Dienstag, 27. Oktober 2015

Heute einmal ein Gemälde

Heute einmal ein Gemälde. "Der barmherzige Samariter". Von Vincent van Gogh.

Abb. 1: Vincent van Gogh - Der barmherzige Samariter
Warum? Weil wir schwach sind. Vollkommen hilflos sind. Weil der Einbruch des Göttlichen in unsere Welt uns schon so ungewohnt ist, dass dieser allein schon, für sich genommen, alles zerplatzen lässt. Alles zerplatzen lassen kann.

Ich weiß, jetzt kommen die Leute daher und werden sagen, ich würde "esoterisch" reden. Einen Dreck tue ich. Das Göttliche existiert. So wie die Liebe existiert. Und so wie Leben existiert. Und wenn wir uns dem Göttlichen hingeben, sind wir - heute - gefährdeter als jemals.

Man probiere es doch aus. Möge man doch sehen, ob man es hinkriegt! Nein, die meisten kriegen es nicht hin. Und weil sie das schon vorher wissen, probieren sie es erst gar nicht aus. Was? Na: Den Einbruch des Göttlichen in unsere Welt zuzulassen. Ihn anzunehmen, ihn zu hegen und zu pflegen.

Man tue es doch. Wenn wir irgendwo davon sehen oder hören, sollten wir uns gegenseitig davon berichten.

(Man glaube bloß nicht, dass das in irgendwelchen "Selbsterfahrungsseminaren" stattfinden würde. Merkt man denn nicht, wie Gott - das Göttliche - metaphorisch gesprochen über solche in ein schallendes Gelächter ausbricht?) (Eher schon scheinen die Inhalte der Bücher von Peter Sloterdijk zumindest nicht im Widerspruch zu stehen mit der hier gemeinten Zulassung des Einbruchs des Göttlichen in unsere Welt. Wenn er auch vielleicht die Spontaneität, sprich die notwendige Freiheit eines solchen Geschehens, den notwendigen "Spielraum" für dieses Geschehen vielleicht noch nirgendwo ausreichend herausgearbeitet hat.)

Derartige Dinge werden es sein, die künftig häufiger auch hier auf dem Blog erörtert werden soll(t)en. Wenn es denn möglich ist. Wenn also die Kraft dazu hinlangt.

Denn: "Das Politische" ist heute weit weg. Viel zu weit weg. Dort treffen doch - heute - nur noch, wohin man blickt, ganz ungöttliche, uninspirierte Gegensätze aufeinander. Dümmlichkeit trifft auf Dümmlichkeit, jeweils zumeist bodenlose. Und sie ziehen sich gegenseitig noch tiefer hinunter. In die Gottferne.

Abb. 2: A. Paul Weber - Flucht in die Liebe (1942)
Gibt es nicht dieses Bild von A. Paul Weber "Flucht in die Liebe" betitelt? Wo der Narr, der wir alle sind, der wir geworden sind, auf einer nächtlichen Brücke sitzt, vielleicht dem Canal grande in Venedig, von beiden Seiten von finsteren Gewalten bedroht? Und wo unter ihm, unter der Brücke ein Kahn daher kommt, gesteuert von einem jungen Mädchen? Oder von einer jungen Frau? Und in den er, der Narr, im letzten Augenblick hinein springen wird - bevor diese finsteren Gestalten und Gewalten ihn verschlingen? Eine andere Lösung gibt es nicht.

Noch nie hat es eine andere Lösung gegeben.

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