Freitag, 23. Oktober 2009

Freimaurer-Morde an Barschel und Haider - und kein Ende?

Der Autor des Buches "Schwarzbuch Freimaurerei" Guido Grandt (im Bild rechts) hat in einer Presseerklärung angekündigt, in baldigen Buchveröffentlichungen aufzuzeigen, daß sowohl Jörg Haider wie auch Uwe Barschel, die beide an einem 11. Oktober "gestorben" sind, von der Freimaurerei ermordet worden sind (Schwarzwälder Bote 1, 2, 3):
Ihm lägen Akten von Nationalräten vor, die sich über den Einfluss der Freimaurer in der österreichischen Regierung beschwerten: »Die meisten von ihnen sind in der SPÖ, die an der Regierung ist.«
Wir hatten hier auf dem Blog schon darauf hingewiesen, daß auch Ewald Stadler über die tiefe Verflechtung der österreichischen Politik mit der Freimaurerei aufklärt. Es liegen hier sicherlich wenig andere Verhältnisse vor, als in Italien, wo Regina Igel auf die Steuerung der P2-Loge durch den amerikanischen CIA hingewiesen hat ("Terrorjahre") oder eben Deutschland, wo der Mord an Uwe Barschel (im Bild links) und das weit verbreitete Desinteresse an seiner Aufklärung ebenfalls auf eine tiefgehende Verfilzung der deutschen Politik und der Medien in Form geheimer Machenschaften, Verschwörungen hinweist.
Laut Grandt ist auch der Klagenfurter Staatsanwalt, der nach dem Tod Haiders die Ermittlungen führte, bekennender Freimaurer: »Er hat ihn politisch verfolgt.«

Grandt ist zudem überzeugt, dass die Fotos vom Unfallort und vom Grab Haiders Symbole enthalten, die für Eingeweihte »eindeutig zu interpretieren« seien: etwa eine Brille, die auf einen Zeitungsausschnitt mit einem abstürzenden Börsenkurs blicke. Davor habe Haider gewarnt und den »drohenden Staatsbankrott« den Regierenden zugeschrieben. Die Brille sei auf einem Foto mit einem Thuja-Zweig »drapiert«. Am Unfallort habe man einen Schuh entdeckt, den Grandt ebenfalls als Symbol der Freimaurer interpretiert. Der Thuja-Zweig finde sich auch auf freimaurerischen Symboltafeln und stehe für den Tod, der Schuh löse in der okkult-magischen Weltanschauung »Bann und Zauber«.

Sogar an Haiders Sarg will Grandt ein geheimnisvolles Symbol entdeckt haben: Dort stehe als Todesdatum »11.10.2008«. Ein Versehen? Wohl kaum, meint Grandt. Er habe aus Geburts- und Todesdatum die Quersummen errechnet, sie addiert, und die neue Quersumme ergebe eine »2«. Diese stehe in der okkult-magischen Vorstellung für Entzweiung und Polarität sowie das Böse.

Kurz: Grandt ist überzeugt, dass der Tod von Jörg Haider ein »politischer Ritualmord« war. Dafür habe er »Tausende Beweise«. »Ich weiß, die Ermittlungsbehörden werden mir eine Verschwörungstheorie unterstellen, weil ihre eigene Theorie nicht haltbar ist.« (...) Vor allem in Österreich ist das Thema nach wie vor ein Dauerbrenner. Als Motto für das Buch, das Anfang 2010 erscheinen soll, hat Grandt übrigens ein Zitat des Politikers gewählt, das wie gemalt zum Tenor passt: »Lieber stehend sterben als lebend kriechen.«
Wann hat all dieser ultrakonservative, zutiefst antidemokratische, antiempanzipatorische Mist, der sich - mindestens - durch das ganze 20. Jahrhundert zieht, und auf den zuletzt an prominenter Stelle kein geringerer als US-Präsident John F. Kennedy in nur allzu deutlichen Worten hinwies - weshalb er dann "natürlich" ermordet werden "mußte" - endlich ein Ende?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der gute Herr Grandt und seine Schwachsinnsbücher...

In der Regel sind Verschwörungstheorien ein lustiger Zeitvertreib, sofern eine gewissen Intelligenz dahintersteckt. Herrn Grandts Buch ist nicht einmal schlecht recherchiert, sondern einfach nur erfunden.

Alleine die Tatsache, wie er Symbole deutet zeigt, dass er weder von Freimaurerei, noch von Historik oder Mystik auch nur den Funken einer Ahnung hat.

Ingo Bading hat gesagt…

Wieder mal tolle Beleidigungen hier. Anonym.

Die Freimaurerei mauert noch heute und beschönigt an allen Ecken und Enden. Da muß sie sich schon gefallen lassen, daß sich Leute Gedanken über sie machen.

Ganz toll, wenn dann Besserwisser kommen und so tun, als wäre alles super einfach, was die Freimaurerei betrifft.

Manfred Aubert hat gesagt…

Ganz toll, wenn Menschen, die scheinbar nix vom Inneren der Freimaurerei und ihren Logen kennen, sich äußern. Als jemand, der 33 Jahre dazugehörte und selbst ausgestiegen ist (zum 31.12.2010, und ich lebe immer noch!), dabei nicht nur Mitglied war, sondern auch verschiedene "Ämter" innehatte, sage ich: Diese ganze Schreiberei ist absolut zuviel der Ehre. Was da so alles hineingeheimnist wird ... gruselig!!! Sicher ist nicht alles Gold was glänzt. Auch in der Freimaurerei nicht, sonst wäre ich sicher nicht ausgetreten. Aber den Machtanspruch, den die Verschwörungstheoretiker der Freimaurerei andichten, haben sie nicht. Aber diesen Blödsinn immer wiederzukäuen ist natürlich einfacher als mal zu Gästeabenden zu gehen oder im Internet auch mal die Beiträge der Mitglieder (Internetloge.de z.B.) zu lesen.

Ingo Bading hat gesagt…

Nun, wie Sie sehen, gibt es verschiedene Meinungen.

Ich sehe aber schlicht nicht ein, wozu aufgeklärte, offene Gesellschaften Geheimgesellschaften brauchen. Wir brauchen Sie ebensowenig wie Geheimdienste. Beide stehen im denkbar stärksten Gegensatz zu offenen, aufgeklärten Gesellschaften.

Allein die Klüngelei, die die Freimaurer als Vertreter der Kirchenfreien bei der EU betreiben, und worüber ich andernorts berichtet habe, stinkt zum Himmel. Die Tatsache, daß die Vereinigte Großloge mit dem Freimaurerdenkmal von Leipzig Werbung macht, stinkt zum Himmel. Und sagt viel über ihr Selbstverständnis aus.

Aber kann ich schon verstehen, daß Sie als Anhänger von Astrologie und Esoterik die Freimaurerei so schlimm nicht finden.

Astrologie, Estoterik und Freimaurerei standen an der Wiege der NSDAP. Zwei Astrologen, davon einer Freimaurer, verkauften den "Völkischen Beobachter" an Adolf Hitler (Sebottendorf und Mersch).

Die Nähe zur Macht von Astrologie und Esoterik ist vielerorts gegeben, stinkt zum Himmel und steht ebenfalls im Widerspruch zu aufgeklärten, offenen Gesellschaften.

Anonym hat gesagt…

Ach und was eine Gesellschaft braucht und was nicht, das definieren nun sie? Seltsames Paradoxon, dass ausgerechnet aus dieser ach so geheimen Gesellschaft beinahe alle Impulse kamen, um die von ihnen gelobte offene Gesellschaft überhaupt erst zu bilden. Es ist denkbar, dass Ihre Vorstellungen dessen was eine Loge ist und was dort geschieht, Ihre bizarre Fatasie widerspiegeln, das bedeutet noch lange nicht, dass es sich deshalb schon um die Wahrheit handelt. Privatsphäre in Form eines Vertrauensraumes ist überall gegenwärtig, nur unter dem Label Schlagwort stört es Sie offensichtlich, weil es Menschen gibt, denen es auf den ZEiger geht, dass alles voyeristisch von allen beglotzt werden soll. An dem Tag, an dem sie mal an eienr Logentür klingeln, um dort selbst nachzufragen was diese Privatheit soll, wird Ihnen auffallen, dass es überhaupt nichts geheimes gibt, sondern alles sehr viel offener ist, als Sie hier versuchen darzustellen. Ganz davon abgesehen, dass nicht ein einziges Passwort, Ritual oder auch nur eine Handlung aller bestehenden Grade nicht längst nachzulesen sind. Ehe Sie nun auch noch die Gründung der NSDAP den Freimaurern anlasten, weil mit Sebottendorf ein einziger Pseudofreimaurer irgendwie an irgendeinem Moment beteiligt war, sollten Sie lieber aufhören sich weiterhin öffentlich zu blamieren. Nichts ist weniger vereinbar als Freimaurerei und jegliche Form von Fanatismus. Da können Sie noch so sehr Einzelbeispiele ins Feld führen, die wird es überall geben, doch Jahrhunderte mit zigtausenden Gegenbeispielen widersprechen Ihnen und haben nicht zuletzt zur von Ihnen gelobten offenen Gesellschaft beigetragen.
Im Netz darf sich jeder ein Experte schimpfen, aber die verleumdung anderer Menschen steht keinem gut zu Gesicht, besonders, wenn er offensichtlich keine Ahnung hat, sondern seine LEichtgläubigkeit noch stolz zur Schau trägt.

Ingo Bading hat gesagt…

In meinen Kommentarbereich verlieren sich viel mehr Freimaurer und Freimaurerfreunde als Kritiker. Hm, welche Gründe das wohl hat? Aber finde ich ja doch nett, die Aufmerksamkeit. Danke!

Merkwürdigerweise höre ich nur nie ein einziges Wörtchen von Selbstkritik.

Thema Sebottendorf. Aha, der war also nur Pseudofreimaurer? Wer bestimmt denn das eigentlich? Soweit ich sehe, waren alle Gründer des Germanenordens, des Vorgängers des Thule-Ordens schlichte Freimaurer, nicht Pseudonfreimaurer. Wie auch IHnen bekannt sein dürfte - etwa aufgrund der Forschungen von Ralf Melzer - daß es völkische Tendenzen auch in der offiziellen Freimaurerei vor und nach 1933 zu Hauf hab. Alles offenbar Pseudofreimaurer, ja?

Nein, ich sehe das anders. Ich sehe, daß hier - nun, Pseudofreimaurer - eine, nun, "Privatsphäre" aufgebaut wurden, in der, nun, totalitären und verbrecherischen Bestrebungen Vorschub geleistet wurde. Nicht wahr?

Und warum soll das mit der offiziellen Freimaurerei nicht auch möglich sein?

Wer das von vornherein ausschließt mit dem Brustton der Überzeugung, der kann es meiner Meinung nach nicht ganz ehrlich meinen. NATÜRLICH ist öffentliche Kontrolle dazu da, daß geheimes Gemunkel hinter verschlossenen Türen möglichst zurückgeschraubt wird.

Und NATÜRLICH sind Geheimgesellschaften dazu da, Einflußnahme und Lobbyismus möglichst den Augen der Öffentlichkeit zu entziehen. Ich fände es lachhaft, das zu bestreiten. Zumal die Spitzen der Freimaurerei mit den Spitzen etwa der obersten Behörden der EU herrlich klüngeln, wie hier auf dem Blog schon behandelt. Auch nur ein Beispiel von vielen.

Trotzdem danke für Ihre Bemühungen. Vielleicht nehmen auch einmal andere Freimaurerkritiker zu solchen Kommentaren Stellung. Ich sehe mich nicht als jemanden an, der die absolute Wahrheit für sich gepachtet hat. Sondern der den freien Diskurs einer freien Gesellschaft fördern will.

Ich sehe nicht, warum Lobby-Kritik und die Kritik von undemokratischen Einflußnahmen auf die Politik nicht einer emanzipierten Gesellschaft förderlich sein sollte. Und Blauäugigkeit auch nicht.

Ingo Bading hat gesagt…

Der "Bund der Guten" übrigens war die norddeutsche Parallel-Organisation zum süddeutschen Thule-Orden. (Siehe Franz Wegener.) In ihm waren vor allem die führenden Mitglieder der von der DNVP abgespaltenen "Deutsch-völkischen Freiheitspartei" organisiert. Dem norddeutschen Pendant zur NSDAP in Bayern.

Ideengeber diess "Bundes der Guten" war Hochgradfreimaurer Paul Köthner. Zwar nach 1918 "ausgetreten" - aber immer weiter in guter Verbindung stehend zu den offiziellen Logen. Köthner hat wohl auch schon im Germanenorden eine nicht geringe Rolle gespielt und hatte eine Art Vordenker-Rolle für Logengründungen aller Art für völkische Kreise.

Und wenn man sich mit all dem beschäftigt, drängt sich einem geradezu die Annahme auf, daß für jede neue Parteigründung zunächst im "metapolitischen" "Vorfeld", nicht wahr, eine neue, eigene Okkultorganisation, Okkultloge gegründet worden ist.

Dann bleibt ja auch die Übersicht gewahrt, nicht wahr?

Und ich halte es inzwischen für sehr wahrscheinlich, daß das auch schon für frühere und dann wieder für spätere Parteigründungen zutrifft.

Es gab ja noch mehr völkische Kleinparteien damals. Und es gab noch mehr völkische Okkultlogen damals. Womöglich sind die alle einander zuzuordnen, wenn man das mal genauer untersuchen würde.

In der DNVP waren ja wohl haufenweise ganz normale Freimaurer organisiert, die aus den sogenannten "altpreußischen Logen" kamen.

Also für jede Partei waren bestimmte Logen zuständig. Auch für die Arbeiterparteien gab es ja schon früh Freimaurerlogen. Und für die liberalen Parteien ja auch - eben die liberaleren Logen jenseits der altpreußischen.

Und so sieht doch heute - und früher - Politik auch aus. Alles ist schon metapolitisch "vorgedacht" und vergekaut, bevor es die Öffentlichkeit erreicht. Und die Öffentlichkeit hat das dann nur noch "abzusegnen", nachdem diverse Logen-Ideologen öffentlich, halböffentlich oder verdeckt die jeweiligen Stichworte ausgegeben haben.

Den Topos vom "Kalten Krieg" gab es lange, bevor es den Kalten Krieg gab. Vorgedacht von dem amerikanischen Präsidentenberater Walter Lippmann (veröffentlicht 1944). Das Kriegsende von 1945 stand 1941 noch während des deutschen Vormarsches auf Moskau unter den führenden Beamten des Foreign Office in London fest umrissen vor ihren Augen. So trat es dann auch ein: Stalin an der Elbe.

Und Churchill gehörte gar nicht zu jenen, die dieses Kriegsziel so genau voraussahen, wie die Beamten des Foreign Office. Diese Beamten sagten deshalb unter sich, daß die Reden von Churchill nur "für die Geschichtsbücher" seien. Aber sie wußten, daß Churchill niemals etwas gegen den geplanten Ablauf des Zweiten Weltkrieges tun würde.

Die etwa von Churchill behauptete Absicht, er hätte eine "Zweite Front" in Griechenland und auf dem Balkan eröffnen wollen, um Stalin den Weg nach Mitteleuropa zu verlegen, war niemals ernst gemeint, wie durch die Zeitgeschichtsforschung längst dargelegt ist.

All das habe ich in meiner Magisterarbeit "Wie kam Stalin in die Mitte Europas?" (1993) dargelegt.

Die Rückverbindung dieser Vorgänge zu solchen Lobbygruppen wie der Freimaurerei, die im Völkerschlachtdenkmal ähnliche Ideologien symbolisiert ("Über Schlachtfeldern zu Gott"), ist da nun wirklich kein großes Kunststück mehr.

Selbst "ahnungslose" Johannisfreimaurer sollten das, wenn sie nur ein bischen zeitgeschichtliche Interessen haben, nachzuvollziehen in der Lage sein.

Und entweder bleiben sie dann bewußt in der Freimaurerei - denn DESHALB finden sie sie ja so "toll". Oder sie sollten diesem Verein möglichst schnell den Rücken zukehren.

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