuerst sein "sollten" oder sein "müßten", die man dann schreiben "muß". Aber da ist eh jede Erörterung sinnlos.

Montag, 2. April 2018

Um der Kunst willen - Leidenswilligkeit und Leidensfähigkeit

Die weltberühmte koreanische Sopranistin Sumi Jo
- Ihre Kindheit und Jugend in Korea

In Abwendung von so viel Nichtigem, Scheußlichen und Banalen, das uns politisch, menschlich und kulturell umgibt kann es so wertvoll sein, diese oder jene Dokumentation, dieses oder jenes Interview, manches Konzert anzusehen und anzuhören, die es derzeit auf Youtube zu finden gibt über den deutschen Dirigenten Herbert von Karajan (1908-1989) (Wiki) und über seine Schülerin, die deutsche Violinistin Anne Sophie Mutter (s.a. GooglePlus). Man darf diese Video's alle für sehens- und hörenswert erachten. Man erfährt hier, daß sogar der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sich in einem Interview sehr positiv über Herbert von Karajan ausgesprochen hat. Unmittelbar nach dem Tod Wilhelm Furtwänglers Ende 1954 begann die "Ära Karajan" im deutschsprachigen, europäischen und weltweiten Musikleben. Und sie endete erst mit seinem Tod im Jahr 1989. Es waren gute Jahre und es kann wertvoll sein, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Abb. 1: Herbert von Karajan, 1987
Wenn man etwa eine Karajan-Biographie liest (etwa die von Franz Endler), in der all das diplomatische "Ränkespiel" auf nationaler und internationaler Ebene rund um den "Tyrannen", den "Despoten", den "Herrscher", den sich seiner Macht bewußten "Renaissance-Menschen" Herbert von Karajan zu Darstellung kommt, kommt einem zugleich der Gedanke, daß künftig die Zeit zwischen 1955 und 1989 nicht mehr benannt werden wird nach den ekelhaftesten Aspekten dieser Jahre, also nicht mit Begriffen wie "Adenauer-Ära", Zeit des "Kalten Krieges", Zeit des weltweiten Regierungs- und False Flag-Terrorismus, "Terrorjahre" oder welchen verbrecherischen, ekelhaften Aspekt man sonst für diese Zeit herausgreifen will. Nein, man wird mit den benutzten Benennungen dann nicht mehr in erster Linie die Aufmerksamkeit auf die ekelhaften, verbrecherischen, banalen, schändlichen, schamvollen Dinge richten. So wie wir die Bismarck-Zeit nach dem hervorragendsten Menschen benennen, der damals in Deutschland, in Europa und der Welt Friedenspolitik betrieben hat, von allen Seiten anerkannt und geschätzt, so wird künftig die Zeit zwischen 1955 und 1989 die "Ära Karajan" heißen. Und genug.

Und damit wäre dann auch jener Bereich benannt, in dem Deutschland seine Weltgeltung behielt, auch noch in einer Zeit, in der es ansonsten politisch und kulturell ein Bild beispielloser Schande abgegeben hat und abgibt.





Schon im Jahr 2007 war auf unserem Blog die Aufmerksamkeit gerichtet worden auch auf jene Filmsequenz, in der man unmittelbar daneben steht, als Herbert von Karajan 1988 die bedeutende Sopranistin unserer Zeit entdeckte, die Koreanerin Sumi Jo (geb. 1962) (Wiki) (s. St.gen.2007).  Das wurde letztes Jahr noch einmal in überarbeiteter Form veröffentlicht (s. Für Kultur2017). Schon bei der Zurkenntnisnahme dieser Filmsequenzen und der Weltkarriere von Sumi Jo konnte bei manchem Zuschauer die Frage entstehen, wie diese Frau eigentlich in Südkorea aufgewachsen ist, was sie erlebt hat, wie sie zu jenem Menschen wurde, der da 1988 bei Herbert von Karajan vorsang. Und endlich - seit knapp einem Jahr - kann man auf Youtube darauf eine Antwort finden (Yt)!! Dieser Umstand ist der eigentliche Anlaß für den vorliegenden Blogartikel.

In der Dokumentation werden viele Stationen der Lebensgeschichte von Sumi Jo von Schauspielern nachgespielt. So entsteht eine sehr "rührende" Geschichte. Dadurch daß Sumi Jo aber zwischendurch immer wieder selbst zu Wort kommt im Interview über ihre Lebensgeschichte, erhält die Dokumentation eine sehr große Authentizität. Diese Form der Dokumentation einer Lebensgeschichte ist im Westen wohl nicht so gebräuchlich, aber eigentlich gar nicht schlecht.

Der Film wendet sich ins Heroische


Alles fühlt sich in dieser Dokumentation - natürlicherweise - sehr "koreanisch" an. Sumi Jo ist in Korea selbst schon sehr früh als Wunderkind entdeckt worden. An einer Stelle drohte ihr Vater mit dem gemeinsamen familiären Selbstmord, als sie begann, ihr Musikstudium schleifen zu lassen, da sie innerhalb von Korea keine Herausforderungen mehr fand, zugleich in einen jungen Mann verliebt war und nur noch in Disco's ging. Und dann die abrupte Wendung: Ihre Lehrerin schlägt ihr vor, ins Ausland zu gehen, ins Land des Gesanges, nach Italien. Sumi Jo verläßt Lehrerin, Eltern und ihre große Liebe: Um der Kunst willen verzichtet sie auf alles. Der Film wendet sich ins Heroische.

Aber man darf das eindrucksvoll finden. Noch heute spricht die ebenfalls von Karajan entdeckte Geigerin Anne-Sophie Mutter davon, daß es in den ostasiatischen Ländern deshalb so viele musikalische Spitzentalente gibt, weil der Ehrgeiz, die Leidensfähigkeit und Leidenswilligkeit um der Kunst willen dort noch viel größer sind. Dieser Umstand ist auch an dem Lebensweg von Sumi Jo aufzeigbar. Es werden schließlich ihre Leidensjahre in Italien dargestellt, in denen sie täglich Italienisch lernte, Gesang studierte und nur vier Stunden in der Nacht schlief, in denen es ihr schwer fiel, all die vielen unterschiedlichen Ratschläge der Gesanglehrer auf sich anzuwenden und unter den verwirrenden Eindrücken ihren eigenen Stil zu finden.

Mit Leidenschaft bringen die koreanischen Regisseure das "Hecheln" vor die Kamera, das zu den Übungen des Gesangsunterrichts in Italien gehörte, und dessen sehr komische Wirkung auf das koreanische Publikum man auch als Regisseur offenbar empfand. An solchen Szenen ist deutlich spürbar, daß diese Dokumentation nicht auf europäisches Publikum berechnet sein kann. Und genau dieser Umstand macht sie zugleich auch so authentisch. - Leider gibt es für den zweiten Teil der Dokumentation (Yt) noch keine englischen Untertitel. Und so auch leider nicht von so vielen anderen verfügbaren Dokumentationen in koranischer Sprache über das Leben dieser Sumi Jo, das von so viel Leidenschaft erfüllt ist und in der Lage ist, jeden Zuschauer so durch und durch lebendig zu machen, selbst wenn er längst zu Wachs geworden sein sollte. Aber in einem anderen Video (Yt) erzählt Sumi Jo immerhin, wie sie in den drei Jahren, bevor sie 1988 bei Herbert von Karajan vorsang, sich oft verloren gefühlt hätte auf den internationalen Bühnen:
"I often felt lost on the international stage."
Es wird auch in der ersten Dokumentation nachgespielt wie ihre Manager ihr vorschlagen, um der internationalen Karriere willen einen europäischen Namen anzunehmen. Sie spricht schließlich davon, daß das Zusammentreffen mit Karajan so gewesen wäre als ob sie einen Lehrer getroffen hätte:
"Meeting Karajan was like meeting a mentor."
Er gab ihr den gebührenden Platz im weltweiten Musikleben. Und natürlich war das möglich, ohne den Namen zu ändern. Womöglich wäre aber Sumi Jo ohne Karajan nie so berühmt geworden wie sie es heute ist. Diese Frage darf man wohl stellen. Deshalb sei in diesem Beitrag auch noch einmal das Video eingestellt von den acht Minuten im Leben von Sumi Jo, die dieses Leben die Wendung hin zur Weltkarriere machen ließ (s. Yt, es liegt auch vor: hier und hier mit englischen Untertiteln). Das Besondere und die Seltenheit dieser Filmaufnahme besteht ja eben darin, daß hier der Zuschauer unmittelbar daneben sitzen darf, wie eine außergewöhnliche musikalische Begabung - quasi mitten aus der künstlerischen Alltagsarbeit heraus - von einem so schöpferischen, kongenialen Menschen wie Karajan entdeckt wird.




Bekannterweise sind von Karajan viele der begabtesten Musiker unserer Zeit entdeckt worden. Aber natürlich war nicht in jedem Fall ein Filmteam - geradezu wie "nebenbei" - dabei und filmte mit (1). Man wird also selten so unmittelbar das Geschehen nacherleben können wie hier, würde es auch noch so anschaulich in Worten der Erinnerung wiedergegeben werden.

Zum Beispiel gibt es auch seit 2017 ein schönes Video, in dem die Sängerin Gundula Janowitz in eben jenem Jahr 2017 außerordentlich eindrucksvoll über ihre Zusammenarbeit mit Karajan - und auch das Ende dieser Zusammenarbeit berichtet (Yt, 2017). Das Ende der Zusammenarbeit ergab sich daraus, daß Karajan wünschte, daß Gundula Janowitz Beethovens "Fidelio" für ihn singen sollte. Gundula Janowitz fühlte sich aber noch nicht reif genug dazu und spielte ihm in der Gesangsprobe dazu eine gar zu naive Sängerin vor. Sie tat dies, weil sie sich nicht traute, ihm rundweg abzusagen. Karajan durchschaute sie aber sofort (!) und wünschte sich dann, daß sie später mit ihm den Fidelio machen würde. Und man darf es in der Tat bedauern, daß es dazu nicht mehr kam. Gundula Janowitz machte den Fidelio nämlich dann - entgegen der Absprache - mit Leonard Bernstein. Und sie erzählt, daß Bernstein sie von Anfang an ebenso wenig mochte wie sie ihn. Und sieht man Aufnahmen von der dabei entstandenen Inszenierung, wird einem klar, wie Gundula Janowitz tatsächlich - ohne Karajan - so ganz und gar "mißraten" konnte in einer Rolle wie dem Fidelio. Und man empfindet zugleich den riesen großen Verrat an der Kunst, den Karajan empfand als er hörte, die Janowitz singt den Fidelio für Bernstein. Danach jedenfalls wollte er nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten und verabschiedete sich, wie sie berichtet, sehr höflich von ihr. - Außerordentlich krass. Im Musikleben um Herbert von Karajan ist überall so viel "Leben" drin, so viel "Dramatik", so viel pure Kraft und Leidenschaft. - Aber nun abschließend nur noch einige weitere Videos mit Sumi Jo.





Hier singt sie die "Königin der Nacht" und es wird ein kleiner Überblick über die "Legende" dieser Sängerinnen-Karriere gegeben (Yt).




Hier singt sie den "Frühlingsstimmen" -Walzer von Johann Strauß,
Die Lerche in blaue Höh' entschwebt,
der Tauwind weht so lau;
sein wonniger milder Hauch belebt
und küsst das Feld, die Au.
Der Frühling in holder Pracht erwacht, – ah, ah, ah –
alle Pein zu End' mag sein,
alles Leid, entfloh'n ist es weit!

Schmerz wird milder, frohe Bilder,
Glaub' an Glück kehrt zurück;
Sonnenschein – ah – dringt nun ein, – ah –
alles lacht, ach, ach, erwacht!
Sonnenschein …

Die Lerche in blaue Höh' entschwebt, …



Hier singt sie "Wiener Blut" von demselben.
Ich spür' es,
das Wiener Blut.
Wiener Blut,
Wiener Blut!
Eig'ner Saft,
Voller Kraft,
Voller Glut,
Du erhebst,
Du belebst
Unser'n Mut!
Wiener Blut!
Wiener Blut!
Was die Stadt
Schönes hat,
In dir ruht!
Wiener Blut,
Heiße Flut!
Allerort
Gilt das Wort:
Wiener Blut!
Und hier erzählt sie ein bißchen, wie sie sich auf einen Auftritt vorbereitet. Und hier gibt es ein sehr interessantes 25-minütiges Interview aus dem Jahr 2005 mit Sumi Jo im "New York Public Radio", in der sie einiges über ihr Leben und ihren Beruf erzählt. Auch über die Oper des nächsten Abends "La Sonambula" ("Die Schlafwandlerin"), eine Oper des Italieners Vincenzo Bellini (1801-1835).
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  1. Froemke, Susan; Gelb, Peter; Dickson, Deborah: Karajan at the Salzburg Festival. Rehearsal (Probe) and backstage from the Salzburg Festival. Deutsch: Karajan in Salzburg, 1 h 22 min, Sony, 1988, http://www.medici.tv/en/documentaries/karajan-in-salzburg-deborah-dickson-susan-froemke/, auch https://www.youtube.com/user/cagin/videos
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