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Sonntag, 10. Juli 2016

Tapfer voran, AfD, mit Michael Klonovsky als informiertem Vordenker!

Michael Klonovsky schreibt schnell Dinge hin, die man als langsamer Deutscher nur schwer verdauen kann ... Versuchen wir es wenigstens, das mit der Verdauung - - -

Der "rechtskonservative" Intellektuelle Michael Klonosky, einstmals Focus-Journalist, derzeit politischer Berater von Frauke Petry und ein Mensch, der voller Bewunderung und Stolz über den Staat Israel und das jüdische Volk reden kann, dem auch seine zweite Ehefrau angehört, hat im Fall Wolfgang Gedeon schon vor zwei Wochen die vielleicht bemerkenswerteste Stellungnahme überhaupt abgegeben (28.06.2016). Er brachte zunächst das folgende Zitat:

„Die jüdische Tradition setzt voraus, daß unter der Messias-Herrschaft bzw. Gottesherrschaft die Völker ihre angestammten Kulte preisgeben (müssen) und zur Anerkennung der Autorität der Torah gezwungen sein werden, ohne die Torah selber zu studieren oder gar halten zu dürfen. Sie haben vielmehr unter Anerkennung des Gottes Israels als des alleinigen Gottes und der Torah als höchster Offenbarungsautorität unter Androhung der Todesstrafe sich auf die Praktizierung der sieben ‚noachidischen Gebote’ zu beschränken und erwerben sich so den ihnen geziemenden Anteil am endgültigen Heilszustand.“
Abb.: ... Michael Klonovsky ...

Und nachdem er dieses Zitat gebracht hat, schreibt Klonovsky weiter:

Schreibt Gedeon? Nein, das steht so bei Johann Maier, „Geschichte der jüdischen Religion“, Herder Verlag 1992. Maier war Gründer und Direktor des Martin-Buber-Instituts der Universität Köln, an der er von 1966 bis 1996 als Professor für Judaistik lehrte.

Und dazu sage ich: Genau den Gedanken dieses Judaistik-Professors äußerte ich selbst auch schon während meines Geschichtsstudiums an der Freien Universität Berlin im Sommersemester 1991 in einem Hauptseminar zum Thema "Die Auseinandersetzungen mit dem Judentum in der griechisch-römischen Welt", gemeinsam veranstaltet von den Professoren Alexander Demandt (Alte Geschichte) und Peter Schäfer (Judaistik), und zwar ohne daß mir jemand widersprach. Ich hatte ganz schön Bammel, als ich solche verwegenen Ziele dem Judentum unterstellte.

Mein Referat war angesetzt für den letzten Tag des Seminars und hatte das Thema "Die Gesetze der christlichen Kaiser im Corpus juris civilis zu Juden" (vor allem Codex Theodosianus und Codex Justinianus). (Ich sollte die zugehörige Seminararbeit vielleicht einmal herauskramen und veröffentlichen.) Der Tag meines Referates war der 14. Juli und an diesem letzten Tag fand das Seminar draußen an der frischen Luft statt. Nachdem ich einleitend davon gesprochen hatte, daß das religiöse Ziel des Judentums darin bestünde, daß alle Völker vor den Tempel Jerusalems kämen und dort den jüdischen Gott anbeteten, daß allerdings nur die Juden selbst in den Tempel hineindürften, um ihren Gott anzubeten, setzte sich Professor Peter Schäfer - wie ich das Gefühl hatte: etwas unwillig - um, um im Schatten eines Sonnenschirmes zu sitzen und nicht mehr die direkte Sonne abzubekommen. Aber es wurde sonst nichts dazu gesagt.

Kurz noch zum weiteren Inhalt meines damaligen Referates, für das ich mir auch "Geschichte des Judentums im Altertum" von Johann Maier (1989, EA 1981) erworben hatte: In der Judengesetzgebung der Spätantike war das ständig wiederholte Hauptthema das Verbot des Proselytenmachens durch die Juden. Ein Verbot, an das sie sich natürlich überhaupt nicht hielten, weshalb diese Verbote von den Kaisern über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hin immer wieder wiederholt und erneuert werden mußten.

Aus dieser wiederholten Gesetzgebung ging hervor: Die Juden bekehrten damals alle ihnen nur erreichbaren Menschen zum Judentum, vor allem auch die von ihnen erworbenen christlichen Sklaven.*) Was mir im Zuge dieser Seminararbeit ebenfalls erst klar wurde: Die ersten nichtjüdischen Christen und Moslems waren: Proselyten. Man könnte auch sagen, daß die Freimaurerei aus dieser Proselytenmacherei hervorgegangen ist. Insgesamt ist das ein Thema voller Implikationen und Schlußfolgerungen. Es gab ja damals richtige Missionskirchen von den Juden, die von den Archäologen ausgegraben worden sind. Es wurde richtig stark Propaganda gemacht für die "einzigartige" jüdische Religion.**) Trotzdem: Was für ein erschreckender Text, der Text von Johann Maier. - - - Doch was macht nun Herr Michael Klonovsky mit diesem Zitat? Er schreibt:

Die Texte liegen nun mal vor, die Tradition existiert.

Eine klare Aussage. "Die Tradition existiert." Es sei auch angemerkt: Herr Klonovsky spricht hier nicht in Vergangenheitsform, er sagt nicht: "Die Tradition existierte." Und man darf ja dann schon auch einmal fragen: Wo existiert sie denn? In welchen Köpfen existiert diese Tradition? Wie weit ist dieses Denken verbreitet? Müssen nicht alle rechtgläubigen, also orthodoxen Juden, die ja heute so viel politischen Einfluß haben in Israel (und wer weiß, wo sonst noch) so denken? Einfach weil das zur Rechtgläubigkeit, zur Orthodoxie dazu gehört? So ähnlich lautete ja auch die Rechtgläubigkeit der Katholiken: "Dem römischen Pontifex unterworfen zu sein, ist für jegliches menschliche Geschöpf zum Heile notwendig." (Modernere Wortfassung: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.") "Extra ecclesiam nulla salus." "Kein Heil außerhalb der Kirche" (Wiki). Das eben ist Monotheismus, monotheistischer Eifer. Gotteswahn.

... Und dann schreibt Michael Klonovsky nur noch hochgradig verblödend weiter

Michael Klonovsky ist aber über solche Dinge im weiteren ganz unbekümmert. Er schreibt fröhlich weiter:

Aber nur Narren oder Fundamentalisten nehmen das alles für bare Münze, ...

Scherz beiseite, Michael Klonovsky kommt! Sein Tenor ist: Lieber Leser, Sie nehmen für bare Münze, was ein angesehener deutscher Professor für Judaistik in einem Buch schreibt? Wie können Sie nur? Wozu schreibt ein Wissenschaftler ein Buch? Etwa damit man seine Inhalte für bare Münze nimmt! Was für ein Irrsinn. Der Professor wollte natürlich ein Witzbuch verfassen. Er selbst war der Narr und schrieb ein Buch für Narren. Und wir fragen weiter: Oder war er etwa ein Fundamentalist? Oder wer war und ist hier ... Fundamentalist? Ach je, so viele Fragen. (... Vielleicht ja Herr Klonovsky? Warum schreibt er sonst ganz und gar lächerlich und damit zugleich so zynisch wie es hier und im weiteren zu lesen sein wird? Was verteidigt er? Was verharmlost er? Und vor allem: ... warum?) Klonovsky also fröhlich weiter:

... und der Politischen Korrektheit schaudert’s ...

... freilich ...

an der falschen Stelle.

Freilich!

In Rede stehen Phantasien ...

... "Phantasien". Es war zwar die Rede von einer "jüdischen Tradition", die "existiert". Aber man kann ja da mal schnell und schlankweg sagen, daß diese existierende jüdische Tradition ein "Phantasma" ist. Sonst wäre man ja ein Antisemit, wenn man sie nicht für Phantasien hielten. ... Oder - ? Hören wir also weiter von diesem "Phantasma" ...

... eines kleinen, von den damaligen Großmächten an die Peripherie gedrängten und teilweise versklavten Völkchens, die natürlich von Vergeltungsgelüsten und Kompensationsbedürfnissen durchsetzt sind, ...

Schon in der Antike wurden die Juden so nicht wahrgenommen. Aber das eigentlich nur am Rande. Wenn jedenfalls ein solches Volk, aha: "Vergeltungsgelüste" hat, dann brauchen nichtjüdische Völker diese ja überhaupt nicht als gefährlich ansehen. Warum auch? Es sind ja bloß Phantasmen. Klonovsky sieht keine Gefahr.

Exkurs: "Schöpferisches" oder "gegen-schöpferisches Ressentiment"?

Bei seiner schnellen Hinwegschreiberei muß er auch noch folgenden Nebensatz einfügen:

... (hier sind sowohl Nietzsches schöpferisches Ressentiment als auch Odo Marquards Homo compensator am Wirken) ....

Und den Begriff "schöpferisches Ressentiment" muß man sich auch erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Der soll von Nietzsche stammen? Und indem man dieser Frage hinter her recherchiert, bekommt man es einmal noch deutlicher mit, wie Michael Klonovosky so im allgemeinen und besonderen zu denken und zu arbeiten scheint. Er hat sich nämlich über dieses angeblich "schöpferische Ressentiment" auch schon vorher Gedanken gemacht und sie sogar veröffentlicht: 18.02.2016

Und da wird nun also deutlich, daß auch Klonovsky weiß, daß Ressentiment nach Nietzsche keineswegs schöpferisch, sondern: "gegen-schöpferisch" ist. Aber das ist ja für einen Klonovsky kein Problem. So wie er auch sonst so leicht schwarz zu weiß und weiß zu schwarz umschreiben kann, Existenz zu Phantasie und Phantasie zu Existenz ..., so macht er aus "gegen-schöpferisch" halt einfach einmal "schöpferisch". Um es einmal genau zu sagen: Gegen-schöpferisch ist das Gegenteil von schöpferisch. Es ist gegen das Schöpferische gerichtet. Es versucht, (bewusst oder unbewusst) Schöpferisches zu verhindern, zu beseitigen, man kann auch sagen: zu vernichten. Und manche nennen dann ein solches Geschehen "schöpferisch". Michael Klonovsky zum Beispiel. Hier liegt - wir wollen es klar sagen: Satanistisches Denken vor, genau so wie wir es hier auf dem Blog schon oft analysiert haben. Weiß wird in schwarz umgedeutet, schwarz in weiß nach dem schönen, von uns schon häufiger hier zitierten Motto: "Sind nicht jene, die die Welt verderben wollen, die Brüder der Tugendhaften?"

Exkursende - - - außerdem: Michael Klonovsky wird zum "sekundären Antisemiten"

Ja, und im weiteren kann Michael Klonovsky eigentlich nur noch bewundern:

... eines Volkes, dessen heilsgeschichtlichen Optimismus ...

er meint eben jene "jüdische Tradition", die zugleich "existiert" und "Phantasie" ist, zugleich weiß und schwarz ist, sie ist nur ein - - - "heilsgeschichtlicher Optimismus", den ...

... man übrigens nur bestaunen kann, das sich mit bewundernswerter Beharrlichkeit seit mehr als zweieinhalbtausend Jahren in der Geschichte hält, obwohl ihm die Umstände zwischen (evtl.) Nebukadnezar II., Titus und Hitler mehrfach den Garaus hätten bereitet haben müssen ...

... Fundamentalisten, Buchstabengläubige werden das dann ja wohl nicht sein, die so etwas zuwege bringen - ? ...

... und das, weil es dem Boden entrissen wurde, in dem es wurzelte, stattdessen im Himmel der Gottesfurcht und der Verheißung Luftwurzeln schlug, um ein Bild Heinrich Heines aufzugreifen. Und genauso wie Krone und Wurzel hat sich auch die Richtung des Ressentiments umgekehrt - die Juden verwandelten sich in dessen Zielscheibe.

Die genannte "jüdische Tradition", das Streben nach religiöser Weltherrschaft, ist nun also uminterpretiert in Worte wie "heilsgeschichtlicher Optimismus", "Gottesfurcht" und ähnliches. Aber lesen wir einmal genau: Das Ressentiment, das die Juden den nichtjüdischen Völkern entgegenbrachten, kehrte sich um und traf nun die Juden selbst. Oh jeeee! Wenn das mal nicht "sekundärer Antisemitismus" ist nach der Definition unseres seligen Herrn Werner Patzelt! Ich muß mir große Sorgen machen, Herr Klonovsky. (Auch andere machen sich inzwischen Sorgen, denn mit dem Vorwurf des "sekundären Antisemitismus" kann man die ganze AfD leicht zur antisemitischen Partei umdeuten, siehe "Das Patzelt-Gutachten in der Sache Gedeon – Quo vadis, AfD?")

... Ahnungen rund um das naturwissenschaftsnahe Menschenbild sind auch vorhanden ...

Aber zurück zum Klonovsky-Text. Was ist zwischenzeitlich mit besagter "jüdischer Tradition" geworden? Mit all diesen ... "Phantasien" ...? Klonovsky:

Daß dieses unbedeutende, in alle Welt zerstreute, permanenter Verfolgung ausgesetzte Völkchen heute einen Staat besitzt und Einfluss und Atomwaffen im Megatonnenbereich - Geist und Geld besitzt es ja seit Olims Zeiten -, ...

... und wird deshalb zum Beispiel Israel-Lobby genannt ...

... daß es jenes Jerusalem zurückerobert hat, welches ihm in Zeiten der Demütigung als Verheißung immer vor Augen stand - „Und nächstes Jahr in Jerusalem!“ lautete der uralte Abschiedsgruß -, das gilt den Antisemiten natürlich als Beweis für seine weltherrschaftsplanende Teufelsbündnerei, während es unsereinem bloß ein Beleg dafür ist, was ein intelligentes, Intelligenz gezielt produzierendes und förderndes, ...

- ja, ja, da hat jemand Kevin MacDonald gelesen (1994/1998) und "Natural History of Ashkenazi Intelligence" (2005), ohne Frage. Aber warum sagen Sie es nicht klar, Herr Klonovsky? Daß Sie selbst für ein naturwissenschaftsnahes Menschen- und Völkerbild stehen? Die doofen Nichtjuden sollen davon wohl doch nicht zu viel wissen, oder? Sie wissen doch genau, daß Intelligenz sehr stark erblich ist und auf Völker in unterschiedlicher Häufigkeit verteilt ist, daß sie evoluiert ist.

"Ein ein rundes, stimmiges, schönes Bild" - das hat uns der Herr Klonovsky doch gemalt, oder etwa nicht?

Klonovsky weiter:

... starkes, an sich glaubendes Kollektiv - eine „Rasse“ im Sinne Spenglers, Rasse hat man, Rasse ist man nicht - gegen alle Widerstände zuwege bringen kann, mögen auch viele seiner Angehörigen an Diabetis und Unmanierlichkeit und manche an einer grässlichen Chuzpe leiden.

Und diese "gräßliche Chuzpe", die haben viele, ein Michael Klonovsky allerdings nicht. Schon klar. Ob man so viele Worte des Stolzes auch über das deutsche Volk lesen kann aus der Feder des Herrn Klonovsky? Das wäre doch einmal interessant zu erfahren. Aber er hat eine flüssige Schreibe, da fließt einem so etwas ja leicht aus der Feder. Aus diesen Worten geht jedenfalls hervor, daß seine Sympathien für das Volk seiner zweiten Ehefrau - und seine Gottesfurcht - geradezu unbegrenzt sind. Michael Klonovsky weiter:

... Apropos Atomwaffen und Wehrhaftigkeit: Zusammen mit meiner Frau besuchte ich einmal ihren alten Klavierlehrer, der am Rande Jerusalems – oder, wie ich lieber sage: Urushalims – ein Grundstück besitzt, auf dem er einen kleinen Konzertsaal mit zwei Flügeln und Porträts der großen Komponisten an den Wänden gebaut hat. Der alte Mann kam, eskortiert von einem respektgebietenden Pitbull, an das Tor, und als er es öffnete, erblickte ich die Auschwitz-Häftlingsnummer an seinem Unterarm. Die Tätowierung und der Kampfhund: Was für ein rundes, stimmiges, schönes Bild!

Ja, was für ein rundes, stimmiges, schönes Bild! Ein solches will Herr Klonovsky ja auch zusammen mit Frauke Petry abgeben. -  Aber der Leser wird mit diesem Text wohl schon verstanden haben, worum es geht. Er erinnert sich, daß es unter den Hinterleuten und Vordenkern der völkischen Bewegung und der NSDAP der 1920er und 1930er Jahre auch mancherlei Philosemiten gab, was einem auf den ersten Blick ebenso wenig eingehen will wie dieser Text von dem Herrn Klonovsky. Aber allmählich und gaaaanz, gaaaaanz langsam, lernen ja sogar - - - Deutsche dazu.


/ ergänzt und überarbeitet: 17. Juli 2016;
Zwischenüberschriften eingefügt: 12.7.17;
ergänzt um (5): 5.3.2019 /



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*) Ergänzung 5.3.2019: Dieselben Verhältnisse liegen übrigens - interessanterweise - auch noch vor im Merowingerreich des Frühmittelalters (5).
**) Es sei hier noch einmal dokumentiert, was sich in meinen Seminaraufzeichnungen an Notizen findet (die Seminararbeit selbst fand sich noch nicht). Da ich das folgende ja nirgendwo gelesen haben kann, muß es wohl von Professor Peter Schäfer selbst so im Seminar geäußert worden sei (ggfs. auch von anderen Studenten):
Schäfer gilt in Israel einfach als der "Goi". Streit mit Maier in Köln, Gingen sich ganz aus dem Weg. Frau von Maier? In Israel macht man keine Wissenschaft daraus.

Gemeint ist: aus der Judaistik.

(Orthodoxe) Schwarzgelockte sind die Träger des Judentums, haben es 2.000 Jahre aufrecht erhalten. Wissenschaft haben sie sich von anderen abgeguckt. Zwei Fragen werden einem in Israel gestellt: "Bist du Jude?" "Bist du verheiratet?" Konvention, Mädchen heiraten mit 21, 22, Jungen mit 25. "Namens"juden wie bei uns, man macht "Haßgesänge" auf Goi, auf Christen. Witze über Beschneidung usw.. Das jüdische Volk muß als Zeugenschaft dafür, daß es Jesus Christus gegeben hat, erhalten bleiben.

Letzteres ist das Denken der katholischen - und ebenso der evangelischen - Kirche. Johann Maier spricht in "Geschichte des Judentums im Altertum" (1989, S. 7) von der Lehre der vier Weltreiche im Buch Daniel Kapitel 2 und 7. Danach sollte nach dem Untergang des römischen Reiches die Gottesherrschaft folgen. Das Heilige Römische Reich endete bekanntlich 1806. Und Johann Maier schreibt im Einklang mit dem oben gebrachten, rot gefärbten Zitat:

Die Vorstellung von Rom als vierter und damit letzter Weltmacht vor der Heilszeit (...) beherrschte im großen und ganzen das jüdische Geschichtsbewusstsein bis zur Zeit der Aufklärung herauf. Die revolutionäre Sprengkraft dieses Schemas ist kaum zu unterschätzen und das mächtige Rom hat in zwei blutigen Kriegen seine Wirkung zu spüren bekommen.

Auch hier wird deutlich, daß es sich um etwas mehr als bloß um "Ressentiment" handelt. Nach Maier handelt sich - zumindest - um ein "Ressentiment" mit "revolutionärer Sprengkraft". Zum christlichen Antisemitismus in der Spätantike notierte ich mir 1991:

Werbe-Konkurrenz. Auserwähltheit Israels auf Kirche übergegangen. Aufhebung der Gesetze durch die Offenbarung. (...) Warum polemisieren die Kirchenväter gegen die Juden? Angst vor Abwanderung. (Dort Gottesdienst bunter und lebendiger?) "Ungezügeltes Leben" der Juden, sagt Chrysostomos. Welche Realität des jüdischen Lebens spiegelt sich wieder? Konzilbeschlüsse des 3. Jhdts.: Den Christen verboten, in die Synagoge zu gehen.  (...) Papst im Mittelalter hat versucht, Juden als Relikt zu erhalten. Juden notwendig für das Ende der Zeit. Endzeitliche Bekehrung. Müssen erhalten bleiben.

Das monotheistische Denken ist in allen mosaischen Religionen gleich: Kein Gott außer Gott. Und das soll für alle Menschen auf der Erde gelten. Erich Ludendorff nannte 1934 in Zusammenhang mit der Erkenntnis dieses monotheistischen Eifers eine seiner Schriften "Deutsche Abwehr - Antisemitismus gegen Antigojismus". Kevin MacDonald geht in seinen drei Büchern von 1994 und 1998 dem Aufeinanderbezogensein von Judentum und Antisemitismus als gegeneinander gerichtete "gruppenevolutionäre Strategien" nach. Und in dieses Geschehen ordnen sich allzu deutlich auch die Bücher von Wolfgang Gedeon ein, sowie der Umgang mit ihnen und ihrem Autor.

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  1. Schürer, Emil: Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi. 1907
  2. Maier, Johann: Geschichte des Judentums im Altertum. Grundzüge. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989 (EA 1981)
  3. Schäfer, Peter: Geschichte der Juden in der Antike. Stuttgart 1983
  4. Demandt, Alexander: Die Spätantike. München 1989 (darin Seiten 430-437: Die Juden)
  5. Lotter, Friedrich: Die Stellung der Juden im Merowingerreich nach dem Zeugnis der Synodalakten. In: Aschkenas, Band 28, Heft 2, Seiten 175-216, Online erschienen: 01.03.2019, DOI: https://doi.org/10.1515/asch-2018-0008, https://www.degruyter.com/view/j/asch.2018.28.issue-2/asch-2018-0008/asch-2018-0008.xml

Sonntag, 10. Januar 2016

Evolutionäres Denken - Von seinem Gebrauch und Mißbrauch in der Politik

Mangelndes Vertrauen in die Aufklärungs- und Humanisierungsfähigkeit moderner Wissensgesellschaften
Oder: Warum die Öffentlichkeit ständig geistig und moralisch unterfordert wird

Eine Rede in Schnellroda

Die Rede eines Thüringer AfD-Politikers (Wiki) am 21. November 2015 in Schnellroda auf dem "Staatspolitischen Kongress" des dortigen "Instituts für Staatspolitik" von Götz Kubitschek (Yt.) treibt einen um. Es entstand zuerst - auch hier auf dem Blog - der Eindruck, da habe jemand etwas geistig nicht ganz richtig verdaut und er rede Quatsch. Dementsprechend war der Tonfall des Artikels zum Thema, der hier am 24. Dezember auf dem Blog eingestellt worden war, und der am 27. Dezember durch diesen vorliegenden - vollständig neu überarbeitet - ersetzt worden ist. Heute, am 10.1.2016, werden noch einmal wichtige Ergänzungen hinzugefügt. 

Denn man braucht einige Zeit, um zu einer einigermaßen abschließenden Bewertung zu kommen. Man muss insbesondere zunächst noch einmal einen gründlichen Blick werfen hinein in das Buch "Rasse, Evolution und Verhalten" von J. Philippe Rushton, auf das sich der AfD-Politiker hier inhaltlich bezieht.

Es handelt sich bei ihm - spätestens seit seinem Auftreten in einer Fernseh-Talkshow bei Günther Jauch - um einen der bekanntesten rechtskonservativen Politiker Deutschlands. Wenn nicht der bekannteste und somit auch meist beobachtete und meist diskutierte. Und auch die Arbeit des Instituts für Staatspolitik, die hier auf dem Blog schon seit Jahren durchgängig kritisch begleitet wird (z.B.: 1-6), hat wohl noch nie so viel Aufmerksamkeit in der deutschen Öffentlichkeit erhalten wie durch diese Rede (z.B.: 8-12). 

Was aber nun noch mehr ist: Sie hat Aufmerksamkeit erhalten, weil dieser Politiker in seiner Rede das getan hat, was dieses Institut seit Jahren verweigert zu tun. Er hat nämlich an einer Stelle einmal kurz politisch argumentiert im Rahmen eines naturwissenschaftsnahen Menschenbildes. Er hat also genau das getan, was hier auf dem Blog seit Jahren eingefordert wird.

Ob er das in der geschicktmöglichsten Weise getan hat, darf hochgradig infrage gestellt werden. Immerhin sind wir inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass er auf rein inhaltlicher, sachlicher Ebene keineswegs einen Fehler begangen hat.

Volker Zastrow hatte in der FAZ noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen (10), woher dieser Politiker (- oder sein Redenschreiber) dieses Argument bezogen hatte. Nämlich aus einer Rezension, die mein langjähriger engster wissenschaftlicher Freund, mein ehemaliger Anthropologie-Kommilitone in Mainz, Andreas Vonderach, 2006 in der Zeitschrift "Sezession" verfasst hatte über das Buch von Philippe Rushton "Rasse, Evolution und Verhalten".

Ein abschließendes Urteil über diesen Politiker insgesamt soll hier nicht gegeben werden. Er verehrt Otto von Bismarck - wie der Inhaber dieses Blogs. Das hätte ihn grundsätzlich sympathisch machen können. Er ist Jahrgang 1972. Wenn man sein Agieren in Jauch-Talkshows, in Parlamentsreden, in Volksreden auf Marktplätzen etc. zur Kenntnis nimmt, muss man allerdings menschlich nicht unbedingt auf gleicher Wellenlinie mit ihm liegen*). Er argumentiert aus einer Endzeit-Stimmung und Panikmache heraus, die nicht am Platz ist**), wenn man Vertrauen hat in die Vernunftfähigkeit des Menschen und darin, dass die Wissenschaft aufgeklärte Wissensgesellschaften mühelos von allen Abwegen abbringen kann, auf die sie sich begeben haben spätestens seit den letzten hundert Jahren.***).

Bis zur 28. Rede-Minute ist die genannte Rede von gar nicht so unwesentlichen rein tagespolitischen Sachargumenten bestimmt. Soweit übersehbar, ist in den deutschen Medien gegen diese Sachargumente auch nirgendwo ausgeprägter Widerspruch laut geworden. Es wird hier einfach gefordert, dass sich die deutsche Regierung an die deutschen Gesetze hält. Schlichter kann man es gar nicht machen.

Man möchte fast so weit gehen zu sagen, dass einem eine so sachbetonte Rede wie in diesen ersten 28 Minuten weder von Götz Kubitschek noch von anderen seiner engeren früheren oder jetzigen Mitstreiter bekannt ist. Man möchte höchstens kritisch fragen, warum auch hier einmal erneut nicht davon gesprochen wird, dass es die Politik der USA ist, die seit Jahrzehnten und vermehrt seit 9/11 das Chaos in die islamische Welt gebracht hat und damit auch die gegenwärtige "Flüchtlingskrise" ausgelöst hat. Wie das ja so deutlich im ZDF, nämlich in "Die Anstalt", sowie anderswo herausgearbeitet worden ist (siehe früherer Blogbeitrag). Ab der 28. Rede-Minute wird dann folgendes ausgeführt (zit. n. A. Kemper):

Und an dieser Stelle ist es angeraten, meiner Meinung nach, mal die populationsökologische Brille aufzuziehen und den Blick noch etwas zu weiten. Der Bevölkerungsüberschuss Afrikas beträgt etwa 30 Millionen Menschen im Jahr. Solange wir bereits sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. Die Länder Afrikas, sie brauchen die deutsche Grenze, die Länder Afrikas, sie brauchen die europäische Grenze, um zu einer ökologisch nachhaltigen Politik zu finden. Und die Länder Europas brauchen sie gegenüber Afrika und den arabischen Raum um so dringender, weil Europa phylogenetisch vollständig nachvollziehbar eine eigene Reproduktionsstrategie verfolgt. In Afrika herrscht nämlich die sogenannte Klein-r-Strategie vor, die auf eine möglichst hohe Wachstumsrate abzielt. Dort dominiert der sogenannte Ausbreitungstyp und in Europa verfolgt man überwiegend die Groß-K-Strategie, die die Kapazität des Lebensraums optimal ausnutzen möchte, hier lebt der Platzhaltertyp. Die Evolution hat Afrika und Europa vereinfacht gesagt zwei unterschiedliche Reproduktionsstrategien beschert. Sehr gut nachvollziehbar für jeden Biologen. Das Auseinanderfallen der afrikanischen und europäischen Geburtenraten wird gegenwärtig natürlich noch verstärkt durch den dekadenten Zeitgeist, der Europa fest im Griff hat. Kurz: im 21. Jahrhhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp. Und diese Erkenntnis, wenn diese Erkenntnis von irgendeinem der Altparteien-Politiker zur Kenntnis genommen worden ist, was ich wage zu bezweifeln, diese Erkenntnis, die ruft nach einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Asyl- und Einwanderungspolitik Deutschlands und Europas, liebe Freunde.

An diesem Zitat ist nun - rein von der Sache her - so gut wie gar nichts diskreditierend oder "Quatsch" oder Unsinn wie es im Artikel vom 24. Dezember auch hier auf dem Blog noch unterstellt worden war. Und man versteht nun wiederum gar nicht, warum Götz Kubitschek diese am 11. Dezember veröffentlichte Rede wenige Tage später verschämt wieder "privat" gestellt hat (s. Youtube), warum er einen früherer Blogbeitrag wieder aus dem Netz genommen hat und dazu am 14. Dezember (um 19.14 Uhr) entschuldigend schrieb (Sezession), mit der Veröffentlichung dieser knapp einstündigen Rede, die im Rahmen eines Staatspolitischen Kongresses gehalten worden war, habe man dem Redner keinen guten Dienst erwiesen.

Was ist zu erläutern und zu ergänzen?

Warum wird hier ein Rückzieher gemacht anstatt einfach nur zu erläutern und zu ergänzen? Anstatt einfach nur dazu aufzufordern, den Philippe Rushton zu lesen? Man muss also unter anderem erläutern und ergänzen, was der Biologie-Student Servan Grüninger in der "Neuen Züricher Zeitung" dazu erläutert und ergänzt hat (NZZ-Campus, 15.12.15, erwähnt von Marcus Anhäuser), nämlich der Redner ...

... bezieht sich bei seinen Ausführungen auf eine Theorie der beiden Ökologen Robert MacArthur und Edward Wilson, welche damit die Populationsdynamiken bei der Besiedlung von Inseln beschreiben wollten. Die (vereinfachte) Grundannahme: Eine Population wächst mit der Rate r, bis sie an ihre Kapazitätsgrenze K stösst.  Arthur und Wilson stellten nun die Hypothese auf, dass eine instabile Umwelt jene Arten bevorzuge, welche eine höhere Wachstumsrate r aufwiesen. Anders gesagt: Wenn Umweltkatastrophen häufig sind und damit stets das Risiko besteht, dass die Zahl der Individuen in kurzer Zeit stark dezimiert wird, dann sind jene Arten im Vorteil, welche ihre Population danach schnell vergrössern können, weil sie eine hohe Wachstumsrate aufweisen.   Wenn die Umweltbedingungen jedoch stabil sind, dann sind jene Arten im Vorteil, welche sich optimal an eben diese Bedingungen anpassen – und damit die Kapazitätsgrenze K ausweiten.
Auch Sven Grüninger hält dann fest:
Als grobe Daumenregel mögen die beschrieben Zusammenhänge eine gewisse Gültigkeit besitzen.

Es wäre noch einmal zu überprüfen, wie richtig es ist, zu dieser Theorie zu sagen, es handele sich um eine "mittlerweile veraltete Theorie zu Unterschieden im Fortpflanzungsverhalten zwischen verschiedenen Tierarten" (Pressemitteilung des Berl. Inst. f. emp. Integr.- u. Migr.forsch, 15.12.15 -> pdf, s.a.: W. Eberwein).

Überlegungen zur Plausibilität von Rushtons Theorie

(Ergänzung, 10.1.2016) Soweit meine Wahrnehmung geht, ist diese Theorie - vor allem auch in ihrer Anwendung auf die Humanevolution - bis heute in der Wissenschaft gar nicht zu Ende diskutiert und erörtert worden. Ich selbst hatte mich bis dato niemals genauer mit ihr beschäftigt, da ich andere Themen in der Anthropologie wichtiger fand. Am 28.12.15 schrieb ich als Kommentar zu einem Blogbeitrag von Marcus Annhäuser auf den Scienceblogs (mit dem schönen Titel "Liebe Biologen, #Höcke wäre Eure Chance gewesen"):

Björn Höcke hat inhaltlich, soweit ich sehe, ziemlich korrekt – wenn auch für ein allgemeines Verständnis viel zu kurz – wiedergegeben, worüber Philippe Rushton ein ganzes Buch geschrieben hat. Wenn man sagen will, dass Höcke Blödsinn geredet hat, muss man also darlegen, dass Rushton’s Buch Blödsinn ist. Der englischsprachige Wikipedia-Artikel zu Rushton gibt aber ein widersprüchliches Bild zu dieser Frage:
https://en.wikipedia.org/wiki/J._Philippe_Rushton
Ich glaube, die meisten, die ein schnelles Urteil haben zu dieser Frage, machen es sich zu einfach. (Ging mir auch selbst so.) Höcke stellt EINE biologische Theorie dar. Alle mir bislang bekannten Kritiken zu diesen Höcke-Aussagen (auch die hier im Artikel genannten) sind mir noch nicht überzeugend genug. Sie sollten zum Beispiel auch den Paradigmenwechsel beachten, der jüngst erst wieder in der FAS ausführlich behandelt wurde:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/gibt-es-menschliche-rassen-13917542.html
Wenn zum Beispiel ein Edward O. Wilson seinen Kollegen Rushton gegen politisch motivierte Kritik in Schutz nimmt, heißt das, dass man es sich in diesem Fall nicht zu leicht machen darf.
Nur weil etwas ins eigene Weltbild nicht passt, ist es nicht per se falsch oder unmoralisch.
Ich sehe auch nicht, dass es eine ausdrückliche oder unterschwellige Abwertung von Afrikanern per se wäre, wenn Rushton der Sache nach richtig läge. Wer das behauptet, sagt, dass unterschiedliche Lebensstile und Begabungsprofile weltweit zu beWERTEN wären, nämlich als höherwertig oder minderwertig zu bewerten wären. Das wäre meines Erachtens ein naturalistischer Fehlschluss.
In der Natur, so wissen wir, herrscht VIELFALT. Und wir genießen diese. Deshalb sollten wir auch die der Lebensweise unserer Vorfahren in Afrika näherstehende Lebensweise dort heute Lebenden mit Respekt und Hochachtung begegnen. Auch wenn sie durch die Theorien Rushton’s besser einzuordnen wäre als ohne diese.
Würde man dies tun, wäre es leichter, unemotional in eine solche Debatte einzutreten.

Wenn ich jetzt noch weiter darüber nachdenke, halte ich die Theorie von Rushton doch zunächst einmal für nahe liegend und plausibel. Allerdings würde ich nicht sagen, dass in Afrika instabilere Umweltbedingungen vorherrschen als in Europa (noch dazu in der Eiszeit!). Nein, ich würde sagen, dass das in Afrika vorliegende, der r-Strategie näher stehende demographische Regime, die der r-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise, Reproduktionsstrategie größtenteils ein "Relikt" der Humanevolution darstellen werden.

Denn demographische Instabilitäten waren vor allem für jene Vorfahren-Gruppe aller Menschen auf der Erde weltweit zu überstehen, die vor 250.000 bis 200.000 Jahren in Ostafrika den evolutionären Übergang zum "anatomisch modernen Menschen" durchlief in einem inzwischen von der Humangenetik gut erforschten populationsgenetischen Flaschenhals. Als diese Vorfahrengruppe also über viele tausend oder zehntausend Jahre hinweg kurz vor dem Aussterben stand. (Zu jener Zeit evoluierten in Europa und Asien übrigens die Neandertaler und standen dabei keineswegs so stark vor dem Aussterben.) In einer solchen Situation wie damals in Ostafrika wird eine der r-Strategie näherstehende Bevölkerungsweise evolutionsstabiler gewesen sein als eine der K-Strategie nahe stehende. Also werden alle Menschen heute weltweit eher von jenen Gruppen damals in Ostafrika abstammen, die damals eine der r-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise lebten, als von jenen Gruppen, die damals eine der K-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise lebten. (Man muss ja für jene Zeiträume nicht nur Prozesse der Individual- und Verwandtenselektion, sondern auch Gruppenselektion annehmen.)

Seit 200.000 Jahren und mit der Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen nach Nordafrika und über alle anderen Kontinente der Erde hinweg ist ja wie wir heute wissen auch die Intelligenz-Evolution und  die Evolution des angeborenen sonstigen Begabungs- und Neigungsspektrums weitergegangen. Und dafür können ja durchaus - wie Rushton sagt - Bevölkerungsweisen sinnvoll sein, die eher der K-Strategie nahe stehen. (Ergänzung Ende)

Wir stammen alle aus Afrika

Wir stammen alle aus Afrika. Und sollten schon deshalb alle große Hochachtung und großen Respekt haben vor der Lebensweise unserer Vorfahren in Afrika. Die sich dort höchstwahrscheinlich bis heute länger gehalten hat und anders weiterentwickelt hat als in Europa oder Nordasien, wo - nach vielen Daten, die uns heute vorliegen - sich die "jüngste" Humanevolution in den letzten 40.000 Jahren noch einmal beschleunigt hat. Siehe zuletzt den großen Bericht in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (8, 9).

Rassismus wird aus all dem in dem Augenblick, in dem man anfängt, Ängste zu schüren und "andere" Reproduktionsstrategien, Lebensweisen und Begabunsgprofile tendenziell abzuwerten, um dafür die "eigenen", lokalen tendenziell aufzuwerten und zu "höherwertigen" zu erklären. Es entspräche niemals dem Menschenbild der Aufklärung, einen Menschen, der angeborenermaßen weniger intelligent ist als ein anderer per se zu einem minderwertigen Menschen zu erklären. Bekanntermaßen können sehr intelligente Menschen sehr minderwertig handeln. Und sie tun dies ja auch viel zu oft wie hier auf dem Blog in vielen Beiträgen dargelegt worden ist. Ob und inwieweit der Redner sonst zu solchen Wertungen neigt und sie unterschwellig oder überschwellig durch seine Rhetorik fördert - was überhaupt nicht ausgeschlossen werden kann, nicht zuletzt weil auch das eine angeborene Verhaltensneigung aller Menschen ist und unterbewusst immer und bei jedem stattfindet - all diese Dinge wären noch einmal gesondert zu untersuchen.

Vorbauen kann man solchen genannten unwissenschaftlichen Verwertungen von Wissenschaft nur, indem man Gesellschaften geistig und moralisch nicht unterfordert, sondern sie mit den neuesten Entwicklungen in den evolutionären Wissenschaften stetig und ständig Schritt halten lässt und sie sich entlang derselben weiterentwickeln lässt, indem man die Entwicklungen in der Wissenschaft ständig neu erklärt, erläutert, erörtert und schließlich einordnet in das zum Glück moderne, humane, aufgeklärte, würdige Menschen- und Weltbild, das - zumindest dem offiziellen Anspruch nach - heute vorherrscht und vertreten wird.

Warum distanziert man sich, anstatt zu erläutern und zu ergänzen?

Warum distanzierte sich nun aber sogar der Redner selbst von seiner eigenen Rede, anstatt die evolutionsbiologischen Grundlagen seines Nachdenkens darin noch einmal ausführlicher zu erläutern? Am 13. Dezember schrieb er um 15.24 Uhr auf seiner Facebook-Seite:

Ich bedaure, wenn meine Aussagen am 21. November zu Fehldeutungen geführt haben. Ich vertrete das christliche Menschenbild und die Würde jedes Menschen ist für mich unantastbar. Es ging mir darum, deutlich zu machen, dass sich Europa meiner Meinung nach vor einer Einwanderung, die es selbst überfordern würde, durch geschlossene Grenzen schützen muss.
Laut Stiftung Weltbevölkerung wird sich die Zahl der Menschen in Afrika von heute 1,2 Milliarden auf 4,4 Milliarden im Jahr 2100 vervierfachen. Das hat vielfache Ursachen: kulturelle, ökonomische, medizinische und soziologische, die man auch nicht aus dem Blick verlieren darf. Gerade als Politiker muss man auch die großen Entwicklungen im Blick behalten und darf sie nicht aus Sorge vor Missverständnissen oder Fehlinterpretationen verschweigen. Die Überforderung durch die Zuwanderung ist bereits jetzt in deutschen Kommunen sichtbar.
Ich habe Achtung vor jedem Menschen und seiner unveräußerlichen Würde. Unabhängig davon muss es einen offenen politischen Diskurs um die richtige Asylpolitik geben können. Ich habe niemals meine Meinung absolut gesetzt, nehme mir aber das Recht, Diskussionen anzustoßen und fordere eine offene Debatte über alle relevanten Politikfelder.

Und man versteht noch weniger, warum die einstmals und vielleicht noch jetzt so Lucke-freundlichen, davor Kubitschek-freundlichen Dieter Stein und Karlheinz Weißmann von der "Jungen Freiheit" diese Rede einmal erneut zum Anlass nahmen, das Agieren des Redners selbst und des Gastgebers Götz Kubitschek als im höchsten Maße der Sache abträglich zu charakterisieren (siehe z.B.: 11). Dagegen verteidigte sich Kubitschek dann. Aber wiederum vergleichsweise wenig überzeugend und überhaupt niemals auf irgendeine Sachdebatte eingehend. Auch sonst beantwortete er so manche kritische und verwunderte Frage langjähriger Leser, an der erkennbar wird, dass er auf mancherlei Unzufriedenheiten und Unverständnis reagieren muss. Aber ob sich solche Kritiker mit dem Agieren des Kubitschek zufrieden geben? Ob sie sich damit zufrieden geben, dass auch das Institut für Staatspolitik in einer solchen brisanten Debatte die Öffentlichkeit geistig unterfordert, statt ihre Geistigkeit offensiv herauszufordern?

Keiner der hier Genannten und Beteiligten tut es, nämlich: Die notwendige Debatte rund um ein naturwissenschaftsnahes Menschenbild nun wirklich gründlich zu führen und die Öffentlichkeit aufzuklären und zu bilden. Schlichtweg: Naturwissenschaftliche Bildung zu verbreiten. Am ehesten tut dies noch Karlheinz Weißmann mit seinem Verweis auf den schon genannten langen Artikel in der FAS zur Bedeutung der Evolution und Genetik für menschliche Rassen und Völker (11).

Über Jahrtausende evoluierte Verhaltens- und Begabungsunterschiede auf den drei Kontinenten

Hier auf dem Blog wurden solche sich schon lange anbahnenden und andeutenden Entwicklungen, solche geistigen Unterforderungen schon am 15. August dieses Jahres klar benannt als "Verblödung auf der Internetseite Sezession" (4). Und schon am 12. Juli dieses Jahres war hier auf dem Blog mit Bezug auf die diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit des "Instituts für Staatspolitik" die Rede von einem "Skandal der allerersten Güte" (1). An diesem Urteil kann auch heute nichts geändert werden. Vielmehr bestätigen die jüngsten Geschehnisse alle diese Einschätzungen vollständig. Wo ist souveränes, sicheres Verhalten erkennbar? Das damals als Skandal kritisierte Schweigen über das wissenschaftsnahe Menschenbild von heute hat das "Institut für Staatspolitik" also erstmals - mit diesem Redner - gebrochen. Und es macht - wie er selbst - gleich danach dann wieder einen Rückzieher. Anstatt die Debatte zu führen. Was soll das?

Der Rushton versuchte also mit der auch in der Reden herangezogenen Theorie, all die heute noch viel genauer als damals bekannten angeborenen Verhaltens- und Begabungsunterschiede zwischen den drei Menschenrassen in Afrika, Asien und Europa zu erklären. Sich auf die Erforschung dieser Unterschiede zu beziehen und auf Theoriebildung rund um diese Forschungen, dagegen ist überhaupt nichts zu sagen. Es muss das halt einfach nur gründlich erläutert werden. Das ist einer modernen Wissensgesellschaft würdig.

Sogar die Verwendung von Begriffen "Ausbreitungstyp" und "Platzhaltertyp" ist letztlich statthaft. Es wird damit nicht gesagt, dass sich nicht auch Europäer weltweit demographisch ausbreiten könnten (wie sie das ja über viele Jahrhunderte viel mehr - und anders! - getan haben als Afrikaner). Sondern es wird damit gesagt: die Ausbreitungs-Art ist eine andere. Sprich: Die demographische Ausbreitung der Europäer hat bislang Wohlstand mit in die Länder gebracht, in die sie sich demographisch ausgebreitet haben oder in denen sie sich lange Zeit demographisch evolutionsstabil erhalten haben (einhergehend natürlich mit der bekannten Umweltzerstörung etc. pp.).

Die demographische Ausbreitung der Bantu-Afrikaner, der wir auf unserem Wissenschaftsblog "Studium generale" viel Aufmerksamkeit gewidmet haben in den letzten Jahren, brachte den Lebensstandard bäuerlicher, sesshafter Gesellschaften in das ganze subsaharische Afrika und ersetzte jeweils die Lebensweise der zuvor dort lebenden Jäger und Sammler.

Indem man solche Sachverhalte feststellt, können sie nur mit Respekt und Hochachtung vor Menschen afrikanischer Abstammung verbunden sein. Sie sind Menschen wie wir. Über die letzten Jahrtausende haben sich die Vorfahren von Menschen afrikanischer Abstammung einfach anders evoluiert als unsere eigenen Vorfahren. Dafür können sie nichts und dafür können wir nichts. Wir können nur alle verantwortungsbewusst und menschenwürdig mit uns jeweiligen bisherigen Endprodukten der Evolution umgehen, auf die Eigenschaften dieser Endprodukte reagieren und angemessene Antworten auf das geben, was die Wissenschaft gegenwärtig darüber herausbekommt, dass der Mensch als das soziale Wesen, das er ist, bis heute immer in Gruppen und Völkern evoluiert ist. Und dass es höchstwahrscheinlich viel Sinn macht, wenn er dies auch weiterhin tut. Allerdings nicht dadurch, dass er andere Völker abwertet, sondern dass er ihnen mit Respekt und Hochachtung entgegentritt.


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*) Ergänzung 10.1.16: Es gibt ein Interview von Judith Noll von Salve.tv, das am 18.2.2015 ausgestrahlt worden ist, in dem er sogar einmal menschlich sympathisch herüber kommt.
**) Ergänzung 10.1.16: Nun gut, die Vorgänge in der Silvesternacht 2015 am Hauptbahnhof in Köln - sie wurden von vielen Menschen nach der Richtung hin wahrgenommen, daß solche Endzeit-Stimmung doch am Platze sei. Aber überall, wo die Menschen - nach der einen oder anderen Richtung hin - von zu vielen Emotionen überschwemmt werden, muss aus wachsender zeitlicher Distanz heraus dann jeweils noch einmal neu eine Einschätzung und Beurteilung erfolgen
***) Ergänzung 28.5.2017: Genau diese Endzeit-Stimmung stellt sich ein Jahr später als nichts weiter als hohle Phrase heraus. Wiederholt hat dieser Politiker die AfD als "die letzte evolutionäre und die letzte friedliche Chance für unser Vaterland" genannt. Das ist ein starke Wortwahl. In ähnlicher Weise hatte er sogar die nächste Bundestagswahl diesbezügliche als "letzte Chance" gekennzeichnet. Wenn er aber nun so große Worte in den Mund nimmt, kann er ihnen nur Glaubwürdigkeit verleihen, wenn er nach diesen dann auch handelt. Nach diesen Worten hätte er deshalb, um glaubwürdig zu bleiben und nicht als Schaumschläger erachtet zu werden, nichts unversucht lassen dürfen, um für den Bundestag zu kandidieren, und um damit der Inhaltsschwere seiner Worte - wie ein Otto von Bismarck - auch durch die Tat Gewicht zu verleihen. Das aber hat er nicht getan. Es war dieser Umstand - nach mehreren anderen Anzeichen - ein deutlicher Hinweis darauf, dass er zaudert und taktiert, beraten von solchen langjährigen Lügepresse-Autoren wie Günther Lachmann, die ihm offenbar auch den "weisen" Rat gegeben haben, sich öffentlich nicht für den Verbleib von Wolfgang Gedeon in der AfD auszusprechen, was klar ein weiteres Taktieren und das niedrigst stehende inkonsequente Handeln darstellt, das nur möglich ist. Somit ist schon ein Jahr nach Verfassen des vorliegenden Beitrages rund um diesen Politiker genug Auffallendes geschehen, um die Dinge einigermaßen abschließend einzuordnen. Denn schließlich hatte der Journalist Andreas Kemper frühzeitig darauf hingewiesen, dass dieser Politiker 2012 unter dem Pseudonym "Landolf Ladig" Beiträge im Umfeld der NPD und des NPD-Funktionärs Thorsten Heise publiziert hat. Diese Behauptung ist unseres Erachtens bestens bewiesen. Hierbei veröffentlichte Texte enthalten - unseres Erachtens und soweit wir sie überblicken - zwar zunächst gar nicht so viel, was man nicht vertreten würde können (so etwa die These vom Dritten Reich als erster Antiglobalisierungsbewegung, die natürlich richtig und falsch zugleich ist, die aber in jedem Fall vertretbar ist). Der Politiker verstieß mit dieser Tätigkeit allerdings klar gegen Statuten der AfD und war seither diesbezüglich erpressbar (um so mehr darüber allerdings geredet und nicht gehandelt wird, um so weniger wird er diesbezüglich natürlich auch erpressbar ...). 
Was aber für uns noch viel mehr entscheidend ist: Dieses Pseudonym erinnerte uns schon vor einem Jahr an den Okkultroman-Autor Wilhelm Landig und dessen Roman "Götzen gegen Thule". Auch der germanische Name des Sohnes dieses Politikers scheint diesem Roman entnommen zu sein. Mit diesem Roman und seinem ideologischen Umfeld haben wir uns hier auf dem Blog nun schon ausreichend befasst, um damit jetzt ein Jahr später sagen zu können, dass sich mit all dem klar eine ideologische Nähe dieses Politikers zu einer solchen "Arischen Bruderschaft" andeutet, in deren Umfeld sich Thorsten Heise bewegen soll, wie neuerdings zu erfahren ist (BNR 27.4.17). Wenn man nun noch berücksichtigt, dass dieser Thüringer AfD-Politiker so auffallend deutlich Unterstützer innerhalb der AfD hat, zu denen ein so vergleichsweise prominenter Freimaurer wie Alexander Gauland gehört, die aber zeitgleich einen Wolfgang Gedeon wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, dann schließt sich ein Kreis, den man schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts kennt. Es wird nämlich wieder jene Achse zwischen der traditionellen Freimaurerei einerseits und ihrem völkischen Flügel andererseits erkennbar, die es schon seit über hundert Jahren gibt, und der wir hier auf dem Blog schon vor Jahren einen thematischen Schwerpunkt gewidmet hatten (die nämlich unter anderem auch im Zusammenhang mit der Fraternitas Saturnis aufscheint). Aus dieser Achse ging unter anderem klar auch die NSDAP hervor - und natürlich vieles andere "Rechtskonservative". Und diese Achse besteht also damit sichtbar weiter fort. In der Arischen Bruderschaft gibt es zumindest in den USA nicht nur klare Verbindungen hinein in die organisierte Kriminalität, sondern auch hin zum Satanismus (Wiki). Somit werden die Zusammenhänge immer deutlicher, aus denen heraus auch das Wirken von dieses AfD-Politikers als gesteuerte Opposition erst verstehbar wird, gerne auch im Dienste der allseits beliebten "Strategie der Spannung", zu deren Verwirklichung jedes mal aufs Neue Polarisierung und Aufputschung der Massen notwendig ist. Und dazu eignet sich - aber nur in letzter Instanz - als bester "Aufreger" ein solches naturwissenschaftsnahes Argument wie das von diesem Politiker vorgetragene und hier und in einem Folgebeitrag behandelte.


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Die erste Version dieses Artikels wurde am 24.12.15 veröffentlicht und deckte sich in ihrem herablassenden Tenor noch nicht mit dem jetzt vorliegenden Artikel, der am 27.12.15 zuerst veröffentlicht wurde und am 10.1.16 noch einmal um ein wichtiges Argument erweitert wurde. - In einigen Formulierungen wurde dieser Artikel erneut überarbeitet am 19.03.2020, nachdem immer mehr erkennbar wird, dass dieser Politiker als "der" öffentliche Feind per se aufgebaut wird, sich in diese Rolle hat drängen lassen und diese scheinbar auch weiterhin ausfüllen möchte, da er glaubt, dass er darin etwas Gutes für sein Land würde bewirken können. Aber alles, was rund um diesen Politiker diskutiert wird und erörtert wird, sogar ein solcher vier Jahre alter Blogartikel wie der vorliegende, ist inzwischen "kontaminiert", erhält durch neuere Entwicklungen, die weiter polarisieren und die Stimmung anheizen, ein völlig neues "Framing", so dass der Autor dieser Zeilen dicht davor steht, diesen Blogartikel ganz aus dem Netz zu nehmen. Was soll das noch bringen, in einer emotional so aufgeheizten Stimmung irgendwie "differenziert" argumentieren und wahrnehmen zu wollen? Was?
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  1. Bading, Ingo: Ein Skandal der allerersten Güte. Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten. Auf: GA-j!, 12. Juli 2015
  2. Bading, Ingo: Rettet naturwissenschaftsnaher Katholizismus die europäischen Völker? Entwicklungen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall". GA-j!, 23. Juli 2015
  3. Bading, Ingo: "Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille". GA-j!, 28. Juli 2015
  4. Bading, Ingo: Verblödung auf der Internetseite Sezession. Katholische Rechtskonservative seit über 40 Jahren: "Gehe zurück auf Los und fange bei Null an". GA-j!, 15. August 2015
  5. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Er hat "biologische Fragestellungen" "allzu sehr in den Vordergrund gestellt. GA-j!, 7.10.2015 
  6. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Ein rechtskonservativer Hijacker. GA-j!, 11.10.2015
  7. Bading, Ingo: Lasst sie nicht abreißen! - Die kulturelle und genetische Tradition. Begreift Euch als Erben! Eine Lesehilfe zu Peter Sloterdijk's neuestem Buch "Die schrecklichen Kinder der Neuzeit" (2014). GA-j!, 15. Oktober 2015
  8. Albrecht, Jörg: Das Fremde und das Vertraute. In: FAS, 17.11.2015
  9. von Rauchhaupt, Ulf: Lewontins Fehlschluß. In: FAS, 17.11.2015
  10. Zastrow, Volker: Neue Rechte - Höckes Rassetheorie. In: FAZ, 20.12.2015
  11. „Sonst endet die AfD als ‘Lega Ost’“ - Interview mit Karlheinz Weißmann. In: Junge Freiheit, 21.12.2015
  12. Hermsdorf, Daniel: Volksverhetzung durch angebliche #Rassismus-Kritik? Filmdenken, 21.12.2015

Mittwoch, 9. September 2015

"Wir tragen die Fackel der Freiheit ins deutsche Land"

Am Montag vor zwei Wochen fand in Dresden wieder eine Montags-Demonstration statt und es wird von 10.000 Teilnehmern gesprochen. Es wurden viele schöne Plakate mitgeführt. 

Abb.: Dresden, Pegida-Demonstration, 24. August 2015
(Herkunft: Frank Trenkler, Facebook)
Das schönste Plakat war, wie man finden kann, dieses:
"Wir sind der Mut,
wir tragen die Fackel
der Freiheit
ins deutsche Land.
Sei auch Du
der Mut."
Solche Plakate jedenfalls werden nicht von Geheimdienstleuten verfasst, die unterwandern, provozieren und durch Gewalttaten kriminalisieren wollen. Viele trugen auch ein T-Shirt mit der Aufschrift "Je suis Pack ; ) ". Da Sigmar Gabriel in Heidenau ja alle "Pack" genannt hatte, die sich gegen die Flüchtlingspolitik der derzeitigen Regierung aussprechen.

Samstag, 27. Juni 2015

"Den falschen Leuten vertraut"

René Jahn in Dresden bestätigt unsere Vermutung, dass Geheimdienste im Januar die Spaltung von "Pegida" herbeigeführt haben

Nach einem ersten Beitrag über Pegida hier auf dem Blog am 24. Dezember letzten Jahres (GA-j! 12/2014) war diese Bewegung in Facebook-Beiträgen weiter verfolgt worden. Doch man verlor sie dann wieder aus den Augen, da die eingespielten Rituale im Zusammenhang mit derselben - sowohl in Dresden wie in Leipzig wie in Berlin - nicht mehr gar so großes Interesse weckten.

Nicht zuletzt auch nachdem festgestellt werden konnte, dass der auf diesem Blog schon oft erwähnte Rechtskatholik Götz Kubitschek in seinen Reden auf Pegida-Demonstrationen jenen altbackenen Schmalspur-Konservatismus weiterverfolgte, der schon 2006 auf seinem damaligen Blog kritisiert worden war. Man mußte sich bei seinen Reden ständig fragen: Und dafür hat dieser Kerl zehn oder fünfzehn oder zwanzig Jahre lang "metapolisches", polit-strategisches Nachdenken vom hohen Roß herab betrieben, damit er nun mit solchen biederen, altbackenen Reden vor das Volk tritt? Diese sollen die Quintessenz sein von Jahrzehnte langem Nachdenken darüber, wie grundlegendere politische Änderungen in Deutschland herbeigeführt werden können? Etwas Geistreicheres soll dabei nicht herauskommen können? - - - Nein, "einen hab' ich noch, einen hab' ich noch," scheinen die - nichtzuletzt christlichen - Hintergrundmächte zu rufen, wenn sie so bieder-altbacken herüberkommende Leute wie Götz Kubitschek aus ihrer Personalkiste hervorziehen und den Leuten auf der Staße präsentieren ...

Aber diese Bemerkungen eigentlich nur nebenbei. Denn es wäre schon sehr zum Verwundern gewesen, wenn sich Götz Kubitschek aus diesem Anlaß einmal weniger "durchstilisiert" verhalten hätte, als das schon vor vielen Jahren auf seinem Blog hatte festgestellt und kritisiert werden können. Die jetzige Internetseite von "Sezession" mit ihrer sehr eingeschränkten Kommentarfunktion ist 2007 oder 2008 von dem Blogger Klaas Bähre aus Hannover ("Amyklai") gestaltet worden in Auswertung der Erfahrungen, die zuvor auf dem Blog ("Politisches Tagebuch") von Götz Kubitschek gemacht worden waren, wo die Kommentare sehr offen waren, und wo zu viel niedere Pleps mitgeredet hatte (in den Augen von Klaas Bähre). Und wer diesen Klaas Bähre (damals) in Diskussionen etwas genauer kennenlernen konnte, der es eher mit polnischen (natürlich katholischen) Aristokraten hält, als mit deutscher (natürlich nichtkatholischer) Plebs, der möchte eigentlich nicht allzu viel mehr über diesen ganzen Laden, genannt "Götz Kubitschek and friends" wissen.

Spricht aus diesen Zeilen enttäuschte Liebe? Gewiß, auch das. Als der Autor dieser Zeilen Götz Kubitschek Ende der 1990er Jahre persönlich kennenlernte (war es 1998?), waren beide erheblich jünger als jetzt und man war begeistert, einmal einen geistreicheren Menschen kennenlernen zu können als sonst so im Wald und auf der Heide anzutreffen war und ist. Damals wollte Götz Kubitschek noch über Goethe promovieren und hielt einen entsprechenden Vortrag. Man dachte sich damals: Mit so einem Menschen müßte es eigentlich schön sein, befreundet zu sein. Schade, so ändern sich die Zeiten und die Einsichten über Mitmenschen und ihre Agenden ....

Wodurch wurde ein nachhaltiger Erfolg von PEGIDA verhindert?

Doch nach diesem Abschweifer zurück zu einem Rückblick auf die Entwicklungen rund um Pegida allgemein (Wiki). Und insbesondere zu dem Versuch einer Antwort auf die Frage:

Wodurch wurde ein nachhaltiger Erfolg von PEGIDA verhindert?

Das ging natürlich mit einem Götz Kubitschek allein nicht. Dazu mußte natürlich noch mehr Personal rekrutiert werden. - Während der Recherche zu diesem Blogartikel kam es auch zu einem kurzen Gedankenaustausch auf Facebook mit René Jahn in Dresden, der zu unseren im folgenden zu schildernden Vermutungen schrieb: "Vollkommen richtig".

Erinnern wir uns: Am 12. Januar dieses Jahres demonstrierten 25.000 Menschen in Dresden. Am 28. Januar kam es zur Spaltung durch Austritt unter anderem von Kathrin Oertel und René Jahn. Dies war das entscheidende Datum. Nur Geert Wilders konnte am 13. April noch einmal 10.000 Menschen auf die Straße bringen. Seither gehen die Demonstrantenzahlen stetig zurück, zuletzt waren es 900. Und die Medien konnten sich anderen Themen zuwenden. Ein voller Erfolg also - - - aber von wem???

"Vollkommen richtig"

Am 9. März sind Kathrin Oertel und René Jahn, so bekommen wir hier erst jetzt mit, auch aus der von ihnen nach ihrem Austritt gegründeten neuen Organisation ausgetreten. Und dabei berichtete der MDR über Jahn:

Jahn hatte den Ausstieg am Montag auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben. Dort führte er als Gründe unter anderem an, dass die Pegida-Spaltung provoziert worden sei und sie den falschen Leuten vertraut hätten.

Und genau das hatte damals, während der Spaltung, jeder Klarsichtige sofort hindurchgespürt, dass so etwas nur infolge von "Strategie" geschehen sein kann. So war es von uns auch auf Facebook festgehalten worden. Aber Strategie von wem? Der MDR scheint es fast noch besser zu wissen, als René Jahn selbst, denn durch die Verkürzung der eigenen Aussagen von Jahn bringt er es besser auf den Punkt als Jahn.

Und nachdem ich so weit einen Blogartikel auf Facebook gepostet hatte und kurz nachdem René Jahn meine kurz zuvor gestartete Anfrage zur Facebook-Freundschaft bestätigt hatte, schrieb er dazu:

Darüber kann man Tage lang debattieren.

Und ich antwortete mit jenen Gedanken, die ich gleich schon im Januar anläßlich des Austritts von Oertel und Jahn auf Facebook geäußert hatte:

Ja, und das sollte man vielleicht auch. Dass Geheimdienste das Handy von Merkel überwachen, finde ich nicht so wichtig, als dass sie, wenn Oppositionsgruppen ihnen gefährlich sind, MEHR über jeden einzelnen Verantwortlichen in diesen Oppositionsgruppen wissen, als diese untereinander über sich. Warum sollten sie dieses Wissen nicht nutzen und durch jene großen inneren, psychologischen Abteilungen auswerten, die etwa Victor Ostrovsky in "Der Mossad" schildert (wobei ich nicht etwa sagen will, dass hier ausgerechnet der Mossad tätig gewesen sein soll, sondern nur, dass JEDER Geheimdienst - ebenso wie die Stasi - große psychologische Abteilungen hat, wo intelligente Leute und Psychologen arbeiten.)
Und:
Ich finde es gerade auch auffallend, dass der MDR es im März geradezu noch besser zu wissen schien, als Sie selbst, denn durch die Verkürzung Ihrer Aussagen brachte er es ja fast noch deutlicher auf den Punkt als das in Ihrer Erklärung enthalten war, die ich gerade beim Kopp-Verlag finde:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/torben-grombery/einsicht-bei-pegida-abspaltern-oertel-und-jahn-wir-haben-den-falschen-menschen-vertraut-.html
Jahn darauf:
Vollkommen richtig! Mit " falschen Leuten vertraut ", war auch der INNERE KREIS gemeint! Also das ORGA-TEAM an sich! Meine Person ausgenommen, gibt es da auch nur 10 Personen!
Und darauf war ja die Frage zu stellen:
Wie hat sich dieser Kreis denn überhaupt gebildet?
Jahn:
Darüber gibt es sehr viel zu lesen! Mir fehlt gerade dafür die Zeit!

Gut, an dieser Stelle muss also jetzt weiterrecherchiert werden. Es wird darüber sicherlich in näherer Zukunft auch noch die eine oder andere detaillierte Veröffentlichung geben. Hoffentlich benennt sie klar und deutlich Roß und Reiter.

Was aber eigentlich auch nicht mehr nötig ist, wenn man einmal verstanden hat, wie Hintergrundmächte und Geheimdienste arbeiten und - arbeiten müssen. Seit Jahrzehnten. Man mache sich doch auch nur klar, was wir seit Anfang dieses Jahres wissen. Nämlich dass Großbritannien unter der vielgerühmten Margaret Thatcher von einer pädokriminellen Elite beherrscht wurde, die sogar Minister in dieser Regierung stellte. Das berichtet nicht die "alternative Öffentlichkeit", sondern die "Mainstream-Presse". Und die Salamitaktik, mit der das der Öffentlichkeit mitgeteilt wird, zeigt doch, welche Elite heute immer noch in Großbritannien herrscht. Und das soll bloß in Großbritannien so sein?

Es sei daran erinnert, dass gerade die Thatcher-Regierung im Jahr 1990 sehr deutlich vor einem Deutschland warnte, das solchen Eliten offenbar nicht genehm ist, was dann zu jenen 2+4-Verträgen führte, nach denen Ost- und Westpreußen, das Memelland, Pommern, Schlesien, das Sudetenland nicht mehr zu Deutschland gehören sollten. Nur so "erkaufte" sich die CDU unter Kohl ja damals die Wiedervereinigung. Das also sind so die Politikvorstellungen pädokrimineller Eliten. (Und es sei auch daran erinnert, dass es viel zu viele Hinweise darauf gibt, dass Kohl und Stoltenberg um die Hintergründe wußten, um derentwillen Uwe Barschel ermordet worden ist, den sie dann alle zu Grabe trugen, angeblich um ihn trauernd.)

Jedenfalls: Wer über die inzwischen wirklich ausreichend bekannten pädokriminellen und satanistischen Eliten auf der heutigen Nordhalbkugel schweigt, braucht über einen Gesellschaftlichen Aufbruch erst gar nicht zu reden.*)


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*) Auch dieser letzte Satz wäre als ein Satz aufzufassen gesprochen in Richtung von solchen Leuten wie dem Rechtskatholiken Götz Kubitschek, die es wirklich besser wissen könnten (ohne es offenbar wissen zu wollen). Warum tun sie ständig so ahnungslos? Selbst der neuerdings auf rechtschristlichen (angeblich "libertären") Blogs wie "eigentümlich frei" schreibende Wissenschaftsblogger Michael Blume räumt inzwischen ein, dass "cheater detection" eine wichtige Funktion hat (Scilogs, 9.5.15): "Aber ich erkenne auch an, dass 'Cheater Detection' evolutionspsychologisch tief verwurzelt und auch weiterhin notwendig ist. M. E. gilt es, auch damit einen aufgeklärten, verantwortungsvollen Umgang zu erlernen. Die Wissenschaft kann und sollte dazu mehr Beiträge leisten." Ja, "tief verwurzelt". - Ärgerlich, nicht? Und es gibt ja so viel "unaufgeklärten, verantwortungslosen Umgang" mit dieser "tief verwurzelten" Eigenart. Für das Funktionieren von Demokratien wie den heutigen wäre sie ja auch nicht notwendig, nicht wahr, Michael? Wenn sie denn nur nicht so tief verwurzelt wäre ... - - - Als ich diese Worte neulich las, dachte ich mir: Aha, Michael liest also doch ab und an meinen Blog - und zwar öfter, als man es so im allgemeinen bei ihm durchhört, bzw. kann er einem Teil meiner Kommentare auf seinem und anderen Blogs bei den Scilogs inzwischen offenbar doch noch mehr positive Seiten abgewinnen, als bislang bekannt .... Jedenfalls schreibe ich schon seit vielen Jahren hier und anderwärts über "cheater detection", Michael womöglich hier zum ersten mal. Aber auf dieser Linie könnte es ja dann auch weitergehen. Michael ist ja noch jung und kann noch hinzulernen

 - - - Und siehe da - oh Wunder - am 20. Juni, so sehe ich gerade, stellte Michael Blume auf "eigentümlich frei" ja auch schon die Frage: "Geheimdienste - Können sie Freiheit wirklich verteidigen?" Na, so was aber auch. Da sollten wir jetzt aber alle einmal gaaaaaanz scharf nachdenken!!!!!! Um die Freiheit gegen Pegida zu verteidigen, lieber Michael, werden sie doch recht nützlich sein, meinst du nicht? Da sollte uns doch eigentlich jedes Mittel recht sein! - Mit Grüßen übrigens an Frau Merkel, wenn Michael sie das nächste mal im Kanzleramt sprechen sollte oder ihren wohl erwogenen Worten lauschen sollte. Der "Margaret Thatcher der Deutschen".

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Pegida ...

Pegida wird zerredet und zerredet sich selbst

"Jedem Anfang liegt ein Zauber inne," lautet das berühmte Wort von Hermann Hesse. Als sich vor über einer Woche viele Menschen - Sympathisanten und Kritiker - begannen, mit der neuen "Pegida"-Bewegung, den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Dresden und anderwärts, zu beschäftigen, fiel vielen eine klare Ein- und Zuordnung noch schwer. Denn dort wurden ja keine Polizeibusse umgekippt! Manche kommentatoren fanden es richtiggehend perfide, dass die ihre Demonstration einen "Abendspaziergang" nannten. Ja, wie soll man denn solche Leute einordnen? Diese Schwierigkeit des Einordnens wird auch deutlich in einer Reihe von Video's und Nachrichten, die hier zusammen gestellt sein sollen, da sie einem zunächst brauchbar erschienen sind im Zusammenhang mit dem Kennenlernen und dem Einschätzen dieser Pegida-Bewegung.



Da gab es etwa eine recht brauchbare und sachliche Dokumentation von "JF-TV", des neuen Fernsehsenders der rechtschristlichen Wochenzeitung "Junge Freiheit". - Am 14. Dezember lautete dann eine Pressemeldung (N24):
Repräsentative Emnid Umfrage: So sieht die Zustimmung aus Anhängern verschiedener Parteien zu PEGIDA aus...: AfD 86 Prozent, Union 54 Prozent, SPD 46 Prozent, Linkspartei und Grüne jeweils 19 Prozent... Bevölkerung im Westen 48 Prozent, im Osten 53 Prozent ...
Am gleichen Tag wurde abends im Pressclub von "Phoenix" die Pegida-Bewegung erörtert.


In diesen Erörterungen tun sich die Medienvertreter schwer mit der Pegida-Bewegung. Man merkt, wie weit sie vom Volk entfernt sind. Ein wenig kommt einem "Erich Honecker 1989" in den Sinn. Am ehesten scheint noch Alexander Kissler vom "Cicero" verstanden zu haben, worum es geht. Aber hat das für ihn irgendwelche Konsequenzen? Und wenn ja welche? Ganz ähnliches gilt auch für die Chefredakteurin der "Welt" (etwa bei 35'30). Einen Tag später schrieb ich zu diesem Video


auf Facebook: So doof klingen die Aussagen ganz normaler Demonstrationsteilnehmer keineswegs. Hier die Rede von Lutz Bachmann am selben Tag:


"Lügenpresse" ist schon hier der Tenor (31'00). Vorgestern dann, am 22. Dezember, scheint mir ein gewisser Zauber des Anfangs in der Selbstdarstellung der Pegida-Bewegung und in der Auseinandersetzung mit ihr schon wieder verflogen zu sein. Trotz ihres Weihnachtslieder-Singens.


Erstaunlich, wie schnell etwas zum Ritual erstarren kann. Man hört aggressive, hohl klingende Sprechchöre. Vor allem deshalb hohl, weil alles, was zu oft wiederholt wird, leicht in Gefahr gerät, hohl zu klingen. Man hört zumindest einen absolut unmöglichen, weil unflätigen Redner (das ist nicht Lutz Bachmann). Womöglich tut es den Menschen tatsächlich besser, spazieren zu gehen, als herumzustehen. Schweigemärsche dürften auch angemessener sein dem, was auf dem Spiel steht. Es wird sowieso - mit und ohne Pegida - viel zu viel zerredet. Mit Pegida nun neuerdings womöglich auch wieder zergröhlt. Ich weiß es nicht.

Abb.: Lutz Bachmann, 22.12.14, Dresden
Hört man allerdings den sonst so schätzenswerten Ken Jebsen über Pegida sprechen (Youtube, 19.12.), dann könnte einem womöglich deutlich werden, wie schnell selbst im Kopf jung gebliebene Leute alt aussehen können. So scheint mir schon jetzt auch Pegida selbst auszusehen. Womit sich eigentlich nur noch die Frage stellt: Welches nächste "große Ding" kommt nach den Montagsmahnwachen und nach Pegida?

Einfügung 21.8.15: Das nächste "große Ding" ist die - wie immer - von Geheimdiensten initiierte und inszenierte große Zuwanderungswelle des Jahres 2015 vom Balkan, vom Nahen und Mittleren Osten und von Afrika nach Mitteleuropa hinein (übrigens ist 2015 ein Jahr, so fällt mir gerade auf, das im kabbalistischen und damit okkulten Denken eine gewisse Rolle spielen könnte ....). Diese Zuwanderungswelle zeugt von der ganzen Frechheit dieser Eliten. Sie scheren sich einen Dreck um breite Oppositionsbewegungen innerhalb von Europa, sie fürchten sie nicht ansatzweise. Nehmt also das, ihr Pegida-Leute. Und glaubt auch weiterhin, die ganze Menschenfeindlichkeit, die derzeit gegen Asylanten gerichtet wird (anstatt gegen Geheimdienste und Regierungskriminalität) stamme von "ganz normalen Bürgern" wie Dir und mir. Das glaubt auch nur der, der nicht weiß, wie seit hundert Jahren Regierungskriminalität geschützt wird gegen nachhaltige Kritik .....

Abschließend noch die Stellungnahme, die ich in der rechten Randspalte dieses Blogs veröffentlichte, als der Zauber des Anfangs noch vorhanden war.

Stellungnahme (10.12.14)

Darüber, ob wir in Deutschland eine multikulturelle Gesellschaft haben wollen oder haben sollten, ob die Völker der Nordhalbkugel demographisch und durch Zuwanderung innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraumes "friedlich" ausgewechselt werden sollen, über all diese Fragen hat es in Deutschland - und auch sonst - keine ehrliche und offene Debatte gegeben. Auch keine wissenschaftlich informierte. Um es kurz und knapp zu sagen: Es gibt gute Gründe, dagegen zu sein.

Früher war in Deutschland der Souverän ein Kaiser oder ein König, seit 1919 ist es das deutsche Volk. Nicht mehr "im Namen des Kaisers", sondern "im Namen des Volkes" werden in Deutschland täglich hunderte von Gerichtsurteilen verkündet. Das deutsche Volk ist der Souverän schlechthin des Grundgesetzes.

Diesen schleichend auszutauschen, ist doch ohne Frage Hochverrat und grundgesetzwidrig. Deshalb haben wir als verfassungstreue Bürger nicht nur das Recht, sondern die verdammte Pflicht wie jeder Politiker, der seinen Amtseid ernst nimmt, nach Paragraph 20 des Grundgesetzes, uns gegen das Austauschen des Souveräns zu wehren.

Ob nun "Pegida" der richtige Weg ist, muss sich zeigen, wer weiß das zum derzeitigen Standpunkt schon. Was man aber wissen kann, das ist, DASS etwas geschehen muss, dass diese völlige Sprachlosigkeit, Debattenlosigkeit überwunden werden muss. Und wenn das Pegida gelingt, hat sie doch schon allein dafür viel Unterstützung verdient.

Viel zu viele wenden sich doch schon viel zu lang von der Arroganz der Herrschenden ab. Und zwar auch was die Fragen der Erhaltung des deutschen Volkes betrifft, als dass nicht ausreichend Anlaß bestünde, Pegida zu begrüßen. Dass im übrigen die NPD von einem Informanten des britischen Geheimdienstes gegründet worden ist (sein Name Adolf von Thadden [1921-1996]*)), und dass sie von den "rührigen" Leuten solcher Dienste auf Linie gehalten wird - wer hätte daran noch irgend einen Zweifel? Ob die NPD irgendwo dabei ist oder nicht, interessiert also genauso viel oder genauso wenig wie die Frage, ob irgendein Geheimdienst irgendwo dabei ist oder nicht. Und ja, gewiß: darauf sollte geachtet werden.


Denn Geheimdienste inszenieren Kriege, Morde, Regierungsumstürze und Krawalle aller Art. All das geschieht in der Regel in fremdenfeindlichem oder dem eigenen Volk feindlich gesonnenen Sinne. 


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*) Enkelsohn übrigens jenes Reinhold von Thadden (1825–1902), dessen früh verstorbene Schwester Otto von Bismarck sozusagen zum Christentum bekehrte, und der selbst dann später seinen Jugendfreund Otto von Bismarck tödlich kränkte und enttäuschte, weil Bismarck nicht jene christlich-stockkonservative Politik machte, die seine Freunde von ihm erwarteten.

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