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Sonntag, 1. Juli 2018

"Söhne der Sonne" - Die Indogermanen Asiens



00:00:00 - Einleitung: Die genetische Geschichte Europas ist in den Grundzügen schon gut verstanden. Wie aber sieht es aus mit der genetischen Geschichte Asiens, hier vor allem Asiens westlich und nördlich von China?

00:03:45 - Ethnische Rückzugsräume, Rand- und Reliktbevölkerungen haben in der Weltgeschichte mehrfach große weitere Bedeutung bekommen - sowohl in Europa wie in Asien. Beispiele dafür: Blätterhöhle in Westfalen, Schweriner See, östlicher Ostseeraum noch lange nach der Neolithisierung, Baikalsee-Fischer noch lange nach der Indogermanisierung als Vorfahren der Turkvölker.

00:09:35 - Man findet im deutschsprachigen Raum keine Berichterstattung über den derzeitigen recht faszinierenden Forschungsstand zur genetischen Geschichte Asiens, also der Archäogenetik, Ancient-DNA-Forschung (1-3). Deshalb mache ich darüber dieses Video, obwohl ein solcher Vortrag von kompetenterer, fachwissenschaftlicher Seite gehalten werden sollte. Immerhin behandelt der Kanal "RuStAG Netzwerk 2.0" (nicht "Virulent National"!)  schon die (inzwischen etwas veraltete) Haplotypen-Genetik.

00:13:26 - Erst West-, dann Ostwanderung der Schnurkeramiker als Shintashta- und Andronowo-Kultur bis an die Grenzen Chinas. Damit ergeben sich zwei genetisch unterschiedliche Phasen der Geschichte der indogermanischen Völker des Steppenraumes, einmal die ursprüngliche Yamnaya-Kultur (3.300 v. Ztr.) mit nur geringen genetischen Anteilen anatolisch-neolithischer Herkunft und ab 2.100 v. Ztr. die Shintaschta-Kultur der Ukraine und die Andronovo-Kultur Sibiriens als Nachkommen der Schnurkeramiker Mitteleuropas.

00:26:30 - Die erste europäische Zuwanderung nach Indien, ebenso wie die Hethiter in Anatolien weisen bislang zwar beide kaukasische, aber beide keine spezifisch indogermanische Herkunft auf.

00:31:19 - Um Anteilnahme für die indogermanische Völkerwelt zu wecken, werden aus ihrer reichen kulturellen Vielfalt exemplarisch die 36 tocharischen Königreiche entlang der Seidenstraße (ab 2.000 v. Ztr.) und das Königreich der Sogder in Samarkand vorgestellt, sowie der Fernhandel der Sogder mit Kamel-Karawanen weit in das Tang-zeitliche China hinein, wo diese einerseits als "Exoten" vielfältige Darstellungen in der chinesischen Kunst gefunden haben und andererseits auch hohe Regierungsbeamte werden konnten.

00:34:45 - Die hunderte von europäischen tocharischen Wüstenmumien am Westrand Chinas gewähren die aller faszinierendsten Einblicke auch in unsere eigene mitteleuropäische Bronzezeit, die nur denkbar sind, da der Erhaltungszustand ihrer Körper, ihrer Tätowierungen, ihrer Kleidung, ihres Schmucks, ihrer hölzernen Grabausstattungen so hervorragend ist wie nirgends sonst in der indogermanischen Welt.

00:54:45 - Restvölker in Rückzugsräumen der Weltgeschichte können - aus diesen Rückzugsräumen heraus und nach erneuten genetischen und kulturellen Neuanpassungen - ganze neue Zeitepochen der Weltgeschichte einläuten und dominieren. Dies wird am Beispiel der Hunnen/Turkvölker/Mongolen aufgezeigt, deren Vorfahren einst von allen Seiten von Indogermanen umgeben und "umzingelt" waren, die dennoch ihre genetische, sprachliche und kulturelle Eigenart erhalten haben und mehrere tausend Jahre später selbst das Ruder der weltgeschichtlichen Entwicklung Asiens in die Hand genommen haben, nämlich in der Spätantike und mit dem Untergang von hunderten indogermanischer Königreiche, Fürstentümer, Stämme und Völker in Asien.

01:08:33 - In den neuesten Studien schälen sich immer mehr "Geister"-Völker des Kaukasus-Raumes als wichtige Vorfahren der genetischen Geschichte sowohl einerseits 1. Indiens als andererseits 2. Anatoliens und schließlich 3. der Indogermanen heraus.

01:13:00 - Die genetische Geschichte der Skythen zwischen Ungarn und dem Altai-Gebirge. Es wird auf die genetische Einmischung von Hunnen, bzw. Turkvölkernn in die unterschiedlichen Stämme und Konföderationen des großen Völkerstammes der skythischen Völker hingewiesen. Die Skythen in Ungarn weisen gar keine hunnischen Einmischungen auf, während nördlich des Tianshan die skythischen Reitervölker (Saken) schon bis zur Hälfte hunnischer Abstammung sein konnten. Im Zusammenhang mit diesen skythischen Mischvölkern entstanden dann fast rein hunnische, turksprachliche Völker wie die Xiongnu der Mongolei, die seit der Spätantike in Asien den Lauf der Weltgeschichte bestimmten.
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  1. Allentoft et. al. 2015 (Eske Willerslev): Population genomics of bronze age Eurasia. Nature Magazine 
  2. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): The first herders and the impact of early Bronze Age steppe expansions into Asia. Science Magazine, 9. Mai 2018
  3. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): 137 ancient human genomes from across the Eurasian steppes. Nature Magazine, 9. Mai 2018
  4. Bading, Ingo: Die Frühbronzezeit in den Fürstentümern der Seidenstraße. 4. November 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/11/die-vor-wenigen-wochen-erffnete.html 
  5. Bading, Ingo: Aufsatzreihe zu den Sogdern und Tocharern, 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Sogder
  6. Bading, Ingo: Neue Forschungen zur Entstehung der Indogermanen. Wie entstanden die modernen europäischen Völker? - Ancient-DNA-Forscher David Reich berichtet über den aktuellen Forschungsstand. 2. Juli 2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/2017/07/neue-forschungen-zur-entstehung-der.html
  7. Bading, Ingo: Aufsätze zur Indoeuropäer-Frage, 2007-2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Indoeurop%C3%A4er
  8. Bading, Ingo: Aktuellste schriftliche Blogbeiträge seit 2018 immer auf: https://plus.google.com/+IngoBading
  9. London, Jack: Ein Sohn der Sonne. http://gutenberg.spiegel.de/buch/ein-sohn-der-sonne-10086/1
  10. Wade, Lizzie: Ancient DNA untangles South Asian roots. In: Science, 20 Apr 2018: Vol. 360, Issue 6386, pp. 252 DOI: 10.1126/science.360.6386.252, http://science.sciencemag.org/content/360/6386/252.full

Mittwoch, 17. Februar 2016

Der Absturz der Religionen vom Gotterleben

Und die Rückkehr zu demselben über Kunst, Wissenschaft und Philosophie

Eine kultur- und religionsgeschichtliche Einordnung der gegenwärtigen Situation moderner Wissens- und Dienstleistungsgesellschaften.

Das folgende Video - und vielleicht auch noch das eine oder andere künftige - versteht sich als der - fast hilflose - Versuch des Angangs gegen eine gegenwärtig sich erkennbar machende grenzenlose Sinn- und Niveaulosigkeit öffentlicher Debatten. Und zwar öffentlicher Debatten zu den aller existentiellsten Fragen des Fortbestehens menschlicher Hochkultur auf dieser Erde überhaupt.


In diesem Videoblog werden philosophische Grundgedanken Mathilde Ludendorffs (1877-1966) zu der historischen Einordnung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation benannt. Und sie werden in einer ersten Annäherung erläutert. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass einen derzeitige öffentliche Stellungnahmen bekannter deutscher Philosophen zu den Entwicklungen in den modernen Wissensgesellschaften auf der Nordhalbkugel völlig hilflos und ohnmächtig zurück lassen. 

Kann nicht endlich einmal vor einem weiteren geistigen Horizont argumentiert werden, als das beispielsweise Peter Sloterdijk in seinem jüngsten Cicero-Interview getan hat (Cicero, 2/2016)? Über das von der Presse ganz fälschlich aufputschend berichtet wurde - ? 

Es könnte sein, dass solche Video's inhaltlich fortgesetzt werden. Weil es wichtig erscheint, dass man etwas über jene Dinge hört oder hören kann, die in diesen Video's zur Sprache gebracht werden. Und da über solche dinge sonst scheinbar nirgendwo gesprochen wird, muss es halt hier geschehen. Das ist die Grundmotivation dieser Video's. Und das wird sie wohl auch zukünftig bleiben.

Wenn es keine Selbstverständigung der Menschen untereinander über derartige, hier angesprochene Themen mehr gibt - wozu dann überhaupt noch irgendetwas? Warum suchen wir uns dann nicht gleich - metaphorisch gesprochen - das nächste weltgeschichtliche "Schwarze Loch", um darin auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden?

Ist uns denn schon alles egal? Sind wir von dem grenzenlos oberflächlichen Politikergeschwätz unserer Tage - sowohl Pro wie Kontra - wirklich schon befriedigt? Soll es das gewesen sein?

Anmerkung: In der folgenden Literaturliste werden wichtige Quellen genannt, auf die sich die Ausführungen im Videoblog stützen. Erwähnt seien noch die Schriften von Marija Gimbutas (1921-1994), eine Forscherin, deren Thesen zu den Indogermanen heute als fast vollständig bestätigt gelten müssen.

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Literatur (Auswahl)

  1. Ludendorff, Mathilde: Das Gottlied der Völker. Eine Philosophie der Kulturen. Ludendorffs Verlag, München 1936
  2. Ruffing, Margit: Rudolf Malter: Chronologisches Verzeichnis wissenschaftlicher Arbeiten 1966-1995. pdf-Dokument, http://www.schopenhauer.philosophie.uni-mainz.de/Aufsaetze_Jahrbuch/77_1996/Margit%20Ruffing.pdf
  3. Assmann, Jan: Moses, der Ägypter. Entzifferung einer Gedächtnisspur. Hanser, München 1998
  4. Assmann, Jan: Die Mosaische Unterscheidung oder Der Preis des Monotheismus. Hanser, München 2003
  5. Johannes Krause (Direktor, Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena): Die genetische Herkunft der Europäer. Vortrag am 26. Januar 2016 im Rahmen der Vorlesungsreihe "Vom Selbstverständnis der Naturwissenschaften" am Einstein-Forum in Potsdam, Gesprächsleitung: Dr. Matthias Kroß, Potsdam, http://www.einsteinforum.de/index.php?id=1548&L=1%27%20and%20char%28124%29%2Buser%2Bchar%28124%29%3D0%20and%20%27%27%3D%27
  6. Reinhard Schmoeckel: Die Indoeuropäer. Aufbruch aus der Vorgeschichte. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1999
  7. https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Creation_myths (bei diesem und den weiteren vorgeschlagenen Wikipedia-Artikeln bitte deutsch- und englischsprachige immer parallel ansehen, mal ist der eine, mal der andere aktueller, ausführlicher oder differenzierter)
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6bekli_Tepe 
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanen
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Religion
  11. Bading, Ingo: 1.400 - 800 v. Ztr. - Hochhütige Seher der europäischen Spätbronzezeit - Das Augurenlächeln - oder: Zunahme des Aberglaubens, Rückgang nüchterner Rationalität am Ende der Bronzezeit? Auf: Studium generale, 1. Mai 2011, http://studgendeutsch.blogspot.de/2011/05/1400-800-v-ztr-hochhutige.html 

Montag, 11. Januar 2016

Außerhalb der Wissenschaft verblödet man

Ich muss mal etwas Frust ablassen - Hört gut zu, Ihr 20-jährigen Studenten!

Seit langem einmal wieder ein Videoblogging. Ob die Akustik gut ist, habe ich nicht beachtet. Ich habe, wie man hören kann, ganz andere Probleme!


In diesem Video will ich nämlich kurz dem Gedanken und der Erfahrung Ausdruck verleihen, dass man in gewöhnlicher beruflicher Tätigkeit verblödet. Und dass dieser Umstand einen großen Teil beiträgt zum gegenwärtigen Zustand unserer gesellschaftlichen Verhältnisse. In unserem Kulturleben, im öffentlichen Leben, in gesellschaftlichen und politischen Debatten spielt heutzutage das naturwissenschaftsnahe politische Argument so gut wie keine Rolle. 

Und wenn - zum Beispiel! - ein Björn Höcke einmal kurzzeitig ein solches Argument bringt, wird schnell wieder darüber geschwiegen. Es scheint sogar bis heute kaum einen Wissenschaftler zu geben, der sich zu den Thesen von Björn Höcke überhaupt nur geäußert hat.

Vorschaubild
Mich lässt dieser Zustand mit tiefstem Unbehagen zurück. Aber ich merke auch, wenn ich der Relevanz nachgehe, die die These von Björn Höcke für politische Debatten haben könnte, ich erst in einen Bereich komme, von dem ich für mich selbst sagen würde, dass er mich nicht verblödet. Weil ich zum ersten mal wieder wirklich kreativ, intensiv nachdenke.

Denn das Konzept, von dem Björn Höcke da ausging, die r-/K-Strategie von Philippe Rushton - wenn man für sich klären will, ob diese Theorie gut ist, plausibel ist, muss man tief einsteigen in wissenschaftliches Denken. Und man merkt dann erst, wie sehr man sonst im Alltag verblödet und verblödet ist, weil man merkt, dass man hierzu zum ersten mal wieder seit langem wirklich selbständig und kreativ denken muss.

Dienstag, 23. Juni 2015

Wie kommen Völker vom Wissen zum Handeln?

Seelische Reifung des Einzelmenschen ist Vorbedingung zur Überwindung der Kriminalität unserer heutigen Eliten weltweit

Ein heute weit verbreiteter Glaube in der alternativen Öffentlichkeit besteht darin, dass man davon ausgeht, dass das Erwerben und Verbreiten von Wissen schon per se gesellschaftliche Veränderungen hervorruft, bzw. ein gesellschaftliches Wollen, das dann Veränderungen bewirkt. Ich glaube, es wird sich allmählich in der alternativen Öffentlichkeit auch die Erkenntnis ausbreiten, dass Wissen nicht per se auch Wollen und Handeln ist. Um es krass auszudrücken: Ein bequemer und willenlos gemachter Sklave kann alles über seinen Zustand wissen und über die Verhältnisse und Mechanismen, die diesen herbeigeführt haben, ohne dann auch noch unbedingt das Wollen aufzubringen, diesen Zustand zu ändern oder die Verhältnisse, die ihn bedingen. Nicht nur Wissenserwerb im stillen Kämmerlein ist Mühe, sondern noch viel mehr das Aufbringen von Willenskräften, die dann auch wirklich Veränderungen bewirken.

Und es mag leicht sein, Hinweise zusammenzutragen dafür, dass die zynischen, kriminellen Eliten, die den Mehrwert der Arbeit abschöpfen und zur fast schrankenlosen Machtausübung nutzen, auch genau solche Völker und Gesellschaften schaffen wollen, also Völker, die alles über sich und ihren Zustand wissen, die aber nicht handeln, die den Willen, die Kräfte und Fähigkeiten zum Handeln schlichtweg verloren haben. Völker, die sich sozusagen daran "goutieren", "delektieren", alles über die zynische Verhöhnung ihrer selbst zu wissen und allein davon schon befriedigt zu sein, da man sie ja zumindest nicht mehr für "dumm" halten kann. Denen also das Gefühl der Ohnmacht eingeflößt werden soll: Ihr wisst zwar alles - aber ändern könnt ihr ja doch nichts. Denn wir haben die Macht. Und wir zerschlagen jede gegen uns gerichtete gesellschaftliche Oppositions-Bewegung schon im Keim, schon in ihrer Entstehung und dulden nur solche "Quasi-"Opposition, die wir zuvor geprüft und für ungefährlich befunden haben, bzw. die wir uns zuvor in die Hand gespielt haben nach feindlicher Übernahme, nach Hijacking, und die uns dadurch kaum noch gefährlich werden können.

Und da die Menschen sehen, wie seit 100 Jahren immer wieder jede gesellschaftliche Aufbruchbewegung in Streitereien endet, in die Irre geleitet wurde, umgedreht wurde, verlieren sie den Glauben daran, durch eigene Initiative, durch Handeln noch etwas ändern zu können.

Wer zum Beispiel will denn noch eine Partei gründen? Oder die Kärrnerarbeit von "Basisbewegungen", "Graswurzelbewegungen" machen? Und diese Ohnmachtsgefühle sind natürlich erwünscht. Der Sklave wird so lange geschlagen und mit Suchtmitteln verführt und verwöhnt, bis er alles Wollen aufgibt, bis er den Glauben an sich selbst verliert. 

Wie also kommen Völker auch noch unter solchen Umständen vom Wissen zum Handeln?

Durch das Schaffen einer Gegenkultur. Durch das Ansprechen religiöser Kräfte. Diesen Gedanken sollte künftig noch weiter nachgegangen werden. Man könnte sich zum Beispiel einmal die derzeit laufenden, vielen Experimente von "atheistischen Gottesdiensten" anschauen. Hier wird dem Gedanken nachgegangen, dass auch moderne Menschen Gemeinschaft erleben wollen, auch in ihrer Nachbarschaft, dass sie ihre Religiosität angesprochen wissen wollen, durchaus auch sehr bewusst. Und anderes mehr. Es könnte durchaus sein, dass in solchen Bereichen der Kulturgestaltung, in solcher Feiergestaltung manche gesellschaftsverändernde Kraft beschlossen liegt. Denn wenn der religiöse Konsens größer wird in der Gesellschaft, könnten damit auch die seelischen Kräfte in der Gesellschaft wachsen.

Vorschaubild des - wieder herausgenommenen - Video's :)
Darüber hatte ich für diesen Blogbeitrag auch einen 10-minütigen Videoblogbeitrag erstellt, den ich aber wieder herausgenommen habe, da ich das noch einmal in anderer Weise zur Sprache bringen will.

Die Geheimmächte spielen auf der Klaviatur der Glückssehnsucht der Menschen

Vor einigen Wochen hatte ich mir zu dem gleichen Thema schon mal folgende Notizen gemacht: Solange nicht auf die seelische Reifung und Vervollkommnung des Einzelmenschen - vielleicht am ehesten im Sinne der psychologischen Philosophie von Mathilde Ludendorff - der Schwerpunkt gelegt wird, wird man mit den Geheimmächten und Geheimdiensten im Hintergrund nicht fertig werden können.*) Sie spielen und agieren mit der bodenlosen Vielfalt menschlicher Unfertigkeit, Unreife, Kurzsichtigkeit und Oberflächlichkeit. Mit der bodenlosen Vielfalt menschlicher Glückssehnsucht. Sie wissen, dass Erich Ludendorff recht gehabt haben wird, als er forderte: "Machet des Volkes Seele stark." Dass erst der seelisch reife und vervollkommnete Mensch - und nicht allein sein umfassendes, angelesenes Wissen - ein wirklicher Gegner dieser Hintergrundmächte darstellt, ein Gegner, der nicht in eine ihrer hundertfach aufgestellten Fallen hineintappt. Was, lieber Leser, du bist noch in keine der von ihnen aufgestellten Fallen hineingetappt? Du glaubst, alle ihre aufgestellten Fallen inzwischen zu durchschauen? - Dann träume bitte weiter!

Wir wollen alle "glücklich" sein. Und diese Glückssehnsucht ist (zumindest nach der Philosophie Mathilde Ludendorffs) eines der größten Hindernisse zur seelischen Reifung und Vervollkommnung. Die Hintergrundmächte ziehen sich untereinander und ziehen die von ihnen Beherrschten am Strick der Glückssehnsucht des Einzelmenschen hinter sich her. Erst wenn wir uns von dieser Glückssehnsucht emanzipieren, von ihr eine gewisse Unabhängigkeit erlangt haben, wenn wir bereit sind, um ein höheres Gutes willen auch tiefes Leid - oder gar den Tod - auf uns zu nehmen, gehören wir zu jenen "Freien", die die Hintergrundmächte wirklich fürchten und fürchten müssen.

Denn seelische Reifung und Vervollkommnung sind nicht Dinge vornehmlich des "Wissens", der angelesenen oder erlernten "Kenntnisse", des "Durchschauens" der vielen Tricks und Finten der den Fortschritt der Menschheit aufhaltenden und untergrabenden Geheimmächte. Es sind das viel mehr Dinge, die sich im Bereich der Kultur abspielen. Das ist der Grund, weshalb alle großen Revolutionen und Reformbewegungen nicht in erster Linie politische, sondern vor allem Kulturrevolutionen waren. Dass sie eine neue Moral mit in die Welt brachten, eine neue Kunst, ein neues Lebensgefühl, ein neues Denken.

Und an dieser Stelle erst wird die ganze Ohnmacht der gegenwärtigen "Neuen sozialen Bewegungen" deutlich: Noch die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre hatte gewissermaßen eine neue Kultur, eine "Gegenkultur" ausgebildet, man war "alternativ", man war "Aussteiger", man gründete "Landkomunen", erprobte neue Formen des menschlichen Zusammenlebens. Und indem wir auf diese Zeit zurückschauen und feststellen, dass heutige neue gesellschaftliche Bewegungen im Grunde an keinem Punkt über die damalige "alternative Szene" und ihre Lebensexperimente hinausgekommen sind - abgesehen von dem heutigen erweiterten Kenntnisstand über das Wesen und die Handlungsmöglichkeiten der Hintergrundmächte - erkennen wir erst, wie viel zu tun übrig bleibt.

Ja, wir erkennen, dass das Wesentlichste weniger als je getan ist und getan wird. Und damit wird nicht auf "verändertes Verbraucherverhalten", auf bewussteres "Konsumverhalten" angespielt, auf die Beachtung von "fair trade" und ähnliche Dinge (die natürlich auch wichtig sind). Sondern damit wird angespielt auf die Frage: Welche Haltung nehmen wir dem Leben selbst gegenüber ein? Welchen Sinn geben wir dem Leben? Wie gehen wir mit unseren seelischen Kräften um? Wie haushalten wir mit ihnen, damit wir "schlagkräftig", "kampffähig" bleiben - oder überhaupt erst ausreichend werden?

/Video wieder herausgenommen und 2. Teil des Blogbeitrages hinzugefügt: 27.6.2015/

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*) Mathilde Ludendorff unter anderem deshalb, weil man womöglich im Rahmen ihrer Psychologie noch am ehesten von jeder Art von Okkultismus bewahrt ist, dem die Menschen nur allzu gerne und allzu leicht verfallen. Es ist ja sehr beliebt insbesondere unter Okkulten, von seelischer Vervollkommnung zu sprechen, wie sie ja überhaupt so vielen wesentlichen Dingen ihren eigenen Sinn überstülpen und dadurch den wacheren Menschen diese Dinge überhaupt verekeln, während sie sie für die seichteren Menschen dadurch "passend" gemacht haben. Es ist Peter Sloterdijk zu danken, dass er neue, frische Wege eingeschlagen hat, sich diesem Thema auf nicht-okkultem, nicht-esoterischem Wege zu nähern (s. GA-j!, 3/2015). 

Sonntag, 19. April 2015

Emil Cioran - ein lesenswerter Autor

Ein Mensch, der verzweifelt

Hier einmal wieder nach langer Zeit ein "Videoblog". Und zwar - eher zufällig - über den rumänischen Schriftsteller Emil Cioran (1911-1995) (Wiki).


Es scheint sich ja doch allmählich zu einer Bildungslücke auszuwachsen, wenn man Cioran und seine Essay's nicht kennt. Hier auf dem Blog war 2010 das erste mal von ihm die Rede aufgrund einer anonymen Zuschrift (GA-j! 2010). Seither lag einem dieser Cioran etwas quer im Magen, da er in Zusammenhängen erwähnt worden war, durch die nicht gerade das günstigste Licht auf ihn hatte fallen können.

Radiosendung von 2006, mit deutschen Tonaufnahmen von E.M.Cioran
Ergänzend zu dem im Videoblog Gesagten hier noch ein Verweis zu (kurzen) deutschen Tonaufnahmen von Cioran, sowie einige Zitate aus der genannten Einführung.

Cioran über Musik und Utopien

1936 schreibt Cioran so schöne Worte über die Musik wie die folgenden (zit. n. 1, S. 42f):
Der musikalische Zustand verknüpft in dem Einzelnen absoluten Egoismus mit höchsten Edelmut. Du willst nur du selbst sein, doch nicht um eines kleinlichen Dünkels, sondern um eines erhabenen Strebens nach Einheit, eines Aufbrechens der Schranken der Individuation willen, nicht jedoch im Sinne des Verschwindens des Individuums, sondern der Auflösung der vom Sein der Welt auferlegten einschränkenden Bedingungen.
Und:
Wenn wir mit Bach die Sehnsucht nach dem Paradies fühlen, so sind wir mit Mozart darin. Diese Musik ist wahrhaft paradiesisch. Ihre Harmonien sind Lichttanz im Ewigen. Mozart kann uns lehren, was der anmutige Begriff der Ewigkeit bedeutet. Eine Welt ohne Zeit, ohne Schmerz, ohne Sünde.
1960 schreibt er über die Utopie (zit. n. 1, S. 81):
Was in den utopischen Erzählungen am meisten auffällt, ist das Fehlen von Gespür, von psychologischem Instinkt. Die Personen darin sind Automaten, Fiktionen oder Symbole: keine ist wahr, keine geht über den Wirklichkeitsgrad einer Strohpuppe hinaus, einer mitten in weglosen Welten verlorenen Idee. (...) Die Utopie ist dem Anomalen, dem Formlosen, dem Unregelmäßigen feindlich gesinnt und strebt nach der Festigung des Homogenen, des Typischen, der Wiederholung und der Orthodoxie. Aber das Leben ist Bruch, Ketzerei, Abweichung von Normen der Materie. Und der Mensch ist im Verhältnis zum Leben eine Ketzerei zweiten Grades ...
Cioran über das Böse als Urgrund der Welt 

Deutlich wird, dass Cioran insgesamt daran scheitert, den Sinn der menschlichen Unvollkommenheit und des menschlichen Leides zu deuten. Dass er es für geraten hielt, bestimmten Erfahrungen nicht weiter nachzugehen, hat er einmal 1973 in folgende Worte gefaßt (zit. n. 1, S. 104):
Als ich zu später Stunde in dieser baumgesäumten Allee spazierte, fiel eine Kastanie mir zu Füßen. Das Geräusch, mit dem sie zersprang, das Echo, das es in mir weckte, und eine Ergriffenheit, die zu einem so winzigen Zwischenfall in keinem Verhältnis stand, tauchten mich ins Wunder, in die Trunkenheit des Endgültigen, als gäbe es keine Fragen mehr, nur noch Antworten. Ich war trunken von tausend unerwarteten Evidenzen, mit denen ich nichts anzufangen wusste … So rührte ich beinahe an das Äußerste. Doch hielt ich es für geraten, meinen Spaziergang fortzusetzen.
- - - Der Gedanke Mathilde Ludendorffs, dass die menschliche Unvollkommenheit und das von Menschen anderen Menschen zugefügte Leiden Folgen der letztlich notwendigen menschlichen Freiheit zu Gut und Böse sind und in diesem Sinne "Sinn" machen, in diesem Sinne - mitunter - mit ihnen versöhnen können, diesem Gedanken scheint Cioran womöglich sogar recht bewußt nicht nachgegangen zu sein. Dieser Gedanke hätte wohl sein Leben zu sehr "ändern" müssen ... 

Lieber hielt er da insgesamt an seinem tiefen und ehrlichen Verzweifeln an der Welt fest und an seiner 1969 erörterten Vermutung, die Schöpfung des Weltalls selbst könne nicht größtenteils aus dem Willen zum Guten, sondern müsse vor allem aus dem Willen zum Bösen heraus erfolgt sein (1, S. 93ff).

Letzteres natürlich ein Gedanke, dem alle elitären und schnöseligen Satanisten dieser Welt viel abgewinnen können. Weshalb der grundehrlich und aufrecht anmutende Schriftsteller Cioran offenbar so gerne von ihnen mißbraucht wird - sicherlich sogar zur Rechtfertigung ihrer Taten und ihres Nichttuns, sicherlich auch so wie es 2010 auch aus der genannten Zuschrift herausklang (GA-j! 2010). Und so wie es gerne bei vielen rechtskonservativen, rechtschristlichen Untergangspropheten herausklingt (etwa rund um "JF", "EF", "Sezession" usw.).

Gegen einen solchen Mißbrauch hat sich Cioran dann womöglich doch nicht mit genügender Schärfe verwahrt, ja, ihm etwa mit seiner Rechtfertigung der Röhm-Morde durch die Nazis (s. Wiki) sogar mitunter recht deutlichen Vorschub gegeben.

(Ergänzung, 1.5.15:) Vielleicht passen diese Worte Hölderlins aus dem "Hyperion" ganz gut auf Cioran:
Der Mensch, begann ich wieder, der nicht wenigstens im Leben Einmal volle lautre Schönheit in sich fühlte, wenn in ihm die Kräfte seines Wesens, wie die Farben am Irisbogen, in einander spielten, der nie erfuhr, wie nur in Stunden der Begeisterung alles innigst übereinstimmt, der Mensch wird nicht einmal ein philosophischer Zweifler werden, sein Geist ist nicht einmal zum Niederreißen gemacht, geschweige zum Aufbauen. Denn glaubt es mir, der Zweifler findet darum nur in allem, was gedacht wird, Widerspruch und Mangel, weil er die Harmonie der mangellosen Schönheit kennt, die nie gedacht wird. Das trockne Brot, das menschliche Vernunft wohlmeinend ihm reicht, verschmähet er nur darum, weil er ingeheim am Göttertische schwelgt.  Schwärmer! rief Diotima, darum warst auch du ein Zweifler. ...
 
________________________________________
  1. Reschika, Richard: E. M. Cioran zur Einführung. Junius, Hamburg 1995

Donnerstag, 17. April 2014

Die Montagsdemo's - Im Gespräch mit Daniel Hermsdorf

Einmal Videoblogging hatten wir schon hier auf dem Blog (GA-j!, 23.12.2012). Und ab jetzt versuchen der Filmwissenschaftler Daniel Hermsdorf von "filmdenken" in Bochum (filmdenken, 17.4.14) und ich, regelmäßiger Videos zu erstellen zu Themen, die bei uns gerade anliegen. Bzw. die von allgemeinerem Interesse sind. 


Heute natürlich im ersten Video zu den Montagsdemonstrationen in ganz Deutschland (von und mit Lars Mährholz, Ken Jebsen und anderen). Die wichtigste Seite im Internet dazu ist derzeit die Facebook-Gruppe "Aufruf zum friedlichen Widerstand". Einerseits machen diese Montagsdemonstrationen vielen bewusst, wie viel sich in den letzten Jahren schon - mehr schleichend und unbemerkt als lauthals vernehmbar - verändert hat. Im Bewusstsein, im Kenntnisstand vieler Menschen. Und andererseits, so vermute ich, werden sie mehr dazu beitragen, die bisherige eher unbemerkt gebliebene Entwicklung zu beschleunigen, als vieles andere, was auf diesem Gebiet in den letzten Jahren, ja, vielleicht sogar Jahrzehnten geschah.

Es scheinen das einfach Dinge zu sein, die "in der Luft liegen", die "an der Zeit" sind. Wann auch sonst, wenn nicht jetzt?

Im Video können zunächst einmal nur erste, nur ganz allgemeine Fragen angesprochen werden. Es sei noch verwiesen auf das Manifest von Maurice Ziegler von der "Initiative für bedingungsloses Grundeinkommen" (Yt, ab 22. Min.), das auch schriftlich nachgelesen werden kann (Bürgerinitiative Grundeinkommen). Vielleicht ist der beste Abschnitt daraus der folgende ganz am Ende:
"Es gilt, sich von der Produktion materiellen Überflusses der Produktion inneren Reichtums zuzuwenden,
einem Reichtum an Bildung und Bildern,
einem Reichtum an Erkenntnis, dass uns mehr verbindet als uns trennt,
einem Reichtum inneren Erlebens.

Es gilt, den immer greller werdenden Blitzen und dem Funkeln unserer Werbe- und Produktwelten
entschieden
den Glanz des inneren Seins,
Einkehr und Stille entgegen zu setzten."
Tolle Worte. Ansonsten kann man eigentlich nur raten: Leute, geht hin, informiert Euch, diskutiert mit, auf Facebook und anderwärts! Jeden Montag wieder. Ostermontag ist schon der nächste Termin! :)

Sonntag, 23. Dezember 2012

Jetzt wird's "persönlich"!

Schon vor fast anderthalb Jahren habe ich das folgende Video aufgenommen als ein erster Versuch für "Videobogging". Der Mut zur Veröffentlichung fehlte mir dann aber doch! :-) (Wer stellt sich schon gerne ungefragt ins Rampenlicht.)


Aber jetzt, anderthalb Jahre später, finde ich es doch zumindest nicht so schlimm, als daß man es nicht dennoch veröffentlichen könnte. Natürlich, alles könnte noch professioneller sein. Zum Beispiel sollte ich mir wohl noch genauer überlegen, wo ich eigentlich genau hingucken will, wenn sich die Zuschauer von mir angesprochen fühlen sollen.

Aber es scheint doch, daß man auf einem solchen Blog wie dem vorliegenden mit solchen Videoaufnahmen einmal ein bischen "persönlicher" werden kann. Und daß man den Lesern einen persönlicheren Eindruck von dem Hauptautor dieses Blogs geben kann. (Wer sich eh von Figuren wie den heutigen Politikern "berieseln" lassen muß, so meine Hauptentschuldigung, der wird wohl auch so einen "Otto Normalbürger" wie mich verkraften können.)

Es ist einfach die Rede von Büchern, die ich damals, vor anderthalb Jahren,  gerade zu lesen begonnen hatte: Eduard Schure "Die großen Eingeweihten", Trimondi "Der Schatten des Dalai Lama", Neuberger "Winkelmaß und Hakenkreuz", Ralf Melzer ... Allerdings ist keines dieser Bücher seither ausführlicher auf diesem Blog behandelt worden. Ein Grund mehr, dafür nun dennoch stattdessen einmal wenigstens dieses Video zu veröffentlichen. 

Eine Weihnachtsbotschaft enthält es nicht. Aber davon gibt es eh viel zu viele.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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