Donnerstag, 28. November 2013

Der "Thomas Gottschalk Großbritanniens" - ein pädokriminelles Monster

Aktive Vertuschung und Einschüchterung der Opfer durch Polizei und Staatsanwaltschaft

Pädokrimineller Jimmy Savile (1964)
Durch einen Leser werden wir auf den aktuellen Fall des Rockmusikers Ian Watkins in Großbritannien hingewiesen, in dessen Zusammenhang auch auf den im Januar bekannt gewordenen Fall des "Thomas Gottschalk von Großbritannien" Jimmy Savile hingewiesen wird. Jimmy Savile ist - wie so viele "Entertainer" der letzten Jahrzehnte - Katholik gewesen. (Seiner Generation nach - Jahrgang 1925 - ist er wohl besser als der "Hans Rosenthal Großbritanniens" zu bezeichnen - oder ähnlich.)

Doch zunächst zu dem aktuellen Fall des Rockmusikers Ian Watkins (Welt, 27.11.13):
Knapp anderthalb Monate nach dem Ende seiner Band muß sich Ian Watkins nun in seiner walisischen Heimat Cardiff vor Gericht verantworten. Die Taten, die ihm vorgeworfen werden, sind erschreckend: Der 36-Jährige ist wegen zehn Fällen von Kindesmißbrauch angeklagt, dazu kommt der versuchte sexuelle Mißbrauch eines Babys sowie der gemeinsam mit der Mutter des Kindes vorgenommene Mißbrauchs eines anderen Säuglings. (...) "Er hat zugegeben, ein entschlossener und überzeugter Pädophiler zu sein", sagte der Anklagevertreter nüchtern. (...)

Auch im Fall von Watkins hat es, zumindest in Teilen, wohl ein Versagen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben.
Nein, schon diese Worte sind verlogen wie wir gleich unten noch sehen werden. Es handelt sich nicht um "Versagen", sondern um aktives Vertuschen. "Die Welt" lügt. Weiter:
Demnach haben sich nach Medienberichten schon im Jahr 2010 Fans der Band an die Polizei gewandt, weil sie eine von offenbar Watkins aufgesetzte Website mit kinderpornografischem Material entdeckt hatten. Offizielle Ermittlungen erfolgten aber nicht, auch nicht, als sich eine ehemalige Freundin des Künstlers meldete.
So etwas ist doch nicht "Versagen". Das ist doch lächerlich. Weiter:
Der "Mirror" zitierte die Frau namens Joanne mit der Aussage, sie habe sich 2008 an die walisischen Behörden gewandt, nachdem ihr Watkins gestanden hatte, daß er Sex mit Kindern plane. Auch dieser Hinweis blieb ohne Folgen, ...
- "Versagen"? Lächerlich! - 
... vielleleicht, ...
- ha ha: "vielleicht" -
... weil sie nicht als verläßliche Zeugin galt, so die 38-Jährige, die zeitweilig als Callgirl ihr Geld verdiente.
Das ist zu lächerlich, als daß man das selbst der "Welt" durchgehen lassen könnte. Immerhin wären Hinweisen von "Callgirls" von Seiten der Polizei sogar besonders nachzugehen. Wir wollen den Namen notieren. Die Verfasserin des Welt-Artikels heißt: Kerstin Rottmann. Auf diese Weise gewöhnen wir uns an alles, Frau Rottmann. An alles. Sie schreibt weiter:
"Frau A" und "Frau B" boten ihre Kinder an. Aber auch andere Menschen im Umfeld der Band meldeten sich mit verstörenden Beobachtungen zu Wort. Denn Watkins unternahm offensichtlich kaum Anstrengungen, seine Neigungen zu vertuschen, sondern ging offensiv damit um.  

Unter anderem soll Watkins in E-Mails an einige jugendliche Fans damit geprotzt haben, daß er ein fünfjähriges Mädchen vergewaltigt habe. Und er hatte Mitwisser und Mittäter: In dem Prozeß in Cardiff wird auch gegen "Frau A" und "Frau B" ermittelt. Die beiden weiblichen Fans des Rockstars haben ihm, so glauben die Ermittler, ihre Babys – eines davon wird als damals elf Monate alt beschrieben – zum Mißbrauch "zur Verfügung" gestellt. Watkins und die jeweilige Mutter hätten sexuelle Handlungen an den Säuglingen vorgenommen und sich dabei in mindestens einem Fall auch gefilmt, so die Staatsanwaltschaft.  Beiden Frauen droht ebenfalls eine Haftstrafe. 
Im Grunde erübrigt sich jeder Kommentar. Doch in diesem Artikel wird Bezug genommen auf einen wohl noch viel krasseren Fall.

Das pädokriminelle Monster Jimmy Savile - geschützt durch Polizei und Staatsanwaltschaft Großbritanniens

Savile, 2006
Schon im Januar wurde in Großbritannien über noch einen krasseren Fall berichtet (Wiki):
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden seien nie zuvor in der britischen Kriminalgeschichte so viele Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs gegenüber einer einzelnen Person erhoben worden
Es handelt sich um den Fall des landesweit bekannten "Entertainers" der BBC Jimmy Savile, der letztes Jahr unbehelligt im neunten Lebensjahrzehnt starb (s. Wiki). Also nach dem "Thomas Gottschalk Portugals" (Wiki) jetzt offenbar der "Thomas Gottschalk Großbritanniens" der 1960er und 1970er Jahre. Da ist es ja nur noch eine Frage der Zeit, wann die "Harald Schmidts" und "Thomas Gottschalks" anderer Länder ins Rampenlicht geraten bezüglich solcher Verbrechen. Im Grunde sollte man diese Gruppen allmählich unter Generalverdacht stellen. Ich hätte nichts dagegen. Denn daß in diesen "Szenen" jemand Jahrzehnte lang unentdeckt bleibt, muß doch auch an diesen "Szenen" überhaupt liegen. Und somit wären viele unter Verdacht zu stellen, zumindest unter den Verdacht der Mitwisserschaft. (Deshalb sind übrigens in letzter Zeit einige maßgebliche Persönlichkeiten beim BBC zurückgetreten ...)

Auffallend ist auch, daß Jimmy Savile mit einem päpstlichen Orden geschmückt wurde. Zumal es neuerdings Gerüchte gibt, daß der vorige Papst Ratzinger selbst Kinder gemordet haben soll, worüber wir auch noch einen Artikel veröffentlichen wollen. Wegen seiner "sozialen Ader" (!!!) wurde Savile der britische Adelstitel verliehen. Und die Polizei und Staatsanwaltschaft haben - wieder einmal - geradezu mit Gewalt "weggesehen", nein, richtiger vertuscht (Welt, 14.1.13):
"Savile brachte jede Minute des Tages damit zu, über nächste Schritte nachzudenken, und wenn sich die Gelegenheit bot, griff er zu. Er war einfach so programmiert und suchte sich immer nur die Verletzbarsten der Altersgruppe aus, auf die er abzielte. Ich glaube, er war clever genug, um zu wissen, daß dort die geringste Gefahr bestand, daß man gegen ihn aussagen würde."
Von Seiten der Polizei wurde aktiv vertuscht:
Die Polizei der Grafschaft Surrey untersuchte noch zwischen 2007 und 2009 gezielte Beschwerden dreier Frauen, von denen jede bewußt in Unkenntnis gehalten wurde über die Existenz der zwei anderen Anzeigen, so daß die einzelne Klägerin ihren Mut, allein gegen Savile aussagen zu müssen, verlor und die Nachforschungen fallengelassen wurden.
Polizeibehörden in Sussex warnten 2008 eine Klägerin, daß ein Mann wie Jimmy Saville sich die teuersten Anwälte leisten könnte, die sie, die Klägerin, im Gerichtssaal "zu Hackfleisch" machen würden, woraufhin die Frau ihre Aussage zurückzog.
Viele, die sich seit den 80er-Jahren in der Causa Savile meldeten, wurden gezielt von den Ermittlern getäuscht, indem man ihnen suggerierte, sie könnten nicht anonym bleiben; Anonymität der Opfer aber mache jeden Sexualprozess unmöglich. Das war eine Irreführung – eine Gerichtsverhandlung hätte auch unter Geheimhaltung der Identität stattfinden können.
Lieber Leser: Sie glauben doch nicht, daß aus solchen "Nebensächlichkeiten", auf die man in allen Ländern der westlichen Welt trifft, nachhaltige Konsequenzen gezogen würden? Wie auch? Wenn man dieser Krake an einer Stelle die Krallen stutzen würde, würden sie doch an anderer Stelle sofort wieder nachwachsen. Also lassen wir es doch gleich bleiben. Wir werden uns einfach damit abzufinden haben, daß wir es mit Monstern zu tun haben. Im Fernsehen, in der Unterhaltungsindustrie, auch in jener genannt "Politik". Nicht wahr?

Jimmy Savile war übrigens auch ein guter Freund und - - - "Eheberater" des Prinzen Charles. Wenn es die Prinzessin Diana mit solchen "Eheberatern" zu tun hatte, versteht man vielleicht noch ein bischen besser, warum sie in diese Gesellschaft nicht paßte. Ob es eine inzestuöse Beziehung zu seiner Mutter gegeben hat und ob er selbst vom Opfer zum Täter wurde? Auf Wiki heißt es über ihn:
Er blieb sein Leben lang unverheiratet und gab an, zwar sehr viele flüchtige Liebesabenteuer gehabt zu haben, jedoch weder eine einzige Partnerbeziehung aufgebaut noch eine einzige komplette Liebesnacht mit einer seiner Liebschaften verbracht zu haben.
Übrigens gibt es auf Wikipedia eine sicherlich sinnvolle neue Kategorie: "Person (Sexueller Mißbrauch)". Da wäre wohl noch viel einzutragen. Und zu studieren.

Sonntag, 24. November 2013

Pädokriminalität und Stadtverwaltung in Marburg

Ein Fall von inzestuöser und sonstiger pädokrimineller Gewalt an Kindern in Mittelhessen - mit etwaigen Verbindungen in örtliche politische Spitzenpositionen

Abb. 1: Marburg, Dominikanerkloster/Alte Universität
Die Mutter von sieben Kindern aus Marburg ist vor zwei Wochen wegen sexueller und sonstiger Gewalt an sechs von ihren sieben Kindern, bzw. wegen Mitwisserschaft verurteilt worden. Zu einer Bewährungsstrafe. Ihr Ehemann, der Haupttäter, ist schon 2010 wegen dieser Taten zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden mit anschließender Sicherungsverwahrung (Welt 13.11.2013, Radio FFH 13.11.13, Oberhessische Presse, 13.11.2013). Zu dem aktuellen Urteil heißt es:
Zwischen 2005 und 2010 soll Sabine K. ihrem Ehemann Hans-Joachim-Dieter K. in mindestens 17 Fällen beim Mißbrauch der sieben Kinder - alle weit unter 18 Jahren - geholfen und in einigen Fällen mitgemacht, von allen Taten gewußt haben. Vor allem die älteste Tochter litt laut Anklageschrift Qualen. (...) Die Angeklagte schilderte der Kammer unter Vorsitz von Richter Dr. Thomas Wolf von ihrer schwierigen Kindheit, von der ersten Schwangerschaft mit 15 Jahren und das Verhältnis zu ihrem Ehemann, der 2010 zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden ist.
Der Vater war am 15. Juni 2010 festgenommen worden (Ältere Presseberichte: OP, 13.4.2010, OP, 22.4.2010, OP, 23.4.2010):
Das Mädchen habe panische Angst vor dem Vater gehabt, von Schlägen mit der Hand, der Faust, mit Schöpfkellen und einer Kehrrichtschaufel berichtet.
Was nun in der Presse nicht berichtet wird, was aber unter Personen, die mit dem Fall schon seit 2007 persönlich in Berührung gekommen sind, bekannt ist, ist der Umstand, daß es ein gutes persönliches Verhältnis des Haupttäters Hans-Joachim-Dieter K. mit Menschen an der obersten Spitze der Stadtverwaltung von Marburg gegeben hat. Eine der Töchter berichtete gelegentlich, daß eine Person aus diesem Bereich, 
den sie beim Vornamen nannte, bei der Familie zu Gast war. Er kam öfter vorbei, hatte früher selbst in dem Stadtteil gewohnt und kannte ihren Vater aus alten Zeiten.
Offenbar handelte es sich - zumindest - um eine langjährige Kneipenbekanntschaft. Diese Person hatte
versprochen, der Familie ein Haus zu besorgen, damit sie endlich aus diesen beengten Wohnverhältnissen herauskommen. Sieben Kinder und drei Erwachsene - die Eltern und die Tante - in einer Fünfzimmerwohnung war auf die Dauer unerträglich.
Der inzwischen verurteilte Vater hatte Lehrer seiner Kinder, die ihn seit 2007 wiederholt auf ihre Vermutungen bezüglich des Mißbrauchs hin ansprachen, mit vehementer Androhung von Gewalt einzuschüchtern versucht. Er hatte dabei unter anderem gesagt:
Er habe einflußreiche Freunde, z.B.
eine Person aus dem genannten Personenkreis:
Und auch gute Anwälte. Bisher sei er noch aus jedem Rechtsstreit als Sieger hervorgegangen.
Das Marburger Jugendamt war bereits 2007 auf die Vermutungen hingewiesen worden, war aber bis Juni 2009 nicht tätig geworden. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Mißbrauch bekannt, nachdem die 14-jährige Tochter in einer Jugendgruppe die Befürchtung geäußert hatte, vom Vater schwanger zu sein. Der die Kinder behandelnde Kinderarzt gab vor Gericht an, er hätte von dem Mißbrauch nichts gemerkt, da zu allen von ihm behandelten Verletzungen glaubwürdige Erklärungen gegeben worden waren.

Von der Hausdurchsuchung durch die Polizei wurde auch bekannt, daß sich in dem Mehrfamilienhaus, in dem die Familie wohnte, ein „Studio“ befunden hat, das mit Kameras und jeder nur denkbaren Ausrüstung für geschlechtliche Praktiken ausgestattet war.

Samstag, 23. November 2013

Pädokriminalität und Stadtverwaltung in Wien

Ein Kinderbordell in Wien (1961 - 1977) - Die Stadtverwaltung eine "pädokriminelle Organisation"?

Seit 2010 treibt ein in Deutschland noch wenig behandelter Skandal die Republik Österreich um. Massenvergewaltigungen unter der "Aufsicht" des Wiener Jugendamtes und der Wiener Polizei in einem Erziehungsheim für Sonderschülerinnen in Wien-Ottakring am Wilhelminenberg. Bisher haben sich schon fast tausend Betroffene oder mehr bei den zuständigen Stellen gemeldet. Die ehemaligen Schülerinnen erinnern sich an "Amischlitten", die vorgefahren sind und lange mit ihren Erzieherinnen gesprochen haben. An Männer mit Kettchen (1) (s.a. Themenseite "Kurier"). 

In den Akten finden sich Mädchen, die schon mit zwölf Jahren an Syphillis erkrankt waren, eine Krankheit, die wohl kaum durch etwas anderes als durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Die behandelnden Ärzte wußten von dieser Erkrankung, das Jugendamt wußte davon. Doch es geschah nichts. Es sollen auch Mädchen gestorben sein. Es sollen Mädchen verschwunden sein. Es sollen Mädchen für das Rotlichtmilieu geworben worden sein. Unvorstellbare Verbrechen sollen begangen worden sein. Unter den Augen des Wiener Jugendamtes. Unter den Augen der Wiener Polizei. Und damit: unter den Augen der Wiener Politik (1 - 4). In der Presse wird berichtet:
Auch der Wiener FP (Freiheitliche Partei), die mit einigen Betroffenen Gespräche geführt hat, seien die Vorwürfe bekannt. "Das ist nicht nur der Verdacht: Auch Täter haben sich bei uns gemeldet und gestanden, sie haben sich Mädchen im Heim gegen Geld ausgeborgt", sagt der Parteisprecher. Nach Aufzeichnungen der Wiener FP hätten Heimmitarbeiter die Kinder, auch Buben, an Zuhälter "vermietet".
Der vorläufige offizielle Kommissionsbericht über diese Verbrechen hat zum Ergebnis (Die Presse, 8.11.2012):
Fix scheint jedoch: "Vielen Verantwortlichen war bekannt bzw. hätte bekannt sein müssen, daß es gewalttätige Übergriffe gab, in den Recherchen wurden bisher keine Gegenmaßnahmen erkennbar", beklagt die Kommission. Die Kinder seien der Gewalt schutzlos ausgeliefert gewesen. Viele der befaßten Erzieher, Ärzte, Psychiater, Pfleger, Polizisten oder Lehrer hätten davon gewußt.
Und (Standard, 8.12.2012):
Die Kommission hat in den Akten Belegstellen gefunden, die zeigen, daß Vorgesetzte, aber auch Politiker davon Kenntnis hatten.
Wie kann es sein, daß auf solche krassen Vorfälle über Jahrzehnte niemand reagiert? Das kann doch nur bedeuten, daß diese "System" hatten, daß diese von einflußreichen, elitären Klüngeln so gewollt waren. Der derzeitige Leiter des Wiener Jugendamtes sagt dazu (Kl. Ztg., 19.10.2011, bzw. ORF, 17.10.2011):
Wenn dieses System so gewesen wäre, müßten alle mitgespielt haben. Dann wäre das eine kriminelle Organisation.
Ähnlichkeiten zu so vielen parallelen Vorgängen weltweit und die jeweilige Involviertheit von politischen Eliten in solche Verbrechen sind unübersehbar. Im Rahmen der "Franklin-Vertuschung" durch das FBI ("Franklin Cover Up") in den USA (siehe das im Netz frei verfügbare gleichnamige Buch von Senator DeChamp) ist sowohl ein katholisches Jungen- wie ein katholisches Mädchenheim als "Zulieferbetrieb" der Kinderhandels, der Pädokriminalität, der satanistischen Gewalt und der Morde bekannt geworden. Die Leitung und mehr als die Hälfte der Lehrer und Erzieher solcher elitärer Heime bestanden - höchstwahrscheinlich - aus pädokriminellen Priestern. 

Wir wissen von der "Dutroux-Vertuschung" in Belgien. Wir wissen von der elitären Pädokriminalität im katholischen Waisenhaus in der Mitte von Lissabon. Wir wissen von elitärer Pädokriminalität innerhalb der elitären Odenwaldschule in Hessen und ihrem Umfeld. Wir wissen vom Kinderbordellen in Berlin-Schöneberg (siehe Ulla Fröhling) und in Leipzig. Überall versagen die staatlichen Institutionen bislang gänzlich. Wer bei so vielen Fällen noch an eine Häufung von "Zufällen" glaubt, dem wird wohl bald nur noch schwer zu helfen sein.

/Neuerer Blogartikel zum Thema --> hier./

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  1. Österreichs schockierendste Verbrechen - "Mißbrauch im Kinderheim Wilhelminenberg". Youtube, 11.10.2012
  2. Mader, Barbara: Heimkinder "wie Ware verkauft". In: Kurier, 12.5.2010, S. 18
  3. Gaisch, Hannes: Das Heim des Grauens. In: Kleine Zeitung, 19.10.2011, S. 3
  4. Herrnböck, Julia; Springer, Gudrun: Kinderheim am Wiener Wilhelminenberg: Hinweise auf Prostitution. Standard, 15. Jänner 2013
  5. Georg Hönigsberger, Irmtraut Karlsson: Verwaltete Kindheit – der österreichische Heimskandal, Kral-Verlag, (300 S.)

Sonntag, 10. November 2013

Hitler war Schichtleiter bei VW in Argentinien

/Achtung, das ist einer der wenigen "Blödel-Beiträge" hier auf dem Blog. Bitte nicht so wichtig nehmen! Es gibt wahrlich Wichtigeres. Auch hier auf dem Blog./


Dieses Interview ist mir grade von Youtube "vorgeschlagen" worden. Böse, dieses Youtube*). Aber letztlich doch auch wieder nicht: "Hitler war Schichtleiter bei VW in Argentinien." Allein die Titelzeile. Hatte man es nicht immer schon gewußt? G-E-W-U-S-S-T ? Damit bestätigt sich endlich alles, was wir hier auf dem Blog immer schon geahnt hatten. Geahnt! Alles, was wir hier auf dem Blog behandelt hatten. Endlich kommt auch hier die Wahrheit ans Licht. Endlich kommt auch Sat3 auf den Trichter. Endlich. - - - Super, super, super. Einfach Klasse.

Bis 1964. Deshalb war der Käfer auch so ein Erfolgsmodell. Und konnten die Autobahnen weiterverwendet werden. Damit sie künftig als Ufo-Landeplätze dienen können und nicht überwachsen sind.

Der Führer unerkannt beim beim Radwechsel fotografiert (Wikipedia)
Der Führer war sich nicht zu schade dafür. Das kennzeichnet ihn wieder einmal so richtig. Er faßt dort an, wo Not am Mann ist. Bescheiden. Uneigennützig. Kein großes Aufsehen von sich machend. Immer nur im Dienst der Sache stehend. Damals, als Adolf Eichmann entführt wurde, hatte grade seine Schicht begonnen. Er war dort unentbehrlich. Er konnte nicht weg! Er konnte nicht weg. Sonst wäre doch alles ganz anders gekommen. Alles.

"Psychotricks für den Umgang mit Verschwörungstheoretikern"

Übrigens hat das Video unter den Youtube-Kommentatoren allerhand Verwirrung gestiftet. Darauf daß es im Rahmen der Reihe "Offenbarung 23" produziert worden ist und daß Jan Gaspard endlich auch den bekannten Schauspieler Hannes Hellmann (geb. 1954) für sich hat gewinnen können (siehe auch die Youtube-Seite Hellmann's), hat dort noch niemand aufmerksam gemacht **). Es ist aber doch naheliegend, da immer wieder zwischendurch die Zahl 23 eingeblendet wird.

Und übrigens: Das neue Buch "Starrköpfe überzeugen - Psychotricks für den Umgang mit Verschwörungstheoretikern, Fundamentalisten, Partnern und ihrem Chef" wird manchem hilfreich sein:
Leugner der Evolutionstheorie, Befürworter der Homöopathie oder Impfgegner
können mit den Tipps dieses Buches zur Einsicht gebracht werden, heißt es in einer Rezension von "Spektrum der Wissenschaft" vom 30. Oktober. Aber ob in ihm auch der wichtigste Tipp enthalten ist: Dieses Buch bei Verwandtenbesuchen nicht offen in der Wohnung herumliegen lassen - ?! :-)


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*) Ein Blogleser brachte uns erst auf den Trichter: Solche Vorschläge erhält man, wenn man zu viele Axel Stoll-Videos sieht. Womit unser Blog einmal erneut überführt worden ist .... Muß man einfach wissen!!! ;-)
**) Dieser stiere Blick. Einfach Klasse.

Sonntag, 3. November 2013

"Mein Denkmal ist ein anderes ..."


Nochmals zum Völkerschlachtdenkmal von Leipzig

In Zuschriften werden unsere Beiträge über das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig kritisiert. Es würden in ihnen zu viele verschiedene Themen durcheinander geworfen. Nun, solche Leser haben unsere Blogartikel insgesamt noch nicht sehr genau gelesen. Und sie haben noch nicht kapiert, daß in Okkultlogen und Okkultverlagen überhaupt sehr viele Themen durcheinander geworfen und gemixt werden. - Ergänzung 23.11.13: Nein, erst nachträglich wurde klar, daß diese Zuschriften - wieder einmal - von einem Freimaurer verfaßt worden waren. Dann passen sie ja eh ins Bild und hätten gar nicht so sehr beachtet werden brauchen. Denn da scheinen ja manchen Leuten unsere Bewertungen doch ziemlich an die Nieren zu gehen. Sie bevorzugen bei diesen Themen einen anderen "Mix" als jenen, der ihnen hier geboten wird. Schon klar ... 

Solche Zuschriften geben uns aber doch auch einmal Anlaß zu betonen, daß wir bezüglich der freimaurerischen Symbolik und der freimaurerischen Hintergründe des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig in keiner Weise etwas "Erschöpfendes" hatten sagen wollen. Wir hatten nach unserem Verständnis nur "die Spitze des Eisberges" behandelt. Wir wollten auch anderen noch etwas zu tun lassen. Da aber Folgebeiträge unseres Wissens bisher nicht erschienen sind - etwa von Seiten investigativer Journalisten und Hintergrundpolitik-Kritiker - seien in diesem Beitrag einige letztes Jahr selbst gemachte Fotos von diesem Denkmal eingestellt von der "sonstigen" figürlichen Plastik an diesem Denkmal. (Also außer dem großen völkermordenden Würgeengel von Leipzig an der Vorderfront, den wir so stark in den Vordergrund gestellt hatten unserer bisherigen Behandlung.) Und auch dies wiederum nur, um einige wenige, rein visuelle "Eindrücke" zu geben.

So stellten sich die Erbauer des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig 1913 "Freiheitskämpfer" vor. Beziehungsweise, wie wir ja heute wissen: Tempelritter. Was ja für diese - so abstrus - das gleiche zu sein scheint.

Abb. 1: "Freiheitskämpfer"


Abb. 2: "Freiheitskämpfer"


Abb.3: "Freiheitskämpfer"
Sollten die Mörderbanden der SA des Jahres 1933, die Mörderbanden der SS des Jahres 1934, die in den 1960er Jahren "kalt amnestierten" Organisatoren der SS-Einsatzkommandos für Polen und Rußland - oder sonstige Abteilungen des "Reichssicherheitshauptamtes" und seiner "Topographie des Terrors" - einmal urlaubsweise einen "Betriebsausflug" nach Leipzig gemacht haben - man hätte sich doch womöglich gut "wieder erkennen" können in diesen Figuren. 

Das Denkmal ist voller Symbolik. Natürlich stellen diese Figuren jeweils Logenversammlungen dar. Aber warum steht hinter jeweils zwei Freimaurern, bzw. Tempelrittern noch ein großes Gesicht im Hintergrund? Sind das "die Großen, die dahinter stehen"? Die die Befehle geben?

Abb. 4: Gneisenau - Preußischer Reformer
"Ohne Zeichen und Mysterien" - Gneisenau lehnt dankend ab

August Neidhard von Gneisenau (1760 - 1831) (Dt. Biographie) jedenfalls, einer der bedeutensten Generäle des Freiheitskrieges gegen Napoleon, der Stabschef Blüchers, der als erster als Sieger der Schlacht von Leipzig in die Stadt Leipzig einzog, und der entscheidend später auch noch zum Sieg über Napoleon bei Waterloo beigetragen hat ("Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen"), hat sich als Freiheitskämpfer nicht mit der Freimaurerei, mit Tempelrittern und ähnlichen Klüngeln identifiziert:
Ein Mitglied des Tugendbundes ist er nie gewesen, er schrieb später seinem Freunde, dem hannöverschen Minister Grafen Münster: "Mein Bund ist ein anderer ohne Zeichen und Mysterien; Gleichgesinntheit mit Männern, die der Herrschaft des Fremdlings nicht unterworfen sein wollen."
Solche Leute hätten wohl allen Anlaß gehabt, dankend abzuwinken bei solchen, sie ehrenden Denkmälern ... Sie hätten allen Anlaß gehabt zu sagen:
"Mein Denkmal ist ein anderes, ohne Zeichen und Mysterien; es würde aufrufen zu Gleichgesinntheit unter Frauen und Männer, die der Herrschaft international vernetzter, elitärer, blutrünstiger, völkervernichtender Satanisten nicht unterworfen sein wollen."
Abb. 5: "Gefallener Engel", Schloß bei Kiev (Secret.tv, bei 7`30)
Ergänzung (8.12.2013): Von einer Blogleserin werde ich darauf hingewiesen, daß diese Figuren des Völkerschlachtdenkmals in der Haltung einige Ähnlichkeiten aufweisen mit den Figuren "gefallener Engel" im Schloß eines russischen Oligarchen mit Namen Satanowski in der Nähe von Kiew entsprechend der Filmaufnahmen in einer auch sonst sehenswerten, aktuellen 40-minütigen russischen Fernseh-Dokumentation "Freimaurer in Rußland" (Secret.tv, bei 7`30).

Abb. 6: "Gefallener Engel", Schloß bei Kiev (Secret.tv, bei 7`30)
Damit bekämen natürlich die Figuren des Völkerschlachtdenkmals eine überraschend konkrete Deutung. Eine Deutung zumal, die angesichts des Erzengels Michael auf der Vorderfront keineswegs gar zu fernliegend sein bräuchte.

Abb. 7: "Gefallener Engel", Schloß bei Kiev (Secret.tv, bei 7`30)

(Letzte Ergänzung 8.12.2013) 

Freitag, 1. November 2013

"Das Fremde in mir, in meinem Gesicht"

Sind Kulturunterschiede des Gehens und des In-die-Welt-Sehens angeboren?
 
Miriam Yung Min Stein - in ihrem Lebensbericht "Black Tie" (2012)
Eine 1977 in Daegu in Südkorea geborene, dort von den leiblichen koreanischen Eltern ausgesetzte und von einem dortigen katholischen Waisenheim im siebten oder neunten Lebensmonat in eine deutsche Familie nach Osnabrück abgegebene Frau, ein Adoptivkind, fragt in ihrem 30. Lebensjahr, nachdem sie in ihrem Leben vor allem beruflichem Erfolg hinterhergejagt war, nach Grund, Herkunft und Ziel ihres Lebens: Die Journalistin, Film- und Theaterproduzentin Miriam Yung Min Stein (geb. 1977) (1 - 3). Der berufliche Erfolg hat für sich bei ihr nur innere Leere zurückgelassen. Und so fragt sie nach dem Sinn ihres eigenen, ganz persönlichen Lebens. Zum ersten mal stellt sie sich bei diesem Anlaß dem "Fremden" in ihr und in ihrem Gesicht. Diese Frage hatte sie lange verdrängt. Nun fragt sie diesem Fremden hinterher.

Sie reist nach Südkorea, nach Daegu. Ihr wird bewußt, daß diese Fragen mit vielen Schmerzen verbunden sind. Für sich befürwortet sie in der Konsequenz das Abgeben und Annehmen von Adoptivkindern aus einem Erdteil in einen anderen nicht.

Philipp Rösler auf weiblich und koreanisch, statt männlich und vietnamesisch. Gleich ist auffälligerweise, daß beide durch ein katholisches Waisenheim nach Deutschland abgegeben worden sind in norddeutsche Familien, wo beide Adoptivkinder je auf Adoptiveltern stießen, die schon leibliche Kinder hatten, die nun ihre Geschwister wurden.

Man legt den Bericht von dieser Konfrontation mit dem Fremden in sich, in ihrem Gesicht (1) mit Betroffenheit zur Seite, bzw. sieht sie mit Betroffenheit darüber reden (2). Und wird sich erst beim Lesen ihres Buches bewußt, beim Hören ihres Berichtes bewußt, welche Wohltat es ist zu wissen, woher man kommt, wo die eigene Heimat ist und keinen Zwiespalt in sich zu spüren zwischen dem, was man ist und dem, wie man aussieht.

Ein deutsches Adoptivkind koreanischer Herkunft betreibt Verhaltensforschung und Kulturpsychologie am lebenden Objekt - an sich selbst

Nach dem Lesen ihres Buches kann man sich auch ein Hörinterview mit ihr anhören (Berlin Audiovisuell, Januar 2009). Folgende Sätze in diesem lassen einen besonders aufhorchen und müßten im Grunde jeden klassischen Verhaltensforscher nach der Art eines Irenäus Eibl-Eibesfeld aufhorchen lassen (etwa nach der Hälfte des Interviews):
... Frage: So nach dem Motto, wie viel asiatische Mentalität ist in mir, obwohl ich dort nie war und die Sprache nicht beherrsche?

Antwort von Miriam Stein: Es gibt tatsächlich so körperlich asiatische Dinge an mir, die - da kommt dann die Frage nach der Genetik auf und so weiter - also bestimmte Sachen, motorische Sachen, kulinarische Sachen, die sehr asiatisch sind.

Frage: Ja, man geht anders in Europa?

Antwort: Man geht anders in Asien, würde ich sagen. Aber es kommt auf die Perspektive an. Es fängt ja schon da an, daß im Durchschnitt, durchschnittliche Frauen in Ostasien kleiner sind, überhaupt Menschen sind einfach kleiner, ein bischen schmaler und so weiter. Und mein Bild, das Bild, das ich kenne, sind natürlich große, blonde deutsche Menschen. Und allein das ist natürlich schon extrem anders. Jede Kultur oder jedes soziale Netzwerk hat natürlich seine eigenen Gepflogenheiten, auch aus motorischer Sicht. Sie wissen ja, Deutsche neigen ja eher zur Bodenständigkeit und in Frankreich wird eher getippelt und in Italien wird eher gegockelt. Und so ist es natürlich in Asien auch. Und Ostasien hat halt so eine ganz bestimmte (Art zu gehen), grade bei Frauen so mit dem leicht gesenkten Blick und nach unten mit kleinen komischen Schritten. Und das habe ich tatsächlich immer gehabt. Und ich bin immer ausgelacht worden. Und als ich dort war, habe ich so ehrlich gesagt: na also.
Es wäre noch einmal zu klären, ob diese Beobachtung mit den Forschungen des Daniel G. Freedman abgeglichen werden können, der Verhaltens- und Motorik-Unterschiede schon bei neugeborenen Babies unterschiedlicher kontinentaler Herkunft festgestellt hat.

In einem anderen Interview fällt der Satz (Brigitte):
Du schreibst, daß du manchmal das Gefühl hattest, im falschen Land zu Hause zu sein.
Sie sagt in diesem Interview auch:
Auf der Reise habe ich gemerkt, daß Korea ein tolles Land ist. Das Fremde in mir, in meinem Gesicht, ist mir quasi vorgestellt worden.
"Ich hatte früher immer Heimweh, ich habe als Baby nachts wahnsinnig viel geweint"

Da redet sie wirklich sehr kraß: "Das Fremde in mir, in meinem Gesicht." Und sie sagt:
Ich hatte früher immer Heimweh. Und als Baby habe ich nachts wahnsinnig viel geweint. Das ist hart - auch für die Eltern. Und dann das kulturelle Chaos, das eine Adoption auslösen kann.
Sie sagt über Adoption aus einem anderen Erdteil:
Wenn man einem Kind helfen will, warum nicht im eigenen Land? Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Man muß den Müttern helfen. In Korea wurden über 200.000 Kinder aus dem Land adoptiert. Was hat das für diese 200.000 Frauen bedeutet?
Auf die Frage nach Reaktionen auf ihr Buch sagt sie:
Von jungen Adoptierten habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen. Es gab aber auch ganz böse Reaktionen von Adoptivmüttern, die jetzt noch kleinere Kinder haben. Ich will natürlich niemandem verbieten, Kinder zu adoptieren. Aber die jetzt erwachsenen Adoptierten haben das Recht auf eine kritische Debatte.
Daß in westlichen Gesellschaften noch heute so viele Adoptivkinder aus anderen Erdteilen "importiert" werden, beruht klar auf ideologischen Vorgaben. Auf der Multi-Kulti-Ideologie. Auf der ideologischen Vorgabe, daß die unterschiedliche genetische Herkunft und die unterschiedliche frühkindliche muttersprachliche Prägung weltweit nicht wichtig sind für die Herausbildung der eigenen Identität von Menschen und der von ihnen gebildeten "Vergemeinschaftungen". Es wird derartiges Adoptieren noch heute richtiggehend beworben, indem bekannte Stars wie Madonna oder Angelina Jolie und Brad Pitt, die das tun, als vorbildlich hingestellt werden.

Miriam Stein spricht von schnulzigen oder schmalzigen Presseberichten über diese - - - "Vorbilder". Aber wer glaubt, daß genetische Herkunft und frühkindliche muttersprachliche Prägung "nicht wichtig" seien, der höre doch einfach einmal nur inzwischen erwachsen gewordenen Adoptivkindern zu. Sie erzählen etwas anderes. Und man bekommt plötzlich Hochachtung vor dieser großen Macht. Der Macht der Gene, der Macht der Herkunft, der Macht der Muttersprache, der Heimat, des eigenen Volkes. Warum auch wird diese große Macht, diese Größe in unserem Leben fortlaufend kleingeredet, weggeredet? Was ist das Ziel? Was ist die Absicht? All das ist doch etwas durch und durch Natürliches. Hier hat der Mensch Heimat, hier hat er Geborgenheit - alles Größen, nach denen doch moderne Gesellschaften händeringend suchen.

Man möchte fast meinen, daß Miriam Stein ihre Situation mit geradezu deutscher Gründlichkeit analysiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Buchlesern (auf Amazon oder sonst) kann ich am Ende ihres Buches nichts wirklich Versöhnliches finden. In einem nachfolgenden Interview (3) wird Miriam Stein geradezu zu einer Lobpreiserin der multikulturellen Gesellschaft, in der sie nun in Berlin lebt. Oder auch: in die sie sich geflüchtet hat. Dies ist ihre "Heimat". Hier sind die Menschen so "bunt", daß sie mit ihrem typisch asiatischen Aussehen nicht gar so sehr auffällt. Wo sie nicht so auffällt wie sie in den 1980er Jahren in Osnabrück aufgefallen ist. Hier spricht man - im Gegensatz zu Südkorea - eine Sprache, die sie selbst spricht, und in der sie sich selbst sich und anderen erklären kann. Was ihr in Südkorea nicht möglich war. Denn ohne die Sprache zu beherrschen, stand sie dort - obwohl dort alle so aussehen wie sie selbst - außen vor.

Ihr wurde erst in Südkorea bewußt, wie sehr der Mensch durch die Muttersprache zu dem gemacht wird, was er ist und wie sehr ihn die Muttersprache mit anderen Menschen verbindet, bzw. ihn von diesen trennt.

Sind Äußerlichkeiten "nur" Äußerlichkeiten?

Beim Lesen dieses Buches wird einem deutlich: Es ist schon reichlich merkwürdig, daß unsere heutige Kultur, die sonst immer so viel auf "Äußerlichkeiten" wert legt, gerade die "Äußerlichkeiten" der physischen Rasseunterschiede kleinzureden versucht und so tut, als wären sie ganz ohne Bedeutung. Man frage dann doch einmal, wie es Adoptivkindern damit geht oder gehen kann. Miriam Stein hat sich ständig damit auseinanderzusetzen. Wenn man Videos von ihr im Netz sieht (abc),  wird einem erst bewußt, wie sehr koreanisch sie aussieht. Wer Koreaner kennt, weiß, daß es auch unter ihnen Menschen gibt, die mehr Europäern ähneln als andere Koreaner. Aber Miriam Yun Min Stein wirkt aus irgendeinem Grund noch koreanischer als viele  Menschen, die in Korea geboren und aufgewachsen sind. Deshalb wird sie diesen Gegensatz und Zwiespalt womöglich noch krasser empfinden als andere. Zumal auch noch einmal die norddeutsche Art, ihr norddeutscher Sprachduktus den Gegensatz zu ihrer Herkunft verstärken, mehr verstärken als es ein süddeutscher Dialekt und damit verbundene süddeutsche Art tun würden. (In Süddeutschland findet man ja auch häufiger Menschen, die trotz ihrer Jahrhunderte alten deutschen Herkunft Miriam Stein äußerlich mehr ähneln, als in Norddeutschland.)

"Ich bin nicht undankbar, aber: Internationale Hilfe kotzt mich an."

In ihrem Bühnenauftritt "Black Tie" versucht sie, sich ihre Gefühle als neunmonate altes Mädchen klar zu machen, als sie in ihrer deutschen Adoptivfamilie ankommt (Black Tie, 22'00):
Du schaust hinaus und siehst nur Leute, die deutsch aussehen. Du schaust in den Spiegel und schaust anders aus, als du dich fühlst. Du bist nie ganz innen. Und du paßt nie ganz nach außen. Du hörst immer wieder: Dies ist das Beste, was dir passieren konnte. (...) Immer wieder merkst du, daß du den anderen fremd bist, weil du anders aussiehst. Dieses Fremde ist dir selbst aber auch fremd. (...) Du hast keine Ahnung, wie es klang, dort, wo du herkamst. Wie die Straßen klingen und wie die Menschen sprechen. (...) Du hast es mit Systemen zu tun. (...) Du bist eine Versuchsanordnung.
Miriam Yung Min Stein geht so weit zu sagen (Black Tie, 33'20):
Ich bin nicht undankbar, aber: Internationale Hilfe kotzt mich an.
Sollte man nicht auch irgendwann die Schlußfolgerung ziehen und sagen:
Ich bin nicht undankbar, aber: die Vermischung der Völker und Kulturen weltweit kotzt mich an
- - - ?
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  1. Stein, Miriam Yung Min: Berlin - Seoul - Berlin. Fischer-Krüger, Frankfurt/Main 2008 (Amazon)
  2. Helgard Haug; Daniel Wetzel; Co-Author Miriam Yung Min Stein: Black Tie, Rimini Protokoll, Berlin, 12.3.2012; auch: BBAW, Januar 2012
  3. Interview mit Miriam Yung Min Stein. Auf: Berlin Audiovisuell, Januar 2009
  4. Stein, Miriam: Wie die Wilden. Modetrend Ethno-Muster. (Früher trugen sie nur Globetrotter: Kleidung, die aussieht, als hätte sie ein Naturvolk gefertigt. Jetzt ist eine wahre Ethno-Manie in der Mode ausgebrochen, auch Prominente sind dem Trend bereits verfallen. Doch was ist der Unterschied zwischen Ikat, Navajo, afrikanischem Wachsdruck und Aborigine-Print? Eine kleine Musterkunde.) In: Süddeutsche Zeitung, 23.4.2012
  5. Stein, Miriam: Girls am Rande des Zusammenbruchs. (Laut, bunt und niemals erwachsen: Nach den Erfolgen des Korea-Pop wollen nun asiatische Popbands wie Perfume den Westen erobern. Dazu gehören, neben Musik und viel Fashion, Disziplin und harte Arbeit.) In: Süddeutsche Zeitung, 09.08.2013
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