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Freitag, 27. November 2009

"Es geht um den Versuch der physischen Vernichtung Lafontaines"

Geheimdienst-Intrigen gegen Oskar Lafontaine?

Oskar Lafontaine wurde in den letzten Monaten von mehreren "Detekteien" beschattet, wie jüngst bekannt wurde. Jürgen Elsässer ist einer der bislang nicht gerade zahlreichen und glaubwürdigeren, geheimdienstkritischen Journalisten. Wenn er das folgende auf seinem Blog (und in der "Berliner Umschau") schreibt zu all dem, was sich gegenwärtig - wieder einmal? - rund um Oskar Lafontaine abspielt, dann darf man dem schon mit einiger Aufmerksamkeit zuhören.

Denn Oskar Lafontaine ist gewiß einer der wenigen Politiker, die glaubwürdiger die notwendigen gesellschaftspolitischen Reformprozesse vorantreiben, als so viele andere Politiker, die für solche gehalten oder als solche von Lobbykräften präsentiert werden. Sollte jemand etwa noch Hoffnungen auf Leute wie den derzeitigen Schönling und amerikanischen Präsidenten oder den derzeitigen Schönling und deutschen "Verteidigungs-"Minister gesetzt haben? Diesem dürften die letzten Tage sicherlich wieder so manches Bessere gelehrt haben: "Yes we can - allways so weitermachen wie bisher."

Elsässer kann man also zumal zuhören, wenn man schon zuvor, was Oskar Lafontaine betrifft, mit seinen eigenen Vermutungen in die gleiche Richtung gegangen war (siehe frühere Beiträge auf St. gen.). Und wenn man auch in den Bewertungen, insbesondere was die Bedeutung von Christa Müller betrifft, übereinstimmen kann.

Auch die wohlsituierte Kommunistin Sarah Wagenknecht allerdings, das wurde schon früher auf St. gen. kritisiert (siehe hier) und das haben ja auch schon manche interne Partei-Kritiker angemerkt, wendet - im Gegensatz zu ihrem ausgesprochenen Ruf - die Mehrwert- und Ausbeutungs-Theorie von Karl Marx nicht konsequent auf die gegenwärtigen Verhältnisse an. Sie "bramabarsiert" bloß, als daß sie die gesellschaftspolitisch notwendigen Reformprozesse wirklich vorantreiben würde. An mangelnder Intelligenz übrigens dürfte das gerade bei ihr nicht unbedingt liegen.

Es ist nun interessant, von Jürgen Elsässer zu erfahren, daß es auch in der Partei "Die Linke" einen "Befürworter des Afghanistan-Krieges und Schutzpatron der Israel-Lobby" gibt. Der Begriff "BAK Shalom" im folgenden Text ist übrigens kein Druckfehler, wie man auf den ersten Blick meinen könnte ("BKA Shalom"? - [Lächel-verkneif ...]), sondern eine recht einschlägige --> Internet-Plattform. Diese ist "anti" alle "Anti's" in der Welt, wie gleich die Titelseite ausweist. Im folgenden Hervorhebung nicht im Original:
Stasi gegen Lafontaine

Wie ein Politiker vernichtet werden soll

Die Kampagne gegen Lafontaine kommt aus dem Mitte-linken Sumpf. Identifizierbar ist, wie sich „Spiegel“ und die innerparteilichen Gegner von Lafontaine die Bälle zuspielen. Zu letzteren zählt Bodo Ramelow, Befürworter des Afghanistan-Krieges und Schutzpatron der Israel-Lobby „BAK Shalom“ – einer von denen arbeitet in seinem Bundestagsbüro. Auch Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch beteiligt sich am Kesseltreiben.

In den Medien ist es nicht die Springer-Presse, sondern der Spiegel, besonders Spiegel-Online. Dort sitzen Schmieren-Journalisten. (...) Die politische Annäherung zwischen Lafontaine und Sarah Wagenknecht, die es gibt, können sie sich (...) nur als sexuelle Annäherung vorstellen. Da Spiegel-Online gezielt die „Reformer“ in der Partei fördert, dürften die Presse-Fuzzis als Gegenleistung manche Anregung aus deren Unterbewußtsein bekommen haben. (...)

Unter der neckischen Überschrift „Oskar und die Detektive“ wird über die Auftraggeber der Spitzel-Angriffe gegen Lafontaine im Jahr 2007 spekuliert. „Spekulationen gibt es genug. Eine davon lautet: die eigenen Leute. (…) Eine andere Möglichkeit: Lafontaines Ehefrau Christa Müller. Sie hat sich bislang nicht zu der Bespitzelungsaffäre geäußert. Außer Bartsch will an diesem Tag niemand aus der Linken etwas zu der Schnüffel-Geschichte sagen, auch nicht Sahra Wagenknecht. Sie ist seit 1997 mit dem vermögenden Geschäftsmann Ralph-Thomas Niemeyer verheiratet.“

Der Hinweis auf Frau Müller, die Erwähnung von Wagenknechts Ehemann – das alles sind sachfremde Geschichten, die nur der Denunziation dienen. Es gibt keinen einzigen Hinweis auf Christa Müller. Und warum sollte Wagenknecht sich äußern? Ihre Verbindung mit der Affäre (und die Affäre selbst) hat der Spiegel überhaupt erst erfunden. Aber mit diesem Schmutz zerstört man die besten Leute in der LINKEN: Lafontaine, Wagenknecht und Müller.

Die naheliegenste Spekulation will dem „Spiegel“ partout nicht einfallen: Dass die vier Detekteien, die 2007 geschnüffelt haben, aus dem Umfeld der Geheimdienste kommen – also von jenen Kreisen beauftragt wurden, die Lafontaine wegen seiner Finanzpolitik als „gefährlichsten Mann Europas“ – gefährlich für die Finanzoligarchie – gebrandmarkt haben.

Aber es geht nicht nur um die Staatssicherheit/West: Im Umfeld der Parteirechten – also eben von Leuten wie Bartsch und Ramelow – tummeln sich eine Menge original Stasi-Leute, also von der früheren Mielke-Stasi. Die sind politisch nicht mehr vorzeigbar, werden aber über die „verschwundenen“ Millionen aus dem SED-Vermögen alimentiert (wie viele parteinahe Firmen und Dienstleister übrigens auch) und sind im Gegenzug zu allem bereit. Absolut käufliche Subjekte, von denen es gerade in Berlin eine ganze Menge gibt. Die spitzeln, die spähen, die erfinden Beweise.

Das Minimum des menschlichen Anstandes würde erfordern, dass die Partei Ramelow zur sofortigen Niederlegung seiner Funktionen zwingt und alle Mandatsträger verpflichtet werden, dem SPIEGEL als dem Hauptmotor der Rufmordkampagne – tatsächlich geht es nicht nur um Rufmord, sondern um den Versuch einer existentiellen, d.h. auch physischen Vernichtung des krebskranken Lafontaines – keine Interview mehr zu geben.

Lafontaine hat schon einen Mordversuch überstanden. Es sei ihm und seiner Familie gewünscht, dass sie auch mit dem Krebs, der in der LINKEN wuchert, fertig werden. Glückauf, Oskar und Christa!
"Es geht um den Versuch der physischen Vernichtung Lafontaines'," schreibt Jürgen Elsässer da. Er schreibt: "Lafontaine hat schon einen Mordversuch überstanden." - "Schon einen ..." - ? Werden hier nicht recht weitgehende Unterstellungen und Vermutungen geäußert? Und wenn so etwas von einem derartig erfahrenen und doch auch auf seinen Ruf bedachten Geheimdienstkritiker geäußert wird: Hat man da nicht allen Grund, das mit viel Aufmerksamkeit auf sich wirken zu lassen? Saugt sich das ein Elsässer denn nur so aus den Fingern?

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Skandale an der Saar?

Welche politischen oder Hintergrund-Kräfte lähmen die Erneuerungsfähigkeit unserer Gesellschaft?

Am 12. Oktober kritisierte Oskar Lafontaine die Grünen an der Saar sehr scharf (Welt-Video), nachdem die Koalitionsgespräche mit den Grünen erst sehr verheißungsvoll begonnen hatten (Welt-Video). Rund um Oskar Lafontaine und rund um sein Austricksen im Saarland durch den von Bombenattentaten bedrohten Vorsitzenden der Grünen, Hubert Ulrich, haben sich - wieder einmal - sehr "aufschlußreiche" Ereignisse abgespielt.

Oskar Lafontaine scheint einfach jemand zu sein, der politisch nur sehr schwer zu stoppen ist. Möglicherweise sind sich viele darüber im Klaren, daß man ihn - wie 1999 geschehen (siehe unten) - nur durch eine Wiedererinnerung an sein Trauma vom Messer-Attentat (1990) stoppen kann. Oder durch das Eindruck-Erwecken vorgeblicher politischer "Wankelmütigkeit", "Unzuverlässigkeit", "Verantwortungsflucht". Es kann leicht deutlich gemacht werden, daß ein großer Teil der Medien, insbesondere der großen, Lafontaine zu benachteiligen streben.

Der Wikipedia-Artikel zu Oskar Lafontaine ist von der Wikipedia-Gemeinde als "lesenswert" eingestuft worden. Und das ist er auch. Ebenso sind Interviews mit ihm sehenswert. Hier am Abend des Wahlsieges im Saarland mit Anne Will:


Laut dem genannten Wikipedia-Artikel hat Lafontaine in seinem Buch "Das Herz schlägt links" aus dem Jahr 1999 sehr genau dargestellt, was ihn 1999 zum Rücktritt veranlaßt hat.
Als Hauptgrund für seinen Rücktritt von 1999 nennt Lafontaine mangelnde Solidarität innerhalb der Regierung. Dabei wurden auch persönliche Verletzungen deutlich: Die Entfremdung zwischen ihm und Schröder habe schon nach der Niedersachsenwahl 1990 begonnen. Laut Lafontaine habe Schröder damals „in seinem unnachahmlichen Charme“ zu ihm gesagt: "Der Stich in den Hals hat zwei Prozent gebracht."

Er habe das Trauma des Attentats von 1990 gerade in den Monaten nach dem Wahlsieg der SPD von 1998, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte, nochmals bewusst durchlebt; sein Rücktritt sei auch eine Spätfolge davon. Er wolle sein Leben nicht der Politik opfern und sich seiner Familie widmen. Er habe ohnehin vorgehabt zurückzutreten, dies aber nach der enttäuschenden Regierungserfahrung zeitlich vorgezogen.
Man kann dies so lesen, als ob Lafontaine 1999 mit einem erneuten Attentat gegen ihn rechnete und damit, daß Schröder in diesem Falle "nicht solidarisch" mit ihm wäre - sozusagen eine schützende Hand von ihm abziehen könne. Von jemanden, der Freund eines "lupenreinen Demokraten" wie Wladimir Putin ist, wird man derartige Dinge der Möglichkeit nach nicht von vornherein ausschließen wollen. Zumal nachdem man von politisch ähnlich gelagerten Vorgängen Kenntnis genommen hat, die sich - etwa - rund um den Mord an Uwe Barschel - wahrscheinlich durch den israelischen Mossad - vollzogen haben. Und die danach vollzogene Entsolidarisierung sowohl der eigenen Partei wie der SPD mit Uwe Barschel und seiner Familie.

Lafontaine hat in der Tat gefährliche politische Gegner. Auf Wikipedia liest man:
Rafael Seligmann und Michael Wolffsohn bezeichneten Lafontaine als Demagogen.
Wer solche politischen Gegner hat, kann leicht einmal einen Autounfall erleben - wie etwa Jörg Haider in Österreich oder kann - wenn er in der Freizeit Fallschirm springt - mit dem Fallschirm abstürzen.

Überhaupt sterben Menschen in der Öffentlichkeit, die populär sind, und bestimmte politische Gegner haben, oft allzu zu früh. Olof Palme wäre ein weiteres Beispiel, das immer wieder in die gleiche Mord-Kategorie gestellt wird wie der Mord an Uwe Barschel. Als Grund wird genannt: zu wenige Hilfestellungen bei der Interessenverteidigung Israels, insbesondere auch beim Handel mit Waffen.

Es sind zudem immer wieder viel zu auffällig Menschen, die unsere Gesellschaft reformieren können - jedenfalls glaubwürdiger und besser als andere - die sehr früh sterben. Aber die "anderen" - sagen wir: Partei-interne Konkurrenten - treten dann regelmäßig die Nachfolge von diesen früh verstorbenen Politikern an und befürworten Kriegsteilnahme und politische Freundschaften mit "lupenreinen Demokraten". Und bringen keine frische Luft in die Politik und in die gesellschaftliche Diskussion.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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