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Mittwoch, 12. November 2025

Rituelle Gewalt - Zwölf Überlebende berichten von solcher innerhalb der katholischen Kirche

Das Bistum Münster leistete von 2013 bis 2023 wertvolle Hilfe für Überlebende Ritueller Gewalt
- Zwölf Überlebende derselben berichten von Ritueller Gewalt innerhalb der katholischen Kirche
- Das Bistum Münster stellt die Hilfe für Überlebende Ritueller Gewalt insgesamt ein
- Eine vereinzelte Beschwerde des Vereins "False Memory" brachte den Stein ins Rollen

2012 wurde der Verein "False Memory Deutschland e. V. (FMD) - Arbeitsgemeinschaft Falsche Mißbrauchserinnerung" (Wiki) gegründet. Der Verein hat 140 Mitglieder. Viele von diesen Mitgliedern wurden - wie sie sagen - zu Unrecht beschuldigt, sexuelle Gewalt gegen Kinder verübt zu haben. Der Verein vertritt die Interessen solcher Menschen und berät sie. 

Abb. 1: Lucas Cranach der Ältere - Das Leiden Christi (Wiki) - Der "Leidensweg Christi" - Vorform von Snuff-Videos? - Ab dem 10. Jahrhundert wurde Jesus Christus nicht mehr nur als der "triumphierende", "siegreiche" Christus triumphans dargestellt, sondern zunehmend auch als der "leidende" Christus patiens - Damit wurde das Bildprogramm der katholischen Kirche zunehmend zu einer Vorform von Snuff-Videos*)

Auffällig ist zunächst vor allem, daß dieser Verein in der Öffentlichkeit insbesondere dann tätig wird, wenn es um rituelle Gewalt geht.

Aufgrund der Aktivitäten dieses Vereins saß Kerstin Schön, eine Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt, ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Ihren Fall haben wir auf unserem Blog ausführlich behandelt (GAj2019), wundern uns aber noch immer, daß dieser Fall sonst nur in der regionalen Presse - und in der Alternativen Öffentlichkeit bislang gar keine - Beachtung gefunden hat.

Vorsitzende dieses Vereins "False Memory" ist aktuell eine Heidemarie Cammans (geb. 1942). 2023 äußert sie sich in einem Radiofeature des SWR - unserem Empfinden nach - außerordentlich flapsig, außerordentlich unsensibel und außerordentlich plump zum Thema "Falsche Erinnerung" (1). Cammans selbst hat 1984 "Sekten Info Essen" gegründet (SekInf, a), eine Beratungsstelle die heute noch besteht und die Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Cammans hat 1998 zwei Bücher heraus gebracht mit den Titeln "Ratgeber Okkultismus" und "Sekten - Die neuen Heilsbringer".

Zweiter Vorsitzender dieses Vereins ist aktuell ein Hans-Detlev Fink (FMD). Kurz seien einige weitere ehemalige Vorstandmitglieder genannt: ein Thomas Hartmann aus Meppen, offenbar Küchenleiter für einen Golfclub daselbst, sowie Hotelier (s. Xing). Bis 2021 hat er auch einen Koch-Blog betrieben, den er aktuell "aus gesundheitlichen Gründen" nicht mehr weiter führt (GKoch). Hilke Steffens aus Kronberg ist studierte Betriebswirtin, arbeitet im Business-Consulting und war Ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht Frankfurt (Xing, LIn), ähnlich der Wirtschaftsingenieur Federico Avellán Borgmeyer, der ebenfalls in Kronberg ansässig ist (efcom).

2013

Schon 2013 ist hier auf dem Blog über eine Fachtagung in Münster berichtet worden (GAj!2013), deren Thema lautete: "Rituelle Gewalt in satanistischen Sekten - Therapeutische Einsichten, polizeiliche Erkenntnisse, Erfahrungsberichte". Neben Michaela Huber war auch der Prodekan der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen Vortragender, selbst Polizeipsychologe und Psychotherapeut. Von der Leiterin der Beratungsstelle in Münster und der Organisatorin der Tagung Brigitte Hahn gibt es aus dem Jahr 2013 auch ein Interview (Yt2013) und es wurde auch eine Video-Dokumentation zu dem Thema erstellt (2).

Über diese Tagung war zwar - auffällig genug - nicht in der Bild-Zeitung oder in anderen überregionalen Zeitungen berichtet worden, aber immerhin doch in regionalen, westfälischen Zeitungen, sowie auf einschlägigen Blogs. Wir hatten damals den Eindruck, daß es der katholischen Kirche ein ernsthaftes Anliegen wäre, über rituelle Gewalt und über satanistische Sekten aufzuklären und Überlebenden dieser Gewalt zu helfen.

2014

2014 wurde die Zeugenaussage der Niederländerin (oder Flämin?) Toos Nijenhuis bekannt, nach der unter anderem Kardinal Joseph Ratzinger in Belgien im Jahr 1987 in rituellen, satanistischen Zusammenhängen ein Kind ermordet haben soll (s. Yt2014, Yt2014a, erneut Yt2020, Yt2023). "Faktenchecker" versuchen bis heute darzustellen, diese Aussage wäre unglaubwürdig. Wirklich gute Argumente führen sie dazu nicht an (siehe z. B. Mimikama2019).

Im Jahr 1987 war Kardinal Ratzinger als Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation längst einer der weltweit einflußreichsten Vertuscher von Pädokriminalität innerhalb der katholischen Kirche geworden. 2005 war er zum Papst gewählt worden. Am 11. Februar 2013 hat er überraschend seinen Rücktritt vom Papstamt erklärt. 

2022

2022 veröffentlichte das Bistum Münster eine Studie zur sexuellen Gewalt innerhalb des Bistums Münster und Michaela Huber weist auf den folgenden Umstand hin (3):

„In der vom Bistum Münster im Jahr 2022 vorgelegten Mißbrauchsstudie sind sechs Fälle rituellen Mißbrauchs beispielhaft dokumentiert.“ 

2023

Nun wurde - wieder einmal - der Verein "False Memory" aktiviert. Im März 2023 erschien im "Spiegel" der Artikel "Im Wahn der Therapeuten" (Sp23; s.a. SatPan, GWUP). In diesem Artikel wurde die Ansicht vertreten, Erinnerungen an rituelle Gewalt seien Überlebenden nur von Therapeuten eingeredet worden. Der Artikel äußert diesen Vorwurf insbesondere gegen die Psychotherpeutin Jutta Stegemann, eine der beiden damaligen Mitarbeiterinnnen der Beratungsstelle in Münster.

Abb. 2: Toos Nijenhuis berichtet 2014 über Rituelle Gewalt und Morde in Belgien

Das Bistum Münster hat daraufhin die Beratungsstelle für Überlebende ritueller Gewalt geschlossen (den "Beratungsdienst Sekten und Weltanschauungen", bzw. den "Fachdienst") (Sp23) (BistMünst). Wir selbst werden auf diesen Umstand erst jetzt aufmerksam. Der WDR berichtete 2023 das folgende darüber (WDR2023):

Eine weitere Betroffene hat nach Westpol-Recherchen ganz aktuell ihren Fall beim Bistum und bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Sie berichtet von jahrelanger schwerster sexueller Gewalt durch einen Exorzistenzirkel innerhalb der Kirche und möchte, daß ihr Leid anerkannt wird.

Als Grund für die Schließung wird genannt (WDR2023):

Es habe Beschwerden gegeben über die Beratung. Von wem genau und wie viele Beschwerden, das möchte das Bistum Münster nicht sagen. Westpol liegen aber Hinweise vor, daß es dabei vor allem um eine ganz bestimmte Beschwerde ging. So meldete sich im vergangenen Jahr beim Bistum der Verein „False Memory“ (zu Deutsch: Falsche Erinnerung). Nach eigenen Angaben setzt sich der Verein für Menschen ein, die angeblich zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Außerdem bestreitet False Memory, daß es so etwas wie sexuelle Gewalt durch rituelle Täterorganisationen überhaupt gibt.

Der „Spiegel“ griff die Vorwürfe einer einzigen Patientin auf ...

... und machte aus dem einen Fall einen Artikel, der nahe legt, es habe System, daß Betroffenen diese Form von rituellem und organisiertem Mißbrauch in Therapien eingeredet wird. Die Therapeutin bestreitet auf Anfrage, jemals einer Patientin etwas eingeredet zu haben. Es habe sich auch nie zuvor eine andere Patientin über sie beschwert. Die Beratungsstelle des Bistums Münster allerdings wurde zwei Tage nach der Veröffentlichung des „Spiegel“ geschlossen.

Das ist ein außerordentlich krasser Vorgang. Für uns tritt in diesem Bericht auch erstmals der Verein "False Memory" aus seiner Anonymität heraus und es wird seine Vorsitzende genannt, nämlich die schon genannte Heide-Marie Cammans.

Es gab zu der Schließung mindestens eine kritische Stellungnahme von Seiten einer Vertretung Überlebender sexueller Gewalt in der katholischen Kirche (Yt2023).

Abb. 3: Lucas Cranach der Ältere - Schmerzensmann - 1515 (Wiki) 

Nun aber noch einmal grundsätzlich: "Rituelle Gewalt in der katholischen Kirche"? Nichts ist doch im Grunde nahe liegender als das! In der katholischen Kirche ist doch alles "Ritual". Sexualisierte Gewalt gibt es in der katholischen Kirche - und im Jesuitenorden - zu Hauf. Diese sexualisierte Gewalt wurde Jahrzehnte lang (wohl Jahrhunderte lang) "systematisch" praktiziert, geduldet und vertuscht. Warum soll der Schritt zu ritueller Gewalt da sein so großer sein für hohe Kirchenbeamte?

Und zu welchen Verbrechen waren die katholische Kirche und der Jesuitenorden in den letzten Jahrhunderten nicht fähig? Haben sie nicht zu Kriegen gehetzt - etwa zum Dreißigjährigen Krieg, zum Ersten Weltkrieg - hat US-Kardinal Spellman 1944 nicht die Vertreibung der Ostdeutschen befürwortet, einen Völkermord? Hat die katholische Kirche Psychosekten wie die Colonia Dignidad in Chile nicht Jahrzehnte lang geduldet und verharmlost? Hat sie nicht den Regierungskriminellen Franz-Josef Strauß belobhudelt (Kardinal Ratzinger etwa bei dessen Beerdigung)? Welches Verbrechen hat die katholische Kirche nicht begangen oder befürwortet in ihrer tausendjährigen "Kriminalgeschichte"? Und da soll eine solche Institution zu ritueller Gewalt nicht fähig und willens sein?

Ermittlungsbehörden scheinen - wie so oft - nicht tätig zu werden. So wie der weltliche Staat seit Jahrzehnten und Jahrhunderten gegenüber der systematischen, sexualisierten Gewalt in der katholischen Kirche "wegsieht", so wie er diesbezüglich in der von ihm geförderten Odenwaldschule Jahrzehnte lang "weg gesehen" hatte. Mehr als nahe liegend, daß deshalb auch ansonsten noch nie in der Mainstream-Berichterstattung ernsthaft die Vermutung behandelt worden ist, daß es im katholischen, kirchlichen Kontext - neben der viel behandelten sexualisierten Gewalt, die seit 2010 nicht mehr durch Schweigegeld-Zahlungen "unter dem Deckel" gehalten werden kann - auch rituelle Gewalt gegeben haben könnte und gibt.

2025

Aber erstmals jetzt im Oktober 2025 kommt die Vermutung ritueller Gewalt in Zusammenhängen der katholischen Kirche doch in die Mainstream-Berichterstattung. Das Bistum Münster hatte 2023 eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, Zeugenberichte von 12 Menschen, vor allem Frauen, die von ritueller Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen berichten, auf Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen (BistumMünster).

Nachdem man den diesbezüglich erstellten und nun veröffentlichten Bericht der Anwaltskanzlei gelesen hat, muß man doch sagen, daß man es bei diesen Vorwürfen mit einer völlig neuen Kategorie zu tun hat. Natürlich gibt es genug Berichte über sexualisierte Gewalt im Rahmen der Kirche und des Jesuitenordens. Aber eben nicht über rituelle Gewalt. Und hier wird gleich quasi die Gesamtheit der Weihbischöfe, Kardinäle etc. Nordwestdeutschlands beschuldigt. Auf so etwas kommen doch 12 Leute, vor allem Frauen, die davon als Zeugen und Opfer berichten, nicht aus heiterem Himmel.

Irrwitziger Weise erfährt man von diesen Beschuldigungen nur durch den Bericht einer Rechtsanwaltskanzlei. Und dieser Bericht macht für diese Zeugenaussagen die zuvor so überraschend aufgelöste katholische Sekten-Beratungsstelle in Münster verantwortlich, von der gesagt wird, sie seit zurecht aufgelöst worden. Deren Arbeit war in den Jahren zuvor von vielen Seiten immer als sehr wertvoll angesehen worden.

Der Betroffenenbeirat bei der deutschen Bischofskonferenz (DBK) kritisiert das erstellte Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei und den Umgang der katholischen Kirche mit diesem Thema stark (Katholisch2025):

Die Betroffenenvertreter kritisieren, das Gutachten sage nichts darüber aus, ob in den untersuchten Bistümern Netzwerke existierten, in denen Personen von mehreren klerikalen Tätern mißbraucht oder Opfer bewußt anderen Tätern zugeführt wurden. Auch zu der Frage, ob Täter während ihrer Taten ritualisierte, kirchliche Handlungen vollzogen, treffe das Gutachten keine Aussage. Daher sei der "tatsächliche Aussagewert dieser Studie" aus Sicht des Beirats "äußerst gering". Es bestehe die Gefahr, daß das Gutachten genutzt werde, um die Existenz von Täter-Netzwerken oder ritualisierten Mißbrauchspraktiken im kirchlichen Kontext zu verneinen. (...) Psychische Erkrankungen würden in solchen Gutachten oft als Hinweis auf eingeschränkte Glaubwürdigkeit interpretiert. Daher lehne der Betroffenenbeirat diese Praxis ab.

Das sind klare und eindeutige Aussagen!

Unsere Einschätzung

Sagen wir es einmal andersherum: Man kann sich sehr wohl vorstellen, daß die hier behandelten Zeugenberichte stimmen, daß solches in der katholischen Kirche zumindest grundsätzlich geschieht. Im Grunde KANN es sich gar nicht anders verhalten, nachdem man schon bei Cathy O'Brien nachlesen konnte, daß es sowohl ein katholisches wie ein freimaurerisches Code-System bei der Mind control-Programmierung gibt (GAj2011), und seit Cathy O'Brien durch deutsche Dokumentar-Krimi's wie "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" in nicht unwesentlichen Teilen bestätigt worden ist (GAj2017). Die ganze mediale Auswertung dieses Doku-Krimis zeigt, wie umfangreich im Argen die Aufklärung über dieses Thema in Deutschland liegt (GAj2017).

Wenn organisierte, elitäre, internationale Pädokriminalität und ritueller Satanismus in der Politik eine Rolle spielen - und wer wollte nach so und so vielen Fällen daran noch zweifeln (Epstein, Savile etc. etc pp.) - wie wollen die katholische Kirche und der Jesuitenorden in dieser Politik dann eigentlich noch Mitspieler sein, wenn sie nicht die gleichen Methoden anwenden? Wie sonst sollte es auch denkbar sein, daß die katholische Lobby immer noch so unglaublich viel Einfluß in der Politik hat? Ohne einen solchen Einfluß wäre die Psychosekte Jesuitenorden ja längst verboten worden, wäre ein Papst Joseph Ratzinger längst vor Gericht gestellt worden.

Auch ist die christliche und katholische Lobby in allen Parteien - einschließlich der AfD - außerst einflußreich, selbst in der SPD, wo es aufgrund dieser Lobby bis 2022 (!!!) keinen laizistischen Arbeitskreis geben durfte (Wiki). Für die CDU/CSU muß der Einfluß dieser Lobby ja nicht großartig belegt werden. Neuerdings ist diese Einflußnahme auch wieder durch den Youtuber Erik Ahrens thematisiert worden (GAj2025). Aus katholischer Ecke stammen Götz Kubitschek und Ellen Kositza. Karlheinz Weißmann ist von Kubitschek als der "katholischste Protestant" gekennzeichnet worden, den er je kennen gelernt habe. Über all diese Dinge ist hier auf dem Blog schon in früheren Jahren viel geschrieben worden (Schlagwort Rechtskatholisch). Und dieser Umstand ist durch Erik Ahrens einmal erneut voll bestätigt worden. Ebenso "Vordenker" wie Alain de Benoist sind als solche katholischen Einflußnehmer erkennbar geworden (GAj2015). Und auch das sind alles immer nur Spitzen von Eisbergen ....

Der katholische Hintergrund ist auch bei einem der intellektuell Fähigsten in der AfD völlig klar, nämlich bei Maximilian Krah. Dieser hat früher ausgerechnet für die Pius-Bruderschaft als Rechtsanwalt gearbeitet.

Abb. 4: Der "Leidensweg Christi" - Vorform von Snuff-Videos? - Ab dem 10. Jahrhundert wurde Jesus Christus nicht mehr nur als der "triumphierende", "siegreiche" Christus triumphans dargestellt, sondern zunehmend auch als der "leidende" Christus patiens - Damit wurde das Bildprogramm der katholischen Kirche zunehmend zu einer Vorform von Snuff-Videos*)

Diese Berichte Überlebender von ritueller Gewalt in der katholischen Kirche müssen jedenfalls ernst genommen werden und als ein wichtiges, fehlendes Puzzle-Teil Beachtung finden.

Am wichtigsten aber wird die moralische Einordnung all dieser Dinge sein: Keiner der Täter kann - womöglich - wirklich etwas dafür, da es sich - so wie es in den vielen Berichten beschrieben wird - um ein sich selbst perpetuierendes Terror-System handelt, in das die Täter in der Regel von der Kindheit oder von der frühen Jugend an hinein wachsen, mit Terror hinein gepeitscht worden sind oder in das sie aufgrund unglücklicher Umstände hinein verführt worden sind. Wer würde sich in solchen Kreisen wirklich "freiwillig" bewegen wollen? Wer würde "freiwillig" in solchen Kreisen agieren wollen, aus ihnen heraus handeln wollen? Diese Überlegungen setzen die sonst üblichen moralischen Beurteilungskriterien völlig außer Kraft. Im Grunde sind die Täter ja ebenso zutiefst bemitleidenswerte Sklaven wie die Opfer.

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*) Es mutet fast folgendermaßen an: Um so mehr Schwarze Pädagogik, systematische sexualisierte Gewalt, Foltern und Morden ins Geheime verlagert wurden (siehe z.B. Gilles de Rais, ca. 1405-1440), um so mehr trat damit eine Folterszene und eine Vorform von Snuff-Video in den Mittelpunkt des öffentlichen Bildprogramms der katholischen Kirche: Der "Leidensweg Christi". - - - Zur Erläuterung: Gilles de Rais (Wiki) war ein bretonischer Adliger, Heerführer und ehemaliger Kampfgefährte von Jeanne d’Arc. Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges zog er sich auf seine Ländereien zurück und war einer der reichsten Männer Frankreichs. Er unterhielt einen großen Hof. Die Strafverfolgung gegen ihn setzte erst ein, nachdem er einen Priester gefangen genommen hatte. Gilles de Rais ist 1440 in Nantes wegen Kindesmords, Satanismus und okkulter Praktiken verurteilt und gehängt worden. Laut den damaligen Prozessen soll er Dutzende bis Hunderte von Kindern mißbraucht und getötet haben. Mindestens ein namentlich bekannter Mittäter kam aber ungeschoren davon. Ob die Geständnisse von Gilles de Rais der Wirklichkeit entsprachen, konnte nie geklärt werden. Immerhin wurde derartiges aber für plausibel gehalten. Gut denkbar, daß er - wie auch sonst oft üblich - nur als ein Einzeltäter vorgeschoben worden ist, als ein "Sündenbock", während es eine viel umfangreichere, organisierte Tätergruppe gegeben hat, die hinter seinem Rücken im Verborgenen blieb und bis heute völlig im Dunkeln geblieben ist.
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  1. Weisfeld, Michael: Falsche Erinnerung - Doku über False Memory und sexuelle Gewalt. SWR/ARD 2023
  2. Im Namen des Teufels Rituelle Gewalt in satanistischen Sekten (Yt2013)
  3. Fobbe, Sebastian: Das Bistum und der Satanismus (Rums2023) 17.10.2023

Montag, 10. Februar 2025

Pfaffenmief im Weserbergland

- und die "Neue Rechte" in Deutschland
Klerikale Einflüsse auf die Politik - In Deutschland und weltweit

Für diesen Blog war es immer schon sehr verstörend, daß die heutigen Vordenker der "Neuen Rechten" die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über das Sein und Werden der Völker weltweit so außergewöhnlich sparsam zur Kenntnis nehmen wollen und sich so außergewöhnlich sparsam darum bemühen, diese in den politischen Diskurs einfließen zu lassen. Seit Jahrzehnten. 

Abb. 1: Kloster Buchhagen im Weserbergland - Mönche vom Berg Athos in Griechenland

Die Gründe dafür werden sofort deutlich, wenn man sich klar macht, welche geistigen, spirituellen Hintergründe hinter den Vordenkern der Neuen Rechten stehen. Diese sind so verquastet klerikal, daß die geringe Freude an den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Menschsein, zu unserer Welt und zu dem Sein und Werden der Völker nichts weniger als folgerichtig ist.

Es stehen Kräfte hinter der Neuen Rechten, die die gesamte moderne Welt seit dem Mittelalter ablehnen. Es sind das sehr viele orthodoxe Klerikale und es sind das viele katholische Klerikale. Derselbe Umstand gilt übrigens auch für die wachsende, rein demographische Macht des orthodoxen Judentums im modernen Israel und weltweit. Die ultraorthodoxen Juden interessieren sich Null Komma nichts für alles "Moderne". Für sie zählen keine Schulbildung, keine Universitäten, sondern allein die religiösen Schriften des Judentums. So auch die Klerikalen in der katholischen, in der evangelischen, in den orthodoxen oder in den freikirchlichen Gemeinden. Dieser Umstand ist so verstörend und irritierend und erschreckend, daß man sich diesen gar nicht oft genug vor Augen führen kann. Welcher "Macht" dienen all diese Kräfte? Dem Mittelalter? Zutiefst gruselig und unheimlich.

Warum spielen naturwissenschaftliche Argumente noch heute innerhalb der AfD so gut wie keine Rolle, ja, sind tabuisiert und verpönt wie es schlimmer nicht gehen kann? Warum haben konservative Christen wie Beatrix von Storch in der AfD einen solchen großen Einfluß? Um all das besser zu verstehen, ist jüngst ein neues Puzzle-Teil bekannt geworden (1, 2).

Mönchsgezänk am Berg Athos in Griechenland

Das "sagenumwobene" Kloster am Berg Athos (Wiki) in Griechenland - es ist schon seit Jahrhunderten ein religiös und politisch sehr einflußreiches Kloster. 

So wie seit Jahrhunderten in allen orthodoxen Kirchen Osteuropas ein Kampf geführt wird darüber, ob sich diese Kirchen der Oberherrschaft des Papstes in Rom unterwerfen sollen - wie das die Jesuiten wollen - oder ob sie die Oberherrschaft des Patriarchen von Moskau anerkennen sollen, so wird dieser Kampf auch innerhalb des Klosters auf dem Berg Athos - noch bis heute - in aller Schärfe geführt. Auch der orthodoxe Patriarch der Ukraine in Kiew hat sich schon vor Jahrhunderten der Oberherrschaft des Papstes in Rom unterworfen. Am Berg Athos jedoch - und anderwärts - gibt man sich weiterhin sehr, sehr "störrisch".

Die - nicht selten pädokriminellen - Päpste in Rom und ihre fanatische Jesuiten-Truppe wollen also nicht nur jede Menschenseele weltweit und insbesondere auch in Rußland, sondern auch die Mönchsgemeinde auf dem Berg Athos schon seit Jahrhunderten unter ihre Oberherrschaft bringen. So hat es Mönchsgezänk auf dem Berg Athos schon seit Jahrhunderten gegeben, Mönchsgezänk, das dumpf-muffig mittelalterlich anmutet, in das sich aber - bezeichnenderweise - einflußreiche weltliche Mächtige bis heute immer wieder einmischen. Über die heutige Situation im Kloster auf dem Berg Athos heißt es (Wiki):

Auch noch im Jahr 2022 galt (...) der unbestrittene Einfluß der russischen Kirche auf die Mönchsrepublik als erheblich und Rußland versuche, den kulturellen Einfluß auf den Norden Griechenlands auszuweiten. Russische Staatsbeamte und Oligarchen versuchten mit Spenden, bestimmte Geistliche und die russische Präsenz zu stärken. Es wurde über falsche Mönche berichtet und den Kampf gegen Kriegspropaganda auf russischen Websites, welche „Vertreibungen“ russischer Mönche herbeischrieben.

Rund um den Berg Athos schwelt mithin derselbe religionsimperialistische, fanatisch geführte Pfaffen-Zank zwischen Moskau und Rom, wie er auch sonst über ganz Europa, bzw. Eurasien hinweg seit Jahrhunderten zu beobachten ist, und worauf wir in früheren Beiträgen hier auf dem Blog schon den einen oder anderen Blick geworfen haben (s. GAj2010, GAj2021, a). Über den Berg Athos lesen wir noch detaillierter (Wiki):

Für internationale Schlagzeilen sorgte im Dezember 2005 die Besetzung des Konáki (Sitz des Vorstandes der Mönchsrepublik) durch 20 Mönche des Klosters Esfigménou. Damit protestierten sie gegen den Beschluß der übrigen 19 Klöster, die Vertretung ihres Klosters in den Gremien der Mönchsrepublik nicht mehr anzuerkennen. Ausgelöst wurde der Eklat nach jahrzehntelang schwelender Krise 2003, als die Mönche von Esfigménou dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel „Verrat an der Orthodoxie“ vorwarfen, weil er mit der römisch-katholischen Kirche Gespräche aufgenommen hatte. Daraufhin forderte der Patriarch die Rebellen zum Verlassen der Mönchsrepublik auf. Die Mönche von Esfigménou ignorierten die Forderung. Im Dezember 2006 kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, als gemäßigte Mönche versuchten, den besetzten Verwaltungskomplex zu räumen. Es gab eine Handvoll Verletzte, aber die Besetzung dauert an. Die griechische Regierung bot Polizei- und Militärhilfe an, was vonseiten der Mönche abgelehnt wurde. Im August 2008 drohten die Mönche damit, sich und ihr Kloster in die Luft zu sprengen, falls die Polizei versuche, es zu räumen. „Orthodoxie oder Tod“ ist denn auch das Motto dieser auch Zeloten genannten Mönche der GOC (Kirche der wahren orthodoxen Christen Griechenlands).
Die Mönche hielten die Räumlichkeiten auch im Jahr 2022 besetzt. Auf Nachfrage der NZZ beklagte Abt Bartholomäus die klandestinen Bewegungen der Unterstützer illegal über die Landesgrenzen; niemand wisse genau, wer sich in dem besetzten Gebäude verstecke.

Mönchsgezänk also vom Allerfeinsten. 

Auf den ersten Blick könnte man denken: Alles weit weg, nicht unsere Welt. - - - Aber: Von wegen! Diese Mönche wollen Europa zu ihrem Glauben bekehren und missionieren eifrig. Und sie sind damit so erfolgreich, daß über ihre abstrusen Missionsbemühungen nicht nur TAZ und Neues Deutschland berichten, sondern auch Vordenker der Neuen Rechten in sie involviert sind.

"Reconquista" - Ein orthodoxes Missionskloster für Deutschland

So gab es da beispielsweise den bulgarischen orthodoxen Metropoliten Simeon (1926-2016) (Wiki), der viele Jahrzehnte als orthodoxer Missionsbischof in Westeuropa tätig war. Über seinen religiösen Werdegang ist zu erfahren, daß er 1957 in Moskau Theologie studierte (Wiki),

... wo er am 8. Oktober 1958 vom Moskauer Patriarchen Alexius I. zum Mönchspriester geweiht wurde.

Dieser Metropolit unterstand also dem Patriarchen von Moskau - nicht dem Papst in Rom. Seit 1980 war er "Missionsbischof" der bulgarisch-orthodoxen Kirche - und damit auch des Patriarchen von Moskau - in Westeuropa (Wiki). Als solcher entfaltete er Wirksamkeit an Standorten wie Budapest, Wien, Berlin und andernorts.

Als dieser Missionsbischof hat dieser Herr Simeon 1994 nun das bislang einzige bulgarisch-orthodoxe Missionskloster in Westeuropa eingeweiht, nämlich das "deutsch-orthodoxe" Kloster Buchhagen (Wiki) im Weserbergland. Sein "Abt" ist ein Mensch, der mit bürgerlichem Namen Johannes Pfeiffer (geb. 1955) heißt und aus Hofgeismar in Hessen stammt. Und vermutlich war auch damals schon Götz Kubitschek (geb. 1970) (Wiki) dabei, der sehr umfangreich in den Aufbau dieses Klosters involviert ist - wie neuerdings bekannt geworden ist (1, 2). Der Johannes Pfeiffer hat lange unter den Mönchen auf dem Berg Athos in Griechenland gelebt. Vermutlich ja doch insbesondere auch unter solchen Mönchen, wie sie seit 2006 mit dem Schlachtruf "Orthodoxie oder Tod" das Verwaltungsgebäude des Klosters gewaltsam besetzt halten und damit drohen, sich mit dem gesamten Gebäude in die Luft zu sprengen. Diese wunderliebsten Leute. Dieser Johannes Pfeiffer nennt sich also "Abt". Und Götz Kubitschek unterwirft sich ihm. Man kommt ja fast auf den Gedanken, daß Götz Kubitschek und manche seiner Freunde dann nicht nur "Raki am Igman" getrunken haben (s. Amaz), sondern auch den Berg Athos besucht haben werden. Ehrfürchtig. Ohne Raki.

Götz Kubitschek - Einem orthodoxen Abt vom Berg Athos unterworfen

Mitbegründet und sehr engagiert in seinen Aufbau ist also niemand geringerer als Götz Kubitschek, der langjährige "Vordenker" der Neuen Rechten in seinem Tagungszentrum Schnellroda (1, 2). Ob zu dem Unterstützerkreis dieses Klosters nicht auch Jürgen Elsässer gehört, der sich doch auch schon seit Jahren zur "Orthodoxie" hingezogen fühlt, kann an dieser Stelle einstweilen offen bleiben. Er bewegt sich in jedem Fall religiös in ähnlichen Zusammenhängen. Es werden aber gewiß noch zahlreiche andere Leute sein, die im politischen und vorpolitischen Raum tätig sind, und die solchen Klerikalen Ehrerbietung zeigen.

Der langjährige rechte französische "Vordenker" Alain de Benoist (geb. 1943) (Wiki) versteht sich ja in ähnlicher Weise schon seit vielen Jahren mit dem russischen Vordenker Alexander Dugin so herzerwärmend gut (GAj2015, a) - warum sollten da seine deutschen Freunde Karlheinz Weißmann oder Götz Kubitschek auch so ganz und gar anders gestrickt sein? Karlheinz Weißmann hätte von seinem Wohnort Northeim aus auch einen viel kürzeren Weg zum Meditationszentrum Kloster Buchhagen. 

Es wird zu berücksichtigen sein, daß sowohl der Patriarch von Moskau wie auch die Mönche vom Berg Athos in Verbindung stehen mit der Priesterkaste von Tibet, die nach außen hin durch den Dalai Lama repräsentiert wird, der nun wieder auch gute Kontakte aufrecht erhielt etwa zu einem Jörg Haider in Kärnten (wenn wir uns recht erinnern) (GAj2012). 

Man mag sich in diesem Zusammenhang auch an Äußerungen von Ernst Jünger, Friedrich Hielscher oder Hermann Hesse erinnern (die alle hier auf dem Blog schon behandelt worden sind), nach denen Angehörige östlicher oder westlicher Priesterkasten oft über die jeweiligen "Machtgrenzen" hinweg im friedlichem Gespräch miteinander stehen würden. Etwa in Berliner Cafe's oder in Freimaurerlogen. Vermutlich auch öffentlich, etwa so, wie sich der Atheist Jürgen Habermas mit dem - im weltlichen Bereich nie verurteilten Pädokriminellen - Josef Ratzinger unterhalten konnte.

Missionsversuche unter "Neuen Rechten"

Nun gibt es da den einstmals "links-", heute "rechtsorientierten" politischen Aktivisten Erik Ahrens (geb. 1994) (Wiki), der neben anderer Verwandtschaft in Griechenland auch eine griechisch-orthodoxe Großtante hat, mit der er schon früher griechisch-orthodoxe Gottesdienste besucht hat.

In einem neuen Video berichtet er von Geschehnissen aus dem Mai 2019, also von Geschehnissen, die fünf Jahre zurück liegen, und zwar von einem Besuch im Kloster Buchhagen, zu dem er von Götz Kubitschek eingeladen worden war, und der ihn, den Erik Ahrens, offenbar ebenfalls zu Gläubigkeit und Pfaffen-Verehrung bekehren wollte (1, 2):

"Der Kubitschek betreibt da dieses Kloster oder ist Teil dieses Klosters. (...) Er fährt da sehr oft hin und er hilft seit Jahrzehnten, dieses Kloster aufzubauen. Er hat mich eingeladen, da doch auch mal hinzufahren."

Und über den "Abt", den Herr Pfeiffer aus Hofgeismar, sagt er (1, 2): 

"Götz Kubitschek unterwirft sich ihm spirituell. Das heißt, hier ist das innere geistige Zentrum der Neuen Rechten." "Hier kommen die Ideen her."

Und (1, 2):

"Alles, was die Neurechte predigt, kommt von dem."   

Und (1, 2):

"Er will einen deindustrialisierten, mitteldeutschen Agrarstaat, im besten Fall feudal, so eine Art völkische, christliche Bauernromantik" 

Ahrens spricht von einem "deutsch-orthodoxen Sektenkult", zu dem er auch Martin Sellner zählt, der den Götz Kubitschek "Chef" nennen würde. Es hat schon 2019 Streit gegeben zwischen Ahrens und Kubitschek, nämlich darüber, daß der AfD-Politiker Maximilian Krah aus der rechtskonservativen Fraktion des Europäischen Parlamentes ausgeschlossen wurde. Seither scheint der Haussegen zwischen Kubitschek und Ahrens schief zu hängen und Ahrens plaudert solche Missionsversuche aus und äußert sich auch sonst äußerst abfällig über die Aktivitäten der Leute in Schnellroda (1, 2):

"Was ihr macht, ist GZSZ, was ihr macht, ist Fake."  

Nun, dieser Blog sieht das schon seit vielen Jahren so (GAj2018). Die ganze "konservative Revolution" dient im Wesentlichen nicht dazu, Völker erhaltende, sondern Völker zerstörende Ziele zu verfolgen. Nämlich solche, wie sie in klerikalen Kreisen schon seit Jahrhunderten verfolgt werden. In dem Kloster Buchhagen leben nur wenige Mönche. Aber es gibt einen größeren Unterstützerkreis von Seiten offenbar "gläubiger" Menschen und Familien rund um dieses Kloster herum. "Viele junge Männer" kommen immer wieder zu Besuch in dieses Kloster. Frauen sind dort - offenbar - weniger erwünscht. (Vielleicht gibt es für die ja Nonnenkloster und sonstige Schwestern-Zirkel, die noch nicht bekannt geworden sind.)

Ein Bericht über das Kloster auf dem Berg Athos, 1920/1961

Frauen dürfen auch das Kloster des Berges Athos nicht betreten. Der griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis (1863-1957) (Wiki) gab 1961 sein aufgesetzt-tiefsinniges Buch "Rechenschaft vor El Greco" heraus. Es war das jene aufgesetzte Tiefsinnigkeit, die in den 1950er und 1960er Jahren in der westeuropäischen Literatur so üblich war, und die sich heute oft außerordentlich unangenehm liest in all ihrer Aufgesetztheit. In dem Kapitel "Berg Athos" berichtet er über einen Besuch, der zu jenem Zeitpunkt schon vierzig Jahre zurück lag, der also Anfang der 1920er Jahre stattfand:

Wir betraten den heiligen Boden; die Mönche am Landungskai prüften mit geübtem Auge jeden einzelnen, der an Land ging, ob er eine Frau in Männerkleidung sei. Seit tausend Jahren, da der Heilige Berg der Jungfrau geweiht wurde, hat kein Frauenfuß den Boden betreten, kein Frauenatem die Luft entweiht. (...)
"Und hat niemals eine Frau den Heiligen Berg betreten?" fragte ich. 
"Niemals, niemals", antwortete der Ältere und spie in die Luft. "Geh hinter mich, Satan," murmelte er.

Manchmal würden Frauen trotzdem versuchen, in Männerkleidung ins Kloster zu kommen. Aber die Mönche würden sie sofort erkennen, nämlich am Geruch:

"Riechen Frauen denn anders, heiliger Vater?" fragte er ihn. "Wie denn?"
"Wie Stinktiere", antwortete der Alte und beschleunigt den Schritt.  

Wir merken: Wir begegnen hier dem Tiefsinn auf höherer Ebene. Statt daß der Autor nach einer so ekelhaften Begegnung stante pede diesen zutiefst ekelhaften Boden wieder verlassen hätte, führte er seine "Pilgerreise" fort - und zwar, wie es heißt: "verzückt und glücklich". Der ganze Bericht, der sich über viele Seiten hinzieht, liest sich abscheulich. Es findet sich auch folgender Wortwechsel, der trotz seiner sehr eindeutigen Andeutung kommentarlos stehen bleibt:

"Hast du jemals, heiliger Pförtner, den Teufel gesehen?" fragte wiederum mein Freund.
"Und ob ich ihn gesehen habe! Natürlich habe ich ihn gesehen."
"Wie sieht er aus?"
"Bartlos, mollig, zarthäutig, zwölf Jahre alt."

Es ekelt und würgt einen, wohin man in diesem Bericht blickt. Überall nur solcher - - - "Tiefsinn". 1961. "Geh hinter mich, Satan," möchte man in der Tat dauernd nur zu all dem Ekelhaften sagen.

"Rechte" wie "Linke" - Mit Blick zum Patriarchen von Moskau?

Spätestens seit 2003 hat der der "Abt" Pfeiffer und sein Missionskloster von Mainstream-, und vor allem linksorientierten Presseorganen keineswegs nur keine oder bestenfalls spöttische oder neutrale mediale Anteilnahme erhalten. Im Gegenteil: Ehrfurchtsvolle (s. Welt2003, TAZ2003, NeuesDtschld2008). Von kritischer Berichterstattung bislang in solchen Presseorganen keine Spur. Peinlich, oder, TAZ? Hat der Abt Johannes euch etwas vorgegaukelt? Auch euch? Kann doch wohl nicht sein? Götz Kubitschek baut dieses Kloster auf und linke Presseorgane berichten positiv über dasselbe. Dann versteht man womöglich auch, warum ein Jürgen Elsässer so leicht zwischen "links" und "rechts" changieren kann ....  

Bemerkenswert ist womöglich auch eine Stelle in dem Literaturverzeichnis des Wikipedia-Artikels zum Kloster Buchhagen (Wiki):

Archimandrit Johannes: Vom Mysterium des Mönchtums. Verlag des Klosters Buchhagen, 2012, ISBN 978-3-926236-16-6 (64 Seiten).
Auf Veranlassung des Patriarchats von Moskau und der ganzen Rus ins Russische übersetzt:[30] Схиархимандрит Иоанн: О таинстве монашества, 2016

Nachfolger des Metropoliten Simeon ist seit 2013 der sicherlich ähnlich glaubensfeste Metropolit Antonij (geb. 1978) (Wiki). Über diesen heißt es  (Wiki):

Am 27. November 2021 traf sich Metropolit Antonij bei einer Privataudienz mit Papst Franziskus. Diesem war er bereits bei Franziskus’ Bulgarienreise 2019 begegnet.

Wir können nur innigst hoffen, daß er bei solchen Gesprächen keinen "Verrat an der Orthodoxie" begeht. Aber traue niemals. Satan ist überall ... 

Wir selbst hatten Leute wie Alain de Benoist, Götz Kubitschek, Ellen Kositza oder Karlheinz Weißmann bislang als "Rechtskatholiken" eingeordnet. Sind sie vom Jesuitenorden als Sturmtruppe aufgestellt worden, um die Machtbasis des Patriarchen von Moskau zu untergraben durch freundliche Gespräche mit Alexander Dugin und Konsorten? Man soll auf diesem Gebiet nichts für unmöglich halten. "Falsche Mönche" gibt es überall. Und falsche "Nonnen" sowieso. Patriarch von Moskau hüte dich, der Jesuit verkleidet sich in die unmöglichsten Gewänder. Manchmal in die Gewänder von "Rechtsintellektuellen".

Aber vielleicht nimmt das Kloster Buchhagen auch ganz offiziell eine Art "Mittler"-Stellung, "Vermittler"-Stellung ein zwischen den beiden stark verfeindeten, miteinander im Bekehrungskrieg stehenden Priesterkasten, nämlich der Päpstlich-jesuitisch-westlich-orthodoxen und der Moskau-orthodoxen. Vielleicht ködert man auch junge Männer, die katholisch aufgewachsen sind - wie Götz Kubitschek -, damit, daß sie in der orthodoxen Kirche alles als viel "ursprünglicher" vorfinden würden als in der auf Abwege geratenen katholischen Kirche. Am Berg Athos erkennt man den Satan ja noch am Körpergeruch. Das ist doch was!   

Es kann also - wie wir unterstellen möchten - auch sein, daß sich hier der Jesuitenorden als "deutsch-orthodox" tarnt, um - auch - über dieses Kloster sowohl in den Bereich der Neuen Rechten in Deutschland als auch in die russisch-orthodoxe Kirche in Osteuropa hineinzuwirken (was er ja auch sonst auf vielerlei Art in so gut wie alle Richtungen hin über die möglichsten und unmöglichsten Vertarnungen hinweg tut). Es kann aber auch heißen, daß das Moskauer Patriarchat sich hier einen Kommunikationskanal offen hält, über den es hofft, seinen Machtbereich - im Sinne von Alexander Dugin und Co - weiter nach Westen ausdehnen zu können.

Die moderne Welt ist auf einem Abgrund von klerikalen Bestrebungen errichtet. Die Gefahr, daß sie in diesen Abgrund hinein stürzt, war in keinem Geschichtsabschnitt der Neuzeit größer als im heutigen.

Spiegel TV fragt erstmals kritisch nach ....

/ Nachtrag, 28.2.25: In einem Beitrag wird betont, das Kloster Buchhagen sei ein ganz und gar unpolitischer Ort. Zu behaupten, in und mit dem Kloster würden politische Ziele verfolgt, würde das Kloster "beschmutzen" (3). Das hört sich sehr genau danach an, als ob sich jemand stark angegriffen fühlt. Und die Ausflüchte verfangen nicht. Auch im Kloster von Berg Athos geht es ja - offensichtlich - nicht völlig unpolitisch zu. Seit wann wäre Religion, zumal christliche Religion, jemals "unpolitisch" gewesen. In diesem Zusammenhang kann man sich gerne auch einmal den vielsagenden X-Account des Klosters selbst ansehen (X/Deutschorthodox). Entgegnung zu erstgenannten Beitrag hat es auch gegeben (Yt6.2.2025). / 

/ Nachtrag, 5.3.2025: SpiegelTV hat auf all das überraschend schnell reagiert. Im Verlauf des Februar 2025 hat ein Team das Kloster Buchhagen besucht und den dortigen Abt vor laufender Kamera zu Stellungnahmen gedrängt (4). /

/ Ergänzt durch Ausführungen 
zu Kazantzakis: 16.2.25
zu Jonathan Rudolph: 28.2.25 / 

________

  1. Ahrens, Erik: Mit Kubitschek im Kloster (das Geheimnis von Schnellroda), 3.2.2024 (Yt2024) (Kurzfassung)
  2. Ahrens, Erik: VRIL-Talk: Bericht aus der Unterwelt (mit Kubitschek im Kloster), 3.2.2024 (Yt2024) (Langfassung)
  3. Rudolph, Jonathan ("einwaldgaenger"): Ahrens, Kubitschek und das Kloster - eine Klarstellung (X, 5.2.2025)
  4. Neumann, Henrik: Pilgerort für Rechtsextreme - Kubitscheks Denkfabrik. SpiegelTV, 26.02.2025 (Yt)

Samstag, 14. November 2020

Völkisch-katholische Okkultlogen, die sich als "verlorene Stämme Israels" ansehen

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott." 

Seit mehr als einem Jahr kommentiert auf unserem Videokanal ein Mensch, der sich das Pseudonym "Flamme des Herrn" gibt, der indogermanische Stämme als "verlorene Stämme Israels" deklariert, der - scheinbar - Männerorden toll findet (was ja naheliegend ist, wenn man sich als verlorenes Priestervolk ansieht), und der als Leitspruch auf der Kanalinfo seines Videokanals verzeichnet hat (Yt):

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott."

Abb. 1: Anbetung der jüdischen Bundeslade - Macht Sinn, wenn du zu einem "Verlorenen Stamm Israels" gehörst (Wiki)

Das ist ein Bibelspruch aus dem Alten Testament, aus dem 5. Buch Moses. Als Vorstellungsvideo hat er auf seinem Videokanal ein Lied aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon eingestellt ,"Flamme empor". Zusammen genommen mit dem Leitspruch darf man sich da schon so einiges dabei denken. Aber lassen wir das. Er hat bislang - seit 2017 - elf Videos hoch geladen - bzw. wohl zumeist von anderen Kanälen neu hoch geladen - und zwar mit folgenden Titeln:

  1. Der Volkslehrer - Gastbeitrag Der Völkermord auf den Rheinwiesen überlebt Teil 1
  2. Bill Gates kapert Deutschland!
  3. Polizeigewalt in der BRD - Coronadiktatur
  4. Eurabia - Eine Kolonie des Islam
  5. Diä Chatz chund widär (Katze kommt wieder)
  6. Das Netz - Dokumentation über den "Unabomber"
  7. EVOLUTION - Fehler in der Evolutionstheorie
  8. Windkraftanlagen sind der TOD
  9. Geschichte des nordisch-atlantischen Menschen
  10. Die Radioaktivitätslüge 3/3 (zwei Teile)
Aus dieser Auflistung ergibt sich thematisch keine rote Linie, sie wirkt zusammen gewürfelt und soll wohl anzeigen, daß man sich breit im Bereich der "alternativen Öffentlichkeit" umgetan hat und dort für vieles "Interesse" hat. Welches auch immer. Als "verlorener Stamm Israels" muß man ja nach anderen "verlorenen Schafen" sehen, nicht wahr ....

Sieht man nun die Kommentare durch, die ein solcher Mensch im Lauf des letzten Jahres auf meinem Youtube-Kanal hinterlassen hat, schält sich das Bild heraus, daß es sich um einen Katholiken handelt, der manche Sympathien mit Rudolf Steiner äußern kann, der sehr zwiegespaltene Sympathien äußern kann gegenüber dem europäischen Heidentum, der den "nordisch-atlantischen Menschentypus" toll findet, der aber nichts übrig hat für den Islam oder den - so, so: "verjudeten" - Protestantismus, dessen Einstellungen aber insbesondere kulminieren darin, daß er .... Männerorden toll findet.

Daß man als "verlorener Stamm Israels" und mit einem Bibelspruch aus dem Alten Testament als Leitwort, sich besser einmal - wenn schon - dann selbst die Charakterisierung "verjudet" geben könnte - geschenkt. Synkretismus ist angesagt, wenn es um Männerorden und um Herrschaft geht. Wer interessiert sich schon für solche Widersprüche? Das kann alles gut zusammen gebracht werden. Es kommt nur auf ausreichend willkürliche Argumentation an. Aber - warum, warum, warum, warum - muß sich ein solcher Mensch ausgerechnet auf unseren Videokanal verlieren? Warum? ??? Hat er nichts Besseres zu tun? Scheinbar nicht. Es gilt, verlorene Schafe im Auge zu behalten, sie in "verlorene Stämme Israels" zu integrieren, scheinbar ....

Heidnisch, katholisch, alttestamentarisch, anthroposophisch .... ? Dieser Mensch wird sich doch wohl nicht im Umfeld jesuitischer Okkultorden bewegen? Solchen Orden, die sich einstmals - vor 1945 - zum Beispiel Skladenorden nannten? Ach, nicht doch, alles Verschwörungstheorie. Und eines ist sicher: Diese "Flamme des Herrn" gehört nur den unteren Rängen an. Er soll sich die Argumentationsweisen verlorener Schafe anschauen und - ggfs. - darüber referieren, gerne auch im Austausch ein wenig für seine Sache - den katholisch-völkisch-anthroposophischen Okkultorden - Werbung machen. 

Zu "Turkvölker, Indogermanen ..." 

Gehen wir gegenchronologisch seine Kommentare im letzten Jahr durch. Zu dem Video "Turkvölker, Indogermanen ..." fügte er vor fünf Tagen zunächst erläuternd hinzu, was im Video nur kurz angedeutet worden war, nämlich zur Herkunft des Odinsglaubens bei den Germanen:

"Wanen = Narten"

Dann schrieb er:

"Skythen und Sarmaten sind die verlorenen Stämme Israels."

Hier wird schon erkennbar, daß wir einer in seinem völkischen Okkultorden gelehrten Kernlehre mit unserem Video sehr nahe gekommen waren. Wir empfanden das aber eher als einen sehr lustigen Gedanken und antworteten:

"Ich kann mir aber auch überhaupt NICHTS anderes denken als DAS. .... Ähm ..... aber wer gehört eigentlich noch mal NICHT zu den 'verlorenen Stämmen Israels'? - ??? Wenn man die ganze Welt zu seinem Nationalgott (Jahweh) bekehren will (und das ist ja das erstrebte Ziel des Alten Testaments), dann macht es Sinn, jedem Volk ein kleines Stück von jener 'Auserwähltheit' abzugeben, die man sich selbst zuspricht (als 'Volk Gottes', als einziges) und dann darf jede Nation und ihre 'Eingeweihten' sich einmal als ein 'verlorener Stamm Israels' fühlen und dabei natürlich als etwas ganz, ganz Tolles und Besonderes. Fast als so toll und besonders wie das eigentliche 'Volk Gottes'. Viel Vergnügen dabei. Ja, es darf sich noch mehr fühlen - - - es darf sich - dann - fühlen als: 'Flamme des Herrn'!!!! :-) 

... Im Sturmschritt voran. 

Darauf antwortete "Flamme des Herrn":

"Also zu deinen letzten Worten: Ist es nicht aktueller Forschungsstand der Archäologie und Geschichtswissenschaft, daß die Indogermanen patriarchale Gesellschaften waren? Daß es die indogermanischen Reitervölker waren, welche das Patriarchat nach dem heutigen Europa gebracht haben?"

Wir verstanden die Zielrichtung dieser Bemerkung erst nicht und antworteten:

"Hm, eine Hypothese, ja. Wieso?"

Darauf "Flamme des Herrn":

"@Ingo Bading Weil du die Existenz von Männerbünden bei den Indogermanen so selbstverständlich zu verneinen scheinst.... Ich denke, daß es bei patriarchalischen und kriegerischen Gesellschaften eher wahrscheinlicher ist, daß solche Männerbünde existieren als nicht."

Das rief bei uns erneut ziemlich viel Belustigung hervor. Immerhin sind wir hier in den Kernbereich der ideologischen Lehren mancher völkischer Okkultlogen geraten. Und es mag ja sinnvoll sein, wenn man Menschen, die zu solchen Lehren und Orden neigen, doch noch einmal vor Augen führt, was dazu zu sagen wäre:

Grins, scherz, lächel. Und warum mußt das jetzt gerade DU sagen? Na, da paßt ja - wieder einmal - alles zusammen, oder? Oh, diese Männerbünde. Herrje, sind DIE WICHTIG!!! Es MUSS sie geben bei den Indogermanen, denn warum sollten sonst HEUTE Nachfahren der Indogermanen Männerbünde WICHTIG finden und bei ihnen mitmachen wollen, nicht wahr? Als "verlorener Stamm Israels", nicht wahr? Als "Flamme des Herrn", nicht wahr? Oh, oh, oh. Ich kann das schon verstehen. Aber so was von .... Das ist schon alles sehr, sehr wichtig. Ich bin da ja so was von empathisch. Man glaubt es kaum.

Aber zugleich stehe ich VÖLLIG auf Seiten des Nordisten und Religionshistorikers Bernhard Kummer, der genau diesem Gedanken, der sich während des Dritten Reiches so grassierend ausbreitete (WARUM WOHL?), der genau DIESEM Gedanken mit Vehemenz entgegen trat zu jener Zeit öffentlich (neben natürlich so unwichtigen Gestalten wie Erich Ludendorff oder Mathilde Ludendorff), und der gerade deshalb aus der SS heraus (WARUM WOHL?), GERADE aus der SS heraus so viel Gegenwind bekommen hat (sich berufend auf Otto Höfler, glorreichen Angedenkens ...) (1-3).

Archäologisch - wie gesagt - halte ich die These für völlig unbegründet (1) (bitte erst mal nachlesen und dann weiter reden).

Insgesamt: Die Indogermanen waren und sind das freiheitsliebendste Volk der Weltgeschichte. IHR Grundgedanke ist die Freiheit und die Gleichheit aller vor dem Gesetz, IHR Grundgedanke ist ECHTE Demokratie. Was man bei den Germanen besichtigen kann, in England, in Athen (Antike). Von selbst wären die nicht darauf gekommen, Männerbünde zu gründen. Vielmehr sind sie - unbewußt oder bewußt - zu allen Zeiten die geschworensten Feinde der Männerbünde gewesen. Deshalb werden sie ja so bekämpft und "eingefangen", die Indogermanen, nicht wahr? Von Männerbünden weltweit ....

Daß diese sogenannte "patriarchalische" Grundausrichtung bei den Indogermanen eine gewisse Einseitigkeit dargestellt hat und darstellt - bis heute, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Und vielleicht war es auch nur aufgrund dieser Einseitigkeit den Indogermanen möglich, sich gegen so viele andere Kräfte der Weltgeschichte durchzusetzen und zu behaupten, vielleicht. Aber WENN diese Einseitigkeit heute überwunden werden MÜSSTE, dann ganz bestimmt nicht dadurch, daß der Gedanke des Männerbundes noch höher gehalten werden müßte in Europa als das sowieso schon bald 1.800 Jahre lang geschieht, seit der erste christliche Priester seinen Altar aufgeschlagen hat in römischen Städten am Rhein, ebenso wie sich etwa zeitgleich dort jüdische Gemeinden mit ihrer Erzpriesterschaft etablierten .... 

______ 

  1. Bading, Ingo: 2017, https://studgenpol.blogspot.com/2017/07/kultische-geheimbunde-haben-sie.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kummer
  3. http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/03_beitrag/galle/fs06_galle.html

Seit diesem Kommentar herrscht Funkstille. Seither hat "Flamme des Herrn" nicht mehr geantwortet. Aber dieser Gedankenaustausch ließ den Bloginhaber nun doch noch einmal fragen, was "Flamme des Herrn" eigentlich alles schon zu Videos kommentiert hatte, und welcher "roter Faden" sich da wohl herausstellen könnte ,wenn man das einmal zusammen stellen würde. Und genau das geschieht im folgenden, und zwar gegenchronologisch immer unter dem Titel des jeweiligen Videos, unter dem die Kommentare gesetzt worden waren.

Zu "Inzest ..."

Vor vier Monaten äußerte sich die "Flamme des Herrn" zunächst einmal als so wissenschaftsfern wie nur möglich:

"Ich frage mich immer, woher die Archöologen diese Zahlen haben. Die C14-Methode wurde doch längst als unbrauchbar bewiesen..."

Puh. Warum kommentiert er dann auf meinem Kanal? Was soll das überhaupt?

Zu "Hegel ..."

Flamme des Herrn, vor 4 Monaten:

"YHWH ist der Panentheos!"

Was immer das nun wieder heißen möge und welche religiös-ideologische Kulissenschieberei damit wieder beabsichtigt sein könnte. 

Zu "Erich Ludendorff und die Spanische Grippe"

Im Mai 2020 hat er es mit der "Wertneutralität", er rät uns in Bezug auf Psiram ...

"... zur höchsten Vorsicht und Wertneutralität was die Information selbst anbelangt".

Nun gut, das mag ja für manche noch keine Selbstverständlichkeit sein. Geschenkt. Aber dann gibt er uns folgende hübschen Segensgrüße mit auf den Weg:

"Ach ja: Sollten Sie selbst mal etwas berühmter werden mit Ihrem Kanal, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß auch Sie auf Psiram Ihren persönlichen Artikel erhalten werden. Denn die Hintermänner dieser Plattform sind politisch röter als rot und die Ludendorffs eines deren Feindbilder. Daß Sie sich stets absolut wertneutral und politisch korrekt verhalten und ausdrücken, dürfte dabei wohl kaum eine Rolle spielen.... ;-)

Allvaters Segen!

Wenn einem ein Katholik und jemand, der sich gerne als Angehöriger eines "verlorenen Stammes Israels" ansieht und Männerorden toll findet, Allvaters Segen wünscht, dann darf man sicher viel Segensreiches unter solchen Segenswünschen verstehen .... Hust, hust, hust.

Zu "Unser Immunsystem und die Tiere"

Zu diesem Video schrieb er:

"Danke für das Video, war wie immer sehr interessant und aufschlußreich! 👍🏻"

Und:

"Ja (...) so ein Video fordert dem Gewissenhaften und Tüchtigen viel Zeit ab wenn er nicht geübt ist darin. Mach es weiterhin so wie es dir am besten in die Agenda paßt, denn so wie es jetzt ist, ist es gut. Ich mag deine Videos echt, obwohl ich als Christ bei einigem in der Vergangenheit den Kopf schütteln mußte. Doch deine Themen interessieren mich und ich bin irgendwie fasziniert von M. Ludendorff. Ich lese ihre Bücher und es ist ein Hin und Her zwischen purer Ablehnung und energischer Zustimmung. Wenn man nicht über den epistemologischen Tellerrand guckt, bleibt man in einer unaufhörlichen Selbstspiegelung stecken.... Darum nochmal Danke dafür, daß du hier mit uns deine Erkenntnisse teilst. 👍🏻"

Was man auch immer unter solchen Dankesworten verstehen kann ....

Zu "Wie evoluiert die Intelligenz?"

Zu diesem Video schrieb er:

"Dieser Stream war wiedermal sehr interessant, Herr Bading. Habe mir übrigens Ludendorffs 'Triumph d. Unsterblichkeitswillens' besorgt und gelesen. Diese Frau war wohl gesegnet und verflucht zugleich."

Wir halten fest: "Gesegnet und verflucht zugleich". Und weiter:

"Schade, daß sie so wenig Durchblick und Verständnis hatte was den INDOGERMANISCHEN Allvater Yahuwah anbelangt und den wahren Glauben an Yahushwah Immanuel Massiah, den Erlöser Europas. Das lag wohl am damaligen Zeitgeist und der antichristlichen Indoktrinierung. Das ist sehr schade. Alles andere aber ist ein wahrer Gewinn für jeden spirituellen und philosophischen Leser aus der keltogermanischen Ethnokultur.

Möge der Herr des Lichts auch sie zum wahren Weg anfeuern, Herr Bading!

Allvaters Segen!

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥

🔥🔥🔥"

Ist ja toll, daß da jemand so viel Durchblick und Verständnis hat inzwischen, bezüglich des indogermanischen Jehowah. Dazu muß wohl nichts weiter gesagt werden. Da sind alle Menschen, die heidnischer sind als dieser "indogermanische Jehowah" "gesegnet und verflucht zugleich". Aber man möchte doch meinen: Vorsicht vor einem solchen Segen, mehr noch Vorsicht vor solchen Flüchen ... Und: "Keltogermanische Ethnokultur". Hui ui ui.

Zu "Audio-Guide II"

Das Video handelte vom Schlachtfeld bei Wittstock aus dem Dreißigjährigen Krieg. Und "Flamme des Herrn" hat es scheinbar mit Schlachtfeldern, was man doch interessant finden kann:

"Yahuwahs Feld. Es gibt kein Eigentum an Grund und Boden. Alles gehört dem Schöpfer Yahuwah. Wir sind bloß Mieter in diesem Haus." 

Warum ihm das jetzt gerade bezüglich des Schlachtfeldes eines der blutigsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges wichtig ist, da mag sich jeder selbst seinen Reim darauf machen. Mit den Schlachtfelder haben es die Okkulten ja (wie hier auf dem Blog aufgezeigt wurde anhand des größten Freimaurertempels der Welt in Leipzig). Deshalb verständlich, wenn er weiter voller monotheistischen Eifers sich äußert:

"Möge der Herr des Lichts deine Seele zum wahren Leben durch, mit und in Yahushwah Massiah Immanuel erwecken!

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🕯777🕯 

☀️🌙⭐ 

🔥♥️🔥 

⚔🙏🏻⚔ 

🤚🏻 "

Mit bestem Dank zurück für - solche - "Segenswünsche".

Zu "Heidnisch-germanisch ..."

Über das Christentum wußte er im Dezember 2019 zu sagen:

"Das Christentum hat sich so rasant verbreitet, weil es eben im Gegensatz zu den heidnischen Kulten keine Religion der Eliten war und sich auch gegen das bestehende Herrschaftssystem richtete. Vor allem die Sklaven, von denen es im heidnischen Europa unzählige gab, nahmen den neuen Glauben sofort mit großer Begeisterung an. Das Erfolgsgeheimnis des Christentums war es eben, daß es sich von Oben und von Unten gleichzeitig verbreitete und allen Menschen das versprach (und immer noch verspricht), was sie sich sehnlichst erhoffen. Ganz im Gegensatz zum alten Kult, bei denen man den Geistern immer mehr geben mußte als man von ihnen letzten Endes zurückbekam... Die alten Geister waren eben Ausbeuter, weshalb sie von den heiligen Himmelsscharen des einen Allvaters verdrängt wurden."

Die alten Geister waren Ausbeuter. Nunja. Toll zusammen gestoppelt, die religiöse Ideologie dieser völkisch-anthroposophisch-katholischen Okkultloge. Außerdem:

"Das europäische Christentum von heute hat sich in über tausenden von Jahren kulturell-evolutionärer Vermischung mit den heidnischen Kulten des alten Europa ergeben. Das Meiste des katholischen Glaubens ist in seinem Kern uraltes, alteuropäisches spirituelles Kulturgut. Erst der Protestantismus hat sich dieses europäischen Teils wieder entledigt und das Christentum völlig durchjudaisiert."
Solche Dinge sind ihm also wichtig. Wir halten fest: Protestantismus scheint für ihn "nicht gut" zu sein. Da ist ihm der okkulte, katholisierende Rudolf Steiner schon lieber:

"Rudolf Steiner war ein erleuchteter keltogermanischer Geist. Das wahre Christentum ist die Vollendung der alten heidnischen Kulte. Was unsere Ahnen bereits ahnten, kam im Christentum schließlich vollends ans LICHT. Ragnarök ist nichts anderes als das Aufkommen des einzig wahren Glaubens an den einen dreieinigen Herrn des Lichts im Norden. (Surtr ist Michael)

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥 

🔥🔥🔥"

Wenn im Christentum das ans Licht kam, was unsere Ahnen bereits ahnten, dann fragt sich ja wohl doch, warum wir nach eineinhalb tausend Jahren Christentum so merkwürdig schief in der Weltgeschichte da stehen. Aber dafür wird es sicher eine Erklärung geben. Wir haben halt die Wege des Heils verlassen und uns zu sehr zurück zum Heidentum zurück gewendet (vermutlich). Eine "Anja" hatte zu dem Video geschrieben:

"Taufspruch bei 52:20 min '...verfluche, was du angebetet hast, bete an, was du verflucht hast.'  - hört sich irgendwie wie Satanismus an!? Vielen Dank für dieses Video! ...

Das konnte unser katholisierender Steiner-Jünger so nicht im Raum stehen lassen und mußte schreiben:

"Dieser Tauspruch entstammt der vorchristlichen Religionskultur Europas wie eigentlich das meiste in der christlichen Volksreligiosität und im katholischen Glauben (der noch nicht vom Protestantismus durchjudaisiert und völkisch-kulturell beschnitten wurde)."

Und flugs hat man die vorchristliche Religionskultur Europas zu einer satanistischen gemacht. Daß es dort religiöse Duldsamkeit gegeben haben könnte statt monotheistischem Eifer, ein solcher Gedanke fällt - manchen - natürlich schwer. Unser katholisierender Steiner-Jünger schreibt weiter:

"Ohne das Christentum gäbe es keine großen europäischen Nationen. Entweder wären wir immer noch  grausame Kultisten ..."

man höre!

"die sich in endlosen Stammesfehden an der kulturellen Weiterentwicklung hindern, oder wir würden alle auf Teppichen gegen Mekka beten. Denn wenn die Stämme Europas nicht freiwillig den wahren Glauben angenommen hätten, was sie zu geeinten Nationen machte und überhaupt erst sowas wie ein pangermanisches Kollektivbewußtsein schuf, hätte spätestens der Mohammedanismus im Frühmittelalter die ohne Christentum wehrlosen Stämme im Norden zwangsvereint in einem Kalifat. Dank dem christlichen Glauben konnten wir jedoch bis jetzt den Dämon aus der Wüste immer abwehren... bis jetzt.. ."

Den monotheistischen Dämon aus der Wüste unter der Fahne eines - sehr ähnlichen - monotheistischen Dämons aus der Wüste. Solche Dinge müssen unter denkenden Menschen ja eigentlich gar nicht mehr eingeordnet werden. Christen werden gegen Muslime gehetzt und umgekehrt - seit mehr als tausend Jahren. Und auch über die Religionshistorikerin Sigrid Hunke hat er eine Meinung. Sie ist nichts weiter als - schwachsinnig, das typische Krafturteil eines Monotheisten:

"Sigrid Hunke hat zwar ein interessantes (wenn auch zu vielen Teilen schwachsinniges) Buch über 'die Religion' Europas geschrieben. Aber daß sie eben zu all ihrem Interessanten auch soviel Schwachsinn geschrieben hat, ist wohl der Tatsache geschuldet, daß sie selbst ein sehr opportunistisches Wesen war, was sich zb. in blinder Regimetreue (insbesondere zum Hitlerregime) ausdrückte und wohl auch ihre blinde und undifferenzierte Araber- und Mohammedanismusverehrung erklärt. Den antideutschen Machthabern, die seit der Weimarer 'Republik' bzw. Besatzerherrschaft über das deutsche Volk mittels diverser Regierungssysteme herrschen, waren blinde Mohammedanophile stets sehr genehm...."

In die Abgründe dieser zerrissenen Seele, die zwischem "Interessantem" und "Schwachsinn", zwischen "Segen" und "Fluch" hin und her taumelt, wollen wir uns nicht weiter hinein begeben. Sie erscheinen uns hochgradig ungut. Und wir merken, indem wir diese Kommentare komprimierter auf uns wirken lassen, daß wir diesem Kommentator auf unserem Videokanal eigentlich nur noch ungern weiteren Raum gewähren zu solchen zerrissenen Äußerungen. Unser damaliger Einspruch lautete:

"Also ich sehe wirklich nicht, warum man nicht die positiven Seiten der islamischen Kultur behandeln und hoch schätzen kann."

Auch da gibt es wieder klare Urteile, geleitet von monotheistischem Eifer:

"@Ingo Bading Weil alles Positive in der arabischen Kultur sich ZUM TROTZ oder GEGEN den Mohammedanismus erhalten und entwickelt hat und weil das allermeiste dieses Positiven nichtmal von den Arabern stammte sondern von den eroberten Kulturen. In der ganzen arabischen Geschichte gehen Kulturniedergänge immer mit der Erstarkung des Mohammedanismus einher. Und umgekehrt blühten in den arabischen Kulturen die positiven (und eben eigentlich fremden) Aspekte stets dort, wo der Mohammedanismus an Macht und Geltung verlor... Die Ideologie Mohammeds ist rein destruktiv und hemmt leider auch die eigenständige kulturelle Entwicklung der arabischen Völker selbst."

So kann man sich alles zurecht bügeln wie man es gerade braucht, indem man "Segen" und "Fluch", "Interessantes" und "Schwachsinn" bei jeder historischen Erscheinung ganz sauber voneinander trennt. Man versteht da schon, weshalb diesem Kommentator da "Wertneutralität" als etwas "Besonderes" auffallen muß.

Zu "Indogermanen an der Nordgrenze ..."

Zu diesem Video aus dem Dezember 2019 schrieb er:

"Die Europäer werden gerade mit Araber und Afrikaner vermischt. Wir müssen uns bald wieder entmischen...."

Und:

"@Ελ Μπαντίντο Es wird bald keine blonden und blauäugigen Menschen mehr geben und das ist auch gewollt. Die nordischen Menschen waren/sind die Kultur- und Zivilisationsbringer der Menschheit. Auf der ganzen Erde hat der nordisch-atlantische Mensch die Zivilisation zum erblühen (sic!) gebracht. Dem soll nun Einhalt geboten werden. Daß es so ist, ist offensichtlich. Aber WER diesen Entwicklungsstopp der Menschheit will und aus welchem Grund, das bleibt ein Rätsel...."

Tja, wirklich sehr rätselvoll, nicht wahr? Wie innerlich hin- und hergerissen man sein muß, wenn man völkischen Okkult-Logen und -Orden angehört und sich in ihren gedanklich verquasteten Zusammenhängen bewegt. Wir können das schon verstehen. Er schreibt auch:

"Ich will, daß die europäischen Ethnokulturen überleben, denn wenn sie sterben, stirbt die Menschheit."

Das klingt alles sehr jesuitisch und hat man in ähnlicher oder anderer Form schon anderwärts oft genug gehört.

# # # # # # # 

Nachdem "Flamme des Herrn" diesen Blogbeitrag gelesen hatte, schrieb er als Kommentar unter das Video "Turkvölker, Indogermanen ...":

@Ingo Bading Danke für diese umfangreiche Auseinandersetzung mit meinen Diskussionsbeiträgen.
Bitte vergessen Sie aber nicht, dass YT für viele in erster Linie ein reines Unterhaltungsmedium ist und keine wissenschaftliche Diskussionsplattform, weshalb sich viele - wie u.a. ich - nicht die Mühe geben auf inhaltliche und thematische Zusammenhänge ihrer Beiträge und ein sich möglicherweise daraus ergebendes Gesamtbild zu achten. Oder konkret: Man macht sich irgendwann einmal einen Kanal und denkt sich evtl. etwas bei der Namensgebung und dann lädt man spontan und lust-, laune-, zeitbedingt vielleicht mal ein Video hoch das gefällt. Genauso verhält es sich mit den Kommentaren. Manchmal verfasst man kurz einen Kommentar während man auf den Zug wartet und sich dabei langweilt, manchmal schaut man aber auch bewusst ein inhaltlich komplexes Video um sich zu informieren und hinterlässt danach einen ernsthaft gemeinten, reflektierten und komplexeren Kommentar, manchmal guckt man Trashvideos weil man nicht einschlafen kann und schreibt dann einen dazu gehörigen Müll im Halbschlaf, oder man gibt besoffen unter random Videos Kommentare ab während man vom Ausgang heimfährt bzw. gefahren wird..... Ich denke Sie verstehen was ich meine, denn zu diesem "man" gehöre u.a. ich selbst. 😉 Auch wenn der zugegebenermassen missionarisch klingende Kanalname vielleicht den Eindruck macht: Mein Kanal war für mich nie als Instrument der Mission oder politisch-religiösen Agitation gedacht, auch wenn ich ab und zu dementsprechend auf YT agiere wenn ich gerade Zeit und vorallem Lust habe. Ironischerweise war der Kanalname selbst sogar einst ein Ergebnis von Ironie. 😄
Ihre Videos schaue ich wirklich aus wissenschaftlichem Interesse/Neugier und weil ich weltanschaulich von der Thematik "betroffen" bin. Über den Gesamtzusammenhang meiner unterschiedlichen Kommentare habe ich mir jedoch auch hier in bezug auf Ihren Kanal - bis jetzt -  keine Gedanken gemacht. Ich schaue, überlege und schreibe anschliessend nach Lust und Laune drauflos, ohne mich wie in einem wissenschaftlichen Kolloquium um irgendwelche Diskursregeln und Reputationen zu kümmern. Ich schätze mal dass ich damit zur Mehrheit auf YT gehöre.
Mit all dem möchte ich Ihnen eigentlich sagen: Ich fasse es ernsthaft und aufrichtig als Kompliment auf, dass Sie meinem Onlineauftritt so viel Zeit widmen und ich  habe daraus für mich selbst wieder etwas gelernt, aber bitte nehmen Sie meinen Kanal nicht allzu ernst, da einiges darin wie bereits erwähnt spontanen Regungen entspringt und keiner allumfassenden politisch-religiösen Motivation.
Gottes Segen und Aufwiederlesen!
Interessanter an diesem Kommentar ist womöglich eher, worauf er nicht eingeht als worauf er eingeht.

Donnerstag, 30. März 2017

Die "Lähmung" der deutschen, patriotischen Kreise - Und katholische Sorgen deshalb

Der Videokanal "wir selbst" wird offenbar von einem Jesuiten oder Jesuitenschüler betrieben und er kann - wieder einmal - bestens aufzeigen, "wie Jesuiten arbeiten"

Die Verschwörungstheoretiker sind schuld an einer derzeitig festzustellenden "Lähmung im patriotischen Lager". So der Tenor eines neuen Video's, das der anonym betriebene Videokanal "wir selbst", der sich geistig im Umfeld des "Instituts für Staatspolitik" (IfS) bewegt, herausgebracht hat (1). So platt vor sich her getragen, bekommt man eine solche These selten zu hören. Und deshalb wollen wir sie uns doch einmal anhören .... (1)

Den Tenor und die Inhalte dieses Video's (1) kann man gar nicht genug auf sich wirken lassen. In diesem Video ist so viel zum Ausdruck gebracht.

Müssen wir das noch im einzelnen analysieren, was hier zum Ausdruck kommt? Insbesondere: Wer hier spricht? Hat man Ohren - zu hören? - - -

Greifen wir doch einmal eines der vielen hier gebotenen Pralinchen heraus, nämlich den "recht interessanten" Umstand, daß unter den sonstigen weitgehend nichtssagenden Fotos, die ständig eingeblendet werden, um die Gefühlslagen zu spiegeln, von denen gerade die Rede ist, in Minute 6'55 - während nun noch sehr allgemein von den "bösen", den ganz "bösen" "anderen" die Rede ist, nämlich von jenen, die das patriotische Lager "lähmen" (oh, hört doch bloß diesem einen Wort nach: "lähmen") - einmal ein Videokanal eingeblendet ist. Damit wird ein bisschen konkreter ein Hinweis gegeben, worauf der anonyme "wir selbst"-Sprecher wünscht, seine Ausführungen bezogen zu sehen.

Uns fiel unter den vielen dabei eingeblendeten Video's eines mit dem Titel "Identitätere Bewegung - Karnevalscherz" ins Auge (2). Weiiiiiß ich jetzt auch nicht, warum! Aber es ist halt einfach eine klare Ansage, nicht wahr? Und so eine klare Ansage kann ja jemanden ... "lähmen", der sich als "wir selbst" identifiziert. Das ist verständlich. Und das kann man sich ja dann schon einmal ansehen, dieses Video. Ist ja auch erst einen Monat zuvor, am 7. Februar 2017, veröffentlicht worden ....

(Bezeichnenderweise ist das folgende Video - schon wenige Tage nach Veröffentlichung dieses Blogartikels leider - zumindest für Youtube-Zuschauer mit der Länderkennzeichnung Deutschland - gesperrt worden. In ihm macht man sich über die Identitären ziemlich arg und sehr überzeugend lustig, so daß jedes weitere Argumentieren auch wirklich überflüssig wird.)

"... Kölle Alaf, rättättä". Ja. Und dann versteht man es schon, was an einem solchen Video schmerzen und wehtun kann. Es kann einem da nur noch unser immer wieder so notwendiger Wilhelm Busch in den Sinn kommen und man kann nur mit Jammer-Miene beklagen:

... Dieses plötzliche Ereignis
Tut ihm in der Seele leid.
Ach, man will auch hier schon wieder
Nicht so wie die Geistlichkeit.

Unglaublich. Da wird doch unser aller allseits beliebter, dieser so sympathische junge Mann mit Namen Martin Sellner, zu dem wir alle aufblicken - ab Minute 2'49 - in Zusammenhänge gestellt, in die wir ihn doch wirklich nicht gern gestellt sehen. Das muß uns nun wirklich alle schrecklich lähmen.

Ach je. Aber ist das denn ein neuer Zusammenhang? Wer etwa die Zeitschrift "Sezession" des IfS der vielen letzten Jahre gelesen hat, weiß doch, daß all diese Zusammenhänge so schon immer bestanden haben. Sie ergeben sich schon aus der christ-katholischen Grundausrichtung in diesen Kreisen. Und so konnte ja schon 2006 etwa der damalige Papstberater Robert Spaemann in der Zeitschrift "Sezession" die These vertreten, daß es, was das jüdische Volk betrifft, nicht auf genetische Kontinuität ankäme, um sich in besonderer Weise mit ihm identifizieren zu können. Und auf diese Identifikation hinzuweisen, war der Zeitschrift "Sezession" eben wichtig. Und auch der allseits beliebte und ach so "kluge" Autor Gunnar Heinsohn hat mit seiner besonderen Verbundenheit mit Israel weder in einem "Sezession"-Interview, noch sonst besonders hinter dem Berge gehalten. (Mit dem hübschen Tenor: "Ich habe Bewunderung für Israel und bin an Deutschland gewöhnt." - Das ist so "Sezession-"Orginalton. Und darauf hinzuweisen, muß natürlich alle schrecklich lähmen. Denn: Wer hätte denn daran bislang größeren Anstoß genommen?

Nur noch einmal zwischen geschoben: Gegen eine besondere Identifikation eines Nichtjuden mit dem jüdischen Volk ist grundsätzlich nichts zu sagen. Jeder darf sich mit dem Volk "besonders" verbunden fühlen, das ihn am meisten zusagt. Nur merkwürdig, daß gerade in politischen und religiösen Führungskreisen es immer nur ein Volk ist, mit dem man sich besonders identifiziert. Warum zum Beispiel haben die Tschetschenen dort keine Lobby? Warum haben die Tuareg keine Lobby? Tschetschenien konnte vor den Augen der gesamten Weltöffentlichkeit zerbombt werden - niemand zuckte mit der Wimper. Kaum jemand zeigte Verbundenheit mit diesem Volk. Alle jubeln heute jenem zu, der mitverantwortlich war für die Bomben: Wladimir Putin.

Kevin MacDonald wird weiter ignoriert und mit ihm fast die gesamte Evolutionäre Anthropologie

Der Tenor des ersten Video's ist jedenfalls, es solle bloß "Ideologiekritik" betrieben werden, aber nur ja keine "Verschwörungstheorie". Als ginge nicht beides zugleich! Lächel. Als müsse nicht beides zugleich geschehen. Und von dem Bereich, wo beides zugleich geschieht, nämlich in der Evolutionären Anthropologie, bzw. in der Wissenschaft allgemein ist schon wieder einmal gar nicht die Rede. Aber hallo! Wir werden uns doch hüten, wir von der - Geistlichkeit. Wie schon seit Jahrzehnten nicht. Genau so wie es schon anhand des Wirkens von Alain de Benoist hier auf dem Blog aufgezeigt worden ist. Allerliebst. Und es merkt immer noch keiner? Immer noch nicht? Uns fällt dazu eigentlich nur noch ein:

Freut Euch des Lebens,
Großmutter wird mit der Sense rasiert.

Ein Satz, der letztlich aber auf beide hier behandelten Videokanäle anwendbar ist. In dem zweiten Video vom 7. Februar 2017, mit dessen Machern und politischer Einstellung man sonst auch wirklich nicht viel am Hut haben kann, werden aber nun Zusammenhänge auf den Punkt gebracht, auf die hier auf dem Blog schon seit vielen Jahren hingewiesen wird. Das muß auch - sinnvollerweise - gar nicht so emotional und aggressiv vorgetragen werden wie das in diesem Video geschieht. Schließlich ist das alles von dem US-amerikanischen Evolutionären Psychologen Kevin MacDonald schon sachlich-nüchtern gründlich analysiert worden. Im Umfeld des "Instituts für Staatspolitik" und des Ares-Verlages in Graz zum Beispiel wurde schon vor vielen Jahren auf die Veröffentlichungen des Kevin MacDonald über Judentum und Antisemitismus als gruppenevolutionäre Strategien aufmerksam gemacht. Man hat die Auseinandersetzung mit diesem Autor Kevin MacDonald aber in diesem Umfeld nie gesucht. Bzw.: Es ist offensichtlich, daß man ihr tunlichst und bis heute aus dem Weg geht. Denn auch hier will einer wieder einmal "nicht so wie die Geistlichkeit".

Die Folge einer solchen Nichtkonfrontation der Anhängerschaft mit dem Stand der Forschung sind dann solche Auseinandersetzungen wie die, die durch diese beiden Video's besonders prägnant charakterisiert werden.

Es wäre gut, wenn diese zur Wahrheit mutigen Videomacher zunächst einmal das Dritte Reich selbst einen "Karnevalscherz" nennen würden. Dann würden sie auch selbst glaubwürdiger herüber kommen. Hier auf dem Blog sind jedenfalls - zusammen mit Karlheinz Deschner ("Der Molloch") und vielen anderen - wirklich genug Anhaltspunkte gesammelt worden dafür, daß auch das Dritte Reich ein "Karnevalscherz" war. In meinem Buch "Hitler und die Astrologen" verwende ich sogar fast den gleichen Ausdruck. Aber wir freuen uns sehr, daß in dem Video von "Mut zur Wahrheit" auf den lächerlichen Umstand hingewiesen wird, daß von diesen "Konservativen Revolutionären" noch nicht einmal die ganze Frage der "Geschichtspolitik" rund ums Dritte Reich aufgerollt wird. Was nun wirklich alles über diese Gruppierung sagt, alles. Das ist so lächerlich und schreit so sehr zum Himmel, daß darüber kein Wort mehr verloren werden muß. Man befasste sich dort so lange mit Geschichtsrevisionismus, so lange man sich sicher sein konnte, daß er nicht zur gesellschaftlichen Anwendung kommen könne. In dem Augenblick, wo er das - mit der AfD - könne, bricht sofort das Schweigen der Lämmer aus. Oh, ihr Trantüten, ihr lächerlichen. Und lächerlich genug weiterhin, daß hier - offenbar - erst eine sehr starke Identifizierung mit einem sehr undifferenziert gsehenen Dritten Reich vorhanden sein muß, um von "wir selbst" überhaupt für würdig empfunden zu werden, als "Gegner" gekennzeichnet zu werden. Nicht wahr? Die Geistlichkeit und ihre Schliche!

Allgemeines Astroturfing und Schäfchentreiben am "rechten Rand"

Solche Video's wie diese beiden kommen also heraus, wenn man die gebildete nachwachsende Generation eines Landes über Jahre und Jahrzehnte hinweg verdummt, sie nicht über die Fortschritte in der Wissenschaft, insbesondere in der Evolutionären Anthropologie und auch in der Zeitgeschichte informiert und aufklärt, sondern stattdessen über Jahre und Jahrzehnte hinweg das Volk mit Phrasen abspeist. Phrasen, Phrasen, Phrasen. Wir haben all das hier auf dem Blog oft genug gekennzeichnet, es hängt uns zum Halse heraus. Zuletzt in unserem Artikel "Tapfer voran, AfD, mit Michael Klonovsky als informiertem Vordenker!" (GA-j!, 10.7.2016)

Im Umfeld der "Identitären Bewegung", des "Instituts für Staatspolitik"*) und der Partei "Alternative für Deutschland" spielt sich also gegenwärtig eine Auseinandersetzung ab zwischen zwei Lagern. Ein für allerhand Geistlichkeiten höchst sinnvolles, munteres Schäfchentreiben zwischen den ach so "seriösen" (!) "Rechtskonservativen" (4) und den ach so "unseriösen" (!) Stiefelträgern, den Neonazi's. Dabei sind beide in den meisten Aspekten nur Auswuchs von Astroturfing und - eben: Schäfchentreiben. Und warum dieses Schäfchentreiben? Um es nicht bemerkbar zu machen, daß der eigentlich sinnvolle, nennen wir ihn "dritte Weg" genau zwischen beiden mitten hindurch geht. Daß man die Globalisierungs-Mafia und organisierte Eliten-Kriminalität schon lange kritisieren kann, ohne dümmlich auf der "Neocon"-Linie, aber auch ohne auf einer Springestiefel-Linie zu fahren. Solange nur diese beiden Alternativen gesehen werden, sind alle glücklich und niemand nimmt - wirklich - Anstoß. Da bleibt allerhand Geistlichkeit dann ganz zufrieden und spricht nicht von "Lähmung". :) Ob nicht doch einmal eine junge Generation sich so viel Blödheit auf einmal nicht mehr zumuten will?

Orwell'sches Neusprech

Vielleicht noch einmal ein Hinweis auf einen Aspekt in dem Video von "wir selbst", nämlich auf das niedliche und hübsche Herumdrehen von Worten. Das sollte man sich doch auch auf der Zunge zergehen lassen. Den Begriff vom gesellschaftlichen "Selbstmordprogramm" benutzen wir hier auf dem Blog seit 2011 (GA-j!, 2/2011). Und ich kann mich als Autor nicht erinnern, diesen Ausdruck von irgendwo übernommen zu haben. Dieser Gedanke drängt sich auf, wenn man - irgendwann - auf die Thematik des Elitären Satanismus stößt. Aber interessant erscheint da jetzt, daß dieser Begriff nun von "wir selbst" umgedreht wird (!) und diese "Konservativen Revolutionäre" mal eben so schlankweg behaupten: Wer ihrer Linie nicht folgt, verfolgt ein Selbstmordprogramm. Das ist doch ein wunderhübsches Pralinchen, nicht wahr?

Wie soll man eine Benennung wie "wir selbst" eigentlich verstehen? Sollen wir Klartext sprechen? Sollen wir nicht sagen, daß dieser Videokanal nicht viel eher benannt werden sollte "wir Jesuiten"? Oh, oh, Verschwörungstheorie! Verschwörungstheorie! Unglaublich! Die "lähmt" doch! Zeter mordio. Aber es ist hier so viel Schwefel im Raum und so viel süßliche Heuchelei - wo kommen die her?

Es ist das alles eine Art Dejavu. Nachdem ich seit 2010 den Begriff "Verdummung" benutze (GA-j! 4/2010), durfte ich - glaube letztes Jahr - feststellen, daß es auch mein lieber - mit den Rechtskonservativen liebäugelnde Bloggerkollege und Monotheist Michael Blume - im Einklang mit Kirchenfürsten - verwendete - natürlich wiederum: gegen die "Verschwörungstheoretiker". Ja, wenn man wenigstens noch Einfälle hätte. Aber alles, alle Ausdrücke muß man von der Gegenseite nehmen, um diese Kennzeichnungen von sich selbst abzuwehren im Orwell'schen Neusprech. So natürlich auch vom Videokanal "wir Jesuiten". Dies alles einmal nur als einige wenige der vielen Pralinchen in diesem Video. Ist er übrigens nicht wunderhübsch, dieser leichte Pfarrerston? Ob der Sprecher mal nicht Theologie studiert? ;)

Abschließend noch das folgende. Man mag es erstaunlich finden, wie viel Mühe sich "wir selbst" resp. "wir Jesuiten" gibt. Zum Beispiel im Einfühlen in die Gefühlslagen der jungen, nachwachsenden Generation eines Volkes, die sieht, wie ihr alle weltgeschichtlichen Felle davon schwimmen. Das mag man wirklich erstaunlich finden. Und das verleitete uns auch im ersten Absatz davon zu sprechen, daß einem einmal wieder "unheimlich" werden könne, wenn man sieht wie gearbeitet wird. Immerhin: Hut ab, alle Achtung für diese Mühe im Einfühlen. Man hätte es ihm fast abgenommen.

Aber wer solches Astroturfing schon länger beobachtet - so wie wir - der weiß, daß man sich diese Mühe schon immer gegeben hat (s. z.B. Stud. Nat. 2011). Oh, man ist darin ganz schön gut. Da könnte man Geschichten erzählen! Geschichten über Geschichten. Man wird da richtig zu einem "Versteher" von Leuten, die einen echten gesellschaftlichen Aufbruch erstreben. Anders funktioniert ja auch Hijacking nicht. Für die Mühe jedenfalls gibt es schon einmal 100 Punkte.

"Wer sich im Theologiestudium verplappert ..."

Ergänzung (30.3.17). Wir werden wohl schon den richtigen Riecher gehabt haben, als wir vermuteten, der Macher von "wir selbst" sei Theologiestudent - oder sei es einmal gewesen. Wer darauf so sensibilisiert ist wie wir, riecht ja Pfaffen auch zehn Meter gegen den Wind. Man entschuldige schon! Und nun entdecken wir, daß das in einem Video schon vom 27.12.16 (5) eigentlich mehr als deutlich wird (Yt). In ihm argumentiert "wir selbst" insgesamt so, wie ich auch argumentieren würde, wenn ich fanatischer katholischer Christ und Jesuit in heutiger Zeit wäre. Zum Beispiel hebt er auf Josef Ratzinger ab und auf sein Religionsgespräch mit Jürgen Habermas und auf Habermas' "Rückkehr zur Religion". Er steht also völlig auf der, ähm, nunja: "Höhe" der geistigen Debatten unserer Zeit soweit sie sie rund um die katholische Kirche stattgefunden haben und positioniert sich - aus jesuitischer Sicht - außerordentlich brav und geschickt. Außerordentlich. Besser wird man es wohl kaum tun können. (Wenn auch vielleicht ein wenig weniger Naivität und ein wenig mehr Gerissenheit natürlich nicht schaden könnten. Aber "wir selbst" ist ja noch jung. Und dressier-, äh... lernfähig ...)

Abgesehen von dem ständigen Schäfchentreiben zwischen Islam und Christentum, das er in diesem Video und auch sonst - ganz auf der Neocon-Linie - betreibt, denkt er völlig, völlig in den Denkstrukturen der katholischen Kirche. Völlig. Er ist ein 150-Prozentiger. Das ist die Aussage des gesamten Videos. Und in Minute 8'09 sagt er so konkret wie nur immer möglich:

Leeres Grab, Auferstehung der Toten, Kreuzestod Christi als Sühneopfer für die Sünden der Menschen, Jüngstes Gericht, Heilsnotwendigkeit der Kirche - wer sich im Theologiestudium verplappert und zugibt, an derlei zu glauben, hat schlechte Karten.

Allerliebst vor allem das letzte: "Heilsnotwendigkeit der Kirche". Das ist zutiefst monotheistisch gedacht. "Kein Heil außerhalb der Kirche". Wer nicht katholischer Christ ist, kommt in die Hölle. Insgesamt jedenfalls wird so etwas nur jemand sagen können, der selbst einmal Theologie studiert hat. Und dann gleich der nächste Satz:

Der letzte dezidiert katholische Intellektuelle, der was zu sagen hatte, und der dementsprechend auch gehört wurde, war Kardinal Josef Ratzinger.

Das sagt der "hochsensible" "wir selbst"- (sprich "wir Katholiken"-/"wir Jesuiten"-)Blogger in seinem so süßlich-verständnisvollen Ton, ohne auch nur mit einer Silbe auf den Umstand zu sprechen zu kommen, daß genau dieser Josef Ratzinger für zehntausende von Fällen von sexualisierter Gewalt an Kindern weltweit wie kein zweiter Mensch seiner Generation verantwortlich gewesen ist, verantwortlich dafür, daß das Wissen um zehntausende solcher Verbrechen innerhalb der katholischen Kirche nicht an die staatlichen Stellen weiter geleitet wurde, und daß tausende oder zehntausende von Verbrechern als Priester einfach "versetzt" wurden in andere Gemeinden, wo sie dieselben Verbrechen weiter begehen konnten. Diese Tatsache dürfte den Blogger "wir Jesuiten" wohl schon ausreichend kennzeichnen. Daraus ist nämlich zu folgern, daß auf seinen süßlich-verständnisvollen Tonfall, daß auf seine angebliche "Hochsensibilität" nicht die Bohne zu geben ist. Schließlich geht er hier gleichgültig über das Schicksal von zehntausenden von Kindern weltweit hinweg.

Wie kann man auf Josef Ratzinger als Intellektuellen noch in irgend einer Weise hören, wenn man sich seine Verantwortlichkeiten bewußt macht?

Und es ist weiterhin so zutiefst jesuitisch, daß der "wir selbst"-Theologe ständig sogar eine atheistische oder auch nur säkulare Kultur als auf den Wurzeln des Katholizismus beruhend herauszuarbeiten bestrebt ist. - Die Firma dankt und wünscht weiter gute Reise. - Schön übrigens auch - und allerliebst - das Jammern am Anfang des Video's über die vielen "Dislike's", die seine Video's von "Trollen" erhalten würden. Wir sind gerade auch zu einem solchen Troll mutiert, wir haben es getan, sein Video ... "gedisliked". Es qualmt aus ihm bei weitem zu viel Jesuitismus heraus.

In Bonn-Bad Godesberg gibt es das Aloisiuskolleg (Wiki). Gehen wir richtig in der Annahme, daß der liebe "wir selbst"-Theologe dieses schon von innen gesehen hat? Schon angesichts seines Dialektes liegt das nahe. Es sollte uns fast wundern, wenn nicht ...


/zuerst veröffentlicht 15.3.17
ergänzt und mit neuem 
Titel versehen: 30.3.17/

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*) beide übrigens rechtskatholisch gestrickt, wie schon - wenn an nichts anderem - zu erkennen an einem solchen Begriff wie "Reconquista" (3). Der Begriff kommt nicht von uns. :)
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  1. wir selbst: Die Lähmung im patriotischen Lager. 6.3.2017, https://www.youtube.com/watch?v=pAAfWD2D8yM
  2. Mut zur Wahrheit: Identitäre Bewegung - Karnevalscherz. 7.2.2017, https://www.youtube.com/watch?v=wE5nKfhWd3U
  3. Alexander, Nikolai (Reconquista Germania): Paranoide Trojanophobie. 4.5.206, https://www.youtube.com/watch?v=vMAC6ur0OPU
  4. noch mehr Astroturfing übrigens wohl hier: wir selbst: Gegen die Lähmung: Aktivierende Videos - 12 Videos. Zuletzt am 07.03.2017 aktualisiert. https://www.youtube.com/playlist?list=PL1afRUzqEVPyx8h0Uwj1XQ5pOA9OnMoiH
  5. wir selbst: Vom Atheist zum Christ - Eine geistige Reconquista Teil 1, 27.12.2016, https://www.youtube.com/watch?v=lJa-ivwr4NA&t=1008s

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