Mittwoch, 26. Dezember 2018

Daniel Hermsdorfs Fragen zur völkischen Identität (II)



Fortsetzung des letzten Videos (4): Wie kann man in einer entwurzelten und vermischten Multikulti-Gesellschaft noch sinnvoll völkische Positionen vertreten? Bzw.: Wie kann man eine völkische Position argumentativ vertreten, verteidigen, rechtfertigen in "dieser" modernen, global vernetzten Welt?

00:00 - Jüdisch sein, heißt schlicht, völkisch sein. Deutsch sein, heißt schlicht, völkisch sein. Gruppenevolutionäre Strategien.

01:45 - Jedes Volk kann sich in internationalen Zusammenhängen erhalten. Indogermanische Einflüsse im China der Tang-Zeit (500 n. Ztr.).

03:00 - Seit über hundert Jahren ist den wachen Menschen bewußt, daß die europäische Völker in der Gefahr stehen unterzugehen.

06:00 - Pegida-Demonstranten sind überdurchschnittlich gebildet - wie kann das sein?

09:00 - Über weite Strecken bringe ich nur mein Unverständnis zum Ausdruck, wieviel Unverständnis man völkischen Positionen entgegen bringen kann.

09:30 - Ein Beispiel für die gebundene Sprache von Mathilde Ludendorff - wo ist in diesem das Problem.

10:15 - David P. Barash  "Das Flüstern in uns" - das Raunen des Rasseerbguts in uns, das Mitschwingen des Rasseerbguts in uns.

13:30 - Das Augusterlebnis 1914 wurde sogar von Deutschen mitten in England, inmitten des dortigen Deutschenhasses miterlebt.

23:30 - Die Donner-Party. Die Amish-People - Menschen, die in einer neuen Heimat angekommen sind und ihre Probleme.

24:23  - Ich verstehe endlich ein sinnvolles, von Daniel benanntes Problem: Die Multikulti-Problematik allgemein. Globalisierende Ideologien: Alexander der Große, Hellenismus, Christentum. Wenn ich selbst Rassemischling bin oder kulturell entwurzelter Mensch - wie soll ich mich dann gegenüber dem völkischen Gedanken positionieren?

27:00 - "Tatort Sonnwende" über völkische Siedler (2018). Ein V-Mann des Verfassungsschutzes begeht fahrlässige Tötung an seiner völkischen Geliebten, weil sie schwanger ist mit dem Kind eines Migranten: Die groteskeste Karrikatur ernsthaften völkischen Denkens und Handelns, nämlich eines solchen, wie man es sich selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehn begangen nur aus Geheimdienst-Hintergrund vorstellen kann (!).

28:15 - Im Leben von Mathilde Ludendorff hat es Rassemischlinge gegeben (nach damaligem Verständnis), zum Beispiel Otto Braun (1897-1918). Der Typ des "Halbblut" in Romanen von Karl May. Andere Beispiele:
1. Der FDP-Politiker Philipp Rösler (geb. 1973 in Südvietnam).
2. Der asiatische "Rocco" in einer Fidelio- (nicht Zauberflöten-)Inszenierung von Daniel Barenboim.
3. "Internationale" Weihnachtsfeiern in ganz alltäglichen Zusammenhängen einer normalen, weitgehend ethnisch homogenen, deutschen Provinzstadt können heute seelisch völlig tot ausfallen.

35:00 - 4. Die deutsch-koreanische Journalistin Miriam Yung Min Stein (1-3). Kulturell entwurzelte und/oder rassegemischte Menschen können deutlich indifferenter und diffuser oder auch deutlich entschiedener sein, was ihre ethnische Positionierung betrifft, verglichen mit Durchschnittsmenschen. Ihre Psychologie zu verstehen, heißt, die Ethnogenese moderner europäischer Völker zu verstehen.

39:00 - Rassemischung und kulturelle Entwurzelung sind AUCH "vorgesehen" in der Weltgeschichte. Todmöglichkeit ist in der Evolution angelegt. Alles, was wertvoll ist, muß auch gefährdet sein. All das kann man - unter anderem - aus der Philosophie von Mathilde Ludendorff ableiten.

Nachtrag: Was im Video noch nicht erörtert worden ist, ist das Faktum, daß die europäischen Völker rassegemischte Völker sind. Die Ausgangspopulationen sind 1. die (ebenfalls schon rassegemischten) Indogermanen von der Wolga (vielleicht macht es Sinn, sie eine "Sekundärrasse" zu nennen), 2. die osteuropäischen Jäger und Sammler, 3. die westeuropäischen Jäger und Sammler und 4. die früh- und mittelneolithischen, mediterranen Bauern. Fortentwicklung hat sich in der Geschichte der Nordhalbkugel immer erst durch die BEGEGNUNG unterschiedlicher Kulturen und Rassen ergeben, durch die Auseinandersetzung gegensätzlicher Kultur und "Volksgenetik". Das ist der dialektische Prozeß der Weltgeschichte: "In der Gefahr wächst das Rettende auch".
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  1. Hermsdorf, Daniel: Zur Frage völkischer Identität - Mail-Dialog mit Ingo Bading. Auf: Filmdenken, 19. Dezember 2018, https://filmdenken.de/zur-frage-voelkischer-identitaet-mail-dialog-mit-ingo-bading/
  2. Barash, David P: The whisperings within, 1979; dt. Übersetzung: Das Flüstern in uns. Menschliches Verhalten im Lichte der Soziologie, 1981
  3. Helgard Haug, Daniel Wetzel, Miriam Yung Min Stein: Black Tie. https://www.rimini-protokoll.de/website/de/project/black-tie
  4. Miriam Yung Min Stein: Berlin - Seoul - Berlin: Auf der Reise zu mir selbst. Krüger, Frankfurt 2008
  5. Bading, Ingo: "Das Fremde in mir, in meinem Gesicht" - Sind Kulturunterschiede des Gehens und des In-die-Welt-Sehens angeboren? GA-j!, 1. November 2013, https://studgenpol.blogspot.com/2013/11/das-fremde-in-mir-in-meinem-gesicht.html

Daniel Hermsdorfs Fragen zur völkischen Identität (I)


Plaudereien (und Aufregungen) am Weihnachtskamin

00:20 - Der Humangenetiker Gregory Cochran und sein Internetblog "West Hunter" (1, 2). Der Übergang des Menschen zum Ackerbau vor 12.000 Jahren. Hätte er nicht schon 100.000 Jahre früher zum Ackerbau übergehen können? Woran sollte man es erkennen können? Und warum ist er nicht schon 100.000 Jahre früher übergegangen?

02:45 - Jörg Lechler "5000 Jahre Deutschland" (1937). Nach 1945 kam die C14-Datierung, heute könnte man ein Buch schreiben "10.000 Jahre Deutschland".

06:00 - Signaturen im menschlichen Genom weisen auf genetische Anpassungen an die seßhafte Lebenweise hin.

07:45 - Mein Buchmanuskript zum Thema "200.000 Jahre Humanevolution" (3). Es ist widerlegt, daß wir genetische "Steinzeitjäger in der Metro" wären wie das die Klassische Verhaltensforschung noch annahm: jüngste Humanevolution in den letzten hundert- und zehntausend, ja, auch nur in den letzten tausend Jahren.

09:45 - Überall Weihnachts-Werbung für kostengünstige DNA-Sequenzierung, die Wissenschaftspresse erörterte das in den letzten Tagen (z.B. Wissenschaftssendung im Deutschlandsfunk).

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21:55 - Worüber müssen sich Gesellschaften, Völker, die Zukunft haben wollen, Gedanken machen? Das ist mitunter auch das Thema von Daniel Hermsdorf (4). Er wirft die Problematik auf von kulturell entwurzelten und rassegemischten Menschen und Völker und wie diesen gegenüber aus einer denkbaren völkischen Sicht argumentiert werden kann, wie sie argumentativ eingebunden werden können. Aufgehängt an der Tatsache international zusammen gesetzter Belegschaften von Firmen, zum Beispiel von Startups in Berlin (4).

30:45 - Daß das Abendland untergeht, das wissen Deutsche seit 100 Jahren. Die völkische Bewegung ist in ihrer größeren geistigen Breite nur eine Antwort darauf, daß genau das wahrgenommen wird. Aber: Zwei oder drei Generationen haben seit 1945 verpaßt, völkisch zu denken und - natürlich - das Denken ins Handeln umzusetzen.

Das Video bricht dann sehr plötzlich ab, weil der Speicherplatz auf dem Aufnahmegerät erschöpft war. Fortsetzung im nächsten Video.
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  1. Cochran, Gregory: Eemian agriculture? Auf: West Hunter, 21. Dezember 2018, https://westhunt.wordpress.com/2018/12/21/eemian-agriculture/
  2. Harpending, Henry; Cochran, Gregory: Natural History of Ashkenazi Intelligence. 2005
  3. Bading, Ingo: 200.000 Jahre Humanevolution. Buchmanuskript (siehe Internet)
  4. Hermsdorf, Daniel: Zur Frage völkischer Identität - Mail-Dialog mit Ingo Bading. Auf: Filmdenken, 19. Dezember 2018, https://filmdenken.de/zur-frage-voelkischer-identitaet-mail-dialog-mit-ingo-bading/

Montag, 24. Dezember 2018

Genetik und Machteliten


In diesem Video werden zwei Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt angesprochen (1-3).

Der britische Historiker Niall Ferguson mutet an wie der "Sven Felix Kellerhoff der britischen Freimaurerei". Was soll damit gesagt sein? So wie Sven Felix Kellerhoff in Deutschland die Orwell'sche Geschichtsumschreibung, die Anpassung der jeweiligen für die Öffentlichkeit bestimmten freimaurerischen Geschichtsdeutung an den "Zeitgeist" für das deutsche Publikum betreibt, so betreibt es Niall Ferguson für das englischsprachige Publikum. Und da dem englischsprachigen Publikum immer noch eine Spur mehr zugemutet werden kann, als dem deutschen, liest man bei Niall Ferguson schon heute das, was man in zwanzig Jahren auch in Deutschland als Mainstream, sprich, als "SvenFelix Kellerhoff" wird lesen können.

Es geht immer darum, schnöselig Elitenherrschaft ("Hierarchien") nur insoweit zu rechtfertigen und zu verteidigen als es dem Zeitgeist zuträglich erscheint, mehr nicht. Das darf man dann gerne auch als ein Historiker mit unschuldigem Milchbubi-Gesicht tun, das sieht gegenüber der Öffentlichkeit dann am besten aus.

Jedenfalls hat man bei Niall Ferguson sehr schnell alles beisammen, um ihn als einen "offiziellen" Historiker der elitären Hintergrundherrschaft zu erkennen und nicht etwa in irgendeinem Sinne als einen Kritiker derselben. Er bewegt sich selbst in völlig elitären Zusammenhängen mit seinem ganzen bisherigen Werk und dessen Themen: Warburg, Rothschild, Kissinger - was will man mehr? Offenbar Hofberichterstattung vom Allerfeinsten. Hofberichterstattung aus den Hierarchien der modernen Welt.

Und nun zeigt uns Ferguson noch weiterhin auf, in wie weit solche Hierarchien zugleich von "Netzwerken" getragen sind, sprich, sprechen wir doch Klartext: zur Macht gekommen sind aufgrund von "gruppenevolutionären Strategien", sprich, aufgrund des Zusammenhalts und des monotheistischen Eifers von ethnischen und/oder religiösen oder quasi-religiösen, nach Macht strebenden Männer(geheim)gesellschaften. Zu dem zweiten besprochen Buch siehe auch: (3).
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  1. Ferguson, Niall: The Square and the Tower. Networks, Hierarchies and the Struggle for Global Power. Penguin Books 2018 (zuerst: Allen Lane 2017)
  2. Plomin, Robert: Blueprint. How DNA makes us who we are. Allen Lane, September 2018
  3. Bading, Ingo: "Er sitzt wieder im Sattel, der genetische Determinismus". Eine wissenschaftliche Revolution ist im Gange - Rund um polygenetisch vererbte Merkmale. Studium generale, 19. Dezember 2018, https://studgendeutsch.blogspot.com/2018/12/wieder-einmal-reitet-er-der-genetische.html

Freitag, 21. Dezember 2018

Ausnahmesituationen des Lebens - Religiöse Menschen kommen mit ihnen besser zurecht

Erörterungen auf der diesjährigen Tagung der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft in Nürnberg

Zeitschrift der Feuerbach-Gesellschaft
Spannende Fragen wurden auf der jüngsten Tagung der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft in Nürnberg erörtert, auf der der emeritierte kirchenfreie Soziobiologe Eckart Voland und der emeritierte katholische Informatiker Bernd Schmidt referierten. Der Humanistische Pressedienst schreibt zur dortigen Diskussion abschließend (1):
Wie auch Voland in seinem Vortrag erklärt hatte, gibt es ja tatsächlich ernstzunehmende empirische Evidenz dafür, daß Gläubige mit Ausnahme-Situationen des Lebens, die von Angst, Streß und Schmerz geprägt sind, im statistischen Mittel besser fertig werden.
Folgt man Ludwig Feuerbach, der in seinem Werk dafür warb, Menschen nicht nur als Vernunftwesen, sondern auch als Wesen mit emotionalen Bedürfnissen zu verstehen, müssen Schmidts Schlußfolgerungen also nicht nur provozieren, sondern können auch zum Anlaß genommen werden, um zu fragen: Gibt es wirklich keinen Ersatz für Religion in dieser emotionalen Funktion? Und wenn doch: Was wirkt außer Religion noch emotional stabilisierend in möglichen Krisen? Und: Habe ich persönlich genug dieser haltgebenden Faktoren in meinem Leben?
Was für grundlegende Fragen. Gerne würde man noch einmal die wissenschaftlichen Studien durchsehen, in denen diese empirische Evidenz herausgearbeitet ist. Aber es wird sie sicher geben. Im "lustigen", gedankenlosen oder streßreichen Alltag sind solche grundlegenden Fragen verdrängt. Eckart Voland beendete seinen Vortrag mit dem Satz (zit. n. 2):
Wenn Religiosität Naturgeschichte hat, dann können wir erwarten, daß Aufklärung und Wissenschaft sie niemals verdrängen können.
Mit dieser Aussage gehe ich vollkommen einig. Sie hätte gerne auch im Bericht des "Humanistischen Pressedienstes" enthalten sein können. Womöglich aber wollte man der teil-atheistischen Leserschaft so weitgehende Aussagen nicht zumuten. Allerdings kann man noch viel, viel weiter gehen und sagen:
Religiosität hat Naturgeschichte - und Aufklärung und Wissenschaft werden mit modernen, nicht-supranaturalistischen, nicht-okkulten Formen von Religiosität die Menschen und Völker der Nordhalbkugel wieder emotional und damit auch demographisch stabilisieren. Das ist die große Erwartung, die - etwa - in der bis heute sehr wissenschaftsnahen Philosophie von Mathilde Ludendorff enthalten ist, die moderne, philosophisch nachvollziehbare Sinnangebote für Menschen und Völker bereit hält, zumal für Völker in geschichtlichen Ausnahmesituationen
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  1. Brynja Adam-Radmanic: Ist Religion in ihrer emotionalen Funktion ersetzbar?  Tagung der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft. 9. Nov 2018, https://hpd.de/artikel/religion-ihrer-emotionalen-funktion-ersetzbar-16164 
  2. Ulrike Ackermann-Hajek: Bericht vom Tagesseminar der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft am 27.10.2018 in Nürnberg, http://www.ludwig-feuerbach.de/denkmal.htm#n3

Dienstag, 30. Oktober 2018

An Euch 18-Jährige!




Gestern erhielt ich schon die zweite sehr interessierte Zuschrift aus dem Kreis der 18-Jährigen Zuschauer. Deshalb heute einmal eine Antwort an diese Gruppe. Die Kernsätze der Zuschrift lauteten:

"... Was mich nun aber als junger Mensch - der sich in den Wirren dieser Welt  noch nicht ganz gefunden hat - überfordert, ist die Fülle der wichtigen Themen, die es aufzuarbeiten gibt und dazu noch die verschiedenen Meinungen. Dabei verliert man sehr schnell den Überblick und die Orientierung und ich persönlich weiß manchmal nicht, wo ich anfangen soll, bzw. was nun wirklich wichtig ist und was noch eine weitere Verdrehung der Wahrheit darstellt. Nun, lange Rede kurzer Sinn, ich wollte Sie fragen, ob sie mir einen Ratschlag an die Hand geben können, wie man sich in diesem Informationschaos der heutigen Zeit zurechtfinden kann und das möglichst ohne auf Irrwege geleitet zu werden."

Puh, schwierige Frage!!!!

04:00 - Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?
05:50 - Gutes Buch, um Überblick zu gewinnen, was "völkische Bewegung" bedeutet: Dietrich Bronder "Bevor Hitler kam".
10:00 - Erster Orientierungspunkt vielleicht auch: Giordano-Bruno-Stiftung (GBS).
Eckart Voland, lange Zeit der einzige Humansoziobiologe in Deutschland.
Leben wir im ersten "Jahrhundert der Lüge"?
Nein, im Mittelalter lebten wir in zahllosen Jahrhunderten der Lüge.
25:00 - Peter Sloterdijk "Du sollst dein Leben ändern": Wir müssen Leute sein, "die in Form sind". Wir brauchen "Trainingsprogramme".
26:50 - Es ist gut, wenn man gute Leute in seinem Bekanntenkreis hat. Askesen üben.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Rechtsintellektuelle in Deutschland - GANZ VORNE (im Denken und Forschen)?




Und: Was eigentlich ... ist los mit dem Volkslehrer?      :o)

# # #  # # #

EINLEITENDES 

(zu Daniel, Nikolai und Philipp)
01:00 - Daniel Hermsdorf fragt: Woher weiß ich, daß sich Werner Best in freimaurerischen Netzwerken getummelt hat? (So hatte ich es im letzten Video erwähnt.) Kurt Ziesel hat Elitenkontinuität über 1945 hinweg schon in den 1960er Jahren breit thematisiert. - Was man aktuell lesen muß: "The Square and the Tower" von Niall Ferguson.
06:20 - Nikolai Nerling, der Volkslehrer, macht ein Video über das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und er klärt NICHT darüber auf, daß es sich um das größte Freimaurerdenkmal der Welt handelt. Das Buch "Das Testament der Freimaurer" und meine ungelöschte Amazon-Rezension darüber (4).
09:00 - Orwellzeit redet riesen großen Quatsch über Richard Lynn.
Eliten-Kontinuität, Seilschaften, Netzwerke nach 1945, wohin man blickt. Beispiel Fritz Tobias, seine Arbeiten zur Reichstagsbrandforschung oder zur Blomberg-Fritsch-Krise 1938 (sein Buch "Der Sturz der Generäle") dienten immer dazu, elitäre Tätergruppen, Netzwerke zu vertuschen. 

HAUPTTHEMA

17:20 - Frage eines Zuschauers: Wie unterscheide ICH mich von dem Internetblog "Morgenwacht"?
19:50 - Der biopolitische Ansatz begründet 1969 und in den nachfolgenden Jahren die "Neue Rechte". Auch gute Leute und Nichtchristen wie Prof. Henning Eichberg verfolgten diesen Ansatz seit den 1980er Jahren nicht weiter (1). Deshalb Rechristianisierung und Entkernung der Neuen Rechten seit dieser Zeit möglich.  
Die Ethnogenese des aschkenasischen Judentums.

33:30 - Deutscher Eifer anstelle des monotheistischen Eifers, Fanatismus.
Wir Deutschen werden gebraucht - von der Weltgeschichte.
42:25 - Charles Murray und sein Buch "Human Accomplishment" zeigt die Vielfalt des Begabungsspektrums indogermanischer Völker auf. Fichte macht in den "Reden an die deutsche Nation" auf die Einzigartigkeit der deutschen Muttersprache aufmerksam ("Ursprache").

Wertvollster kultureller und wissenschaftlicher Austausch über Volksgrenzen hinweg, Beispiele:
- William D. Hamilton, der Begründer der Soziobiologie, seine Lebenserinnerungen "Narrow Roads of Gene Land".
- Max Delbrück, seine "fröhliche Respektlosigkeit".
- Wilhelm Furtwänglers Brief an Joseph Goebbels 1933 über die Vertreibung jüdischer Kulturschöpfer und -vermittler (2).
Konrad Lorenz - "Der Abbau des Menschlichen".
Marek Kohn "When Giants walked the Earth" (3). Die britischen Giganten des darwinischen Denkens. Und in Deutschland? - Wie heißen die entsprechenden deutschen "Giganten": August Weismann - Ernst Haeckel - Mathilde Ludendorff und viele heutige Mitglieder der Giordano Bruno-Stiftung, die das naturalistische, naturwissenschaftsnahe Denken vertreten.

DIE WICHTIGSTE AUSSAGE DIESES VIDEOS

Der Mensch hat - nach Mathilde Ludendorff (aber auch nach vielen anderen Denkern) - ZWEI Erkenntnisorgane: das rationale wissenschaftliche Denken und die Intuition, das Erleben, die Empathie - Mathilde Ludendorff fast letzteres zusammen unter dem Begriff "Gotterleben". Das Weltall wurde nach ihr erschaffen, damit das Göttliche, das mit ihm in Erscheinung tritt, bewußt erlebt würde von Großhirn besitzenden Wesen. Solcher Sinngebungen bedarf es, damit die Völker weltweit überleben. Die Völker und Menschen leben nicht vom Brot allein (sprich, von der Vernunft, auch nicht von der rationalen "Rasseerkenntnis" oder der rationalen Religionsdemographie). In der Muttersprache ist noch viel mehr enthalten als nur rationale Welterkenntnis, es ist Gotterleben in ihr enthalten ("Kulturworte"), sie führt zu Gotterleben hin. BEIDE Wege der Erkenntnis müssen gegangen werden zur Volks- und Rasseerhaltung. Morgenwacht geht - wie fast alle in der alternativen Öffentlichkeit bisher - nur den einen der beiden Wege, den rationalen. Er ist der einfachere, schlichtere Weg, er fordert nicht so viele innere menschliche Umstellungen von dem einzelnen Menschen, der ihn geht.

Durch gute Taten, durch gutes Handeln komme ich dem Göttlichen näher. So sagt es auch Plotin. Das Wahre fördert das Gute und das Gute fördert das Wahre.

01:12:00 - Astroturfing, Kunstrasenbewegung, künstlich hervorgerufene alternative Öffentlichkeit allerorten.
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  1. https://studgenpol.blogspot.com/2017/06/henning-eichberg-ist-gestorben-ein.html
  2. https://studgenpol.blogspot.com/2018/03/wilhelm-furtwangler-der-grote-dirigent.html
  3. https://www.nature.com/articles/431021a
  4. https://www.amazon.de/Testament-Freimaurer-Affeldt-Frank-Heinrich/dp/3981287568

Dienstag, 23. Oktober 2018

Der völkische Gedanke in der Weltgeschichte

Geschichte, Wissenschaftsgeschichte, Geistesgeschichte der letzten 200 Jahre

Der völkische Gedanke ist ein Gedanke der Moderne. Er war in der Geschichte des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung und ist es heute - offensichtlich - wieder. Es kann sogar aus der modernen Wissenschaft heraus die These vertreten werden, daß er der fortschrittlichste Gedanke unserer Zeit ist. In diesem Video jedenfalls werden für eine solche These Argumente zusammen getragen. Dazu wird vorbereitend ein Blick zurück geworfen in die geistes- und naturwissenschaftliche Entwicklung, die zu der heutigen Situation führte. Es wird an einige Eckpunkte der Geistes- und Wissenschaftsgeschichte erinnert.





Da ist zunächst das Thema Französische Revolution und Volksgedanke: Zuerst in Frankreich, dann in allen anderen europäischen Völkern entsteht eine neue Form der Verbundenheit mit dem eigenen Land, der eigenen Nation, der eigenen Kultur. Der damals neue Volksgedanke fand z.B. auch Ausdruck in der allgemeinen Wehrpflicht: Jeder Erwachsene galt als Verteidiger seines Volkes, sowie seiner (revolutionären) Werte und Errungenschaften.

Der deutsche Schriftsteller Ernst Moritz Arndt formulierte 1813 in diesem Sinne:
"Ein Volk zu sein ist die Religion unserer Zeit." 
Von Hölderlin, Hegel, Schelling und Fichte gibt es zahllose ähnlich lautende Gedanken. Dann kam 1869 Charles Darwin:
"On the origin of species by natural selection - Or: The preservation of favored races in the struggle for life".
Darwin sah Evolution - schon im Untertitel seines Hauptwerkes - als "Erhaltung der bevorzugten Rassen im Daseinskampf" an.

Sein Neffe Francis Galton begründete darauf die Erforschung angeborener menschlicher Begabungsunterschiede. Sein Hauptwerk "Hereditary Genius" wurde vor 1914 von zwei österreichischen Sozialisten ins Deutsche übersetzt, es wurde also - und das wohl mit viel Recht - als Ausdruck des Fortschrittsgedankens einer großen Zeit empfunden.

1880er Jahre: Antisemitismus, Ablehnung monotheistischer Religiosität, des monotheistischen Eifers, Rückbesinnung auf das Heidentum.

Einer der wichtigsten, weil gedanklich durchstrukturierten und evolutionär ausgerichteten theoretischen Vertreter der völkischen Bewegung in Deutschland war Mathilde Ludendorff. Dies findet u. a. Ausdruck in ihrem Vortrag "Der göttliche Sinn der völkischen Bewegung" (1923) und mehr noch in ihrem Buch "Die Volksseele und ihre Machtgestalter" (1935).

Von Anfang an war die völkische Bewegung ZUGLEICH massiv durchzogen von Okkultlogen aller Sorten.

14:35 - Wie kam die Mordmoral in die völkische Bewegung? Der Fall Werner Best, erläutert durch Jörg Friedrichs "Die kalte Amnestie". Seine blutdurchtränkten "Boxheimer Dokumente" von 1931. Das Wissen um die Judenerschießungen im Osten.

"Nationalsozialismus und Modernisierung". Der völkische Shintoismus.

20:45 - Eine ganz große Wende im menschlichen Denken: die Soziobiologie ab 1964. Theoriedebatte bis heute: Individual-, Verwandten- und Gruppenselektion mündet (heute) in die Theorie von der Mehrere-Ebenen-Selektion.

David Sloan Wilson und viele andere heutige Vertreter der Gruppenselektion, auch Eckart Voland sagen: Gruppenkonkurrenz trägt mit dazu bei, daß Altruismus in der Evolution entsteht und sich halten kann.

Von Kevin MacDonald 1994 durchdekliniert anhand von Judentum und Antisemitismus als gruppenevolutionäre Strategien. Besonders prägnant ausgeformt aufgrund des "monotheistischen Eifers", des monotheistischen Fanatismus.

"Lewontin's Fallacy". Der Fehlschluß des rasseleugnenden wissenschaftlichen Eiferers Richard D. Lewontin.

Steve Sailer 2004: "Ten years after The Bell Curve".

Über die Hälfte der Anhängerschaft der kirchenfreien Giordano-Bruno-Stiftung wissen um die hohe Erblichkeit des IQ und stehen deshalb Thilo Sarrazin's wissenschaftsnahen Ausführungen offen gegenüber.

Letzter Schritt in dieser Entwicklung: Die Ancient-DNA-Forschung seit 2015.


42:20: Die Geschichte der Völker und Rassen weltweit liegt heute vor uns aufgeschlagen  wie ein offenes Buch.

43:15: Die meiste genetische Veränderung, die weltgeschichtlich geschehen ist, ist in Europa geschehen.

Schon vor Beginn der Bronzezeit war der europäische Menschentypus noch der heutigen Zeit formiert, seitdem gibt es bei uns genetische Kontinuität. Und es ist sehr in Frage zu stellen, ob es nicht ein Frevel an den Gesetzen der Weltgeschichte darstellt, wenn man heute diesen Menschentypus durch künstlich erzeugte Kinderarmut und Massenmigration vernichten will.

Warum läßt die Weltgeschichte neue Völker entstehen? Die Kinderstube der Weltgeschichte.

52:30 - Deutsch sein heißt, an den wissenschaftlichen Bestrebungen der Nation Anteil zu nehmen.

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  1. Bading, Ingo: "Der Bruderschaftsgedanke wurde dem Individualismus entgegengestellt." Gestapo-General Werner Best - die bislang "gelungenste" Personifizierung der Okkultgeschichte Deutschlands während des 20. Jahrhunderts? GA-j!, 21. Mai 2011, https://studgenpol.blogspot.com/2011/05/der-dritte-mann-hinter-himmler-und.html

Donnerstag, 20. September 2018

"Hegel und die Pathologien der Moderne - Oder: Das Ende des Geistes im Anthropozän"

Eine sehr grundlegende Fragestellung mit weitem Fragehorizont

Was für ein Titel: "Hegel und die Pathologien der Moderne - oder: Das Ende des Geistes im Anthropozän". So ist ein neuer Aufsatz benannt, erschienen in der Zeitschrift "History & Theory - Studies in the Philosophy of History" (1). Was für fundamentale und grundlegende Gedanken sind da schon im Titel angesprochen, welche grundlegenden Phänomene lassen sich da vor dem Hintergrund des Hegel'schen Philosophierens erörtern. Zum Begriff Anthropozän siehe Wikipedia (Wiki).

Abb.: Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Der Aufsatz dreht sich um die weltweite ökologische Krise, um den Klimawandel und um die "Selbstregulierung", "Selbstkorrektur" des freien, selbstverantwortlichen menschlichen Geistes in Antwort auf diese Krise, bzw. er dreht sich um die Frage, ob der freien menschliche Geist zu einer solchen Selbstkorrektur überhaupt noch fähig ist.

Nun, die hier behandelte Fragestellung kann in dieser fundamentalen und tiefgehenden Weise auch auf die kulturelle Krise der Menschheit ganz allgemein ausgedehnt werden. Auch bezüglich der letzteren ist es doch - und mit noch viel mehr Berechtigung - möglich und sinnvoll, von einem "Ende des Geistes", des Geistes an sich, im "Anthropozän" zu sprechen. Es handelt sich hierbei um einen Umstand, den die Philosophin Mathilde Ludendorff (1877-1966), die hundert Jahre nach Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770-1831) lebte, mit dem Begriff von der "Todesnot des Gottesbewußtseins auf unserer Erde" benannte, eine Todesnot, die ebenfalls umfangreichste gesellschaftliche Pathologien in der Moderne nach sich ziehen würde, bzw. mit diesen Pathologien einhergehen würde.

Und tatsächlich ist die Frage unbeantwortet: Wie kommt es zu einer Selbstkorrektur des menschlichen Geistes im Angesicht dieser unglaublich weitreichenden gesellschaftlichen Pathologien? Der Aufsatz scheint aber über viele Seiten hinweg nur die Frage selbst in immer neuen Varianten zu stellen, etwa wenn es heißt (1):
"Trotz des Selbstkorrektur-Potentials der Moderne kann dasselbe verkümmern, weil seine belebenden Prinzipien - wie jede andere Kultur - naturalisiert werden als Gewohnheiten und Gebräuche. Wenn die belebenden Normen der Gestalt dieses Geistes in Dissonanz stehen mit den Notwendigkeiten der Gegenwart, werden sie ebenfalls kollabieren."
Original: "Despite modernity’s self-correcting potential, it can atrophy, because its animating principles, as with any other culture, become naturalized as habits and customs. If the animating norms of this shape of spirit are dissonant with the needs of the present, it too will collapse."
Und es wird in dem Aufsatz gefragt (1, S. 375),
"ob die Moderne den natürlichen Kreislauf von Fortschritt und Niedergang, durch den er (Hegel) den Fortgang der Weltgeschichte beschreibt, entkommen kann."
Original: "of whether modernity can escape the natural cycle of progress and decline by which he describes the movement of world history."
Es wird ausgeführt, daß Hegel postuliert, daß die Hochkulturen der Welt jeweils vier Phasen durchlaufen (1, S. 373):
"Entwicklung, Bildung, Überbildung, Verbildung"
Soweit so gut. Aber nachdem die Frage gestellt ist und erste Überlegungen angestellt sind, tut sich Ratlosigkeit auf. Natürlich stand Hegel noch nicht vor der Dringlichkeit der hier eröffneten Fragestellung so wie wir heute vor einer solchen stehen. Mit entwicklungsmäßigem Niedergang, Entfremdung, Vernichtung als Voraussetzung für Neues hat Hegel es ja immer wieder in seinem Philosophieren zu tun. Er beschreibt ja alles weltgeschichtliche und individuelle Zu-sich-selbst kommen als einen dialektischen Prozeß. Und offensichtlich stehen wir heute wieder an dem Übergang zu einem neuen Zeitalter, einem Übergang, der durch Züge des Katastrophalen, der Zerstörung, der Entfremdung bestimmt ist. Wo kündigt sich nun in dieser allgemeinen Zerstörung jene Verheißung aus der "Seherin Gesicht" in der "Edda" an (Gutbg):
"Auftauchen sehe ich zum anderen male ..."
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  1. Lumbsden, Simon: Hegel and Pathologized Modernity, or: The Ende of Spirit in the Anthropocene. In: History & Theory, Volume 57, Issue 3, September 2018, S. 371-389, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/hith.12070
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropoz%C3%A4n

Dienstag, 4. September 2018

"Seid nur fromm, wie der Grieche war ..."


Die Griechenland-Begeisterung der deutschen Klassik - Unsere Religion

In diesem Video wird ein kleiner Bildungsgang skizziert, über den wir unserer deutschen Kultur wieder nahe kommen können. Eine solche Annäherung geht fast gar nicht ohne den Umweg über eine Auseinandersetzung mit der antik-griechischen Kultur. Sich an diesen Grundgedanken anzunähern, darum geht es in diesem Video. Dieses Video beginnt aber - vielleicht ganz unprosaisch - mit einer Bettszene.

00:00 - Eine Bettszene der deutschen Literaturgeschichte: Eduard Mörike's "Häusliche Szene".

08:48 - Den Rhythmus dieser Dichtung findet man auch in der "Ilias" von Homer. Aber warum sollte es Gründe geben dafür, daß man die "Ilias" von Homer kennt? Sie ist eines der grundlegendsten Religionsbücher der Deutschen. Sie war auch schon eines von den antiken Griechen und Römern selbst. Es ist sehr wesentlich, die antik-griechische Kultur zu verstehen. Ohne ein solches Verständnis versteht man auch nicht, warum die Deutschen des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik sich so sehr für die antik-griechische Kultur begeistert haben. Es geht in diesem Video also darum, den Geist der heidnischen, antiken Welt zu verstehen und sich in diesen hinein zu denken.

12:05 - Begeisterung für das antike Griechenland ist eine durchgehende Konstante im Gesamtwerk des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller.

12:29 - Nur als Beispiel: "Die Götter Griechenlands" von Schiller.

16:10 - Seine Schrift "Über die ästhetische Erziehung des Menschen". Eine solche Erziehung ist - nach Schiller - die Voraussetzung für jede politische Revolution. Und hier ist man am Kern humanistischen deutschen Bildungsideals. Der Kern ist - im Sinne Schillers - "furchtbar wie Agamemnons Sohn" zu sein, um in diesem Geist unser Jahrhundert "zu reinigen".

19:25 - Der Ton, die Stimmung der "Ilias" von Homer, ihr Geist - wie kommt man diesen nahe? Der Grundzug ist: Dieses Buch ist durchtränkt von Schönheit. Alle Menschen sind edel, schön, erhaben, groß, voller Würde, voll Glanz, sie mögen tun was immer sie wollen. Dasselbe gilt von allen Göttern. Es gilt von den Göttern im Himmel, auf der Erde und im Meer.

23:45 - Hektors Abschied von Andromache. Schillers leidenschaftliches Gedicht dazu. Auch der griechische Biograph Plutarch ist eine wichtige Quelle, um die Griechenland-Begeisterung der Deutschen zu verstehen und sich in sie hinein zu leben.

27:20 - Hektors Abschied von Andromache im Originaltext der Ilias - als ganz willkürlich gewählter Textauszug, als ganz willkürlich gewähltes Textbeispiel.

39:35 - Mein Grundstudium der Alten Geschichte in Mainz. Althistoriker können heute kaum oder so gut wie gar nicht Anteil wecken für den außerordentlich tiefen SEELISCHEN Gehalt der antik-griechischen Kultur. Nicht die politische Geschichte der damaligen Zeit erschließt einem diesen seelischen Gehalt. Sie vielmehr verbirgt ihn sogar sehr tief. Es ist ganz allein Dichtung wie die von Homer oder bildende Kunst nach der Deutung von J. J. Winckelmann. Neben Winckelmann's Schriften ist ein weiterer Zugang zu dem Geist der antik-griechischen Kultur: Die Archäologie Pompeji's.

44:30 - Friedrich Hölderlin's Roman "Hyperion". Norbert von Hellingrath, gefallen mit 28 Jahren 1916 vor Verdun, hat sich noch unmittelbar vor seinem Soldatentod um das Bekanntwerden Hölderlins in Deutschland sehr verdient gemacht.

"Seid nur fromm, wie der Grieche war ..." (Hölderlin)

/ Titel geändert: 19.9.18 /

Dienstag, 28. August 2018

Unser 2. Kennenlern-Treffen im Berliner Raum - Rückblick


00:00 - Eindrücke vom letzten Wochenende
01:20 - Neue Teilnehmer-Zusammensetzung - Diesmal auch mit zwei kinderreichen Familien
03:30 - Künftig auch eine weibliche Tagungs-Leitung. Verbesserungen künftig: a) kultureller Teil muß immer noch mehr Beachtung finden, 
04:30 - b) es soll sich künftig auch an den Wochenenden - wenn möglich - eine Gemeinschaft bilden (u.a. Teilnahme aller an Gemeinschaftsverpflegung wäre gut dafür)
06:30 - Thema: "Des Menschen Seele" - 1. Die Seele als Wille, 2. Die Seele als Bewußtsein
07:30 - Gewünschte künftige Themen: 
- weitere Teile aus der Psychologie Mathilde Ludendorffs
- die Psychologie beseelter Sexualität Mathilde Ludendorffs
- Themen aus dem großen Themenfeld Evolution und Philosophie
- Aspekte des persönlichen Lebens Mathilde Ludendorffs
- Aspekte der Geschichte der Ludendorff-Bewegung
- Kindererziehung
- Kontaktbörse
11:05 - Gerhard Roth's Vortrag "Wie das Gehirn die Seele macht"
14:20 - Frage, die immer wieder aufkommt: Gibt es ein Fortleben nach dem Tod?
16:00 - Erb-Erinnern a) an die Unsterblichkeit der Einzeller oder b) an das religiöse Erleben unserer Vorfahren
18:40 - Wir wollen künftig auch mehrstimmig singen.
19:10 - Volksseele wird in der Gemeinschaft erlebt, auch wir können uns als Gemeinschaft erleben auf solchen Treffen.
20:00 - Vorgesehene nächste gemeinsame Termine zum Vormerken: 13.10., 17.11., sowie 24.11..
22:30 - Video-Produzenten können sich gerne noch einbringen.

Samstag, 18. August 2018

Spiritualität, Gotterleben - Sind sie naturwissenschaftlich erforschbar?


Die Bücher "Des Menschen Seele" und "Selbstschöpfung" von Mathilde Ludendorff. Ein Gespräch mit einer Fachfrau darüber. Als Vorgespräch für das nächste Wochenende.
Vortrag und Buch "Wie das Gehirn die Seele macht" von Gerhard Roth. Ich möchte auch hier eine Lanze brechen für Gerhard Roth und damit für die Naturwissenschaft an sich.
Z.B.: Die Schönheit einer mathematischen Formel gilt vielen theoretischen Physikern als Wahrheitskriterium.
Der Begriff "Seele".
Das Seelische an sich ist naturwissenschaftlich erforschbar. Einfühlungsvermögen, Empathie zum Beispiel via Oxytocin-Ausschüttung. 
Jede Therapie, selbst Kartenlegen ist erfolgreich, wenn einmal ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis zwischen Therapeut und Patienten hergestellt ist.
Auch an Spiritualität kann man sich naturwissenschaftlich annähern.
Die Spiritualität indischer, buddhistischer Mönche, sogenannte "Erleuchtete". Kritik von Mathilde Ludendorff an künstlich hervorgerufenem, sogenanntem "Gotterleben". Selbsthypnose.
Was wäre dem gegenüber natürliches Gotterleben?
Es gibt seelenlose Menschen. Wie kann man denen noch Seele zusprechen?
Gotterleben kann nur spontan erlebt werden, es ist ursachlos, es ist nicht an Raum und Zeit gebunden.
Auch heilige Orte, Kraftorte rufen nicht zwangsläufig Gotterleben hervor.
Kinder sind instinkthaft von Gott erfüllt, erleben das Göttliche aber nicht bewußt.
Das Gute ist nicht mit der Vernunft zu begreifen. Das Wesen des Guten ist nicht rational.
Das gilt auch für das Wahre. Evolutionäre Erkenntnistheorie, Hypothetischer Realismus.

19:44 - Exkurs in den Bereich der Philosophie:
Für die Klärung weltanschaulicher Fragen sind die Deutschen begabt. Aber es geht nicht nur um Weltanschauung, es geht um Philosophie.
F. W. J. Schelling "Über das Wesen deutscher Wissenschaft" (1807) (1). 
Hölderlin: "Philosophie mußt Du studieren und wenn Du nicht mehr Geld hättest als nötig ist, um eine Lampe und Öl zu kaufen und nicht mehr Zeit als von Mitternacht bis zum Hahnenschrei."
"Kant ist der Moses unserer Nation" (Fr. Hölderlin)
Philosophischer Idealismus: Die Welt ist nur meine Vorstellung.
Dieter Henrichs Bemühen, den Kern des deutschen Philosophierens, das von Friedrich Hölderlin ausging. Hölderlins Text "Urteil und Seyn". Hölderlin geht von einem unabhängig vom menschlichen Bewußtsein bestehenden Sein aus.
Sprich: Die Philosophen stellen - oft - sonderbare Fragen, nämlich, ob es eine real existierende Außenwelt außerhalb unseres Bewußtseins überhaupt gibt. Heutiger Stand dazu: Hypothetischer Realismus.
Exkurs-Ende

29:28 - Es gibt  kaum etwas, was nicht naturwissenschaftlich erforschbar oder beschreibbar ist. Barbara J. King (geb. 1956) und ihr Konzept des "Belongingness", des "Sich zugehörig fühlen zu" etwas (2).*)
39:55 - Wo ist das Göttliche? Wo finde ich es? Nicht zwangsläufig dadurch daß ich Psychologie betreibe. Annäherung an das Göttliche ist Kunst, Kultur, Musik.
40:30 - Sich gemeinsam rhythmisch bewegende Menschen schütten andere Hormone aus als Menschen, die das nicht tun.
41:30 - Meine Ferienlektüre waren Briefe von Beethoven.
42:05 - Überfüllte Email-Postfächer, wenn man aus dem Urlaub nach Hause kommt. Und ihre Bewertung.
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*) In einer Online-Rezension des Buches heißt es etwa: "Religion is defined here alternately as a kind of human emotion associated with social 'belongingness'."
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  1. Schelling, F. W. J.: Über das Wesen deutscher Wissenschaft (1807)
  2. King, Barbara J.: Evolving God - A Provocative View on the Origins of Religion", 2007

Donnerstag, 2. August 2018

Treffen demnächst: 24. bis 26. August // "Orwellzeit" - Bodenlos plumper...



00:00 - Sammlung von Themen für das nächste Treffen am 24. bis 26. August (am selben Ort wie das letzte mal). Kontaktmöglichkeiten. Matthias Koepke von "Esausegen" schlägt 3 Themen vor (A bis C): 

01:48 - A. "Wie das Gehirn die Seele macht" von Gerhard Roth vorführen ( https://youtu.be/wqMIC2QSN10 ). Das unterstütze ich selbst, Ingo, ungeteilt (siehe: 1). In seinem Buch schreibt Roth übrigens, was ich hier ergänzend einfügen möchte (S. 370): "In diesem Buch haben wir mit 'Seele' die Gesamtheit der Vorgänge bezeichnet, die sich in unserem bewußten, vorbewußt-intuitiven und unbewußten Fühlen, Denken und Wollen ausdrücken. Hierfür gibt es im Deutschen kein besseres Wort, auch wenn 'Geist' und 'Psyche' wesentliche Teile davon abdecken." Alle hier referierten Erkenntnisse lassen sich 1:1 auf die parallelen Erkenntnisse über die menschliche Seele von Mathilde Ludendorff beziehen (2).

02:35 - B. Aus aktuellem Anlaß würde Matthias noch einen Vortrag anbieten mit dem Titel "War das Christentum eine Waffe gegen unsere Ahnen oder ist sie es sogar gegen uns selbst?" Nikolai Nehrling hat das in seinem Vortrag ( https://youtu.be/n4bwT5MfSzE ) behauptet und hat damit heftige Kritik geerntet ( https://youtu.be/pRckrFmm_Do ). (Ok, Einschub Ingo: Letzteres Video ist ja wohl ein komischer Vogel, ich finde nicht, daß der ernst zu nehmen ist. Aber gut.) Matthias würde versuchen, mal zu beleuchten, warum Nikolai mit seiner Aussage recht hat. Dazu übrigens auch allgemeiner sehr, sehr lesenswert: (3).

03:13 - C. Matthias weist weiterhin darauf hin, daß er auch noch eine interessante Zusammenstellung veröffentlicht hat mit dem Titel "Ist die Ludendorff-Bewegung konservativ" (4). Auch diese könnte er beim nächsten Treffen vorstellen, oder zu einem anderen Zeitpunkt. - Nein, meine Meinung: die Ludendorff-Bewegung ist nicht konservativ. Christentum ist konservativ.

05:13 - Zu dem neuen Buch "Glücksfall Mensch - Ist Evolution vorhersagbar?" von Jonathan B. Losos (5).

08:06 - Es muß außerdem konkret über die Philosophie von Mathilde Ludendorff geredet. Ich habe da bislang zu viel um den heißen Brei geredet. Ich werde auf dem Treffen über die Inhalte des Buches "Des Menschen Seele" referieren (2).

09:24 - Innere Emigration ist tausend mal wichtiger als äußere. Auch innere Emigration sich selbst gegenüber. Ich war bisher zu lasch. Wie alle. 

11:54 - Anregung, zu den von Nikolai Nerling angekündigten Veranstaltungen zu gehen in Berlin und Chemnitz. Übrigens: Auch für unser Treffen am 25. konnte eine Singe- und Volkstanzleiterin gewonnen werden (!!!). Sprich: Die Reihen der Guten schließen sich. So daß sich auch GERNE Zwanzigjährige beiderlei Geschlechts - oder auch jünger - angesprochen fühlen können, zu dem Treffen zu kommen. Sie werden auf ihre Kosten kommen und viele neue Tänze und Lieder lernen. Die verkopften Diskussionen der Älteren werden in ihre Schranken zu weisen sein. :-)

12:50 - Kultur ist im Kern immer: Wie finden Mann und Frau zusammen? Philip von "Orwellzeit" irritiert mit seinem neuen Video mit Nachdruck. Was will er damit? Will er sich erst als Ekelpaket darstellen, um dann um so leuchtender den Frauen-Versteher zu geben? Nein, es wäre an der Zeit, endlich von innerer Schönheit zu reden. Sie ALLEIN bestimmt über den Wert JEDES Menschen. - Anabel Schunke? Und ihre sekundären Geschlechtsmerkmale? Wer braucht die? Und wo fände man bei ihr echte, innere, weibliche Werte?
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  1. Bading, Ingo: Beseelungswissen (II) - Gerhard Roth - "Wie das Gehirn die Seele macht". Gesell. Aufbruch - jetzt!, 6. März 2016, http://studgenpol.blogspot.com/2016/03/beseelungswissen-ii-gerhard-roth-wie.html
  2. Ludendorff, Mathilde: Des Menschen Seele. 1923, https://archive.org/details/MathildeLudendorffDesMenschenSeele
  3. Zydowitz, Kurt von: Glaubensumbruch - Ein Verhängnis. 700 Jahre germanisch-deutsche Geschichte. Verlag Mein Standpunkt 1974, https://archive.org/stream/ZydowitzKurtVonGlaubensumbruchEinVerhaengnis700JahreGermanischDeutscheGeschichteTeilI/Zydowitz%2C%20Kurt%20von%20-%20Glaubensumbruch%20ein%20Verhaengnis%3B%20700%20Jahre%20germanisch-deutsche%20Geschichte%2CTeil%20I%2C%2C
  4. https://archive.org/details/KoepkeMatthiasIstDieLudendorffBewegungKonservativ2018
  5. https://plus.google.com/+IngoBading/posts/MgZNVMrvFR3

Montag, 23. Juli 2018

Atheist - und Mathilde Ludendorff lesen ... Kann das gehen?


Atheist - und Mathilde Ludendorff lesen ... Kann das gehen?

00:00 - Vorbereitung des nächsten Treffens, Nachbereitung des letzten Treffens.
01:00 - Viele heutige Atheisten sind in der DDR sozialisiert worden - andere natürlich im Westen. Der Historische Materialismus von Karl Marx stammt von G. F. W. Hegel. Vermutlich birgt jede philosophische Richtung eine Kernwahrheit.
02:45 - Ein Volk braucht Religion, metaphysische Philosophie, schon aus religionsdemographischen Gründen heraus.
03:45 - Zuschrift eines Teilnehmers unseres letzten Treffens.
06:50 - Wechselbeziehung zwischen Atheismus und Monotheismus.
07:30 - Wir Menschen fragen nach Sinn in unserem Leben und wir fragen auch nach dem Sinn des Bestehens von Völkern. Diese Fragen werden von den Jesuiten unterwanderten Neuen Rechten ebenfalls und hoch bezeichnender Weise nirgendwo grundlegender gestellt und beantwortet, im nach monotheistischen Motiven geleiteten öffentlichen Diskurs sonst natürlich noch viel weniger. Immer: bezeichnenderweise.
08:20 - Religion ist etwas Veraltetes. Eigentlich geht es um Philosophie. Aber was leistet Philosophie eigentlich, was kann sie leisten?
09:15 - Rechtshegelianer und Linkshegelianer. Überall Anknüpfungspunkte.
12:00 - Wiedererweckung einer germanisch-heidnischen Religion? Wo wären Ansatzpunkte? Das sollte eigentlich durch Philosophie geleistet werden.
15:30 - Wahrheitssuche, auch philosophische, auch religiöse geschieht EIGENVERANTWORTLICH. Kein Priester, keine Kirche, keine Weltanschauungsgemeinschaft sagen uns, "wo es lang geht".
16:15 - Mich müßte es gar nicht geben, damit das deutsche Volk zu einer wertvollen philosophischen Grundlage findet, sofern eine solche in Schriftform schon vorliegen sollte.
16:55 - Ich versuche hier nur, über die Erfahrungen, die ICH auf MEINEM Lebensweg mit den hier behandelten Fragen gemacht habe zu berichten in dem Sinne von: vielleicht kann das ja Anregung geben, vielleicht profitiert der eine oder andere ja davon, zumal Inhalte eines solchen Lebensweges wie des meinen der großen Öffentlichkeit sehr lange, viel zu lange vorenthalten worden sind.
17:55 - Auch ich selbst habe große Schwierigkeiten, mich an den Bereich der Metaphysik anzunähern, an den Bereich des Seelischen. Politik hat mich davon lange Jahre abgelenkt.

Weiterhin ist die Rede von Immanuel Kant, Konrad Lorenz, Nikolai Hartmann, von Intuition, von Seinkategorien und Erkenntniskategorien.
_____________________________________________
  1. Leupold, Hermin (= Gerold Adam): Philosophische Erkenntnis in ihrer Beziehung zur Naturwissenschaft. Aufsätze zur geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnistheorie, zur Evolution des Weltalls und des Bewußtseins. 2001, Hrsg. v. Die Deutsche Volkshochschule, 23845 Bühnsdorf (329 S.)
  2. Bading, Ingo: Die kalte Ratio und die vernunftmäßige Aufklärung können die modernen Gesellschaften allein nicht retten. Gesellschaftl. Aufbr. - jetzt!, 1.3.2017, http://studgenpol.blogspot.com/2017/03/eine-philippika.html

Donnerstag, 19. Juli 2018

Eos, die Göttin der Morgenröte - Verehrt von den Indogermanen

Es bedarf einmal wieder der Kunst, der herrlichen, der großen Kunst.

Abb.: Honoré Fragonard (1732-1806) - Die Göttin Aurora triumphiert über die Nacht (1755)

Ist es nicht entzückend, dieses Weib, das im Licht schwebt, während unten, auf dem Boden, noch die Nacht in Träumen, in süßen Träumen und mit rotglühenden Bäckchen im Schlaf sich wälzt? Das Gemälde muß man sich auf die volle Bildschirmgröße vergrößern, sonst wirkt es nicht. So viel rosiger Duft, wie er da über das gesamte Bild ausgebreitet ist.

Und ist sie uns nicht verwandt, die Verehrung der Luft, des Morgens, des Lichtes, des anbrechenden Tages? Ja, sie sind uns verwandt. Schon unsere indogermanischen Vorfahren am Beginn der Bronzezeit haben ähnlich empfunden - oder noch tiefer, ernster, erhabener. Laut einer neuen Forschungsstudie haben sie Weihgaben für die Sonnen-Gottheit in der freien Natur abgelegt und zwar am liebsten an Orten mit freiem Blick zum Sonnenaufgang am Tag der Sommer- oder der Wintersonnenwende (1).

Sorgfältig ausgewählte Bronze-Gegenstände wurden in der Frühen Bronzezeit in Schottland an auffallenden Orten innerhalb der Landschaft als Weihgaben für die Gottheit niedergelegt. Mehr als die Hälfte dieser Orte hatten direkte Sicht auf den Punkt des Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs zur Winter- oder Sommersonnenwende. Und diese Forschungsergebnisse erinnern uns daran: Die Beobachtung von Sonnenauf- und -untergang an markanten Punkten in der Landschaft spielt ja auch eine zentrale Rolle bei der Himmelsscheibe von Nebra (2).

Der Schwerpunkt scheint auf der Wintersonnenwende gelegen zu haben. In einer früheren archäologischen Studie war schon dargelegt worden, daß diese Bronzegegenstände immer an hervorgehobenen Punkten der Landschaft niedergelegt worden waren, an landschaftlich schönen Punkten, auch in Grenzbereichen von Landschaften, etwa am Übergang von Ackerland zu Weideland (3). Ein Umstand, der bezeugt, daß unsere Vorfahren auch Sinn für die Schönheit der Landschaft hatten. 

Wenn es solche Sitten von Sachsen-Anhalt bis hinauf nach Schottland gegeben hat in der Frühen Bronzezeit, dann wird deutlich, von welcher Sehnsucht nach der Sonne die Menschen dieser Zeit beseelt gewesen sein müssen, welche Verehrung sie ihr zugedacht haben, eine Verehrung, die sich ja auch noch in der "Ilias" von Homer wiederfindet, wenn er etwa Eos, die Göttin der Morgenröte (Wiki), besingt oder ähnliche Dinge. Und in diese Verehrung reiht sich ja auch punktgenau der "Sonnenwagen von Trundholm" (4) ein.

Diese Sehnsucht gab es in Mitteleuropa aber schon lange vor dem Eintreffen der Indogermanen. In zahlreichen Kreisgrabenanlagen wie der von Goseck aus dem Mittelneolithikum kann man am Tag der längsten Nacht beobachten, wie im Südwesttor die Sonne untergeht. Am Morgen danach geht die Sonne im Südosttor wieder auf (Wiki). Vermutlich haben die Indogermanen die Verehrung der Sonne also von den Vorgängerkulturen übernommen.
_________________________________________ 
  1. The Placing of Early Bronze Age Metalwork Deposits: New Evidence from Scotland. By Richard Bradley, Chris Green, Aaron Watson. First published: 01 February 2018, Oxford Journal of Archaeology, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ojoa.12135?campaign=woletoc& 
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelsscheibe_von_Nebra 
  3. Bading, Ingo: Menschen aus der Bronzezeit hatten ein Auge für die Landschaft. 13.2.2018, https://plus.google.com/+IngoBading/posts/LzyU4J9NFgR 
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwagen_von_Trundholm

Sonntag, 15. Juli 2018

Laßt die Liebe wachsen, auch die Liebe zur Naturwissenschaft (Teil 1)




00:00 - Wie kann man Vertrauen in die Wissenschaft gewinnen? Aus der Wissenschaft kommt viel Negatives. Moderne Wissenschaft ist sehr abstrakt. 
01:34 - Wo wart ihr besser in der Schule: in Mathe oder in Deutsch?
03:20 - Nicht selten waren gerade die begabtesten Naturwissenschaftler - zum Beispiel - auch gute Musiker. Werner Heisenberg, Manfred Eigen.
05:30 - Stephen Hawking - "Eine kurze Geschichte der Zeit" (1988). "Die andere Bildung" (Ernst Peter Fischer), die "Dritte Kultur".
09:21 - Naturwissenschaft und Philosophie brauchen "Vermittler", um den Laien einen Zugang zu ihren Inhalten zu ebnen, zu ermöglichen, Menschen, die einen dort abholen, wo sie stehen. Meine wichtigsten "Vermittler" waren Gerold Adam (Konstanz) (mein Onkel) und 
10:33 - Rudolf Malter (Mainz).
12:36 - Meine lange währende Distanz gegenüber der Naturwissenschaft, Beispiele dafür.
13:55 - "Wenn ihr euch für Naturwissenschaft begeistern wollt, dann müßt ihr gleichzeitig sehr stark verliebt sein. Wer eine große Liebe erfährt im Leben, dem fällt es leichter, sich auf abstrakte Dinge einzulassen." "Man suche sich eine schöne Freundin, einen Freund, dann kann man sich auch für Naturwissenschaft begeistern." (Mein Tipp.)
15:05 - Ein Beispiel: Mein Pflanzenbestimmungs-Kurs im Grundstudium Biologie.
18:00 - Meine Bücher, meine Freunde: 
Hermann Haken - "Erfolgsgeheimnisse der Natur - Synergetik, die Lehre vom Zusammenwirken" (1981): Wie kann trotz Tendenz der Welt zum Wärmetod, zur Entropie in ihr Ordnung entstehen?
20:41 - Ilya Prigogine - "Dialog mit der Natur - Neue Wege naturwissenschaftlichen Denkens" (1980): Die neue Physik darüber, wie sich im Laufe der Zeit Systeme irreversibel verändern können.
22:16 - Manfred Eigen - "Das Spiel - Naturgesetze steuern den Zufall" (1975): Sein und Leben sind eine sehr gelungene, ja spannende Kombination von Zufall und Gesetzmäßigkeit.
26:20 - Harald Fritsch - "Vom Urknall zum Zerfall - Die Welt zwischen Anfang und Ende" (1983): Seine Frage: Warum nehmen so wenig Mitmenschen Anteil an den großen Wundern moderner Forschung?
27:00 - Vorlesen von Auszügen aus dem ersten Kapitel "Der Tanz mit dem Ozean".
35:44 - Auf die Menschen, die nach der großen Ganzheit der Welterfahrung suchen und fragen, auf die kommt es an. Und wenn sie sich von moderner Wissenschaft abwenden, ist modernes Leben mehr bedroht denn je.
37:05 - Und es geht mir um nichts anderes als darum, dagegen zu halten. Und dazu muß man bewegt von den wesentlicheren Dingen reden.
38:00 - Wer will sich denn noch für den Erhalt unserer großen Kultur einsetzen? Der drohende Zusammenbruch komplexer Gesellschaften. - - - Fortsetzung in Teil 2.

Montag, 9. Juli 2018

Der Weg der Naturwissenschaft ist konservativ



00:00 - Leben und geistiger Aufbruch finden offline statt.

03:46 - Vertrauen in die Wissenschaft gewinnen - wie geht das? Anlaß: Verteilen eines Aufsatzes auf dem Treffen des letzten Wochenendes (1).

06:35 - Haben wir noch ein Wissen und Bewußtsein davon, in welchen Kämpfen sich die Naturwissenschaft über die Jahrhunderte hin zu jener Höhe emporgearbeitet hat, empor hat arbeiten müssen, auf dem sie heute steht? Wissen wir um diesen Kampf und wissen wir ihn darum noch zu schätzen?

14:32 - (Achtung: Der hier zunächst vorgelesene Text stammt von mir selbst, nicht von Mathilde Ludendorff!)

16:38 - Gibt es ein gutes Buch über den "Kampf der Dunkelmänner gegen die Naturwissenschaft über die Jahrhunderte"?

17:00 - Mathilde Ludendorff sagt: "Noch vor dem Kriege" (vor 1914) "glaubten die Forscher, nun könne nie mehr schwarzer Aberglaube über die Erkenntnis siegen." (1)

18:44 - Mathilde Ludendorff über den "Zickzackweg der Irrtümer der Wissenschaft" (1). Tolle Worte zur Charakterisierung des Fortschritts in der Wissenschaft.

25:40 - Die Monotheisten moderieren den öffentlichen Diskurs. "Die haßerfüllten Augen des Karlheinz Deschner" solchen Zusammenhängen gegenüber.

35:30 - Wichtige Erkenntnis: Der Weg der Naturwissenschaft ist von seiner Natur her konservativ.

39:40 - Auch die Wahrheitssuche in der heutigen alternativen Öffentlichkeit und in der patriotischen Bewegung sollte zunächst einmal konservativ sein.
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  1. Ludendorff, Mathilde: Wahrheit und Wissenschaft. In: Tannenberg-Studenten-Bund (Hg.): Der Kampf um Salzburg. Vorträge und Ansprachen der Deutschen Volkshochschule Salzburg vom 8.-13. Scheidings 1931. Ludendorffs Volkswarte-Verlag München 1931

Unser Treffen am Wochenende - Nachbereitung




Ein Gespräch mit Matthias Köpke ("Esausegen")

Wir reden über unsere Tagung an diesem Wochenende. Wir erörtern einige (nur einige!) der während der Tagung aufgekommenen Fragen. Wir verarbeiten ein wenig unsere Eindrücke. 

Wir sprechen über zukünftige Pläne.

Die erwähnten Schriften:

  1. Wer oder was ist eigentlich Gott? https://archive.org/details/KoepkeMatthiasWerOderWasIstEigentlichGott2018
  2. Ist Gotterkenntnis möglich? https://archive.org/details/LudendorffDr.MathildeIstGotterkenntnisMoeglich
  3. Wegweiser zur Gotterkenntnis  https://archive.org/details/LudendorffDr.MathildeWegweiserZurGotterkenntnis
  4. Die Ludendorffbewegung und der Nationalsozialismus  https://archive.org/details/KoepkeMatthiasDieLudendorffBewegungUndDerNationalsozialismus2017
  5. Ludendorffs Volkswarte   https://archive.org/details/1929Nr.9DeutschlandAlsSuendenbockLudendorffsVolkswarteA3Format
  6. Deutsche Wochenschau   https://archive.org/details/1929Nr.9DieWeltherrschaftDesRoemischenPapstesDeutscheWochenschau
  7. Am Heiligen Quell Deutscher Kraft   https://archive.org/details/AmHeiligenQuellDeutscherKraftLudendorffsHalbmonatsschriftFolge12Von20.09.1936


Sonntag, 1. Juli 2018

"Söhne der Sonne" - Die Indogermanen Asiens



00:00:00 - Einleitung: Die genetische Geschichte Europas ist in den Grundzügen schon gut verstanden. Wie aber sieht es aus mit der genetischen Geschichte Asiens, hier vor allem Asiens westlich und nördlich von China?

00:03:45 - Ethnische Rückzugsräume, Rand- und Reliktbevölkerungen haben in der Weltgeschichte mehrfach große weitere Bedeutung bekommen - sowohl in Europa wie in Asien. Beispiele dafür: Blätterhöhle in Westfalen, Schweriner See, östlicher Ostseeraum noch lange nach der Neolithisierung, Baikalsee-Fischer noch lange nach der Indogermanisierung als Vorfahren der Turkvölker.

00:09:35 - Man findet im deutschsprachigen Raum keine Berichterstattung über den derzeitigen recht faszinierenden Forschungsstand zur genetischen Geschichte Asiens, also der Archäogenetik, Ancient-DNA-Forschung (1-3). Deshalb mache ich darüber dieses Video, obwohl ein solcher Vortrag von kompetenterer, fachwissenschaftlicher Seite gehalten werden sollte. Immerhin behandelt der Kanal "RuStAG Netzwerk 2.0" (nicht "Virulent National"!)  schon die (inzwischen etwas veraltete) Haplotypen-Genetik.

00:13:26 - Erst West-, dann Ostwanderung der Schnurkeramiker als Shintashta- und Andronowo-Kultur bis an die Grenzen Chinas. Damit ergeben sich zwei genetisch unterschiedliche Phasen der Geschichte der indogermanischen Völker des Steppenraumes, einmal die ursprüngliche Yamnaya-Kultur (3.300 v. Ztr.) mit nur geringen genetischen Anteilen anatolisch-neolithischer Herkunft und ab 2.100 v. Ztr. die Shintaschta-Kultur der Ukraine und die Andronovo-Kultur Sibiriens als Nachkommen der Schnurkeramiker Mitteleuropas.

00:26:30 - Die erste europäische Zuwanderung nach Indien, ebenso wie die Hethiter in Anatolien weisen bislang zwar beide kaukasische, aber beide keine spezifisch indogermanische Herkunft auf.

00:31:19 - Um Anteilnahme für die indogermanische Völkerwelt zu wecken, werden aus ihrer reichen kulturellen Vielfalt exemplarisch die 36 tocharischen Königreiche entlang der Seidenstraße (ab 2.000 v. Ztr.) und das Königreich der Sogder in Samarkand vorgestellt, sowie der Fernhandel der Sogder mit Kamel-Karawanen weit in das Tang-zeitliche China hinein, wo diese einerseits als "Exoten" vielfältige Darstellungen in der chinesischen Kunst gefunden haben und andererseits auch hohe Regierungsbeamte werden konnten.

00:34:45 - Die hunderte von europäischen tocharischen Wüstenmumien am Westrand Chinas gewähren die aller faszinierendsten Einblicke auch in unsere eigene mitteleuropäische Bronzezeit, die nur denkbar sind, da der Erhaltungszustand ihrer Körper, ihrer Tätowierungen, ihrer Kleidung, ihres Schmucks, ihrer hölzernen Grabausstattungen so hervorragend ist wie nirgends sonst in der indogermanischen Welt.

00:54:45 - Restvölker in Rückzugsräumen der Weltgeschichte können - aus diesen Rückzugsräumen heraus und nach erneuten genetischen und kulturellen Neuanpassungen - ganze neue Zeitepochen der Weltgeschichte einläuten und dominieren. Dies wird am Beispiel der Hunnen/Turkvölker/Mongolen aufgezeigt, deren Vorfahren einst von allen Seiten von Indogermanen umgeben und "umzingelt" waren, die dennoch ihre genetische, sprachliche und kulturelle Eigenart erhalten haben und mehrere tausend Jahre später selbst das Ruder der weltgeschichtlichen Entwicklung Asiens in die Hand genommen haben, nämlich in der Spätantike und mit dem Untergang von hunderten indogermanischer Königreiche, Fürstentümer, Stämme und Völker in Asien.

01:08:33 - In den neuesten Studien schälen sich immer mehr "Geister"-Völker des Kaukasus-Raumes als wichtige Vorfahren der genetischen Geschichte sowohl einerseits 1. Indiens als andererseits 2. Anatoliens und schließlich 3. der Indogermanen heraus.

01:13:00 - Die genetische Geschichte der Skythen zwischen Ungarn und dem Altai-Gebirge. Es wird auf die genetische Einmischung von Hunnen, bzw. Turkvölkernn in die unterschiedlichen Stämme und Konföderationen des großen Völkerstammes der skythischen Völker hingewiesen. Die Skythen in Ungarn weisen gar keine hunnischen Einmischungen auf, während nördlich des Tianshan die skythischen Reitervölker (Saken) schon bis zur Hälfte hunnischer Abstammung sein konnten. Im Zusammenhang mit diesen skythischen Mischvölkern entstanden dann fast rein hunnische, turksprachliche Völker wie die Xiongnu der Mongolei, die seit der Spätantike in Asien den Lauf der Weltgeschichte bestimmten.
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  1. Allentoft et. al. 2015 (Eske Willerslev): Population genomics of bronze age Eurasia. Nature Magazine 
  2. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): The first herders and the impact of early Bronze Age steppe expansions into Asia. Science Magazine, 9. Mai 2018
  3. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): 137 ancient human genomes from across the Eurasian steppes. Nature Magazine, 9. Mai 2018
  4. Bading, Ingo: Die Frühbronzezeit in den Fürstentümern der Seidenstraße. 4. November 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/11/die-vor-wenigen-wochen-erffnete.html 
  5. Bading, Ingo: Aufsatzreihe zu den Sogdern und Tocharern, 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Sogder
  6. Bading, Ingo: Neue Forschungen zur Entstehung der Indogermanen. Wie entstanden die modernen europäischen Völker? - Ancient-DNA-Forscher David Reich berichtet über den aktuellen Forschungsstand. 2. Juli 2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/2017/07/neue-forschungen-zur-entstehung-der.html
  7. Bading, Ingo: Aufsätze zur Indoeuropäer-Frage, 2007-2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Indoeurop%C3%A4er
  8. Bading, Ingo: Aktuellste schriftliche Blogbeiträge seit 2018 immer auf: https://plus.google.com/+IngoBading
  9. London, Jack: Ein Sohn der Sonne. http://gutenberg.spiegel.de/buch/ein-sohn-der-sonne-10086/1
  10. Wade, Lizzie: Ancient DNA untangles South Asian roots. In: Science, 20 Apr 2018: Vol. 360, Issue 6386, pp. 252 DOI: 10.1126/science.360.6386.252, http://science.sciencemag.org/content/360/6386/252.full

Sonntag, 17. Juni 2018

Wer war Erich Ludendorff? (Teil 9)




Wie lernten Erich und Mathilde Ludendorff sich 1923 bis 1926 kennen? Welche Vorgänge und Ereignisse führten zu ihrer Ehe?

Einleitend wird zunächst noch einmal allgemeiner zu der Frage Stellung genommen: Warum überhaupt Mathilde Ludendorff? Was unterscheidet Mathilde Ludendorff von anderen weltanschaulichen (oder politischen) Richtungen? Also: Was macht sie - womöglich - "einzigartig"? Vorläufige Antwort:
  1. Bei ihr ist sehr viel von Seele die Rede, vermutlich mehr als bei allen anderen weltanschaulichen Richtungen. Schon an vielen Buchtiteln ist das abzulesen.
  2. Der große geschlossene Bau einer philosophischen Erkenntnis, die hier gegeben ist.
  3. Womöglich eine starke seelisch erweckende, mitreißende Kraft, die von diesen Werken ausgeht. (In Sloterdijk's Worten: diese Werke erleichtern besonders das Entstehen einer "Vertikalspannung", die für einen heutigen gesellschaftlichen Aufbruch doch so deutlich sichtbar notwendig zu sein scheint.)
  4. Die durchgehende Nähe zur Naturwissenschaft.
Grundgedanke dieses Videos ist: Erich Ludendorff war zunächst, früher und stärker von der PERSÖNLICHKEIT von Mathilde von Kemnitz und ihren Lebenshaltungen beeindruckt und nahm Anteil an ihnen als vorwiegend und allein von dem philosophischen Werk, das sie bis dahin veröffentlicht hatte. Dieser Grundgedanke, diese Einsicht wird erläutert anhand von Auszügen aus beider Lebenserinnerungen (1, 2).

00:20:16 - Damit werden auch einige wesentliche und wachere Fragen beantwortet, die die Theologin Angelika Dörfler-Dierken vor mehr als 15 Jahren zu dem Leben von Mathilde Ludendorff gestellt hatte, und um deren Beantwortung man sich bislang nur wenig bemüht hat (3).

Abschließend wird aus den Lebenserinnerungen von Erich Ludendorff folgendes zitiert (2, S. 49): "Ich habe viel gearbeitet, viel geschaffen, viel nachgedacht in meinem Leben, aber wie meine Frau schafft und gestaltet, mit welch unerbittlicher Geistesschärfe sie zu Werke geht, war stets für mich ein Gegenstand des Staunens und Bewunderns; und gleichzeitig steht meine Frau mitten im Leben, im häuslichen sowohl wie im politischen. Es ist für mich immer in meinem Leben eine Freude gewesen, kluge Mitarbeiter zu haben; aber schließlich war ich doch immer zuguterletzt der fast ausschließlich Gebende. In meiner Frau fand ich einen Weggenossen, von dem ich viel, sehr viel nahm. Meine Frau hätte ihr Werk ohne mich schaffen können, ich konnte das ihrige nur verbreiten helfen. Die letzte Ausgestaltung meines Werkes konnte nur auf den Grundlagen erfolgen, die meine Frau geschaffen hat. (...) Meine Frau ist der klügste Mensch, der mir begegnet ist. (...) Ich wünsche, daß das gesamte Deutsche Volk meine Frau als Gattin, als Mutter und als Philosoph, der dem Deutschen Volke die Grundlage neuer Lebensgestaltung gegeben hat, in alle Zukunft richtig sieht und achtet."

Welch eine Hochachtung vor der Frau. Muß sie nicht auf Jahrhunderte hinaus in die Zukunft segensreich wirken für alle die Völker, die auf einen Erich Ludendorff hören wollen?
___________________________________________
  1. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen - Mein Leben. Verlegt bei Franz von Bebenburg, Pähl 1967
  2. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
  3. Bading, Ingo: Studiengruppe "Naturalismus, völkische Subkulturen, Ethik und Politik seit 1900 / Ludendorff-Bewegung". Das Studium einer völkischen Subkultur. Auf: Studiengruppe Naturalismus, 8. Juni 2010, http://studiengruppe.blogspot.com/2009/10/studiengruppe-volkische-subkulturen_14.html

Sonntag, 10. Juni 2018

Wer war Erich Ludendorff? (Teil 8)



Worin bestand Ludendorffs "Feldherrnkunst"? Was ist für ihn "Feldherrnkunst"? 

00:00:15 - Kommentare zu den bisherigen Videos dieser Video-Serie. - Thema "Wunder an der Marne" 1914.

00:01:45 - Über die Geisteswelt und das Ringen des Ehepaares Ludendorffs wurde Jahrzehnte lang sowohl in der "etablierten" wie in allen Formen von "alternativen" "Öffentlichkeiten" fast vollständig geschwiegen. Das sollte doch vielen zu denken geben.

00:05:50 - Bewegende Inhalte können nur bewegt übermittelt werden. Es geht darum, Gotterleben zu wecken.

00:07:35 - Der französische Militärhistoriker Jean Mabire (1927-2006) hatte begonnen eine Buchreihe über "Volkserwecker" (1). Mit Jean Mabire kann man sich womöglich gar nicht genug beschäftigen (1).

00:12:15 - Der europäische Gedanke in der Waffen-SS der letzten Kriegsjahre. Die französische Waffen-SS-Division "Charlemagne". Ihr Schicksal in Pommern 1944. Die Frage des Weiterkampfes im Frühjahr 1945. Endkämpfe in Berlin 1945.

00:22:28 - Was heißt es denn, ein "Volkserwecker" zu sein? Man muß die Volksseele ansprechen. Das geht - in der heutigen Lage - nur über Erschütterung.

00:25:15 - Weitere Kommentare der letzten Tage zu den Videos, auch zum Interview mit Bernhard Schaub.

00:31:25 - Eine empfehlenswerte Biographie zu Erich Ludendorff? Ja, sie wurde 1965 von einem alten Ludendorff-Anhänger veröffentlicht (2, 3).

00:33:50 - Idealerweise wäre mein Videokanal keine "Einmann-Vorstellung", sondern eine Arbeitsgruppe mit viel Austausch. Bitte Email schreiben, wer "Newsletter" erhalten möchte.

00:36:50 - Frage im Kommentar-Bereich nach dem strategischen Denken und Handeln Erich Ludendorffs in Schlachten.

Worin also bestand Ludendorffs "Feldherrnkunst"? Was ist für ihn "Feldherrnkunst"?

00:40:35 - Wie ist hier der "größte Feldherr aller Zeiten" einzuordnen, Adolf Hitler? Urteil Halders. Gute deutsche Generäle waren: Manstein, Guderian, Rommel, auch Dietl.

00:43:00 - War der General Beck genial? Gneisenau, Moltke der Ältere und Friedrich der Große galten als geniale militärische Führer.

00:44:30 - Bei jeder genialen Leistung kommt es auf vor-, bzw. nichtrationale Intuition an, auf welchem Gebiet auch immer.

00:46:00 - Beethoven über die Generäle, die versuchten, Napoleon zu besiegen: "Wenn ich den Befehl gehabt hätte, ich hätte ihn besiegt." Es kommt nicht in erster Linie auf Vernunfterkenntnisse an, sondern auf Willenskräfte.

00:48:50 - Mathilde Ludendorff schildert, wie Erich Ludendorff auch seinen geistigen Kampf gegen die Freimaurerei und den Jesuitenorden wie eine "Schlacht" geplant und geführt habe.

00:50:15 - Auszüge aus dem Aufsatz Mathilde Ludendorffs "Der Feldherr des Weltkrieges" (1938) (4).

00:53:20 - Die Einsamkeit Ludendorffs als Feldherr. Die einsame Feier seines 50. Dienstjubiläums 1932 (4). Die gleiche Forderung richtete sich an den militärischen Widerstand gegen Hitler, insbesondere an Beck: Triff einsame Entscheidungen.

00:57:20 - Was machte die "Feldherrnkunst" aus in der Schlacht von Tannenberg?

01:01:50 - Manche Völker haben die Feldherrn nicht verdient, die sich in den Dienst der Volkserhaltung stellen.

01:04:35 - Auszüge aus dem Kapitel "Der Feldherr" in Ludendorffs Buch "Der totale Krieg".

01:09:15 - Zivilverwaltungs-Tätigkeit Ludendorffs als Machthaber in "Ober-Ost".

01:11:30 - Auszüge aus "Der Feldherr" in "Der totale Krieg"

01:14:15 - Eigene Erfahrungen über die Verantwortlichkeit von Befehlshabenden im Krieg.

01:16:45 - Auszüge aus "Der Feldherr" in "Der totale Krieg"

01:20:45 - "Charakter ist oft wichtiger als ein Wissen."

01:21:35 - "Männer"?

01:27:00 - "Geniales und schöpferisches Können", Kraft, Wille und Charakter, unwägbar Mitreißendes.

01:37:00: Ludendorff (4, S. 150): "Wirklichkeitssinn ist - neben Siegeswillen - die erste natürliche Eigenschaft, über die ein Feldherr verfügen muß, sonst wird er ein Phantast."
_____________________________________________

  1. Bading, Ingo: Berlin-Neukölln - Im April 1945 verteidigt von französischer Waffen-SS Ein Buch des französischen Schriftstellers und Militärhistorikers Jean Mabire (1927 - 2006). Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 20. September 2012, http://studgenpol.blogspot.com/2012/09/berlin-neukolln-im-april-1945.html
  2. Mahlberg, Helmuth (d.i. Johannes Marquardt [Jg.1885]): Erich Ludendorff. Zum Gedenken an seinem 100. Geburtstag. Leben und Wirken des bedeutenden Feldherrn und Politikers. Mit zahlr. Abb. a. Taf. u. Ktn.-Skizz. (Überarbeitung in militärischer Hinsicht durch Franz Biese.) Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1965 (334 S.)
  3. Bading, Ingo: Johannes Marquardt, ein Ludendorff-Anhänger seit 1925. Auf: Studiengruppe Naturalismus, 10. Juni 2018, http://studiengruppe.blogspot.com/2018/06/johannes-marquardt-ein-ludendorff.html
  4. Ludendorff, Mathilde: Der Feldherr des Weltkrieges. In: diess. (Hg.): Erich Ludendorff - Sein Wesen und Schaffen. Ludendorffs Verlag, München 1938, S. 135-175

Wer war Erich Ludendorff? (Teil 7)




Ludendorffs Kampf gegen den Nationalsozialismus (1930 bis 1937)

00:04:50 - Der Volkslehrer (Nikolai Nerling) in Swinemünde. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Stadt Stettin ist nicht in den 2+4-Verhandlungen von Deutschland zurück gefordert worden.

00:08:30 - Das berühmte Telegramm Erich Ludendorffs an Hindenburg vom 1. Februar 1933 (1). Der Historiker und Verfassungssschutz-Mitarbeiter Fritz Tobias.

00:25:40 - Ludendorffs Schrift "Weltkrieg droht auf Deutschem Boden" aus dem Jahr 1930 (2). Kriegsvorbereitungen für das Jahwehjahr 1932. "Kampfplatz Deutschland" (Bogdan Musial). "10 plus 5 = Gott" (3). Das nächste Jahrwehjahr war 1941. Ludendorffs Voraussage: Der Krieg "auf deutschem Boden" zwischen West und Ost wird grob auf einer Linie von der Ostsee entlang der Elbe bis hinunter zur Adria zum Erliegen kommen.

00:36:30 - Auszüge aus der Schrift "Weltkrieg droht auf Deutschem Boden".

00:59:50 - Weitere Telegramme Ludendorffs an Hindenburg im Frühjahr 1933 (1). 

01:13:40 - Hitlers Drohung an Ludendorff (1).

01:15:20 - Erich Ludendorff in Tagebuchnotizen 1934 bis 1937 (4): "Eine schlimmere Knechtschaft gab es nie." Gespräch Ludendorffs mit General Ludwig Beck über die Generalstabsarbeit. Wir müssen "einen geistigen Aufklärungskampf in erster Linie führen gegen einen neuen Krieg. Er würde den Untergang des Abendlandes bedeuten."

01:30:45 - Ludendorffs Duell-Forderung an Joseph Goebbels (4). Ludendorff über Goebbels: "Wer so vertraut mit der Lüge umgeht, der ist in seinem Innenleben sehr eng damit verbunden. Dieser Mann kann selbst die überzeugendste Wahrheit und Tatsache nicht mehr ohne lügenhafte Umrahmung seiner Propaganda bringen." Ebenso sah es der Reichsjusitzminister Gürtler.

01:35:00 - Die Nachwelt hat es schwer, die Stellung Erich Ludendorffs innerhalb des Dritten Reiches vollständig zu übersehen und zu verstehen.

_______________________________________________
  1. Bading, Ingo: Ludendorffs empörte Telegramme an Hindenburg im Jahr 1933 - Zur Frage der Echtheit von Ludendorffs Telegramm an Hindenburg vom 1. Februar. Stud.gr. Nat., 22. August 2013,  1933http://studiengruppe.blogspot.com/2013/08/ludendorffs-emporte-telegramme.html
  2. Ludendorff, Erich: Weltkrieg droht auf Deutschem Boden. Ludendorffs Volkswarte Verlag, München 1931
  3. https://www.jmberlin.de/katalog-10-plus-5-gleich-gott-die-macht-der-zeichen (2004)
  4. Niederstebruch, Walter: Erich Ludendorff in Tagebuchnotizen 1934-1937. Verlag Hohe Warte, Pähl 1978

Freitag, 8. Juni 2018

Wer war Erich Ludendorff? (Teil 6)



00:00:00 - Wer sollte Nachfolger von Mathilde Ludendorff nach ihrem Tod werden? In Erwägung standen: Dr. Bernhard Kummer (Professor für Nordische Religionswissenschaft), später Dr. Werner Preisinger (Lehrer).

00:11:00 - Hauptthema dieses Videos: Die weltanschauliche Entwicklung Erich Ludendorffs zwischen 1919 und 1927 (1).

/Äußere Lebensereignisse: Kapp-Putsch (1920), Hitler-Putsch (1923), völkischer Reichtagsabgeordneter (1924-1926), Gründung des Tannenberg-Bundes (1925). Ab 1930 scharfer Kampf gegen Hitler und gegen die NSDAP./

00:16:00 - Das Augusterlebnis von 1914.

00:21:15 - Der Freimaurer-Mord von Sarajewo. (siehe Vladimir Dedijer - "The Road to Sarajewo" [1966], Deutsch: "Die Zeitbombe  - Sarajewo 1914" [1967])

00:51:15 - Ein SD-Bericht aus dem Jahr 1942 (2, zit. n. 3). 

Dieser Bericht greift dieselben Fragen auf, die Erich Ludendorff zwanzig Jahre zuvor umgetrieben haben. Deshalb wird er ausführlicher vorgetragen und erörtert. Er wird auch deshalb vorgetragen, weil er so ungefähr den letzten Stand repräsentiert, den es im weiter führenden "weltanschaulichen Ringen" des deutschen Volkes im größeren Rahmen, das heißt in einer größeren Öffentlichkeit bis heute gegeben hat. Siebzig Jahre lang ist auf dem Gebiet des "weltanschaulichen Ringens" nichts mehr geschehen. Und das hat ja - sicherlich - Gründe. Das ist ja dann offensichtlich gewollt.

01:06:30 - Mathilde Ludendorff hatte zu all den gestellten Fragen schon damals klare und gute Antworten gegeben. 

01:08:00 - Sie sagt inhaltlich dasselbe wie das, was Friedrich Schleiermacher 100 Jahre früher sagte: "Mitte in der Endlichkeit eins zu sein mit dem Unendlichen und darin ewig zu sein in jedem Augenblick - das ist Unsterblichkeit."

01:20:20 - Hoimar von Ditfurth - "Wir sind nicht nur von dieser Welt". 
Konrad Lorenz. Die moderne Naturwissenschaft beinhaltet, daß man sich dem Göttlichen zuwendet.

01:22:00 - Der führende Philosoph des Dritten Reiches war Alfred Bäumler (unter Alfred Rosenberg). Seine Zusammenarbeit mit Eduard Baumgarten und Konrad Lorenz. Dieser war damals der letzte Inhaber des Lehrstuhls von Immanuel Kant in Königsberg. Ihre Arbeit an einer philosophischen Grundlegung des Nationalsozialismus.

01:24:20 - Das Wort "Weltanschauung". Als Deutscher leben, ohne danach zu fragen, was der Sinn dieser Welt und dieses Lebens ist? Geht das?

01:25:45 - Wandlung des Tannenbergbundes von einem politischen Kampfbund zu einem Bund, der im weltanschaulichen Ringen seiner Zeit Stellung Bezog.

01:26:40 - Ludendorff-Bewegung wird Frauenbewegung.

Ausblick: Im nächsten Video wird geschildert der Kampf des Tannenberg-Bundes gegen die NSDAP.
___________________________________________
  1. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. Meine Lebenserinnerungen von 1919 bis 1925. Ludendorffs Verlag, München 1940, 1941
  2. Bevölkerung und Konfessionen zur Frage der religiösen Zielsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung (Berlin, 16.11.1942). In: Boberach, Heinz (Hg.): Berichte des SD und der Gestapo über Kirchen und Kirchenvolk in Deutschland 1934-1944. Mathias-Grünewald-Verlag, Mainz 1971, S. 753-757
  3. Ludendorff, Erich und Mathilde: Die machtvolle Religiosität des deutschen Volkes vor 1945. Dokumente zur deutschen Religions- und Geistesgeschichte 1933-1945. Zusammengestellt von E. Meinecke. Freiland-Verlag, Süderbrarup 2004

Donnerstag, 7. Juni 2018

"Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke" (2007)

Vorbemerkung: Am 1. Mai 2014 habe ich den folgenden Aufsatz-Entwurf abgespeichert, den ich seither niemals abschließend bearbeitet hatte. Gerade sehe ich aber, daß in diesem Aufsatz-Entwurf meine erste Begegnung mit Alexander Dugin festgehalten ist, und daß ich dabei - sofort - alle Zusammenhänge, die ich bis heute bezüglich Dugin glaube sehen zu können, schon mit einem mal sah. Ich möchte diesen Aufsatz-Entwurf darum unverändert veröffentlichen. Wesentlich und neu sind eigentlich nur seine beiden letzten Abschnitte ab "Die Dan Brown-Industrie".

Der Satanismusroman "Das Foucault'sche Pendel" von Dan Brown


Die "Holocaust-Industrie"

Bis mindestens in die 1980er Jahre hinein musste die "Holocaust-Industrie" (Noam Finkelstein) alle paar Jahre, mindestens alle drei bis fünf Jahre eine neue Sau durch's Dorf treiben. Wir erkennen heute, aus dem historischen Abstand und mit dem Wissen um die Involviertheit der Geheimdienste aller Länder in all dieses "Sautreiben" besser die Systematik, die dahinter stand. Dieses Sautreiben nannte sich dann ganz offiziell "Vergangenheitsbewältigung". Es war nichts als Propaganda. Der Holocaust als Public Relation-Aktion. Denn wenn es um die Warnung vor Menschheitsverbrechen an sich gegangen wäre, hätten ja im gleichen Zuge oder in ähnlich öffentlichkeitswirksamer Weise immer auch mindestens die zeitgleichen (vorhergehenden und nachherigen) kommunistischen Verbrechen behandelt werden müssen. Sind sie aber nicht. Also nichts weiter als Propaganda. - Hey, wacht doch mal auf! Denkt doch mal nach!

Ein paar Einzelheiten dazu: Weihnachten 1959 die von östlichen Geheimdiensten inszenierten Hakenkreuzschmierereien an der Kölner Synagoge und von da ab dann in der ganzen westlichen Hemisphäre bis nach Australien hinunter. Und da es zuvor von den Diensten aller Länder - vermutlich in Camp David zwischen Eisenhower und Chruschtschow - abgesprochen war (so vermutet es Armin Mohler in "Vergangenheitsbewältigung"), drückten die westlichen Medien nicht nur beide Augen, sondern auch noch alle Hühneraugen zusätzlich zu und gerieten in Empörung über den "Neonazismus" in Deutschland, der da wieder sein greuliches Haupt erheben würde, anstatt die Drahtzieher dieser Hakenkreuzschmierereien zu benennen, zu denen es gleich von Anfang an viele Verdachtsmomente gab.

Gerne ließ man die Truppe von Armin Mohler rund um Franz Josef Strauß da auf die wahren Drahtzieher schon gleich zu Anfang in aller Öffentlichkeit hinweisen. Wenn diese Hinweise aus dieser Ecke kamen, musste das damals als ein Hinweis darauf gelten, dass die breite Öffentlichkeit sie nicht beachten brauchte! 10 Punkte für die Drahtzieher!

Nun, 1960 dann die Entführung Adolf Eichmanns aus Argentinien - was schon viel früher hätte geschehen können, aber offenbar nicht in den Zeitplan der PR-Aktion gepasst hätte - und der Prozess gegen ihn in Jerusalem. Legendäre Bücher entstanden. "Eichmann in Jerusalem" etc. pp.. 1965 dann der große Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main. Es gab dort einen regelrechten Zeugentourismus. Reihenweise wurden Zeugen aus Polen nach Frankfurt eingeladen. Niemand kam auf den Gedanken, dass man zeitgleich auch einen Prozess hätte machen können gegen die Täter etwa in den polnischen Konzentrationslagern nach 1945. Es wäre ein Sakrileg gewesen, damals darauf hinzuweisen. Womöglich ist es das heute noch. Dabei ist es absurd hoch Zehn. Das ein Sakrileg zu nennen. Verbrechen sind Verbrechen. Aber wo Propaganda wirksam ist, gerät das normale menschliche Denken und Urteilen aus den Fugen.

Es sollen nicht alle Stationen aufgeführt werden dieses "Sautreibens". Erinnert sei hier nur noch: Anfang der 1980er Jahre der sechsteilige Fernsehfilm "Holocaust". Einer der Filme, die meine Generation prägte, imprägnierte sozusagen. Dann 1985 der durch Jürgen Habermas zur Einschüchterung der deutschen Historikerschaft und Publizisten ausgelöste und in seiner Einschüchterung bis heute außerordentlich wirksame "Historikerstreit".

Dann noch Mitte der 1990er Jahre die breite öffentliche Diskussion um das Holocaust-Mahnmal. Spätestens aber ab dem Jahr 2005 wurde es um solches Sautreiben ruhiger. Es war das Jahr, in dem der Aufsatz "Natural History of Ashkenazy Intelligence" erschien und in der "New York Times" und im "Economist" an prominenter Stelle behandelt wurden und der vom Leiter der ADL Teddy Foxman grünes Licht erhielt, womit antizipiert war, dass künftig ein Denken auf der Linie von Kevin MacDonald - Judentum und Antisemitismus als gruppenevolutionäre Strategien - möglich wäre, und dass man das nicht noch zusätzlich beschleunigen dürfe durch weiteres unbedachtes Sautreiben. Seitdem tritt die Israellobby auffallend zurückhaltender auf. (Nun, so ganz kann sie sich an diese Zurückhaltung noch nicht immer und überall gewöhnen - Henrik Broder und Co. seligen Angedenkens.)

Die "Dan Brown-Industrie"

Indem man aber nun gerade "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco liest und sich Gedanken macht, mit welcher Zielrichtung dieser Roman wohl veröffentlicht worden ist, geht einem durch den Kopf, dass man parallel zu dem "Sautreiben" der Holocaust-Industrie wohl auch ein "Sautreiben" der, nennen wir sie einmal die "Dan Brown-Industrie" nachzeichnen könnte. Oder besser gesagt der "östlichen Esoterik-" oder "Tibet-Industrie". Man könnte auch sagen "Erik von Däniken"- oder Kopp-Verlag-Industrie. Denn um nichts anderes geht es dabei. Eine Fülle von prominent veröffentlichten "Verschwörungs-Romanen" und von "Verschwörungs-Literatur" treibt seit Jahrzehnten in schöner Regelmäßigkeit immer wieder neu die gleiche Sau durch's Dorf. Wobei es - selbstredend - wie auch bei der Holocaust-Industrie eine wunderschöne Gemengelage von "Fact and Fiction" gibt, von bewußt eingeblendeten und bewusst ausgeblendeten Tatsachen. Sprich: Propaganda. Es seien auch hier wieder nur einige wenige "Glanz- und Höhepunkte" dieser Jahrzehnte langen PR-Aktion genannt:
1968 - "Erinnerungen an die Zukunft" von Erich von Däniken
1972 - "Der Speer des Schicksals" von Trevor Ravenscroft
1988 - "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco
1994 - "Das schwarze Reich" von E. R. Carmin (eigentlich keine Sau, sondern ein echtes Sachbuch)
2000 - "Illuminati" von Dan Brown (OA.: "Angels & Demons")
2003 - "Sakrileg" von Dan Brown (OA.: "The da Vinci Code")
Diese Liste ist sicherlich leicht zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Auf Amazon gibt es derzeit 176 deutschsprachige Kundenrezensionen zu dem Roman "Das Foucaultsche Pendel" (1988) von Umberto Eco.

Man müßte sie einmal alle gründlich durchsehen, ob hier schon einmal irgendwo das geäußert wird, was andeutungsweise in "Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke" (2007) erörtert wird. Bis auf weiteres scheint es das erste und einzige Buch überhaupt zu sein, das wenigstens andeutungsweise unterstellt, dass Umberto Eco nicht eine ironische Parodie auf Verschwörungstheorien geschrieben hat, sondern schlicht eine reale Verschwörung schildert, die Umberto Eco selbst deshalb natürlich auch sehr gut bekannt ist, und die er unter einer der "tausend Masken des Meisters", hier unter der Maske der nur leicht angedeuteten überlegen-ironischen Infragestellung quasi wie ein Sachbuch zu lesend darstellt.

Umberto Eco Parodist von Verschwörungstheorien oder Logenpropagandist?

Dass also Umberto Eco selbst ein Teil der Verschwörung ist, die er schildert und dass er mit seinem Roman Werbung für diese Verschwörung macht. Die Nagelprobe darauf ist eigentlich leicht gemacht: Liest man zeitgleiche echte Sachbücher über dieselben Themen, die Eco behandelt, weisen sie niemals diese thematische Breite auf, die Eco aufweist. Sie haben jeweils immer nur Einblick in einen viel beschränkteren Sektor der Gesamtthematik. Etwa nur die Templer, etwa nur die Synarchie oder nur der Satanismus usw.. Aber Eco greift aus dem Vollen. Und das mit unglaublich instinktsicherem Griff. Alles "sitzt", kein Griff erfolgt in "dümmliche" Spekulationen, die gar nicht zum Thema gehören würden. Nein, immer bewegt sich Eco mit seinen Themen im Hauptstrom der Mythen und Legenden der Dan Brown-Industrie.

Wozu wäre das eigentlich nötig, wenn man nur einen Roman schreiben wollte? Da hätte man doch freie Wahl, könnte seiner Phantasie und Spekulation die Zügel schießen lassen. Das aber tut Eco keineswegs. Derjenige, der sich mit den Themen seines Buches nur annähernd auskennt, sieht sofort, dass dieser Roman von seinem sachlichen Gehalt her wie ein Sachbuch gelesen werden könnte. Dass er vom sachlichen Gehalt her die Grenzen eines solchen Sachbuches jedenfalls nie überschreitet.

In dem genannten Buch über die "rechtsextremen Netzwerke" heißt es (1, S. 84f):
Eco konnte die für seinen Roman dokumentierten Hintergrundkenntnisse auch deshalb erwerben, weil zur Entstehungszeit des Buchs ein enger Austausch zwischen französischen und italienischen Esoterikern stattfand, geleitet von den Wertvorstellungen des "faschistischen Guru" (Eco) Julius Evola.
Es ist bemerkenswert, daß Eco aus der Fülle des esoterischen Angebots, das Italien in jenen Jahren überflutete, jene Beispiele wählte, die auch für die Parvulesco-Dugin-Bewegung charakteristisch sind. (...) Die Templer, um die es in Ecos Buch vor allem geht, spielen auch in der Parvulesco-Dugin-Bewegung eine Rolle. (...)
Daß es wirklich geheime Verbindungen in der Nachfolge d'Alveydres gibt - das ist die Pointe von Ecos Buch. Dugin hat z.B. (...) ein Kapitel Saint-Yves d'Alveydre gewidmet. (...) Gibt es die Synarchen wirklich?
Das Buch bejaht diese Frage dann, die natürlich auch noch aus vielerlei anderer Hinsicht bejaht werden kann. Darüber gibt es ja eine umfangreiche, wenngleich zumeist nur in französischer Sprache erschienene Literatur. Auch beispielsweise Heinrich Mann beschäftigt sich in einem Spätwerk mit dieser Synarchie.
________________________________________________

  1. Ivanov, Vladimir: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke. Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungen der russischen Neuen Rechten. Mit einem Vorwort von Andreas Umland. ibidem, 2007
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