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Sonntag, 17. Januar 2010

"Demokratie inszeniert wie von Machthabern totalitärer Staaten"

Vorbemerkung: Dieser Blog hat zu der politischen Richtung der derzeitigen "Freiheitlichen" in Österreich keine wirkliche Meinung. Hier gibt es - wie überall - "solche und solche". Manchen inhaltlichen Positionen kann man vielleicht zustimmen. Vielen nicht. Aber um der vielen Anhaltspunkte dahingehend willen, daß der Tod von Jörg Haider ein politischer Mord gewesen sein könnte (siehe zahlreiche frühere Beiträge auf St. gen.), sind viele derzeitige politische Vorgänge in Österreich rund um sein "Erbe" von größerer, quasi "exemplarischer" Bedeutung, als sie es ohne diese Umstände wären. Darum ein neuerlicher Beitrag zu diesem Thema, das man ansonsten als eher randständig ansehen müßte.

Die Vorgänge in Kärnten und Österreich rund um das "Erbe Jörg Haiders" nehmen immer gespenstischere Züge an. Der von Stefan Petzner schon am 23. 12. vorausgesehene "SED-Parteitag" (s. Yt., bzw. St. gen.) fand gestern statt. Die sich selbst so titulierenden "Krieger des Lichts" wurden brutal beiseite gefegt. Die Delegierten - nicht die Parteimitglieder - bestätigten den "bauernschlauen" Uwe Scheuch und die von ihm veranlaßte Rückkehr des BZÖ Kärnten zur FPÖ von Heinz-Christian Strache. Und zwar mit über 90 Prozent der Stimmen. Die Urabstimmung, die über tausend Parteimitglieder mit Unterschrift gefordert hatten, fand nicht statt.

Abb 1: Schon die visuelle Präsentation des gestrigen Parteitages (siehe Bild) gibt einem den Eindruck, daß hier richtiggehend eine "Operette" veranstaltet wurde, deren Dirigenten sogar außerhalb der Partei selbst sitzen könnten - z.B. in Form von "Politikberatern" und ähnlichem.

Wir lassen hier die Vorgänge in chronologischer Reihenfolge Revue passieren. Schon am 16. Dezember 2009, am Tag des "Putsches der Brüder Scheuch" in Kärnten (siehe voriger Beitrag), sprach BZÖ-Mann Ewald Stadler in der "Kleinen Ztg." davon, daß der Drahtzieher hinter diesem Putsch ÖVP-Mann Erwin Pröll ist:
"Ich erlebe so etwas ja nicht zum ersten Mal. Diese Abspaltung ist kein zeitlicher Zufall, sondern das Ergebnis der Nebenabreden des Hypo-Deals." Der Wähler müsse wissen, dass er es bei Scheuch und Strache mit Prölls "Marionetten" zu tun habe.
Welche "Nebenabreden" könnten das sein? Bestimmte Personen werden bezüglich von begangenen Ekelhaftigkeiten im Zusammenhang mit dem Hypo-Deals nur dann weiter "gedeckt", wenn sie sich mit Heinz-Christian Strache zusammentun? Das könnte eine realistische Version einer solche "Erpressung" sein, aufgrund der Gerhard Dörfler und Uwe Scheuch handeln könnten.

Ein "SED-Parteitag"

Nach Stadler jedenfalls ist Strache demnach nicht nur eine "Marionette" der SPÖ, wie zuvor schon behauptet (siehe frühere Beiträge), sondern nun auch der ÖVP. Das, was Josef Bucher selbst über sein Gespräch mit Uwe Scheuch am gleichen Tag im Interview berichtete (siehe voriger Beitrag), nach dem ihm ein Ministeramt in einer Koalition mit der ÖVP angeboten wurde, wenn er "Knall auf Fall" mit hinüber zu Heinz-Christian Strache wechsele, steht mit dieser Aussage von Ewald Stadler im Einklang. Solche Angebote müssen ja mit der ÖVP abgesprochen worden sein, von der Josef Bucher im übrigen, wie er selbst sagte, auch unmittelbar freundlicherweise angesprochen worden war.

Und solche Angebote zeigen, wie wichtig es bestimmten Kreisen war und ist, jenen Personenkreis im Bereich der politischen Einflußnahme zu isolieren und schließlich zu eliminieren, der - wie besonders Stefan Petzner - genauere Kenntnisse haben könnte über die Hintergründe des Kärntner Bankenskandals und damit auch über die Hintergrunde des plötzlichen Todes von Jörg Haider.

In Österreich geht es immer gespenstischer zu

Wie sehr es bei all dem immer wieder um Geld geht und um Bevorteilung durch Geld, erfuhr der Bürger dann am 7. Januar, als bekannt wurde, daß mit dem "Putsch der Brüder Scheuch" 1,2 Millionen Euro Parteienförderung von Kärnten an Heinz-Christian Strache nach Wien überwiesen worden sind. Es handelte sich um eben jenes Geld, das man sich vorher Jahre lang geweigert hatte, nach Wien zu überweisen (Kl. Ztg.). (Der Rest-BZÖ gab dazu eine Presseerklärung heraus.)

Am 10. Januar gab es dann bloß eine in der Sache nichtssagende Diskussion in der ORF-Sendung "im Zentrum" zwischen Uwe Scheuch, Stefan Petzner, Josef Bucher und Heinz-Christian Strache, bei der Uwe Scheuch einen guten Eindruck macht, während Stefan Petzner sehr gereizt wirkte. Stefan Petzner wirkt so, als habe er sich einschüchtern lassen. Denn ansonsten könnte er doch mit der fortgesetzten Forderung nach Aufklärung der Todesumstände von Jörg Haider politisch auf alle Beteiligten sehr viel mehr Druck ausüben, als er das derzeit tut. Es kann vermutet werden, daß er sehr bewußt diesbezüglich eingeschüchtert worden ist. Da er sich mit dem Hauptargument nicht mehr wehren kann, muß er so geradezu gereizt reagieren.


Aber am 13. Januar wird dann ein eklatanter Korruptionsvorwurf gegenüber dem sich nach außen hin so auffällig glatt gebenden "Saubermann" Uwe Scheuch bekannt (ORF Zib 2). Dieser wird am 15. Januar bekräftigt durch die Veröffentlichung des gesamten, damit in Zusammenhang stehenden Tonband-Mitschnitts, der die Korruptionsvorwürfe ausgelöst hat (News). Und dazu erfährt man dann wieder aufschlußreiche Dinge:
"Besonders das BZÖ in Kärnten steht aufgrund seiner massiven und finanziell aufwendigen Werbetätigkeiten seit langem unter Verdacht, Parteispenden von Gönnern und Lobbyisten im Hintergrund zu erhalten", meinte SPÖ-Landessprecher Rolf Holub.
Also auch hier wird eine umfangreiche finanzielle Förderung der Leute um Uwe Scheuch, grob gesagt durch "Etablierte", erkennbar. Die Gesprächsaufzeichnung enthält unglaublich unverhohlen die korruptesten Inhalte, die da im Ton fast der selbstverständlichsten Alltäglichkeit geäußert werden. (Zum Verständnis des Gesamtinhaltes muß man wissen, daß Österreichisch "no na net" auf Hochdeutsch so etwas ähnliches wie "selbstverständlich" heißt.) Scheuch jedenfalls sagt in einer zentralen Passage folgendes über einen vorgeblichen ausländischen, russischen Investor:
Ich will, falls der Investor kommt, in irgendeiner Form davon auch profitieren können für die Partei. In Form einer Spende. Und wie groß das ist, die Größenordnung von dem, was ich sonst weiß, das geht je nachdem wie viel sie hingeben, irgendwo in der Größenordnung zwischen fünf und zehn Prozent, würde ich amol sagen.
Also, wenn man Uwe Scheuch hier recht versteht, gibt es für solche Absprachen - wirtschaftliche Bevorteilung gegen Parteienfinanzierung - schon "Gewohnheits-Regeln". Unverhohlener kann man Korruption nicht betreiben. Das ist eine Selbstherrlichkeit einer regierenden Partei, eine Einflußnahme auf die Politik, eine Bestechlichkeit, die einem schon manche Schamesröte ins Gesicht treiben müßte. Wenn man Scham noch kennen würde.

Zwar ergeben dann Probeabstimmungen im Vorfeld des Parteitages noch Mehrheiten gegen den Putsch der Bruder Scheuch --> Kl. Ztg..

Gestern, 16. Januar, fand der mit Spannung erwartete Parteitag statt

Doch gestern, am 16. Januar, kommt es zum "Showdown". Der ORF berichtete von der Lage direkt vor Beginn des Parteitages (s.a. Vienna.at).

Abb 2: Die Gegner des Putsches veranstalten am 16. Januar vor Parteitagsbeginn eine Demonstration

Die Masse der anwesenden Putsch-Gegner dürfen, da sie "nur" Parteimitglieder sind, keine Delegierten, nicht in den Saal des Parteitages. Sie müssen ihn vom Foyer aus beobachten.

Aufgrund der Vorauswahl der Delegierten durch Uwe Scheuch und seine Freunde verläuft der Parteitag nach einer ziemlich schlichten Regie ab (Presse, Kurier, ORF, Standard, Kl. Ztg.). Wie fein abgestimmt die "Regie" dieses Parteitages ist, zeigt sich besonders, als der gegenüber dem Putsch nicht "linientreue" Josef Bucher an das Mikrophon tritt:
Die Videoübertragung, die bisher bei jedem Sprecher für die Anwesenden vor den Pforten des Festsaales liefen, ist vorübergehend zu Ende, auch das Mikrofon wurde für Bucher leiser gedreht. (...) Scheuch bleibt in der Mitte der Bühne stehen, Bucher muss vom Rand reden.
Grotesk. Inhaltlich Neues erfährt man dann vor allem, als sich Stefan Petzner zu Wort meldet (Standard):
Uwe Scheuch habe in einem Vier-Augen-Gespräch zu ihm gesagt: "Strache wollte dich nicht, weil du immer die Speerspitze des BZÖ warst. Und uns ist es auch eher egal, was du jetzt machst."
In anderer Lesart (ORF) sagte Petzner über jenen Tag des Putsches, den 16. Dezember:
Scheuch habe ihm an jenem Tag gegen Mitternacht telefonisch ausgerichtet, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ihn, Petzner, nicht in der Partei haben wolle, und ihm selbst sei es auch eher egal. Petzner: "Mich hat mein eigener Parteichef vor die Tür gesetzt."
Abb 3: Stefan Petzner nach seiner Rede, im Hintergrund Uwe Scheuch

Der Haider-Partei sollte die "Speerspitze" genommen werden

Diese Worte machen klar, was man schon vorher geahnt hatte, nämlich daß sich der ganze Putsch vor allem gegen den vormaligen Haider-Intimus Stefan Petzner richtete, gegen die "Speerspitze" der Haider-Partei, gegen jenen, der von Jörg Haider selbst als sein Nachfolger angesehen worden war.

Denn selbst Josef Bucher machte man, wie schon in früheren St.gen.-Beiträgen berichtet worden ist, ja mehr Angebote als ihm. So wie Jörg Haider nun aus der Politik ausgeschaltet ist, soll nun durch diesen Putsch auch derjenige aus der Politik ausgeschaltet werden, der am offensten und vehementesten eine Aufklärung der Todesumstände von Jörg Haider forderte und denn Mumm hatte, den allseits vorhandenen Vermutungen Richtung Mord schließlich auch als Politiker eine Stimme zu geben. Gerade solche Politiker scheinen also besonders unerwünscht zu sein. - Ist es so?

All diese Umstände sind jedenfalls bezeichnend. Und sie werfen ein Licht auf die derzeitigen ärgsten Feinde des Stefan Petzner. Diese heißen, wenn man die bisherigen Äußerungen richtig verstanden hat: Erwin Pröll, Heinz-Christian Strache, Gerhard Dörfler (in dessen Gewahrsam sich übrigens der Unfallwagen von Jörg Haider befindet, dessen gründliche Untersuchung zur Aufklärung der Todesumstände von Jörg Haider, mancherlei beitragen könnte, wie viele meinen) und natürlich der mit Korruptionsvorwürfen belastete Uwe Scheuch.

Dieser Uwe Scheuch erwiderte Stefan Petzner vor der Abstimmung noch einmal in einem Redebeitrag:
Petzner habe das Angebot gehabt, wieder nach Kärnten in den Landtag zu wechseln, aber "der wollte ja lieber in seiner Werbeagentur in Monaco bleiben", so Scheuch. Bucher ruft dazwischen: Petzner sitze schließlich im Nationalrat und könne nicht so einfach wechseln.
Auch damit kann Scheuch also in keiner Weise entkräften, daß sein Putsch, der monatelang hinter dem Rücken von Petzner und Bucher vorbereitet worden war, sich vor allem gegen die Personalie Stefan Petzner gerichtet hatte. Warum wäre auch sonst die ganze Heimlichtuerei zuvor nötig gewesen?

Abb. 4: Der sich nach seiner Wahl "bubihaft" freuende Uwe Scheuch und der - merkwürdige - Herr Dörfler

Reinhard Rohr von der SPÖ Kärnten sagt zu diesem inszenierten Parteitag mit 90 Prozent Zustimmung für den mit Korruptionsvorwürfen belasteten Uwe Scheuch:
Wer Demokratie organisiert wie Machthaber in totalitären Staaten des ehemaligen Ostblocks, der weiß natürlich, dass das Ergebnis vorprogrammiert ist.
Wie wahr hier - möglicherweise - gesprochen wird, machen sich viele wahrscheinlich noch gar nicht ausreichend klar. In den "gelenkten Demokratien" des ehemaligen Ostblocks herrschen heute die Geheimdienste, weitgehend unverhohlen. Oft sogar schon mit dem eigenen Personal und nicht mehr nur mit Leuten, die sie nach außen hin "vorschieben".

Und in den Vorgängen rund um das Erbe des unter unaufgeklärten Umständen ums Leben gekommenen Jörg Haider sollte nun alles ganz anders sein? Auch Josef Bucher sagt (lt. News):
Über die Inszenierung des Parteitages müsse sich jeder selber ein Bild machen.
Allseits ist nun in der Berichterstattung davon die Rede, daß durch diesen Parteitag die Politikverdrossenheit in Kärnten und Österreich noch um vieles verstärkt worden ist. Heute würden die "Freiheitlichen" in Kärnten nur noch die Hälfte jener Stimmen bekommen, die sie kurz nach dem Tod von Jörg Haider bekommen haben: Das Ergebnis eines erbarmungslos weitergehenden Gemetzels gegenüber Offenheit und Vertrauenswürdigkeit in der Politik.

Gelangweiltes (?) Warten auf einen neuen "Ostrovsky"?


Vielleicht wird ein künftiger "Victor Ostrovsky" auf wenigen Buchseiten einmal wieder alles das erklären, was uns jetzt so schleierhaft vorkommt rund um die Vorgeschichte, das Ereignis und die "Nachbereitung" des Todes von Jörg Haider. So wie das Victor Ostrovsky hinsichtlich der Umstände des Todes von Uwe Barschel in seinem Buch "Geheimakte Mossad" getan hat: Eine sehr detaillierte Version, gegen die keine bekannte Tatsache spricht, für die aber viel zu viel spricht, als daß man sie selbst von seiten deutscher Staatsanwaltschaften hätte unberücksichtigt lassen können. (- Man möchte betonen: "selbst". Denn von deutschen Staatsanwaltschaften ist man schon manches gewohnt.)

Will der Bürger gelangweilt auf solche Bücher warten, die genau dann veröffentlicht werden, wenn sich sowieso niemand mehr aufregt und kaum jemand noch abschließende, definitive Klärung des Falls, Bewertung des Falls fordert und daraus zu ziehende Schlußfolgerungen einklagt?

Die Parole "Nie wieder Krieg" hat sich als obsolet erwiesen. Würde die Parole "Nie wieder Geheimdienst", "Nie wieder geheime Machenschaften" durchschlagender sein? Unplausibel ist das nicht.

Sonntag, 27. Dezember 2009

BZÖ in Kärnten - übertriebene mediale Aufmerksamkeit?

Ein Politiker stirbt unter widersprüchlichen Todesumständen

Wenn der führende - und auch nicht unpopuläre - Politiker eines Landes, der gerade in Verhandlungen über eine Regierungsbildung in diesem Land steht und noch zwei Stunden vorher aufgeräumte Interviews gegeben hat, unter äußerst widersprüchlichen Umständen stirbt (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog), dann hat die Öffentlichkeit allen Anlaß, solchen Vorgängen gegenüber mit großer Aufmerksamkeit und energischer, kritischer Fragehaltung gegenüber zu stehen. Das alles bloß in einen oberflächlichen Hohn über einen solchen Tod auslaufen zu lassen, nur weil es sich um einen politischen Gegner handelt und weil man das Verhalten dieses Politikers zuvor als gesellschaftlich schädlich angesehen hat, ist nicht nur menschlich völlig unangemessen, sondern viel mehr noch: politisch und vom Standpunkt der Rechtssicherheit.

Nimmt eine Gesellschaft hier Unklarheiten auf längere Dauer hin - wie das Deutschland z.B. gegenüber dem Mordfall Uwe Barschel schon seit Jahrzehnten tut -, drängt sie nicht auf baldige und restlose Klärung, ist doch in gar keiner Weise auszuschließen, daß - auch - künftig führende Politiker unter Mordandrohnungen anderes machen, als sie es ohne solche Mordandrohungen gemacht hätten. Man braucht dann künftig von entsprechender Seite nur mit entsprechendem Gesichtsausdruck den Namen eines früh verstorbenen Politikers raunen und der betreffende Politiker - - - "weiß Bescheid". Und "richtet" sich "danach".

Selbstverständnis des Gemeinwesens infrage gestellt

Das demokratische und rechtsstaatliche Selbstverständnis eines Gemeinwesens kann doch gar nicht an einem noch neuralgischeren Punkt infrage gestellt sein. Durch welches politische Ereignis sollte das denn noch übertroffen werden?

Diesen Fragen gegenüber muten die derzeitigen Auseinandersetzungen rund um das "politische Erbe Jörg Haiders" wie "Stellvertreterkriege" an. Weil offenbar niemand von den politisch und rechtlich Verantwortlichen die entscheidenden Fragen und Forderungen in Richtung Aufklärung stellen will.

Aber auch als solche "Stellvertreterkriege" können sie noch sehr erhellend sein. Nicht weil es hier etwa um bestimmte politische Inhalte gehen würde, die man ablehnt oder denen man zustimmt, sondern um der eingangs genannten viel allgemeineren Umstände willen. Schon im letzten Beitrag hier auf diesem Blog am zweiten Weihnachtsfeiertag befaßten wir uns deshalb mit der derzeitigen "Groteske um das Erbe Jörg Haiders".

Die Vorgänge hinter den Kulissen

Daß der diese "Groteske" auslösende, "putschende" Uwe Scheuch heute einsieht, viele Fehler gemacht zu haben und daß er und seine Familie derzeit viele, auch persönliche Angriffe auszuhalten hat, und daß er auch an ein Ende seiner politischen Karriere zu denken fähig ist, ist einem heutigen Interview mit ihm zu entnehmen: --> Kronen-Ztg..

Einen Tag nach dem auslösenden "Putsch der Brüder Scheuch" in Kärnten, am 17. Dezember 2009, hatte der in Wien arbeitende Parteichef des BZÖ, Josef Bucher, dem Wiener --> "Standard" ein überaus erhellendes Interview gegeben, das zeigte, in welcher Weise dieser "Putsch" hinter den Kulissen vorbereitet wurde. - Und auch aus welchen Gründen und Motivenlagen heraus. Bucher sprach nämlich auch mit sehr deutlich vielsagendem und maliziösem Lächeln über die Zusammenhänge dieses "Putsches" mit der Kärntner Bankenkrise.

Die Angehörigen Jörg Haiders als einflußreicher politischer Faktor

Ein erstes deutlicheres Anzeichen für einen allgemeinen Meinungsumschwung hinsichtlich dieses "Putsches" stellte dann das Interview mit der Mutter und der Schwester Jörg Haiders am 27. Dezember dar --> Kronen-Ztg.. Und da die Stimmen der Angehörigen von Jörg Haider in diesen Fragen offenbar doch als politisch gewichtig einzuschätzen sind, was Wähler- und Parteimitglieder-Stimmungen betrifft, wurde dann der sich anbahnende Meinungsumschwung von Hans Rauscher im --> "Standard" am 29. Dezember 2009 mit dem Tenor kommentiert:
... Nun bleibt dem BZÖ-Hinterbliebenen Josef Bucher doch noch die Chance, eine "rechtsliberale" Honoratiorenpartei (..) auf die Beine zu stellen.
(Hervorhebung nicht im Original.) Was spricht aus einem solchen Tenor? Nun bleibt ihm "doch noch die Chance"? Ja, was denn? War es darum gegangen? Hatte eine solche Chance denn etwa vor allem verhindert werden sollen? Wo man dem BZÖ doch gar keine "Chancen" mehr hatte eingeräumen wollen? Ohne Jörg Haider? Oder tat man das nur nach "außen" hin? War man sich dessen doch nicht so sicher gewesen?

Bestehen für ein unabhängiges BZÖ "Chancen" oder nicht?

Bei diesem - doch offenbar - aus dem Hintergrund heraus auch von der ÖVP gesteuerten "Putsch der Brüder Scheuch"? Und waren damit auch Wünsche der durch den "Standard" vertretenen politischen Mitte und der politisch Etablierten in Österreich verbunden? Und wenn ja: Warum eigentlich? Warum würde man sich dort - offenbar - über eine Stärkung der Partei H.C. Strache's freuen, nicht aber, wenn das BZÖ "noch eine Chance" bekäme? Was fürchtet man denn an einem BZÖ? Was ist für eine politische Mitte an dem BZÖ anders als an der Strache-Partei? Gar: Was ist an ihm (noch?) schlechter als an jener?

Oder schwingen hier nicht auch Motivlagen mit, die auch bei jenen mitgeschwungen haben könnten, die Entscheidungen in jene Richtung hin veranlaßt haben könnten, daß eben jener Jörg Haider überhaupt hatte sterben müssen? "Müssen." - "Damit" eine Partei wie das BZÖ eben "keine Chance" mehr bekäme? Solange die Widersprüche der Todesumstände nicht lückenlos aufgeklärt sind, muß es erlaubt sein, solche Fragen zu stellen. - - -

Außerhalb Österreichs wenig bekannt: BZÖ

Über die außerhalb Österreichs wenig bekannte Geschichte des BZÖ konnte man sich zwischenzeitlich auf --> Youtube einen Eindruck verschaffen. Und über den politischen Lebensgang Jörg Haiders insgesamt informiert - aus gegebenem Anlaß - heute auch die aktuelle Ausgabe der steiermärkischen "Kleinen Zeitung" in einer ganz brauchbaren zusammenfassenden Grafik:

Nicht erst am 31.Dezember 2009 kristallisierte sich dann immer mehr heraus, daß die dem Putsch bislang zustimmenden Amtsinhaber des BZÖ in Kärnten von der Basis schrittweise stärker zu einem Umdenken veranlaßt werden --> Kl. Ztg..

Claudia Haider legt ihre Stimme in die Waagschale

Und heute nun, am 3. Januar 2010, legt Frau Claudia Haider, die Witwe von Jörg Haider ihre - von vielen mit Spannung erwartete - politisch also auch als gewichtig erachtete Stimme in die Waagschale. Und zwar deutlich früher als bislang vermutet. Und diese Stimme ist eindeutig. --> Kl. Ztg..

Ebenso wie schon zuvor die "Kämpfer des Lichts" Josef Bucher und Stefan Petzner fordert nun auch sie auf dem anberaumten Kärntner BZÖ-Parteitag eine Urabstimmung. Das heißt, nicht nur eine Abstimmung der - wie inzwischen vielen klar geworden ist - durch ihr Amt in Abhängigkeit von der Landesregierung stehenden Kärntner Partei-Repräsentanten. So wie es bislang vorgesehen war auf dem von den Scheuchs anberaumten entscheidenden Parteitag.

Claudia Haider ist aber darüber hinaus - politisch eigentlich sehr klug - zurückhaltend in der Beurteilung der Repräsentanten der beider einander befehdenden Richtungen. Sie sagt, das politische Erbe Jörg Haiders ließe sich nicht beseitigen, ganz egal, wie der derzeitige "Putsch" ausginge. Nur gegenüber Landeshauptmann Gerhard Dörfler wird eine etwas deutlichere Aversion spürbar. Und sogar die Option, selbst in die Politik zu gehen, hält sie sich in diesem Interview offen.

Und die CSU in Bayern ...

Und zugleich schwappt von Horst Seehofers schwer angeschlagener Bayerischer CSU neuer Zündstoff nach Österreich hinüber. (Standard, s.a. Presse, Süddt. Ztg., ...) Wie kam die Kärnter Bankenkrise zustande? Viele reiche Familien Bayerns und Österreichs sind in sie involviert, viele, die zur politischen Mitte gehören, zu den Etablierten. BZÖ und ÖVP in Kärnten profitierten offenbar sehr deutlich von den Transaktionen, die zu ihr führten.Wer trägt nun präzise welche Verantwortung für die Bankenkrise? Wer wußte was? Überall wiegt "Mauern" vor ...

Dienstag, 8. Dezember 2009

Jörg Haider und seine "Brüder"

Einer der derzeit prominentesten Vertreter einer fast schon vergessen geglaubten politischen Richtung in der Welt, nämlich eines streng konservativen, politischen Katholizismus, ist in Österreich der "parteifreie BZÖ-Kandidat" Ewald Stadler. Er steht wohl in vielen Dingen dem Bischof Richard Williamson nahe, der Zweifel an der offiziellen Version des Holocaust geäußert hatte. (Diese wiederum hatten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu servilen Äußerungen veranlaßt, die man nur mit den Worten "päpstlicher als der Papst" kennzeichnen kann - siehe frühere Beiträge dazu --> 1, 2.)

Ein politischer Bundesgenosse von Bischof Williamson über die Situation in Österreich

Am 24. September 2008, vier Tage vor der letztjährigen österreichischen Nationalratswahl und zwei Wochen vor dem Tod Jörg Haiders, hat Ewald Stadler dem katholischen Internet-Fernsehsender "Gloria TV" ein Interview gegeben, in dem er viele Dinge noch etwas genauer erläuterte, die man schon seinem Vortrag aus dem März 2007 (Yt. 1, 2) hatte entnehmen können (siehe auch St. gen. 1, 2). Die wichtigsten Aussagen:
0.52': Frage: Sie haben in der Vergangenheit auch Jörg Haider scharf angegriffen. Unter anderem haben Sie gesagt, er sei ein Handlanger der Freimaurer.

Stadler: Ich habe gesagt, er hat ein "Agreement" mit der Freimaurerei geschlossen, als er wieder Landeshauptmann wurde. Ich muß fairerweise dazu sagen: Das hat er mir auch angekündigt, daß er das machen wird, wenn er wieder Landeshauptmann wird. Er hat es auch gemacht. Ich habe einen alten Konflikt mit der Freimaurerei. Aber er hat damals gesagt: Er tut sich diesen Konflikt nicht mehr an. Ich bleibe dabei.
Der Freimaurer Jörg Haider und seine Brüder

Daraus geht doch hervor, daß auch Jörg Haider nicht gerade glücklich war über das "Agreement" mit der Freimaurerei, sondern daß er sich nur eine Gegnerschaft von dieser Seite, wie er sagt, "nicht mehr antun" wollte. Man darf also annehmen, daß Jörg Haider sowieso nur Landeshauptmann geworden war, weil dem die Freimaurerei zugestimmt hatte.

Das zeigt mehreres gleichzeitig: Zum einen zeigt es die Macht der Freimaurerei. Zum anderen zeigt es, daß Jörg Haider über lange Zeit hinweg bereit gewesen ist, sich dieser Macht zu beugen. Und zum dritten wird sehr deutlich, daß Jörg Haider für die Freimaurerei schon zuvor oft sozusagen ein "unsicherer Kandidat" gewesen sein muß, was man aber offenbar lange Zeit billigend scheint in Kauf genommen zu haben. Vielleicht um im "kleinen Österreich" mit politischen Möglichkeiten zu "experimentieren", sie auszuloten und zu ventilieren, die die Freimaurerei und der CIA hier und anderswo weder zum ersten mal ausgelotet haben, noch auch dies zum letzten mal werden getan haben.

Bekanntlich werden von diesen mitunter auch Diktaturen und Militärdiktaturen für "opportun" gehalten. Aber offenbar ist diesen Hintergrundmächten dieses regional begrenzte "Experiment" mit Jörg Haider ab einem bestimmten Punkt, nämlich nach der Nationalratswahl von 2008, aus der - von ihnen vorgesehenen - Kontrolle geraten.

Welcher Art war die warme Freundschaft zu Stefan Petzner?

Die Frage schließt sich an, welche Rolle in diesem Zusammenhang der nahe politische Weggefährte Stefan Petzner spielte. Ist er auch Freimaurer geworden? Oder trat er mehr und mehr an die Stelle der früheren "Brüder" Jörg Haiders, wurde er - sozusagen - ihr "Konkurrent" bei Jörg Haider? Emanzipierte sich Jörg Haider etwa gar von den anderen "Brüdern" aufgrund seines Verhältnisses zu Stefan Petzner?

- Weiter sagte Ewald Stadler vor einem Jahr vieles, was natürlich auch heute noch gültig sein wird:
7.14': (...) Was ich für die noch größere Gefahr halte, ist eine Koalition unter dem Hochgradfreimaurer und Bundeskanzler Faymann, eine Koalition mit dem Freimaurer und Vizekanzler van der Bellen und eine Koalition mit einer Justizministerin Heide Schmidt, die vom Hochgradfreimaurer Haselsteiner finanziert, gefördert und geschubst wird.
Über die nur allzu deutliche Verfreimaurerung der österreichischen Politik ist ja von Autor Guido Grandt ein neues Buch für Anfang 2010 angekündigt. (St. gen.) Und was für Österreich gilt, kann angesichts der Umstände rund um den Tod von Uwe Barschel für Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Wohl für kaum ein Land auf der Erde kann es ausgeschlossen werden.

Ein Persilschein für Haider-Nachfolger Heinz-Christian Strache?

Besonders interessant ist weiterhin, was Ewald Stadler über Heinz-Christian Strache, den typischen, opportunistischen, politischen Erben eines ermordeten Politikers, sagt:
11.38': (...) Strache hat mit den Roten eine Arrangement. Und das lautet wie folgt - das ist die alte Kreisky-Doktrin: So lang Blau mit Schwarz nicht koaliert und nichts gemeinsam mit Schwarz macht, ist Rot immer im Spiel. Und Kreisky hat immer gesagt, wir müßten drauf achten - also: die Roten müßten drauf achten, daß Blau nie mit Schwarz zusammen arbeitet, weil es dann keine Regierungsbildung ohne Sozialdemokraten gibt. Das sei die große Lehre der Sozialdemokraten aus den 30er Jahren. Und das gilt dort als Dogma. Und genau hier spielt Strache mit. (...) Die fatale Situation wird ermöglicht durch den antifaschistischen Persilschein, den ihm die höchsten Kreise von den Roten ausgestellt haben bis hinauf zum Bundespräsidenten. (...) Der hat den antifaschistischen Persilschein. Und dafür ist er bereit, den Roten Handlangerdienste zu leisten zum Machterhalt.
Also möglicherweise auch Strache ein Freimaurer, der von ihnen ähnlich gefördert und ventilliert wird, wie über lange Jahre hinweg Jörg Haider selbst? - Man muß Ewald Stadler in keinem einzigen Punkt seiner inhaltichen politischen Positionen zustimmen, wenn man ihn für einen Beobachter der politischen Landschaft hält, der sich nicht - wie so viele andere - die Augen verwischen läßt. Der nicht wie ein "tumber Thor" durch die Gegend läuft, sondern sich die politische Urteilsfähigkeit auch bezüglich von unverfroren agierenden Hintergrundmächten erhält.

Freitag, 23. Oktober 2009

Freimaurer-Morde an Barschel und Haider - und kein Ende?

Der Autor des Buches "Schwarzbuch Freimaurerei" Guido Grandt (im Bild rechts) hat in einer Presseerklärung angekündigt, in baldigen Buchveröffentlichungen aufzuzeigen, daß sowohl Jörg Haider wie auch Uwe Barschel, die beide an einem 11. Oktober "gestorben" sind, von der Freimaurerei ermordet worden sind (Schwarzwälder Bote 1, 2, 3):
Ihm lägen Akten von Nationalräten vor, die sich über den Einfluss der Freimaurer in der österreichischen Regierung beschwerten: »Die meisten von ihnen sind in der SPÖ, die an der Regierung ist.«
Wir hatten hier auf dem Blog schon darauf hingewiesen, daß auch Ewald Stadler über die tiefe Verflechtung der österreichischen Politik mit der Freimaurerei aufklärt. Es liegen hier sicherlich wenig andere Verhältnisse vor, als in Italien, wo Regina Igel auf die Steuerung der P2-Loge durch den amerikanischen CIA hingewiesen hat ("Terrorjahre") oder eben Deutschland, wo der Mord an Uwe Barschel (im Bild links) und das weit verbreitete Desinteresse an seiner Aufklärung ebenfalls auf eine tiefgehende Verfilzung der deutschen Politik und der Medien in Form geheimer Machenschaften, Verschwörungen hinweist.
Laut Grandt ist auch der Klagenfurter Staatsanwalt, der nach dem Tod Haiders die Ermittlungen führte, bekennender Freimaurer: »Er hat ihn politisch verfolgt.«

Grandt ist zudem überzeugt, dass die Fotos vom Unfallort und vom Grab Haiders Symbole enthalten, die für Eingeweihte »eindeutig zu interpretieren« seien: etwa eine Brille, die auf einen Zeitungsausschnitt mit einem abstürzenden Börsenkurs blicke. Davor habe Haider gewarnt und den »drohenden Staatsbankrott« den Regierenden zugeschrieben. Die Brille sei auf einem Foto mit einem Thuja-Zweig »drapiert«. Am Unfallort habe man einen Schuh entdeckt, den Grandt ebenfalls als Symbol der Freimaurer interpretiert. Der Thuja-Zweig finde sich auch auf freimaurerischen Symboltafeln und stehe für den Tod, der Schuh löse in der okkult-magischen Weltanschauung »Bann und Zauber«.

Sogar an Haiders Sarg will Grandt ein geheimnisvolles Symbol entdeckt haben: Dort stehe als Todesdatum »11.10.2008«. Ein Versehen? Wohl kaum, meint Grandt. Er habe aus Geburts- und Todesdatum die Quersummen errechnet, sie addiert, und die neue Quersumme ergebe eine »2«. Diese stehe in der okkult-magischen Vorstellung für Entzweiung und Polarität sowie das Böse.

Kurz: Grandt ist überzeugt, dass der Tod von Jörg Haider ein »politischer Ritualmord« war. Dafür habe er »Tausende Beweise«. »Ich weiß, die Ermittlungsbehörden werden mir eine Verschwörungstheorie unterstellen, weil ihre eigene Theorie nicht haltbar ist.« (...) Vor allem in Österreich ist das Thema nach wie vor ein Dauerbrenner. Als Motto für das Buch, das Anfang 2010 erscheinen soll, hat Grandt übrigens ein Zitat des Politikers gewählt, das wie gemalt zum Tenor passt: »Lieber stehend sterben als lebend kriechen.«
Wann hat all dieser ultrakonservative, zutiefst antidemokratische, antiempanzipatorische Mist, der sich - mindestens - durch das ganze 20. Jahrhundert zieht, und auf den zuletzt an prominenter Stelle kein geringerer als US-Präsident John F. Kennedy in nur allzu deutlichen Worten hinwies - weshalb er dann "natürlich" ermordet werden "mußte" - endlich ein Ende?

Montag, 24. August 2009

"Niemand glaubt noch an die offizielle Version ..."

Gab die internationale Hochfinanz den Auftrag zum Mord an Jörg Haider?
"... Die Art und Weise, wie Ran H. jenen deutschen Politiker drankriegte, ist schon eine tolle Geschichte. ..."
Jörg Haider, eines der letzten Fotos

Mit diesen Worten leitet der ehemalige Mossad-Offizier Victor Ostrovsky die Darstellung seiner Version des Mossad-Mordes an Uwe Barschel ein (in: "Geheimakte Mossad", S. 286). Es handelt sich dabei um eine Darstellung, die - 1994 erstmals erschienen - damals neuerliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schleswig-Holstein auslöste. Diese Darstellung scheint auch nirgends im Widerspruch zu stehen mit allem, was die staatsanwaltlichen Ermittlungen und sonstige Forschungen seither über den Mord an Uwe Barschel zutage gefördert haben (siehe Wolfgang Baentsch/Doppelmord an Uwe Barschel).

Vor zehn Monaten hat man nun möglicherweise neuerlich einen deutschsprachigen Politiker "dran gekriegt" - trotz allen Enthüllungs-Journalismus' seither über die internationalen Mordtätigkeiten des Mossad, anderer Geheimdienste und deren "Auftragskiller": Jörg Haider. Dazu zunächst das folgende Video.

In der sogenannten "Elefantenrunde" am 25. September 2008 im österreichischen Fernsehen sagt der damalige österreichische Finanzminister Wilhelm Molterer von der ÖVP, als Jörg Haider anfängt, die großen Banken "pauschal" zu kritisieren: "Genau das wollen wir jetzt nicht tun." Und gut zwei Wochen später ist Jörg Haider tot. 

Und noch an anderer Stelle hat Jörg Haider kurz vor seinem Tod das internationale Bankensystem öffentlich wesentlich grundlegender und schärfer kritisiert, als das bis heute etwa eine - vielleicht auch schon überdurchschnittlich mutige Politikerin wie - Angela Merkel getan hat. Er sprach von einem internationalen Gericht, das eingerichtet werden müsse.*)

- Wenn ein solcher Politiker zwei Wochen später in einem "Autounfall" stirbt, dann hat die öffentliche Aufmerksamkeit allen Grund, ganz groß die Augen zu weiten und ganz große Ohren zu bekommen. Haben die großen Medien diese weiten Augen und diese großen Ohren gehabt? Bis dato? Haben sie sich und andere ausreichend informiert über den Mordfall Barschel und sind sie deshalb "sensibilisiert" für etwaige neuerliche Korruption, die vorherrscht, und deren Existenz etwa versucht werden könnte, mit Morden zu perpetuieren?

Nein, nicht wirklich. Nicht wirklich Konkretes erfuhr man lange Zeit über die Hintergründe des Todes von Jörg Haider. Das wurde gerne in die abseitigen Diskussionsrunden der sogenannten "Verschwörungstheoretiker" abgeschoben. Und ein Mann wie Wolfgang Wippermann weiß sowieso nicht, was "Verschwörungen" sein sollen, er kennt nur "Verschwörungsideologien". Und wenn sich jetzt jemand trotz der fundierten Erkenntnisse des Herrn Wippermann über die menschliche und gesellschaftliche Psyche im allgemeinen und besonderen verschwören sollte? Stellt denn Wippermann da nicht geradezu einen Freibrief aus für jeden, der sich trotz seiner "Erkenntnisse" etwa doch verschwören sollte? Ist das noch ein kritischer Staatsbürger, der so flappsig argumentiert wie ein Wolfgang Wippermann?

Nein, wunderbar aufgehoben sind solche Diskussionen in den Reihen "abseitiger" "Verschwörugnstheoretiker". Dort gehören sie hin. Nicht in die sersiöse Presse. Wir haben ja Demokratie und Meinungsfreiheit. Jeder darf alles vermuten. Aber das heißt doch noch lange nicht, daß es in die großen Zeitungen hinein kommen darf oder gar "muß". Daß sich Staatsanwaltschaften, Verfassungsschützer, Politiker und andere mehr damit beschäftigen "müssen". - Nicht wahr? Das entscheiden immer noch "wir". - - - WER IST: "wir"???

Pressesprecher Stefan Petzner äußert sich

Stefan Petzner macht nun die erste Ausnahme. 2003 bis 2009 Pressesprecher der Landesregierung Kärnten, "Haider-Intimus" (s. St. gen.), der, "den Haider immer als seinen Nachfolger sah", hat, wie man erst jetzt erfährt, am 28. Juni und am 18. Juli dieses Jahres außergewöhnlich brisante Vermutungen zu den Hintergründen des unnatürlichen Todes von Jörg Haider geäußert (oe.at, 28.6.).

Die Äußerungen von Stefan Petzner werden bis jetzt und trotz "Sommerloch" - soweit man sehen kann - nirgends in der großen Presse erörtert. Angesichts ihrer Brisanz drängt sich schon wieder die Frage auf: Herrscht hier ein "Kartell des Schweigens"? Sollen hier - - - "Bilder" aufrecht erhalten, nicht zerstört werden?

Nur durch einen Hinweis auf der doch auf den ersten Blick recht abseitig anmutenden Seite "Arbeiterfotografie.com" stößt man - eher zufällig - auf diese sehr klaren und eindeutigen Äußerungen von Stefan Petzner. Und man muß dabei zugleich auch erfahren, daß die sehr kenntnisreich und kritisch nachfragend recherchierende Seite "Arbeiterfotografie", die dem politisch linksstehenden Spektrum zugeordnet wird, allein deshalb schon der falschen politischen Teilnahme verdächtigt wird - von einer angeblich so regime-kritischen Zeitung wie "Jungle World" -, weil sie sich überhaupt kritisch mit dem Tod von Jörg Haider beschäftigt.

Falsche politische Anteilnahme?

Aber "Hallo!" - Nanu? Wenn rechte Politiker linke Positionen vertreten und möglicherweise deshalb ermordet werden, darf sich ein linksstehender Journalismus damit nicht beschäftigen? - "Hallo?" - Weshalb sich natürlich schon einmal die Frage stellt, warum sogar eine solche "randständige" Zeitung wie "Jungle World" plötzlich Interesse daran zeigt, daß offenbar niemand kritisch nachfragen "darf", welche politischen Hintergründe ein so unnatürlicher Tod wie der von Jörg Haider haben könnte. Auf welcher "Seite" steht dann "Jungle World" eigentlich? "Hallo?" Und um wieviel mehr mag das dann erst gelten für die (noch) "größeren Medien"?

Stefan Petzner entschloß sich erst acht Monate nach dem Tod von Jörg Haider zu der öffentlichen Äußerung seiner eigenen Vermutungen, nachdem er das Buch von Gerhard Wisnewski über den unnatürlichen Tod von Jörg Haider gelesen hatte, wie er sagt. Dies ist ein Buch, das zwar in Kärnten und Österreich für großes Aufsehen gesorgt hat (oe.at 5.6., 6.6., 13.6.), das aber ebenfalls bislang weder in Deutschland noch international Erörterung findet. Auch dieser Umstand mutet signifikant auffällig an.

Warum berichtet die große Presse nicht?

Denn dieses Buch ist in der Tat eines, das man als kritischer Zeitgenosse gelesen haben muß. Nach dem Buch von Wolfgang Baentsch über den Tod von Uwe Barschel behandelt es einen neuerlichen, aktuellen Polit- und Justizskandal im deutschsprachigen Raum, der noch gar nicht richtig begonnen hat, der aber offenbar ebenso weitreichende Implikationen beinhalten könnte, wie der Mord an Uwe Barschel.

Gerhard Wisnewski's Buch über den Tod von Jörg Haider ist - ebenso wie das Buch von Wolfgang Baentsch über den Tod von Uwe Barschel - ein logisches und durch und durch sachlich argumentierendes Buch. Keineswegs werden zum Beispiel schon so weitreichende Hypothesen geäußert, wie sie erst jetzt Stefan Petzner äußert. - Aber auch die Äußerungen von Stefan Petzner haben ja offenbar reale Hintergründe in Fakten. So etwas zieht sich ja ein langjähriger Pressesprecher und Intimus nicht aus der Nase. Und sie ergänzen deshalb das Wisnewski-Buch in ganz zentralen Punkten.

Die Haider-Partei stand 2008 kurz vor der Regierungsübernahme in Österreich

Da die von Petzner geäußerten Vermutungen so brisant sind, ist dieser Umstand, daß die große Presse dieselben so auffallend wenig aufgreift, obwohl sie im Oktober 2008 breit über den unnatürlichen Tod Jörg Haiders und alles, was mit ihm zusammen hängt, berichtet hat, schon für sich sehr auffallend. Glaubt man denn, so billig eine große Öffentlichkeit abspeisen zu können? Dabei gibt es doch viel zu viele Parallelen zum Fall Barschel.

Und es stellt sich schon hier die Frage: Wer entscheidet eigentlich darüber, welche Nachrichten eine "große Presse" erhalten und welche nicht? Und warum entscheidet er so? - Doch was sagte nun Petzner? (oe.at, 28.6., 18.7.) Am 95. Jahrestag des Attentates von Sarajewo sagte er:

Niemand mehr in Kärnten – und ich betone: NIEMAND – glaubt noch an die offizielle Version, dass das ein Unfall unter Alkoholeinfluss war.

Wenn nicht das schon eine brisante Äußerung ist, die die Weltöffentlichkeit hätte aufgreifen müssen? Petzner sagt, nachdem er ausgeführt hatte, daß Jörg Haider zwei Tage vor seinem Tod kurz vor einer Koalition mit ÖVP und FPÖ zur Regierungsübernahme in Österreich stand (siehe obiges Foto von seinem diesbezüglichen Gespräch mit FPÖ-Chef H. C. Strache am 8. Oktober 2008, zwei Tage vor seinem Tod [1, 2]):

... Und dazu muss man etwas Zweites wissen: Jörg Haider hat als erster und einziger Politiker Österreichs schon im September detaillierte Informationen über das Ausmaß der Banken- und Finanzkrise gehabt. Haider hat vor allen anderen gewusst, was da passieren wird. Und er hat gewusst, wie hochbrisant und explosiv diese Informationen sind. Das sind Informationen, die im Zusammenhang mit riesigen international vernetzten Banken- und Finanzsystemen stehen. Da geht es um viele Milliarden und die wahren Mächtigen in der Welt, die an der Ostküste und sonst wo sitzen. Er hat genau gewusst, welche nationalen und internationalen Banken betroffen sind, welche Manager, welche Bosse – und vor allem auch welche Politiker – und wie viele Milliarden Steuergeld die verspekuliert haben. Er kannte als einziger Politiker alle Details, die der Öffentlichkeit bis heute verschwiegen werden. Er wusste, welche Sprengkraft diese Informationen haben – das betrifft die mächtigsten Lobbies, die mächtigsten Finanzjongleure. Er hatte die Informationen aus Kreisen der Hochfinanz. Das hat er mir gesagt. Ich habe die Unterlagen auch gesehen. Er wusste: Das ist gefährlich, was er da besitzt ...
ÖSTERREICH: Also war es Ihrer Meinung nach ein Attentat, das entweder politisch motiviert war oder von mächtigen Finanz-Lobbies kam?

PETZNER: (...) Es gibt massive Anhaltspunkte dafür, dass die bisherige Unfallversion nicht stimmt und es ein politisch motiviertes Attentat gewesen sein kann. (...) Ich orientiere mich als Politiker an den Fakten. Faktum ist, dass sich seine Informationen als richtig herausgestellt haben: Die Banken sind nacheinander zusammengekracht, die Börsenkurse abgestürzt und die Welt ist in die größte Wirtschaftskrise seit den Dreißigerjahren gestürzt. Haider kannte die Verantwortlichen dafür, ihre Machenschaften und die Hintergründe.

Wenn das nicht brisante Äußerungen wären? Und wenn man sich da nicht wundern sollte, daß derartige Äußerungen in der großen Presse zumindest außerhalb Österreichs noch so gut wie gar nicht diskutiert worden sind? Das sagt ja kein abseits stehender "Verschwörungstheoretiker" in irgend einem abseitigen Internet-Diskussionforum. (Aber selbst die Presse Österreichs scheint sich da immer noch bedeckt zu halten ...) 

"Zwei Finanzkonzerne und ein Geldinstitut namentlich bekannt"

Und welchen Vorwurf äußert Petzner am Ende des Interviews:

Der Staatsanwalt (...) war befangen - er hat diese Causa als seine persönliche Rache an Haider betrachtet. Ich will das offenlegen.

Man fragt sich: Handelt ein Staatsanwalt nur aus "persönlicher Rache" so? Am 18. Juli wurde Stefan Petzner von einem Polizist, dem Bezirksdirektor Egon Waldner, im Klagenfurter Landesamt für Verfassungsschutz als Zeuge vernommen. Man erfährt (oe.at, 18.7.):

Hauptkomplex der Befragung war, wer denn laut Petzner aus der „Hochfinanz“ Interesse an Jörg Haiders Tod gehabt haben könnte. Und offenbar hat Petzner ausgepackt: Er nannte die Namen von zwei Finanzkonzernen und einem Geldinstitut, über die „Jörg Haider brisante schriftliche und mündliche Informationen besessen“ habe. Petzner gab sich überzeugt, dass „Haider vor der Finanzkrise Dokumente hatte, die ihre Entstehung und ihre Verursacher demaskiert“ hätten. Das, so Petzner laut Insidern vor der Polizei, sei „schon ein starkes Motiv gewesen, dass Jörg Haider einfach zu viel wusste“.

Man fragt sich inzwischen: Warum geht Petzner nicht einfach selbst mit diesen Informationen vollständig an die Öffentlichkeit? Warum nennt er die Namen der beiden Finanzkonzerne und des Geldinstitutes nicht gleich öffentlich? Warum hat er sie nicht gleich spätestens wenige Wochen nach Jörg Haiders Tod veröffentlicht? Hätte das nicht Haider selbst auch getan, wenn er ein offensichtliches Attentat - überlebt hätte?

Warum wartete Petzner damit, bis das Buch von Gerhard Wisnewski erschienen war? - Aber man erinnert sich: Petzner hatte schon gleich nach dem Tod Haiders geäußert (siehe Interviews auf Youtube), daß er sich fürchtete, allein in seiner Wohnung zu übernachten ...

Wären all diese Dinge nicht wert, von einer kritischen Öffentlichkeit genau unter die Lupe genommen zu werden, ganz unabhängig davon, wie nah oder fern sie sonst einer Politik steht, die mit dem früheren Landeshauptmann von Kärnten in Verbindung gebracht wird?

Oben eines der letzten Fotos, die von Jörg Haider am 10. Oktober abends, nur wenige Stunden vor seinem Tod, gemacht worden sind. Auf diesen Fotos ist er überall locker drauf, gelöst, nüchtern, ganz entspannt und "anwesend". Und so wirkt er auch in dem Interview, das er auf diesem Foto für den Radiosender Antenne Kärnten gab.

Den dort zum Schluß erwähnten, von der Nachbarin gebackenen Apfelstrudel sollte er nicht mehr essen dürfen ...

Welche Infamie und Ekelhaftigkeit, wenn es Leute geben sollte, die so schlankweg Politiker ermorden und ermorden lassen, weil sie ihnen "lästig" sind. Weil sie ihnen aktuell und längerfristig politische Probleme bereiten und sie diese "Probleme" "anders" nicht mehr glauben, lösen zu können. Welche Infamie und Ekelhaftigkeit. Und wenn sie dann in dem offenbar für Mossad-Agenten typischen Tonfall darüber sprechen wie es Victor Ostrovsky in seinem Buch einleitend über den Barschel-Mord tut:

"Die Art und Weise, wie Ran H. jenen deutschen Politiker drankriegte, ist schon eine tolle Geschichte." (Geheimakte Mossad, S. 286)

______________________
*) Die vollständige Sendung der "Elefantenrunde" in 10 Teilen übrigens --> hier. Im Teil 5 ab der 9. Minute äußert sich Haider zum Thema, weiter im Teil 6. Ab der 9. Minute im Teil 6 äußert sich Molterer ebenfalls noch einmal zum Thema, noch einmal - zumindest - die österreichischen Banken in Schutz nehmend. - Wie politisch gefährlich es in jenen Wochen war, die Begriffe "Juden" und "Banker" zusammen zu bringen, hat ja übrigens auch Hans-Werner Sinn erfahren, als er am 26. Oktober 2008, zwei Wochen nach Jörg Haiders Tod sagte: "1929 traf es die Juden - heute die Manager". (Tagesspiegel, Wikip.)
Nach den neuen, hier von Stefan Petzner behandelten Äußerungen wird man auch jene "Sinn"-Kontroverse vor 10 Monaten in etwas neuer Beleuchtung sehen - wie umgekehrt von ihr manche neue Beleuchtung auf den Tod von Jörg Haider fallen könnte. In diesem Zusammenhang könnte nämlich auch berücksichtigt werden, daß ein politischer Berater Jörg Haiders und der FPÖ zwischen 1996 und 2004, Peter Sichrovsky, nach eigenen - allerdings kurz danach widerrufenen - Aussagen in jener Zeit für den Mossad gearbeitet hat (Wikip.).
Das schien also offenbar auch wieder notwendig gewesen zu sein: Diese Aussage zu widerrufen. - Noch einmal: Wann endlich werden die Umstände des Mordes an Uwe Barschel und an Jörg Haider offen und offensiv thematisiert in den Medien?

Donnerstag, 20. August 2009

Jörg Haider - Unfall oder Attentat?

Zu den Umständen des Todes von Jörg Haider gibt es manches Widersprüchliche, Unstimmige zu erfahren.

Gerhard Wisnewski hat darüber ein Buch heraus gebracht, das diese Unstimmigkeiten zusammen stellt. Besonders auffallend ist unter anderem, daß Jörg Haider zum Zeitpunkt seines Todes 1,8 Promille Alkohol in seinem Blut gehabt haben soll, obwohl nahe Freunde, von denen er sich erst kurz zuvor verabschiedet hatte, sagen, er wäre gar nicht alkoholisiert gewesen. Auch ist zu hören, daß man Jörg Haider nicht als jemanden gekannt hat, für den es besonders typisch wäre, besonders viel Alkohol zu trinken.

Der äußerlich sehr jung aussehende, 27-jährige Bergbauern-Sohn und Politiker Stefan Petzner stand Jörg Haider sehr nahe, nicht nur politisch. Als sein Pressesprecher gab er auf der Pressekonferenz der Landesregierung von Kärnten den Tod von Jörg Haider - in Tränen aufgelöst - bekannt. (Yt.) In späteren Interviews sprach er von der sehr nahen, sehr engen - und offenbar durchaus auch sehr besonders zu nennenden - "Beziehung", in der er zu seinem "Lebensmensch" Jörg Haider gestanden hat. (Yt.1, 2)

Diese Andeutungen einer homoerotischen Beziehung zwischen den beiden Politikern scheinen für Petzner in den letzten Monaten politisch nicht gerade vorteilhaft gewesen zu sein. Doch die sehr offene und zugleich auch die neugierige Öffentlichkeit in die gebotene Distanz zurückweisende Art des 27-jährigen Petzner, über sein persönliches Verhältnis zu Jörg Haider zu reden, mutet berührend und menschlich eindrucksvoll an. Ganz unabhängig von den politischen Aussagen, für die diese beiden Politiker stehen. - Aber das ist auch nur die eine Seite dieses Themas.

Denn wie man nun hört, äußert inzwischen auch Petzner selbst, der sich diesbezüglich unmittelbar nach dem Tod Haiders noch auffallend bedeckt und zurück gehalten hatte, Vermutungen dahingehend, daß Haider nicht einem Unfall, sondern einem Attentat zum Opfer gefallen sein könnte. (oe.at 28.8.09, Salzb. Nachr. 27.6.09, 17.7.09) Auch er sagt inzwischen, daß die polizeilichen Ermittlungen "schlampig" gewesen seien.

Und solche Dinge sind im Zusammenhang der Aufklärung der Todesumstände Jörg Haiders wichtig. Denn Petzner war auch einer der letzten, die Haider noch lebend gesehen haben. Petzner äußerte letztes Jahr in einem Interview kurz nach der Trauerfeier für Haider solche Vermutungen noch nicht. Aber schon da stehen die oben genannten Widersprüchlichkeiten, Unstimmigkeiten im Zentrum der Erörterung. Und deshalb ist auch dieses Interview recht sehenswert.

Mit einer gewissen Sorge blickt man nach Österreich. Denn sollte es ein Mord gewesen sein, werden jene, die ihn ausgeführt haben, gegenüber jenen, die Jörg Haider nicht nur politisch, sondern sogar persönlich am nächsten gestanden sind, und die auch beginnen, ein Attentat zu vermuten, ähnliche Gesinnungen hegen wie gegenüber Jörg Haider selbst.

Die Freimaurerei in der Politik Österreichs

Von Ewald Stadler, einem prononcierten Vertreter des politischen Katholizismus innerhalb des "freiheitlichen" Lagers in Österreich, gibt es einen langen Vortrag im Internet (Yt 1), schon vom 25. März 2007, in dem Stadler darauf hinweist, daß Jörg Haider Freimaurer geworden sei, weil er sich davon Vorteile für seine politischen Ziele versprochen habe. Daß Haider die Freimaurer aber nicht ernst genug genommen habe, zumindest nicht so ernst, wie sie Ewald Stadler selbst in diesem Vortrag nimmt und wie er ihren politischen Einfluß in Österreich beurteilt. Stadler weist in einer zweiten Bemerkung (Yt 2) auch darauf hin, daß Haider bereit war, Freimaurern Positionen zu verschaffen. Und in einer dritten Bemerkung (Yt 3) weist er darauf hin, daß sich die Freimaurer auch sonst Positionen in der von Haider gegründeten Partei BZÖ verschafft hätten.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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