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Sonntag, 9. Januar 2022

Die Löwenjagd des Herkules war kein Mythos

"Operation Zucker - Jagdgesellschaft" - wer sich mit den Inhalten eines solchen Fernseh-Dokumentar-Filmes auseinander gesetzt hat (GAj), der weiß, daß mehr Anlaß als je dazu besteht, sich bewußt zu machen, daß es Herkules-Taten bedarf, um die modernen "Untiere" von heute in Form von satanistischen Okkultlogen auszurotten. Und insofern darf man es auch für wichtig halten, was soeben die archäologische Forschung heraus bekommen hat: 

Der Kampf des Herkules mit dem Löwen war kein Mythos.

Um so mehr Knochen von Löwen aus dem Neolithikum und der Bronzezeit in Südosteuropa gefunden worden sind, um so mehr sind die Archäologen gezwungen, diese Erkenntnis anzuerkennen.

Abb. 1: Herkules im Kampf mit der Hydra (von Antico, um 1490)

Der Höhlenlöwe ist zwar nach der Eiszeit in Europa ausgestorben. Jedoch lebte der Afrikanische Löwe noch bis mindestens zum Ende der Bronzezeit im südöstlichen Europa, also in der Ukraine, in Ungarn, in Rumänien, Bulgarien und Griechenland. Sogar in der Heimatstadt des Herkules, in Tyrinis, hat man schon vor Jahrzehnten Löwenknochen gefunden (1). Aber Jahrzehnte lang sperrten sich die Archäologen der Einsicht, daß es sehr wohl möglich gewesen ist, daß ein "Herkules" einen Löwen gejagt haben kann. Wo es doch auch so vielfache authentische Darstellungen von Löwen in der bronzezeitlichen Kunst der Mykenischen Kultur in Griechenland gibt. Um diese Erkenntnis anzuerkennen mußten sich erst so viele Funde von Löwenknochen anhäufen allerorten wie es bis heute geschehen ist, so daß dann Artikel erscheinen können mit Überschriften wie (1): 

"When lions roamed Europe".

Spätestens seit dem Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" im Jahr 2016 ist die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt jemals ein Zeitalter geben wird auf Erden, in denen es keine Raubtiere gibt. Und in denen deshalb kein Herkules von Nöten wäre. 

Ob ein solcher Herkules allerdings ausgerechnet auf Anti-Corona-Demo's zu finden ist? Oder bei den allseits vorherrschenden Polit-Populisten aller Schattierungen?

In Kommentaren auf unserem Videokanal sind wir hingewiesen worden auf ein neues Video von Thorsten Schulte. 

Thorsten Schulte (geb. 1973) (Wiki). Könnte nicht er einer sein, der aufsteht - wie ein moderner Herkules? Der so notwendig wäre?

Ein Video über Omicron (Yt, Bt). Behauptung: Die Satanisten wären überall dabei. Sie würden uns überall Zeichen geben und uns mit diesen Zeichen verhöhnen. Von dem Fernseh-Dokumentar-Film "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" und all den in ihm zur Darstellung kommenden Recherche-Ergebnissen spricht er - leider - nicht. Warum muß man von geheimnisvollen Zeichen in der Medienlandschaft unken, wenn man sich doch auf sehr ernsthafte Mainstream-Berichterstattung beziehen kann?

Als wir von seinem Buch "Fremdbestimmt" von 2019 Kenntnis genommen hatten, haben wir noch in Rechnung gestellt, daß Thorsten Schulte Herkules-Arbeiten auf sich nehmen könnte, da er ernsthaft genug zu arbeiten schien. 

Aber das Gehetzte an der Art von Thorsten Schulte in diesem neuen Video, sein Alarmismus, seine mangelnde Gelassenheit gegenüber - für ihn - unerwarteten Wahrheiten (oder auch nur: "Wahrheiten"), sie machen doch alle nichts besser. Sieht so ein Herkules aus? Sieht so jemand aus, der Herkules-Arbeiten verrichten würde? Macht seine ganze Art nicht alles nur noch schlimmer? Womöglich sogar sehr viel schlimmer? Sind solche Videos eine Hilfe für die Überlebenden rituellen Mißbrauchs? Oder solche, die es werden könnten? Muß man, um ihnen beispringen zu wollen, von ominösen Zeichen in der Öffentlichkeit reden? Muß man überhaupt von Omikron reden?

Uns fehlt hier die Gelassenheit zu sagen, daß es in der Corona-Politik - so oder so - nur darum geht, pro Jahr 150.000 vermeidbare Tote (für ein Land wie Deutschland) zu vermeiden. Wenn man darin als Mainstream-Journalist oder als Mainstream-Politiker glaubwürdig sein wollte, sollte man erst einmal mit einem Tabakverbot anfangen und darüber allseits so gehetzt diskutieren wie das gegenüber der Corona-Thematik allüberall geschieht. 

Warum stellt Thorsten Schulte dieses gelassene Argument nicht in den Mittelpunkt?

Gehetzt diskutieren - Fehlt nicht allseits die innere Mitte?

Da werden sich die meisten einig sein, daß diese 150.000 jährlichen Rauchertoten - in einer vergleichbaren Altersgruppe wie die Riskiogruppe bei Corona - tatsächlich vermeidbar sind. Und damit würde man eine Gesellschaft nicht so spalten wie es gerade jetzt geschieht - vor allem in den deutschsprachigen Ländern und in den USA.

Im Vergleich mit den Rauchertoten wird doch klar, daß beide Seiten - alternative Öffentlichkeit ebenso wie der Mainstream - das Augenmaß verloren haben. Und wir müssen auch gar nicht zu klären suchen, ob dieser Verlust an Augenmaß bei speziell diesem Thema die Folge von bewußter Manipulation ist oder nur die Folge von Jahrzehnte langer Arbeit daran, daß ganze Gesellschaften ihrer emotionalen Mitte verlustigt gehen, seelisch entkernt werden, auf Suchtverhalten konditioniert werden auch in Bezug auf Wahrnehmungen und Reaktionsmuster auf dem Gebiet des Politischen, Weltanschaulichen, auf die billige, gewinnorientierte Mentalität von Börsen-Maklern und auf den stieren Tunnelblick von Fachwissenschaftlern, denen es nicht mehr gelingt, ihr Spezialgebiet angemessen und angemessen zurückhaltend in die übrige Wissenslandschaft und in die darin enthaltenen Orientierungspunkte einzuordnen.

Abb. 2: Mehr Unruhe geht nicht - Schon in der ganzen äußeren Aufmachung seines Videos

Börsen-Makler? Ach ja, aus welcher Subkultur stammt Thorsten Schulte noch einmal? Tunnelblick? Ach ja, aus welchen Subkulturen stammen Christian Drosten und Karl Lauterbach noch einmal?

Themen, mit denen man die Menschen "ablenken" kann, hatten jene, "die dahinter stehen", doch schon immer genügende im Köcher. Aber scheint nicht das Corona-Thema in diesem Sinne für sie noch einmal ein Themen-Volltreffer der ganz besonderen Art geworden zu sein? Haben "sie" sich da ein Thema in die Hand gespielt - oder sind sie da nur auf einen fahrenden Zug aufgesprungen - egal!, und nutzen dieses Thema nun weidlich, weidlich, weidlich - da es der unendlichen Möglichkeiten der Ablenkung und der Hysterie in Hülle und Fülle bietet? Da man Menschen von heute scheinbar durch nichts mehr leichter "emotionalisieren" kann als durch ein solches Seuchen-Thema, das "irgendwie" jeden betrifft? Aber eben auch letztlich nur: "irgendwie"?

Standbein, Spielbein - Und immer schön wechseln!

Vielleicht machen sich da einige ja auch nur einen Spaß daraus, in der Öffentlichkeit Signale wie "666" zu streuen? Da sie an diesem Spaß-Thema Corona so viel Freude haben? Da ihnen für dieses Thema selbst längst jede Ernsthaftigkeit abhanden gekommen ist? Könnte ja auch sein, Thorsten Schulte? Was denn dann? Traut man jenen, "die dahinter stehen", keinen Spaß mehr dazu? Das wäre sehr verfehlt.

Ein Kämpfer braucht beides: Standbein, Spielbein, immer schön wechseln. Immer schön in Beweglichkeit bleiben. Nicht erstarren, innerlich. Thorsten Schulte.

Zeigt der Umgang mit diesem Thema nicht, daß längst alles Augenmaß verloren gegangen ist, alle innere menschliche Mitte abhanden gekommen ist?

Ist es das C-Thema denn wert, in einen solchen unendlichen Alarmismus zu verfallen und einen großen Teil seiner eigenen Zeit wie auch der Zeit seiner Mitmenschen damit zu verschwenden und zu vergeuden? 

Tun wir das etwa mit den Rauchertoten? Seit Jahrzehnten? 

Zwei Rauchertote als Großväter - Wer hat die nicht?

Der Autor dieser Zeilen hat zwei Rauchertote als Großväter. Hat sich über deren vermeidbaren Tod irgendjemand auch nur ansatzweise aufgeregt? Ansatzweise? Heiße er nun Mainstream oder Alternative Öffentlichkeit?

Hat Deutschland nicht schon ganz, ganz andere Zeiten erlebt? Dieser Pippifax mit jährlich 150.000 Raucher-, nein Corona-Toten. Oder - ach du liebe Güte: Impf-Toten. Du liebe Güte. 

Nein, wir werden uns nicht mißverstehen: Jeder Tote ist einer zu viel. Das ist nicht das Thema. Nicht wahr? Merken wir nicht endlich etwas? Womit wir allzu billig emotionalisiert werden? Wir nehmen einerseits hunderttausende von vermeidbaren Toten in unserer nächsten Nähe ganz gelassen und elastisch hin, regen uns aber bis ins Unendliche gesteigert auf über Tote, die zahlmäßig - gesamtgesellschaftlich gesehen - in dieselbe Größenordnung fallen.

Das ist einfach Verlust allen Augenmaßes und jeder inneren, emotionalen Mitte.

Das ist Verwahrlosung.

Haben sich nicht mit Recht zahllose Menschen darüber aufgeregt, daß innerhalb der politischen Linken neuerdings so viel mit "Identitätspolitik" gearbeitet wird, anstatt die sozialen Ungleichheiten anzuprangern, daß also "abgelenkt" wird wie es nur so im Buche steht der Manipulateure?

Und hier - mit dem Corona-Thema - würde nicht abgelenkt? In noch viel größerem Umfang?

Die Corona-Fanatiker aller Seiten machen alles - alles - doppelt schlimm. Schlimmer als die Identitäts-Politik treibenden "Linken" es je hätten tun können.  Dieser Generation, die da glaubt, die Welt zum Besseren hin verändern zu können, weil sie unvermittelt durch das Internet auf unerwartete Wahrheiten (und "Wahrheiten") über Elitäre Satanisten stößt, denen gegenüber sie zuvor völlig ahnungslos war, dieser Generation fehlt - womöglich mit geschichtlicher Notwendigkeit (?) - viel innere Mitte. Und damit Würde.

Und das scheint doch mit jedem Jahr deutlichere Ausmaße anzunehmen. Man kann nur versuchen, sich innerlich auf diese Perspektive einzustellen: Es könnte noch deutlichere Ausmaße annehmen. In den Zeiten des Untergangs Roms war es doch ähnlich. Oder als sich Indianerstämme Nordamerikas in der letzten Lebensphase ihrer Existenz befanden. Die Untergangstänze von im Untergang befindlichen Indianerstämmen. 

Wir haben es doch mit klugen Leuten zu tun. Thorsten Schulte ist doch klug. An mangelnder Intelligenz jedenfalls liegt es nicht.

Jährlich werden in Deutschland 150.000 deutsche Kinder zu wenig geboren

Noch ein Gedanke: Wenn man schon in den Dimensionen von 150.000 Menschenleben  jährlich denken möchte - wie das derzeit überall geschieht - dann doch bitteschön dieser Art: Jährlich werden in Deutschland 150.000 deutsche Kinder zu wenig geboren. 

Ist das nicht ein Thema, das es verdient hätte, so intensiv öffentlich erörtert zu werden und ebenso lang und unausgesetzt und nervend wie gegenwärtig die Vermeidung von 150.000 Corona-Toten debattiert wird, bzw. die unterstellten vielen bösen Absichten, die Satanisten mit diesem Thema verfolgen würden?

Thorsten Schulte. 

Nervös, panisch, gehetzt, unstet, erfüllt von Alarmismus, erfüllt von "Börsen-Hektik". Ohne innere Mitte. Kein Herkules für moderne Gesellschaften. 

Herkules-Arbeiten gesucht? Sucht sie dort, wo anzufangen wäre mit der Suche nach innerer emotionaler Mitte. Sucht sie dort, wo Dichter - als frühe Sensoren - spürten, was verloren geht:

Lebt ein Leib ohne Herz und du,
Volk, lebst ferne der Kunst? ...

Nicht wahr, lieber Leser? Im Angesicht all dieser Emotionalisierungen eine auffallend merkwürdige, sonderbare Frage. Das ist schon klar. Wer kein Herz mehr hat, vermißt es auch nicht.

_________

  1. Zimmer, Katarina: When lions roamed Europe. The Atlantic, 9.1.2022, https://www.theatlantic.com/science/archive/2022/01/archaeologists-find-lion-bones-europe/621201/

Samstag, 16. September 2017

Von Blogs wie diesem ablenken - Wie geht das ....?

Der Budenzauber und die Kunstrasen-Bewegung genannt "alternative Öffentlichkeit", die insbesondere ab 2010 inszeniert wurde

Im Januar 2007 wurde unser Blog "Studium generale" gegründet, der anfangs auch politische Themen mitbehandelte. Er wurde gegründet in einer Zeit als es die sogenannte "alternative Öffentlichkeit" in ihrer heutigen Breite noch gar nicht gab. Als Gründungsjahr der heutigen "alternativen Öffentlichkeit" - die aufgrund bekannterer Vertreter derselben bis weit in den politischen Hauptstrom hinein Aufmerksamkeit auf sich zieht - wird das Jahr 2010 zu benennen sein. Das wollen wir weiter unten etwas genauer chronologisch einordnen. Diese "alternative Öffentlichkeit" entstand also drei Jahre nach der Gründung unseres (ersten) Blogs. Und das geschah auffallend plötzlich und unter auffallenden Begleitumständen wie gleich aufgezeigt werden soll.

Abb. 1: Beispiel für Mimikri - Weiblicher Archaeoattacus edwardsii (Saturniidae) aus Indien
(Herkunft: Wikipedia)

Heute ist unser Eindruck: Die "alternative Öffentlichkeit" erhielt ab 2010 so große Öffentlichkeitswirkung, weil sie zu 80 bis 90 Prozent als Astroturfing inszeniert worden war, um von authentischen Blogs wie dem vorliegenden abzulenken. Dieser Umstand ist nicht zuletzt an dem Sachverhalt erkennbar, wie unglaublich wenig in der "großen" alternativen Öffentlichkeit von den umwälzenden naturwissenschaftlichen - und auch philosophischen - Erkenntnissen unserer Zeit die Rede ist, wie sie dort noch nicht einmal öffentlichkeitswirksamer "zur Diskussion" gestellt werden.

Obwohl doch unübersehbar gerade aus diesem Bereich die stärksten Argumente kommen für den größten Teil der Anliegen der alternativen Öffentlichkeit. Der Grund liegt natürlich zunächst darin, daß sich weitaus mehr Menschen für Politik als für Wissenschaft und Philosophie interessieren, und daß unter den politisch Interessierten die Menschen, die sich zugleich für volkserhaltende - seriöse - Wissenschaft und Philosophie interessieren, nicht besonders groß ist, bzw. daß auch die Sensibilität für die Bedeutung der genannten Bereiche bei diesen nicht besonders groß ist. Aber allein in diesem Umstand kann das benannte Phänomen - so wie es in seiner ganzen Breite heute sichtbar ist - keinesfalls begründet sein. Für so blöd muß man sich nicht mehr verkaufen lassen.

Gehen wir im folgenden einmal einige Stationen durch in der Geschichte der alternativen Öffentlichkeit seit 2001.

2001 bis 2007

Einstweilen seien an dieser Stelle die Jahre 2001 bis 2007 nur kurz erwähnt. In diesen Jahren spielt natürlich die 9/11-Wahrheitsbewegung (Wiki) die Rolle der wichtigsten Initialzündung. Aber für diese Zeit wäre auch die Geschichte von Blogs wie "Politically Incorrect" (Wiki) zu behandeln, der 2004 gegründet worden ist. Zu ähnlicher Zeit wurde das "Politische Tagebuch" des Rechtskatholiken Götz Kubitschek gegründet, das 2008 - nach einer bezeichnenden Restrukturierung - in der Internetseite Sezession.de aufgegangen ist. Hier könnten überall auffallende Entwicklungen beschrieben werden. Aber das sei bis auf weiteres an dieser Stelle übergangen.

Um die Entwicklungen in diesen Jahren zu verstehen, muß natürlich auch die technische Seite derselben mitberücksichtigt werden. Etwa ab 2006/07 breitete sich unter Internetnutzern die Gewohnheit aus, "Blogs" zu gründen und zu schreiben, bzw. zu lesen, weil dies technisch immer leichter umsetzbar war und weil hier am übersichtlichsten Beiträge veröffentlicht und verbreitet werden konnten. Davor war es häufig üblich, zum Beispiel "Yahoo-Gruppen" oder ähnliche Foren zu betreiben, zu lesen und in ihnen mitzudiskutieren. Aber solche Foren fanden selten so viel Aufmerksamkeit wie das seitherige Phänomen "Internet-Blog" (Wiki).

Im November 2007 wurde beispielsweise ein solcher Blog wie "Adelinde" gegründet (Adelinde). Er spricht sich zwar auch für die pseudowissenschaftliche "Germanische Medizin" von Geerd Hamer aus, weist aber in seiner Themenauswahl zugleich manche inhaltlichen Überschneidungen mit unseren Blogs auf.

Der vorliegende politische, zeitgeschichtliche und hintergrundpolitische Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" wurde im Mai 2008 gegründet, um die politischen Themen aus dem Wissenschaftsblog "Studium generale" auszugliedern und um beide Bereiche - Politik und Wissenschaft - mehr getrennt voneinander zu halten und so unterschiedliches Lesepublikum anzusprechen.

Blog-Prototypen gehen in Serie - Das Beispiel "Der Honigmann" (2010)

Im Januar 2010 machte der Jesuitenorden selbst die systematische sexualisierte Gewalt an Kindern bekannt, die er Jahrzehnte lang auf allen Jesuiten-Gymnasien in Deutschland, Österreich und in der Schweiz betrieben hatte. In anderen Ländern der Welt war diese Diskussion schon Jahre vorher ausgebrochen, da zu viele Überlebende dieser Gewalt ihrer Empörung Luft gemacht hatten. Dadurch war dem Jesuitenorden klar geworden, daß er auch in Deutschland diese Diskussion nicht mehr länger unter der Decke halten konnte. Also trat er die "Flucht nach vorne" an und tat so, als würde er - unglaublich menschenfreundlich - von sich aus über seine eigenen Verbrechen "aufklären". Ach, diese so unglaublich menschenfreundlichen Jesuiten! Man glaubt es nicht, was für eine Wohltat sie für die Menschheit sind. Sie begehen Jahrzehnte lang systematisch Verbrechen an Kindern und Jugendlichen - und klären dann die Öffentlichkeit über diese auf. Und sind weiterhin so angesehen wie "eh und je". Nicht wahr? So funktioniert doch Leben.

Zu den Einzelheiten dieses Geschehens: Auf dem viel gelesenen Blog "Spreeblick", betrieben von dem Jesuitenschüler Johnny Häusler, erhielten zahlreiche Überlebende dieser sexualisierten Gewalt zum ersten mal im Kommentar-Bereich die Möglichkeit, vor einer größeren Öffentlichkeit von ihren Erfahrungen und Gefühlen zu sprechen und sich darüber auszutauschen (Spreeblick 28.1.2010 und 2.2.2010). Selbstredend kochte hier sehr bald der Zorn auf den Jesuitenorden außerordentlich stark hoch. Sodann gab es einige auffällige Kommentatoren, die beleidigend wurden - eine schöne Steilvorlage für den Bloginhaber, die Diskussion schon am 10. Februar, bzw. 13. März 2010 zu schließen. Es ist doch immer klug, wenn man als eine verbrecherische Psychosekte wie der Jesuitenorden nicht nur die Verbrechen begeht, sondern auch noch die Aufklärung über diese Verbrechen moderiert. So soll es doch sein. (Diese Welt ist dermaßen abartig, daß man es immer wieder nicht glauben kann, wie abartig sie ist.)

Nun gut. In unmittelbarer Folge dieser emotional sehr aufwühlenden Ereignisse formierte sich 2010 dann die heutige größere sogenannte alternative Öffentlichkeit. Zumeist gab es von Seiten der darin Handelnden schon vorher in abseitigerem Rahmen Aktivitäten, in denen man im Internet "probierte" und "probte". Aber das spielte sich - wenn dann - eher auf abseitigeren Foren ab und war für eine größere Öffentlichkeit noch nicht so "sichtbar" wie jene Blogs, Internetseiten und Portale, die ab 2010 gegründet wurden, und die dann in auffallend großer Geschwindigkeit Leserzahlen in einem Umfang in ihren Bann zogen wie diese der vorliegende Blog - sonderbarer Weise - nie hatte und bis heute auch nie bekommen sollte. Ein ganz, ganz übler Schelm, wer gar zuviel Böses dabei denkt - wollen wir einmal sagen.

Und in besonders auffallender Weise wurde insbesondere noch im Februar 2010 der Blog "Der Honigmann" gegründet (von einem Herrn Ernst Köwing [1947-2008] [Psiram]). Dieser ging anfangs annähernd anonym vor und ließ vieles über seine Hintergründe im Dunkeln. Wir selbst stießen erst am 15. April 2010 - zwei Monate nach dessen Gründung - das erste mal auf diesen Blog. Wir stießen deshalb auf diesen Blog, weil dieser damals ganz klar als einer der ersten - genauso wie wir - nicht nur sich mit den Stimmen der Überlebenden der Verbrechen des Jesuitenordens beschäftigte, sondern weil er - wie wir - allgemeiner die Geschichte des Jesuitenordens, seiner Strukturen, seiner Verbrechen, seines Einflusses auf die "Kultur", die Wirtschaft und die Politik der Länder und Völker weltweit sehr kritisch unter die Lupe nahm. Wir können uns noch gut erinnern, wie einsam wir uns damals mit unseren Jesuiten-kritischen Beiträge im Internet fühlten, weil wir einfach niemanden anderen im Internet fanden, der ähnlich grundlegend kritisch über den Jesuitenorden schrieb.

Und genau deshalb mußte uns die die Gründung dieses - ebenfalls Jesuiten-kritischen - Honigmann-Blogs sehr auffällig erscheinen. Geradezu wie ein "Zeichen", wie ein "Signal". Zugleich hatte dieser Honigmann-Blog in so auffälliger Weise auch die "Germanische Medizin" und ähnliche pseudowissenschaftliche Inhalte in seinem "Programm". Auch dieser Umstand erschien uns auffallend, bzw. "signifikant". Anfangs erschien uns dieser Blog auf den ersten Blick wie eine Kopie des oben schon genannten Adelinde-Blogs, zum Teil natürlich auch wie eine Kopie unseres eigenen Blogs. In privaten Emails wurde von unserer Seite damals an Freunde geschrieben:

Der schreibt ja wie ich. Hallo, ich werde kopiert. Die wenigen Blog-Prototypen, die es bislang gab, gehen in Serie. Künftig kann man mit dem Spruch werben: "Lesen Sie das Original. Oft kopiert, doch nie erreicht." - Der Honigmann kopiert mich und sagt mir kein Wort. ...

Nach weiteren Recherchen hielten wir in einer weiteren Email am 16. April 2010 fest:

Der Honigmann, der überraschende, neue, Geheimdienst-kritische und mitunter Papst-kritische Blogger-Kollege in der "Szene" seit Februar, auffälliger Weise der erste Blogger nach mir, der gründliche Aufklärung über den Jesuitenorden betrieben hat, ist 63 Jahre alt, scheinbar Bankkaufmann und wohnt in Varel, Ostfriesland (zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg). Er betreibt offenbar zwei Blogs mit diesem Namen auffälliger Weise (genau und erst) seit Februar, hat schon zahlreiche Freunde und "verfolgt" auch öffentlich viele Blogs. - Meiner ist allerdings bislang nicht dabei. Über Ratzinger/Williamson vertritt er Thesen, die ich aus Rundbriefen und Emails von einem Freimaurer und Verleger aus Bremen her kenne und nicht teile (siehe zum Beispiel: "Die 'Synagoge des Satans' nimmt Rache an Ratzinger").
Eine merkwürdige Kanone. Einerseits greift er die Jesuiten an (- wirklich?) und klärt über den "Mammon und die Kirche" auf (bislang nur während des Mittelalters). Aktuell verweist er auch recht willkürlich auf ein Video von Richard Dawkins. Andererseits verteidigt er die Kirche (!?).
Und heute gibt der "Honigmann" ganz unkommentiert "Vatikan-Nachrichten" weiter, die ja für sich recht spannend sind - aber doch einer sehr kritischen Bewertung gewürdigt werden müßten, eine kritische Bewertung, die sicher auch bald von Kirchenkritikern gegeben werden wird.
Irgendwie ist mir bei diesem Honigmann etwas faul. Irgendwie "schmeckt" da etwas.  - Wem schmiert er Honig ums Maul?
Außerdem stellt er heute als "Gastbeitrag" den kirchenkritischen Kommentar eines Paolo Flores d’Arcais ein, eines italienischen Autors, der schon zusammen mit Herrn Ratzinger Bücher herausgegeben hat. Der Kommentar erschien schon im "Tagesspiegel" (vor einer Woche).
Frage: Merken die Jesuiten etwa, daß sie noch zu wenige Eisen im Feuer haben unter den "Extremisten" der Kirchen- und Geheimdienstkritiker und daß sie deshalb hier ebenfalls "Verharmloser" (bzw. Zersetzer) hinein schieben müssen, die freilich HIER nur als Verharmloser (und später als Zersetzer) wirksam werden können, wenn sie zugleich auch kräftig kirchen- und geheimdienstkritisch auftreten und sich damit erst einmal eine ihnen vertrauende Anhängerschaft aufbauen?

Im Dezember 2010 hielten wir über anderweitige Aktivitäten fest:

Mein erster Eindruck ist der gleiche wie beim Jesuiten-kritischen Blogger "Honigmann": Jesuiten versuchen, sich an die Spitze der Jesuiten-Kritiker zu setzen, die Kritik dabei in ein "Perception management" einzubetten (s. etwa Zündel), das sie möglichst wenig anknüpfungsfähig macht an Kirchenkritik a la Karlheinz Deschner, um sie so in bewährter Weise zu ihren Gunsten abbiegen zu können über die Jahre hinweg.

Danach haben wir den "Honigblogger" nicht mehr weiter verfolgt. Neuerdings ist sein ganzer Blog - nach gerichtlicher Verurteilung wegen Holocaust-Leugnung - von Wordpress aus dem Netz genommen worden - womöglich als Auftakt für ein ähnliches Vorgehen gegen andere, ähnlich gestrickte Blogs? - ???

Zwischenzeitlich sind ja nun auch viele weitere, ähnlich gelagerte Blog-Gründungen aus dem Boden gesprossen, so daß man kaum noch mitkam und das alles auch gar nicht mehr so wichtig nehmen konnte, da eben alle diese Blog-Gründungen - wenn man nach einer Weile tiefer blickte - je in ihren individuellen Besonderheiten dennoch so manche auffallenderen Gemeinsamkeiten in ihrer Programmatik aufwiesen. Viel zu oft traf und trifft man dann auf irgendwelche Verbundenheiten mit Monotheismus und/oder Buddhismus.

Und womöglich wächst derzeit gerade das Mißtrauen der Hintergrundmächte gegenüber der Möglichkeit, daß dieses Astroturfing immer mehr Menschen, die sich der alternativen Öffentlichkeit verbunden fühlen, durchschauen könnten, und daß sie - besser als früher - die authentischen Blogs von der Kunstrasen-Bewegung zu unterscheiden lernen könnten.

Und für diesen Fall mag man - wiederum als "Prototyp" - als einen der ersten einmal den Honigmann aus dem Netz genommen haben, "verboten" haben, um später auf ähnlicher Linie gegen andere Blogs vorgehen zu können. Womöglich dann auch gegen solche, die ihnen noch gefährlicher erscheinen und erscheinen müssen als ausgerechnet dieser Honigmann ..... Oh, die Hintergrundmächte und ihre Schliche. Sie denken weit ins Voraus hinein ....

Blog-Prototypen gehen in Serie - Weitere monotheistisch Verwurzelte wie Alexander Benesch, Jürgen Elsässer und Konsorten (2010)

Aber zurück ins Jahr 2010. 2010 faßte beispielsweise auch Daniel Hermsdorf Mut und gründete seinen Blog "Filmdenken". Dieser Blog ist bis heute - mit all seinen Stärken und Schwächen - klar einer der wenigen authentischen Blogs in der alternativen Öffentlichkeit.

2010 wurde "BewußtTV" gegründet.

2010 wurde recentr von Alexander Benesch gegründet. Dieser hatte auf der vom Verbrecher-Kardinal Ratzinger gegründeten "Katholischen Universität Ingolstadt" studiert (eine Universität, die gegründet wurde, nachdem man mit ähnlichen, Jahrzehnte lang verfolgten Gründungsplänen in Salzburg nicht weiter gekommen war). Die geistige Ausrichtung von "recentr" entspricht klar der Tatsache, daß Alexander Benesch auf dieser Universität studiert hat. Seine Beiträge sind oft sehr klug und durchdacht - hervorzuheben ist insbesondere seine gesunde Skepsis gegenüber aller Esoterik. Seine Beiträge haben aber dennoch - und fast unsichtbar und unbemerkbar - wenn man genauer hinschaut die genannte ideologische-religiöse Schlagseite. Es wird also in ihnen entsprechend einer sehr genau zu umreißenden gruppenevolutionären Strategie argumentiert. Das sollte man bei diesem Blog immer berücksichtigen.

Ende 2010 wurde von Jürgen Elsässer und anderen die Monatszeitschrift "Compact" gegründet. Daß es sich hierbei um reinstes Astroturfing handelt, wird wohl an dieser Stelle nicht mehr groß nachgewiesen werden müssen. Darüber gab es ja schon genug anderweitige kritische Beiträge. Und das ist ja wohl zu leicht durchschaubar. - Jürgen Elsässer besucht in Berlin und seinem Umland Gottesdienste der russisch-orthodoxen Kirche, er ist jedenfalls ein Monotheist reinsten Wassers, auch wenn er das - wie die meisten - nicht an die große Glocke hängt. (Das macht niemand all dieser Astroturfing-Protagonisten und doch findet sich genau diese Gemeinsamkeit eben dann doch immer und immer wieder unter ihnen.)

Seit 2011 wird Ken Jebsen als führender Vertreter der alternativen Öffentlichkeit bekannt. Auch er mutet uns an als einer der wenigen authentischen Vertreter der alternativen Öffentlichkeit. Er kennt aber auch jene "Grenzen", die er nicht überschreiten darf. Sie wurden ihm ja schon anläßlich seiner Entlassung aus den Staatsmedien aufgezeigt. Und zusätzlich hat er immer wieder "Freunde" wie Pedram Shayar, die ihn auf diese Grenzen hinweisen. Und solche "Freunde" werden wohl auch viele andere Vertreter in dieser Szene haben, die sich ansonsten authentisch anfühlen. Solange der entsprechende Protagonist auf die Ratschläge solcher "Freunde" hört, wird er größere öffentliche Aufmerksamkeit genießen. Sollte er aber einmal diese Ratschläge dieser seiner "guten Freunde" unbeachtet lassen, wird er schnell starken oder noch stärkeren Gegenwind zu spüren bekommen. Und vermutlich wissen oder ahnen das auch Leute wie Ken Jebsen.

Soweit zunächst einmal ein erster kleinerer Überblick, der natürlich vielfältig ergänzt werden kann mit Einschätzungen. Abschließend eine Geschichte von Hoimar von Ditfurth, um das Prinzip aufzuzeigen, nach dem hier insgesamt gehandelt wird im Rahmen von Astroturfing.

"Mimicry"

Im Jahr 1981 veröffentlichte der deutsche Sachbuchautor Hoimar von Ditfurth (1921-1989) sein Buch "Im Anfang war der Wasserstoff". In der Einleitung dieses Buches machte er mit einer sehr ausführliche Beschreibung das Tarnverhalten der Raupe des Schmetterlings Attacus edwardsii (Wiki), englisch "Edwards Atlas Moth", bekannt. Man findet heute im Internet manche, die sich auf dieses Beispiel berufen (1).

Dieser Schmetterling ist in Indien und Südostasien in feuchten Gebieten verbreitet und gehört zu den größten Schmetterlingen der Welt. Hoimar von Ditfurth entnahm sein Wissen zu ihm dem Buch "Mimicry" von Wolfgang Wickler (eines Schülers von Konrad Lorenz) (2).

Kurz gefasst tarnt die Raupe dieses Schmetterlings ihr Verpuppungsstadium dadurch, daß sie ein Blatt abbeißt und es mit Spinnfäden erneut anhängt und sich dann an dieses Blatt anheftet. Das Blatt verwelkt und umhüllt damit die Puppe, die so "versteckt" ist. Schon das Abbeißen des Blattes und erneute Anhängen stellt für eine solche Raupe ein erstaunlich "kluges" Verhalten dar. Noch überraschender ist aber, daß diese Raupe zugleich auch noch mehrere andere Blätter abbeißt und wieder anhängt, die dann ebenfalls verwelken. Dies hat nun einen großen Vorteil. Ein Vogel als Freßfeind wird selbst wenn er nun verwelkte Blätter als Nahrungsquelle untersuchen würde, bald wieder davon ablassen, da er mit größerer Wahrscheinlichkeit leere Blätter vorfinden wird als ein Blatt, das fette Beute enthält.

Wie aber kann die Raupe auf einen so genialen Einfall der Tarnung kommen, auf den noch nicht einmal der menschliche Leser kommen würde, so fragte Hoimar von Ditfurth. Insgesamt will Hoimar von Ditfurth mit diesem Beispiel herausarbeiten, was so unzählige Beispiele von Mimicry im Pflanzen- und Tierreich so eindrucksvoll belegen, daß nämlich Intelligenz in dieser Welt schon vorhanden war, bevor bewußte Intelligenz in Form des Menschen evoluiert ist, ja, daß es dazu also keinesfalls eines Großhirnes bedurfte (1, S. 16):

In Wirklichkeit verfügen wir, wie es scheint, nur deshalb über Bewußtsein und Intelligenz, weil die Möglichkeiten von Bewußtsein und Intelligenz in dieser Welt von Anfang an angelegt waren und nachweisbar sind.   

Ein philosophisch tiefer Satz, der an anderer Stelle von seiner philosophischen Seite noch weiter ausgedeutet werden soll. An dieser Stelle kommt es uns aber nur auf das Prinzip an, daß man durch Vervielfältigung oder "Spiegelung" des eigenen Versteckes sich vor Entdecktwerden schützen kann. Und umgekehrt kann man durch Vervielfältigung von Informationen mit größtenteils ähnlichen Inhalten und Argumentationslinien bestimmte andere Informationen verstecken, die man sich eben als in unsichtbarer Form vorliegend wünscht .... (Womöglich fällt das auch in den Bereich der sogenannten "Black Hat"-Suchmaschinen-Optimierung, auf die sich unter anderem auch der Satanist und Psychosekten-Guru Ralph Tegtmeier spezialisiert hat.)

Der geneigte Leser mag sich aufgerufen fühlen, über solche Zusammenhänge einmal etwas tiefer nachzudenken und sie auf Stichhaltigkeit zu prüfen.

/ leichte Überarbeitungen: 
22.12.2024 /
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  1. Ditfurth, Hoimar: Im Anfang war der Wasserstoff. 1972, https://www.dtv.de/_files_media/title_pdf/leseprobe-33015.pdf, https://machtderpolitentscheidung.files.wordpress.com/2014/01/ditfurth_hoimar_von-im_anfang_war_der_wasserstoff.pdf (Martin Kriele 2007Esoterikforum 2012, (Heise 2016)
  2. Wickler, Wolfgang: Mimikry. Nachahmung und Täuschung in der Natur. Kinder-Verlag, München 1968 und viele Folgeauflagen bis 2002

Donnerstag, 29. Juni 2017

"Wir hatten ein Schulfach, das hieß Schuld"

Wir Deutschen - Und die Briten hatten ein Schulfach, das hieß Haß
"Wir hatten ein Schulfach, das hieß Schuld. Zwei mal die Woche hatten wir Schuld. Am Freitag hatten wir Schämen. Und als ich vierzehn war, hab ich gedacht, ich hab Polen überfallen, ich war dabei, ich war irgendwie dabei."

So erzählte der deutsche Spaßmacher Michael Mittermeier (Jahrgang 1966) (Wiki) vor zwei Wochen im ARD (Yt, 1'26'32ARDMediathek). Und er ist nur eine Woche nach mir geboren worden und ich habe es exakt genauso erlebt (dabei wuchs er doch in Bayern, ich in Hessen auf). Und dann erzählt der Mittermeier, wie er einmal in New York auf der Bühne von einem jüdischen Spaßmacher abgelöst wurde, der dann einen Witz nach dem anderen über ihn als "lustigen Nazi" vom Hocker riß:

"Und ich saß halt da mit diesem deutschen Grundreflex, siebziger Jahre in der Schule. Immer dieses: Du bist Deutscher, du bist schuldig, fall net auf, fall net auf, du bist schuldig, du bist schuldig, du bist schuldig. Und das hast du so im Kopf. Sag jetzt nichts, schau nach unten."

Jetzt ist Mittermeier ja 50 Jahre alt. Jetzt kann er ja allmählich über sein kindliches Trauma sprechen. Sogar vor Londoner Publikum (Yt2015):

Und er und andere priesen das vor zwei Wochen an als Völkerverständigung und das deutsche Publikum klatschte wohlgefällig.

Ob das aber schon ausreicht für echte Völkerverständigung? Dem Londoner Publikum hätte ich noch ganz andere Dinge erzählen können, etwa über seine Eliten. Vieles weiß es davon doch selbst. Und ein Blick in meine Magisterarbeit (1) hätte da noch mancherlei zusätzliches Stichwort geben können.

Völkerverständigung?

Trotzdem: Das, was Mittermeier da sagt, ist - was meine Person betrifft - in keiner Weise eine satirische Übertreibung (so kennzeichnete er das gesprächsweise [Stern2015; s.a. KSTA2012]). Unser Gesellschaftskunde-Lehrer - er hatte ein großes Porträt von Karl Marx über dem Wohnzimmer-Sofa hängen - hat mit uns den gesamten Spielfilm "Holocaust" (1979) (Wiki) während des normalen Schulunterrichtes angesehen. Dieser Spielfilm hat eine Länge von geschlagenen sieben Stunden. Und er macht dich fertig. Dazu ist er gedreht worden.

Damals hatte ich genau jenes Alter von 14 Jahren, von dem Mittermeier spricht. Und das Ansehen eines solchen Mammutfilmes kann man nur verteilen auf neun Unterrichtsstunden. Das zog sich also über Wochen hin. Stundenbeginn: Knopfdruck, Spielfilm läuft, Klingelingeling, Stunde ist zu Ende, Spielfilm wird unterbrochen. Das war mein schulischer Alltag: Realschule Homberg/Efze, etwa 1980, etwa 6. Klasse (- Stayfriends, das zum Mitschreiben!, Mitschüler, ihr könnt es bezeugen: Wir hatten ein Schulfach, das hieß Schuld).


Und ich konnte ja nicht ahnen, daß wenn ich dieses Fach noch einmal als Wahlpflichtfach (oder so ähnlich) wählen würde im nächsten Schuljahr, ich wieder diesen Lehrer kriegen würde und ich diese Prozedur noch ein weiteres mal über mich würde ergehen lassen müssen (- ehrlich, so war das!).

Übrigens hatten die Briten während des Zweiten Weltkrieges ein Schulfach das hieß "Haß". Auch das ist in meiner Magisterarbeit behandelt (1). George Orwell berichtet darüber in "1984". Das haben wir doch alle gelesen, oder etwa nicht? Täglich waren fünf Minuten Haß zu konsumieren .... Merkwürdig. Kein Thema für deutsche Komödianten? Ein Baby fliegt durch die Luft und wird vom Maschinengewehr zersiebt? Es gibt nichts Lustigeres als tote Deutsche?

(Ach übrigens, lieber Leser: Den ganzen Rest des ARD-Rummels von vor zwei Wochen kann man sich schenken. Selbst bei Piet Klocke fehlt einfach der Reiz des Neuen. Schön ist vielleicht noch, wie Mittermeier von der Unterstützung durch seine Familie spricht. Sie wird auch eine große Hilfe gewesen sein dabei, an seinem "german Schuldkomplex" zu arbeiten ...)

(Auch sein neues Programm "Achtung, Baby" finde ich nicht empfehlenswert. Mein Gott, was werden wir heute auf "Härte" trainiert - von unseren Spaßmachern. Ich meine: seelische Härte. Dagegen war die Zeit unter den Nazis, unter Churchill und Stalin "Kinderstube". Ehrlich. Go back to America, Mittermeier, ehrlich.)

_____________________
  1. Bading, Ingo: Wie kam Stalin in die Mitte Europas? Kriegsziele der westlichen Demokratien seit 1941. Magisterarbeit, Universität Mainz 1993, überarbeitete Neufassung 2007. Auf: Academia.edu und http://www.lulu.com/spotlight/studium_generale

Samstag, 30. Mai 2015

Eine geheime Diktatur im Innern vorgeblich offener, freier Gesellschaften

Zur Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften
Politikwissenschaftler - Macht Euch endlich nützlich!

Macht es nicht Sinn, die Theorien zum "Totalitarismus" des 20. Jahrhunderts allmählich auch auf die angeblich so antitotalitär ausgerichteten "westlichen Demokratien" anzuwenden? Und auch bezüglich dieser Staaten von "totaler Politik" zu sprechen? Nämlich eine Politik, die die Menschen und Völker "total" erfassen will?

Orwell verstehen: Wichtige Biographie (1988)
In der etablierten Geschichtswissenschaft wird typischerweise nur das Vordergrundgeschehen behandelt und auf Hintergrundpolitik so gut wie gar nicht eingegangen. Schon das ist eine Geschichtsfälschung, wenn doch inzwischen gut bekannt und erforscht ist, welche Macht und welchen Einfluss seit 1917 beispielsweise der sowjetische Geheimdienst hatte, seit 1933 die Gestapo und ihre Nachfolge-Organisationen BND, MAD, „Bundesamt für Verfassungsschutz“1 und das Ministerium für Staatssicherheit und spätestens seit 1945 auch der amerikanische CIA. Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob der CIA tatsächlich erst 1945 - geradezu wie „Phönix aus der Asche“ - so machtvoll geworden sein soll. (Wenn man nämlich bedenkt, welch gute Kontakte Allen Dulles von der Schweiz aus vor 1945 zu den Führungskreisen des nationalsozialistischen Deutschlands hatte - nicht nur zu dezidierten Widerstandskreisen - drängen sich nämlich noch ganz andere Gedanken auf. Ebenso wenn man bedenkt, welche Rolle der britische Geheimdienst beim Flug von Rudolf Heß 1941 hatte und wie sehr er hierfür die Umgebung von Rudolf Heß "infiltriert" hatte. Aber diese Dinge hier nur am Rande.)

"Wollt ihr die totale Politik?"

Einer der frühesten Vordenker einer solchen Totalitarismus-Theorie wäre natürlich George Orwell, der ja - nach seinem Biographen Hans-Christoph Schröder (1988) - in seinem Roman "1984" gar nicht einen Zukunftsroman geschrieben hat, sondern seine Gegenwart und die jüngste Vergangenheit des Jahres 1948 in Großbritannien nachgezeichnet hat.

Diese Totalitarismus-Theorie hätte davon auszugehen, dass auch moderne demokratische Staaten "Wahrheitsministerien" kennen, dass die Gewaltenteilung faktisch aufgehoben ist und so weiter. Und sie hätte insbesondere die Mechanismen herauszuarbeiten, aufgrund derer diese Phänomene zustande kommen. Es wäre dann zu formulieren eine Theorie, wie Geheimdienste überhaupt funktionieren und arbeiten und damit "gelenkte Demokratie" betreiben (ein Euphemismus für Totalitarismus). Oder "gemanagte Demokratie" nach dem Ausdruck von Sheldon S. Wolin (2010).

Erstausgabe 1948
Noch heute wird auf dem Wikipedia-Artikel zu Totalitarismus gleich einleitend auf den Gegensatz zwischen Totalitarismus und westlicher Demokratie abgehoben. Ist das nicht ein Witz? Ein vielleicht immer schlechter werdender? Auch der englischsprachige führt nicht weiter, enthält aber immerhin einen "weiterführenden" Verweis auf das Stichwort "Totalitarian democracy". Genau, das ist der Grundgedanke, der in diesem Beitrag formuliert werden soll! Aha, und hier wird klar, dass der Autor F. William Engdahl den Grundgedanken dieses Blogartikels auch schon 2009 erörtert hat:
In "Full Spectrum Dominance - Totalitarian Democracy and the New World Order", Engdahl focuses on the American drive to achieve global hegemony through military and economic means. According to him, U.S state objectives have led to internal conditions that resemble totalitarianism: "[it is] a power establishment that over the course of the Cold War has spun out of control and now threatens not only the fundamental institutions of democracy, but even of life on the planet through the growing risk of nuclear war by miscalculation".
Sollten die 9/11-Wahrheitsbewegung, die alternative Öffentlichkeit und der investigative Journalismus seit etwa 2001 noch nichts Weitergehendes hervorgebracht haben zur Totalitarismus-Theorie westlicher Demokratien als diese beiden Autoren F. William Engdahl und Sheldon S. Wolin? Sheldon S. Wolin scheint noch wesentlich klüger zu sein als Engdahl, heißt es über Wolin doch auf dem genannten Wikipedia-Artikel:
While exploiting the authority and resources of the state, [inverted totalitarianism] gains its dynamic by combining with other forms of power, such as evangelical religions, and most notably by encouraging a symbiotic relationship between traditional government and the system of "private" governance represented by the modern business corporation. The result is not a system of codetermination by equal partners who retain their respective identities but rather a system that represents the political coming-of-age of corporate power.
Natürlich gibt es zu dieser Theorie inzwischen zahlloseste Ansätze. Aber wo findet man sie kompakt und treffend zusammengefaßt zwischen zwei Buchdeckeln? Diese Theorie hätte darauf abzuheben, dass es - nach Konrad Lorenz - Diktatur durch Gewalt und Diktatur durch Verwöhnung gibt.

Die psychologischen Abteilungen der Geheimdienste

Sie hätte darauf abzuheben, dass der innere Kern der großen Geheimdienste aus quasi-wissenschaftlichen, universitätsähnlichen Abteilungen gebildet wird (gerne auch geheimen oder halböffentlichen "Thinktanks"), in denen vor allem die begabtesten und bestgeschultesten Psychologen arbeiten (etwa dargestellt in Victor Ostrovsky's "Geheimakte Mossad" [1994]). Eine Ahnung davon vermitteln auch die Doktorarbeiten, die an der Hochschule der Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche-Golm erstellt wurden.

Mit a) dem Wissen über jeden einzelnen Politiker, Journalisten, höheren Staatsbeamten und über jedes für einflußreich geltende Mitglied fundamentaloppositionellen Gruppen, das Geheimdienste generieren (beispielsweise die 30.000 Personalakten, die der CIA für Italien zusammengestellt hat [siehe "Terrorjahre" von Regine Igel]) und mit b) den Handlungsmöglichkeiten, die Geheimdiensten offenstehen (siehe das Agieren der Geheimdienste in den letzten Jahrzehnten, dargestellt in zahlreichen Büchern), steht diesen Abteilungen eine geradezu unbegrenzte Klaviatur der Machtausübung zur Verfügung. Diese Klaviatur hätte eine Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften abzubilden. Hier wären wohl vor allem zu unterscheiden
  1. die Geheimdienst-Abteilungen für Individualpsychologie einzelner Personen,
  2. die Geheimdienst-Abteilung für Gruppenpsychologie kleinerer oder größerer Gruppen, die gebildet oder zersetzt werden sollen (Bundestagsfraktionen oder Gruppierungen, die fundamentaloppositionelle Tendenzen vertreten, die "aufgefangen" werden müssen wie etwa die Ludendorff-Bewegung, NPD, Grüne, Bündnis 90, 9/11, Piraten, Pegida, AfD ... und so endlos weiter, sowie die dort bestehenden jeweiligen "Flügel" und ihre Flügelkämpfe [z.B. Fundis gegen Realos etc.]), also sprich Abteilungen zur Zersetzung von Gesellschaftsreform bei gleichzeitiger Simulation von ... "Gesellschaftsreform"
  3. die Abteilungen zur Massenpsychologie ganzer Gesellschaften, die über die Massenmedien seit Jahrzehnten in einen Zustand der Dauerbetäubung, der Denkfaulheit, Denkträgheit und damit der Handlungsunfähigkeit versetzt werden ("Wohlfühl-Demokratie" etc.). Auch hier ist natürlich jedes Volk, jeder Staat entsprechend seiner spezifischen Eigenarten zu behandeln und muss die ihm gemäße "Sonderbehandlung" und "Umerziehung" erfahren. Die Deutschen beispielsweise kann man seit 1918 gut mit der Vertiefung von "Schuldkomplexen", von "Kollektivschuld" und "-verantwortung" beharken. Und so jedes Volk, jedes Land ein wenig anders. Diese Abteilungen sind insbesondere auch mit dem Kulturleben befaßt, fördern beispielsweise (spätestens seit 1945) massiv "moderne" Kunst und Literatur, sowie seichte Unterhaltung, wobei zugleich echten kulturerhaltenden Bestrebungen und Personen das "Wasser abgegraben" wird.
Dies wären zunächst die mir derzeit am wichtigsten erscheinenden Teile einer solchen Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften. Dass das leitende Personal all dieser Abteilungen durch Regierungskriminalität und durch archaischste Religiosität und Okkultismus in Hochgradlogen und okkulten Priesterorden mitsamt elitärer Pädokriminalität und elitärem Satanismus auf ihre Ziele ausgerichtet und konditioniert wird ("Zombifizierung" nennt das der elitäre Satanist Ralph Tegtmeier, ebenso E. R. Carmin in "Das schwarze Reich"), ist ja hier auf dem Blog schon eingehend behandelt worden.

Diese natürlich sehr intelligenten Mitarbeiter sind oftmals im Grunde bemitleidenswerte Geschöpfe, die möglicherweise aufgrund eigener schwerer Kindheitserfahrungen, aufgrund von Erpressung und ähnlichem fast gar nicht anders können, als so konditioniert zu handeln, wie sie es heute eben tun und schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Sie können von ihrer Menschlichkeit her gesehen an wenig anderes erinnern, als an die Folterknechte des KGB, der Gestapo und US-amerikanischer Folterlager und Menschenversuche (etwa nach 1945 in Berlin-Lichterfelde in der ehemaligen preußischen Kadettenanstalt, wo noch heute nirgends an diese Verbrechen der US-amerikanischen Menschenversuche erinnert wird).

Ergänzungen, Korrekturen, Hinweise zu diesen Ausführungen willkommen!

________________________________________
1Vgl. etwa Schenk, Dieter: Die braunen Wurzeln des BKA. Fischer Taschenbuch 2003; siehe dazu auch viele Beiträge von Ingo Bading auf dem Internetblog „Gesellschaftlicher Aufbruch – jetzt!“

Dienstag, 29. Juni 2010

Der Heuchler Josef Ratzinger ...

... und seine "frühkindlichen Bildungssysteme"

Die Debatte über die Fälle sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen und über ignatianische "Schwarze Pädagogik" an jesutischen, katholischen und Reform-Schulen und volkspädagogisch weit darüber hinaus in die deutsche und internationale Medienlandschaft hinein wäre es wert, noch wesentlich genauer und detaillierter verfolgt zu werden, als das aktuell hier auf dem Blog geschieht und geschehen kann. *)

Es gilt da viele subtile und subkutane Dinge ganz neu wahrzunehmen, lernt man doch erst hierdurch den ungeheuer großen Einfluß der katholischen Kirche auf die Meinungsbildung der Gegenwart in seinem ganzen Umfang einzuschätzen. Einen Einfluß, den man noch vor wenigen Jahren für ganz und gar unerheblich angesehen hatte. Aber heute, seit der humangenetischen, kopernikanischen, naturalistischen Wende im Menschenbild machte es einem die weitgehende Nichtbehandlung ihrer politischen und weltanschaulichen Implikationen über die gesamte Medienlandschaft von ganz links bis ganz rechts hinweg erst wieder bewußt, wie stark supernaturalistisch denkende Lobby-Gruppen noch heute in Deutschland sind. Lobby-Gruppen, die noch heute allzu gerne ein naturalistisches Menschen- und Weltbild als reduziert "materialistisch" verunglimpfen möchten.

Die Bertelsmann-Stiftung auf christ-katholischen Bahnen

Man könnte hier auch einmal die offenbar stark christlich-katholisch beeinflußte Bertelsmann-Stiftung in den Blick nehmen, die in diesen Tagen nicht nur die Zunahme von Kinderkrippen in Deutschland bejubelt - sie nennt diese Form der Kollektiv-Erziehung "Frühkindliche Bildungssysteme" (!) (was für ein Wahnsinn, was für ein neues Unwort, 21 Jahre nach dem Tod von Konrad Lorenz, dem Entdecker des Phänomens der frühkindlichen Prägung und der Bedeutung des allein in familiärer Umgebung zu gewinnenden Urvertrauens) -, sondern sie, diese einflußreiche und gut dotierte Bertelsmann-Stiftung macht sich auch viele Gedanken darüber, wie man das "Perception management", na, von wem wohl? - - - der katholischen Kirche (!!!) verbessern könne. Da scheinen also bei der Bertelsmann-Stiftung, von der auch Monotheist und CDU-Frontmann Michael Blume so viel zu halten scheint, die richtigen Leute beisammen zu hocken (1, 2, 3).

Aber wichtige Texte über den abartig unnatürlich, weil "super"naturalistisch denkenden Jesuitenorden und den derzeitigen Papst sind soeben auch von dem Mißbrauchsopfer Robert Knickenberg veröffentlicht worden (Eckiger Tisch 1, 2).

"Frühkindliche Bildungssysteme" ...

Insbesondere auch die Kritik Knickenbergs an dem Heuchler Josef Ratzinger und die von ihm dazu angeführte Literatur kann man für sehr wesentlich halten. Wie schon so oft zeigt sich auch hier wieder, daß Mißbrauchsopfer einen schärferen, durchdringenderen, nachhaltigeren Blick auf christ-katholische Zustände haben, als selbst noch die scharfsinnigsten sonstigen Kirchenkritiker. Deshalb sucht man sie ständig auszugrenzen. Warum wohl sonst?

Man kann ihnen nicht genug zuhören. Und es ist deshalb dreifach und vierfach zu bedauern, oder: bemerkenswert, daß sich der Blog "Spreeblick" des ehemaligen Jesuitenschülers Johnny Häusler nicht in der Lage sah und sieht, diesen Stimmen die ihnen gebührende Öffentlichkeit zu verschaffen, bzw. die Auseinandersetzung über diese Thematik an öffentlichkeitswirksamer Stelle zu moderieren. Die Schließung der dortigen Diskussion hat also sicherlich "gaaaar nichts" mit dem allseits wirksamen "Perception management" des Jesuitenordens zu tun. Johnny Häusler muß gaaar nicht damit rechnen, Sanktionen zu erfahren, hätte er die Diskussionen auf seinem Blog weiter so vorbildlich moderiert wie er das anfangs tat.

Christ-katholische intellektuelle Vordenker

Denn auch dort konnten “Ex-Jesuiten” allzu auffällig und gar zu plump nur mit geistigen Fußtritten und nur mit dem Schleudern von Dreck ihren ("ehemaligen" - ha, ha!) Orden verteidigen. (Siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog.) Knickenburg behandelt nun unter anderem den obersten aller christ-katholischen Oberheuchler, unseren lieben Herrn intellektuellen Vordenker und moralischen Vor- bzw. strafrechtlich relevanten Danebenleber Josef Ratzinger, wobei sein gutes Einverständnis seit 2004 mit unserem lieben Herrn Vordenker Jürgen Habermas einmal aufs Neue wie blitzartig die intellektuelle und moralische Landschaft von heute erleuchtet:

(...)

In seinem Buch „Werte in Zeiten des Umbruchs“ fordert Josef Ratzinger „Grundwerte“, die dem demokratischen Diskurs vorangehen und ihm nicht unterliegen sollen. Diese „Grundwerte“ werden von denen dekretiert, die sich im Alleinbesitz der „Göttlichen Wahrheit“ glauben. Zu solchen „Grundwerten“ erklärt Josef Ratzinger explizit: Die Fragen der sexuellen Moral, die moralischen Fragen im Zusammenhang mit der modernen Reproduktionsbiologie, den staatlichen Schutz der Kirche vor Kritik.

Mit anderen Worten: Hier beansprucht die katholische Kirche das Deutungsmonopol, jede Kritik daran ist verboten; der Staat soll es mit seinen Machtmitteln sicherstellen. Das, denke ich, sollten wir uns als demokratische, säkulare, pluralistische Gesellschaft nicht bieten lassen. Wie das in der Praxis aussähe, führen uns ja solche Lichtgestalten wie die Herren Meisner, Mixa, Müller, Zollitsch und andere plastisch vor Augen. Ein gutes Beispiel ist auch der Umgang des spanischen Klerus mit der demokratisch gewählten Regierung Zapatero. Nicht wenige christdemokratische und christsoziale Bundestagsabgeordnete echauffieren sich darüber, dass die deutsche Bundeskanzlerin ein klärendes Wort einfordert, wenn „Seine Heiligkeit“ rechtsextreme Holocaustleugner ohne jede Not rehabilitiert und in den „Schoß der Kirche“ zurück holt. Wie dichtete Paul Celan: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Aber den Papst kritisiert man nicht.

1933, 1941, 1945, 1949ff: Totalitäre, jubelnde katholische Pfaffen sind immer dabei

Ja. Man sollte nie vergessen: Der Katholik Adolf Hitler wäre ohne die Hilfe der katholischen Kirche und der Katholiken in Deutschland 1933 nie an die Macht gekommen. Er versprach ihnen dafür sein "Reichskonkordat" von 1934: Totalitäre unter sich. 1941 begann er seinen katholischen Missionskrieg gegen Rußland mit dem Segen christ-katholischer Priester und mit Hilfe vieler katholischer Cliquen innerhalb des Staatsapparates und der SS, dieses schwarzen "Ordens unter dem Totenkopf". Millionen Menschen mußten sterben für die Pfaffen.

Und diese christ-katholischen Priester segneten es wiederum, als sie 1945 gleich mehrere deutsche Provinzen und Kernländer des Protestantismus östlich der Oder zurück in den Schoß der katholischen Kirche führen konnten und als sie dann mit Konrad Adenauer gegen den Sozialreformer Gerhard Mackenroth die herrliche christ-katholische Familienpolitik für die Restprotestanten und traditionell papstkritischen Katholiken in Deutschland beginnen konnten, die erst jüngst wieder mit Ursula von der Leyen ihre immer noch herrlich zu preisende christ-katholische Fortsetzung gefunden hat. Ja, das kann gar nicht genug betont werden: Dieser Schoß ist fruchtbar noch, aus dem all das kroch.

Schon 2002 erschien der Film „The Magdalene Sisters“ (Deutsch: „Die unbarmherzigen Schwestern“), der die unfassbaren Grausamkeiten in von Nonnen geleiteten, irischen Mädchenheimen zum Thema hatte. Der Vatikan hat sich seinerzeit bemüht, die Aufführung dieses Films zu verhindern. Das ist die Vorstellung des höheren katholischen Klerus von „lückenloser Aufklärung“.... Und was in Irland so abging, das erfahren wir ja jetzt erst in seinem ganzen Umfang. Die vatikanischen Krokodilstränen sind der Inbegriff zynischer Heuchelei.

"Vatikanische Krokodilstränen"

Und abschließend:

Nein, die katholische Kirche ist nicht harmlos. Und solange sie sich anheischig macht, unser aller Leben bestimmen zu wollen, muss man wachsam sein und ihr kritisch auf die Finger schauen.
Dieser Meinungsäußerung kann sich dieser Blog nur aus ganzem Herzen anschließen.

__________

*) Der Bloginhaber hat keine einflußreichen christkatholischen Freunde, die ausgerechnet seine Blog-, Öffentlichkeits- und Medienarbeit freudig finanziell fördern und unterstützen würden. Er möchte das hier einmal mit aller Deutlichkeit, Unverfrorenheit und mit der diesem Umstand gegenüber gebotenen Humorlosigkeit feststellen: Ein nichtatheistisches, naturalistisches, humanistisches, die Erhaltung der biologischen und (damit) seelischen Eigenart der Völker befürwortendes, gegenüber Geheimpolitik "cheater detection" betreibendes Menschen-, Familien- und Weltbild hat heute keine Lobby in Deutschland. Keine.

Sonntag, 16. Mai 2010

Norbert Denef redet ...

... auf dem Kirchentag

(Siehe Youtube.) Hätte man ein anderes Verhalten überhaupt nur erwarten können? Sollen? Als wieder dieser Klügel aus Medien, Politik, Prominenz und Kirchenoberen? Unter Auschluß der Perspektive der Überlebenden selbst? Welche Arroganz. Welche Hinterhältigkeit. Welche Feigheit. Mehr auf der Seite von Herrn Denef selbst.

Viele haben sich bei Herrn Denef für seine Aktion bedankt (s.a. 1, 2, 3).

Die Überlebenden sexueller Gewalt von Seiten des Jesuitenordens lassen diesem gegenüber übrigens ebenfalls nicht locker, weder in Bad Godesberg, noch in Berlin. Der Jesuitenorden, der weiter in konsequent monotheistischem Geist mauert.

(Und Volker Pispers läßt auch nicht locker [- übrigens auch ein schöner Kommentar zur "Einzeltäter-These" bezüglich Reichstagsbrand von 1933 ... - aber das nur am Rande]).

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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