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Samstag, 4. Juli 2009

Ist das Christentum die Ursache für den Untergang des Abendlandes?

Der Untergang von Sprachen und weltgeschichtlichen Kulturen, bzw. ihr Überleben über die Jahrtausende hinweg ist ein wichtiges Thema in unserer heutigen Zeit und in der Wissenschaft geworden. Insbesondere auch aufgrund der heutigen demographischen Entwicklungen auf der Nordhalbkugel. (Siehe diverse Bücher zu diesem Thema.)

Es kann durchaus als ein wichtiges wissenschaftliches Thema angesehen werden zu fragen, aufgrund welcher Ursachen kleine Menschengruppen bis hin zu großen Kulturräumen ihre kulturelle und damit auch demographische Stabilität bewahren oder auf der anderen Seite massiv gefährden. (Es könnte dies übrigens auch durchaus etwas mit der inklusiven Fitneß eines William D. Hamilton zu tun haben. Und/oder mit Gesetzmäßigkeiten von "Gruppenselektion", wie an anderen Stellen auf "Studium generale" schon thematisiert worden ist.)

Abb. 1: Erschienen 2011

Möglicherweise nähert sich nun auch die Giordano-Bruno-Stiftung (GBS) an dieses Thema an. "Untergang des Abendlandes" lautete bekanntlich eine viel zitierte frühe Buchveröffentlichung zu diesem Thema von Oswald Spengler im Jahr 1918.

Und unter diesem allerhand Emotionen aufrührenden Titel gibt es demnächst bei der GBS einen Vortrag von Rolf Bergmeier. Aus der Ankündigung (siehe "Aktuelles") wird noch nicht deutlich, in welcher Weise etwaig mit Thesen von Oswald Spengler in dem Vortag umgegangen werden soll, wie auf sie reagiert werden soll:

Vortrag "Der Untergang des Abendlandes" in Mastershausen

Am Sonntag, dem 5. Juli 09, hält Rolf Bergmeier einen Vortrag zum Thema "Der Untergang des Abendlandes" am Stiftungssitz in Mastershausen. Er wird sich mit der Frage beschäftigen, warum all das, was die Griechen und Römer an Wissen, Kultur und Kunst bereits entwickelt hatten, in den "wilden Jahren des Christentums" für Jahrhunderte verloren ging. Derzeit arbeitet Rolf Bergmeier an einer kritischen Auseinandersetzung mit der modernen althistorischen Forschungsliteratur. Einige der Erkenntnisse, die er im Zuge seines Buchprojekts "Konstantin der Große und die wilden Jahre des Christentums" gewann, wird er in Masterhausen präsentieren und mit dem Publikum diskutieren.

Möglicherweise macht also Bergmeier vor allem das Christentum verantwortlich für den Untergang der heidnischen Antike. Hoffentlich tut er das nicht in zu schlichter Manier. Denn da können die Historiker auch noch viele andere Ursachen nennen. Eher kann man das Christentum als eines von vielen "Symptomen" und "Resultaten" des Untergangs der antiken Welt ansehen, eines Untergangs, der sich - etwa in Griechenland - demographisch schon in den ersten Jahrhunderten nach der Zeitrechnung anbahnte.

- Und viel spannender noch wäre die Frage, inwiefern das Christentum die kulturelle und demographische Entwicklung des Abendlandes zunächst konstituierte, stabilisierte aber schlußendlich dann in unserer Zeit doch auch wieder erneut gefährdete. Gefährdet nämlich insoweit, als an ihm oder seinem unlebendigen, starr gewordenen monotheistischen Erbe, das auch den heutigen Atheismus hervorgerufen hat, allzu unflexibel festgehalten wird.

Schon etwa die grundlegenden, die heutige Demographie stark mitbeeinflussenden familienpolitischen Entscheidungen Konrad Adenauers, an denen die großen Parteien bis heute festhalten, können zu wesentlichen Anteilen als ein Ausfluß von unlebendig gewordenem Monotheismus aufgefaßt werden, zu dem der heutige Atheismus bekanntlich nur ein Spiegelbild, aber keine wirkliche Alternative darstellt. Darüber ist ja auch schon in verschiedenen Zusammenhängen auf "Studium generale" geschrieben worden.

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