Sonntag, 10. Januar 2016

Björn Höckes evolutionäres Denken

Mangelndes Vertrauen in die Aufklärungs- und Humanisierungsfähigkeit moderner Wissensgesellschaften
Oder: Warum die Öffentlichkeit ständig geistig und moralisch unterfordert wird

Die Rede des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke (geb. 1972) am 21. November 2015 in Schnellroda auf dem "Staatspolitischen Kongress" des dortigen "Instituts für Staatspolitik" von Götz Kubitschek (Yt.) treibt einen um. Es entstand zuerst - auch hier auf dem Blog - der Eindruck, der Höcke habe da etwas geistig nicht ganz richtig verdaut und rede Quatsch. Dementsprechend war der Tonfall des Artikels zum Thema, der hier am 24. Dezember auf dem Blog eingestellt worden ist, und der am 27. Dezember durch diesen vorliegenden - vollständig neu überarbeitet - ersetzt worden ist. Heute, am 10.1.2016, werden noch einmal wichtige Ergänzungen hinzugefügt. 


Denn man braucht einige Zeit, um zu einer einigermaßen abschließenden Bewertung zu kommen. Man muss insbesondere zunächst noch einmal einen gründlichen Blick werfen hinein in das Buch "Rasse, Evolution und Verhalten" von J. Philippe Rushton, auf das sich Höcke inhaltlich bezieht.

Björn Höcke ist - spätestens seit seinem Auftreten in einer Fernseh-Talkshow bei Günther Jauch - einer der bekanntesten rechtskonservativen Politiker Deutschlands. Wenn nicht der bekannteste und somit auch meist beobachtete und meist diskutierte. Und auch die Arbeit des Instituts für Staatspolitik, die hier auf dem Blog schon seit Jahren durchgängig kritisch begleitet wird (z.B.: 1 - 6), hat wohl noch nie so viel Aufmerksamkeit in der deutschen Öffentlichkeit erhalten wie durch diese Rede (z.B.: 8 - 12).

Aber was nun noch mehr ist: Sie hat Aufmerksamkeit erhalten, weil Björn Höcke in seiner Rede das getan hat, was dieses Institut seit Jahren verweigert zu tun. Er hat nämlich an einer Stelle einmal kurz politisch argumentiert im Rahmen eines naturwissenschaftsnahen Menschenbildes. Er hat also genau das getan, was hier auf dem Blog seit Jahren eingefordert wird.

Ob er das in der geschicktmöglichsten Weise getan hat, stehe dahin. Aber wir sind inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass er rein inhaltlich sachlich gar keinen Fehler begangen hat.

Volker Zastrow hatte in der FAZ noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen (10), woher Björn Höcke (- oder sein Redenschreiber) dieses Argument hatte. Nämlich aus einer Rezension, die mein langjähriger engster wissenschaftlicher Freund, mein ehemaliger Anthropologie-Kommilitone in Mainz, Andreas Vonderach, 2006 in der Zeitschrift "Sezession" verfasst hatte über das Buch von Philippe Rushton "Rasse, Evolution und Verhalten".

Ein abschließendes Urteil über den Menschen Björn Höcke soll hier nicht gegeben werden. Er verehrt Otto von Bismarck wie der Inhaber dieses Blogs. Das macht ihn sympathisch. Er ist Jahrgang 1972. Wenn man sein Agieren in Jauch-Talkshows, in Parlamentsreden, in Volksreden auf Marktplätzen etc. zur Kenntnis nimmt, muss man nicht unbedingt menschlich zu ihm hinfinden*). Er argumentiert aus einer Endzeit-Stimmung und Panikmache heraus, die nicht am Platz ist**), wenn man Vertrauen hat in die Vernunftfähigkeit des Menschen und darin, dass die Wissenschaft aufgeklärte Wissensgesellschaften mühelos von allen Abwegen abbringen kann, auf die sie sich begeben haben spätestens seit den letzten hundert Jahren.***)

Bis zur 28. Rede-Minute ist die genannte Rede von gar nicht so unwesentlichen rein tagespolitischen Sachargumenten bestimmt. Soweit übersehbar, ist in den deutschen Medien gegen diese Sachargumente auch nirgendwo ausgeprägter Widerspruch laut geworden. Höcke fordert hier einfach, dass sich die deutsche Regierung an die deutschen Gesetze halten soll. Schlichter kann man es gar nicht machen. Und eine solche Schlichtheit kann einem tatsächlich sympathisch sein.

Man möchte fast so weit gehen zu sagen, dass einem eine so gute Rede wie in diesen ersten 28 Minuten weder von Götz Kubitschek noch von anderen seiner engeren früheren oder jetzigen Mitstreiter bekannt ist. Man möchte höchstens kritisch fragen, warum auch Höcke einmal erneut nicht davon spricht, dass es die Politik der USA ist, die seit Jahrzehnten und vermehrt seit 9/11 das Chaos in die islamische Welt gebracht hat und damit auch die gegenwärtige "Flüchtlingskrise" ausgelöst hat. Wie das ja so deutlich im ZDF, nämlich in "Die Anstalt", sowie anderswo herausgearbeitet worden ist (siehe früherer Blogbeitrag). Ab der 28. Rede-Minute sagt Höcke dann folgendes (zit. n. A. Kemper):
Und an dieser Stelle ist es angeraten, meiner Meinung nach, mal die populationsökologische Brille aufzuziehen und den Blick noch etwas zu weiten. Der Bevölkerungsüberschuss Afrikas beträgt etwa 30 Millionen Menschen im Jahr. Solange wir bereits sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. Die Länder Afrikas, sie brauchen die deutsche Grenze, die Länder Afrikas, sie brauchen die europäische Grenze, um zu einer ökologisch nachhaltigen Politik zu finden. Und die Länder Europas brauchen sie gegenüber Afrika und den arabischen Raum um so dringender, weil Europa phylogenetisch vollständig nachvollziehbar eine eigene Reproduktionsstrategie verfolgt. In Afrika herrscht nämlich die sogenannte Klein-r-Strategie vor, die auf eine möglichst hohe Wachstumsrate abzielt. Dort dominiert der sogenannte Ausbreitungstyp und in Europa verfolgt man überwiegend die Groß-K-Strategie, die die Kapazität des Lebensraums optimal ausnutzen möchte, hier lebt der Platzhaltertyp. Die Evolution hat Afrika und Europa vereinfacht gesagt zwei unterschiedliche Reproduktionsstrategien beschert. Sehr gut nachvollziehbar für jeden Biologen. Das Auseinanderfallen der afrikanischen und europäischen Geburtenraten wird gegenwärtig natürlich noch verstärkt durch den dekadenten Zeitgeist, der Europa fest im Griff hat. Kurz: im 21. Jahrhhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp. Und diese Erkenntnis, wenn diese Erkenntnis von irgendeinem der Altparteien-Politiker zur Kenntnis genommen worden ist, was ich wage zu bezweifeln, diese Erkenntnis die ruft nach einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Asyl- und Einwanderungspolitik Deutschlands und Europas, liebe Freunde.
An diesem Zitat ist so gut wie gar nichts diskreditierend oder "Quatsch" oder Unsinn wie es im Artikel vom 24. Dezember auch hier auf dem Blog noch unterstellt wurde. Und man versteht nun wiederum gar nicht, warum Götz Kubitschek diese am 11. Dezember veröffentlichte Rede wenige Tage später verschämt wieder "privat" gestellt hat (s. Youtube), warum er einen früherer Blogbeitrag wieder aus dem Netz genommen hat und dazu am 14. Dezember (um 19.14 Uhr) schrieb (Sezession):
Wir haben Björn Höcke mit der Veröffentlichung seiner knapp einstündigen Rede, die er im Rahmen eines unserer Staatspolitischen Kongresse hielt, keinen guten Dienst erwiesen.
Was ist zu erläutern und zu ergänzen?

Warum macht hier auch nur irgendjemand irgendeinen Rückzieher anstatt einfach nur zu erläutern und zu ergänzen? Anstatt einfach nur dazu aufzufordern, den Philippe Rushton zu lesen? Man muss also unter anderem erläutern und ergänzen, was der Biologie-Student Servan Grüninger in der "Neuen Züricher Zeitung" dazu erläutert und ergänzt hat (NZZ-Campus, 15.12.15, erwähnt von Marcus Anhäuser):
Höcke bezieht sich bei seinen Ausführungen auf eine Theorie der beiden Ökologen Robert MacArthur und Edward Wilson, welche damit die Populationsdynamiken bei der Besiedlung von Inseln beschreiben wollten. Die (vereinfachte) Grundannahme: Eine Population wächst mit der Rate r, bis sie an ihre Kapazitätsgrenze K stösst.  Arthur und Wilson stellten nun die Hypothese auf, dass eine instabile Umwelt jene Arten bevorzuge, welche eine höhere Wachstumsrate r aufwiesen. Anders gesagt: Wenn Umweltkatastrophen häufig sind und damit stets das Risiko besteht, dass die Zahl der Individuen in kurzer Zeit stark dezimiert wird, dann sind jene Arten im Vorteil, welche ihre Population danach schnell vergrössern können, weil sie eine hohe Wachstumsrate aufweisen.   Wenn die Umweltbedingungen jedoch stabil sind, dann sind jene Arten im Vorteil, welche sich optimal an eben diese Bedingungen anpassen – und damit die Kapazitätsgrenze K ausweiten.
Auch Sven Grüninger hält dann fest:
Als grobe Daumenregel mögen die beschrieben Zusammenhänge eine gewisse Gültigkeit besitzen.
Es wäre noch einmal zu überprüfen, wie richtig es ist, zu dieser Theorie zu sagen, es handele sich um eine "mittlerweile veraltete Theorie zu Unterschieden im Fortpflanzungsverhalten zwischen verschiedenen Tierarten" (Pressemitteilung des Berl. Inst. f. emp. Integr.- u. Migr.forsch, 15.12.15 -> pdf, s.a.: W. Eberwein).

Überlegungen zur Plausibilität von Rushtons Theorie

(Ergänzung, 10.1.2016) Soweit meine Wahrnehmung geht, ist diese Theorie - vor allem auch in ihrer Anwendung auf die Humanevolution - bis heute in der Wissenschaft gar nicht zu Ende diskutiert und erörtert worden. Ich selbst hatte mich bis dato niemals genauer mit ihr beschäftigt, da ich andere Themen in der Anthropologie wichtiger fand. Am 28.12.15 schrieb ich als Kommentar zu einem Blogbeitrag von Marcus Annhäuser auf den Scienceblogs (mit dem schönen Titel "Liebe Biologen, #Höcke wäre Eure Chance gewesen"):
Björn Höcke hat inhaltlich, soweit ich sehe, ziemlich korrekt – wenn auch für ein allgemeines Verständnis viel zu kurz – wiedergegeben, worüber Philippe Rushton ein ganzes Buch geschrieben hat. Wenn man sagen will, dass Höcke Blödsinn geredet hat, muss man also darlegen, dass Rushton’s Buch Blödsinn ist. Der englischsprachige Wikipedia-Artikel zu Rushton gibt aber ein widersprüchliches Bild zu dieser Frage:
https://en.wikipedia.org/wiki/J._Philippe_Rushton
Ich glaube, die meisten, die ein schnelles Urteil haben zu dieser Frage, machen es sich zu einfach. (Ging mir auch selbst so.) Höcke stellt EINE biologische Theorie dar. Alle mir bislang bekannten Kritiken zu diesen Höcke-Aussagen (auch die hier im Artikel genannten) sind mir noch nicht überzeugend genug. Sie sollten zum Beispiel auch den Paradigmenwechsel beachten, der jüngst erst wieder in der FAS ausführlich behandelt wurde:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/gibt-es-menschliche-rassen-13917542.html
Wenn zum Beispiel ein Edward O. Wilson seinen Kollegen Rushton gegen politisch motivierte Kritik in Schutz nimmt, heißt das, dass man es sich in diesem Fall nicht zu leicht machen darf.
Nur weil etwas ins eigene Weltbild nicht passt, ist es nicht per se falsch oder unmoralisch.
Ich sehe auch nicht, dass es eine ausdrückliche oder unterschwellige Abwertung von Afrikanern per se wäre, wenn Rushton der Sache nach richtig läge. Wer das behauptet, sagt, dass unterschiedliche Lebensstile und Begabungsprofile weltweit zu beWERTEN wären, nämlich als höherwertig oder minderwertig zu bewerten wären. Das wäre meines Erachtens ein naturalistischer Fehlschluss.
In der Natur, so wissen wir, herrscht VIELFALT. Und wir genießen diese. Deshalb sollten wir auch die der Lebensweise unserer Vorfahren in Afrika näherstehende Lebensweise dort heute Lebenden mit Respekt und Hochachtung begegnen. Auch wenn sie durch die Theorien Rushton’s besser einzuordnen wäre als ohne diese.
Würde man dies tun, wäre es leichter, unemotional in eine solche Debatte einzutreten.
Wenn ich jetzt noch weiter darüber nachdenke, halte ich die Theorie von Rushton doch zunächst einmal für nahe liegend und plausibel. Allerdings würde ich nicht sagen, dass in Afrika instabilere Umweltbedingungen vorherrschen als in Europa (noch dazu in der Eiszeit!). Nein, ich würde sagen, dass das in Afrika vorliegende, der r-Strategie näher stehende demographische Regime, die der r-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise, Reproduktionsstrategie größtenteils ein "Relikt" der Humanevolution darstellen werden.

Denn demographische Instabilitäten waren vor allem für jene Vorfahren-Gruppe aller Menschen auf der Erde weltweit zu überstehen, die vor 250.000 bis 200.000 Jahren in Ostafrika den evolutionären Übergang zum "anatomisch modernen Menschen" durchlief in einem inzwischen von der Humangenetik gut erforschten populationsgenetischen Flaschenhals. Als diese Vorfahrengruppe also über viele tausend oder zehntausend Jahre hinweg kurz vor dem Aussterben stand. (Zu jener Zeit evoluierten in Europa und Asien übrigens die Neandertaler und standen dabei keineswegs so stark vor dem Aussterben.) In einer solchen Situation wie damals in Ostafrika wird eine der r-Strategie näherstehende Bevölkerungsweise evolutionsstabiler gewesen sein als eine der K-Strategie nahe stehende. Also werden alle Menschen heute weltweit eher von jenen Gruppen damals in Ostafrika abstammen, die damals eine der r-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise lebten, als von jenen Gruppen, die damals eine der K-Strategie näher stehende Bevölkerungsweise lebten. (Man muss ja für jene Zeiträume nicht nur Prozesse der Individual- und Verwandtenselektion, sondern auch Gruppenselektion annehmen.)

Seit 200.000 Jahren und mit der Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen nach Nordafrika und über alle anderen Kontinente der Erde hinweg ist ja wie wir heute wissen auch die Intelligenz-Evolution und  die Evolution des angeborenen sonstigen Begabungs- und Neigungsspektrums weitergegangen. Und dafür können ja durchaus - wie Rushton sagt - Bevölkerungsweisen sinnvoll sein, die eher der K-Strategie nahe stehen. (Ergänzung Ende)

Wir stammen alle aus Afrika

Wir stammen alle aus Afrika. Und sollten schon deshalb alle große Hochachtung und großen Respekt haben vor der Lebensweise unserer Vorfahren in Afrika. Die sich dort höchstwahrscheinlich bis heute länger gehalten hat und anders weiterentwickelt hat als in Europa oder Nordasien, wo - nach vielen Daten, die uns heute vorliegen - sich die "jüngste" Humanevolution in den letzten 40.000 Jahren noch einmal beschleunigt hat. Siehe zuletzt den großen Bericht in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (8, 9).

Rassismus wird aus all dem erst, wenn man anfängt, Ängste zu schüren und "andere" Reproduktionsstrategien, Lebensweisen und Begabunsgprofile tendenziell abzuwerten, um dafür die "eigenen", lokalen tendenziell aufzuwerten und zu "höherwertigen" zu erklären. Es entspräche niemals dem Menschenbild der Aufklärung, einen Menschen, der angeborenermaßen weniger intelligent ist als ein anderer per se zu einem minderwertigen Menschen zu erklären. Bekanntermaßen können sehr intelligente Menschen sehr minderwertig handeln. Und tun dies viel zu oft wie hier auf dem Blog in vielen Beiträgen dargelegt. Ob Björn Höcke nun zu solchen Wertungen neigt und sie unterschwellig oder überschwellig durch seine Rhetorik fördert - was keineswegs ausgeschlossen werden kann, da auch das eine angeborene Verhaltensneigung aller Menschen ist und unterbewusst immer und bei jedem stattfindet - müsste noch einmal gesondert untersucht werden.

Vorbauen kann man solchen genannten unwissenschaftlichen Verwertungen von Wissenschaft nur, indem man Gesellschaften geistig und moralisch nicht unterfordert, sondern sie mit den neuesten Entwicklungen in den evolutionären Wissenschaften stetig und ständig Schritt halten lässt und sie sich entlang derselben weiterentwickeln lässt, indem man die Entwicklungen in der Wissenschaft ständig neu erklärt, erläutert, erörtert und schließlich einordnet in das zum Glück moderne, humane, aufgeklärte, würdige Menschen- und Weltbild, das - zumindest dem offiziellen Anspruch nach - heute vorherrscht und vertreten wird.

Warum distanziert man sich, anstatt zu erläutern und zu ergänzen?

Warum distanzierte sich nun aber sogar Björn Höcke selbst von seiner eigenen Rede, anstatt die evolutionsbiologischen Grundlagen seines Nachdenkens darin noch einmal ausführlicher zu erläutern? Am 13. Dezember schrieb er um 15.24 Uhr auf seiner Facebook-Seite:
Ich bedaure, wenn meine Aussagen am 21. November zu Fehldeutungen geführt haben. Ich vertrete das christliche Menschenbild und die Würde jedes Menschen ist für mich unantastbar. Es ging mir darum, deutlich zu machen, dass sich Europa meiner Meinung nach vor einer Einwanderung, die es selbst überfordern würde, durch geschlossene Grenzen schützen muss.
Laut Stiftung Weltbevölkerung wird sich die Zahl der Menschen in Afrika von heute 1,2 Milliarden auf 4,4 Milliarden im Jahr 2100 vervierfachen. Das hat vielfache Ursachen: kulturelle, ökonomische, medizinische und soziologische, die man auch nicht aus dem Blick verlieren darf. Gerade als Politiker muss man auch die großen Entwicklungen im Blick behalten und darf sie nicht aus Sorge vor Missverständnissen oder Fehlinterpretationen verschweigen. Die Überforderung durch die Zuwanderung ist bereits jetzt in deutschen Kommunen sichtbar.
Ich habe Achtung vor jedem Menschen und seiner unveräußerlichen Würde. Unabhängig davon muss es einen offenen politischen Diskurs um die richtige Asylpolitik geben können. Ich habe niemals meine Meinung absolut gesetzt, nehme mir aber das Recht, Diskussionen anzustoßen und fordere eine offene Debatte über alle relevanten Politikfelder.
Und man versteht noch weniger, warum die einstmals und vielleicht noch jetzt so Lucke-freundlichen, davor Kubitschek-freundlichen Dieter Stein und Karlheinz Weißmann von der "Jungen Freiheit" diese Rede einmal erneut zum Anlass nahmen, das Agieren von Björn Höcke und von Götz Kubitschek als im höchsten Maße der Sache abträglich zu charakterisieren (siehe z.B.: 11). Dagegen verteidigte sich Kubitschek dann. Aber wiederum vergleichsweise wenig überzeugend und überhaupt niemals auf irgendeine Sachdebatte eingehend. Auch sonst beantwortete er so manche kritische und verwunderte Frage langjähriger Leser, an der erkennbar wird, dass er auf mancherlei Unzufriedenheiten und Unverständnis reagieren muss. Aber ob sich solche Kritiker mit dem Agieren des Kubitschek zufrieden geben? Ob sie sich damit zufrieden geben, dass auch das Institut für Staatspolitik in einer solchen brisanten Debatte die Öffentlichkeit geistig unterfordert, statt ihre Geistigkeit offensiv herauszufordern?

Höcke in Schnellroda
Keiner der hier Genannten und Beteiligten tut es, nämlich: Die notwendige Debatte rund um ein naturwissenschaftsnahes Menschenbild nun wirklich gründlich zu führen und die Öffentlichkeit aufzuklären und zu bilden. Schlichtweg: Naturwissenschaftliche Bildung zu verbreiten. Am ehesten tut dies noch Karlheinz Weißmann mit seinem Verweis auf den schon genannten langen Artikel in der FAS zur Bedeutung der Evolution und Genetik für menschliche Rassen und Völker (11).

Über Jahrtausende evoluierte Verhaltens- und Begabungsunterschiede auf den drei Kontinenten

Hier auf dem Blog wurden solche sich schon lange anbahnenden und andeutenden Entwicklungen, solche geistigen Unterforderungen schon am 15. August dieses Jahres klar benannt als "Verblödung auf der Internetseite Sezession" (4). Und schon am 12. Juli dieses Jahres war hier auf dem Blog mit Bezug auf die diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit des "Instituts für Staatspolitik" die Rede von einem "Skandal der allerersten Güte" (1). An diesem Urteil kann auch heute nichts geändert werden. Vielmehr bestätigen die jüngsten Geschehnisse alle diese Einschätzungen vollständig. Wo ist souveränes, sicheres Verhalten erkennbar? Das damals als Skandal kritisierte Schweigen über das wissenschaftsnahe Menschenbild von heute hat das "Institut für Staatspolitik" also erstmals - mit Björn Höcke - gebrochen. Und es macht - wie er selbst - gleich danach dann wieder einen Rückzieher. Anstatt die Debatte zu führen. Was soll das?

Der Rushton versuchte also mit der auch von Björn Höcke herangezogenen Theorie, all die heute noch viel genauer als damals bekannten angeborenen Verhaltens- und Begabungsunterschiede zwischen den drei Menschenrassen in Afrika, Asien und Europa zu erklären. Sich auf die Erforschung dieser Unterschiede zu beziehen und auf Theoriebildung rund um diese Forschungen, dagegen ist überhaupt nichts zu sagen. Es muss das halt einfach nur gründlich erläutert werden. Das ist einer modernen Wissensgesellschaft würdig.

Björn Höcke hat sogar mit den Begriffen "Ausbreitungstyp" und "Platzhaltertyp" letztlich recht. Er sagt damit nicht, dass sich nicht auch Europäer weltweit demographisch ausbreiten könnten (wie sie das ja über viele Jahrhunderte viel mehr - und anders! - getan haben als Afrikaner). Sondern es wird damit gesagt: die Ausbreitungs-Art ist eine andere. Sprich: Die demographische Ausbreitung der Europäer hat bislang Wohlstand mit in die Länder gebracht, in die sie sich demographisch ausgebreitet haben oder in denen sie sich lange Zeit demographisch evolutionsstabil erhalten haben (einhergehend natürlich mit der bekannten Umweltzerstörung etc. pp.).

Die demographische Ausbreitung der Bantu-Afrikaner, der wir auf unserem Wissenschaftsblog "Studium generale" viel Aufmerksamkeit gewidmet haben in den letzten Jahren, brachte den Lebensstandard bäuerlicher, sesshafter Gesellschaften in das ganze subsaharische Afrika und ersetzte jeweils die Lebensweise der zuvor dort lebenden Jäger und Sammler.

Indem man solche Sachverhalte feststellt, können sie nur mit Respekt und Hochachtung vor Menschen afrikanischer Abstammung verbunden sein. Sie sind Menschen wie wir. Über die letzten Jahrtausende haben sich die Vorfahren von Menschen afrikanischer Abstammung einfach anders evoluiert als unsere eigenen Vorfahren. Dafür können sie nichts und dafür können wir nichts. Wir können nur alle verantwortungsbewusst und menschenwürdig mit uns jeweiligen bisherigen Endprodukten der Evolution umgehen, auf die Eigenschaften dieser Endprodukte reagieren und angemessene Antworten auf das geben, was die Wissenschaft gegenwärtig darüber herausbekommt, dass der Mensch als das soziale Wesen, das er ist, bis heute immer in Gruppen und Völkern evoluiert ist. Und dass es höchstwahrscheinlich viel Sinn macht, wenn er dies auch weiterhin tut. Allerdings nicht dadurch, dass er andere Völker abwertet, sondern dass er ihnen mit Respekt und Hochachtung entgegentritt.

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*) Ergänzung 10.1.16: Es gibt aber ein Interview von Judith Noll von Salve.tv mit Björn Höcke, das am 18.2.2015 ausgestrahlt worden ist, in dem er einfach menschlich sehr sympathisch herüber kommt.
**) Ergänzung 10.1.16: Äääähm ...., ganz ehrlich: Die Vorgänge in der Silvesternacht 2015 am Hauptbahnhof in Köln haben sogar diesbezüglich Björn Höcke in vollem Umfang bestätigt. Leider. Ich werde jedenfalls zukünftig zurückhaltender sein beim Kritisieren von Björn Höcke. Und kritisiere da dann doch lieber andere Politiker. 

***) Ergänzung 28.5.2017: Genau diese Endzeit-Stimmung stellt sich ein Jahr später als nichts weiter als hohle Phrase heraus. Wiederholt hatte Höcke die AfD als "die letzte evolutionäre und die letzte friedliche Chance für unser Vaterland" genannt. Das ist ein starke Wortwahl. In ähnlicher Weise hatte er sogar die nächste Bundestagswahl diesbezügliche als "letzte Chance" gekennzeichnet. Wenn er aber nun so große Worte in den Mund nimmt, kann er ihnen nur Glaubwürdigkeit verleihen, wenn er nach diesen dann auch handelt. Nach diesen Worten hätte er deshalb, um glaubwürdig zu bleiben und nicht als Schaumschläger erachtet zu werden, nichts unversucht lassen dürfen, um für den Bundestag zu kandidieren, und um damit der Inhaltsschwere seiner Worte - wie ein Otto von Bismarck - auch durch die Tat Gewicht zu verleihen. Das aber tat der Björn Höcke nicht. Es war dieser Umstand - nach mehreren anderen Anzeichen - ein deutlicher Hinweis darauf, dass er zaudert und taktiert, beraten von solchen langjährigen Lügepresse-Autoren wie Günther Lachmann, die ihm offenbar auch den "weisen" Rat gegeben haben, sich öffentlich nicht für den Verbleib von Wolfgang Gedeon in der AfD auszusprechen, was klar ein weiteres Taktieren und das niedrigst stehende inkonsequente Handeln darstellt, das nur möglich ist. Somit ist schon ein Jahr nach Verfassen des vorliegenden Beitrages rund um Björn Höcke genug Auffallendes geschehen, um die Dinge einigermaßen abschließend einzuordnen. Denn schließlich hatte der Journalist Andreas Kemper frühzeitig darauf hingewiesen, dass Höcke 2012 unter dem Pseudonym "Landolf Ladig" Beiträge im Umfeld der NPD und des NPD-Funktionärs Thorsten Heise publiziert hat. Diese Behauptung ist unseres Erachtens bestens bewiesen. Aber Höckes hierbei veröffentlichte Texte enthalten - unseres Erachtens und soweit wir sie überblicken - nichts, was man nicht vertreten kann (so etwa die These vom Dritten Reich als erster Antiglobalisierungsbewegung, die natürlich richtig und falsch zugleich ist, die aber in jedem Fall vertretbar ist). Höcke verstieß mit dieser Tätigkeit allerdings klar gegen Statuten der AfD und war seither diesbezüglich erpressbar (um so mehr darüber allerdings geredet und nicht gehandelt wird, um so weniger wird er diesbezüglich natürlich auch erpressbar ...). 
Was aber für uns vielmehr das Entscheidende ist: Dieses Pseudonym erinnerte uns schon vor einem Jahr an den Okkultroman-Autor Wilhelm Landig und dessen Roman "Götzen gegen Thule". Auch der germanische Name des Sohnes von Björn Höcke scheint diesem Roman entnommen zu sein. Mit diesem Roman und seinem ideologischen Umfeld haben wir uns hier auf dem Blog nun schon ausreichend befasst, um damit jetzt ein Jahr später sagen zu können, dass sich mit all dem klar eine ideologische Nähe des Björn Höcke zu einer solchen "Arischen Bruderschaft" andeutet, in deren Umfeld sich Thorsten Heise bewegen soll, wie neuerdings zu erfahren ist (BNR 27.4.17). Wenn man nun noch berücksichtigt, dass Björn Höcke so auffallend deutlich Unterstützer innerhalb der AfD hat, zu denen ein so vergleichsweise prominenter Freimaurer wie Alexander Gauland gehört, die aber zeitgleich einen Wolfgang Gedeon wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, dann schließt sich ein Kreis, den man schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts kennt. Es wird nämlich wieder jene Achse zwischen der traditionellen Freimaurerei einerseits und ihrem völkischen Flügel andererseits erkennbar, die es schon seit über hundert Jahren gibt, und der wir hier auf dem Blog schon vor Jahren einen thematischen Schwerpunkt gewidmet hatten (die nämlich unter anderem auch im Zusammenhang mit der Fraternitas Saturnis aufscheint). Aus dieser Achse ging unter anderem klar auch die NSDAP hervor - und natürlich vieles andere "Rechtskonservative". Und diese Achse besteht also damit sichtbar weiter fort. In der Arischen Bruderschaft gibt es zumindest in den USA nicht nur klare Verbindungen hinein in die organisierte Kriminalität, sondern auch hin zum Satanismus (Wiki). Somit werden die Zusammenhänge immer deutlicher, aus denen heraus auch das Wirken von Björn Höcke als gesteuerte Opposition erst verstehbar wird, gerne auch im Dienste der allseits beliebten "Strategie der Spannung", zu deren Verwirklichung jedes mal aufs Neue Polarisierung und Aufputschung der Massen notwendig ist. Und dazu eignet sich - aber nur in letzter Instanz - als bester "Aufreger" ein solches naturwissenschaftsnahes Argument wie das von Höcke vorgetragene und hier und in einem Folgebeitrag behandelte.

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Die erste Version dieses Artikels wurde am 24.12.15 veröffentlicht und deckte sich in ihrem herablassenden Tenor noch nicht mit dem jetzt vorliegenden Artikel, der am 27.12.15 zuerst veröffentlicht wurde und am 10.1.16 noch einmal um ein wichtiges Argument erweitert wurde.
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  1. Bading, Ingo: Ein Skandal der allerersten Güte. Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten. Auf: GA-j!, 12. Juli 2015
  2. Bading, Ingo: Rettet naturwissenschaftsnaher Katholizismus die europäischen Völker? Entwicklungen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall". GA-j!, 23. Juli 2015
  3. Bading, Ingo: "Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille". GA-j!, 28. Juli 2015
  4. Bading, Ingo: Verblödung auf der Internetseite Sezession. Katholische Rechtskonservative seit über 40 Jahren: "Gehe zurück auf Los und fange bei Null an". GA-j!, 15. August 2015
  5. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Er hat "biologische Fragestellungen" "allzu sehr in den Vordergrund gestellt. GA-j!, 7.10.2015 
  6. Bading, Ingo: Alain de Benoist - Ein rechtskonservativer Hijacker. GA-j!, 11.10.2015
  7. Bading, Ingo: Lasst sie nicht abreißen! - Die kulturelle und genetische Tradition. Begreift Euch als Erben! Eine Lesehilfe zu Peter Sloterdijk's neuestem Buch "Die schrecklichen Kinder der Neuzeit" (2014). GA-j!, 15. Oktober 2015
  8. Albrecht, Jörg: Das Fremde und das Vertraute. In: FAS, 17.11.2015
  9. von Rauchhaupt, Ulf: Lewontins Fehlschluß. In: FAS, 17.11.2015
  10. Zastrow, Volker: Neue Rechte - Höckes Rassetheorie. In: FAZ, 20.12.2015
  11. „Sonst endet die AfD als ‘Lega Ost’“ - Interview mit Karlheinz Weißmann. In: Junge Freiheit, 21.12.2015
  12. Hermsdorf, Daniel: Volksverhetzung durch angebliche #Rassismus-Kritik? Filmdenken, 21.12.2015

Kommentare:

Mawufemo Modjinou hat gesagt…

Man kann es drehen wie man will: Höcke hat Quatsch geredet. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Europäer bei der Vermehrung ähnlich eifrig, wie es jetzt den Afrikanern unterstellt wird. Logisch. Viele Kinder überlebten nicht und was am Leben blieb, mußte für die Eltern sorgen.

Gäbe es in Afrika schon eine Rentenversicherung, wäre mit der Vermehrung bald Schluß. Es ist auch nicht so, daß überzählige Afrikaner wahnsinnig gerne nach Europa wollen. Aber da in ihren Heimatländern als Amtssprache Französisch oder Englisch von der Grundschule an unterrichtet wird, liegt das irgendwie nahe.

Zumal neben der Sprache auch die entsprechende Kultur vermittelt wird.

Aber das stört einen Kleingeist, wie Höcke nicht.

Ingo Bading hat gesagt…

TROTZDEM kann eine GLEICHSTARKE demographische Vermehrung
1. nach dem Prinzip der K-Selektion stattfinden
2. nach dem Prinzip der r-Selektion.
Evolutionsstabil MÜSSEN ja beide sein. Denn sonst gäbe es sie nicht.

Also es geht bei beiden nicht um das absolute Ausmass der schlußendlich erreichten Bevölkerungsgröße und -vermehrung (oder -verminderung), sondern um die ART, in der diese Bevölkerungsgröße erreicht wird. So ganz klar scheint das dem Höcke nicht gewesen zu sein. Er hat dennoch dem Wortlaut nach nichts Falsches gesagt. Man versteht das aber eigentlich erst, wenn man das Buch von Rushton liest. Und das sollte jeder erst tun. Sonst kann man nämlich schlichtweg gar nicht mitreden. (Das muss ich auch mir selbst zum Vorwurf machen hinsichtlich meiner ersten Stellungnahme.)

Volkmar Weiß hat gesagt…

Die deutsche Übersetzung von Rushtons Hauptwerk habe ich damals beim Verlag inhaltlich begleitet, eine inhaltliche Korrektur gelesen und dann auch noch ein Vorwort dafür geschrieben.

Rushton hat einige wichtige Zusammenhänge erkannt und zutreffend gedeutet, zumindest im Ansatz und besser als andere. Erschrocken war ich damals über einige Unkenntnis bei ihm in einfachen statistischen Überlegungen und Kenntnissen. So verwendet er für die Definition des IQ im englischen Original noch Sterns Quotientendefinition, wie sie vor 1940 üblich war. Ich hatte einige Mühe, Rushton davon zu überzeugen, in der deutschen Übersetzung den IQ als Wechslers Abweichungs-IQ vom Mittelwert zu definieren.

Mein Computer ist stumm, so daß ich von Höckes Redetext auch nur den Ausschnitt kenne, über den man sich aufregt. Daß dieser Punkt Unsinn ist, da hätte Höcke auch allein ohne Berater drauf kommen können. Denn vor 130 Jahren haben die Weißen große Teile der Welt besiedelt und nicht die Schwarzen. Populationen durchlaufen Entwicklungszyklen, Sukzessionen. Höcke müßte versuchen, das zu begreifen; dann kämen ihm grobe falsche Feststellungen gar nicht in den Sinn, und er würde sie bei anderen selbst erkennen. Dann könnte man das Denken nennen.

Er ist jung und hoffentlich noch sehr lernfähig.

Ingo Bading hat gesagt…

Lieber Herr Weiß, vielen Dank für Ihren Kommentar und die Erlaubnis, ihn hier zu veröffentlichen. Ihr Kommentar zeigt mir, dass selbst unter Informierten vieles vielleicht noch nicht genügend erörtert worden ist und bestätigt damit doch eigentlich, was ich sage. Sogar Sie als Vorwortschreiber VERWERFEN den Bezug auf das von Ihnen bevorwortete Buch!!!! Dann wäre ja die Unsicherheit, mit der das IfS und Björn Höcke in dieser Sache agieren, doch gerechtfertigt!!! Und noch mehr Anlass gegeben, den Austausch aller Informierten untereinander zunächst einmal zu FÖRDERN. (Wo findet er statt? In solchen essentiellen Fragen!)

Ich hatte schon oben in meinem Kommentar gesagt, was ich auch Ihnen dazu zunächst sagen möchte (siehe "GLEICHSTARKE demographische Vermehrung kann 1. nach dem Prinzip der K-Selektion stattfinden, 2. nach dem Prinzip der r-Selektion. ....")

Ich glaube, mit diesen Ausführungen werden erst einmal viele Missverständnisse beiseite geräumt, die - vielleicht? - auch bei Ihnen vorliegen (die auch bei mir zunächst vorlagen). Ausbreitungstyp ja nur deshalb, weil leere Regionen SCHNELLER über r- als über K-Selektion besiedelt werden können (bspw. Pionier-Arten nach Massenaussterben oder bei der frühesten Wiederbesiedelung nach einem Flaschenhalsereignis - so wie das vor 200.000 Jahren ja im Subsahara-Afrika geschehen sein muss).

Sprich, sowohl Schwarze wie Weiße können die Welt besiedeln, also sowohl der Platzhaltertyp als auch der Ausbreitungstyp. Nur eben auf verschiedene WEISE!!!

Und auch auf der Nordhalbkugel muss sich die K-Selektion nicht schon WÄHREND des Out-of-Africa-Szenarios durchgesetzt haben. Unsere Kenntnis von der jüngsten Humanevolution lässt heute Raum dafür anzunehmen, dass sich auch HIER K-Selektion erst später, sagen wir im Mesolithikum oder im Neolithikum durchgesetzt haben könnte.

Genhorst hat gesagt…

Ja, ich finde den Beitrag von Volkmar Weiss auch ein bisschen enttäuschend, den selbst er scheint Rushton nicht richtig verstanden zu haben, bei Höcke bin ich mir da auch nicht so sicher und bei vielen der Rushton-Fans im Internet auch nicht. Leider bleibt bei 95% der Menschen nichts weiter hängen als -Entschuldigung, jetzt mal ganz plakativ gesagt: - "neger = doof und sex-geil". Was wirklich schade ist, denn das Buch ist wirklich brilliant.

Allerdings muss man sagen, dass der Herr Rushton es sich mit seiner Verkürzung auf drei Rassen - Mongolide, Negride und Europide - auch recht einfach macht. Ich glaube jetzt nicht, dass der Testosteronspiegel von gesunden Westbalkanesen unter dem von z.B. Afrikanern aus Kamerun liegt, etc. von Pygmäen ganz zu schweigen usw. Gerade Testosteron ist doch SEHR vom Lebensstil abhängig usw. Seine "Differential K-Theory" muss also noch viel, viel differenzierter gesehen und(!) erforscht werden. Was wohl nicht passieren wird, aber sinnvoll wäre es.

Ingo Bading hat gesagt…

Oh ja, vielen Dank, ich wusste gar nicht, dass Eckart Voland sich darüber so deutlich geäußert hatte. Das ist ja sehr, sehr wichtig:

https://genhorst.wordpress.com/2015/12/14/hoeckes-r-und-k-strategen/

Genhorst hat gesagt…

Ja, hat er, aber natürlich hat sich keiner die Mühe gemacht, mal selber zu recherchieren. Ich habe dieses Zitat übrigens damals als Antwort auf einen Artikel der ZEIT über Höckes Äußerungen gepostet, was dazu führte, dass ich gesperrt(!) wurde. Obwohl die Sperre auch mit einem ironischen Seitenhieb auf die "Qualitätspresse" unserer Tage zusammenhängen könnte, ich weiß es ja nicht ;) Zumindest muss es dort jemand gelesen haben, aber befasst hat sich dann keiner groß damit! An einer objektiven Diskussion herrscht halt kein Interesse!

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