Posts mit dem Label Leserreaktionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leserreaktionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. Juni 2013

Säkularer Humanismus - kleinkariert und altbacken

Journalist Malte Jessl äußert sich denunzierend über "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!"

Abb. 1: Kirchenfreie Gesprächrunde neulich in Deutschland (oder so ...)
Eigentlich sollte sich ein Blog wie der unsere sagen: "Jede Publicity ist besser als gar keine". Aber die jüngste "Publicity" unseres Blogs in den Verbandszeitschriften der Kirchenfreien Deutschlands läßt einen doch ein wenig an diesem Grundsatz zweifeln. Ist denn das nicht alles nur noch peinlich? Und sind wir etwa schuld, zu diesen Peinlichkeiten Steilvorlagen geliefert zu haben (1 - 12)?

Kritikerin Adah Gleich

Im Nachgang zu den Diskussionen rund um die Facebook-Gruppe "Generation Giordano" (3 - 6) (die nach einer Art feindlicher Übernahme von den ursprünglichen Gründern neu gegründet wurde unter dem Namen "Initiative Humanismus") meinte eine Adah Gleich, uns in der Vierteljahres-Zeitschrift "Diesseits - Das Magazin für weltlichen Humanismus", herausgegeben vom "Humanistischen Verband Deutschlands", erwähnen zu müssen mit dem Satz (9):
An anderer Stelle appellierte Ingo Bading, Gründungsmitglied der "Initiative Humanismus", im Namen der "intellektuellen Freiheit" gar für die Aufhebung der Strafe für Holocaust-Leugnung.
Aber hallo. Wie kann er nur. Diese Erwähnung unserer Wenigkeit erfolgte unter dem Titel "Rechtspopulismus in der säkularen Szene" (9). Im gleichen Aufsatz, bzw. im gleichen Heft sind übrigens neben mir gleich drei meiner altbekannten Bloggerkollegen und Freunde erwähnt, bzw. werden sie interviewt. Nämlich Michael ("Natur des Glaubens"), Edgar ("Libertarian") und Frank ("Wissen bloggt"). Man rate einmal, wer von uns vieren des "Rechtspopulismus" verdächtigt wird und wer interviewt wird. Der einzige Christ von uns vieren, nämlich Michael, erhält zu seinem Standardthema ("Religiöse haben mehr Kinder als Atheisten") ein ganzes Interview. Die drei Nichtchristen und Christentumskritiker unter diesen vieren - nämlich Edgar, Frank und ich - werden des Rechtspopulismus verdächtigt. Toll, nicht wahr? Habt ihr da beim "Humanistischen Verband Deutschlands" eigentlich nichts Besseres zu tun? Ist das nicht alles nur noch peinlich?

Der Artikel von Adah Gleich wurde zwar in der konkurrierenden, vierteljährlich erscheinenden Verbandszeitschrift des 1976 gegründeten "Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA)" (nämlich des "MIZ - Materialien und Informationen zur Zeit - Politisches Magazin für Konfessionslose und AtheistINNen") von Chefredakteur Gunnar Schedel eher in die Rubrik "Denunziation" als in die Rubrik "Aufklärung" eingeordnet (10). (So jedenfalls die beiden Begriffe des Titels seines Artikels [10]). Aber auch damit sollte noch nicht das letzte Wort in dieser peinlichen Erörterung gesprochen worden sein. Der Artikel von Gunnar Schedel rief in der gleichen Zeitschrift "MIZ" dann wieder einen Artikel eines Diplom-Biologen und Wissenschaftsjournalisten aus Mainz, bzw. Wiesbaden auf den Plan. Nämlich eines Malte Jessl (geb. 1979) (11).

Kritiker Malte Jessl

Jessl findet nun sowohl die Artikel von Adah Gleich wie von Gunnar Schedel oberflächlich. Und glaubt nun selbst natürlich wesentlich gründlicher und grundlegender zu argumentieren. Nein, sagt er, die säkulare Szene wird nicht "rechtspopulistisch unterwandert". Ja, meint er, die säkulare Szene und ihr "Aushängeschild", die Giordano Bruno-Stiftung - unternehmen aber dennoch eine "Gratwanderung" hart entlang des Abgrundes genannt "Biologismus". So so.

Und im Mittelpunkt seines Artikels steht nun niemand geringerer als der Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!". Weil wir uns - zugegeben! - den Anliegen der Giordano Bruno-Stiftung sehr verbunden fühlen. Und das nicht erst seit kurzem. Sondern schon spätestens seit der Zeit als ich feststellte, daß auch mein früherer Doktorvater, der Humansoziobiologe Eckart Voland, dort mitmacht.

Egal. Malte Jessl's Artikel ist nun jedenfalls nicht viel weniger peinlich und oberflächlich als der von Adah Gleich. Aber ihn deshalb hier auf dem Blog ganz unbehandelt lassen geht auch nicht. Der Artikel von Malte Jessl hat zwar inzwischen eine verdiente Abfuhr durch Harald Stücker erfahren, auf den erst vor drei Tagen dann auch der "Humanistische Pressedienst" von Carsten Frerk von der Giordano Bruno-Stiftung hingewiesen hat (12). Damit kann man sich schon viele grundlegendere Einwände gegen Malte Jessl an dieser Stelle sparen. Allerdings geht Stücker auf viele Einzelheiten nicht ein. Dafür hat er wohl auch keinen Anlaß. (Obwohl auch Stücker, den wir ebenfalls bislang noch nicht kannten, von Adah Gleich unter die "Rechtspopulisten" eingeordnet worden war. Denn das geht heutzutage ziemlich schnell ... Und wir haben hier noch längst nicht alle genannt, die von Adah Gleich unter diese Rubrik eingeordnet worden waren. Ist wohl auch nicht besonders wichtig. Sondern eher peinlich.)

Der Artikel von Malte Jessl - er kann vollständig im Netz nachgelesen werden (11) - bewegt sich entlang der "exemplarischen" "ideologischen" Einordnung von drei Personen:
Lauter Leute, die der Naturwissenschaft zumindest sehr nahestehen. Kritisierenswert findet Malte Jessl aber auch manche Äußerungen  
Na toll! Die schon tausendmal zwischen zwei Menschenkiefern zerkaute Grundthese von Malte Jessl lautet so langweilig, ja, peinlich wie eh und je: die Giordano Bruno-Stiftung unternimmt mit solchen, soeben aufgezählten "Freunden" eine "Gratwanderung" entlang des Abgrundes "Biologismus". Eine Gratwanderung, die "nicht immer gelingt". So Malte Jessl mit besorgtem, erhobenem Zeigefinger.

"Biologismus" ist ein bloßes, nichtssagendes Schlagwort, worauf schon Harald Stücker hinwies. Wenn nicht "Totschlagwort". Mit ihm ist in der Sache gar nichts gesagt. Malte Jessel konkretsiert deshalb sogar. Unter "Biologismus" versteht er den "Biologismus der 'Warum-Frauen-immer-Schuhe-kaufen-Schublade'." Ach je! Uff. Wer hat denn Lust, dazu noch etwas zu sagen. Wie Harald Stücker schon sagte, sind das Diskussionen, Entschuldigung!, der 1970er Jahre. Wir leben heute im Jahr 2013. Mann oh Mann, mit welchen altbackenen Uralt-Humanisten bekommt man es denn hier zu tun? Gibt es einen solchen altbackenen Humanismus noch in angloamerikanischen Ländern? Etwa rund um Richard Dawkins? Man kann es sich fast kaum noch vorstellen. Aber möglich ist alles.

Thomas Junker, Sabine Paul und Ulrich Kutschera sind im übrigen in säkularen, humanistischen Kreisen genügend bekannt und anerkannt, als daß sie sich selbst oder als daß andere sie in dieser Sache gegen einen Malte Jessl noch groß verteidigen oder in Schutz nehmen müßten.

Kritisiert: Armin Geus

Die Namen Armin Geus und Remigius Geiser werden jedoch nicht jedem so geläufig sein. Dem Autor dieser Zeilen jedenfalls waren sie ganz neu. Toll, wen da der Malte Jessl alles aufstöbert unter den Mitgliedern des Förderkreises der Giordano Bruno-Stiftung. Wie er das wohl wieder rausgekriegt hat? Nun, man lernt ja immer gern dazu. Mit diesen beiden werde also ich, Ingo Bading, von Malte Jessl in eine Reihe gestellt. Also sollte ich sie mir wohl einmal genauer anschauen.

(Das geht aber nicht von heute auf morgen. Im folgenden erst einmal nur ein Zwischenstand.) Das Schlimme an Armin Geus soll nach Malte Jessl sein, daß er 2008 einen Sammelband zur Islamkritik herausgebracht hat, in dem er neben Texten von Ralph Giordano, Thomas Junker, Hubertus Mynarek, Klaus Rainer Röhl auch Texte, so so, des Journalisten Dr. Günter Zehm (geb. 1933) und des Sozialphilosophen Professor Günter Rohrmoser (1927 - 2008) aufgenommen hat. - Ja, du liebe Güte! Wenn der gute Malte Jessl weiter keine Probleme hat. Das ist mir einfach zu billig, als darüber überhaupt irgend ein Wort zu verschwenden.

Höchstens wäre hier der Wunsch zum Ausdruck zu bringen, daß Armin Geus nun zusammen mit Günter Rohrmoser dann gleich auch noch einen Sammelband zur Christentumskritik oder zur Kritik von "Gotteswahn" überhaupt herausgebracht hätte (*freundlich lächel oder grins*). Hätte mich interessiert, ob der gute Rohrmoser und Horst Mahler-Freund da ebenso fröhlich mitgemacht hätte. (Ich vermute mal eher: nicht.) Rohrmoser steckt(e) tief drin in der christ-katholischen Lobby. Für die nichts so kennzeichnend ist wie seine Freundschaft mit dem RAF-Terroristen und Stasi-Mitarbeiter Horst Mahler. Wenn sich Armin Geus von solchen Leuten die "Schwesterreligion" des Christentums "kritisieren" lassen will, soll er das doch tun. Aber ich gehe zunächst einmal davon aus, daß Armin Geus noch andere Verdienste hat, als solcherlei, Verzeihung: ... Merkwürdigkeiten. Über die ich kein Wort verlieren würde. Nun, Malte Jessl hat halt so seine eigenen Sorgen, wenn er an die Giordano-Bruno-Stiftung denkt, benannt nach einem der größten Freigeister der Geschichte der Menschheit. (Ach je, wie kleingeistig erscheint einem das alles, wenn man sich nur einmal an diesen Geistesriesen und Feuergeist aus Italien erinnert ...)

Ja, man kann - "besorgt"! - einzelne Worte oder Taten einzelner Personen kritisieren. Aber diese Pauschalverurteilungen und -verdächtigungen, weil "mal der mit dem" usw.. Das sollte eigentlich einer freigeistigen Aufbruchbewegung unwürdig sein. Wer das nicht unwürdig findet, den kann ich gar nicht als jemanden empfinden, der sich einen gesellschaftlichen Aufbruch wirklich wünscht. Wollen wir eine derartige Gesellschaft "des Verdachts"? Hat da noch jemand Vertrauen in das Gute im Menschen? Oder herrscht das Ressentiment vor?

Kritisiert: Remigius Geiser

Und daß Remigius Geiser von Malte Jessl unredlich zitiert wird, kann jeder überprüfen, der den von Malte Jessl zitierten Text selbst liest (1) und sich nur ein wenig mit soziobiologischer Literatur auskennt. Geiser macht darin in der Tat eine eugenisch klingende Äußerung. Jessl zitiert aber nicht, daß Geiser dann weiter schreibt:
Man muß diese Vorhaltungen wissenschaftlich ernstnehmen, aber es gibt auch Gegenargumente.
Und weiter heißt es unter anderem:
Und drittens besteht neuerdings die Aussicht, daß die ganze Frage insgesamt irrelevant wird.
Nun, das klingt doch dann schon wesentlich differenzierter, als Jessl es darstellt. Wie Jessl auch überhaupt nicht herausstellt, daß - wie an dieser Stelle - auch sonst der Text von Remigius Geiser ein nur deskriptiver (wissenschaftliche Theorien und Fakten referierender) Text ist. Ein Text, der unter der Berücksichtigung seiner letzten Sätze gelesen werden muß:
Es stimmt, die Soziobiologie ist die ultimative Herausforderung der menschlichen Sozialphilosophie. Sie ist eine völlig neue Weltanschauung, ein neues System der Welterklärung. Die "darwinische Revolution" (Richard Dawkins) ist eine ideologische Revolution von fundamentaler gesellschaftspolitischer Relevanz. Die bisher dominierenden Weltanschauungen (= Memplexe) werden nicht nur herausgefordert, sondern vielleicht sogar tödlich getroffen. Klar, dass sie sich zur Wehr setzen.
- Warum denkt man bei einem solchen Satz jetzt an Malte Jessl? Weiß ich eigentlich auch nicht (*freundlich grins*). Geiser jedenfalls weiter:
Die Menschheitsgeschichte bietet immer wieder interessante Überraschungen, unvorhergesehene Wendungen, unberechenbare Entwicklungen und eine ungewisse Zukunft. Wir stehen jetzt an einem Punkt, wo der Mensch sich der egoistischen Basis seines gesellschaftlichen Handelns voll bewusst wird. Mal sehen, was er daraus macht ...
Abb. 2: Richard Dawkins - er ist dort, wo es nötig ist
Wie wahr. Und sehr richtig: "Mal sehen, was er daraus macht." So lautet der letzte Satz von Geiser in einem 36-seitigen Manuskript. Geiser behauptet also nicht von sich, auf die von ihm bloß referierte "ultimative Herausforderung der menschlichen Sozialphilosophie" in Form der Soziobiologie eine befriedigende Antwort zu wissen. Welcher Schluß also vom Sein zum Sollen gezogen werden soll, läßt er in den meisten Fällen ganz offen. Oder er gibt von sich aus nur vage Lösungsvorschläge.

Was ja zunächst einmal auch gut ist, um überhaupt unsere Erkenntnisse über das Sein ergebnisoffen zur Kenntnis nehmen zu können. Und tatsächlich ist das ja die Frage, die so viele von uns umtreibt: "Mal sehen, was er daraus macht". Dieser Mensch von heute, dessen Denken und Instinkte vom Geist des Alten Testamentes noch immer tief durchtränkt sind. Da bestehen durchaus Gefahren, in der Tat. Und um diesen zu begegnen, nennen wir uns Humanisten und identifizieren wir uns mit Humanismus. Ich denke, das gilt auch für Remigius Geiser. Jedenfalls konnte mich Malte Jessl mit seinen kurzen Zitaten keineswegs vom Gegenteil überzeugen. Remigius Geiser ist kein "falscher Freund" des Humanismus. Wer das nachweisen will, muß anders argumentieren, als Malte Jessl.

Zwischenbemerkung: Altruismus wird durch die Soziobiologie erklärt, nicht "entzaubert"

Wobei langjährige Leser dieses Blogs wissen, daß wir schon den Grundansatz des Redens von "egoistischen Genen" - also auch den Grundansatz des Textes von Remigius Geiser - für verfehlt halten. Diese Begrifflichkeit stammt von Richard Dawkins, der bei all seinen Verdiensten keinen Unfehlbarkeitsanspruch aufgestellt hat. Dieser wird ihm auch von niemandem zugesprochen. Dawkins ist auch nicht der Begründer der Soziobiologie. Sondern nur ihr bekanntester Popularisierer (neben Edward O. Wilson).

Das Verhalten, das durch die Grundtheoreme der Soziobiologie erklärt werden soll, ist vielmehr altruistisches. Daß dieser (phänotypische) Altruismus durch eine naturwissenschaftliche Erklärung auf der Ebene der Gene "entzaubert" werden könnte, ist eine weit verbreitete Einschätzung, die in unserer atheistischen Gesellschaft auch besonders gut ankommt. Sie ist aber eine interpretatorische Vorwegnahme, die uns die Natur selbst und auch die Grundtheoreme der Soziobiologie wie sie in mathematischer Form vorliegen, nicht aufdrängen. Natürlich muß alles, was in der Natur existiert, genetisch überleben. Sonst würde es ja in der Natur nicht vorkommen. Und deshalb dürfen die Lebensprinzipien der Natur nicht mit dieser Rationalität im Widerspruch stehen. Darauf gründet das Denken der Soziobiologie.

Abb. 3: Simon Conway Morris
Daß das genetische Überleben aber das einzige Lebensprinzip in der Natur sein soll, ist ein Mythos, den auch der Begründer der Soziobiologie, William D. Hamilton, nie vertreten hat. Im Gegenteil. Er hat ähnlich wie etwa Isaac Newton immer betont, daß er glaubt, daß die Welt so wunderbar ist, daß sie sich nicht durch wenige mathematische Formeln entzaubern läßt (13). Es handelt sich jedoch um einen von Richard Dawkins formulierten Mythos, den auch Remigius Geiser ein wenig gar zu drastisch und übertrieben darstellt.

Wobei Richard Dawkins selbst schon längst viel weiter ist. Andere Lebensprinzipien der Evolution werden heute etwa mit dem allseitig vorkommenden Tatbestand von "konvergenter Evolution" erforscht. Simon Conway Morris schließt aus dem allseitigen Vorkommen derselben auf eine Zielgerichtetheit der Evolution (gegen Stephen Jay Gould's "Zufall Mensch"). Und Richard Dawkins schrieb schon 2004 im abschließenden Kapitel seines schönen Buches "Ancestors Tale", daß er grundsätzlich Conway Morris darin folgen könne. Dawkins denkt also viel ergebnisoffener als viele seiner stiernackigen Anhänger.

Kritisiert: Ingo Bading

Nun aber weiter im Text von Malte Jessl. Vorweg sei noch bemerkt, daß wir nach den Diskussionen rund um "Generation Giordano" (4 - 6) eine Zeit lang einmal versucht haben, den diffamierend gegen die Giordano Bruno-Stiftung angewandten Begriff "völkischer Humanismus" positiv zur Beschreibung unseres Blogs zu verwenden (7). Nachdem im April 2013 schon Facebook-Freundin und Blogleserin Nina Hagen die Verwendung dieses Begriffes kritisiert hat, haben wir ihn jetzt - ja, nach der Lektüre des Artikels von Malte Jessl! - wieder aus der Selbstbeschreibung des Blogs entfernt. Denn offensichtlich verleiten wir Kritiker unseres Blogs mit der Verwendung dieses Begriffes zu zu oberflächlichem Denken und Wahrnehmen. Während wir das genaue Gegenteil mit der Verwendung dieses Begriffes hatten erzielen wollen (7). Deshalb also jetzt nicht mehr in der Selbstbeschreibung. - Ob wohl der ganze Artikel von Malte Jessl geschrieben worden wäre - hätte geschrieben werden können -, wenn wir auf die Verwendung dieses Begriffes von vornherein verzichtet hätten? Jedenfalls setzt er seinen Artikel folgendermaßen fort:
Von der Evolution zum „Volk“
Zugestanden werden muss Geiser allerdings, dass er sich zumindest recht deutlich gegenüber Nationalismus und Rassismus abgrenzt.
Eine solche Abgrenzung ist nicht die Sache von Ingo Bading, auf den Adah Gleich auch kurz in ihrem Artikel eingeht. Bading ist Gründungsmitglied der Initiative Humanismus und Mitverfasser des „Manifests“ der Gruppe. Gleich wirft Bading – und hier zeigt sich wieder die Oberflächlichkeit ihrer Kritik – lediglich vor, dass er die Strafbarkeit der Holocaustleugnung ablehnt ...
In einer Anmerkung schreibt Jessl dazu: "Diese Position teilt Bading mit so unterschiedlichen Autoren wie Henryk M. Broder und Noam Chomsky, entsprechend wenig sagt sie also über seinen ideologischen Hintergrund aus." Eine sehr informierte Anmerkung, aus der sogar wir noch etwas lernen. Warum ist Diplom-Biologe Malte Jessl sonst nicht so gut informiert? Er fährt dann nämlich fort:  
... und bemerkt dabei gar nicht die wirklich bedenklichen Aspekte seiner Ideologie. Auf Badings „Weltnetzseite“ [sic!] Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt ist folgende Selbstdarstellung zu lesen:
„Dieser Blog vertritt einen völkischen Humanismus, weil er mit den Erkenntnissen der Evolutionären Anthropologie und Humangenetik weiß, dass die Humanevolution bisher immer in Völkern stattgefunden hat und – ganz offensichtlich – auch künftig stattfinden wird. Und für diese Erkenntnis muss es einen Namen geben. Völkischer Humanismus scheint uns der geeignete dafür zu sein.
Die öffentliche Debatte rund um das Buch von Thilo Sarrazin ‘Deutschland schafft sich ab’ bewegte sich sowohl in ihrem rationalen wie in ihrem emotionalen Kern rund um diese sowohl natur- wie kulturwissenschaftliche Erkenntnis.
Es muss einfach verstanden werden, dass konsequent vertretener Evolutionärer Humanismus (EH) per se politisch unkorrekt ist, unter anderem deshalb, weil die Natur, Evolution und Humanevolution selbst sich nicht an politische Korrektheit gehalten haben und weil politische Korrektheit direkt in ‘Controlled Demolition’ ganzer fortschrittlicher Gesellschaften führt. Unter anderem weil EH deshalb zwangsläufig nicht nur Religions-, sondern auch Ideologiekritik mit einschließt und einschließen muß. Und unter anderem weil EH deshalb spätestens seit K.-H. Deschner und Colin Goldner, Robert Trivers, Richard Dawkins, Noam Chomsky, Kevin MacDonald, James Watson und vielen anderen auch immer Hintergrundpolitik- und Lobbymächte-Kritik mit einschließen muss.
Die Humanevolution fand 200.000 Jahre lang in Stämmen und Völkern statt. Es besteht viel Anlass dafür zu vermuten, dass die Weltall-Entstehung und die Evolution zielgerichtet erfolgt sind, was auch Richard Dawkins für möglich hält. Wenige andere Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft werden heute von allen globalisierenden Priestern und Ideologen mehr gefürchtet, als diese, denn mit ihnen ist ihnen ihre ‘Sinngebungs’-Funktion vollständig entzogen.
[...]
Multikulturelle Gesellschaften sind jene Gesellschaften, die weltweit am schlechtesten funktionieren (Robert Putnam) und die außerdem der Humanevolution nicht ausreichend Material geben, denn Humanevolution findet auf mehreren Ebenen statt, nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf Gruppenebene, wie die Humangenetik allerseits derzeit besser erkennt.
Dies ist deshalb ein Blog wider das von Lobbymächten aufrecht erhaltene ‘Wissensgefälle’ zwischen Eliten und Volk. Ein Blog wider die zahlreichen gesellschaftlichen Selbstmordprogramme der intellektuellen Eliten.“ (Rechtschreibfehler korrigiert)
Es bleibt jedem selbst überlassen, wo genau zwischen den Eckpunkten „völkische Ideologie“, „Verschwörungstheorie“ und „geistige Verwirrung“ Bading einzuordnen ist. Dass seine Positionen indiskutabel sind und rein gar nichts mit Aufklärung und emanzipatorischer Religionskritik zu tun haben, sollte aber schon nach Lektüre dieser wenigen Zeilen klar sein – zahllose weitere Belege dafür lassen sich auf seinem Blog finden.
Was eigentlich an dieser Selbstdarstellung nun rein sachlich, inhaltlich "bedenklich" ist, was "indiskutabel" ist, was "geistige Verwirrung" darstellt, was "rein gar nichts mit Aufklärung und empanzipatorischer Religionskritik zu tun hat", sagt Malte Jessl nicht. Ihm ist es "schon nach Lektüre dieser wenigen Zeilen klar".

"Zahllose weitere Belege dafür lassen sich auf seinem Blog finden," unkt er noch weiter. Nun, wenn er es nicht begründet, sehen wir auch keinen Anlaß, ihm zu begründen, warum wir das natürlich nicht so sehen.

Warum ist eigentliche eine Abgrenzung von Nationalismus und Rassismus "keine Sache von Ingo Bading"? Hat Malte Jessl zahllose Artikel dieses Blogs nicht gelesen? Wir grenzen uns sogar nicht nur von Nationalismus und Rassismus ab. Wir fragen auch: Wo kommen sie her? Und zwar in ihrer fürchterlichsten geschichtlichen Ausprägung. Und wir haben hier die Moral und Ideologie des Alten Testamentes identifiziert, auf der sich alle drei großen Weltreligionen gründen. Und wir haben die Moral und Ideologie völkischer, freimaurernaher Okkultlogen während des 20. Jahrhunderts dafür ausgemacht. All das braucht ja Malte Jessl nicht zu erwähnen, wenn er uns mangelnde Abgrenzung von Nationalismus und Rassismus vorwirft.

Gruppenselektion - Dieser Blog steht für Wissenschaft, nicht Ideologie

Aber um es auch noch einmal einem Malte Jessl klar zu sagen: Wir weisen es überhaupt entschieden zurück, daß wir eine "Ideologie" vertreten würden. Daß Evolution und Humanevolution Gruppenevolution sind, ist nicht "Ideologie", sondern eine in der derzeitigen Wissenschaft heiß erörterte Frage. Malte Jessl sollte schon davon gehört haben. Wenn nicht, sollte er schweigen. Denn schon an der Dauer der innerwissenschaftliche Diskussion rund um diese Fragen wird deutlich, daß diese Frage keine wissenschaftliche "Eintagsfliege" ist. Sie wurde von Charles Darwin höchstselbst in den Ring geworfen. Wie man schon am Untertitel seines Hauptwerkes ablesen kann.

Sie erfuhr dann von eben jenem eigentlichen Begründer der Soziobiologie William D. Hamilton erstmals in der Wissenschaftsgeschichte eine Zurückweisung (1964). Durch diese Zurückweisung wurde die Soziobiologie einstmals begründet. Im Jahr 1964. Und sie wurde von demselben innovativen Denker (!) nur wenige Jahre später (um und nach 1967), zusammen mit George R. Price wieder aufs Tapet zurück gebracht. Einfach durch mathematische Herleitung. Nicht durch irgend ein "Wunschdenken" (vgl. die wunderbaren autobiographischen Texte in "Narrow Roads of Gene Land" dazu [13]). Price war sicher der letzte, der mit einem solchen Ergebnis seiner Price-Gleichung gerechnet hatte. Und das alles geschah zu einer Zeit, als alle Welt noch Mühe hatte, die ursprüngliche Hamilton'sche Zurückweisung der Gruppenselektion nachzuvollziehen. So "gegenläufig" kann Wissenschaftsgeschichte sein.

Aber die Neuformulierung der Gruppenevolution durch William D. Hamilton und George Price hat seither mit Soziobiologen wie David Sloan Wilson und zahllosen anderen, schließlich sogar mit Edward O. Wilson, ständig mehr Anhänger hinzugewonnen. Sie steht heute in der Mitte der soziobiologischen Forschung. Nur wird sie heute oft auch unter Begriffen wie "Superorganismus" erörtert. (Ein Ameisenstaat, ein Bienenvolk und natürlich auch eine menschliche Gesellschaft sind "Superorganismen".) Oder unter dem Begriff "multi-level-selction" (Mehr-Ebenen-Selektion). Von einem Diplom-Biologen wie Malte Jessl erwarte ich, daß er sich zuvor informiert, bevor er, was diese Themen betrifft, von "Ideologie" spricht. Auf unserem Wissenschaftsblog "Studium generale" behandeln wir diese Fragen schon in der Kurzbeschreibung. Warum ist eigentlich nicht diese Kurzbeschreibung von Malte Jessl zitiert worden?

Mag ja sein, daß für Malte Jessl die ganze Soziobiologie "Ideologie" ist. So ein bischen klingt das bei ihm durch. Aber dann sollte er das auch so sagen. Oder liegt die "geistige Verwirrung" womöglich auch sonst auf seiner Seite? Nämlich in der Form, daß er von den eben genannten Entwicklungen noch nicht besonders viel sollte mitbekommen haben? Daß er nichts gehört hat von "Lewontins Fehlschluß", von der "Naturgeschichte der aschkenasisch-jüdischen Intelligenz", von der Aussage von Stephen Pinker im Jahr 2006, daß die "gefährlichste Idee der nächsten zehn Jahre" die Idee von den angeborenen Begabungsunterschieden zwischen den Völkern wäre?

Und warum soll es - womöglich - ein Zeichen für "geistige Verwirrung" darstellen, wenn man sich auf Robert Putnam beruft, den Autor von "Bowling Alone"? Den Erforscher multikultureller Gesellschaften? Wer ist hier geistig verwirrt oder überfordert? - Das Reden von "geistiger Verwirrung" ist im übrigen beleidigend.

Nachtrag (18.6.2013)

Wie wir erst nachträglich - und gewiß auch zu unserer Beruhigung feststellen - scheinen Adah Gleich und Malte Jessl innerhalb der GBS selbst nicht unumstritten zu sein. Rechtfertigte doch Malte Jessl vor einem Monat in einem "Diskussionsbeitrag" auf der Seite des von der GBS gegründeten "Humanistischen Pressedienstes" (14) - offenbar insbesondere gegenüber Michael Schmidt-Salomon persönlich - einmal erneut seine sehr pauschalen "Biologismus"-Vorwürfe im Grunde gegen einen großen Teil der Evolutionären Psychologie überhaupt.

Es steht nicht zu vermuten, daß er mit diesen neuerlichen Äußerungen sich gegenüber der Mehrheit der Leser überzeugender äußern würde, als mit seinen bisherigen. Und nicht die Glaubwürdigkeit der säkularen Szene steht auf dem Spiel, wie Malte Jessl darin unkt, sondern viel mehr seine eigene. Wie man ihm nur sehr ernsthaft raten kann. - Zum Beispiel: Hypothesen sind in der Wissenschaft dazu da, überprüft und danach angenommen oder verworfen zu werden. Jessl führt aber in seinem Artikel einige Hypothesen nur ganz kurz an, die er schon ohne empirische Überprüfung als "absurd" und damit offenbar gar nicht erst der Überprüfung für wert empfindet. (So wie er das ja oben auch gegenüber unserer Blogbeschreibung tat.) Eine dieser Hypothesen stammt noch dazu von dem verdienten Evolutionären Psychologen Edward O. Wilson persönlich.

So arbeitet aber die Wissenschaft nun einmal nicht. Und schon gar nicht die Soziobiologie. Richard Dawkins schreibt in seiner Neuauflage von "Das egoistische Gen", daß er inzwischen davon überzeugt worden wäre, daß einige Theorien, die er zuvor für zu "verrückt", zu "verstiegen" gehalten hatte, um wahr zu sein, nun doch für wahr halten würde. Und zwar im Zusammenhang mit seiner Behandlung des von Amoz Zahavi in die Wissenschaft eingeführten "Handicap-Prinzips". Konrad Lorenz hinwiederum übte sich daran, jeden Morgen eine seiner "Lieblingshypothesen" zu verwerfen. Das würde geistig frisch halten.

Vielleicht sollte sich Malte Jessl einfach einmal für ein halbes Jahr einmal monatlich in das Doktoranten-Seminar des von ihm schon interviewten (15) Eckart Voland in Gießen setzen. Vielleicht bekommt er dabei dann ein besseres Gefühl dafür, wie man heutzutage sinnvoll in und mit - oder gerne auch gegen - die Soziobiologie oder soziobiologisches Forschen argumentieren kann. Und wie nicht. Auch Abstract-Bände von jährlichen Tagungen der US-amerikanischen "Human Behavior and Evolution Society" (HBES) oder ihres deutschen Ablegers, der "MVE-Liste" (auch einen europäischen Ableger gibt es) könnten hierfür dienlich sein. Welch eine Fülle von zum Teil schrillen und verstiegenen Thesen findet man da jährlich behandelt! Das ist geistig durch und durch erfrischend. Das ist doch das Schöne an dieser Wissenschaft, daß sie noch jung ist und dem Ideenreichtum vielfältigsten Spielraum läßt.

Im Grunde verwundert der Eifer von Malte Jessl. Schließlich hat er als Journalist und Wissenschaftsjournalist doch ansonsten schon manches durchaus Beachtliche veröffentlicht, wie eine Netzsuche ergibt (16 - 21). Wir selbst, so erfahren wir dabei auch, zitierten ihn schon im Jahr 2008 im Zusammenhang mit einer uns sehr wichtigen Thematik (Monogamie und Evolution von Altruismus).
___________________________

Literatur 
  1. Geiser, Remigius: Alles nur schnöder Egoismus - die biologischen Grundlagen des menschlichen Soziallebens. In: In Familie und Gesellschaft. (= Bräuche im Salzburger Land. Zeitgeist/Lebenskonzepte/Rituale/Trends/Alternativen. CD-ROM 3) Hrsg. Lucia Luidold und Ulrike Kammerhofer-Aggermann Redaktion: Melanie Lanterdinger. (= Salzburger Beiträge zur Volkskunde 15) Salzburg 2005; auch auf: http://remigius.org/
  2. Jessl, Malte: Das Gehirn im Doppelpack. Rezension von Hans G. Gassen "Das Gehirn". In: Spektrum der Wissenschaft, 2. 8. 2008 (weitere Artikel und Rezensionen in "Spektrum d.W." und in "Gehirn & Geist", 2008)
  3. Bading, Ingo: Mit Facebook-Demokratie wider die Macht von Lobbygruppen! GA-j!, 15. Oktober 2011
  4. Bading, Ingo: "Generation Giordano" - inmitten einer Wolke aufgewirbelten Staubes. "In erster Linie bin ich Humanist und Menschenfreund. Für mich gibt es keine Völker, sondern nur Menschen." (David Farago) GA-j!, 18. Oktober 2011
  5. Bading, Ingo: "Die Anerkennung biologisch-kultureller Evolution mit allen ihren beobachtbaren Unterschieden gehört zum Wesen des Humanismus." Lichten sich die Staubwolken rund um "Generation Giordano"? GA-j!, 21. Oktober 2011
  6. Gleich, Adah; Navissi, Frank: Wirbel um die Generation Giordano. In: MIZ 4/2011 (Materialien und Informationen zur Zeit) 
  7. Bading, Ingo: Ist Evolutionärer Humanismus "völkischer Humanismus"? Auf: Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!, 18.11.2012
  8. Stücker, Harald: Angst vor der Ungleichheit. Auf: Evidenz-basierte Ansichten, 21.1.2012
  9. Gleich, Adah: Woher der Wind weht - Rechtspopulismus in der säkularen Szene. In: diesseits – Das Magazin für weltlichen Humanismus, September 2012 (Editorial) (s.a. Wissenbloggt) [vollständiger Text kann auf Anfrage vom Blogautor zugesandt werden]
  10. Schedel, Gunnar: Aufklärung und Denunziation. In: MIZ 3/2012
  11. Jessl, Malte: Falsche Freunde. Rechte in der säkularen Szene sind selten, aber ein deutliches Zeichen für eine falsche Außenwirkung. In: MIZ 4/2012
  12. Stücker, Harald: Politisch korrekt und moralisch orientierungslos. Auf: Evidenz-basierte Ansichten, 13. 2. 2013; auch auf Freidenker.at, 13.2.2013; auch auf: Humanistischer Pressedienst, 10.6.2013  
  13. Hamilton, William D.: Narrow Roads of Gene Land. Vol. 1. Oxford University Press, Oxford 1996
  14. Jessl, Malte: Das Kreuz mit der Biologie. Diskussion. Humanistischer Pressedienst, Nr. 15885, 10.05.2013
  15. Jessl, Malte: Irrtum Sozialdarwinismus. Charles Darwin zum 200. Geburtstag (5). HR 2 Wissenswert, Freitag, 13.02.2009 (Audio) (pdf) 
  16. Jessl, Malte: "Im Namen des Islam werden im Iran Frauen hingerichtet" - Shahnaz M., vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchtet, kritisiert die Religion aufs Schärfste. In: Frankfurter Rundschau, 4.4.2007
  17. Jessl, Malte: Ernst Haeckel - Darwins Prophet. Charles Darwin zum 200. Geburtstag. HR 2 Wissenswert, 16.02.2009 (Audio)
  18. Jessl, Malte: Der Mann, der uns zum Affen machte. Zum 175. Geburtstag von Ernst Haeckel. In: Spektrum der Wissenschaft, 13.2.2009, Die Welt, 16.2.2009 
  19. Jessl, Malte: Warum die Sprache der Musik universell ist - Ein Stamm in Afrika hörte jetzt erstmals Elvis und die Beatles. In: Die Welt, 23.3.2009, Berliner Morgenpost, 23.03.2009 
  20. Jessl, Malte: Debatte über den Ursprung der Menschenrechte. Veranstaltungsbericht. Humanistischer Pressedienst, Nr. 8193, 11.11.2009
  21. Jessl, Malte: Eine angeknabberte Plastiktüte. 3-Sat, 16.7.2012  

Mittwoch, 22. Juni 2011

Satanisten unter sich

Das gedemütigte Fußvolk sagt die Wahrheit - denn mit ihr glaubt es sich am wirksamsten vor sich selbst und anderen zu "maskieren" ...

Herkunft des Fotos: Executor57.net
Das Internetforum Executor57.net, genannt "Kalei" ist - unserer Vermutung nach - ein "netter Versuch". Wir hatten das neulich schon in zwei Beiträgen behandelt (a, b): Ich tue einfach mal so, als wäre ich ein kinderfressender Satanist. Dann glaubt mir das bestimmt keiner, daß ich es wirklich bin. Und überhaupt: Mach ich ja sowieso nur unter Pseudonym! Auf dem Executor57-Forum jedenfalls scheint man sich seiner Sache sehr sicher zu sein. Und man scheint sich auch sehr sicher zu sein, daß keine Strafverfolgungsbehörde sich jemals mit dem beschäftigen wird, was dort geschieht. Stellt man doch fröhlich Fotos dort ein wie das folgende:

Immer nach dem Motto: Sag die Wahrheit, glaubt dir eh kein Mensch. Man hat dort sehr schnell auf unsere beiden Beiträge geantwortet ("Kalei enttarnt", 9.6.11). Wir machten also die Unterstellung, auf dem Executor57-Forum würden sich Satanisten verabreden. Und ein "Tom" schreibt dort am 10.6. lediglich:
Nicht bösartig, der liebe Ingoputz.
Man liest durchaus Respekt zwischen den Zeilen.
Und fair ist er auch.
Hat er doch den bissigen Beitrag vom Alten dort angeboten.
Kann man eigentlich nicht meckern.
In Sachen Jessie sollte er aber klarstellen dass das ein Krimineller ist.
Da beisst keine Maus den Faden ab.
Aber hallo! Da man selbst "nicht bösartig" ist, kann auch niemand bösartig sein, der einem bösartige Dinge unterstellt ... Und der nächste Beitrag dort lautet:
Das Kalei ist zuweilen schon frauenfeinflich. Aber so sind eben kleine Jungs. *lool* 
Und 'woll ja! Schenkelklopfer, daß es kracht. - Und zu unseren Vermutungen über einen früheren Berliner Staatsanwalt in der Saturnloge "Fraternitas Saturnis" muß man dort offenbar nicht lange recherchieren, sondern sagt einfach "mal" eben die Wahrheit (die einem eh keiner glaubt, siehe Foto oben). Es werden unsere Worte zitiert, also die folgenden:
Einer der Hauptdiskutanten ist ein "Tom". Ein anderer ist "Luzifer". Immer mal wieder wird davon geschwafelt, daß ein "Benz" "Post" bekommen hätte. (Was von dem genannten "Researcher" vielleicht nicht ganz unrichtig als ein Signal an alle Forumsmitglieder benutzt wird für neue "Botschaften" über neu eingestellte Fotos.) Übrigens soll ein führender Ordensgroßmeister der "Fraternitas Saturni", sowie früherer Berliner Staatsanwalt diesen Familiennamen tragen.
Und diese werden dann folgendermaßen kommentiert:
Gut erkannt, aber doch nicht verstanden. Über simple Codewörter wurden schon ganze Revolutionen ausgelöst. Zudem finden sich in Bildern und Texten immer wieder mal versteckte Botschaften.
Na also. Dann werden unsere folgenden Worte kommentiert:
- ja, klar, ne, krankhaften Weltschmerz hat auf dem Forum "Exekutor.net" niemand, das ist ja mal klar, alles abgebrühte Zeitgenossen, die viel Ekeltraining hinter sich zu haben scheinen ...
Dazu wird gesagt:
Das ist sicher richtig. Aber der grösste Ekel kommt doch bei den Nachrichtensendungen im Öffentlich-rechtlichen auf.
Und damit will man das selbsterlebte Ekeltraining vor sich selbst verharmlosen? Funktioniert das? ... Es ist doch bekannt, was alles zu dem Ekeltraining bei Satanisten dazugehört. (Man lese dafür etwa "Vier Jahre Hölle und zurück".) Rechtfertigt diese Demütigungen ein Satanist vor sich selbst dadurch, daß er sagt, Fernsehen wäre noch ekelhafter? - Und unsere Worte
- ein Begriff, wie er nur auf diesem Forum verwendet wird, das "intern" "Kalei" genannt wird -
werden kommentiert mit den Worten:
Das Interne ist sehr viel grösser und interessanter als das, was für jeden zugänglich ist. Aber das wissen nur die Internen.
Na also. Wieder nach dem Motto: Wir sagen einfach die Wahrheit. Das glaubt uns eh keiner, daß wir Satanisten sind und "intern" "ganz groß" und einflußreich dastehen. Und wenn wir wollen, können wir ganze Revolutionen auslösen - bzw. natürlich nicht wir, sondern: unsere "Organisation". Unsere "Oberen". Bloß mit wenigen "Codewörtern" - so wie Geheimdienste und die Freimaurerei seit Jahrhunderten Revolutionen hervorrufen, um Leute und Gesellschaften umzubringen, seelisch zu vergewaltigen und in Todesstarre, in "Langeweile und Verwirrung" zu versetzen.

"Langeweile und Verwirrung wohnen Tür an Tür"


Und in einem anderen Diskussionsbeitrag heißt es in außergewöhnlich "interner" Sprache:
Auch wenn es rational nicht verständlich ist, Werner wird noch benötigt. 
Aber hallo. Werner Best natürlich. Der Gestapo-General. ... - Und ein anderer will "Papst" sein, wenn der Blogautor hier Geschichte und Biologie studiert hat. Manche behaupten, daß auch im Vatikan satanistische Rituale gefeiert werden. Keine Sorge also: Als Papst würde der gute Diskutant nichts vermissen müssen. Er darf es also ruhig glauben. - Aber in einem anderen Diskussionsbeitrag reagiert man dann schon gereizter:
Ingo Bading schrieb:
> So spricht der Satanist.
Ich bin also Satanist?
Wenn Du schon keine Ahnung von Geschichte hast, dann halte wenigstens aus Respekt gegenüber den Opfern (die erst durch den Katholizismus erst verursacht wurden) deine dumme Schnauze.
Und abermals krähte der Hahn. 
Von Respekt gegenüber den Opfern auf einem solchen Forum zu sprechen, ist schon ein "toller" Witz. Der Katholizismus "verursachte" sie also zuerst, die Opfer - und die Satanisten mußten dann eben nur noch mitmachen? Wir haben also gar "keine Ahnung von Geschichte"? Nicht zu viel plaudern, sonst bringt man Leute zum Nachdenken. Wo man doch "verwirren" und "langweilen" will!

Und dann wird ein Youtube-Beitrag von dem natürlich auch von uns sehr geschätzten Karlheinz Deschner eingestellt. Ja, klar, daß die Leute auf dem Forum alle stramm antikatholisch sind, haben wir ja schon festgestellt. Das heißt aber nicht, daß man selbst nicht das gleiche betreiben würde, wie die "feindlichen Brüder", die Katholiken und Jesuiten (- ... nachdem diese einmal damit angefangen hatten). (Wie hätte man sie sonst angemessen bekämpfen können? Schon seit Jahrhunderten hilft doch gegen schwarze Magie nur schwarze - oder weiße ...) Warum sonst so "zwiespältige", aber dann doch auch wieder in der Masse "nichtssagende" Reaktionen auf unsere Unterstellung? Warum läßt man sich nicht auf Argumente ein, wenn man glaubt, daß jemand anderer "keine Ahnung" von Geschichte hat? Das ist natürlich weit "unter dem Niveau" dieses Forums ...

"Viele haben eben schon sehr viel mehr als ein Duchschnittsmensch erlebt ..."


Na, aber dann bekommen wir ja sogar Zustimmung von Diskutant "Tom" (11.6.2011). - Und wir erfahren weiter über die Mitdiskutanten auf dem Exekutor57-Forum:
Viele User haben eben schon sehr viel mehr als ein Duchschnittsmensch erlebt.
... Und wurden deshalb frauenfeindlich. Das nahmen wir ja an. Und können eigentlich demgegenüber nur Mitleid empfinden und zu Aussteiger-Programmen anregen. Aber man will uns ja doch - anstatt auszusteigen - ein "Waterloo" bereiten. - Und an ganz anderer Stelle heißt es 
Langeweile und Verwirrung wohnen Tür an Tür. 
Auf diesem Forum versammelt sich "Fußvolk". Keine einflußreichen "Magier" und "Großmeister", die viel zu tun haben. Bramabasierendes Fußvolk, wichtigtuerisches. Das über die tiefen Demütigungen, die es sich selbst angetan hat oder anderen - oder die andere ihm zufügten durch Ekeltraining und mehr, unsäglich widerlich, "langweilig und verwirrend" für sich selbst und andere hinwegschwatzt. Aber auch schon dieses Fußvolk tritt - wohl als Ersatz für die erlittenen Demütigungen - sehr arrogant auf und ihm wird "großer Einfluß" bei all der Geheimniskrämerei vorgegaukelt. Und man ist sich im Fußvolk sehr, sehr sicher: "Anklage ist unerwünscht".

Ergänzung 26.6.11: Natürlich haben die "Dauersabbler" dort (wie sie sich selbst nennen) auch diesen Beitrag hier wieder - weitgehend "nichtssagend" (und damit natürlich alles sagend) - kommentiert (22.6.11, 24.6.11). Und noch am gleichen Tag wird der Trailer des Roman Polanski-Filmes "Neun Pforten der Hölle" mit Johnny Depp eingestellt ... "von dem Regisseur von "Rosemary's Baby".

Ergänzung 9.5.2019: Am heutigen Tag erhalten wir den Hinweis, daß der Blog "Caro im Chaos" gar nicht mehr existiert. Diesen Blog hatten wir einmal als einen sehr guten wahrgenommen und ihn zitiert ( http://studgenpol.blogspot.com/2016/11/gerwald-claus-brunner-starb-er-als-ein.html ). Und nun findet man als Ersatz für den nicht mehr existenten Blog etwa folgende Internetseiten:
https://www.instagram.com/caroimchaos/?hl=de
https://twitter.com/caro_im_chaos?lang=de 
https://caroinchaos.wordpress.com/2017/03/24/caro-in-chaos-anonyme-verleumderin-ist-empoert/
Auch wenn man "kosmo168", findet man ähnliches Ekelhafte. Das erinnert alles gleich an den Geist des Forums Executor57.net. Bei diesem Anlaß aber stellt man fest, daß es dieses Forum gar nicht mehr gibt. Da werden diese Leute wohl irgendwo anders ihre internen Zelte aufgeschlagen haben.

Donnerstag, 9. Juni 2011

"Womit nichts gegen Jo Conrad gesagt sei ..."

Denn bei bei ihm ist man - so, so: "voll im Lot"

Unser Blogbeitrag über Jessie Marsson (Jessie Marsson vor Gericht in Augsburg) ist schon vor einiger Zeit Diskussions-Gegenstand auf dem Forum "Executor57.net" geworden (a, b, c), das intern auch "Kalei"-Forum genannt wird (Zeichenkodierung dort übrigens "Westlich"; siehe auch das "Logo" in Abb. rechts). Grund genug also, uns dort einmal umzugucken. Die Namen dieses Forums sind schon eigenartig genug. Alle, die auf diesem Forum mitschreiben, schreiben anonym. Wie wir unten noch sehen werden, bezeichnet sich dieses Executor-Forum als "Bruder" jenes "Freigeistforums", auf dem Jessie Marsson derzeit noch am lebhaftesten verteidigt wird. Der Eintrag eines "Researchers" vom 18. Mai 2011 auf dem Executor-Forum macht aber sehr deutlich auf die "Problematik" dieses höchst merkwürdigen Forums aufmerksam, eines Forums, wie man es noch nie zuvor im Internet gesehen hatte:
Wozu ist das Kalei-Forum eigentlich da? Es hat kein ersichtliches Thema, keinen ersichtlichen Zweck. Die meisten Beiträge sind Unsinn. Ein Nonsense-Forum? So scheint es wohl.

Tatsächlich jedoch dient dieses Forum einem bestimmten Zweck. Es ist nur nicht offensichtlich, welchem. Ich erforsche das Kalei seit Jahren. Die letztliche Antwort habe ich noch nicht gefunden, noch habe ich das Kalei nicht ganz entschlüsselt. Aber einiges konnte ich schon rausfinden.

Samstag, 19. Februar 2011

Der Chip in deinem Kopf, über den du ferngesteuert wirst

In den Berichten der Überlebenden rituellen Mißbrauchs wird deutlich, daß dieselben von den Tätern sehr bewußt psychisch programmiert worden sind, vor allem durch unglaubliche und maßlose Verängstigung, sowie Dressur, Hypnose und Suggestion, sowie Sprachprogrammierung, und daß bei ihnen bestimmtes Verhalten durch das Aussprechen von Code-Wörtern ausgelöst werden kann. Wir erfuhren auch schon, daß der "Zombifizierer" Ralph Tegtmeier entsprechende Psychotechniken an den Teilnehmern seiner Magie-Seminare anwendet, und sie lobt, wenn sie danach in der Psychiatrie landen: "Sehr gut, wir kommen voran." 

All diese Hinweise machen es notwendig, daß wir uns hier auf dem Blog mit Themen wie "MK Ultra", mit modernen Psychotechniken von "Mind control" und Bewußtseinssteuerung noch genauer beschäftigen werden. Im Netz finden sich Fernsehdokumentationen, in denen gegen den verdienten Psychologen William Sargent, dessen Buch "Kampf um die Seele" wir schon vor Jahren sehr positiv rezipierten hier auf dem Blog, in solchen Zusammenhängen schwere Vorwürfe erhoben werden. Er hätte ebenfalls für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet und insbesondere depressiv erkrankte Patienten für psychotechnische Experimente benutzt. Allerdings wird als einer der schwersten Vorwürfe gesagt, daß die Depressiven von ihm mit Elektroschocks behandelt worden wären. Das ist eine Behandlungsmethode, die heute in Fällen, in denen nichts anderes mehr hilft, mitunter zu Erfolg führt.

Ein Leser-Bericht aus den USA

Bis auf weiteres wollen wir hier aber zunächst nur einen Bericht bringen, den uns ein Leser deutscher Herkunft, der heute an der Westküste der USA lebt, und den wir sehr gut kennen und deshalb für sehr glaubwürdig halten, zugesandt hat. Er schreibt uns:
Ich hatte vor zwei Jahren einen halb-schizophrenen Zufasslbekannten fuer einige Tage hier. Obwohl ich durch relativ umfangreiche Lektuere von frueher auf das Thema vorbereitet war, fiel es mir schwer, seine Geschichte, die ich nach und nach aus ihm herausholte, zu glauben.

Hier kurz: er hatte hinter beiden Ohren zwei deutlich fuehlbare Metallkuegelchen einoperiert (Dioden?), ueber die er, wie er glaubte, nach wie vor durch zeitweise Bewusstseinsausschaltung manipuliert wird. Er stammt aus einer Familie, in der zumindest Homosexualitaet, wahrscheinlich auch sexueller Kindermissbrauch, praktiziert wurde. Der Bruder seiner Mutter war SS-Mitglied, wurde aber um 1943-44 aus dubiosen Gruenden exekutiert. Ich las seine Briefe aus der Zelle und sein Urteil, das sehr vage war.

Mein Bekannter, ich nenne ihn Steve, wuchs mit seinen Eltern in den USA auf, wurde aber von seinem Tenniscoach irgendwie fuer einige Wochen gekiddnapped und hat nur vage Erinnerungen, was damals mit ihm geschah. Er wurde offenbar von Zeit zu Zeit im Zustand einer Art Trance homosexuell missbraucht. Er hat Erinnerungen an rituelle Morde in waldartigen Gegenden.

Er scheint panische Angst davor zu haben, sich die Kuegelchen hinter den Ohren herausoperieren zu lassen. Er denkt, wenn er das tut, wird er umgebracht.

Er funktioniert in den praktischen Alltagsdingen normal. Aber er spinnt insofern, als er Flugblaetter produziert mit voellig verworrenen Inhalten, von denen er denkt, dass es radikale politische Dichtung ist. Er fliegt zur Verteilung dieser Flugblaetter von Zeit zu Zeit von Kalifornien herueber an die Ostkueste, nach Washington D.C..

Er hat mich, als er wiedermal in Washington gelandet war, angerufen, aber ich konnte ihn nicht mehr aufnehmen. Solche Begegnungen sind psychisch schwer auszuhalten. Auch fuer meine Frau war das Ganze zu viel.
Das ist ein Bericht, der sich mit vielem deckt, was auch deutsche Überlebende ritueller Gewalt berichten. Es ist natürlich denkbar, daß solche verwirrten Köpfe von Geheimdiensten bereit gehalten werden für den Fall, daß wieder einmal irgendwo ein Politiker von irgendeinem Verwirrten ermordet werden muß (Schäuble!, Lafontaine!). Und sie werden vor allem in der Prostitution eingesetzt, womit dann allerhand Geld verdient werden kann.

Für die plausibelste Erklärung würden wir es zunächst halten, wenn die beiden Metallkügelchen hinter den Ohren technisch völlig bedeutungslos wären ("Placebos"), wenn aber mit ihnen das Opfer in den Glauben versetzt werden soll, es könne durch diese Metallkügelchen manipuliert werden, ferngesteuert werden. Da die Menschen heute oftmals an alte magische Vorstellungen nicht mehr glauben, mit denen man ihnen früher leicht den Glauben an eine solche Manipulierbarkeit einflößen konnte, muß man dann halt heute mit solchen billigen Tricks vorgehen.

Wenn das Opfer so progammiert ist wie einige deutsche Überlebende ritueller Gewalt, dann reichen auch einige Codewörter, etwa durch das Telefon gesprochen, um bestimmtes Verhalten auszulösen, etwa zu einem Treffpunkt zu kommen, wo ein neuer Einsatz im Prositutierten-Milieu durchgeführt werden soll. Wahrscheinlich sollen die Metallkügelchen und der Glaube an sie die Hörigkeit und die Verängstigung diesen Codewörtern gegenüber nur verstärken und stabilisieren.

Ein Science-Fiction-Krimi in der ARD

Während wir diesen Zusammenhängen nachsinnen, wird uns auch erst einigermaßen einordbar, worauf uns ein anderer Leser schon im Dezember hingewiesen hat. Nämlich der Wissenschafts-Fantasie-Film (also der "Science Fiction") "Alpha  0.7 - Der Feind in dir" (ARD Mediathek). Es ist vielleicht auch bezeichnend, daß die großen Fernsehsender relativ wenige Filme im Netz von sich aus zugänglich machen, daß aber genau dieser in voller Länge von der ARD nicht nur ausgestrahlt, sondern auch im Netz zugänglich gemacht worden ist.

Im Mittelpunkt dieses Filmes nun, den wir in seiner qualvollen Länge an dieser Stelle gar nicht empfehlen wollen, steht ebenfalls das Einpflanzen eines Chips im Kopf der Opfer. Uns kam dieser Krimi zunächst als völliger Blödsinn vor, als Ausdruck von übertriebener Wissenschafts- und Technikangst. Wenn man aber unterstellt, daß auch dieser Krimi den Glauben an die schon existierende oder bald eintretende Möglichkeit solcher Techniken verbreiten soll ... ...?

Auch Ralph Tegtmeier arbeitet daran, den Teilnehmern seiner Seminare den Glauben einzuflößen, er könne andere Personen ("Zombies") in ihnen "installieren" und sie dann über diese Installationen "fernsteuern". Natürlich arbeitet er auch hier vor allem mit Verängstigung (Ansehen von Horrorfilmen), Erschrecken, Hypnose, Suggestion. Und natürlich, diese Fernsteuerung wird genau dann möglich, wenn das Opfer eben glaubt, daß sie möglich ist und sich ihr willenlos ausliefern. Und daß Tegtmeier damit erfolgreich ist, zeigt sich ja allein daran, daß er nach den Berichten im Netz schon allerhand Leute in die Psychiatrie und um allen ihren Lebensmut und Frohsinn gebracht hat.

Daß freilich die behandelnden Psychiater in den Kliniken solchen Leuten nicht schon längst das Handwerk gelegt haben, wirft allerdings auch allerhand Fragen auf.

Freitag, 26. November 2010

"Hören Sie mit Ihren üblen Lügen auf oder Ihr Blog wird gelöscht."

Als Beispiel, was für anonyme Zuschriften man als Blogger bekommt, soll hier eine heute nachmittag eingegangene Email veröffentlicht werden. Warum die dortigen inhaltlichen Erörterungen nicht einfach als Kommentar zu dem zugehörigen Blogbeitrag geschrieben wurden, stehe dahin. Wohl um der Drohung willen, die den Anfangssatz bildet, und die jede vernünftige Diskussion von vornherein ausschließt:
"Hören Sie mit Ihren üblen Lügen auf oder Ihr Blog wird gelöscht."
Was soll der Quark? Als hätte ein einzelner Haitianischer Auswanderer, als der sich der Schreiber ausgibt, die Macht, einen Blog zu löschen. Was sollen diese Drohungen und Unterstellungen? Auf diesem Blog werden Argumente ausgetauscht, es findet kein bewußtes Lügen statt. Die Email also lautet:
Dear Mr.Bading,

Please stop your vicious lies, or your Blog will be deleted.
Lies like that seen on your site:

Aber schließlich wird man doch noch fündig, auf einer Diskussionsseite antwortet "Gast" "Chen019" auf die Fragestellung

"Why the discrepancy between the Dominican Republic & Haiti?"

Different average cognitive ability may be a factor.

Unterschiedliche intellekutelle Fähigkeiten könnten ein Faktor sein, gewiß. Er wird sogar der ausschlaggebende Faktor sein. Und nach der Nennung einiger akuteller IQ-Literatur, die für den Neuling sicherlich lesenswert ist, sagt "Chen019":

Die nordamerikanischen Schwarzen haben einen IQ von grob 85. Sie haben aber ihre weißen Mitbürger in der Geschichte offenbar bislang noch nicht so abgemurkst und aus dem Land geekelt wie die Haitianer. Die Schwarzen in Afrika haben einen IQ von grob 65. Haiti liegt also dazwischen. Ein paar weiße Vorfahren haben sich auch hier mit eingemischt, wodurch der durchschnittliche IQ der Haitianer gehoben worden sein wird.

Außerdem wird auf Haiti ein afrikanisch geprägtes Kreolisch gesprochen, kein europäisch geprägtes. Dieser Umstand braucht auch nicht unwichtig sein. Denn Muttersprache prägt nicht ganz unbedeutend Wahrnehmung, Motivation und Verhaltenstendenzen einer Bevölkerung. - Weshalb wir übrigens auch mit unserer eigenen Sprache nicht so ganz achtlos umgehen sollten.
The evidence is:

Studies of skin color. Studies relating darkness of skin color and IQ are easy to do and many have been reported over the years. This literature consistently shows that the correlation of IQ with skin color in the black population is quite low. Even Audrey Shuey (1966), one of the most vehement supporters of the view that the B/W IQ gap is genetic in origin, reached the conclusion that IQ is only weakly associated with skin color. Typical correlations are in the range of .15 (and are even less with degree to which facial features are rated as "Negroid"). Even if we ignore the advantages that might accrue to "blacks" with light skin, a correlation of 0.15 does not suggest that European ancestry exerts a strong genetic influence on IQ. On the other hand, many of the studies reviewed by Shuey had small samples and dubious sampling procedures, and moreover the .15 estimate could be low due to error of measurement. Both skin color and IQ are measured with high reliability, but a major problem with these studies is that while skin color may seem to be a straightforward indicator of degree of European ancestry, it is not. Skin color varies substantially in Sub-Saharan African populations. As a result, some Africans have relatively light skin for reasons that have nothing to do with European ancestry. A strong test of the "European ancestry" hypothesis therefore requires a more reliable indicator.
Studies measuring European ancestry via blood group indicators. Fortunately there are data available that reinforce the null implications of the skin color studies. The frequency of different blood groups varies by race. Under the genetic hypothesis, blacks with mor "European" blood types should have more European genes and hence higher IQs. But Sandra Scarr and her colleagues (Scarr, Pakstis, Katz, & Barker,1977) found that the correlation between IQ and "European" heritage among blacks was only 0.05 in a sample of 144 black adolescent twin pairs. When skin color and socio-economic status were controlled, the correlation dropped slightly to -6
.02. Importantly, although they found the typical correlation of .15 between skin color and IQ, suggesting that the comparable correlations in other studies are due not to Europeanness of genes but to some other factor associated with skin color in the black population.
Loehlin and colleagues (1973) also correlated the estimated Europeanness of blood groups (rather than the Europeanness of individuals, estimated from their blood groups) with IQ in two different small samples of blacks. They found a .01 correlation in one sample and a nonsignificant -.38 correlation in the other sample, with the more African blood groups having higher IQ.

Greetings from an Haitian Expatriate
Auf die Argumente selbst möchte man sich ja auch gerne einlassen. Und sie seien hier deshalb auch gerne zur Diskussion gestellt. Allerdings ist es hochgradig ärgerlich, wenn man dann beim Überprüfen feststellt, daß dieser Text gar nicht - wie impliziert - von dem anonymen Schreiber selbst stammt, sondern nur über "Copy und Paste" als der eigene ausgegeben wird, ohne die entsprechende Literaturangabe mitzuteilen. Der Text ist offenbar von dem Psychologen Richard Nisbett verfaßt, wie man leicht im Netz herausbekommen kann (pdf.) und stammt offenbar aus dem Jahr 1998.

Dementsprechend ist die angegebene Literatur allesamt älteren Datums, was schon einmal ein wenig bezeichnend ist. Nisbett ist bekannt als Forscher, der den Zusammenhang zwischen Volksgruppenzugehörigkeit und Intelligenz zu verneinen versucht. Ich habe gegenwärtig keine Möglichkeit, mir die angegebene Literatur anzuschauen oder mich tiefergehender in diese Diskussion einzulassen. Das hat - bis zum Beweis des Gegenteils - der anonyme Schreiber ja offensichtlich auch nicht getan.

Ihm ging es wohl nur darum, seine Drohung mit ein bischen Text zu untermalen. Aber: So wie dieser anonyme Schreiber redet kein neutral wissenschaftlich denkender Mensch.

Unser Blogbeitrag selbst hatte gar keine definitiven Behauptungen aufgestellt, er hatte nur eine Hypothese formuliert, er hatte Fragen gestellt.

Aber man kann sich nach den bisherigen Erfahrungen fast sicher sein, daß der anonyme Schreiber auf diesen Blogbeitrag sowieso nicht antworten wird und nicht aus seiner Anoymität heraustreten wird.  Diese anonymen Schreiber bleiben gerne Dunkelmänner. Insofern werde ich bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgehen, daß der Schreiber dieser Droh-Email gar kein Haitianischer Auswanderer ist, als der er sich ausgibt und als der er glaubt, sich empört fühlen zu dürfen. Die Empörung ist sowieso völlig fehl am Platz, schon weil es in dem kritisierten Blogbeitrag heißt:
Eine IQ-starke Bevölkerung wie Japan kann ein Erdbeben oder eine Flutkatastrophe genauso unvermittelt treffen wie eine IQ-schwache Bevölkerung wie eben die von Haiti oder die von New Orleans. Und das Mitgefühl gehört den Menschen hier wie dort gleichermaßen.
Aber nicht nur deshalb. Wenn Intelligenz eine Rolle spielt bei der Gestaltung von Gesellschaften, dann täte man auch den Haitianern sehr viel mehr Gutes, wenn man das beachten würde, als wenn man es ignorieren würde. Es wäre dann zutiefst inhuman, diesen Umstand nicht zu beachten.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Als "Parasit" wie Cioran leben?

Merkwürdige anonyme Zuschriften ...

Als Blogger erhält man manchmal merkwürdige Zuschriften, bestehend aus einem merkwürdigen Gemisch von geistreichem Inhalt und Nonsens. (Wahrscheinlich will man damit den Inhalt dieses Blogs karrikieren ;-) .) So wurde dieser Blog in einer Zuschrift auf ein Zitat von Friedrich Nietzsche hingewiesen.

Im Jahr 1882, ein Jahr vor dem Buch "Also sprach Zarathustra" brachte Friedrich Nietzsche sein Buch "Fröhliche Wissenschaft" heraus. In diesem Buch finden sich Ausführungen über das Verhältnis zwischen Arbeit und Langeweile (1). Der anonyme Zusender hat dieses Zitat in den Zusammenhang der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen gestellt. Daß ein bedingungsloses Grundeinkommen die Möglichkeit gibt, die Jahrhunderte alte christliche - benediktinische und protestantische - Arbeitsethik neu zu überdenken, Arbeitsethiken, die unsere moderne Gesellschaft erst hervorgebracht haben, wird niemand in Abrede stellen. Und daß Friedrich Nietzsche bei diesem Überdenken mit zu Rate gezogen werden kann, ebensowenig.

Arbeitsethik - des Mittelalters, der Neuzeit, der Zukunft ...

Allerdings soll betont werden, daß hier auf dem Blog der Schwerpunkt der Argumentation ein anderer ist. Dieser Blog geht davon aus, daß durch die Rationalisierungs-Prozesse in der modernen Wirtschaft unglaubliche Rationalisierungs-Gewinne von einer Schicht weniger Menschen eingefahren werden (besonders kraß in Rußland - aber auch anderwärts).

Rationalisierungsgewinne allerdings, die gar nicht den wenigen zustehen, die sie einfahren, sondern allen, weil alle und nicht wenige die Stabilität jener Gesellschaft erst garantieren, in der solche Rationalisierungs-Gewinne möglich sind. Insbesondere garantieren sie die Stabilität schon dadurch, daß die Menschen in ihrer großen Mehrheit Familien gründen und verantwortungsbewußt leben. - Oder daß sie beides doch zumindest in ihrer großen Mehrheit gerne möchten. Es geht also bei den Themen bedingungsloses Grundeinkommen, Erziehungsgehalt und Umverteilung vor allem um soziale Gerechtigkeit. (Das ist in früheren Beiträgen - auch zur Mehrwert-Theorie von Karl Marx - klar genug ausgeführt worden.)

Doch zunächst einmal das zugesandte Nietzsche-Zitat, um aufzuzeigen, auf was sich manche Leute heute stützen bei ihrer Argumentation:
Arbeit und Langeweile. – Sich Arbeit suchen um des Lohnes willen – darin sind sich in den Ländern der Zivilisation jetzt fast alle Menschen gleich; ihnen allen ist Arbeit ein Mittel, und nicht selber das Ziel; weshalb sie in der Wahl der Arbeit wenig fein sind, vorausgesetzt daß sie einen reichlichen Gewinn abwirft. Nun gibt es seltnere Menschen, welche lieber zugrunde gehen wollen, als ohne Lust an der Arbeit arbeiten: jene Wählerischen, schwer zu Befriedigenden, denen mit einem reichlichen Gewinn nicht gedient wird, wenn die Arbeit nicht selber der Gewinn aller Gewinne ist. Zu dieser seltenen Gattung von Menschen gehören die Künstler und Kontemplativen aller Art, aber auch schon jene Müßiggänger, die ihr Leben auf der Jagd, auf Reisen oder in Liebeshändeln und Abenteuern zubringen. Alle diese wollen Arbeit und Not, sofern sie mit Lust verbunden ist, und die schwerste, härteste Arbeit, wenn es sein muß.
Sonst aber sind sie von einer entschlossenen Trägheit, sei es selbst, daß Verarmung, Unehre, Gefahr der Gesundheit und des Lebens an diese Trägheit geknüpft sein sollte. Sie fürchten die Langeweile nicht so sehr als die Arbeit ohne Lust: ja sie haben viel Langeweile nötig, wenn ihnen ihre Arbeit gelingen soll.
Für den Denker und für alle empfindsamen Geister ist Langeweile jene unangenehme »Windstille« der Seele, welche der glücklichen Fahrt und den lustigen Winden vorangeht; er muß sie ertragen, muß ihre Wirkung bei sich abwarten – das gerade ist es, was die geringeren Naturen durchaus nicht von sich erlangen können! Langeweile auf jede Weise von sich scheuchen ist gemein: wie arbeiten ohne Lust gemein ist. Es zeichnet vielleicht die Asiaten vor den Europäern aus, daß sie einer längeren, tieferen Ruhe fähig sind als diese; selbst ihre Narcotica wirken langsam und verlangen Geduld, im Gegensatz zu der widrigen Plötzlichkeit des europäischen Giftes, des Alkohols.
Ob diese sicherlich wertvollen Worte so einfach auf Inhalte heutiger Debatten anzuwenden sind, stehe dahin. Der anonyme Zusender glaubt sich selbst als Geisteswissenschaftler und Künstler als jemanden ansehen zu können, der zu diesen "wenigen" im Sinne des eben gebrachten Nietzsche-Zitates gehört, und der sich deshalb offenbar selbst in der Wahl der Arbeit als "fein" und "wählerisch" im Sinne von Nietzsche ansieht. Wäre es in heutigen Debatten angebracht, so zu argumentieren? Kann das nicht auch sehr arrogant und schnöselig herüber kommen? Insbesondere für jene, die nicht Geisteswissenschaftler und Künstler sind? In der etwas merkwürdigen, anonymen Zuschriften heißt es etwa:
Vielleicht sollte ich über eine Auswanderung nach Dänermark nachdenken, um menschenwürdiger leben zu können -- auf der ARGE wird man ja für dumm verkauft. Nun halte ich ja nicht viel von meinem Magister („Diplom: Amtlicher Ausweis für Studienabschluss. Beweist gar nichts.“ – Gustave Flaubert), aber daß ich Gabelstapler fahren oder die Straße fegen soll, da man nehmen soll, was man bekommt und flexibel sein muß, das ist die Höhe.
Ist es empörend, wenn ein Künstler Gabelstapler fahren muß?

Ja: Das ist ja wirklich die Höhe! Das ist wahrhaftig ein Grund, nach Dänemark auszuwandern. Menschenunwürdig und sicherlich empörend, wenn ein Geisteswissenschaftler und Künstler Gabelstapler fahren muß. Was ist das denn für eine Grundeinstellung? Sollte es wirklich Leser dieses Blogs geben, die glauben, daß die Äußerung derartiger Einstellungen willkommene Diskussionsbeiträge für diesen Blog wären?

Es gibt einfach viele Arbeiten in unserer Gesellschaft, die getan werden müssen, und die niemals "fein" sein werden. Daß sich auch Geisteswissenschaftler und Künstler daran gewöhnen, ab und an - sicherlich nicht nur - "in die Produktion gesteckt zu werden" - was sollte eigentlich dagegen sprechen? Grundlegende "philosophische" Erwägungen - soweit übersehbar - jedenfalls nicht.

Gabelstaplerfahren würde sicherlich so manchen Schnösel einmal herunter auf den Boden der Tatsachen bringen.

Mersch, Sloterdijk und Kutschera - wenige sehen hier schon zukunftsweisende Zusammenhänge

Die Zuschrift meint hingegen, daß ein "Grundeinkommen" dringend nötig ist, "um der Lohnsklaverei zu entkommen". Der - - - "Lohnsklaverei"? Dieser Blog meint, wie schon oben ausgeführt, daß das nicht das eigentliche Thema ist beim Thema "Grundeinkommen". Sondern das Thema ist schlicht und einfach soziale Gerechtigkeit für alle, nicht - wieder - nur für wenige (Künstler, Geisteswissenschaftler! ...). Die anonyme Zuschrift geht aber sogar noch weiter und schreibt:
Schlau ist es eher, die Lohnsklaverei nicht zu unterstützen, und als „Parasit“ wie Cioran zu leben (siehe Cioran, der ebenfalls nicht arbeiten wollte und sich als Parasit im Sinne von Sartres Baudelaire-Interpretation sah), oder in die Fußstapfen Diogenes von Sinopes zu treten.
Ja, sehr schlau! Mein lieber Diogenes! Der Zusender will also nicht zu den Gedankenlosen gehören. Seine Zuschriften sind hier deshalb behandelt worden, weil sie sich auch sonst mit spannenden Themen auseinandersetzen: Mit Peter Mersch und den Diskussionen rund um ihn bei den Amazon-Leserrezensionen. Mit Peter Sloterdijk und Ulrich Kutschera. Und auch dem, was zu ihnen hier auf dem Blog gesagt worden ist. Andererseits scheinen das manchmal merkwürdige Leute zu sein, die ähnliche Zusammenhängen zwischen Mersch, Sloterdijk und Kutschera sehen wie dieser Blog. Irgendwie mitunter offenbar auch sehr gehässige Leute, wenn man den Tonfall dieser Zuschriften in ihrer Gesamtheit auf sich wirken läßt, worum es aber in diesem Beitrag gar nicht weiter gehen soll. (Der Zusender ärgert sich über viele wesentliche Standpunkte, die Mersch, Sloterdijk und Kutschera vertreten. Das war der Anlaß seiner Meinungsäußerung.)

Jedenfalls: Reichlich merkwürdige, anonyme Zuschriften erhält man manchmal ...

__________

Ergänzung. Vielleicht lernt man noch viel über die ideologischen Hintergründe derartiger anonymer Zuschriften, wenn man sich erst einmal mit Emil Cioran beschäftigt (Wikip.)? Auch unter Rechtskonservativen wird er als bekannt vorausgesetzt (Sezes.), wie so viele ähnlich gelagerte rechtskonservative bis faschistische Existentialisten und Nihilisten. Z.B. zu den Röhm-Morden von 1934 hat dieser Cioran so ekelhafte Ansichten geäußert (siehe Wikip.), daß man sich weitere Auseinandersetzungen mit diesem Herren eigentlich ganz sparen will. Elitär, schnöselig, einen einseitig geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt betonend, sich auf Cioran beziehend. Sich verärgert zeigend über Mersch, Sloterdijk und Kutschera. - Wo das wohl alles herkommen wird ...

Vielleicht wieder nur eine neue Äußerungsart der "Wache gegen den Traum vom neuen Menschen"? ...
__________

1. Nietzsche, Friedrich: Fröhliche Wissenschaft. Erstes Buch, 42. Abschnitt. Ersterscheinen 1882.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Follower

Social Bookmarking

Bookmark and Share