Samstag, 30. April 2011

Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde (II)


Rudolf Steiner - Gegner oder Förderer der okkulten Kräfte innerhalb des Nationalsozialismus?

Es gibt viele Behauptungen und Unterstellungen in dem okkult-anthroposophischen Buch "Speer des Schicksals", die zwischenzeitlich hatten falsifiziert werden können. Besonders solche aus dem ersten Drittel des Buches. (13.8.14: Diese beiden Sätze sind nicht mehr aktuell. Die Jugendfreunde Hitlers berichten von Hitlers umfangreichen okkulten Interessen in Wien, so dass auch das erste Drittel des Buches nicht gänzlich unwahrscheinlich sein muss.) Im folgenden sollen deshalb nur Angaben, Behauptungen und Unterstellungen behandelt werden, die parallele Entsprechungen in dem doch sicherlich ganz unabhängig entstandenen Okkult-Roman von Wilhelm Landig haben oder in vielfältigen anderen Büchern und Aufsätzen über Okkultgesellschaften. Diesen Angaben wollen wir deshalb nicht von vornherein alle Plausiblität absprechen. Zumindest so lange nicht, so lange uns keine einigermaßen klare Falsifikation bekannt geworden ist.

Abb. 1: Die satanistische Agapé-O.T.O.-Loge in den USA arbeitet mit einem Speer
Einleitend ein Foto, das rechts Jack Parsons zeigt, der 1942 von Obersatanist Aleister Crowley zum Leiter der satanistischen Agapé O.T.O.-Loge in den USA ernannt worden ist. Deutlich zu sehen ist links ein Speer. In der Mitte eine Frau. Auf Aleister Crowley und auf Frauen als "Medien" in okkulten "Seancen" werden wir in diesem Beitrag zu sprechen kommen. (Von dem "Speer" ganz abgesehen, dem okkult-verblödeten Symbol des Phallus und - des Blutopfers.)

Sollten die in den dem Buch "Der Speer des Schicksals" behandelten Ereignisse nicht so stattgefunden haben, wie in ihm geschildert, bzw. nicht mit jenen Personen, die dort jeweils erwähnt sind, so können diese Ausführungen dennoch zumindest die Phantasie anregen dahingehend, was möglich und denkbar gewesen ist und was - insbesondere - okkultgläubige Anthroposophen wie Walter Johannes Stein, Trevor Ravenscroft oder ihre Leser für plausibel zu halten fähig sind. Man gewinnt doch den Eindruck, dass vieles davon die Wiedergabe dessen ist, was sie selbst in okkulten Logen und Vereinigungen mitgemacht haben. Etwa in Vereinigungen wie dem Ordo Templi Orientis oder ähnlichen.

Menschen "aus dem Osten" führen satanistische Rituale in München durch 
- Thule-Gesellschaft, Frühjahr 1919

Für das Frühjahr 1919 führt Stein (immer laut Ravenscroft) gleich vier Menschen "aus dem Osten" als Mitgestalter des Geschichtsverlaufs ein - mit Alfred Rosenberg sogar fünf, mit Rudolf von Sebottendorff sechs (2, S. 118f):
Dietrich Eckart und ein kleiner innerer Kreis von Thuleleuten waren auf die baldige Ankunft des deutschen Messias durch eine Reihe von spiritistischen Séancen vorbereitet worden, die zusammen mit zwei berüchtigten russischen Emigranten, den Generalen Skoropadski und Bishupski, stattfanden. 
Skoropadski hatte 1917 bis 1919 den ukrainischen Freiheitskampf gegen Moskau angeführt (siehe Wikip.).
Diese beiden russischen Generale waren wegen ihrer heftigen antisemitischen und antibolschewistischen Haltung in ganz Bayern bekannt und verschafften später Hitler das Geld, den Völkischen Beobachter zu kaufen, dessen erster Chefredakteur Dietrich Eckart wurde.

Das Medium, dessen sie sich dabei bedienten, eine einfache und unwissende Bauersfrau, war von Dr. Nemirowitsch-Dantschenko entdeckt worden, einer zwielichtigen Person, die sich als "Presseagent" für die vielen Weißrussen betätigte, die sich in Bayern niedergelassen hatten.
Wenn die Frau sich in tiefer Trance befand, entstiegen ihrer Vagina ektoplasmische Köpfe und Gestalten - wie eine Art Geistergeburten aus der Unterwelt. Aber nicht diese Emanationen waren für den okkulten Kreis, der den Körper dieses armseligen Weibes so schamlos ausnutzte, von Bedeutung, sondern die Stimmen, die aus ihr sprachen, wenn aus tiefer Bewußtlosigkeit poetische Worte in vielen fremden Sprachen über ihre Lippen drangen.
Abb. 2.: Dietrich Eckart
Alles klar. Völlig okkulter Schwachsinn. Ähnliches findet man auch bei Hermann Rehwaldt "Die unsichtbaren Väter". Dass es Leute gibt, die an einen solchen Schwachsinn glauben, steht ja außer Frage. Ob auch ein innerer Kreis von Thule-Leute dazu gehörten? Kann man es definitiv ausschließen? Hören wir weiter:
Dietrich Eckart war bei diesen regelmäßigen Séancen Zeremonienmeister, aber ein deutscher Flüchtling aus Moskau, Alfred Rosenberg, übernahm die Aufgabe, die ständig wechselnden Geister zu befragen, die vorübergehend das Medium mit Beschlag belegt hatten.
Den Beziehungen Alfred Rosenbergs zu okkulten Kreisen wäre auch noch einmal gesondert nachzugehen. In seinem "Mythos des 20. Jahrhunderts" ist wie  auch bei Steiner-Anhänger Stein (in dem hier behandelten Buch) von einem "5. Evangelium" die Rede und bezieht sich Rosenberg auf Hermann Wirth. Hören wir weiter:
Und es war auch Alfred Rosenberg, der Prophet des Antichrist ...
- was ja in dieser Kurzfassung sehr katholisch formuliert klingt ... -
... der Protokolle der Weisen von Zion, der es wagte, das Untier der Offenbarung anzurufen - den luziferischen Leviathan, der sich Hitlers Körper und Seele bemächtigt hatte.
Also eine Anrufung Satans persönlich durch Alfred Rosenberg. Klingt wie Humbug. Und ist mit viel Stirnrunzeln zur Kenntnis zu nehmen. Eher könnte man sich wohl Walter Johannes Stein oder Rudolf Steiner selbst bei einem solchen Ritual vorstellen. Woher will er es sonst alles so genau wissen? Weiter:
Nach Aussage Konrad Rietzlers, eines der frühesten Mitglieder der Thulegruppe und späterhin der literarische Herausgeber ihrer geheimen Publikationen, waren sämtliche Anwesenden entsetzt über die mächtigen Kräfte, die sie freigelassen hatten. Die Luft im Zimmer wurde stickig und unaushaltbar, und der nackte Körper des Mediums wurde durchscheinend in einer Aura ektoplasmischen Lichtes.
Aber hallo! 
Rolf Glauer
also Freiherr von Sebottendorff
der Gründer der Thulegesellschaft, wollte in panischer Angst aus dem Zimmer stürzen, aber Eckart griff ihn am Arm und warf ihn zu Boden. Keiner hatte die Geistesgegenwart, die rätselhaften Äußerungen niederzuschreiben, die aus dem Munde des Mediums hervorgingen.
Es folgen noch weitere Schilderungen, die wir hier übergehen wollen.

Ein weiteres satanistisches Ritual in München, auch mit westlichen Hintergründen
- Thule-Gesellschaft, 1923

Abb. 3: Während des 3. Reiches
Während das eben geschilderte satanistische Ritual noch ohne die physische Anwesenheit Hitlers ausgekommen sein soll, schildert Ravenscroft ein zweites, bei dem Hitler auch physisch anwesend gewesen sein soll.  Es soll stattgefunden haben, bevor Dietrich Eckart im Dezember 1923 starb. Für dieses zweite satanistische Ritual werden nun auch zahlreiche okkulte Personen und Organisationen des europäischen Westens - insbesondere Englands und Frankreichs - als Vorläufer, Ideengeber und als jene genannt, die das dafür notwendige okkulte Umfeld bildeten (2, S. 165):
Eckarts "Tat", bevor er starb, war es, Hitler in ein ungeheuerliches, sadistisches und magisches Ritual einzuweihen (...).

Eine etwa an dieser Stelle erfolgende Beschreibung dieses Rituals, mit dem Hitlers okkulte Zentren in Anwesenheit der Mitglieder der Thulegruppe geöffnet wurden, könnten einem Leser ohne jegliche Kenntnis der Geschichte und Gebräuche der rituellen Magie nur schwer verständlich, wenn überhaupt glaubwürdig erscheinen.
Anfang der 1970er Jahre, als diese Worte veröffentlicht worden sind, waren der Öffentlichkeit im Grunde keine Überlebenden satanistischer ritueller Gewalt bekannt und war die durch diese Gewalt erzeugte Krankheit der multiplen Persönlichkeitsstörung von der Wissenschaft noch wenig untersucht worden, geschweigen denn offiziell anerkannt worden. Wenn Ravenscroft dann dennoch satanistische Rituale so schildert wie sie auch Überlebende ritueller Gewalt schildern, sind das wieder zwei weitgehend unabhängig voneinander getroffene Aussagen.

Ravenscroft will um der Glaubwürdigkeit willen zunächst die "okkulte Struktur der Thulegesellschaft" schildern, d.h. ihre Aktivität in den einzelnen Graden und 
die Art und Weise, durch die ihr geheimer innerer Kern dazu kam, eine so grauenhafte Form von "astrologischer Magie" auszuüben.
Die Vorgeschichte dieses zweiten Rituals

Ravenscroft sagt dann (2, S. 168):
Nur ein kleiner Kern, dem Eckart Anweisung gegeben hatte, zugegen zu sein, war zu einem etwas umfassenderen Wissen über okkulte Zusammenhänge gelangt. Sie waren Mitglieder in den verschiedensten Logen, Bewegungen und Gesellschaften, die alle mehr oder weniger eng mit dem im neunzehnten Jahrhundert neu erwachten Interesse für orientalische Philosophie und rituelle Magie verknüpft waren. Die Existenz dieses festen inneren Kerns der Thulegesellschaft war den gewöhnlichen Mitgliedern, die die baldige Ankunft des deutschen Messias erwarteten, unbekannt.
Abb. 4: Theosoph. Gesellschaft - Symbol
Hier nennt Ravenscroft (bzw. Stein) zumindest einmal die vielen "Logen, Bewegungen und Gesellschaften", in deren Umfeld auch sein Buch selbst eingeordnet werden muß - allerdings immer noch nicht mit konkreten Namen. Das offizielle Symbol und Siegel der "Theosophischen Gesellschaft" (siehe rechts) zeigt vielleicht sehr gut auf, welch ein Mischmasch an okkulten Gesellschaften und Logen hier zusammen gekommen sein kann. Es beinhaltet schon im Jahr 1874 auch ein Hakenkreuz (Wikip.).

(Daß völkische Kreise noch ein zweites mal ganz unabhängig vom völkischen Okkultismus auf die Idee gekommen sein sollen, das Hakenkreuz als identifizierendes Symbol zu benutzen, erscheint angesichts dessen ja doch mehr als unwahrscheinlich. Ebensowenig daß es unbeabsichtigt aus okkulten Kreisen in nichtokkulte Kreise übergewechselt wäre. Und das brächte dann doch auch weitreichende Schlußfolgerungen mit sich.)

Aber weiter (2, S. 171):
Der innere Kern der Thulegruppe bestand nur aus Sataniten, 
- Satanisten-
die sich der schwarzen Magie verschrieben hatten. Das will sagen, daß sie sich ausschließlich damit beschäftigten, mit Hilfe von Ritualen ihr Bewußtsein zur Wahrnehmung böser und nicht-menschlicher Intelligenzen im Universum zu trainieren und eine Möglichkeit herauszufinden, mit diesen Intelligenzen zu kommunizieren. 
Diese Behauptung der Anwendung schwarzer Magie weist ja Wilhelm Landig, was die Thule-Gesellschaft betrifft, zurück und erhebt sie stattdessen gegenüber Rudolf Steiner. Ravenscroft (2, S. 172):
Die Anhänger der rituellen Magie, ob weiß oder schwarz, suchen ihr Bewußtsein auf einen Zustand zu erweitern, den sie das "Astrallicht" der planetarischen Sphären nennen. Zweck ihrer magischen Riten ist es, die kosmischen Kräfte zu kanalisieren.
Abb. 5: Aleister Crowley
Aleister Crowley als Ideengeber der Thule-Gesellschaft

Wir bringen hier nur die allerwesentlichsten Auszüge aus den weitschweifigen Ausführungen Ravenscrofts (2, S. 173):
Die Form der rituellen Magie, durch die Dietrich Eckart seinen Adepten Adolf Hitler weiterhin einweihte, ähnelte der grauenhaften sexuellen Magie Aleister Crowleys und war teilweise von ihr beeinflußt.
Aleister Crowleys Loge "Astrum Argentinum" war das Endergebnis einer kurzen und höchst zweifelhaften Renaissance der astrologischen und zeremoniellen Magie.
Daß diese Renaissance zwar bestimmt zeifelhaft - aber gewiß nicht kurz war, ist uns ja inzwischen hier auf dem Blog schon bekannt geworden und war Ausgangspunkt der Beiträge zum Thema. Und das sollte W. J. Stein Trevor Ravenscroft nicht ebenfalls gesagt haben? Wie kann sich Ravenscroft all dieser Dinge eigentlich Anfang der 1970ere Jahre selbst so sicher sein, ohne sie erlebt zu haben? Ravenscroft schreibt weiter (2, S. 176):
Crowley fand nach und nach den Weg zu jener Art von schwarzer Magie zurück. (...) Seine Studien konzentrierten sich auf alle Formen sexueller Magie, und 1912 hatte er den neunten Grad einer obskuren heimlichen Loge in Berlin erreicht
Abb. 6: Aleister Crowley in Aktion
so "obskur" und "heimlich", daß sie damals von keinem geringeren als Stein-Freund Rudolf Steiner höchstselbst geleitet wurde ...
- "Ordo Templi Orientis" -, die sich ausschließlich mit sexueller Magie befaßte. Er arbeitete sich mit Hilfe von autosexueller Magie - einer Art magischer Masturbation - hoch und erreichte die höchsten Grade, in denen die sexuelle Handlung den zentralen Platz der Zeremonie einnahm, und die Teilnehmer ein "Lebenselexier" tranken, das aus männlichen und weiblichen Sekreten gemischt war.
Aber hallo! Die "Fraternitas Saturni" läßt grüßen und ihr Ekeltraining-Logenegregor schwebt im Geiste über uns ... Und so ganz nebenbei erfahren wir über den angeblichen mittelalterlichen Crowley-Vorgänger Landulf (2, S. 178):
Zu Landulfs Magie gehörten indessen auch Menschenopfer.
Abb. 7: Aleister Crowley in Aktion
Rudolf Steiner geistig anwesend bei satanistischen Ritualen

Und diesen Menschenopfern hingen nun dementsprechend auch die Thuleleute in ihren Ritualen an. Ravenscroft (2, S. 179):
Ganz abgesehen von den 300 oder mehr politischen Morden, die zwischen 1919 und 1923 begangen wurden, gab es im Gebiet von München auch eine große Anzahl von Menschen, die unter mystischen Umständen verschwanden und als vermißt gemeldet wurden. Und gerade unter diesen Vermißten, bei denen es sich meist um Juden oder Kommunisten handelte, sind die "Schlachtopfer" zu suchen, die nach den Riten der astrologischen Magie vom inneren Kreise um Dietrich Eckart und der Thulegruppe umgebracht wurden. Obwohl eine Reihe von Büchern erschienen ist, die andeuten, daß solche Rituale stattgefunden haben, liegen keine endgültigen Beweise darüber vor, daß diese unglücklichen Opfer mit solch magischen Einweihungsriten zu Tode gequält wurden. Doch es gibt Hinweise anderer Art ...
Aber hallo!
... von einem heimlichen Kreis von Gralseingeweihten, die fähig waren, diese Rituale in jener höheren Form der Bewußtheit zu sehen, die unter Okkultisten als Astralprojektion bekannt ist.
Hier handelt es sich also ebenfalls um eine Loge oder um einen Orden. Und das ist nun wohl die Erkenntnisform, anhand der das ganze Buch "Speer des Schicksals"  von Seiten von Gralseingeweihten" geschrieben worden ist.*) Denn was erfahren wir weiter?
Das geistige Haupt dieser Eingeweihten (...) war ein Mann namens Dr. Rudolf Steiner.
Nachdem also satanistische Menschen aus dem Osten sich über Hitler hergemacht haben, nachdem Menschen aus dem Westen wie Aleister Crowley das ihre dazu getan haben, gehen andere Menschen aus dem Westen auf - - - "Beobachterposition" (- "astralprojektive", versteht sich!)! Und in einer Anmerkung dazu wird erklärt, daß Adolf Hitler und Dietrich Eckart Steiner als den größten Gegner der Nazipartei angesehen haben sollen, weshalb die Thule-Leute, wie später weiter ausgeführt wird, auch einen Mordanschlag auf Rudolf Steiner in München verüben wollten, den aber glücklichereweise W. J. Stein verhindern konnte. Nicht verhindern konnte er, daß sie das Anthroposophen-Zentrum in Dornach in der Schweiz angezündet haben (angeblich!). Und Ravenscroft schreibt jetzt in der Ich-Form weiter:
Und von einem seiner nächsten Mitarbeiter, Dr. Walter Johannes Stein, erfuhr ich zum ersten Male von den Grausamkeiten, die zu der rituellen Magie gehörten, mit der Dietrich Eckart das Innere Adolf Hitlers öffnete, um ihn zur Kommunikation mit den "Mächten" zu befähigen. 
Abb. 8: Der rekrutierte "Führer"
Es ist jedenfalls ganz klar, daß noch heute Menschen so denken. Daß noch heute Menschen versuchen, auf ähnliche Weise "Macht" und "Einfluß" zu gewinnen, daß es elitären Satanismus gibt. Ravenscroft weiter:
Hier soll kein Versuch gemacht werden, detailliert darauf einzugehen: Es möge genügen, wenn angedeutet wird, daß sie unsagbar sadistisch und gräßlich waren. In mancher Beziehung noch um vieles entsetzlicher als die Behandlung, die jenen Männern widerfuhr, die versuchten, Hitler zu ermorden und dafür langsam mit Klaviersaiten stranguliert wurden, die von den Fleischhaken eines Schlachthauses in Berlin herunterhingen.
(Dieser Hinweis auf die Strangulierung der Mittäter des 20. Juli 1944 im Auftrag Hitlers sollte nicht unbeachtet bleiben. Man darf tatsächlich fragen: Wo hatte Adolf Hitler diese ja gut bezeugte Grausamkeit her?) Und später (2, S. 190):
Wir haben kurz die anfechtbaren und ganz und gar unzulässige Art beschrieben, in der Adolf Hitlers Zentren unter Anleitung Dietrich Eckarts und des innersten Kreises der Thulegruppe durch obszöne und sadistische Einweihungsrituale geöffnet wurden.
Und mit Bezug darauf ist eine Seite später noch einmal von den "primitivsten Sexualinstinkten" die Rede. Und aus der mittelalterlichen Geschichte ist nach Ravenscroft-Stein auch ein Sohn bekannt, der während dämonischer Rituale empfangen worden sein soll (2, S. 194). Auch in der früheren Inkarnation von Walter Johannes Stein spielt die Beschneidung und die Vorhaut von Jesus Christus und das dabei getätigte erste "Blutopfer" von Jesus Christus eine ziemlich magische Bedeutung. Frei von sexualmagischen Vorstellungen sind die Anthroposophen Stein und Ravenscroft ganz bestimmt auch selbst nicht (2, S. 221). - Eine bestimmte adlige Blutlinie sollte nach Stein (2, S. 226)
der Kreis von Eingeweihten werden, den Hitler als seine größten Feinde bezeichnete, weil sie die wahren geistigen Gegner des nazistischen Regimes in Deutschland waren.
Adolf Hitler "zum Wohle der Menschheit"
 
Aber Hitler war beschützt von noch höheren, wohltätigen Mächten (2, S. 231):
So war es zu erklären, daß die Kräfte der schwarzen Magie die Person des Führers vor seinen Widersachern bewahrten. Was aber Albrecht Haushofer verwunderte, war die Entdeckung, daß noch höhere und wohltätige Mächte sich also der bösen Kräfte bedienten, um ihre eigenen moralischen Ziele und Absichten zum Wohle der Menschheit durchzusetzen.
Das ist ein sehr verräterischer Satz. Sprich: Adolf Hitler diente aufgrund seiner satanischen Ausrichtung dem Wohle der Menschheit. Aber hallo! Hier wird wieder klar, daß mit Okkultismus jedes Verbrechen rechtfertigbar wird. Satanisten als "Brüder der Tugendhaften" ...

Die internationale "Leuchtende Loge", "Vril"

Auch im Leben Karl Haushofers versuchen Ravenscroft-Stein dann (2, S. 233)
den esoterischen Strom des Satanismus aufzuspüren.
Obwohl es noch Menschen gibt, die in der Einweihung höher stehen als Haushofer - Friedrich Hielscher etwa (siehe unten) - wurde Haushofer nach Stein-Ravenscroft (2, S. 251)
die führende Persönlichkeit  in einer heimlichen Gesellschaft, die in Berlin gegründet wurde und sich "Vril" oder die "Leuchtende Loge" nannte. Zu diesem exklusiven satanistischen Kreis hatte nur Zutritt, wer einen bestimmten höheren Grad der Einweihung in Die Heimliche Lehre ...
- das ist die Lehre vom untergegangenen Atlantis, den Ariern, Tibet und ähnlichem -
... nachweisen konnte.
Internationale okkulte Logentreffen während des "Dritten Reiches" in Berlin

Und das folgende liest sich wie ein Auszug aus dem Roman "Götzen von Thule" von Wilhelm Landig, nur daß Landig eine solche Versammlung - vertuschend - in die Arktis verlegt anstatt nach Berlin:
Die Leuchtende Loge sammlte ihre Mitglieder nicht nur aus den führenden okkulten Bewegungen Europas, sondern zog auch Eingeweihte aus allen Gegenden der Welt an sich, so aus Tibet, Japan, Indien, Kashmir, Turkestan und Ceylon. In der Hauptniederlassung der Gesellschaft in Berlin saßen tibetische Lamas, japanische Buddhisten und Angehörige anderer orientalischer Sekten Schulter an Schulter zusammen mit früheren Studenten von Gurdjieff, Mitgliedern verschiedener obskurer Rosenkreuzerorden, früheren Angehörigen der Pariser Loge der "Golden Dawn" und zweifelhaften Personen von Aleister Crowleys "Ordo Templi Orientis".
Etwas später berichtet Stein-Ravenscroft, daß diese "Leuchtende Loge" (2, S. 252)
eines Tages vom Reichsführer SS übernommen und dem Okkulten Büro der Nazis, der Organisation "Ahnenerbe" angegeliedert
wurde.

Abb. 9: "Vril" ist kein Phantom
Die Vril-Gesellschaft (s. Wikip.) scheint es ebenfalls heute noch zu geben und nennt sich auch "Alldeutsche Gesellschaft für Metaphysik". Und damit in Zusammenhang steht heute auch eine "Baphometische Gesellschaft" in Wien (wo man sich auch intensiv mit allen Fragen dieses Beitrages hier befaßt, und wo langhaarige Frauen als "Medien" und "Geheimagentinnen" gefeiert werden). Auf Wikipedia heißt es zu dem den Vril-Kult auslösenden Buch von Bulwer-Lytton "Die kommende Rasse" unter anderem (Wikip.):
Von Bulwer-Lyttons Buch erschienen in Deutschland zwischen 1874 und 1924 insgesamt vier Übersetzungen, darunter eine, die 1922 der Anthroposoph Guenther Wachsmuth auf den Wunsch Rudolf Steiners hin besorgt hatte.
... Ach ja! Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo der Steiner her. Also wird man doch auch Rudolf Steiner als einen Anhänger - oder zumindest Sympathisanten - der "Geheimen Lehre" ansprechen müssen. Und allerhand Anthroposophen mehr. Denn auch Guenther Wachsmuth war ja nun nicht gerade eine der einflußlosesten Persönlichkeiten in der Geschichte der anthroposophischen Bewegung. Warum hat W. J. Stein auch das offenbar Ravenscroft nicht erzählt oder Ravenscroft selbst zumindest recherchiert? - Aber folgen wir weiter dem dennoch ziemlich gut informierten - und, wie wir hier wieder sehen: mitunter doch auch durchaus gut informierenden - Ravenscroft (2, S. 262f):
Drei Jahre nach dem ersten Kontakt mit den Eingeweihten von Agarthi und Schamballah wurde eine tibetische Gemeinde mit Zweigniederlassungen in Berlin, München und Nürnberg in Deutschland gegründet. (...)

Adolf Hitler führte regelmäßige Gespräche mit dem tibetischen Führer in der deutschen Hauptstadt, einem Manne mit erprobten hellseherischen Fähigkeiten, der in die Zukunft schauen konnte. Es waren Gerüchte im Umlauf, daß er den genauen Tag vorausgesagt habe, an dem Hitler Reichskanzler werden und der Zweite Weltkrieg beginnen würde.
Die "tibetische Gruppe" in Berlin

Solche Dinge konnte ja der Hellseher Hanussen auch. Aber natürlich kann das auch ein Hinweis darauf sein, wer noch so alles mitgeholfen hat, Adolf Hitler an die Macht und den Zweiten Weltkrieg in Gang zu bringen. In den völkischen Okkultlogen, denen auch viele vormals deutschnationale Politiker wie Alfed Hugenberg oder Werner Best angehörten, hat auch der östliche Okkultismus Einfluß gehabt. Das scheint jedenfalls auch Stein mit diesen Andeutungen sagen zu wollen:
Die tibetische Gruppe, die auf direkte Anregung von Professor Karl Haushofer aufgebaut worden war, verkündete eine Lehre, für die sich Reichsführer SS Heinrich Himmler begeisterte.  
Eine Lehre, die Rudolf Steiner 1922 selbst ins Deutsche übersetzen ließ!!! Wer ist hier eigentlich Täter und wer nur "astralprojektierender" "Beobachter"?
Himmler errichtete eine okkulte Schule in der Berliner Niederlassung, und viele der führenden Mitglieder der Totenkopf-SS, des Sicherheitsdienstes und der Gestapo wurden zu Kursen in Meditation, Transzendentalismus und Magie kommandiert.
Das ist mehr als glaubhaft, da von vielen anderen Seiten bestätigt. In der SS wurden - wie in den Seminaren des Ralph Tegtmeier von heute - auch östliche Kampfsportarten wie das Jiujitsu gelehrt.
In diesem Institut ließ Himmler sich auch dazu überreden, das nationalsozialistische Okkulte Büro Ahnenerbe zu gründen. Ahnenerbe bezog alle Mitglieder von Crowleys ominösem Templerorden sowie der Vril- und Thulegesellschaft in den schwarzen Orden der SS ein. 
Abb. 10: F. Hielscher heiratet (1940)
Friedrich Hielscher, Mitglied eines weltumspannenden Ordens?

Hier ist also tatsächlich auch der O.T.O. selbst genannt. Über den neuheidnischen "Konservativen Revolutionär" und Gesprächspartner nicht nur Ernst Jüngers, sondern auch Martin Bubers und des Jesuitenpaters Friedrich Muckermann, nämlich Friedrich Hielscher (siehe unten) berichtet uns Ravenscroft-Stein (2, S. 265):
SS-Oberst von Sievers, der Chef der Organisation Ahnenerbe (...) ging
- 1947, als Anhänger (!) Friedrich Hielschers -
ohne Reue zum Galgen. Sein letzter Besucher in der Todeszelle war ein gewisser Friedrich Hielscher gewesen, eine der mystischsten Gestalten des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war nämlich der erste gewesen, der auf die Idee verfallen war, eine Gesellschaft zum "Studium des Erbes der Vorfahren" ins Leben zu rufen.

Hielscher, ein Eingeweihter noch höheren Ranges als Haushofer und diesem im Wissen über die Heimliche Lehre weitaus überlegen, trat niemals in die Nazipartei ein. Als Mitglied eines weltumspannenden Kults von höherer Ordnung 
dem also gerne auch Hielscher-Freunde und -Gesprächspartner angehörten
betrachteten viele führende Nazis ihn als ihren geistigen Lehrer und Beichtvater. Von Sievers, Heydrich und Kaltenbrunner waren ihm ergeben. Heinrich Himmler sprach flüsternd voller Ehrerbietung von ihm und hielt ihn für eine der wichtigsten Personen in Deutschland, die gleich nach Adolf Hitler selber kam.

Als Haushofer bei den Nazis in Ungnade fiel, suchte der Führer in allen okkulten Fragen Rat bei Friedrich Hielscher, insbesondere was das Milieu, die Ausbildung und die panreligiösen Riten in den Ordensburgen betraf (...). 
"Panreligiöse Riten in den Ordensburgen" - das lassen wir uns auch gerne auf der Zunge zergehen. Solche panreligiösen Riten wurden ja auf der Wewelsburg noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg "zelebriert", wohl gerne auch nach Regieanweisungen eines Friedrich Hielscher?:
Hielscher war es auch, der das "Ritual der erstickenden Luft" entwickelt hatte, bei dem auserwählte Mitglieder der SS den teuflischen Mächten unverbrüchliche Treue gelobten.
Zu diesem ziemlich satanistisch klingenden Ritual erhalten wir gleich noch eine genauere Erläuterung. Zunächst bringen wir diesen Textabschnitt zum Abschluß:
Wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten, wäre Hielscher vielleicht der oberste Priester einer neuen Weltreligion geworden, die das Kreuz durch das Hakenkreuz ersetzt hätte.

Direkt vor den Augen der Wachen vor den Todeszellen (...) kniete Wolfram von Sievers ehrfürchtig nieder, während Hielscher die Worte einer schwarzen Messe anstimmte, eine letzte Hymne an die Mächte des Bösen, die seine Seele auf der anderen Seite des Grabes erwarteten. 
Und der Kreis von Friedrich Hielscher soll im Dritten Reich "Widerstand" geleistet haben, wenn Hielscher so gut mit jemandem befreundet war, der - wie Okkultgläubiger Rudolf Heß! - "nichts bereute"?


Rituelle Nahtod-Erfahrungen werden von Steiner-Anhängern und Freimaurern positiv gesehen

In den folgenden Ravenscroft-Ausführungen über den "Tempelschlaf" der Alten Ägypter - und damit sicherlich zugleich auch über ein typisches Freimaurer-Ritual - werden Rituale beschrieben, die Ravenscroft-Stein offenbar selbst durch und durch positiv sehen, woraus klar hervorgeht, daß sie selbst - wer hätte auch anderes gedacht! - satanistische Praktiken befürworten (2, S. 283):
(...) Hier erlitt der Kandidat eine Art rituellen Todes. In Grabgewänder gekleidet und in ein Grab gelegt, wurde sein "Ich" in einen Zustand versetzt, in dem es in Bezug auf seine körperlichen Bedürfnisse wie auf eines Messers Schneide zwischen Leben und Tod balancierte.
Das ist mehr als "Ekeltraining". Das ist ganz klar ein satanistisches Ritual!
Am Schluß der ganzen gefährlichen Prozedur trat der Hierophant (der Hohepriester) vor und rief den eben noch Begrabenen zu einer Art ritueller Auferstehung. Die neu eingeweihte Seele hatte eine Art mystischen Todes erlitten, so daß alle körperlichen Prozesse einschließlich des Stoffwechsels ausgesetzt hatten.
Das ist genau das, was heute "traumabasierte Bewußtseinsprogrammierung" genannt wird, und was viele Überlebende satanistischer Folterungen und Mind control-Programmierungen durch den CIA erlebt haben. Und gleich noch ein nächstes Zitat (2, S. 284):
Das letzte der groben Einweihungsrituale, das höchst gefährlich und dabei keineswegs immer erfolgreich war, bestand darin, daß der Suchende vollkommen unter Wasser getaucht wurde und oft dem Ertrinken nahe war.
Klar, das geschah alles "nur" in Ägypten und im Leben Jesu Christi - nach der okkult-verblödeten Darstellung von Ravenscroft, bzw. Stein. Aber gewiß mehr als naheliegend, daß man sich so oder ähnlich auch das schon oben erwähnte "Ritual der erstickenden Luft" des Friedrich Hielscher wird vorstellen müssen. Und das nannten Ravenscroft-Stein selbst ein satanistisches. Wo sind noch Unterschiede?

Die Wewelsburg schildern Stein-Ravenscroft als in einer Weise eingerichtet, als hätten sich die Erbauer nach den Reliquien-Reinkarnations-Lehren von Steiner, Stein, O.T.O. usw. gerichtet genauso wie sie im Buch "Speer des Schicksals" dargestellt werden. Die Wewelsburg also quasi ein zweites, "ergänzendes" "Dornach"? Widerstand Steiners (oder Friedrich Hielschers) gegen den okkulten Nationalsozialismus? Oder nicht vielmehr dessen geistige "Krönung" ...?

Friedrich Hielscher und die Wewelsburg

Auf Wikipedia heißt es zu dem neuheidnischen Vordenker der "Konservativen Revolution" Friedrich Hielscher (in 2, S. 265 falsch "Heilscher"):
Wegen seiner Freundschaft zu einigen Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde Hielscher nach dem Attentat verhaftet, kam jedoch aufgrund des Einsatzes seines Freundes Wolfram Sievers, dem Reichsgeschäftsführer des SS-Ahnenerbes, wieder frei.
Hielscher glaubte an die Wiedergeburt. Über Hielscher erfahren wir (11):
Von den Vertretern des Christen- und des Judentums wurde Hielscher mit seiner heidnischen Religion ebenfalls ernst genommen. In der Berliner Singakademie debattierte er mit dem evangelischen Theologen Günther Dehn und dem Jesuiten Erich Przywara, in Aachen mit dem Jesuiten Friedrich Muckermann und in der evangelischen Zeitschrift Eckart mit dem Studentenpfarrer August Ferdinand Cohrs. Mit seiner Reichstheologie setzten sich Muckermann und Przywara auch in konfessionellen Zeitschriften auseinander. Zu Vertretern aller dieser Religionen, bspw. zu seinem Freund Pietschke (1900-1945), zu dem exkommunizierten Katholiken Joseph Wittig (1879-1949), zu Cohrs, zu Jesuiten, zum jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und anderen hatte Hielscher teilweise bis zu ihrem Tod persönliche Kontakte.
Abb. 11: F. Hielscher - Zeuge in Nürnberg
Und außerdem:
Ein Ausweg eröffnete sich, als sein Anhänger Wolfram Sievers Mitarbeiter des "SS-Ahnenerbes" (AE) wurde, das sich mit germanischer Brauchtums- und Vorgeschichtsforschung befaßte. Ab Mitte der 30er Jahre verschaffte er Gertrud und Friedrich Hielscher und anderen Männern seiner Gruppe Stellen in dieser Institution und stellte Hielscher und andere während des Krieges zeitweise "unabkömmlich" (uk), womit er nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern auch ihre Widerstandstätigkeiten sichern konnte. Als aber Himmler dem Ahnenerbe 1942 völlig unerwartet auch das "Institut für Wehrwissenschaftliche Zweckforschung" unterstellte, verstrickte sich vor allem Wolfram Sievers damit in die Verbrechen des Regimes. Er blieb nämlich auf seinem Posten, weil Hielscher ihn und seine Befugnisse weiter für seine Widerstandsgruppe nutzen wollte. Daß Sievers sich wegen des angestrebten Gesamtziels der Gruppe, nämlich dem Sturz des NS-Regimes, nun mitschuldig an dem Tod von Menschen machte, erfuhren die meisten Angehörigen des Kreises erst nach dem Krieg. Hielschers Kreis engagierte sich in einem eigenen Widerstand. Hielscher überzeugte dabei einige seiner Anhänger, in NS-Organisationen einzutreten, um von innen heraus gegen die Partei zu arbeiten. Durch Zusammenarbeit mehrerer Frauen und Männer des Kreises, die u. a. im "Amt Ausland/Abwehr" des Oberkommandos der Wehrmacht, im Ahnenerbe und im "Reichssicherheitshauptamt" arbeiteten, konnten Menschen, die der KPD angehörten und/oder aus einer jüdischen Familie stammten, u.a. Fritz Heinsheimer, Karl August Wittfogel und dessen Frau Olga, Alfred Kantorowicz und Therese Richter, gerettet werden. Die Widerstandsgruppe versuchte Kontakt zu den Alliierten herzustellen, hatte auch Kontakte zu Axel von dem Bussche, Werner von Haeften und Claus Graf Schenk von Stauffenberg und arbeitete eng zusammen mit anderen Widerständlern wie Theodor Haubach, Hans Jürgen Graf von Blumenthal, Fritz Dietlof Graf v. der Schulenburg, Ferdinand Freiherr von Lüninck und Adolf Reichwein. (...)


Während des Sievers-Prozesses, der ihn persönlich stark mitnahm, verkündete er seine Absicht, sich von jeglicher politischer Arbeit zurückziehen und zukünftig nur noch in religiöser Hinsicht wirken zu wollen. Sievers wurde 1948 zum Tode verurteilt und gehängt.
Das Thema völkischer Okkultismus ist, wie man sieht, ein uferloses. Man gerät von einem Thema, einer Organisation, einem Personenkreis zum nächsten. Davon darf man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Denn der völkische Okkultismus war einflußreich. Und er war unheilvoll. Das ist schon allein am Fall Rudolf Heß heute zu sehen und wissenschaftlich manifest (16). Und noch heute sind viele in ihm versumpft. Und wie immer gewiß mehr Menschen und in elitäreren Kreisen, als das öffentlich bekannt wird.

Völkischer Okkultismus ist einflußreich und ist gefährlich

Und er ist auch sicherlich jederzeit wieder für eine größere Öffentlichkeit stärker geschichtlich "aktivierbar", wenn - - - wie man in diesen Kreisen so gerne orakelt: "unsere Zeit kommt". Denn im Umkreis der geistigen Erben manches "nationalkonservativen", völkischen Okkulten  nimmt man den "Untergang des Abendlandes" gerne als zwangsläufig gegeben hin, will aber doch selbst immer irgendwie "heroisch" mit "dabei" sein, so sinnlos das letztlich alles auch sein mag. Nach dem Motto: "Ich war dabei, als Troja fiel. Gruselig wars, unglaublich viel Macht und Einfluß hatte ich auf das Geschehen ... Mehr kann ich von einem erfüllten Leben wirklich nicht verlangen. Wenn es auch der Öffentlichkeit zu meinen Lebzeiten niemals enthüllt werden darf. Alles zur Ehre der 'höheren Mächte', deren 'Gebote' und deren 'Wege' zum Ziel wir kleinen Menschen nicht hinterfragen dürfen."

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*) Wer es nicht gleich versteht, dem sei es hier noch einmal erläutert. An der hier gekennzeichneten Stelle ist auch der Grund genannt, weshalb wir hinter die Behauptung des Titels dieser beiden Beiträge kein Fragezeichen gesetzt haben: Wenn ich okkultgläubig bin und behaupte, "Astralprojektion" und "Fernwahrnehmung", sowie sehr präzise Erinnerungen an frühere "Reinkarnationen" seien möglich, dann muß ich mir von jedem unterstellen lassen, bei allem möglichen als "Beobachter" dabei gewesen zu sein. Es gibt kein Kriterium, anhand dessen eine solche okkult-"wissenschaftliche" Aussage falsifiziert werden könnte. (Wenn aber dann noch zusätzlich das verantwortliche Handeln gar nicht solchen unterstelltermaßen gewonnenen Erkenntnissen entspricht, dann ergeben sich daraus Schlußfolgerungen - so oder so.) - Als ein weiterer, weniger zynischer Grund kann dafür genannt werden, daß wir ja hier auf dem Blog schon von mancherlei Hinweisen gehört haben darauf, daß Rudolf Steiner selbst und zahlreiche Menschen aus seinem Umkreis in der einen oder anderen Weise mit Satanismus in Berührung gekommen sein müssen. Daß sie diesbezüglich jedenfalls Kenntnisse und Interessen aufweisen, die der Durchschnittsbürger in dieser Dichte nicht hat. Kenntnisse und Interessen, von denen der Durchschnittsbürger auch gar nicht von sich aus und ohne Anlaß auf die Idee kommen würde, sich über solche Gedanken zu machen. Und zu diesen Durchschnittsbürgern kann hierbei auch die überwiegende Mehrheit - beispielsweise - der gläubigen Christen, gezählt werden, die als Monotheisten sogar an einen Gott glauben, der per Definitionem die Existenz Satans voraussetzt. ("Es gibt keinen Gott außer Gott." Ergo sind alle anderen Götter, außer dieses einen - Satan.) Die Behauptung des Titels ist also auch jenseits allen Zynismus mehr als naheliegend. - Und drittens klingt immer wieder hindurch - auch in dem vorliegenden Beitrag -, daß man sich in Steiner-Kreisen mit vielerlei satanistischen oder Satanismus-ähnlichen Ritualen gerne auch positiv identifiziert. (Da gibt es wiederum wenige Unterschiede zur Freimaurerei.) Viele Gründe also - und gewiß noch nicht in Vollzähligkeit -, um auf ein Fragezeichen am Ende der Behauptung des Titels zu verzichten. Die Provokation, die in dieser Vorgehensweise liegt, ist bewußt gesetzt.
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  1. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972). Auf: GA-j!, 4.3.2011
  2. Ravenscroft, Trevor: Der Speer des Schicksals. Das Symbol für dämonische Kräfte von Christus bis Hitler. Edition Sven Erik Bergh. 1974 (Englische Erstausgabe 1972; Google Bücher)
  3. Ravenscroft, Trevor: Die heilige Lanze. Der Speer von Golgatha. Universitas Verlag, 1988, 3. Aufl., 1996
  4. Wagner, Arfst: Nationalokkultismus  Über die Spiritualität des rechten Untergrunds. Lohengrin-Verlag    
  5. Trimondi: Buddha - Hitler ... 
  6. Landig, Wilhelm: Götzen gegen Thule. Ein Roman voller Wirklichkeiten. Hans Pfeiffer Verlag, Hannover 1971 (frei zugänglich auf Scribd)
  7. Landig, Wilhelm: Wolfszeit um Thule. Volkstum-Verlag, Wien 1980
  8. Landig, Wilhelm: Rebellen für Thule. Das Erbe von Atlantis. Volkstum-Verlag, Wien 1991
  9. Wilhelm Landig Interview - Ein Zeitzeuge berichtet (Google Video) (aufgenommen vor 1997, veröffentlicht 2008) 
  10. Bading Ingo:Wie kam Stalin in die Mitte Europas? - Kriegsziele der westlichen Demokratien seit 1941. Magisterarbeit, Mainz 1993
  11. Ina Schmidt, Der Herr des Feuers. Friedrich Hielscher und sein Kreis zwischen Heidentum, neuem Nationalismus und Widerstand gegen den Nationalsozialismus. SH-Verlag, Köln 2004 (s.a. --> Netzseite)
  12. Michelet, J. Satanismus and Witchcraft. London 1928 
  13. Summers, M.: Witchcraft and Black Magic. 1946
  14. King, Francis: Ritual Magic in England. Spearman 1970
  15. King, Francis: Sexuality, Magic & Perversion. Spearman 1971
  16. Schmidt, Rainer F.: Rudolf Heß – „Botengang eines Toren“? Der Flug von Rudolf Heß nach Großbritannien vom 10. Mai 1941. Düsseldorf 1997

Kommentare:

Ingo Bading hat gesagt…

Ich will auch hier den Kommentar einstellen, den ich andernorts

http://wissenschaft3000.wordpress.com/2012/02/26/war-hitler-wirklich-ein-britischer-agent/

eingestellt habe. (Es wird zu der Thematik in Kürze noch ein mehrteiliger Beitrag hier auf dem Blog erscheinen):

Der britische Geheimdienst hatte ein “okkultes Büro” und benutzte den Okkultismus der Naziführer für seine Zwecke. Für den Rudolf Heß-Flug kann das als einigermaßen zweifelsfrei erwiesen gelten, denke ich (vgl. etwa “Botengang eines Toren” von Schmidt u.a.).

Über den Okkultismus des Heinrich Himmler und der SS sind sie (dann) ohne Frage ebenfalls gut unterrichtet gewesen. Aleister Crowley z.B., der für den britischen Geheimdienst gearbeitet hat, kannte ja den Gründer der deutschen “Fraternitas Saturnis”, Eugen Grosche und andere, persönlich, welche letztere (mit E. P. H. Barth = Meister Amenophis) in guten Kontakten zum Reichssicherheitshauptamt standen, bzw. sogar direkt für dieses arbeiteten als “ranghohe Offiziere der SS”.

(vgl.:
http://studgenpol.blogspot.de/2011/03/ein-vatikantreuer-satanistischer.html )

Warum sollten solche Verbindungen während der Kriegszeit abgerissen sein, wo so viele andere Verbindungen zwischen Deutschland und England, resp. USA ebensowenig abgerissen waren? Und so viele SS- und Abwehr-Leute so überraschend schnell nach 1945 in westliche Dienste übertreten konnten, bzw. geschont wurden?

(Die Abwehr hat ja während der Invasion 1944 bestens mit den Briten zusammengearbeitet und beim Rußlandkrieg ebenfalls.)

Außerdem gibt es den Autor Ellic Howe, der beim britischen Geheimdienst gearbeitet hat und ebenfalls ein als seriös geltendes Buch über den Okkultismus und die Astrologiegläubigkeit der Naziführer geschrieben hat. (Und dabei das Grußtelegramm Adolf Hitlers an den deutschen Astrologie-Kongreß von 1935 und anderes anführt.)

Wenn man das neue, wie ich finde sehr, sehr gute und wichtige Buch von Stephan Berndt “Hellseher und Astrologen im Dienste der Macht” (2011) liest (wie ich gerade), dann wird es einem sehr viel plausibler, als es wohl bis dato war, daß der früh nach 1945 publizierte Bericht des Josef Greiner über die sehr starken astrologischen und okkulten Interessen Adolf Hitlers vor 1914 nicht aus der Luft gegriffen ist.

Wenn DAS aber der Fall ist, DANN bekommt in meinen Augen auch ein Bericht Gewicht, den ich bis dato für das Abstruseste und Spekulativste gehalten hatte, was es darüber nur immer geben könnte, nämlich den Bericht in “Speer des Schicksals” von Trevor Ravenscroft, beruhend auf mündlichen Berichten von Walter Johannes Stein, der Churchill über den Okkultismus der Nazis beraten hat, der also wohl doch sicherlich auch Kontakte zum okkulten Büro des britischen Geheimdienstes besessen hat.

Der Waldorfschulenlehrer und Freund Rudolf Steiners, Walter Johannes Stein, will ebenfalls schon vor 1914 Hitler in Wien kennengelernt haben und dessen dortige okkulte Interessen.

Das alles wären für mich zunächst Hinweise, die die Vemutung, Hitler sei vor 1914 in England gewesen, nicht völlig aus der Luft gegriffen erscheinen lassen. Ich recherchiere grade über Greg Hallett, weil ich ihn bislang noch nicht kannte, fand aber z.B. diese Äußerung

http://www.greghallett.com/pdf/hitlleragent/operationjamesbond.pdf

sehr hellsichtig, bzw. einfach richtig. Und eine so klare Sprache hört man selten. Es könnte also sinnvoll sein, wenn man sich auch im deutschsprachigen Bereich intensiver mit diesem Greg Hallett beschäftigt. Deshalb auch hier mein Kommentar.

Anonym hat gesagt…

Eine blühende Fantasie... und alles so gut belegt ... Was soll damit letztendlich überhaupt ausgesagt werde? "Man sagt... es heißt... nicht gesichert, aber wahrscheinlich.... soll gemacht haben..."

Ich glaube, mit gewissenhaften historischen Quellenstudien verbringt man seine Zeit besser, dann kann man nämlich auch schnell einschätzen, welche dieser fantastischen Schilderungen mit Sicherheit Humbug sind.

Ingo Bading hat gesagt…

Kriminaltelepathie spielte in den 1920er Jahren eine erhebliche Rolle, wie man bei Uwe Schellinger nachlesen kann. Der Gründer des BKA nach 1945 leitete lange Jahre jene Abteilung in der Berliner Kriminalpolzei, die sich mit den MÖglichkeiten und Grenzen der Kriminaltelepathie befaßten.

Daß nun Leute, die an Telepathie glauben und sie gerne praktizieren, gerne mit ihr umgehen, nicht anwenden sollten, ist eher unwahrscheinlich, meinen Sie nicht?

Soweit sind wir auf recht "sicherem Boden". Auf sicherem Boden werden wir auch noch sein, wenn wir sagen, daß Rudolf Steiner und seine "Medien" im Jahr 1914 (und davor) den deutschen Generalstabschef von Moltke berieten. (Was, wie nicht wenige vermuten, das Wunder an der Marne bewirkte.)

Jetzt bleibt die Frage, ob es bei all diesem Wissen so unwahrscheinlich sein soll, daß Rudolf Steiner geglaubt haben soll, er könne telepathisch satanistischen Sitzungen der von ihm gehaßten Nationalsozialisten beiwohnen? Wenn ich berücksichtige, an was für riesigen Unfug man in okkulten Kreisen alles glaubt, neige ich nicht mehr dazu, eine solche Behauptung für gar so unplausibel zu halten.

Aber klar: Offenbar hat Rudolf Steiner darüber keine Lebenserinnerungen hinterlassen. "gewissenhafte historische Quellenstudien" arbeiten, wenn es um die Geschichte von Geheimgesellschaften geht, anders als sonst üblich in der Wissenschaft.

Das alles bewegt sich im Bereich der "cheater detection", die sicherlich viel zur Intelligenz-Evolution bei Tier und Mensch beigetragen hat. Wer sich "dumm" stellen will und auf die Lebenserinnerungen von führenden Angehörigen von Geheimgesellschaften warten will und so lange keinerlei weiterführenden Hinweisen nachgehen will, der kann das ja machen.

Der findet sicherlich anderwärts im Internet bessere Blogs und braucht hier nicht anonym zu kommentieren.

Ingo Bading hat gesagt…

Ich schrieb in einem anderen Blogbeitrag über Krimialtelepathie:

"ein bis heute kaum aufgearbeitetes Gebiet, das eine um so grellere Beleuchtung erfährt durch den Hinweis von Uwe Schellinger, daß ausgerechnet der erste Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), (...) nämlich ein Max Hagemann (1883 - 1968), der mit Hilfe des CIA-Mannes Paul Dickopf und mit Hilfe von Wilhelm Wulff-Propaganda in Springer- und Augstein-Medien in sein Amt kam, in den 1920er Jahren ausgerechnet jene Stelle in der Berliner Kriminalpolizei leitete, die krimaltelepathische Hellseher-Fälle sammelte und analysierte (Schellinger 2010, S. 319)!"

Ingo Bading hat gesagt…

Im übrigen habe ich bezüglich fast keines Buches eine solche Wandlung in der Einschätzung seines Inhaltes erfahren, wie gegenüber dem Inhalt des Buches "Speer des Schicksals". Anfangs - auch noch in diesem Blogbeitrag - schrieb ich über dieses Buch sehr verunsichert, bzw. anfangs wollte ich es nur in die Tonne werfen.

Nach und nach wurde mir bewußt, erst nur bezüglich einzelner Teile, inzwischen wohl fast bezüglich des GESAMTINHALTES, daß es fast zum gesamten Inhalt unabhängig von diesem Buch gewonnene Einsichten gibt, die zum Inhalt dieses Buches gut passen.

Dies gilt inzwischen auch für die Jugendzeit Adolf Hitlers. In diesem Blogbeitrag erkäre ich den ersten Teil des Buches über die Jugendzeit Hitlers noch für Nonsense. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das heute noch tun würde, nachdem ich mich mit der Jugendgeschichte Hitlers und seinen okkulten Interessen schon vor 1914 beschäftigt habe.

Ich bin da vielen Dingen noch nicht abschließend nachgegangen. Jedenfalls wollte ich damit viele sehr "unsicher" wirkende Formulierungen dieses Blogbeitrages erklären. In dieser Weise sind sie gar nicht mehr gültig. Es fehlt mir aber die Zeit, das noch einmal so zu überarbeiten, daß ich es zum gegenwärtigen Zeitpunkt für gültig erklären könnte. Dazu dann bitte aktuelllere Blogartikel konsultieren, insbesondere auch zu den Astrologen Adolf Hitlers.

Anonym hat gesagt…

Also ich finde diesen und andere Artikel hier SEHR Aufschlussreich !
Lese schon den ganzen Morgen .Vieles macht Sinn und verknüpft/ergänzt sich mit meinem bisherigem Wissen. Vielen Dank!

Ingo Bading hat gesagt…

freut mich!

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