Sonntag, 11. Oktober 2015

Alain de Benoist - Ein rechtskonservativer Hijacker

Ein zweiter, ergänzender Teil zu dem vor vier Tagen erschienenen Beitrag über Alain de Benoist

Benoist und ein Völkermörder (2014)
Menschen, die so leicht zu "entlarven" sind wie Alain de Benoist (siehe Teil 1), haben natürlich so ihre eigene Lebensproblematik. So sagt Benoist über sich (1, S. 336f):
Mir ist sogar vorgeworfen worden, ich hätte mich aus rein strategischen Gründen für eine Laufbahn als "Intellektueller" entschieden. (...) Diejenigen, die Spekulationen über das "Ungesagte" und über "heimliche Absichten" anstellen, haben nicht die geringste Ahnung davon, was geistige Arbeit ausmacht.
Das mag man durchaus als ein starkes Argument ansehen. In der Tat kann man kaum glauben, dass ein so breites geistiges Bemühen, ein solches Lebenswerk wie das Seinige allein oder vornehmlich aus dem Antrieb heraus unternommen worden sein soll, ganz gegenteilige "heimliche Absichten" damit verbunden zu haben.

Andererseits muss man sich aber auch sagen, dass er damit sicherlich nicht der einzige wäre. Wir haben schon viele solcher "Logen-Ideologen" und "Hijacker" hier auf dem Blog behandelt, die man ähnlich einordnen kann. Und immerhin kann - wird und muss - das geistige Interesse selbst eines solchen Ideologen und ideologischen Kulissenschiebers an sich ja auch echt sein. Aber ein solches kann dann eben auch "stilisiert" werden, indem man Dinge, die einen persönlich tatsächlich sehr interessieren, unveröffentlicht lässt, nicht mehr "in den Vordergrund rückt" und herunterspielt und dafür andere, von denen man weiß, dass sie eigentlich verquastet und mehr oder weniger sinnlos sind, bewusst mehr in den Vordergrund rückt. Benoist scheinen nun Sätze wie die folgenden flüssig aus der Feder zu fließen:
Ein Intellektueller, der das Gegenteil von dem sagt, was er denkt, verleugnet sich selber. (...) Sich einzubilden, ich könnte aus "strategischen" Gründen das Gegenteil von dem sagen, was ich denke, ist ungefähr so intelligent wie zu behaupten, Freud habe nicht an das Unbewusste geglaubt oder Marx sei in Wirklichkeit ein großer Fürsprecher des Kapitals gewesen!
Nun. Wir glauben, dass Benoist auch diese Worte unüberlegt ausgesprochen hat und schlichtweg selbst bei genauerer Überlegung an sie nicht glauben kann. Man kann diese Worte deshalb sehr - "interessant" finden. Interessant nämlich in Zeiten, in denen gerade - und das weiß doch auch der belesene Benoist - Freud und Marx 1998 durch Kevin MacDonald in "Eine Kultur der Kritik" die heimliche Verfolgung gruppenevolutionärer Strategien nachgewiesen wurde. Dieses Buch von Kevin MacDonald ist eben ein rundum entlarvendes für all die Dinge, die im geistigen Raum möglich sind in der Verfolgung verborgener gruppenevolutionärer Strategien. Ich denke deshalb, dass die gruppenevolutionäre Strategie, die hinter dem Agieren von Leuten wie Alain de Benoist steht, so schwer nun ebenfalls nicht zu durchschauen sein kann. Ähnlich wenig schwer eben wie derjenigen, die hinter dem Agieren von Leuten wie Freud oder Marx steht.

Man lernt aus den Lebenserinnerungen von Alain de Benoist diesbezüglich dann auch sonst noch so manches, wenn man einfach genau liest. So scheint auch dieser - angeblich so nüchterne - Intellektuelle ganz auf der Linie eines Hermann Hesse etwa oder eines Ernst Jünger (oder eines Rudolf Heß, Karl Haushofer, Adolf Hitler ....) die Astrologie keineswegs als ein gänzlich sinnloses und verdummendes Unternehmen abzulehnen. Und vielleicht kommt man in diesem Bereich dann womöglich seinen eigentlichen Antrieben schon wesentlich näher - ??? So sagt er etwa zu seinem Geburtsdatum, dem 11. Dezember 1943 (1, S. 19):
Ja, an Alexander Solsheniziyns Geburtstag, und damit bin ich Schütze (Aszendent Krebs).
Zigarette im Mund - (2014)
Eine ganz sinnlose Aussage für Menschen, die jede Form von Esoterik ablehnen, wie auch Alain de Benoist ansonsten von sich den Eindruck zu erwecken versucht. Alain de Benoist sagt auch (1, S. 338):
Ideologisch gesprochen waren die Neuen Rechten niemals vollkommen homogen. (...) Auf religiöser Ebene zum Beispiel hat es neben einer heidnischen Mehrheit immer auch Christen, Atheisten, Traditionalisten, Spiritualisten, wissenschaftliche Positivisten gegeben.
Was uns hier als auffällig herausklingt, ist das Wort "heidnische Mehrheit". Denn damit kann er höchstens von dem heutigen Frankreich sprechen. Die heutige Neue Rechte in Deutschland fühlt sich ganz eindeutig in ihrer großen Mehrheit als zutiefst christlich an. Und man hat die ganzen Lebenserinnerungen von Benoist hindurch nicht das Gefühl, dass er gegen eine solche Rechristianisierung der Neuen Rechten, wie man sie seit den 1970er Jahren in Deutschland beobachten kann, irgend etwas zu sagen hätte oder sie ihm in irgend einer Weise Sorge machen würde. Dagegen spricht ja auch seine Freundschaft mit einem Alexander Dugin, der sich ideologisch auf das christlich-orthodoxe Russland vor der "westlichen" Aufklärung bezieht, was Benoist ebenfalls ganz offenbar nicht kritikwürdig findet, sondern dem gegenüber er offenbar große und weite Toleranz hat. Er, der doch zugleich der französischen Aufklärung so sehr verpflichtete! Er hat keine Sorgen, dass hier und anderwärts "bibelgläubige Fragestellungen zu sehr in den Vordergrund gerückt werden" ... - wie es scheint!

Man muss eben nur auf die Inhalte achten, um zu sehen, dass hier ganz klar und konsequent ganz bestimmte gruppenevolutionäre Strategien durchgehalten werden. Auch von Alain de Benoist.

Alain de Benoist ist "Revuist"

Benoist äußert sich auch dazu, dass es viele Frauen in seinem Leben gab und dass er gerne noch ein Buch über die Erotik, die Geschlechtsbeziehungen schreiben würde (1, S. 377-382). Ein eindeutiges Bekenntnis dazu, dass die Einehe, die Monogamie schon seit vorchristlichen Zeiten das Ideal unserer nordeuropäischen Kultur darstellt, fehlt bei ihm. Leider auch die Erkenntnis der letzten Jahre, der wir auf unserem Wissenschaftsblog Studium generale mehrere Beiträge gewidmet haben, dass es im Artvergleich schon unter den Säugetieren eine Beziehung gibt zwischen der Evolution von Intelligenz, Gehirngröße und monogamer Lebensweise (erforscht vor allem von dem verdienstvollen britischen Anthropologen Robin Dunbar), und dass Monogamie auch etwas mit der Evolution des Altruismus zu tun zu haben scheint. Das Buch von Alain de Benoist über Geschlechtsbeziehungen hingegen würde einmal erneut nicht "biologische Fragestellungen in den Vordergrund rücken", sondern anknüpfen, so sagt er, an Autoren wie: Siegmund Freud, Julius Evola, Hans Blüher, Otto Weininger, Wilhelm Reich. Es würde auch die Gemeinschaft vom Monte Verita behandeln! Womit man wieder einmal alle versammelt hätte! ;) Man weiß nicht so recht, ob man auf dieses Buch wirklich gespannt ist ...

Interessant mag auch sein, dass Benoist von Arbeitswut besessen ist. Er verzichtet seit Jahren und Jahrzehnten auf Rasieren (!), aufs Frühstücken (!), aufs Mittagessen (!), auf Urlaub (!), um anstelle dessen noch mehr arbeiten zu können (1, S. 383). Es muss also wirklich starke Antriebe in seinem Leben geben. Welche das nun wohl sind? Einiges von dem, was er da berichtet, kann man natürlich durchaus als vorbildlich ansehen. So berichtet er zum Beispiel über seine Arbeitsweise (1, S. 384):
Ich bin ein "Revuist", also jemand, der sich über den neuesten Forschungsstand in sämtlichen Bereichen, die als Themen für meine Zeitschriften in Frage kommen, auf dem laufenden zu halten versucht. Jeden Morgen bekomme ich über das Internet um die hundert "abstracts" von wissenschaftlichen Aufsätzen, die am Vortrag erschienen sind.
Nun, er behält auch hier die "biologischen Fragestellungen" klar im Auge, wie wir gesehen haben, "rückt sie aber" dennoch "nicht in den Vordergrund". Das muss einem im Grunde ganz merkwürdig erscheinen. Er berichtet interessanterweise auch das folgende (1, S. 388):
In den achtziger und neunziger Jahren nahm ich eine Geschichte der ideologischen Kontroversen in Angriff, die Darwins Lehren auslösten. Für dieses Projekt schrieb ich fast dreitausend Seiten Notizen, bevor ich es aufgab, weil mich die Breite des Themas überforderte!
Auch dieses wichtige Zitat sei einmal grün gefärbt. War es wirklich nur die "Breite des Themas", die ihn davon Abstand nehmen ließ, diese doch so interessante Fragestellung weiter zu verfolgen? Die der "Neuen Rechten" so viele neue Argumente in die Hand hätte geben können, die sie hätte bilden können, die sie hätte schlagkräftig machen können, anstatt sie zu verdummen mit langweiligen, hohlen, banalen Phrasen? Da haben wir es eben: Interessieren kann man sich für viel. Aber man veröffentlicht eben nicht alles! Da ist man dann plötzlich - - - "überfordert". Ein Benoist - überfordert? Das glaube ich nicht. Benoist besitzt, so wird weiter berichtet (1, S. 390),
mit 150.000 bis 200.000 Büchern die größte Privatbibliothek in Frankreich oder zumindest eine der wichtigsten.
Da ist doch von Überforderung wirklich nicht die Rede.

"Die betont Katholischen" unter den deutschen Konservativen - Karlheinz Weißmann weiß von ihnen ....

Aber es ist nun weiterhin wirklich mehr als auffallend, springt einem geradezu ins Gesicht, dass in dem ganzen Buch - soweit übersehbar - kein einziges mal der Grabert-Verlag in Tübingen genannt ist, in dem die Bücher von Alain de Benoist in den 1980er Jahren erschienen sind, ebenso offenbar kaum einer der damaligen deutschen Gesprächspartner Benoist's in diesem Umfeld. Und dementsprechend offenbar auch kein einziges mal das Thule-Seminar, mit dem Alain de Benoist zumindest am Anfang der 1980er Jahre in Deutschland eng zusammen gearbeitet hat. In seine Lebenserinnerungen hätte doch zumindest eine Erörterung der Gründe hineingehört, warum er diese Zusammenarbeit nicht mehr so intensiv fortgesetzt hat wie zuvor. Oder hätten diese Gründe nicht dargelegt werden können, ohne ihn noch mehr zu - - - "entlarven"? Will er mit Holocaust-Leugnern wie dem Grabert-Verlag möglichst nicht mehr als einem früheren Kooperationspartner genannt sein? Man weiß das alles nicht. Gibt es überhaupt in den Lebenserinnerungen von Benoist eine Distanzierung gegenüber der Holocaust-Leugnungs-Gesetzgebung in so vielen europäischen Staaten inzwischen? Auch diese findet man in ihnen nicht.

Und noch auffallender ist, wie Karlheinz Weißmann über all diese Gruppierungen und Richtungen (Grabert, Thule-Seminar, Biopolitik) in seinem Vorwort schweigt. Und womit doch seine Sätze über die damalige Bundesrepublik ganz und gar falsch werden, die da lauten (1, S. 8):
Es scheiterte bezeichnenderweise jeder Versuch, eine Organisation nach dem Muster des GRECE oder eine Zeitschrift nach dem Muster von "Nouvelle Ecole" beziehungsweise "Elements" zu gründen.
Wie darf so etwas redlicher Weise gesagt werden, ohne nicht zumindest andeutungsweise zu erklären, warum die Veröffentlichungen des Thule-Seminars und die wissenschaftliche Zeitschrift des Grabert-Verlages "Deutschland in Geschichte und Gegenwart" aus heutiger Sicht nicht als solche "Versuche" angesehen werden können, bzw. warum sie diesbezüglich als "gescheitert" zu erklären wären. Das ist ganz und gar unredlich, dieses Schweigen. Warum überhaupt? Warum glaubt man das nötig zu haben? Es ist doch einmal erneut lächerlich. Denn jeder kann die Biographie von Alain de Benoist auf Wikipedia auch diesbezüglich nachlesen. Und gegenüber diesem Schweigen muten die späteren Sätze Weißmanns über Benoist militante Aktivitäten in der "Algerie francaise" geradezu grotesk an, in denen es heißt (1, S. 11):
Es ist für seinen souveränen und milden Blick auf die eigene Vergangenheit typisch, dass er nichts leugnet und nichts kaschiert und betont, dass er die Zeit als militant nicht missen wolle.
Also sind die Aktivitäten in der "Algerie francaise" offenbar weniger diskreditierend als seine Verbindungen zu den deutschen "Holocaust-Leugnern" des Grabert-Verlages? Wenn er kein Problem hat, über diese zu reden, warum haben sowohl er wie Weißmann ein Problem damit, über seine Zusammenarbeit mit dem Grabert-Verlag zu sprechen? Die ganze Art, wie Karlheinz Weißmann über die - seines Erachtens - ungenügende deutsche Reaktion auf die Bestrebungen von Alain de Benoist Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre in Frankreich in diesem Vorwort spricht, ist im Grunde falsch. Und zwar falsch in der mehrfachen Bedeutung des schönen deutschen Wortes falsch. Sprich, es fühlt sich geradezu jesuitisch an. Und man versteht das schon. Schließlich hatte er doch schon zuvor geschrieben, dass 1979 nur Günther Zehm in der "Welt" (1, S. 8)
dazu aufforderte, die Ideen der "Nouvelle Droite" ernsthafter zu diskutieren. Selbst von Konservativen schien das zu viel verlangt.
So? Das schien zu viel verlangt? Das halte ich für eine bösartige Falschbehauptung. Das Thema Biopolitik ist in den 1970er Jahren bis weit in den wissenschaftlichen "Hauptstrom" hinaus behandelt worden, genauso wie das in der Sarrazin-Debatte des Jahre 2010 wieder geschah. Nur war das offenbar von Konservativen vom Schlage eines Karlheinz Weißmann oder eines Götz Kubitschek oder eines Dieter Stein - - - "zu viel verlangt"!!! Und zwar wiederum nicht von der Sache her, sondern doch offenbar: von ihren Absichten her. Und wir hören ja auch gleich weiter, welche Konservativen das waren, von denen derartiges "zu viel verlangt" war. Weißmann:
Die betont Katholischen unter ihnen hatten früh und ausgesprochen heftig reagiert auf das Neuheidentum, die Vorschläge zur Biopolitik und eine gewisse Unverfrorenheit beim Rückgriff auf klassizistische Ästhetik.
An dieser Stelle lassen wir bewusst einen krass denunzierenden Teilsatz des Zitates weg. Weißmann glaubte offenbar, ihn benutzen zu müssen, um diese Richtung so stark wie nur immer möglich zu diskreditieren und herabzusetzen und in das in nach-1945er Zeiten schlechtest denkbare Licht zu rücken bei seiner Leserschaft. Aber warum? Auch hier ist es dann plötzlich (!) mit dem "souveränen und milden Blick" zu Ende. Auch das ist - - - "jesuitisch". Und dass ein Benoist das mitmacht!? Weißmann jedenfalls weiter:
Lediglich im Umfeld der Zeitschrift "Criticon" gab es die prinzipielle Bereitschaft, Benoist ein Forum zu bieten.
Natürlich. Im Umfeld der Jesuiten-Zeitschrift "Criticon". Natürlich. Da ist man ja grundsätzlich immer bereit, "naturwissenschaftsnahen Katholizismus" zur Rettung der europäischen Völker zu vertreten, nämlich an jenem Sanktnimmerleinstag, an dem die europäischen Völker durch einen solchen - zugegeben merkwürdigen - Katholizismus gar nicht mehr würden gerettet werden können. Vorher nicht. Wobei einem wieder das Wort in den Sinn kommt davon, dass "Katholizismus jedem Nationalismus das Rückgrat bricht". (Von wem stammte es eigentlich? Wohl auch von einem Jesuitenpater.) Interessant auch die folgenden "entlarvenden" Worte Weißmanns über Benoist (1, S. 12):
Die erste Ausgabe der Nouvelle Ecole wurde im Herbst 1967 konzipiert, und bis heute sind mehr als fünfzig Nummern erschienen. Von der Aggressivität der früheren Zeiten ist nur gelegentlich noch etwas zu spüren, und auch in Benoists Erinnerung erscheint die Darstellung der damals verfochtenen Thesen - von der Generalkritik des christlichen Glaubens bis zur bleibenden Bedeutung der "dreiteiligen Ideologie" der Indoeuropäer - gelegentlich etwas zu irenisch.
Wir müssen nachschlagen, was irenisch heißt: friedfertig. :) Ja, diesen Eindruck hatten wir allerdings auch. Und bezeichnend erneut, dass Weißmann das brisanteste und aktuellste hier zu nennende Thema nicht nennt, nämlich das Thema Biopolitik. Weißmann weiter:
Denn ein guter Teil des Aufsehens, das die Nouvelle Droite in den siebziger Jahren erregte, ging auf die Verve zurück, mit der solche Vorstellungen von Benoist und seinen Leuten in Umlauf gebracht und mit einer Ikonographie verknüpft wurden, die mit dem notorischen Bezug auf das Deutsche und Germanische für weitere Irritationen sorgte.
"Irrationen" und "Überforderungen". Also Irritationen und Überforderungen - wie gesagt - für Konservative vom Schlage eines Weißmann ... Für die "betont Katholischen" unter ihnen.

Damit sei einstweilen die Lektüre der Lebenserinnerungen von Alain de Benoist abgeschlossen. Es dürfte deutlich geworden sein, dass dieses Thema wahrhaft "saftig" ist, und dass zu demselben in diesen Lebenserinnerungen und in anderen Veröffentlichungen zur Geschichte der Biopolitik während des 20. Jahrhunderts noch allerhand Spannendes und "Entlarvendes" zu Tage gefördert werden könnte. Und zwar Dinge, die zum Untergang des Abendlandes in den wesentlichsten geistigen Bereichen beitragen, da sie das Ausspielen der stärksten volkserhaltenden Argumente blockieren und "in den Hintergrund rücken". Wenn man aus dieser Erkenntnis heraus die Verve eines Benoist glaubt, verstehen zu können, hätte man ja womöglich recht viel verstanden ... - ? Seine Freundschaft mit einem Alexander Dugin jedenfalls ist im Grunde der beste Beweis, ebenfalls die engen Verbindungen zwischen dem allseits verehrten Julius Evola - - - und dem Satanismus, der doch in der heutigen Neuen Rechten sehr gerne, fröhlich und "ergebnisoffen" thematisiert wird (6).
___________________________________________________
  1. de Benoist, Alain: Mein Leben. Wege eines Denkens. Junge Freiheit Verlag, Berlin 2014
  2. Bading, Ingo: "Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille" - "Voran, Soldaten Christi" - "Im Namen des Kreuzes Kriegsdienste tun". Auf: GA-j!, 28. Juli 2015, http://studgenpol.blogspot.de/2015/07/eine-milliarden-katholiken-gegen-200.html
  3. Gurjanow, Pawel: http://notbremse.livejournal.com/29747.html
  4. http://anton-shekhovtsov.blogspot.de/2013/08/aleksandr-dugin-and-west-european-new.html
  5. http://www.sezession.de/46621/alain-de-benoists-mein-leben-erschienen-ein-ideengeschichtliches-kurzportrait.html
  6. Hakl, Hans Thomas: Einige zusätzliche Bemerkungen zum Fragenkomplex Julius Evola und Aleister Crowley. Nachwort von: Pasi, Marco: Aleister Crowley und die Versuchung der Politik. Ares-Verlag, Graz 2006 (zugleich Mailand, Univ. degli Studi, Diss. 1993/1994), S. 277ff

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich sehe da jetzt kein Problem, wenn man Denker wie Otto Weininger, Hans Blüher oder Julius Evola liest. Ich bin selbst seit einiger Zeit auf der "HBD-Schiene", also Human Biological Diversity.

Ich lese Bücher von Lynn, Rushton, Vollmer, Voland, Vanhanen, Michael H. Hart, Byron M. Roth, Vonderach, Harpending & Cochran, John Bakers "Race", Pinkers Zeug etc. pp. Eine breite Palette also.

Sprachlich sind mit wenigen Ausnahmen die oben genannten Denker -- Weininger, Evola usw. usf. -- der Wissenschaftsprosa überlegen, das muß man so sagen. Ich möchte hier aber keine Partei gegen die andere ausspielen: beide liefern Antworten auf brennende Fragen der Zeit. Ich finde auch, daß man die Schriften der Feinde lesen sollte, was in meinem Fall vor allem die Frankfurter Schule ist: Adorno, Horkheimer, Alfred Schmidt, auch Marx etc.

Es ist im Grunde so: die größte Bedrohung Europas ist nun einmal die massenhafte Einwanderung aus der Dritten Welt. Menschen, die mit unserem Begaungs- _und_ Temperamentsprofil nicht übereinstimmen. Am ähnlichsten sind uns hier noch die siniden Mongoliden, also Nordostasiaten, also: Chinesen, Koreaner, Japaners. Diese weisen eine hohe Durchschnitts-Intelligenz, einen großen Fleiß und Ehrgeiz auf.

Was ich sagen will: wenn die Forschung -- was sie ja nicht tut! -- auf der Seite des Feindes wäre, wenn man also die Überlegenheit von sub-saharischen Afrikanern oder Orientaliden annehmen müßte, wäre es dann in Ordnung, wenn diese massenhaft einwanderten? Ich sage ganz klar: nein!

Hier muß man Benoist, so sehr er auch mit der Annahme, es gäbe keine "besseren" Rassen falsch liegt*, zustimmen: jedes Volk hat das Recht auf Selbstbestimmung und -erhalt, die Vielfalt sollte gewahrt werden.

*: Besser sind nun einmal die Ashkenasim-Juden, die Nordostasiaten oder weißen Europäer, wenn es um den Erhalt einer Wissenschafts-, überhaupt einer Hochkultur geht. Das ist die bittere Wahrheit. Die Mosleme und Afrikaner können es nicht, es geht nicht.

Ingo Bading hat gesagt…

Habe ich gesagt, dass es ein "Problem" ist, wenn man solche Autoren liest? Hans Blüher und Julius Evola und andere Autoren der Konservativen Revolution (Friedrich Hielscher, Ernst Jünger) sind andernorts hier auf dem Blog schon behandelt worden. Das sollten wir dann inhaltlich vielleicht eher dort erörtern.

Auch habe ich nicht gesagt, dass man die Schriften der Frankfurter Schule nicht lesen sollte, wobei ich hier gar nicht von "Feinden" rede. Sondern ich lasse mir diese Autoren am liebsten geistes- und wissenschaftsgeschichtlich, sowie evolutionspsychologisch einordnen von Kevin MacDonald in seinem Buch "Culture of Critique".

Autoren wie die genannten naturwissenschaftlichen KANN man meines Erachtens gar nicht nach "sprachlichen" Kriterien beurteilen. Das ist in der Naturwissenschaft absolut nicht üblich. Da wird nur danach gefragt: STIMMT das, was vorgetragen wird oder nicht. Und wenn es stimmt, dann kann es in noch so schlechter Sprache vorgetragen sein, es kann dennoch nachhaltig unser Weltbild verändern.

Auch bin ich mir nicht sicher, ob politische Literatur, die sich nicht oder nahezu nicht an naturwissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert nach vornehmlich sprachlichen Kriterien beurteilt und eingeordnet werden sollte. Auf diesen Gedanken bin ich noch nicht gekommen. Ich lese diese Literatur ja nicht zur Erbauung, sondern frage mich: Sind die vorgetragenen Gedanken sinnvoll für uns und unsere Zeit oder nicht?

Nach meinem Gefühl war sich Alain de Benoist in seinen jungen Jahren der argumentativen Stärke des naturwissenschaftlichen Arguments zutiefst bewusst. Sonst hätte er sich nicht so ausgiebig mit diesem Argument beschäftigt. In MEINEM Leben besteht seit mehreren Jahrzehnten der Eindruck, dass die Stärke dieses Argumentes immer nur noch mehr wächst. Und da frage ich mich dann: warum scheint Alain de Benoist diesen Eindruck nicht zu haben?

Wir können heute viel mehr naturwissenschaftlich erklären als noch vor 30 Jahren. Neuerdings gibt es das begeisternde Buch eines hoch angesehenen deutschen Hirnforschers mit dem Titel "Wie das Gehirn die Seele macht", ein Buch, das noch vor zehn Jahren so gar nicht hätte erscheinen können, da damals der Forschungsstand nicht so weit war.

Ich finde, es ist sehr deutlich zu spüren, dass die Fortschritte in der Naturwissenschaft in den großen Medien - und auch in der sogenannten rechtskonservativen Öffentlichkeit - bewusst beschwiegen oder in ihrer Bedeutung klein geredet werden. Und das weckt meine Empörung. Unser Weltbild muss mit dem Fortschritt in der Naturwissenschaft SCHRITT halten, sonst verblöden wir schlichtweg und sind es nicht würdig, Zeitgenossen solcher Fortschritte zu sein.

Ingo Bading hat gesagt…

Ich werde die Intelligenz-Forschung sehr hoch. Aber ich bin deshalb noch nicht der Meinung, dass die (Nord-)Ostasiaten für uns eine bessere Einwanderung wären als Menschen anderer Erdregionen. Für kulturelle Innovationsfähigkeit reicht Intelligenz ALLEIN nicht. Der hoch verdiente amerikanische Autor Charles Murray hat in seinem wertvollen Buch "Human Accomplishment" aufgezeigt, dass die kulturellen Höchstleistungen der Menschheit seit 2500 Jahren zu über 90 % von europäischen Männern erbracht wurden. Und das, obwohl Frauen und Ostasiaten einen mindestens gleich hohen Intelligenz-Quotienten haben. Um also kulturelle Höchstleistungen zu bringen, wird noch anderes gefordert als nur Intelligenz. Es gehören dazu Neugier-Gene, es gehört dazu - offenbar - Testosteron-angetriebener Drive und vieles ähnliche mehr.

Ganz genau, die kulturelle Selbstbestimmung ist einer der wesentlichsten Grundsätze. Deshalb war die Entkolonialisierung auch ein so wesentlicher Prozess (der sich allerdings nur äußerlich vollzogen hat, innerlich sind natürlich auch in der Dritten Welt die "alten Mächte" an der Macht geblieben).

Ich finde nicht, dass es eine "bittere" Wahrheit ist, dass jedes Volk und jeder Erdteil sein eigenes angeborenes Begabungsprofil hat. Mit jedem Begabungsprofil gehen Stärken und Schwächen einher. Und jedes Volk wird abstoßend, wenn es kulturlos wird, ganz egal, ob es in Europa, Asien oder Afrika lebt.

Wie begeisternd sind die abgelegen lebenden Nuba-Stämme in Afrika mit ihrer so einzigartigen Kultur. Warum sollte es "bitter" sein, das sie so zufrieden und im Einklang und kulturvoll leben, wie sie - traditionellerweise - lebten. "Bitter" ist nur die Globalisierung und die damit einhergehende Entkulturalisierung.

Kultur kann jedes Volk mit jedem Begabungsprofil auf seine Weise haben. Seele zu haben, bedeutet nicht, intelligent zu sein. Im Gegenteil. Es scheint gar zu oft, dass das eine das andere auszuschließen scheint.

Auch finde ich, dass der Beitrag der Aschkenasim zur westlichen Kultur im allgemeinen überbewertet wird. Ein Gegengift gegen diese Überbewertung findet sich, wie gesagt, in Kevin MacDonalds "Culture of Critique".

Ingo Bading hat gesagt…

Ich freue mich sehr über das Interesse.

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