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Freitag, 11. August 2017

Staatsraison in Deutschland: International organisierte Pädokriminalität

Der Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" 
- 2016 wurde er ausgestrahlt, Millionen sahen ihn - Hat er eine grundlegende Wende herbei geführt?

Das "Erste Deutsche Fernsehen" machte am 20. Januar 2016 ganz Deutschland zum Mitwisser der pädokriminellen Eliten-Herrschaft - und nichts geschah und geschieht.

Ein heute öffentlich bekanntes, brutales Terrorregime im Innern vorgeblich "offener", "freier", "humaner" Gesellschaften

"Jagdgesellschaft", das heißt: Satanisten machen Jagd auf die von ihnen regierten Völker. Völker und Gesellschaften sind zur Jagdbeute von Satanisten geworden.

Am 20. Januar 2016 und an den Folgetagen geschah etwas sehr Bedeutsames in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. An diesem Tag wurde vom Ersten Deutschen Fernsehen und von der begleitenden Berichterstattung in den großen bundesdeutschen Medien als Tatsache hingestellt:

  1. Es besteht eine Verschwörung.
  2. Menschen auf höchster politischer Ebene sind darin verstrickt.
  3. Sie ist geheimgesellschaftlich organisiert.
  4. Sie ist international.
  5. Sie wird durch Pädokriminalität zusammen gehalten.
  6. Deutsche Innenminister auf Länderebene und ihre Staatssekretäre, sowie Richter, Staatsanwälte und höhere Polizeibeamte, Bauunternehmer vertuschen und decken diese Verschwörung als Überlebende, Mitwisser und Mittäter.
  7. Deutsche Politiker gehen in deutschen Wäldern mit dem Jagdgewehr zur Jagd auf Kinder und erschießen sie dabei.
  8. Und - - - die vielleicht wesentlichste transportierte Botschaft des Filmes: Der einzelne ist - angeblich - ohnmächtig gegenüber der Übermacht des/dieses - - - "Systems".

Alles das ist dargestellt in dem Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" (Wiki), der zum ersten mal am 20. Januar 2016 im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt worden ist und über fünf Millionen Zuschauer hatte, und in der ihn begleitenden Presseberichterstattung (1-8). Auch auf Wikipedia heißt es inzwischen (31.3.22) (Wiki):

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und thematisiert den Kinderhandel in Deutschland. (...) Eine Grundlage für das Drehbuch bildeten die Recherchen der Drehbuchautorin Ina Jung unter Beteiligten des "Sachsensumpfes".

Der Programmdirektor des ARD Volker Herres erklärte aus dem Anlaß der Erstaustrahlung als Erwartung und indem er auf den Vorgängerfernsehfilm "Operation Zucker" verwies, der im Januar 2013 ausgestrahlt wurde (Das Erste):

"Operation Zucker" hat 2013 für Diskussionen, auch auf politischer Ebene, gesorgt.

"Auch auf politischer Ebene". - Ein merkwürdiger Satz - angesichts der Dinge, die hier auf die Tagesordnung gesetzt worden waren. - Wo sonst als auf politischer Ebene? Die Erwartung, daß der Film "auch" auf politischer Ebene für Diskussionen sorgen würde, impliziert schon für sich die Erwartung, daß diese Diskussionen nicht sehr umfangreich sein werden. Und die Gründe sind ja implizit dann auch schon genannt dafür, daß diese Diskussionen nicht sehr umfangreich waren und sind.

Laß flattern deine schmutzige Fahne, Deutschland
Fotograf: NEUROtiker

Dabei wurde im Januar 2016 in den begleitenden Presseartikeln, die der Ausstrahlung voran gingen und ihr folgten (3-8), in allen großen deutschen Medien festgestellt und betont, daß alles das, was in diesem Fernsehfilm dargestellt wurde, im vollen Umfang der Wirklichkeit entsprechen würde. Nur der Ort und die dargestellten Personen - die Staatsministerien in Potsdam, der Innenminister des Landes Brandenburg, einer seiner Staatssekretäre und verschiedene Staatsbeamte, sowie ein ermordeter investigativer Journalist - wären als solche fiktiv. Sprich, es hätte auch jede andere bundesdeutsche Landesregierung als Ort der Handlung ausgewählt sein können und es kämen diverse investigative Journalisten infrage, die als Folge ihres Drängens von Mord bedroht sein können. Also Stuttgart, Wiesbaden, Mainz, Kiel, Hannover, Düsseldorf, München, Erfurt, Magdeburg, Schwerin, Saarbrücken, Bremen, Hamburg. Das ganze Land ist verseucht.

Man ist fast gezwungen, davon auszugehen, daß die fünf Millionen Fernsehzuschauer auf die Schnelle gar nicht mitbekommen haben, was sie da gerade mit angesehen hatten, daß sie da keineswegs gerade nur einen der üblichen Krimis gesehen hatten, sondern daß sie mit der größten Staatskrise der Bundesrepublik Deutschland seit ihrem Bestehen konfrontiert worden waren. Doch so ist das ja von allen Medien gar nicht vorbereitet gewesen und bewertet worden. Einigermaßen merkwürdig. Kann eine ganze politische Klasse nicht mehr klar denken?

Auch in der nachfolgenden Sendung bei Sandra Maischberger wurde noch einmal besonders betont, daß jeder Aspekt des Fernsehfilmes Tatsächlichkeit behandele. Ebenso wurde das in allen begleitenden Presseartikeln getan: Ja, das ist Wirklichkeit. Und das ist kein Grund, von der größten Staatskrise der Bundesrepublik Deutschland seit ihrem Bestehen zu sprechen?

Wir hier auf dem Blog stellen fest, daß mit diesen Feststellungen alle Zutaten beisammen sind, die man braucht, um zum Beispiel den Erlebnisbericht der Cathy O'Brien (geb. 1957) (Wiki), einer amerikanischen Regierungs-Prostituierten, für wahr halten zu können (9). Eine der "unglaublichsten", "unglaubhaftesten" Bestandteile dieses Erlebnisberichtes war bestimmt die Jagd auf nackte Mädchen im Wald durch regierende amerikanische Präsidenten. Aber in dem Film wird schon im Titel mit dem Begriff "Jagdgesellschaft" genau auf diesen fast noch unglaublichsten Inhalt des Berichtes von Cathy O'Brien als Tatsächlichkeit hingewiesen. Nicht in den fernen USA, nicht im "Bohemian Grove". Nein, hier, mitten in Deutschland, in deutschen Wäldern jagen deutsche Politiker minderjährige deutsche Kinder mit dem Jagdgewehr.

Die Tatsachen an sich, die wir hier auf dem Blog seit 2011 erörtern, werden also von den großen Medien nun gar nicht mehr geleugnet! Man darf sie nun gar nicht mehr Verschwörungsleugner nennen*). Der einzige Vorwurf, der ihnen noch gemacht werden kann, ist, daß die Bedeutung dieser Tatsachen für das Funktionieren einer Demokratie im Nachgang zu diesem Film auffallend wenig - nein: gar nicht - erörtert wurde. Für so blöd verkaufen sich Chefredakteure und Journalisten großer Tages- und Wochenzeitungen, für so blöd verkaufen sich Programmdirektoren, Filmemacher, naja: und Politiker sowieso.

An diesem Umstand ist erkennbar, daß dieser Film klar berechnete, bewußt zugelassene Transparenz darstellt, daß hier die bundesdeutsche Öffentlichkeit scheibchenweise zum Mitwisser von elitärer Pädokriminalität gemacht werden soll. Sie soll davon wissen - aber nicht aufmucken. Dabei wird auch im Fernsehfilm selbst ständig die Botschaft transportiert: Wer davon weiß und dagegen nicht handelt, macht sich mitschuldig. Also sind nun fünf Millionen Fernsehzuschauer mitschuldig gemacht worden. Das haben die Satanisten besonders gern. Andere Menschen mitschuldig machen zu können. Oh, sie lieben das. Sie werden es dem "Pack" schon ins Gesicht schreien, bei Gelegenheit: Regt euch mal nicht so auf. Ihr habt doch alles gewußt - . . . und habt uns trotzdem gewählt.

Der Fernsehfilm transportiert zwei Botschaften: 1. Diese Verbrechen exisiteren. 2. So ohnmächtig ist der einzelne, der sich als einzelner innerhalb des Systems dagegen auflehnt. Und das Entscheidende ist, daß dieser Ohnmacht im Vorlauf und Nachgang nirgendwo entschiedener widersprochen wird in den großen Medien. Überall wird hingegen der Ohnmacht selbst Ausdruck verliehen - ohne es freilich ganz offen zu sagen.

Das muß man nicht zur Staatsaffäre hochschaukeln, meine Herren, ich bitte Sie!

Die beiden Fernsehfilme an sich sind ohne Belang, ihre filmischen, künstlerischen, schauspielerischen, dramaturgischen Qualitäten oder Schwächen, all das ist ohne Belang. Von Belang ist, daß diese Filme ohne alle Frage "gewollte", "geduldete" "Transparenz" darstellen, beabsichtigte Transparenz. Daß man mit ihnen weiterhin auslotet, was man dem blöden Volk, dem "Pack" alles zumuten kann. Oh, man kann ihm viel zumuten, sehr viel. Alles, was bislang als üble Verschwörungstheorien entweder beschwiegen oder lächerlich gemacht wurde oder in abseitigen spät ausgestrahlten Fernsehdokumentationen behandelt wurde, was in abseitige Buchverlage abgeschoben wurde, wird in diesen beiden Fernsehfilmen der ARD und in den vielen begleitenden Presseartikeln nun wie selbstverständlich und nun plötzlich ganz ohne alles weitere kritische Hinterfragen vollumfänglich als bestehende Realität in Deutschland dargestellt. Letztlich wird es doch als nichts anderes als die bestehende Staatsräson in Deutschland dargestellt (was sonst?). Oder kann die Zusammenhänge niemand zu Ende denken?

Diese gewollte Transparenz hätte man auch anders haben können. Man hätte auf die Vorschläge und Ideen von Renate Rennenbach (SPD-Sektenbeauftragte des Deutschen Bundestages) hören können, parlamentarische Untersuchungsausschüsse einrichten können, Sonderkommissionen bei Polizei und Staatsanwaltschaft einrichten können, eigene Gesetze geben können zur Strafverfolgung von ritueller Gewalt und Pädokriminalität. Man hätte die Verjährungsfrist bei sexueller Gewalt aufheben können. All das war - ganz offensichtlich - politisch "nicht erwünscht". Es war auch nicht erwünscht vom "Perception Management" her.

Da hätten doch zu viele Menschen herkommen können und grundlegende politische Reformen fordern können, das politische System an sich infrage stellen können. All das kann - natürlich (ich bitte Sie, lieber Leser!) - nicht erwünscht sein.

Aber wie wäre es, wenn wir das Ganze in spannende, emotional aufwühlende Fernsehfilme verpacken mit einer Handlung, fokussiert auf einige, wenige Menschenleben vor allem im Ermittler-Bereich. Das klappte doch schon so gut in "Das Leben der anderen". Wenn wir das zerfahrene Leben einer Beamtin der deutschen, der Berliner Kriminalpolizei darstellen und ihren - erfolglosen - Kampf gegen "das System" in Deutschland, das das internationale System der Pädokriminellen ganz eindeutig schützt. Und man kann dann einmal bei Maischberger ein paar "Experten" und Überlebende über das Thema sprechen lassen. Man kann viele begleitende Presseartikel erscheinen lassen, die das Thema einerseits nicht mehr wegzudiskutieren versuchen, auch nicht zu verharmlosen suchen, die aber andererseits auch nicht gleich eine große Staatsaffäre daraus machen. Das wäre ja auch nun wirklich übertrieben. Und wenn wir so vorgehen, dann sind die deutschen, öffentlich-rechtlichen Medien doch ihrer Informationspflicht nachgekommen. Oder gibt es Zweifel?

Man staunt, was sich insbesondere der zweite Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" aus dem Jahr 2016 alles herausnimmt. Dem Innenminister eines deutschen Bundeslandes und seinem Staatssekretär wird unterstellt, Mitwisser, Vertuscher oder gar Mittäter von Pädokriminalität zu sein. Im ersten deutschen Fernsehen des Jahres 2016. Das ist in etwa so, wie wenn die Prawda unter Stalin Stalin selbst der Verbrechen angeklagt hätte. Ein hinkender Vergleich? Ich zeige Ihnen gleich, wer oder was hier hinkt, lieber, verdammter Leser!

Übrigens hat man von den von ARD-Programmdirektor Volker Herres (Das Erste) erwähnten "Diskussionen auch auf politischer Ebene" schlichtweg nichts gehört. Er sollte einfach einmal ein paar konkrete Belege geben, daß solche Diskussionen tatsächlich auf politischer Ebene stattgefunden hätten. Solche Belege sind - zumindest im Internet - nicht zu finden (oder ist der Autor dieser Zeilen zu blöd zum Finden?). Welcher Politiker hat sich zu diesem Fernsehfilm geäußert? Welcher? Warum hat man überhaupt als interessierter Bürger nicht schon ganz ohne viel Suchen von diesen so notwendigen Diskussionen "auf politischer Ebene" mitbekommen?

Da wird im zweiten Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft"  ein investigativer Journalist dargestellt, der Pädokriminalität in Berlin aufdeckt und eines Tages tot ist (ermordet ist). Dem Autor dieser Zeilen ist vor allem ein investigativer Journalist bekannt - Jürgen Roth (Wiki) - der zu elitärer ritueller Gewalt und Pädokriminalität in Berlin und Brandenburg recherchiert und veröffentlicht hat. Was Jürgen Roth wohl zu seiner eigenen Darstellung in diesem Fernsehfilm sagt? Wie er sich wohl gefühlt hat als er sich darin als Leiche sah? - - -

Und niemand sagt, daß es vor allem oder zumindest einen Innenminster gegenwärtig in Deutschland gibt, dem gegenüber der Vorwurf im Raum steht, Pädokriminalität im Bundesland Sachsen vertuscht zu haben, nämlich der heutige Bundesinnenminister (Stichwort "Sachsensumpf", siehe: Wiki) (10)? - - - Im Zusammenhang damit wurden übrigens auch schon ansatzweise die notwendigen politischen Diskussionen geführt. Erkannte doch Thomas de Maizière damals nach eigenen Worten, daß hier der Rechtsstaat, daß die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf dem Spiel steht. Von solchen Diskussionen auf politischer Ebene rund um den Fernsehfilm hat man hingegen nichts gehört.

Natürlich, es gibt noch andere Journalisten, die auch recherchiert und veröffentlicht haben, viele andere. Einer sagte uns, daß er in Belgien zum Fall Dutroux recherchieren wollte, daß man ihm davon aber abgeraten habe, wenn ihm sein Leben lieb sei. - Und solche Verhältnisse gibt es in der freiesten Demokratie, die es je auf Erden gegeben hat? Und Stalin ist wirklich ganz, ganz weit weg?

Auch hinsichtlich der Vertuschung von Pädokriminalität, etwa in Sachsen - oder sagen wir: des Staatsterrorismus im Umfeld unter anderem des sogenannten NSU-Phänomens in allerhand Bundesländern - gibt es viele noch allerhand mehr investigative Journalisten außer Jürgen Roth, die dem Film als Vorbild gedient haben können. Und entsprechend gibt es auch sicher noch zahlreiche andere Innenminister und Staatssekretäre in Deutschland, die dem Film als Vorlage gedient haben können.

Solche Fernsehfilme sollen wohl die "Bürgernähe" der Politik vergrößern? Entschuldigung, man weiß sich nicht mehr anders zu helfen als mit Sarkasmus.

Was treibt Gabriela Sperl, die Filmemacherin an?

Hauptverantwortliche für beide Filme ist - nach den Presseberichten - Gabriela Sperl (geb. 1952). Ihr haben zahlreiche erfolgreiche, namhafte Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren für diese beiden Filme zugearbeitet. Über sie wird gesagt (3) (David Denk, Süddt., 2015):

Im Austausch mit den Drehbuchautoren Friedrich Ani und Ina Jung habe sich dann die Geschichte herauskristallisiert. "Das ist nicht die Sorte Film, wo man einen Drehbuchauftrag vergibt und auf das Ergebnis wartet", sagt Sperl. Zwei Jahre lang recherchierten die Autoren intensiv - mit Folgen für alle Beteiligten: "Man macht nicht am Ende den Deckel drauf, und die Welt ist wieder in Ordnung", sagt Sperl.

Geben diese Worte ein außerordentliches Engagement wieder, wie es allein den hier bestehenden Sachverhalten angemessen wäre? Sonderbarerweise nicht. Von Sperl liest man an keiner Stelle im Internet etwa, daß sie massiv die Demokratie für gefährdet halten würde, das Funktionieren des Rechtstaates. Sie ist kein Wutbürgerin, nein, auch keine Zornbürgerin. Sie ist Filmemacherin, sie kippt auch bei großen Staatsaffären nicht aus ihren Schuhen. Die Produzentin Sperl spricht nicht aus innerster Empörung heraus. Sie spricht nicht aus Zorn heraus. Es ist das nicht sehr angenehm zu erleben und zu lesen, was über sie geschrieben wird in diesem Zusammenhang und mit welchen Nuancen sie sich äußert (3):

Die Produzentin glaubt daran, daß ihre Filme ein "Bewußtsein für Frauen- und Kinderschutz schaffen" können, sagt Gabriela Sperl, ein Bereich, in dem Deutschland immer noch der EU hinterherhinke. Darüber hinaus gehe es darum, "innerhalb der bestehenden Gesetze das Unrechtsbewusstsein weiter zu schärfen", ergänzt Sophie von Uslar.
Und um mehr geht es nicht? Mehr steht nicht auf dem Spiel? Und weiter (3):
Gabriela Sperl produziert Jagdgesellschaft im Auftrag von BR und ARD Degeto für Wiedemann & Berg Television. (...) "Man darf beim Thema Kinderprostitution in Deutschland nicht unterschätzen, daß man einen politischen Nerv trifft", sagt sie. Das weiß sie seit Operation Zucker. Sperl fühlte "fast eine moralische Verpflichtung", das Thema nicht ruhen zu lassen.

"Fast eine moralische Verpflichtung", "einen politischen Nerv". Wo wurde ein politischer Nerv getroffen? Woran hätte man das erkennen sollen? In welchem Innenministerium wurde man unruhig? Der Film ist unter "Geheimhaltung" gedreht worden deshalb. - Wer will einen hier für blöd verkaufen?

Man möchte doch wohl meinen, all das sind sehr eingeschränkte Ziele angesichts der Schrillheit der dargestellten Verbrechen und angesichts insbesondere der politischen Implikationen, die ihnen innewohnen. Anfang 2016 sagte Gabriela Sperl im Interview mit der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" (4):

Mit unserem ersten Film haben wir zwar einiges losgetreten, aber es hat sich auf Seiten der Gesetzgebung noch nichts verändert. Laut Unicef werden im Bereich Kinderhandel und Kinderprostitution jährlich Milliarden verdient. Und der ehemalige BKA-Präsident Ziercke sagt schon 2013, die Nachfrage steige exponentiell. An einem Phänomen, das nicht besser, sondern immer schlimmer wird, muß man dranbleiben, damit sich irgendwann etwas ändert. Wenn die Gesellschaft hinschaut, wird auch die Politik das tun.
"Irgendwann"? "Irgendwann"? Am Sankt-Nimmerleins-Tag? Und es geht um - - - "Hinschauen"? Wenn Politiker polizeiliche Ermittlungen gegen Pädokriminelle verhindern? Ich bitte Sie, Frau Sperl. Es geht doch nicht um "Hinschauen". Weiter im MAZ-Interview (4):
Frage: Wie haben Sie und Ihre Drehbuchautoren dieses heikle Thema recherchiert?
Schon die Frage: "Das heikle Thema". Was ist denn das für eine Frage? Heikel?
Sperl: Ina Jung hat ja ein Buch über das 2001 in Lichtenberg verschwundene Mädchen Peggy geschrieben.
Ja: Vermutlich ein "heikles" Thema. Nicht wahr? Das hier erwähnte Buch erschien im Jahr 2013 (11). In ihm fällt auf den bayerischen Innenminster Günther Beckstein (geb. 1943) (Wiki) - - - kein gutes Licht. Der Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" handelt also indirekt von Leuten wie Günther Beckstein darf man schlußfolgern. Gabriela Sperl hat also für den Fernsehfilm insbesondere mit Ina Jung zusammen gearbeitet, wenn man ihre Worte recht versteht, sagt sie doch über Ina Jung (4) (Hervorhebung nicht im Original):
Da gab es viele Anknüpfungspunkte, Kontakte und Quellen, die sie genutzt hat. Eineinhalb Jahre hat die Recherche insgesamt gedauert. (...) Uns haben das Kriminalisten immer wieder bestätigt: Je höher jemand in der Gesellschaft angesiedelt ist, desto weniger wird er verfolgt. Die halten alle dicht, vor allem auch, weil sie ihren jeweiligen Berufsstand schützen wollen. Es geht dabei nicht um den Einzelnen, sondern stets um das Image von ganzen Berufsgruppen. Denken Sie nur an die Regensburger Domspatzen, 700 Fälle sind Jahrzehntelang unter den Teppich gekehrt worden. Das schadet der Kirche insgesamt viel mehr, als gegen Verfehlungen hart vorzugehen und die Täter zu bestrafen.
Auffallend dieser Bezug zum pädokriminellen System katholische Kirche. Für den "Berufsstand" des Politikers gibt es also ein ähnliches - - - "System" - ? - Ach so! Nein, das ist gewiß kein Skandal, keine Staatsaffäre, gewiß nicht. Daß Politik, "demokratische", "rechtsstaatliche" wohlgemerkt, heute so funktioniert wie das System Kirche, dieses furchtbare, zutiefst mittelalterliche. Und weiter (4):
Frage: Die Kommissarin Wegemann, die Nadja Uhl spielt, redet von einem Täterschutzland ... 
Sperl: Wegemann als Figur bringt damit Dinge auf den Punkt, die das Publikum aufrütteln sollen.
"Die das Publikum aufrütteln sollen". Was für ein Satz. Monströs fast jede Äußerung, die zu diesem Thema fällt. In sich widersprüchlich alles, was gesagt wird, wenn sich ein politisches System einmal so weit von einem bislang wahrgenommenen "Normalzustand" entfernt hat. Sperl weiter (4):
Heiko Maas, der Justizminister, ist an der Veränderung des Sexualstrafrechts.
Aha?!! Haha. Er ist dran an ihr? Ach ja? Ach ja? Seit wie vielen Jahren sind er und seine Vorgänger "dran" an dieser Veränderung. Oh, du meine Güte. Sperl säuselt - gänzlich ohne Zorn - weiter (4):
Aber da gibt es noch viel zu tun. Die Kinder, die sexueller, psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt sind, geraten nicht ins Blickfeld, die meisten Fälle kommen niemals zur Anzeige.
Was hier gesagt wird. Oh, du meine Güte, du meine Güte. Und weiter (4):
Frage: Was ist zu tun?
Sperl: Eine Anzeigepflicht von Gewaltdelikten gegenüber Kindern wäre ein erster, sehr hilfreicher Schritt. Therapeuten, Ärzte, Anwälte würden - wie zum Beispiel in Frankreich oder Österreich - ihrer Schweigepflicht entbunden und ihre Zulassung verlieren, wenn sie Übergriffe nicht melden. 
Ein erster Schritt! Ein erster Schritt. Ein eeeeeeeeerster Schritt. Und welches wäre der Foooooolgeschritt? Und welches die naaaaaaaachfolgenden Schritte? Aber noch einmal: Welches Publikum wurde denn wann, wie und wo aufgerüttelt? Wo sich doch alle, die sich zum Thema äußern, selbst schon so unglaublich wenig - - - "aufgerüttelt" wirken? An anderer Stelle sagte Gabriela Sperl (Das Erste, wohl 2016):
Wir sind dankbar, daß uns die ARD, hier der BR und die ARD Degeto, für Filme, die dieses Verbrechen ins Bewußtsein bringen, Finanzierung und eine Plattform bieten. Wir brauchen die Zuschauerinnen und Zuschauer im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern. In einem der reichsten und freiesten Länder der Welt darf es das nicht geben. Wir dürfen kein Täterschutzland sein, sondern müssen ein Land sein, das die Opfer schützt. Vor allem unsere Kinder.

Spürt man das Formelhafte in diesen Worten? Den .... "Leerlauf"? Sagen diese Worte nicht mit jeder Nuance: Alles soll so bleiben wie es ist???

"Der geheimgesellschaftlich organisierte Zusammenschluß der Täter"

Die einzige Frage, die zu stellen ist, ist diese: Wie kann erreicht werden, daß solche Worte eben nicht leere Formeln bleiben? In der FAZ wurde Anfang 2016 anläßlich der Erstausstrahlung des Fernsehfilmes "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" in jeder zweiten Zeile betont, daß das in dem Spielfilm Dargestellte Wirklichkeit ist (5):

Alles, was hier dargestellt wird, beruht auf sorgfältigen Recherchen. Es sind keine fiktiven Fälle und Hintergründe, welche die Produzentin Gabriela Sperl zunächst mit Rolf Basedow und Philip Koch, nun mit den Autoren Friedrich Ani und Ina Jung zu einem Dossier der Schande zusammengetragen hat.
Ähm, und dann noch mal eine andere Frage: Ein solches Dossier müssen Fernsehjournalisten zusammen tragen? Schon dieser Umstand ist doch ein Zeichen dafür, daß unsere Demokratie, unser Rechtsstaat nicht funktionieren, daß in unserem Staat etwas kraß daneben liegt. Der Umstand nämlich, daß Innenministerien selbst nicht solche Dossiers zusammenzutragen scheinen. Oder Bundes- oder Landesämter für "Verfassungsschutz". Gegenfrage: Wie sollen die über sich selbst ermitteln? Weiter (5):
Kinderhandel ist ein lukrativer Wirtschaftszweig, wie Waffen- und Drogenhandel. Deutschland ist einer der besten „Absatzmärkte“. Besonders schwierig zu verfolgen und nachzuweisen sind die abscheulichen Verbrechen, die Erwachsene an den Wehrlosen begehen.
Na, nur gut, daß das - angeblich - so "besonders schwierig zu verfolgen und nachzuweisen" ist. Nur gut, oder? Wenn der politische Wille zur Verbrechens-Aufklärung und -Prävention wirklich vorhanden wäre, kann das doch nicht "schwierig" sein. Man wird doch wohl bitten dürfen. Man verbarrikadiert sich hinter Adjektiven wie "schwierig". Warum wird die Forderung des Journalisten Guido Grandt in der Politik nicht aufgenommen, daß Politiker ihre Mitgliedschaften in allen geheimen Gesellschaften angeben müssen? Warum wird nicht massiv über das Wirken satanismusnaher Geheimgesellschaften aufgeklärt so wie hier auf dem Blog seit 2011? Warum wird den Hinweisen nicht nachgegangen, daß viele Überlebende sexueller und ritueller Gewalt weltweit und unabhängig voneinander davon sprechen, daß diese sich im Umfeld oder innerhalb der Freimaurerei und des Jesuitenordens abgespielt habe? Aber nein, man schiebt es auf die Kinder, die Überlebenden. Die "Schwierigkeit" läge vor allem ... (5)
... an der Traumatisierung und Konditionierung der Opfer oder ihrer völligen Hilflosigkeit und an der Vernetzung und am geheimgesellschaftlich organisierten Zusammenschluß der „Täter“.
Immerhin, da ist ja dann offenbar doch einmal die Hauptschwierigkeit offen genannt: Der geheimgesellschaftlich organisierte Zusammenschluß der Täter. Also muß man sich doch endlich einmal mit diesen Geheimgesellschaften befassen, von denen auch die Überlebenden wieder und wieder sprechen. Warum wird nicht klar gesagt (wie hier auf dem Blog schon 2012), daß es sich hier um eine "Zombifizierung der Politik durch Okkultlogen" handelt? Warum wird nicht klar darauf hingewiesen, daß auch Geheimdienste geheimgesellschaftlich organisiert sind? Weiter (5):
Bis in höchste Kreise weisen die Spuren, die Täter sind Juristen und Politiker, vielleicht Minister, Arbeitgeber, Ärzte und sonstige Honoratioren. Mehr als die Hälfte von ihnen ist, so sagen Statistiken, nicht pädophil. Es geht um Macht und Kontrolle, um die Erniedrigung eines Mädchens oder Jungen zur Ware.
Dieser Satz ist geradezu verräterisch: "Mehr als die Hälfte von ihnen ist, so sagen Statistiken, nicht pädophil." Kraß. Darf man diese Statistiken einmal einsehen? Darf man einmal erfahren, aufgrund welcher Daten-Erhebungen sie erstellt worden sind? Wie kann man so genaue Aussagen über den Täterkreis machen, wenn man ihn nicht sehr genau kennt? Dieser Satz klingt wie eine Entschuldigung. Als ob hier ein Täter von seinen eigenen Taten spricht. Ja, so etwas mache ich. Aber: Nein, ich bin nicht pädophil, das müssen Sie wirklich nicht von mir denken. Und warum geht es dann um Erniedrigung? Weil man - als Satanist - das regierte Volk, das "Pack", insgesamt zur Ware erniedrigen will. Was sonst. Hört doch endlich auf, Bürger, denkt doch die Dinge zu Ende. Und weiter über den Fernsehfilm (5):
Nun sieht man, wie die Frau des brandenburgischen Bauunternehmers Kai Voss (Sebastian Hülk), Helen Voss (Jördis Triebel), die zehnjährige Lucy herrichtet, bevor sie in den Kofferraum des Geländewagens von Voss krabbelt, um von ihm zum Sex
nein, falsch formuliert, liebe Journalisten: ... um von ihm zum Verbrechen ...
mit einem Mann ausgeliefert zu werden. "Lebendpizza" heißt diese Art der Bereitstellung der "Ware" im Jargon. (...) Undurchsichtig bleibt der Innenminister (Matthias Matschke), sein Staatssekretär (Robert Schupp) zählt zum Kreis der Kinderschänder.

Man kommt aus der Atemlosigkeit schlichtweg nicht mehr heraus. Hier wird der Begriff "Lebendpizza" in einem deutschen Fernsehfilm, der am 20. Januar 2016 vor fünf Millionen Zuschauern ausgestrahlt worden ist, verwendet. Und in der Öffentlichkeit wird gehöhnt und geulkt, als nur wenige Monate später in den USA von einem "Pizzagate" (Wiki) die Rede ist, und "naive" Bürger glauben, hier sei an "Verschwörungstheorien" etwas dran. Völlig lächerlich, nicht wahr, daß naive Bürger soooooo etwas glauben! Völlig naiv! Da sieht man mal wieder, wohin die Verschwörungstheorie-Szene einen bringen und verleiten kann. Nicht wahr? Dabei: Gerade dieser Fernsehfilm hatte erst wenige Monate zuvor vollumfänglich die gänzliche Plausiblität des im Pizzagate Behandelten - schon von der Wortwahl her (!!!) - nahegeleg. Deutschland, Du Täterland, Du bist so was von bescheuert, so bescheuert, daß es nur so kracht.

Im Staat Friedrichs des Großen wäre das, was heute geschieht, unmöglich gewesen

Schon der deutsche Fernsehfilm "Operation Zucker" aus dem Jahr 2012 (1), der am 16. Januar 2013 auf dem Fernsehsender "Das Erste" ausgestrahlt wurde und dabei über sechs Millionen Zuschauer hatte (Wiki), hätte ein politisches Erdbeben in Deutschland auslösen müssen. Jede andere Wirkung dieses Filmes ist den in diesem Film dargestellten Inhalten nicht angemessen. Weil jede andere Wirkung dieses Filmes die Verbrechen perpetuiert, die Widerstandskraft des Volkes gegen diese Verbrechen weiter erlahmen läßt und den früheren und gegenwärtigen Leidtragenden dieser Verbrechen so gut wie alle Hoffnungen auf Frieden, Genugtuung und Gerechtigkeit nimmt. Weil auch die Täter selbst, die oft von Geburt an in diese Systeme hinein geboren werden, kein Mut und keine Kraft eingeflößt wird, aus diesem System auszubrechen und dafür vorzubereitende Aussteigerprogramme zu nutzen. Letztlich besteht fast die größte Gefahr solcher Fernsehfilme darin, daß die heutige Aufklärung über solche Verbrechen mehr dahin wirkt, daß die modernen Gesellschaften diese Verbrechen als etwas nicht Auszurottendes dulden und hinnehmen als daß sie jenes politische Erdbeben auslösen, das erforderlich ist, um solche Verbrechen unmöglich zu machen.

Warum wird über solche Verbrechen, die ein eindeutiger Indikator sind für die moralische Zersetzung unseres Gemeinwesens und für das Nichtfunktionieren des Rechtsstaates und der Demokratie überhaupt ausgerechnet und vornehmlich mit Hilfe eines Fernsehfilmes aufgeklärt? Warum hat nicht längst zuvor die Politik die Aufklärung dieser Verbrechen zur Chefsache erklärt, weil sie ja viel früher von ihnen erfahren hat und haben muß? Ist nicht dieser Befund allein schon ausreichend, um festzustellen, daß die Mehrheit der Spitzenpolitiker Pädokriminalität als Mitwisser vertuschen?

Das Entscheidende an dem Film ist, daß er - weithin unwidersprochen - davon ausgeht und darstellt, daß Rechtsbeugung mitten in Deutschland stattfindet, weil die Verbrecher in den Staatsanwaltschaften selbst sitzen, weil die Verbrecher Politiker sind, die wir auf Wahlplakaten sehen und wählen sollen. Das stellt dieser Fernsehfilm als Wirklichkeit in Deutschland dar und er löst damit kein politisches Erdbeben in Deutschland aus. Und damit sagen dieser Film und seine Wirkung schon alles über den politischen Zustand Deutschlands, ja, über das in der hiesigen Bevölkerung ausgeprägte Gefühl für Rechtsstaatlichkeit, Recht, Moral und Widerstandspflicht. Aber nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Nordhalbkugel und damit der Erde insgesamt.

Eine Demokratie, ein Rechtsstaat, die nicht schon auf die leiseste Andeutung des Bestehens solcher Verhältnisse - wie in diesem Film dargestellt - mit dem größten politischen Erdbeben ihrer Geschichte reagiert, sind das, was sie von sich selbst behaupten und nach außen von sich darstellen, nicht mehr. Waren sie es je? Und die so gepriesene verantwortungsvolle Bürgergesellschaft existiert gar nicht. Und der Schulunterricht, der uns einstmals zu "aufgeklärten", selbstbewußten Bürgern dieses Staates erziehen sollte, er war einfach gelogen und verlogen. Wir leben in einem Meer von Lüge.

Der Vorwurf "Lügenpresse" stimmt schon deshalb, weil in den etablierten Medien nicht jeden Tag mit dicken Lettern auf diese völlig unhaltbaren Zustände in Deutschland hingewiesen wird solange bis sie abgestellt sind. Eine Presse, die das nicht tut, küngelt und kooperiert vielmehr mit den vorliegenden Verhältnissen. Sie setzt die Prioritäten absolut falsch. Sie ist keine freie Presse. Sie ist eine erstunkene und erlogene Presse.

Um einmal einen historischen Vergleich zu bemühen: Kann man sich vorstellen, daß Zusammenhänge, wie sie in diesem Fernsehfilm dargestellt werden, im Staat Friedrichs des Großen der Öffentlichkeit bekannt geworden wären, ohne daß es zu einem politischen Erdbeben gekommen wäre wie wir es aus der Geschichte im Grunde noch gar nicht kennen? Kann man sich das vom Staat Bismarcks vorstellen? Otto von Bismarck wäre über das Wissen um solche Verbrechen hinweg zur "politischen Tagesordnung" zurückgekehrt, anstatt sie sofort zur Chefsache erklärt zu haben und auf das Schärfste politisch, juristisch und polizeilich verfolgen lassen? Ebenso Friedrich der Große? Es ist nicht bekannt, daß in früheren Jahrhunderten in einem Staat Verbrechen von einem solchen Ausmaß und von einer solchen Bedeutung öffentlich bekannt geworden sind, die dann nicht sofort scharf und nachhaltig bekämpft worden wären.

(Daß übrigens schon auf den ersten der beiden Fernsehfilme "Operation Zucker" bislang nicht in dem hier erörterten Sinne hingewiesen worden war hier auf dem Blog (außer 12, 13), lag einfach daran, daß der erste der beiden Fernsehfilme im Internet bis 2016 - offenbar - nicht frei zugänglich war, jedenfalls wußte der Bloginhaber nicht, daß er es doch schon war.  ... Angesichts der Bedeutung des hier Geschehenden erscheint uns diese Erklärung notwendig. Denn JEDER ist verpflichtet, vollumfänglich mit seinen Mitteln Aufklärung zu treiben, so schnell und so nachhaltig wie möglich. JEDER.)

Der Mainstream übernimmt die Kernthemen der alternativen Öffentlichkeit - und niemand merkt es

Zumindest für den vorliegenden Blog sind damit - der Sache nach - alle seine wichtigen Themen seit etwa 2011 in den öffentlich-rechtlichen Medien und in der großen Presse angekommen. Im Prinzip werden sie dort nicht mehr geleugnet und vertuscht, sie werden nicht nur mehr beschwiegen. Und es ist sehr bedauerlich, daß genau dieser Umstand scheinbar von der gesamten deutschen alternativen Öffentlichkeit übersehen worden ist.

Der in vielen von ihm behandelten Themen sehr schätzenswerte Blog "Filmdenken" von Daniel Hermsdorf liefert zu dem Suchwort "Operation Zucker" gar kein Ergebnis. Jürgen Roth, Thilo Jung, Ken Jebsen, Gerhard Wisnewski, Wolfgang Eggert, Alexander Benesch, Andreas Popp - niemand scheint sich - nach dem ersten Durchsehen von Suchmaschinen-Ergebnissen - zu diesem Film geäußert zu haben. Auf den ersten Blick jedenfalls findet man nichts. Innerhalb der alternativen Öffentlichkeit haben diese beiden Fernsehfilme und ihre Implikationen keinerlei Erörterungen ausgelöst. Auch Guido Grandt scheint sich zu dem Film selbst nicht ausführlicher geäußert zu haben. (Er hätte es auch am wenigsten nötig, schließlich hat er zu genau diesem Thema genug publiziert.) Auch auf der "netzwerk b"-Seite scheint sich niemand zu diesen Fernsehfilmen geäußert zu haben. Immerhin hat Andrea Sadegh angemessen kritisch Stellung genommen (17). (Die Internetseite von Andrea Sadegh scheint überhaupt viele, wertvolle Auskünfte, auch zu Forschungsstudien zu enthalten.) Und ein "nereus" stellt auf dem "Gelben Forum" die tatsächlich zu stellende Frage (14): "Warum gerade jetzt?" - gemeint: Warum gerade jetzt die Produktion und Ausstrahlung dieses Filmes mit fünf Millionen Zuschauern? Sollen wir jetzt alle zu lammfrommen Mitwissern gemacht werden? Das wäre meine Vermutung. "nereus" allerdings gibt auf seine Frage keineswegs eine besonders hintergründige Antwort.

Diese beiden Fernsehfilme fordern notwendigster Weise die breiteste denkbare Erörterung in der Öffentlichkeit heraus. JEDER deutsche Politiker hat zu den hier dargstellten Inhalten verbindlich und klar Stellung zu nehmen. JEDER. Und die Deutschen dürfen nichts anderes tun, als das "Establishment" JEDEN Tag auf diese Zustände hinzuweisen. Was sonst sollte Sinn machen?

Abb. 2: Herkules im Kampf mit der Hydra (von Antico, um 1490)

[13.1.2022] Es besteht also sehr viel Anlaß, sich bewußt zu machen, was soeben die archäologische Forschung heraus bekommen hat (18): Der Kampf des Herkules mit dem Löwen war kein Mythos. Nach der Eiszeit ist zwar der Höhlenlöwe in Europa ausgestorben. Der Afrikanische Löwe lebte jedoch noch mindestens bis zum Ende der Bronzezeit in Ungarn, der Ukraine, in Rumänien, Bulgarien und in Griechenland. Sogar in der Heimatstadt des Herkules, in Tyrinis, sind schon vor Jahrzehnten Löwenknochen gefunden worden. Dennoch zögerten die Archäologen lange mit der Einsicht, daß der Kampf des Herkules mit dem Löwen kein Mythos gewesen sein muß. Um so mehr Knochen von Löwen sich angefunden haben in den genannten Ländern, um so mehr sind sie gezwungen, das anzuerkennen. Zumal es auch vielfache authentische Darstellungen von Löwen in der mykenischen, bronzezeitlichen Kunst gibt. Und spätestens mit der Fernsehfilm-Doku "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" ist die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt jemals ein Zeitalter auf Erden geben wird, in denen es keine Raubtiere gibt. Und in denen deshalb kein Herkules von Nöten wäre. (Ob ein solcher Herkules allerdings ausgerechnet auf Anti-Corona-Demo's zu finden sein könnte, könnte ebenfalls in Zweifel stehen.)


/ noch mal leicht überarbeitet: 11.4.2018,
erneut leicht überarbeitet: 25.8.2019
Ergänzungen: 13.1. und 31.3.2022 /

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*) [Ergänzung 11.2.2018] Nach mehrfachen Nachfragen eine kleine Begriffsgeschichte zu dem schönen Begriff "Verschwörungsleugner". Dieser Begriff wurde 2014 von Olav Müller (SPD Offenbach) auf einer Montagsdemonstration am Brandenburger Tor benutzt (da war er für den Verfasser dieser Zeilen zum ersten mal zu hören). Er war aber - wie Internetrecherche ergibt - schon 2012 von Andreas Popp benutzt worden (Wissensmanufaktur 2012). Auch Andreas Popp hatte den Begriff wohl nur aus dem Englischen übernommen, denn dort wurde er beispielsweise 2010 auf Alex Jones' "Infowars"-Portal von einem Paul Joseph Watson benutzt als "conspiracy denial" (Infowars 2010). Aber auch von ihm stammt dieser Begriff nicht, denn er wurde schon spätestens 2003 in der 9/11-Wahrheitsbewegung von Jerry Russell und Richard Stanley benutzt (Aufsatz "The Roots of Conspiracy Denial - A review of Daniel Pipes' "Conspiracy: how the paranoid style flourishes and where it comes from" ") (911-Strike, 2003). Soweit eine kurze Recherche. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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  1. Operation Zucker. 90 Minuten, ARD und Bayerischer Rundfunk, 2012, Fernseherstausstrahlung Januar 2013, https://www.youtube.com/watch?v=XD0A74UuwPw, https://www.youtube.com/watch?v=pbmBkDl9C0o
  2. Operation Zucker - Jagdgesellschaft. ARD, 2016, Fernseherstausstrahlung Januar 2016, https://www.youtube.com/watch?v=COxUhN0PZEc
  3. Denk, David: Fortsetzung zum Missbrauchsfilm "Operation Zucker" Dreharbeiten unter Geheimhaltung. Süddeutsche Ztg., 22. Mai 2015, http://www.sueddeutsche.de/medien/spielfilm-im-verborgenen-1.2488545
  4. Palma, Claudia: Film über Kindesmissbrauch in Deutschland. MAZ, 18.1.2016, http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/Film-ueber-Kindesmissbrauch-in-Deutschland
  5. Hupertz, Heike: Was Kinderschänder anrichten Der Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“. In: FAZ, 20.01.2016, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/der-ard-film-operation-zucker-jagdgesellschaft-14023177.html
  6. Ehrenberg, Markus: Was an dem ARD-Film über Kindesmissbrauch wahr ist. In: Tagesspiegel, 2016, http://www.tagesspiegel.de/medien/operation-zucker-was-an-dem-ard-film-ueber-kindesmissbrauch-wahr-ist/12860068.html
  7. Meinholz, Viktoria: Kinderprostitution - die Realität ist schlimmer als jeder Film. In: Stern, 21.1.16, http://www.stern.de/familie/leben/operation-zucker-zweiter-teil-bei-kinderprostitution-ist-die-realitaet-schlimmer-als-jeder-film-6659484.html
  8. Hickisch, Astrid: "90 Prozent der Täter sind Männer" - Produzentin Gabriela Sperl und "Operation Zucker". BR, 09.01.2013, http://www.br.de/themen/kultur/inhalt/gesellschaft/operation-zucker-hintergrund-100.html; zugehöriges Interview: http://www.br.de/mediathek/video/video/a-interview-gabriela-sperl-100.html
  9. Bading, Ingo: CIA-Sexsklavinnen für Spitzenpolitiker? Angela Lenz und Jessie Marsson in Deutschland - Cathy O'Brien in den USA. Auf: GA-j!, 2. März 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/03/cia-sexsklavinnen-fur-spitzenpolitiker.html
  10. Bading, Ingo: Thomas de Maizière - ein Minderjährigenbordell-Vertuscher - Treten Sie zurück, Frau Angela Merkel - und mit Ihnen Ihr ganzes gräuliches Kabinett! Auf: GA-j!, 5. März 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/03/thomas-de-maiziere-ein-kinderbordell.html
  11. Jung, Ina; Lemmer, Christoph: Der Fall Peggy. Die Geschichte eines Skandals. 2013; Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=v_DVTu6hxj0
  12. Bading, Ingo: "Operation Zucker" - Jessie Marsson hat recht Zumindest in einigen seiner sehr konkreten und ungewöhnlichen Behauptungen. Auf: GA-j!, 14. September 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/09/operation-zucker-jessie-marsson-hat.html
  13. Bading, Ingo: Elitärer Satanismus im Ersten Deutschen Fernsehen Sandra Maischberger nimmt sich des Themas rituelle Gewalt an Kindern an. Auf: GA-j!, 22. Januar 2016, http://studgenpol.blogspot.de/2016/01/elitarer-satanismus-im-ersten-deutschen.html
  14. nereus: Operation Zucker - warum gerade jetzt? Gelbes Forum, 21.01.2016, http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=391302
  15. Bading, Ingo: Herrschaftsverhältnisse, die stabilisiert werden durch die Vertuschung von Pädokriminalität. GA-j!, 17. Juli 2015, http://studgenpol.blogspot.de/2015/07/herrschaftsverhaltnisse-die.html
  16. Schaaf, Julia: „Ich bin nicht bereit, die Heldin zu geben“ - Nadja Uhl im Gespräch. Frankfurter Allg. Ztg., 05.01.2013, http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/nadja-uhl-im-gespraech-ich-bin-nicht-bereit-die-heldin-zu-geben-12015712.html
  17. Sadegh, Andrea: Operation Zucker. Januar 2016, http://traumabasedmindcontrol.com/index.php/operation-zucker/
  18. Zimmer, Katarina: When lions roamed Europe. The Atlantic, 9.1.2022, https://www.theatlantic.com/science/archive/2022/01/archaeologists-find-lion-bones-europe/621201/

Freitag, 31. Juli 2015

Bernd Lucke - Er sabotierte seine eigene Partei - Wer tut es noch?

Schon im September 2013 sah dieser Blog - der "Oberverdachtschöpfer"-Blog - über Bernd Lucke klar

Abb.: Bernd Lucke, April 2013
Fotograf: Mathesar
Bernd Lucke - mit seiner kinderreichen Familie und seinem sachkompetenten Auftreten kam er einem von Anfang an so seriös und so sympathisch herüber. Bis heute ist ein wenig Bedauern darüber zurück geblieben, dass er sich von seiner Partei und sie sich von ihm verabschiedet hat. Doch bei der Durchsicht der Rundbriefe, die ich manchmal per Email an Freunde versende, stoße ich aber gerade auf folgenden Rundbrief vom 29. September 2013, den ich im Betreff betitelt hatte "Bernd Lucke sabotierte bewusst seine eigene Partei und sich selbst". Und ich merke, dass ich schon vor zwei Jahren ein klares Urteil über ihn hatte. Darin schrieb ich nämlich:

Leider hat Jürgen Elsässer sein Interview im letzten Compact-Heft mit Bernd Lucke nicht vollständig ins Netz gestellt (Compact 09/2013), dort steht nur:
Elsässer: Nun hat die AfD mit dem Euro nicht nur ein recht trockenes Thema in den Fokus Ihres Wahlkampfauftrittes gestellt, sondern macht das für Otto Normalverbraucher auch noch zusätzlich kompliziert: Statt einem plakativen „Raus aus dem Euro“ vertritt Ihre Partei ein sehr anspruchsvolles Modell einer allmählichen Umstellung mit Währungs-Zweigleisigkeit. Wer soll das kapieren?
Lucke: Ich will nicht populistisch sein, sondern ehrlich. Mir wurde Populismus vorgeworfen, dabei geht es mir gerade ums Gegenteil: Wir vertreten nur das, was wir für richtig halten.
Im Gesamt-Interview wird dann aber noch wesentlich klarer, warum die AfD nicht in den Bundestag kam. Weil sie bewusst das Euro-Thema in den Vordergrund gestellt hat. Und bewusst das Zuwanderungs- und Sarrazin-Thema nicht. Wer sich bewusst so positioniert in dem sicheren Wissen, dass er mit einem anderen Thema viel sicherer im Bundestag wäre, dem kann ich nicht mehr vollständig Vertrauen entgegenbringen. Vielleicht kann ich dem Lucke noch unterstellen, dass er und seine Partei "zu schnell" in der Politik gelandet sind und deshalb etwas zögerlich vorgehen. Aber sonst sehe ich für dieses Verhalten keine Entschuldigung.

Bernd Lucke: "Ich will nicht populistisch sein"

Zuvor war schon ganz klar erörtert worden, was die den Wählern noch viel mehr auf den Nägeln brennenden Themen sind:
Jürgen Elsässer:  „Deutschland schafft sich ab“ prognostiziert Thilo Sarrazin. Teilen Sie seinen Befund?
Bernd Lucke: Sarrazin gebührt das große Verdienst, mit seinem Buch auf wichtige Missstände in Deutschland hingewiesen zu haben: Unsere Bildungsmisere, Integrationsprobleme von Zuwanderern, unser enormes demographisches Problem. Das alles wird von der Politik gerne totgeschwiegen, weil sie die erforderlichen unbequemen Antworten nicht geben will. Dennoch würde ich nicht von „Deutschland schafft sich ab“ sprechen, weil das ja so klingt, als ob wir die Selbstabschaffung aktiv betreiben. Tatsächlich ist Deutschland einfach schwach und nachgiebig gegenüber schleichenden Veränderungen, die langfristig die Substanz unserer Gesellschaft bedrohen. Diese Schwäche Deutschlands, dieser Mangel an Selbstbewusstsein und der fehlende Mut, offen zu sagen, was für uns gut und wichtig ist, ist freilich nicht minder alarmierend, als wenn irgendwo aktiv selbstzerstörerische Kräfte am Werk wären.
Ja, warum tat er es dann nicht selbst im Wahlkampf? Was für ein Schwachsinn! Lucke redet so und handelt so. Blödsinn hoch fünf. Und weiter heißt es:
Elsässer: Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ hat sich 1,4 Millionen mal verkauft. Sein Nachfolger „Deutschland braucht den Euro nicht“ ging nur 180.000 mal über die Ladentheke. Bedeutet dass, dass das Euro-Thema weniger zieht als der Problemkreis Einwanderung/Islam/Demographie?
Lucke: Ich glaube ja. Das Thema Islam und Zuwanderung emotionalisiert mehr als das Thema Geld und Währung. Aber für die AfD ist es schwierig, aus dieser Feststellung Konsequenzen zu ziehen. Das Euro-Thema ist nun mal die Wurzel unseres Engagements. Und das Thema ist enorm bedeutend: Es betrifft unsere langfristige finanzielle Stabilität ebenso wie unsere demokratisch-parlamentarische Kultur, unsere freiheitlich-rechtsstaatlichen Traditionen und unsere Souveränität innerhalb Europas. Doch so wichtig das alles ist: Wir sind keine Ein-Themen-Partei, auch wenn uns die Presse gerne so darstellt. Gerade die von Sarrazin aufgegriffenen Probleme, Bildung, Zuwanderung und Demographie werden auch in unserer Programmatik sehr stark betont.
Wer so redet, sabotiert seine eigene Partei. Bewusst. Da brauche ich dann gar nicht mehr nach "sonstigen" Wahlfälschungen zu suchen. Dies hier ist schon die größte.

So schrieb ich damals. Und bin grade über meine eigenen damaligen Worte erstaunt. Und ein politisch Superkluger schrieb mir damals noch:
Professor Lucke macht das richtig.
Und so weiter und so fort. Und eine andere Bloggerin schrieb mir damals auf diesen Rundbrief:
Wieder einmal betätigst Du Dich als Oberverdachtschöpfer. Die Antworten des Bernd Lucke, die Du anführst, sind doch durchaus integer.
Sie würden das wohl heute so nicht mehr schreiben. Hoffe ich einmal. Die AfD selbst sieht es heute jedenfalls anders. Anders als sie und als der politisch Superkluge. Aber dieser Blog liest halt nur genau. Und er zieht daraus ohne alle Schnörkel die notwendigen Schlussfolgerungen. Und er ist deshalb ein: Oberverdachtschöpfer. Er denkt über seine Mitmenschen immer nur das Allerschlimmste.

Samstag, 30. Mai 2015

Eine geheime Diktatur im Innern vorgeblich offener, freier Gesellschaften

Zur Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften
Politikwissenschaftler - Macht Euch endlich nützlich!

Macht es nicht Sinn, die Theorien zum "Totalitarismus" des 20. Jahrhunderts allmählich auch auf die angeblich so antitotalitär ausgerichteten "westlichen Demokratien" anzuwenden? Und auch bezüglich dieser Staaten von "totaler Politik" zu sprechen? Nämlich eine Politik, die die Menschen und Völker "total" erfassen will?

Orwell verstehen: Wichtige Biographie (1988)
In der etablierten Geschichtswissenschaft wird typischerweise nur das Vordergrundgeschehen behandelt und auf Hintergrundpolitik so gut wie gar nicht eingegangen. Schon das ist eine Geschichtsfälschung, wenn doch inzwischen gut bekannt und erforscht ist, welche Macht und welchen Einfluss seit 1917 beispielsweise der sowjetische Geheimdienst hatte, seit 1933 die Gestapo und ihre Nachfolge-Organisationen BND, MAD, „Bundesamt für Verfassungsschutz“1 und das Ministerium für Staatssicherheit und spätestens seit 1945 auch der amerikanische CIA. Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob der CIA tatsächlich erst 1945 - geradezu wie „Phönix aus der Asche“ - so machtvoll geworden sein soll. (Wenn man nämlich bedenkt, welch gute Kontakte Allen Dulles von der Schweiz aus vor 1945 zu den Führungskreisen des nationalsozialistischen Deutschlands hatte - nicht nur zu dezidierten Widerstandskreisen - drängen sich nämlich noch ganz andere Gedanken auf. Ebenso wenn man bedenkt, welche Rolle der britische Geheimdienst beim Flug von Rudolf Heß 1941 hatte und wie sehr er hierfür die Umgebung von Rudolf Heß "infiltriert" hatte. Aber diese Dinge hier nur am Rande.)

"Wollt ihr die totale Politik?"

Einer der frühesten Vordenker einer solchen Totalitarismus-Theorie wäre natürlich George Orwell, der ja - nach seinem Biographen Hans-Christoph Schröder (1988) - in seinem Roman "1984" gar nicht einen Zukunftsroman geschrieben hat, sondern seine Gegenwart und die jüngste Vergangenheit des Jahres 1948 in Großbritannien nachgezeichnet hat.

Diese Totalitarismus-Theorie hätte davon auszugehen, dass auch moderne demokratische Staaten "Wahrheitsministerien" kennen, dass die Gewaltenteilung faktisch aufgehoben ist und so weiter. Und sie hätte insbesondere die Mechanismen herauszuarbeiten, aufgrund derer diese Phänomene zustande kommen. Es wäre dann zu formulieren eine Theorie, wie Geheimdienste überhaupt funktionieren und arbeiten und damit "gelenkte Demokratie" betreiben (ein Euphemismus für Totalitarismus). Oder "gemanagte Demokratie" nach dem Ausdruck von Sheldon S. Wolin (2010).

Erstausgabe 1948
Noch heute wird auf dem Wikipedia-Artikel zu Totalitarismus gleich einleitend auf den Gegensatz zwischen Totalitarismus und westlicher Demokratie abgehoben. Ist das nicht ein Witz? Ein vielleicht immer schlechter werdender? Auch der englischsprachige führt nicht weiter, enthält aber immerhin einen "weiterführenden" Verweis auf das Stichwort "Totalitarian democracy". Genau, das ist der Grundgedanke, der in diesem Beitrag formuliert werden soll! Aha, und hier wird klar, dass der Autor F. William Engdahl den Grundgedanken dieses Blogartikels auch schon 2009 erörtert hat:
In "Full Spectrum Dominance - Totalitarian Democracy and the New World Order", Engdahl focuses on the American drive to achieve global hegemony through military and economic means. According to him, U.S state objectives have led to internal conditions that resemble totalitarianism: "[it is] a power establishment that over the course of the Cold War has spun out of control and now threatens not only the fundamental institutions of democracy, but even of life on the planet through the growing risk of nuclear war by miscalculation".
Sollten die 9/11-Wahrheitsbewegung, die alternative Öffentlichkeit und der investigative Journalismus seit etwa 2001 noch nichts Weitergehendes hervorgebracht haben zur Totalitarismus-Theorie westlicher Demokratien als diese beiden Autoren F. William Engdahl und Sheldon S. Wolin? Sheldon S. Wolin scheint noch wesentlich klüger zu sein als Engdahl, heißt es über Wolin doch auf dem genannten Wikipedia-Artikel:
While exploiting the authority and resources of the state, [inverted totalitarianism] gains its dynamic by combining with other forms of power, such as evangelical religions, and most notably by encouraging a symbiotic relationship between traditional government and the system of "private" governance represented by the modern business corporation. The result is not a system of codetermination by equal partners who retain their respective identities but rather a system that represents the political coming-of-age of corporate power.
Natürlich gibt es zu dieser Theorie inzwischen zahlloseste Ansätze. Aber wo findet man sie kompakt und treffend zusammengefaßt zwischen zwei Buchdeckeln? Diese Theorie hätte darauf abzuheben, dass es - nach Konrad Lorenz - Diktatur durch Gewalt und Diktatur durch Verwöhnung gibt.

Die psychologischen Abteilungen der Geheimdienste

Sie hätte darauf abzuheben, dass der innere Kern der großen Geheimdienste aus quasi-wissenschaftlichen, universitätsähnlichen Abteilungen gebildet wird (gerne auch geheimen oder halböffentlichen "Thinktanks"), in denen vor allem die begabtesten und bestgeschultesten Psychologen arbeiten (etwa dargestellt in Victor Ostrovsky's "Geheimakte Mossad" [1994]). Eine Ahnung davon vermitteln auch die Doktorarbeiten, die an der Hochschule der Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche-Golm erstellt wurden.

Mit a) dem Wissen über jeden einzelnen Politiker, Journalisten, höheren Staatsbeamten und über jedes für einflußreich geltende Mitglied fundamentaloppositionellen Gruppen, das Geheimdienste generieren (beispielsweise die 30.000 Personalakten, die der CIA für Italien zusammengestellt hat [siehe "Terrorjahre" von Regine Igel]) und mit b) den Handlungsmöglichkeiten, die Geheimdiensten offenstehen (siehe das Agieren der Geheimdienste in den letzten Jahrzehnten, dargestellt in zahlreichen Büchern), steht diesen Abteilungen eine geradezu unbegrenzte Klaviatur der Machtausübung zur Verfügung. Diese Klaviatur hätte eine Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften abzubilden. Hier wären wohl vor allem zu unterscheiden
  1. die Geheimdienst-Abteilungen für Individualpsychologie einzelner Personen,
  2. die Geheimdienst-Abteilung für Gruppenpsychologie kleinerer oder größerer Gruppen, die gebildet oder zersetzt werden sollen (Bundestagsfraktionen oder Gruppierungen, die fundamentaloppositionelle Tendenzen vertreten, die "aufgefangen" werden müssen wie etwa die Ludendorff-Bewegung, NPD, Grüne, Bündnis 90, 9/11, Piraten, Pegida, AfD ... und so endlos weiter, sowie die dort bestehenden jeweiligen "Flügel" und ihre Flügelkämpfe [z.B. Fundis gegen Realos etc.]), also sprich Abteilungen zur Zersetzung von Gesellschaftsreform bei gleichzeitiger Simulation von ... "Gesellschaftsreform"
  3. die Abteilungen zur Massenpsychologie ganzer Gesellschaften, die über die Massenmedien seit Jahrzehnten in einen Zustand der Dauerbetäubung, der Denkfaulheit, Denkträgheit und damit der Handlungsunfähigkeit versetzt werden ("Wohlfühl-Demokratie" etc.). Auch hier ist natürlich jedes Volk, jeder Staat entsprechend seiner spezifischen Eigenarten zu behandeln und muss die ihm gemäße "Sonderbehandlung" und "Umerziehung" erfahren. Die Deutschen beispielsweise kann man seit 1918 gut mit der Vertiefung von "Schuldkomplexen", von "Kollektivschuld" und "-verantwortung" beharken. Und so jedes Volk, jedes Land ein wenig anders. Diese Abteilungen sind insbesondere auch mit dem Kulturleben befaßt, fördern beispielsweise (spätestens seit 1945) massiv "moderne" Kunst und Literatur, sowie seichte Unterhaltung, wobei zugleich echten kulturerhaltenden Bestrebungen und Personen das "Wasser abgegraben" wird.
Dies wären zunächst die mir derzeit am wichtigsten erscheinenden Teile einer solchen Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften. Dass das leitende Personal all dieser Abteilungen durch Regierungskriminalität und durch archaischste Religiosität und Okkultismus in Hochgradlogen und okkulten Priesterorden mitsamt elitärer Pädokriminalität und elitärem Satanismus auf ihre Ziele ausgerichtet und konditioniert wird ("Zombifizierung" nennt das der elitäre Satanist Ralph Tegtmeier, ebenso E. R. Carmin in "Das schwarze Reich"), ist ja hier auf dem Blog schon eingehend behandelt worden.

Diese natürlich sehr intelligenten Mitarbeiter sind oftmals im Grunde bemitleidenswerte Geschöpfe, die möglicherweise aufgrund eigener schwerer Kindheitserfahrungen, aufgrund von Erpressung und ähnlichem fast gar nicht anders können, als so konditioniert zu handeln, wie sie es heute eben tun und schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Sie können von ihrer Menschlichkeit her gesehen an wenig anderes erinnern, als an die Folterknechte des KGB, der Gestapo und US-amerikanischer Folterlager und Menschenversuche (etwa nach 1945 in Berlin-Lichterfelde in der ehemaligen preußischen Kadettenanstalt, wo noch heute nirgends an diese Verbrechen der US-amerikanischen Menschenversuche erinnert wird).

Ergänzungen, Korrekturen, Hinweise zu diesen Ausführungen willkommen!

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1Vgl. etwa Schenk, Dieter: Die braunen Wurzeln des BKA. Fischer Taschenbuch 2003; siehe dazu auch viele Beiträge von Ingo Bading auf dem Internetblog „Gesellschaftlicher Aufbruch – jetzt!“

Samstag, 5. Oktober 2013

"Wer hat bloß diesen Käse zum Bahnhof gerollt ..."

Ein Lied gegen jede Form von geballter Schwermut


Ein Stier ...
"Wer hat bloß diesen Käse zum Bahnhof gerollt", singen die deutschen Soldaten im Sommer des Jahres 1945 auf die neuen Machthaber.

So wird es jedenfalls dargestellt in dem bärbeißigen Roman "Der Major und die Stiere" von Hans Venatier (1903-1959) (Wiki) (1).

Es geschieht das in dem Kapitel "Alles Käse !" (1, S. 30-53).

An welche Typen und Geschehnisse man bei diesem Lied alles denken kann. Und ist es nicht notwendig, sich mitunter mit einem solchen Lied eine womöglich über viele Jahrzehnte hinweg angesammelte geballte Schwermut vom Leibe zu halten?

Darum sei in diesem Beitrag einmal auf dieses Lied hingewiesen in allen Versionen, die zugänglich sind. "Auf allen Kanälen", die einem möglich sind. - Aber, Achtung, leider ist das Lied ein Ohrwurm. Den darf man sich nur sehr dosiert zu Gemüte führen. -

... und die "Ami"
Es sei am Rande bemerkt, daß der Roman "Der Major und die Stiere" 1956 auch verfilmt worden ist. Allerdings besteht der dringende Verdacht, daß es sich dabei um keine besonders gelungene, also wertvolle, angemessene Verfilmung handelt.

Sollte aber einmal eine Film-Dokumentation erstellt werden über die Geschichte der Friedensbewegung oder über die Geschichte der Partei "Die Grünen", wäre dieses Lied sehr geeignet für die Titelmusik. Natürlich eignet sich dieses Lied auch als Titelmusik für die Behandlung zahlreicher weiterer zeitgeschichtlicher Entwicklungen und gehijackter gesellschaftlicher Bewegungen der weltweiten Zeitgeschichte seit etwa 1945 ..... Oder noch anders: Vielleicht ist dieses Lied erst die rechte deutsche Nationalhymne, nach der seit 1945 so nachhaltig gesucht wird - ?

Zugänglich ist es in einer Klavierfassung (Yt.). Beim Anhören kann man den "bedeutungsschweren" Text schon einmal mitsummen:
Wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt ?
Das ist 'ne Frechheit, wie kann man so was tun,
Denn er war noch nicht verzollt !
Die Polizei hat sich hineingelegt,
jetzt ist sie böse sehr und grollt,
Ja wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt.
Außerdem ist das Lied zugänglich in zwei historische Fassungen mit originalem Gesang aus dem Jahr 1926 (Yt.1, Yt.2). Der Erläuterungstext lautet:
"Dieser Nonsens-Schlager wurde von Franz Strassman verfaßt. Die vorliegende Aufnahme entstand etwa im Mai-Juni 1926 in Berlin, den Refrain singt Max Kuttner."
Es ist anwendbar auf eine große Fülle von zum Bahnhof gerolltem Käse.

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  1. Venatier, Hans: Der Major und die Stiere. Roman. Düsseldorf 1953 (6. Auflage), 1955 (Google Bücher), 1983 (Google Bücher)

Sonntag, 18. August 2013

Ulrike Meinhof - okkultgläubig wie Verena Becker, Gudrun Ensslin und Christian Klar?

Manche Ähnlichkeiten zwischen Verena Becker und Rudolf Heß sind auffallend

Der folgende Blogartikel wurde schon - gemeinsam mit einem anderen - vor zwei Jahren hier auf dem Blog veröffentlicht (16/02/2011, 18/2/2011), nämlich während des Prozesses gegen Verena Becker in Stuttgart-Stammheim. Er soll hier noch einmal gebracht werden, um unten eine wichtige, bestätigende Ergänzung und Erkenntniserweiterung anzufügen.

Vor zwei Jahren hatten wir geschrieben: Es mag auf den ersten Blick oberflächlich, blöd, verletzend oder wie auch immer sonst klingen und es ist natürlich auch nach vielerlei Richtungen hin völlig verkehrt. Sensationsheischend wollen wir mit solchen Thesen jedenfalls nicht herüberkommen.

Dennoch: Hat Verena Becker vor Gericht in Stuttgart nach den Pressefotos der letzten Monate nicht einen *irgendwie* ähnlichen Gesichtsausdruck wie Rudolf Heß 1945/46 in Nürnberg? Und ist nicht sogar das Verhalten von beiden vor Gericht sehr ähnlich? Ja, es wird mehr oder weniger Zufall sein: Aber man könnte sie sogar rein physisch für Vater und Tochter halten.

Warum kommt uns das nur in den Sinn? Rudolf Heß war definitiv okkultgläubig und hat sich von einer Wahrsagerin, die für den britischen Geheimdienst arbeitete, 1941 dazu verleiten lassen, nach England zu fliegen (siehe Schmidt / "Botengang eines Toren") (siehe inzwichen jüngere Beiträge hier auf dem Blog zur "Schicksalsgläubigkeit des Adolf Hitler"). Er hat auch in der Gefangenschaft und vor Gericht viele Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die sich auf diese Okkultgläubigkeit zurückführen lassen.

Daß sich Verena Becker viel mit Esoterik beschäftigt hat, steht nicht nur, wie im vorletzten Beitrag hier auf dem Blog kurz erörtert wurde (16/02/2011), in der Bild-Zeitung, sondern ist in allen Medien verbreitet worden. Das kann man schnell den ersten Google-Treffern zu den Suchworten "Verena Becker esoterisch" entnehmen. Im folgenden eine chronologisch geordnete Auswahl (Süddt. 30.8.10):
Die frühere RAF-Frau Verena Becker, die 1989 begnadigt worden war, ist Heilpraktikerin geworden. Die 57-Jährige betet und sucht Sinn im Über-Sinn der Esoterik. Das ist in ihrem Fall nicht nur Homöopathie für den Hausgebrauch - sie schätzt das "intuitive Schreiben", bei dem einer sofort niederschreibt, was ihm gerade durch den Kopf geht. Akademien empfehlen die Methode als "Weg, um mehr über sich zu erfahren, die eigenen Wünsche besser kennenzulernen und der inneren Stimme Gehör zu verschaffen: Schreibend finden Sie Orientierung und tanken Selbstbewusstsein".  

Dieser Weg zur Selbsterkenntnis hat die schwerkranke Becker nun in die Untersuchungshaft geführt. Als Fahnder einige der in der vorvergangenen Woche in ihrer Wohnung sichergestellten Notizen auswerteten, stießen sie auf tagebuchähnliche Einträge zum sogenannten "bewaffneten Kampf". Keine Pamphlete, sondern Dialoge mit sich selbst.

Noch sind nicht alle Unterlagen ausgewertet und auch die vielen esoterischen Exkurse, die auf der sichergestellten Festplatte zu finden sind, bedürfen noch der Aufarbeitung, aber schon die erste Lektüre elektrisierte die Fahnder. Becker fragte Becker nach ihrer Verantwortung für den Anschlag eines RAF-Kommandos im April 1977, bei dem der damalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter starben. Auch beschäftigte sich Becker intensiv mit der Frage, ob sie Kontakt zu Michael Buback aufnehmen solle, dem Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts.
Richter Wieland verliest dann eine Passage aus Notizen von Becker, die sie am 7. April 2008, dem 31. Jahrestag des Buback-Mordes, verfasst hat. Sie habe überlegt, ob sie für Buback beten solle. Aber: "Die Zeit für Reue und Schuld ist noch nicht da." Es sei "noch ein weiter Weg". Zur Sprache kommt auch, dass Becker einen Brief an Michael Buback, den Sohn des Ermordeten, verfasst habe. Auf Anraten ihres Anwalts habe sie das Schreiben jedoch nie abgeschickt. "Spirituell haben Herr Buback und ich einen Konflikt, den es noch zu heilen gilt" , hatte Becker laut Vernehmungsprotokoll erklärt. 
"Die Zeit der Reue und Schuld ist noch nicht da."

... Und Rudolf Heß sagte: "Ich bereue nichts!" Das sind schon recht auffallende Parallelen. Oder (Tagblatt, 1.10.10):
Dazu kommen Schriftstücke, die Becker im Rahmen einer esoterischen I-Ging-Befragung angefertigt habe, die ebenfalls ihre Täterschaft belegen sollen.
An dieser Stelle übrigens der Hinweis auf den noch heute wichtigen Blog von Michael Buback zum Prozeß gegen Verena Becker. Wenn man gründlicher sucht im Netz, findet man vielleicht noch weitergehendere Angaben zu den esoterischen Interessen von Verena Becker, als diese wenigen. (Zu den ebenfalls vermuteten esoterischen Interessen von Christian Klar finden sich übrigens derzeit - zumindest auf den vorderen Googleplätzen - keine Hinweise.)

Wir wollen hier durch den rein äußeren Vergleich zwischen Verena Becker und Rudolf Heß niemanden der Angehörigen oder der Opfer beleidigen oder verharmlosen. Wir wollen nur darauf hinweisen, daß Okkultgläubigkeit gegebenenfalls zu ähnlichen Verhaltensweisen und zu ähnlicher Mimik vor Gericht bei Anklage wegen Mordes führen kann. (Irre: Sogar dunkle Brillen sind von einigen Angeklagten in Nürnberg getragen worden ...)

Ulrike Meinhof - "sehr stark in den okkultistischen Sog hineingeraten"

Erschienen 1979
So, und jetzt (18. August 2013) finden wir in dem nicht unwichtigen Buch "Das Testament des Bösen" des Journalisten Horst Knaut, eines verdienstvollen Vorgängers von Guido Grandt, aus dem Jahr 1979 folgenden mehr als interessanten Hinweis (1, S. 296 - 299; Hervorhebungen nicht im Original):
"Wer einmal in diesem Boot sitzt, der kommt da so schnell nicht wieder raus" - das sagte mir vor zwölf Jahren eine Hamburger Journalistin. Mit ihr unterhielt ich mich über Okkultismus. Und sie wußte mir aus diesen Bereichen einiges zu erzählen.

Damals konnte ich nicht ahnen, wie oft ich noch in den folgenden Jahren an diesen Ausspruch gerade aus dem Mund dieser Frau denken sollte. Schon einige Zeit danach konnte ich ihren Satz ergänzen: "Wer einmal in diesem Boot sitzt, der kommt da so schnell nicht wieder raus - oder er kommt darin um!"

Die Journalistin aus Hamburg, mit der ich einen langen Abend zusammengesessen hatte, lebt nicht mehr, Sie ist an den Folgen eines Wahnzustandes umgekommen, der mit den hier geschilderten Phänomenen in enger Beziehung steht. Die Frau hieß Ulrike Meinhof.

Zu Beginn des Jahres 1967 war ich mit Recherchen für eine erste Dokumentationsreihe über Okkultismus in Deutschland beschäftigt. Damals wußte ich nicht allzuviel über diese Bereiche des Glaubenslebens in unserer modernen Umwelt. Es war nicht nur für Journalisten ein weitgehend unerforschtes Niemandsland. Selbst sogenannte Sekten-Experten konnte nicht viel Brauchbares sagen - ihre Bücher waren überaltert, und den Nachkriegsstand hatten sie noch nicht aufgearbeitet. Hinzu kamen die neuen religiösen Sektenwellen aus Amerika, die sie gar nicht so schnell auffangen konnte. Mich reizte das Thema ungemein, schon weil es in unseren Redaktionskonferenzen so viele widersprüchliche Meinungen dazu gegeben hatte. Der "nüchterne" Kollege von den politischen Nachrichten sah die Dinge ganz anders als der Feuilletonist, der ein Theologie-Studium hinter sich hatte. Und der protestantische Kollege von der Abendschau urteilte wieder anders als der Kollege vom Ressort Wirtschaft, der ursprünglich einmal Philologe werden wollte. Bedenken über Bedenken wurden angemeldet: Man könne bei den katholischen Mitgliedern des Rundfunkrates anecken, meinten einige denn wenn man in solch ein Thema tiefer einstiege, dann führe das letztlich auch zu den Springprozessionen, zur Therese von Konnersreuth, zum Weihwasser und zum Reliquienzauber. Oder: Vorsicht! Die Freimaurer, besonders die einflußreichen FDP-Leute unter ihnen, könnten Rabatz machen! Kurzum: Es war ein heißes Thema, in das ich mich da eingelassen hatte.

Zu dieser Zeit bereitete eine andere Redaktion eine neue Sendung vor, zu der man die ultralinks engagierte Journalistin aus Hamburg eingeladen hatte. Das war Mitte Februar 1967.

Ich sehe uns noch am Tisch einer kleinen Pension unterhalb des Stuttgarter Fernsehstudios sitzen.

Von Ulrike Meinhof erhielt ich für mein Filmvorhaben und ein sich später daraus ergebendes Sachbuch einige gute Tips. Sie machte mich auf okkultistische Literatur aufmerksam, die mir noch nicht bekannt war. Und sie gab mir auch zwei oder drei Adressen von Okkultisten in der Bundesrepublik und in der Schweiz, von "Geheimen" sozusagen, von denen einer dann auch bereit war, in meinen Filmdokumentationen ein Statement zu geben und einige okkulte Praktiken zu demonstrieren.

An richtige Okkultisten heranzukommen, ist schwierieg. Besonders als Journalist wird man meistens abgewiesen. Nur die Pseudookkultisten, Quacksalber und Geschäftemacher unter ihnen empfangen gern Reporter und setzen sich in Szene. Das Eindringen in einen richtigen okkultistischen Zirkel kann man etwa mit einem Empfang in einem Mafia-Kreis vergleichen.

Diese Verborgenen suchte ich, und ein klein wenig half mir dabei auch Ulrike Meinhof. Wenn es nicht viel war, was sie mir sagte, so waren es doch ein paar Mosaiksteinchen mehr, die ich zusammenlegen konnte. Und dieses Zusammenlegespiel der Steinchen und Splitter brachte mich schließlich immer weiter.

Wenn ich resümiere, dann entstammten die wenigen ersten Verbindungen, die ich einst auch über Ulrike Meinhof hatte anknüpfen können, nicht nur dem allgemeinen Neugierwissen einer Frau über den "Prickel", den der vulgäre, kommerzielle Okkultismus nun einmal für viele auslöst. Sie wußte doch mehr über okkultistische Lehren, obwohl sie dem Okkultismus nicht verfallen war.

Schon einige Zeit nach der Begegnung in der kleinen Pension war Ulrike Meinhof das Tagesgespräch in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus. (...) "Wer einmal in diesem Boot sitzt ..." Wenn ich meine Notizen aus jener Nacht nachlese, dann denke ich, daß sie doch sehr stark in den okkultistischen Sog geraten sein mußte. Zumindest war der Okkultismus ein "Mittäter" bei ihren späteren politkriminellen Unternehmungen. (...)

Kurz vor Drucklegung dieses Buches erfahre ich aus München, daß auch die Terroristin Gudrun Ensslin, die Pfarrerstochter, dem Okkultismus nahegestanden oder zumindest mit ihm geliebäugelt hatte. Von einem evangelischen Pfarrer aus Bad Cannstatt wird mir diese Information bestätigt. Gudrun Ensslin und auch später mehrere Mitglieder der Gruppen, die den Kammergerichtspräsidenten von Drenckmann erschossen und den Berliner Politiker Peter Lorenz gefangengehalten hatten, waren interessierte Käufer von okkultistischer Literatur in einem Westberliner Buchladen für Geisteswissenschaften.

Einige dieser "Geisteswissenschaften", die zum Teil gar nicht mehr unter dem Ladentisch gehandelt werden, habe ich selbst an ihren Lehrstätten kennengelernt - darunter die Lehrsätze: "Du sollst Freude am Erschlagen haben!" "Foltert und martert!" "Erbarmen laßt beiseite!" und das "heilige" Baphomet-Gebot, wonach man jeden töten könne, der einem die Rechte einer totalen Freiheit zu nehmen gedenkt. (...)

Auch der Ex-Verfassungsschützer Nr. 1 Günther Nollau, empfiehlt in seinen Memoiren, Religiosität und Okkultismus in das vorterroristische Terrain mit einzubeziehen.
Nun, diese Empfehlung braucht heute, nach 9/11 etc., niemandem mehr gegeben werden ... Dennoch sollte sie noch einmal im Wortlaut herausgesucht werden. (Google und Google-Bücher lassen einem im Stich, aber auch E. R. Carmin zitiert sie in "Das schwarze Reich".)

Wie leicht mit Wahrsage-Gläubigkeit Demokratien und Diktaturen gelenkt werden können 

Das dürften jedenfalls wesentliche Ergänzungen zum Kenntnisstand sein. Auf diese Ausführungen von Horst Knaut wurde auch in der Polizei-Zeitung Baden-Württembergs (4/1981) positiv Bezug genommen. Und dazu paßt doch irgendwie, daß Helmut Schmidt den "Bohemian Groove" besucht hat und von ihm begeistert war und daß zahllose deutsche Geheimdienstchefs (Walter Lohmann, Wilhelm Canarais, Arthur Nebe, Heinrich Himmler, Walter Schellenberg, Otto Schily - wer noch?), Politikberater (Karl Haushofer - wer noch?), sowie die von ihnen beratenen oder gelenkten Regierungschefs und -mitglieder (Adolf Hitler, Rudolf Heß, Ronald Reagan - wer noch?) oder einflußreichen Zeitungsverleger (Axel Springer - wer noch?) astrologie- und okkultgläubig waren oder sind, wenn nicht sogar dem Satanismus nahe gestanden haben (Hans Bernd Gisevius) oder ihm noch nahestehen (nach der Aussage von Renate Rennenbach). (Von den hier auf dem Blog schon behandelten Literaturnobelpreisträgern und ihren Freunden ganz abgesehen.)

Googelt man "Ulrike Meinhof okkult", findet man nur zwei oder drei Hinweise, die auch auf das Buch von Horst Knaut zurückzugehen scheinen. Ob sich dazu etwas findet in der Meinhof-Biographie von Jutta Ditfurth, die ja für das Thema Esoterik sensibilisiert ist? Und was wohl die Meinhof-Tochter, die hintergrundpolitikkritische Journalistin Bettina Röhl, dazu sagt? Vielleicht würde Google Bücher-Suche dazu noch manches wertvolle Ergebnis bringen.

Man muß sich einfach klarmachen, wie leicht mit Wahrsager-Gläubigkeit Politiker, Terroristen und Geheimdienstchefs gelenkt werden können. Man sagt ihnen und allen ihren wahrsagergläubigen Mitarbeitern, Zuarbeitern einfach nur "voraus", daß das und das "geschehen wird" (etwa der Ausbruch eines Krieges, ein Mordanschlag, ein Reichstagsbrand etc.) - und sie können sich innerlich, psychisch gut darauf vorbereiten und auch im Sinne dessen, was "sowieso" geschehen wird, dann handeln. Welcher Okkultgläubige wird sich schon gegen ein Schicksal, das "eh" kommt, auflehnen? Und jede erfolgreiche Voraussage bekräftigt den Glauben an die Fähigkeiten des Wahrsagers und des politischen "Visionisten" und Propheten. Mehr dazu in unserer Blogreihe "Die Schicksalsgläubigkeit des Adolf Hitler", inzwischen auch als Buch erschienen ("Wer auf dem Tiger reitet, kann nicht absitzen", 2013).
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  1. Knaut, Horst: Das Testament des Bösen. Kulte, Morde, Schwarze Messen - Heimliches und Unheimliches aus dem Untergrund. Seewald Verlag, Stuttgart 1979

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