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Montag, 12. Oktober 2015

Ein Wort zu Religionswissenschaftler Michael Blume

Mein Unglauben darüber, dass den heutigen Eliten und Meinungsführern ihr Ausschalten der Vernunft wirklich noch dauerhaft Spaß machen kann

Fantasie statt Verblödung! (2012)*)
Am 25. September 2015 veröffentlichte der von uns auf rein sachlicher Ebene so sehr geschätzte Religionswissenschaftler Michael Blume auf den Scilogs einen Blogartikel mit dem Titel "Führt (Verschwörungs-)Verbloggung auch zu Verblödung?"

Eine wirklich tolle Frage. Sie sei deshalb wiederholt: "Führt (Verschwörungs-)Verbloggung auch zu Verblödung?" Wir haben von unserer Seite dort kommentiert und das kann man ja dort auch nachlesen. Aber es ist doch weiterhin auch interessant zu beobachten, wie Michaels Schmerzgrenze im Laufe der Monate sich immer mehr verändert. Man sollte vielleicht einmal alle Kommentare von unserer Seite sammeln, die er im Verlauf der letzten Monate nicht freigeschalten hat. Wo es doch sowieso nur so selten Versuche gab, solche dort abzugeben. Vielleicht wird da ein Muster erkennbar. Es fühlt sich jedenfalls immer deutlicher exakt so an wie die Schmerzgrenze eines Götz Kubitschek und seiner Freunde auf Sezession.de.

Allerdings muss sich doch Michael nun wirklich nicht wundern, wenn man bei ihm kommentiert. Oder sehe ich das falsch? Wenn er Blogartikeln so flapsige Überschriften gibt wie "Führt (Verschwörungs-)Verbloggung auch zu Verblödung?" Hallo?!?! Hat er etwa Sorge, dass er auch verblöden könnte, wenn er mit diesen Verblödeten verblödete Gedanken austauscht? Ich weiß es nicht.

... Wo er doch vor einigen Monaten erst entdeckte hatte, dass Verschwörungstheorie treiben auch sinnvolles "cheater detection" sein kann. Er scheint da wohl doch noch kräftig innerlich hin und her zu schwanken, wie er mit diesem geistigen Bereich der - - - "Verschwörungstheorien" umgehen soll.

Aufgrund der vielen "Restriktionen" in den letzten Monaten auf seinem Blog hatte ich nun leise Zweifel angemeldet, ob man als Kommentator auf seinem Blog überhaupt noch willkommen ist. Michael meinte dazu aber:

Du bist hier immer willkommen, solange Du Dich nicht in wirren Verschwörungstheorien (Satanisten, Vatikan, Freimaurer etc.) und Ausfällen gegen Demokratinnen und Demokraten verlierst.

Na gut. Aber will man dann wirklich noch zu der Party dazu stoßen? Nachdem man von dem Hausherrn so begrüßt worden ist? ... Ähm ....

Trotzdem bin ich mal wieder eingetreten und habe mich rechtfertigend auf weitere Kommentare eingelassen. Nun, der letzte war Michael dann wieder einmal zu viel. Und ich habe kein Verständnis dafür, dass er ihn nicht freigeschalten hat, schließlich war er ganz und gar zur Sache. Und trotzdem konnte er ihn nicht - "aushalten" - ?

Rumpelstilzchen

Er hatte nämlich gemeint, dass die katholische Kirche und der Papst selbst von dem Internet profitieren würden. Im Gegensatz sogar zur evangelischen Kirche. Da hat sich offenbar etwas verändert. Vor einigen Jahren haben der Leiter des Benediktiner-Ordens und andere sich wütend den Staat herbei gewünscht gegen - - - "Facebook-Demokratie" ... Nun hatte ich zu Michaels diesbezüglicher Euphorie folgenden Kommentar geschrieben, der dann aber offenbar doch wieder seine Schmerzgrenze überschritt:

Na, ich hätte da ja für diesen Umstand eher ne Verschwörungstheorie auf Lager, ;)
.... erläutert anhand der Vorgänge rund um die einstmals kräftig anschwellende Facebook-Gruppe "Generation Giordano", die, als sie wirklich brisant wurde (damals, anlässlich des Papst-Besuches in Deutschland) "plötzlich" zerschlagen wurde, "plötzlich" von inneren Richtungskämpfen lahm gelegt wurde (brisant auch deshalb, weil es darin zu viele gab, die auf der Seite von Sarrazin standen). Wer da noch glaubt, das wäre der liebe Gott gewesen, der durch Eingriffe seine Kirche geschützt hätte, der berücksichtigt nicht, dass die katholische Kirche - unter anderem - eine der geldmächtigsten Organisationen der Gegenwart ist ...
Solange man also nicht katholischerseits verborgen in der Opposition herumarbeitet, um Opposition zu sabotierten, wie einstmals "Unterwerfung tut wohl"-Autor Klaus Berger (VOR seinem Outing hätte man die Behauptung, er arbeite verborgen für die katholische Kirche, natürlich auch lachend zur Verschwörungstheorie erklärt), wenn es also nicht Rumpelstilzchen wie Klaus Berger gibt, hat die katholische Kirche im Internet-Zeitalter sehr schlechte Karten, würde ich sagen. Wurde mir jüngst auch wieder hier deutlich: Eine neue App lässt die Kirchenaustrittszahlen in Norwegen in die Höhe schnellen:
http://www.patheos.com/.../in-norway-an-app-that-makes.../
Die Rumpelstilzchen sitzen ja auch breit unter den "Neuen Rechten" wie Du sicher auch wissen wirst und wie ich gerade erst wieder an dem Ex-(?)Katholiken und Putin-Freund Alain de Benoist aufzeigen konnte. Die "Neue Rechte", unter denen Du Dich ja inzwischen auch bewegst, war früher in Deutschland synonym mit kirchenfrei. Da ist meines Erachtens geschickt gearbeitet worden, damit das heute dort so ganz anders ist.
Und da vertrete ich ja eben die These, dass das Nichtbetreiben von Verschwörungstheorien zu Verblödung führt.

Das war also ein Kommentar voll und ganz zur Sache des von Michael im Blogbeitrag aufgeworfenen Themas. Aber diese schlichten Ausführungen waren ihm schon wieder zu viel. Man muss erst selbst eine Weile nachdenken, was genau einem da jetzt eigentlich zu viel sein konnte? Er rechtfertigt sein Nichtfreischalten dann damit, dass er ja gar kein Katholik sei. Hatte ich das behauptet? Hatte ich sagen wollen, er sei ein Rumpelstilzchen? Mitnichten hatte ich das sagen wollen. Noch nicht mal einen Gedanken daran hatte ich. Aber warum reagiert er dann so empfindlich? Und betont, dass er kein Katholik sei?

Kann man das langfristig durchhalten?

Angesichts solcher Vorgänge komme ich zu folgenden Gedanken: Einerseits fühlt sich das schmerzhaft an, dass man mit Michael nicht mehr so fröhlich reden kann wie früher. Andererseits fühlt sich das - zumindest für mich - auch so an, als ob er sich in seiner Position den vorgebrachten Argumenten gegenüber nicht stark genug fühlt. So wie das auch bei den Leuten von "Sezession" der Fall zu sein scheint. Ob man es hier überall schafft, die hochgezogenen Mauern, sprich, die Nicht-Kommunikation durchzuhalten? Für mich fühlt es sich nicht so an, als könnte man das schaffen. Zumindest nicht langfristig. - - -

Ich möchte aber aus diesem Anlass einmal ganz grundsätzlich fragen: Ist es die christliche Religion, ist es der Monotheismus wirklich Wert, dass man um ihrer Verteidigung willen so viele Mauern hoch zieht, so viel Nicht-Kommunikation betreibt, seinem freien Denken und Urteilen so viel Beschränkungen auferlegt? Fördern die christliche Religion, die gegenwärtige Politik wirklich die Humanevolution? 

Wer kann das noch glauben? Kann das Michael glauben? So dass er schon vergleichsweise zaghafte Infragestellungen eines solchen Glaubens nicht freischalten kann? Ich glaube, man steigert sich hier immer mehr in eine künstliche Haltung hinein. Die zumal auch den Agierenden bewusst ist und die ihnen bewusst sein muss.

Ist denn dort nicht einfach einmal nur das Bedürfnis da, frei zu sein? Einfach fröhlich zu agieren? Im Denken? Im Austausch von Gedanken? Und nicht durchstilisiert? Das Bedürfnis, nicht ständig nur sorgenvoll die Stirn in Falten zu legen oder krampfhaft vor das Mikrofon zu treten mit so außerordentlich hohlen Phrasen wie "Wir schaffen das". - ?

Soll dieses - vielleicht auch im eigenen Innern spürbare - Bedürfnis nach Freiheit einfach erstickt werden, zugedeckt werden durch massenhafte Zuwanderung, so dass sich solche Erörterungen schließlich von selbst erledigen angesichts der massiven und viel zu banalen Probleme, die solche merkwürdigen Zuwanderungen mit sich bringen? Lassen sich darauf denkende Menschen mit dem wissenschaftlichen Bewusstseinsstand des frühen 21. Jahrhunderts wirklich ein?

Ich, also: ich, ich glaube es nicht. Ich glaube es nicht. Und ich rufe einfach einmal wieder: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt! Es ist an der Zeit.

______________________________________
*) Keine Kaufempfehlung. Ich fand nur es ist eine schöne bunte Illustration. Ich hab es noch nicht gelesen. Zumindest kommt in dem Titel noch nicht der Begriff Verblödung vor, sondern der schöne Begriff .... "Phantasie". ;)
Nachbemerkung: Wie verständlich geworden sein wird, ist Michael hier nur ein Aufhänger für mich für ein wesentlich allgemeineres Thema. Ich greife ihn hier heraus, weil ich ihn für einen der vergleichsweise gebildetsten Gesprächspartner halte mit dem vergleichsweise weitesten Horizont. Dieser Beitrag soll nicht dazu dienen, dass sich möglichst viele Menschen kritischerweise auf Michael "einschießen". Viel eher: Lest seine Bücher, ihr könnt viel aus ihnen lernen. Und wenn ihr genug gelernt habt aus ihnen: Denkt die Bücher weiter. Zieht noch andere Schlussfolgerungen aus ihnen als er. Aber lasst ihn ansonsten - bitte - in Ruhe. Macht ihn nicht zur "Zielscheibe" oder was auch immer. Es scheint nämlich auch eine der Strategien zu sein, Atheisten - oder wen immer - gegen Michael "aufzuhetzen". Das ist einfach nur Blödsinn. Meist sind die, die Michael kritisieren, wesentlich dümmer und mit engerem Horizont ausgestattet als er. (Auch für letzteren Umstand will ich hier nur - stellvertretend - den Leiter des "Humanistischen Pressedienstes" Frank Navissi [Nicks Bloghaus] nennen.)

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