Montag, 11. Januar 2016

Außerhalb der Wissenschaft verblödet man

Ich muss mal etwas Frust ablassen - Hört gut zu, Ihr 20-jährigen Studenten!

Seit langem einmal wieder ein Videoblogging. Ob die Akustik gut ist, habe ich nicht beachtet. Ich habe, wie man hören kann, ganz andere Probleme!


In diesem Video will ich nämlich kurz dem Gedanken und der Erfahrung Ausdruck verleihen, dass man in gewöhnlicher beruflicher Tätigkeit verblödet. Und dass dieser Umstand einen großen Teil beiträgt zum gegenwärtigen Zustand unserer gesellschaftlichen Verhältnisse. In unserem Kulturleben, im öffentlichen Leben, in gesellschaftlichen und politischen Debatten spielt heutzutage das naturwissenschaftsnahe politische Argument so gut wie keine Rolle. 

Und wenn - zum Beispiel! - ein Björn Höcke einmal kurzzeitig ein solches Argument bringt, wird schnell wieder darüber geschwiegen. Es scheint sogar bis heute kaum einen Wissenschaftler zu geben, der sich zu den Thesen von Björn Höcke überhaupt nur geäußert hat.

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Mich lässt dieser Zustand mit tiefstem Unbehagen zurück. Aber ich merke auch, wenn ich der Relevanz nachgehe, die die These von Björn Höcke für politische Debatten haben könnte, ich erst in einen Bereich komme, von dem ich für mich selbst sagen würde, dass er mich nicht verblödet. Weil ich zum ersten mal wieder wirklich kreativ, intensiv nachdenke.

Denn das Konzept, von dem Björn Höcke da ausging, die r-/K-Strategie von Philippe Rushton - wenn man für sich klären will, ob diese Theorie gut ist, plausibel ist, muss man tief einsteigen in wissenschaftliches Denken. Und man merkt dann erst, wie sehr man sonst im Alltag verblödet und verblödet ist, weil man merkt, dass man hierzu zum ersten mal wieder seit langem wirklich selbständig und kreativ denken muss.

Kommentare:

Musikerin hat gesagt…

Du hast schon recht, dass es im Alltag sehr leicht passiert zu verblöden. Allerdings kann sich auch nicht die ganze Menschheit der Wissenschaft widmen. Und auch wir "nicht Wissenschaftler" müssen versuchen, dieser Monotonie in unserem Alltag zu entkommen, uns neue Impulse zu holen. Wer das nicht macht, verblödet sicher. Trotzdem sehe ich das Ganze nicht nur in diesem Schwarz-Weiß, entweder-oder, sondern es gibt dazwischen noch viele Abstufungen.

Auch ein Wissenschaftler kann in seinem Beruf so sehr aufgehen, dass er andere Dinge bzw. Menschen um sich herum gar nicht wahrnimmt. Er verarmt in seiner Wissenschaft, vereinsamt.

In deinem Blogbeitrag höre ich heraus, "Wissenschaftler sind die wertvolleren Menschen" und das gefällt mir nicht. Ich weiß, du wolltest bewußt provozieren und die Studenten aufrütteln, aber es gefällt mir trotzdem nicht.

Ingo Bading hat gesagt…

Aha, interessante Rückmeldung!

Aus der Hüfte geschossen und ohne lange nachzudenken würde ich zunächst einmal in etwa so antworten:

DA die Öffentlichkeit mit verblödenden Meldungen ständig überschwemmt wird, statt mit bildenden und klug und weise machenden, verblöden wir ALLE. Aber Wissenschaftler haben zunächst am ehesten die Möglichkeit, sich aus diesem allgemeinen Verblödungsprozess auszuklinken. BESTENSFALLS nehmen sie dann andere - ihre Mitmenschen - MIT. So sollte es in einem Kulturvolk jedenfalls sein. Die Diskrepanz zwischen unserem heutigen Alltag und dem, was in der Wissenschaft geschieht, wird allerdings gegenwärtig immer größer.

Ich habe es während meines Studiums an der Universität Mainz immer sehr positiv empfunden, dass in den Vorlesungen auch ganz normale Mainzer Bürger sassen, denen ausdrücklich gesagt wurde, dass die Universität auch für SIE ist. Das empfand ich als echte "Volksbildung" und auch als Bürgernähe der Wissenschaft.

Gestern sass ich seit langer Zeit einmal wieder in einer Vorlesung der Humboldt-Universität Berlin über Theoretische Biologie und über die Evolutionäre Genetik des Neandertalers. Lauter HOCHINTERESSANTE Themen. Aber nur WENIGE Studenten. Und überhaupt kein "sonstiger" Bürger in der Vorlesung.

Ich habe auch noch nie gesehen, dass die Humboldt-Universität in Berlin, diese berühmte Universität, besonders viele Bemühungen auf sich nimmt, den ganz normalen Bürger auf der Straße anzusprechen.

Aber das ist nur ein Aspekt.

Ein anderer wäre: Wissenschaftler SIND (oft) die wertvollsten Menschen!!! Und deshalb höre ich ihnen auch so ungeheuer gerne zu. Oft mit viel größerer Begeisterung als so vielen anderen Menschen (ich poste darüber auch gerne auf meinem Google-Plus-Profil, weil es inzwischen auch so viele schöne Youtube-Videos gibt von Wissenschaftlern, von Konrad Lorenz zum Beispiel).

Ein anderer Aspekt: Es ist übrigens auch bekannt, dass Hochschulprofessoren die zufriedensten Ehefrauen haben. ;) Darüber gibt es Studien, zumindest vor 20 Jahren muss es da mal was gegeben haben nach meiner Erinnerung. Und damals schon glaubte ich das sofort.

Denn günstigstenfalls ist ein Hochschullehrer einfach ein von seinem Thema begeisterter Mensch. Er kommt voller neuer Ideen nach Hause (mitunter zumindest).

Aber damit will ich nur einmal kurz EINIGE Aspekte dazu weiter angesprochen haben. :-)

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