Donnerstag, 17. März 2011

E.P.H. Barth, ein vatikantreuer, satanistischer Freimaurer im Reichssicherheitshauptamt?

E. P. H. Barth, genannt "Meister Amenophis"
Dieser Artikel über den "Bruder Amenophis" der Fraternitas Saturnis war 2011 verfasst worden, ohne dass sein bürgerlicher Name bekannt war. (Dazu war 2011 geschrieben worden: "Wie dieser 'Frater Amenophis' mit bürgerlichem Namen heißt, ob vor oder nach 1945, ist offenbar im Internet derzeit noch schwer - oder gar nicht - herauszubekommen.) Auch Peter Robert König wollte uns in einem Email-Austausch diesen bürgerlichen Namen nicht nennen. Doch am 13. Juni 2012 stießen wir darauf, dass ein Michael Caspary aus Birstein auf den Internetseiten "Inveha.com" und "Arupa.de" die "Occulte Buchhandlung Inveha" des Eugen Grosche aus den 1920er Jahren (in der damaligen Berliner Kleiststraße 6) weiter führt, des Gründers der "Fraternitas Saturni".

Dementsprechend heißt auch die erste Unterkategorie auf Arupa.de "Fraternitas Saturni". In dieser werden auf 14 Seiten Publikationen der "Fraternitas Saturnis" angeführt. Und auf der letzten dieser 14 Seiten "Interna / weniger bekannte Schriften" wird ganz am Ende die folgende Publikation angeführt (Hervorh. n. i. Orig.):
Das Konzilium der Großloge Fraternitas Saturni e.V.:
Inhalt u.a.: Treuebruch des Herrn Wolf Rösler (Ramananda), Treuebruch des Herrn E. P. H. Barth (Amenophis), Offener Brief (Ramananda an Gregorius), Austritte und Dispenz, Grad-Verleihung[en], Ring-Rituale, Osterloge, Bericht über eine Gastloge, Tagung[en] der Loge und Großloge, Urkunden Übergabe[n], Hüter des Berges Ipf, Einladungen, Verfügung 18/19, Beschluss zur Ernennung der Meister und Ortsmeister, Stimmberechtigte Mitglieder der Großloge, Mitglieder-Bestand.
36 S. Din-A 4
Damit ist nun klar: Bei dem "Bruder Amenophis" handelt es sich um einen E. P. H. Barth. Und bei dem Bruder Ramananda, der auch eine Rolle spielt, um einen Wolf Rösler. Zu E. P. H. Barth fand sich dann noch folgende Angabe im Antiquariatsbuchhandel:
Gregorius, Gregor A. [d.i. Eugen Grosche; Verantwortlich]: Mensch und Kosmos. Jhg. 1953/54, Nr. 8 (Februar). Monatsschrift für Grenzwissenschaften. [Parapsychologie, Okkultismus, Mediumismus, Joga, Astrologie, Magie u. Mystik]. Bonn, Consensus-Verlag R. Lubik, 1954. S. [253]-292, mit Abb., Gr.-8°, Illus. O-Karton Aus dem Inhalt: E. P. H. Barth: Das Hexalpha; C. H. Petersen: Die Lehren des Meisters Therion [d.i. Aleister Crowley]. "Das Gesetz des Starken". 
Und im "Ostpreußenblatt" vom 9. April 1955 finden wir (im August 2014) auf Seite 18 unter "Das Abitur bestanden" den Eintrag:
Björn Barth, Sohn des Bankkaufmanns E. P. H. Barth aus Königsberg, Neue Dammgasse 20, jetzt Meldorf/Holstein, Danziger Straße 6, an der Staatlichen Oberschule – Gelehrtenschule – in Meldorf/Holstein
Da "E. P. H. Barth" nicht gerade der häufigste Name gewesen sein wird, ist nicht auszuschließen, dass auch dies der Bruder Amenophis war, der ja im übrigen auch im 100 Kilometer entfernten Hamburg tätig gewesen sein soll. War er also von Beruf Bankkaufmann? Auf diesen geheimnisvollen "Frater Amenophis" waren wir jedenfalls das erste mal gestoßen in einem der vorhergehenden Beiträge hier auf dem Blog (siehe "Nazi-Ideologie im Freimaurerlogenhaus in Berlin-Dahlem?").

Einflussreicher Großmeister der "Fraternitas Saturnis"

Und dieser "Meister Amenophis", der nun auch auf dem eingangs gebrachten Foto abgebildet ist (1), war einflussreicher "Großmeister" der "Fraternitas Saturnis", der ältesten deutschen Tochterloge des "Ordo Templi Orientis" (O.T.O.) Aleister Crowley's. Amenophis soll während des Dritten Reiches ein ranghoher SS-Offizier im Reichssicherheitshauptamt gewesen sein. Deshalb vor allem unser Interesse für ihn. Über ihn wird berichtet (2, S. 111f; 3):
Amenophis war ein ehemaliger SS-Angehöriger, dem es gelungen war, den Militärgerichten der Siegermächte zu entwischen. Noch immer vermutete er, dass man hinter ihm her war, obwohl die Nürnberger Prozesse, sowie die übrigen gegen die Helfer der Nazis, längst abgeschlossen waren. Er lebte unter falschen Namen in Bad Nauheim. Selbst seine Logengeschwister kannten seinen wahren Namen nicht. Sein Sohn arbeitete im Vatikan und händigte ihm geheime Rituale aus den dortigen Archiven aus. Zeitzeugen berichteten, Amenophis wäre ein sehr mächtiger Magier gewesen.
Sein Sohn könnte natürlich jener Björn Barth gewesen sein, der 1955 auf der Gelehrtenschule in Meldorf sein Abitur gemacht hatte. Warum er dann aber 1955 dabei seinen Namen veröffentlichte, wäre noch zu klären.

Amenophis soll - wie Werner Best - im "Reichsicherheitshauptamt" in Berlin gearbeitet haben, der Zentrale der Gestapo, des Sicherheitsdienstes und der Reichskriminalpolizei. Also unter Himmler, Heydrich und Werner Best. In den 1950er Jahren hat "Bruder Amenophis"/E.P.H. Barth fast ebenso viele Artikel in den "Blättern für angewandte okkulte Lebenskunst" (a) geschrieben, wie der offizielle Gründer dieser Loge, Eugen Grosche. Der sicherlich nur ein "Outer Head of the Order" war, wobei die "Inner Head of the Order" der Öffentlichkeit nie bekannt sind. So jedenfalls ist es auch beim O.T.O.. 1957 etwa veröffentlichte er über "Die Gnosis". Im April 1960 veröffentlichte er ebendort einen im Internet noch heute mehrmals zitierten Aufsatz "Zur Praxis der Runen-Magie".

Thule ist ganz nah: "Zur Praxis der Runen-Magie"

Er scheint schon in den 1960er Jahren gestorben zu sein. E. P. H. Barth/"Amenophis" sitzt auf dem eingangs gebrachten Foto ziemlich imposant und herrscherlich da. Dieser okkultgläubige mutmaßliche SS-Mann aus der Zentrale des Terrors während des Dritten Reiches. Seine Gesichtszüge, insbesondere seine flachen Augen, scheinen auf eine asiatische Herkunft hinzuweisen, vielleicht ähnlich der des Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi (1894-1972), der eine japanische Mutter hatte und einen Vater aus dem europäischen Hochadel.

Aus diesem Anlass sei eingefügt, dass der "hohe Freimaurer" Ellic Howe in seinem Buch "Schwarze Propaganda" sich von seinem deutschen Freimaurerbruder Hans-Heinrich Solf manches Anzügliche erzählen hat lassen in Zusammenhang mit Orgien der Freundin Adolf Hitlers und Axel Springers Stéphanie Richter (1891-1972), verheiratete „Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst“ (17), die als "Spionin Hitlers" apostrophiert wird, die aber auch noch Spionin für ganz andere gewesen sein wird. (Ihr Memoirenschreiber war Rudolf Kommer.) Coudenhove-Kalergi jedenfalls hätte sich Schalen nach ihren Brüsten modellieren lassen, um aus diesen Champagner zu servieren. Auf solchen elitären Orgien ruhte ja mit Wohlgefallen das Auge so manches Aleister Crowley-Anhängers, O.T.O.-Mitgliedes und Geheimdienstmannes, wie schon andernorts hier auf dem Blog ausgeführt. Und auch nur deshalb hier die Erwähnung.

Zurück zu Herrn E. P. H. Barth, genannt Amenophis: Ob er nicht auf alten Fotos aus dem Reichssicherheitshauptamt sollte identifiziert werden können? Vielleicht fühlt er sich jedenfalls als "Meister des 13. Universums", eng verbunden - über seine Runen-Magie - mit Thule, Tibet und dem "neuen Jerusalem". Und möglicherweise - wie sein Papst Pius XII. oder wie sein Gegenpapst Aleister Crowley - als weit über solchen "trivialen" Leuten stehend wie etwa Heinrich Himmler oder Adolf Hitler.

... Bescheuertes Gehabe ...
Um noch etwas mehr über ihn zu erfahren, ist offenbar der Umweg über seinen engen Kollegen und nach-1945er Konkurrenten  in der Führung der "Fraternitas Saturni", Eugen Grosche, notwendig, den vormals beauftragten Gründer dieser Loge (siehe Foto rechts, Quelle: 1). Grosche gilt in diesen esoterischen Kreisen als fast ebenso "legendär" wie sein Lehrer und Freund Aleister Crowley.

Der Logenname von Eugen Grosche lautete "Frater Gregor A. Gregorius" (Wikip., Alldyna). Bei Grosche's Lebensweg denkt man nicht zuerst an die SS, vielleicht war er gerade deshalb gut geeignet zur Tarnung. Er war schon vor dem Ersten Weltkrieg Anthroposoph und Theosoph, während der Novemberrevolution von 1918 stellte er sich den Kommunisten zur Verfügung, nach 1945 hatte er mit diesen in der DDR Probleme. (Aber das Buch "Isis, Fürstin der Nacht" zeigt auf, dass die Stasi in der DDR keine Probleme mit rituellem Satanismus an sich hatte.) Grosche hatte so echte Aleister Crowley-Ansichten wie etwa diese (Mai 1952):
Der wissende Esoteriker ist stets ein strikter Gegner der Ehe. 
Das könnte man gleich mit manchen Ansichten von Heinrich Himmler parallel setzen und noch besser mit den Ansichten, wie sie in zahlreichen damaligen ariosophischen Logen vertreten wurden wie etwa in dem norddeutschen Astroclub, der sich "Bund der Guten" nannte, eine Parallelerscheinung zum süddeutschen Astroclub "Thuleorden". Über die Grosche-Biographie erfahren wir in Amazon-Kundenrezensionen:
Packend werden die verschiedenen Ereignisse seines Lebens geschildert, seien es die politischen Aktivitäten Grosches, die zu seiner Inhaftierung führen, seine Verstrickungen mit dem Reichssicherheitshauptamt im Dritten Reich, magische Machtkämpfe in der Fraternitas Saturni oder die Begegnungen mit anderen berühmten Okkultisten dieser Zeit.
In einer anderen Kundenrezension werden
mysteriöse Umstände seines Todes
erwähnt.

"Abkommen mit ranghohen SS-Offizieren"

Auf Fotos sieht Grosche - im Gegensatz zu "Amenophis" - eher "läppisch" aus, trotz Kutte niemals so "herrscherlich" und "imposant" wie "Amenophis". Denkbar deshalb, dass Grosche nur ein vorgeschobenes Logenoberhaupt war, während eigentlich ganz andere die Macht ausübten (... vielleicht tatsächlich Amenophis ... aus dem Reichssicherheitshauptamt heraus?). Über die Inhalte der Grosche-Biographie erfahren wir nun im Netz noch allerhand. Und dabei zugleich auch einiges über "Amenophis". Da schreibt ein Blogger, der selbst zunächst - wieder einmal - auf die Schnelle nicht ganz leicht einzuordnen ist*) (3):
Eine Spur, die ich derzeit verfolge, ist die Rolle des bekannten deutschen Okkultisten und Begründers der deutschen Satansloge „Fraternitas Saturni“, Eugen Grosche (bekannt als Gegor A. Gregorius) (...). Grosche, der wie beinahe alle Okkultisten im 3. Reich seine Tätigkeit offiziell nicht ausüben durfte, emigrierte 1938 nach Italien. Er nahm seinen Wohnsitz in dem kleinen Ort Cannero am Lago Maggiore und war offiziell für den damaligen Bürgermeister seines Wohnortes tätig, den Ingenieur Hencke. (...)
Auffällig ist aber, dass der Okkultist 1942 – offenbar überraschend – nach Deutschland ausgewiesen wurde. Ich zitiere nachfolgend aus dem Buch „Gregor A. Gregorius – Mystiker des dunklen Lichts“ von Alexander Popiol und Raimund Schrader: „1942 wird Gegorius plötzlich auf Betreiben der NSDAP nach Deutschland ausgewiesen, wo er Geschäftsführer einer Buchhandlung in Riesa wird. Zumindest wollen ihn einige Esoteriker dort gesehen haben.“ (a. a. O., S. 82) (...)
Die Autoren Popiol und Schrader führen weiter aus, dass Grosche im Oktober 1943 für ein Jahr in „Schutzhaft“ genommen wurde. „Um diese Zeit ranken sich einige Mythen und Legenden im Zusammenhang mit den magischen Praktiken, die er im Gefängnis durchgeführt haben soll und womit er seine Wärter schockierte. Seltsamerweise wurde er schon ein Jahr später, mit Publikationsverbot belegt, aus der Haft entlassen. Dies war wohl die eine Seite eines Vertrages, denn hier weiß die Fama zu berichten, daß er ein Abkommen mit ranghohen SS-Offizieren geschlossen habe, die ihm halfen. Seine Verpflichtung dafür bestand darin, sie auf magische Weise vor Verfolgung bei Kriegsende zu schützen. (a. a. O., S. 84-85). (...)
Daß SS-Angehörige in der weiteren Geschichte der von Grosche begründeten Satansloge „Fraternitas Saturni“ tatsächlich eine Rolle gespielt haben, legen auch Popiol und Schrader dar. Anfang der Fünfziger Jahre kam es in der okkulten Organisation nämlich zu einem Machtkampf. Ein Logenangehöriger, der nur als „Fra. (= Frater) Amenophis bekannt ist, wollte dabei die Führung von Grosche übernehmen. (...) (Popiol / Schrader, S. 111 – 112).
Im weiteren stocherte dieser Blogger dann noch hinsichtlich des bürgerlichen Namens von Amenophis im Dunkeln:
Dass dem Okkultismus nahestehende Ex-SS-Leute Zugriff zu geheimen Vatikan-Dokumenten hatten, ist eine erschreckende Vorstellung. Immerhin hat mich diese Tatsache zu einer ersten Hypothese über die Person von „Fra. Amenophis“ geführt: Ich vermute, dass er im 3. Reich in der Bibliothek des Reichshauptsicherheitsamts (RHSA) tätig war.
Die Bibliothekare des RHSA sammelten bis 1945 geradezu besessen Bücher zu den Themen „Religion und Okkultismus“. Ein Teil der in Berlin ansässigen Sammlung wurde 1943 ausgelagert. Und zwar ausgerechnet in das Schloss Fürstenstein in Schlesien (heute Ksiaz in Polen) – den zweiten Forschungsstandort für die Forschungen zur „Glocke“. Ein Jahr später wurde die Sammlung nochmals verlagert: Ins südschlesische Wölfelsdorf – das von Ludwigsdorf nicht weit entfernt ist.
Meine Hypothesen zur Person von „Fra. Amenophis“ konzentrieren sich derzeit auf die ehemaligen RHSA-Bibliothekare Walther Kellner und Friedrich Murawski. Beide waren vor ihrer Tätigkeit für die SS als Priester für die katholische Kirche tätig. Ein im Vatikan tätiger Sohn wäre daher bei beiden nicht völlig unplausibel. Für Murawski könnte sprechen, dass er 1943 offiziell aus den Diensten der SS ausschied (mglw. danach in Ludwigsdorf tätig) und 1945 gestorben sein soll. Ein angeblich toter, in Wirklichkeit aber lebendiger Ex-RHSA-Mitarbeiter würde wohl große Furcht vor seiner Entdeckung und Verhaftung haben, wie es von Fra. Amenophis ja berichtet wird.
Eine weitere Spur, die ich derzeit verfolge, ergibt sich ebenfalls teilweise aus der Nachkriegsgeschichte der Satansloge „Fraternitas Saturnis“. Anfang der Sechziger Jahre kam es in der Organisation nämlich zu einer „Palast-Revolution“ der Ortsgruppen in Hamburg und Stuttgart. In Stuttgart spielte dabei ein Mitglied mit dem Ordensnamen „Ramananda“ eine besondere Rolle. Laut Popiol und Schrader (S. 135) hieß dieser mit bürgerlichem Namen Rösler und hatte im 3. Reich eine besondere Stellung in der Arbeitsfront der NSDAP.
E.P.H. Barth-Amenophis wird Werner Best sehr gut gekannt haben, scheint er doch wie Werner Best bis zum Lebensende in Deutschland niemals wegen seiner Tätigkeit im Reichssicherheitshauptamt angeklagt, bzw. verurteilt worden zu sein. Und dafür musste er sicher - wie Werner Best - so manches tun und - wie Werner Best - über gute Kontakte in Regierungskreise verfügen. Hießen seine Freunde - wie die von Werner Best -  unter anderem auch Ernst Jünger oder Armin Mohler?

Worauf man nun ständig stößt bei der Suche nach Zusammenhängen zwischen dem Familiennamen Barth und der "Fraternitas Saturnis", ist ein Otto Wilhelm Barth und ein nach ihm benannter, "traditionsreicher" Verlag, der bis heute fortbesteht. Otto Wilhelm Barth gab 1923 in München zusammen mit den Satanisten Karl Germer (1885 - 1962) und Heinrich Tränker (1880 - 1956) die Zeitschrift "Pansophia" heraus. Mitte der 1920er Jahre zog er nach Berlin. Auch wenn man berücksichtigt, daß der Familienname Barth nicht zu den allerseltensten gehört (12.000 Treffer unter Telefonbuch.de), muß es dennoch nicht gar so fernliegend sein, verwandtschaftliche Beziehungen zwischen E. P. H. Barth und dem Leipziger Verlegersohn O. W. Barth zu vermuten.

"Kirchlein in der Kirche"

Ergänzung 19.12.2013: Womöglich ist noch von Interesse, was Peter-Robert König 1994 über das Verhältnis zwischen den beiden Tochter- bzw. Schwesterlogen des O.T.O., der "Gnostisch-katholischen Kirche" des Herbert Fritsche und der "Fraternitas Saturnis" berichtete, nämlich unter anderem (Parareligion) (Hervorh. n. i. Orig.):
... Schon Bricaud und Chevillon haben beide ihre Gnostischen Kirchen auf christli­cher Basis gesehen. Zu Reuss' und auch Metzgers Meinung, der OTO sei eine Ge­meinde von "gnostischen Neo-Christen," meint Grosche: "Die echte Gnosis hat mit der christlichen Lehre nichts zu tun... eine christlich orientierte Gnosis ist heutzutage genauso verwerflich wie ein religiöser Spiritismus." "Man kann kein Templer-Christ sein oder ein katholischer Gnostiker! Beides ist üb­ler Mystizismus." Damit distanziert sich Grosche von Amenophis' Aussage, die Gnostica Ecclesia Catholica sei eine ecclesiola in ecclesia, ein Kirchlein in der Kirche. Eine pietistische Meinung, die E.T. Kurtzahn schon 1925 und Metzger dann 1963 äußert.
Deutlich wird, dass "Amenophis" sich mehr und Grosche weniger christlich orientierten. Herbert Fritsche wurde ja, wie man ebenfalls bei P.-R. König lesen kann, christlich-orthodox begraben, nachdem er Kontakte mit Priestern der Ostkirche hatte. Sicherlich ein nicht unwichtiger Hinweis in Zeiten von so Okkultgläubigen wie Alexander Dugin als Berater des russischen Präsidenten Putin und Sprecher der russischen Orthodoxie.

Das "Kirchlein in der Kirche" wird so klein und einflusslos jedenfalls nicht sein heute, auch innerhalb von christlichen Kirchen nicht. Womöglich war dort ja auch Papst Ratzinger Mitglied., wie sich ja überhaupt die Hinweise auf Überschneidungen zwischen katholischen und freimaurerischen Satanismus ständig mehren (siehe etwa auch Cathy O'Brien etc.).

Siehe Fortsetzung der Thematik im Jahr 2016 ---> hier.

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*) Worauf der Bloginhaber "beneun" (= B 9?) letztlich hinaus will, würde einem wohl erst bei längerem Studium seines Blogs klar. Er interessiert sich - wie so viele - für vermutete geheime "Hochtechnologien" der Nationalsozialisten, unter anderem im Riesengebirge in Schlesien. Hochtechnologien übrigens, über die schon die antiken Ägypter verfügt haben sollen (!). Er lebt in Frankfurt am Main und hat gerade vorgestern seinen Blog "vorläufig eingestellt", weil er sich verfolgt fühlt. Möglicherweise von den dortigen Jesuiten ... Bei unserem gebrachten Zitat aus diesem Blog geht es im Wesentlichen wirklich nur um die Literaturstellen, die dort zitiert sind.

Letzte Überarbeitung: 17.8.2014
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  1. Francke, Olaf: Die Fraternitas Saturni.  Auf: Agape-Thelema.de, 11.1.2010.
  2. Popiol, Alexander; Schrader, Raimund: Gregor A. Gregorius - Mystiker des dunklen Lichts. Hartmann Esoterischer Verlag, Verl. f. magisches Wissen, Bürstadt, Wahlheim 2007 (Amazon)
  3. beneun: Hochtechnologie, genau in den richtigen Händen: Vom SS-Projekt „Die Glocke“ zur okkulten Loge „Fraternitas Saturni“. Auf "Wir müssen wissen und wir werden wissen.", 24.2.2010
  4. E. P. H. Barth: Das Hexalpha. In: Gregorius, Gregor A. [d.i. Eugen Grosche; Verantwortlich]: Mensch und Kosmos. Monatsschrift für Grenzwissenschaften. Jhg. 1953/54, Nr. 8 (Februar).
  5. Fra. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Über den Wert mediumistischer u. spiritistischer Phänomene. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Jhg. 1955, Nr. 58-69
  6. Br. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Liebe ist das Gesetz! In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Juli 1956 (Heft 76) 
  7. Fra. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Wege zur magischen Einweihung. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Jhg. 1956, Nr. 70-81
  8. Fra. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): "Baphomet" zur Geschichte des Templerordens. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Jhg. 1957 
  9. Fra. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Die Gnosis. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Jhg. 1957, 82-84, 86-93
  10. Mstr. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Der jüdische Gott Jahwe. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Jhg. 1958, Nr. 94-105
  11. Mstr. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Karma oder freier Wille. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst März 1958
  12. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Zur Praxis der Runen-Magie. In: In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. April 1960
  13. Mstr. .:. Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Spekulationen um die Saturn-Glyphe. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. XIII. Jhg. 1962 und XIV. Jhg. 1963 (= Nr. 142-164)
  14. Mstr Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Fraternitas Saturni - The Lodge-Ornate. Auf: Parareligion
  15. Bruder Amenophis (d.i. E. P. H. Barth): Der geistige Name und seine Bedeutung. In: Saturn Gnosis, Nr. 9 
  16. Das Abitur bestanden. In: Das Ostpreußenblatt, 9. April 1955, S. 18, http://archiv.preussische-allgemeine.de/1955/1955_04_09_15.pdf, http://list.genealogy.net/mm/archiv/ow-preussen-l/2014-03/msg00276.html [17.8.14]
  17. Howe, Ellic: Die schwarze Propaganda. Ein Insider-Bericht über die geheimsten Operationen des britischen Geheimdienstes im Zweiten Weltkrieg. Verlag C. H. Beck, München 1983, S. 139

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für diese erneute Realsaitire. Bei ihren Blogs muss ich ja immer herzhaft lachen, aber dieser hier war echt die Krönung - alleine der Titel "Ein vatikantreuer, satanistischer Freimaurer" der in der SS war... Klingt mir nach dem Perpetuum mobile des Bösen, bzw. was bei Ihnen alles "böse" ist. Immer weiter so, es ist köstlich...

Ingo Bading hat gesagt…

Ja, Sie kommen dem Begreifen näher. Ich kann auch von meiner Seite nur sagen: Bitte nur weiter so!

Ihre Reaktion gleicht der meinen in vielerlei Weise, wenn ich meine eigenen Blogartikel lese: Wenn es nicht wahr wäre, so wäre es doch immerhin gut ausgedacht. Ja, in der Tat!

Aber stellen Sie sich doch bitte nicht so naiv. Grade sind die Zeitungen voll davon, wie eng auf internationaler Geheimdienstebene zusammengearbeitet wird. Und da sollte eine ähnliche Zusammenarbeit, gegenseitige Zuarbeit zwischen konkurrierenden Lobbymächten, zwischen Diktaturen und Demokraturen - zeitversetzt oder zeitgleich - NICHT möglich sein.

Ich bitte Sie! Es wird womöglich bald köstlich werden, sich solche Naivitäten noch anzuschauen. Die Welt durch die Augen von Benjamin Blümchen gesehen ...

Ich darf vielleicht auch daran erinnern, daß die Aleister Crowley-Biographie von Ralph Tegtmeier den Untertitel trägt "Die tausend Masken des Meisters". Tegtmeier wird wohl wissen, wovon er spricht ..., gilt er doch als einer der bedeutendsten Nachfolger Crowleys.

Warum also soll sich ein Vatikantreuer nicht die Maske des Freimaurers aufsetzen oder umgekehrt oder die Maske eines Reichssicherheitshauptamtmenschen oder umgekehrt. "Legendenbildung" ist doch alles im Geheimdienst- und Geheimgesellschaften-Gewerbe.

Also es tut mir dann letztlich doch leid, daß mir die Amüsement-Note meiner diesbezüglichen Blogbeiträge nicht so recht eingehen will, so gerne ich es vielleicht selbst gerne hätte.

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Bading,

sie glauben wirklich was Sie schreiben, oder? Was mich an der ganzen Sachen eben zum Lächeln bringt, ist das unglaubliche Halbwissen, dass Sie hier verarbeiten. die "Teufelsloge" Fraternitas Saturni - woher haben sie das? Vom Sektenpfarrer aus den 70ern? Würden Sie sich mit dem Thema beschäftigen, wüssten Sie dass das nicht korrekt ist. Oder die Auszüge aus Poipol/Schrader: alles was da über Amenophis steht waren dieErgüsse seines Erzfeindes Immanuel... sehr glaubwürdig!
Ihre Verknüpfungen in ihrer Antwort von Crowley, Tegtmeiers Buch und dem Vatikan sind endgültig nicht nachzuvollziehen...

Was ich mir wünschen würde wäre etwas mehr quellenkritische Distanz, dann wäre das alles hier nicht so halbgar und sensationalistisch.

Entschuldigen Sie die harte Wortwahl, aber da sie hier auch nicht gerade ihre Themen mit Diskretion behandeln war ich der Ansicht, dass Sie das wohl vertragen können...

Ingo Bading hat gesagt…

Was ist denn falsch, was ich über die Fraternitas Saturnis schreibe?

Was daran ist "Halbwissen"? Haha, Halbwissen über eine Geheimloge. Hahahaha. Mein Wissen würde ich als 0,5 %-Wissen bezeichnen. Halbwissen. Der Witz war gut! Wirklich gut.

Geheimgesellschaften gehören schlichtweg verboten. Das habe ich hier schon oft auf dem Blog gesagt. Ebenso wie Geheimdienste.

Wenn der SOHN eines Mitgliedes der Fraternitas Saturnis "geheime Rituale" in "Archiven" des Vatikans einsehen darf und diese auch noch an seinen Vater weitergeben darf, dann werden doch wohl Vater und Sohn von den Archivaren des Vatikans nicht als Feinde und Vatikankritiker angesehen worden sein - ?

Mir ist auch noch nie bekannt geworden, daß von Mitgliedern der Fraternitas Saturnis fundierte Kirchenkritik vorgebracht worden wäre. Das waren doch "feindliche Brüder". Und "sind nicht jene, die die Welt verderben, die Brüder der Tugenreichen"? Na also.

Das schreibe ich alles nur aus meinem 0,5%-Wissen heraus. Das reicht mir VÖLLIG. Wer weiß, ob ich überhaupt mehr wissen WILL.

"Quellenkritische Distanz" ... Darf ich aus Ihren Worten auf Ihre Identität schließen? Peter Robert König?

Wenn ich zu meinen 0,5%-Wissen auch noch auf quellenkritische Distanz gehen soll, dann wird es dreimal so lustig. In der Tat.

Anonym hat gesagt…

*lach* Nein, ich bin nicht PRK - dann hätte ich wohl keine Probleme, mit meinem Namen zu schreiben...
Ich bin nur jemand, der ihren Blog zeitweise liest und sich aufgrund seiner historischen Ausbildung an gewissen Vorgehensweisen ihrerseits stört. That´s it!

Die Frage ist halt: Woher kommen solche Aussagen wie:

"[...]der SOHN eines Mitgliedes der Fraternitas Saturnis "geheime Rituale" in "Archiven" des Vatikans einsehen darf und diese auch noch an seinen Vater weitergeben darf [...]"?

Das ist reines Hörensagen einzelner Personen, die zur Mythenbildung beitragen. Und soweit mir bekannt, hat sich Gregorius ganz klar gegen jegliche kirchliche Betätigung gestellt.

Nun ja, die Frage ist doch: wie können Sie über ein Phänomen schreiben, das Sie nicht ausreichend erforscht haben, also nur "0,5%-Wissen" besitzen und aus diesem "Wissen", das ja wohl eher Annahmen sind, heraus urteilen?

Ingo Bading hat gesagt…

Auf solche Fragen kann ich nur auf meine Literaturliste verweisen:

http://studgenpol.blogspot.de/2011/02/literaturliste-satanismus.html

Aus der Gesamtheit der dort genannten Literatur und der dort genannten Fernsehdokumentationen ergibt sich ein Bild.

Und diesem Bild sind nach und nach weitere Details hinzuzufügen. Details, die nicht in sich logisch widerspruchsfrei hineinpassen, haben es natürlich schwieriger, in das Bild eingefügt zu werden.

Aber mit der klassischen Quellenkritik der historischen Wissenschaften hat all das nichts zu tun. Wenn Sie darauf hinauswollen.

An eine "Erkenntnis-Methodik" solcher historischer Forschung hat sich übrigens auch schon einmal der Freimaurer- und Satanismuskritiker Erich Ludendorff gewagt in dem Kapitel über "Über blinde und erkennende Geschichtsforschung" in seinem Buch "Kriegshetze und Völkermorden".

Für die Angabe betreffend des Sohnes nenne ich

- Francke, Olaf: Die Fraternitas Saturni. Auf: Agape-Thelema.de, 11.1.2010.
- Popiol, Alexander; Schrader, Raimund: Gregor A. Gregorius - Mystiker des dunklen Lichts. Hartmann Esoterischer Verlag, Verl. f. magisches Wissen, Bürstadt, Wahlheim 2007

Ich finde sie nach allem, was ich sonst weiß, passend. Und wenn ich von anderer Literatur weiß, nach der es plausibel gemacht wird, daß diese Angabe mit dem Sohn nicht stimmt, nehme ich das gerne zur Kenntnis.

Ich sehe nur nicht, warum sich diese Angabe mit dem Sohn irgendjemand blindwütig aus den Fingern saugen sollte. Das hat auch wahrlich niemand nötig, wenn man weiß, wieviele Teufelsgläubige es im Vatikan gibt. Der derzeitige Papst selbst glaubt an den Teufel.

Ingo Bading hat gesagt…

Ich betrachte es schon als ein Hauptverdienst dieses Blogartikels, den eigentlichen bürgerlichen Namen dieses Bruder Amenophis herausbekommen zu haben. Damit kann doch nun ein Historiker, der sich mit der Geschichte des Reichssicherheitshauptamtes beschäftigt, einmal in die Archive begeben und gucken, was es da so über diesen Herrn Barth gibt. Würde mich schwer interessieren, ehrlich gesagt.

Aber auch an jeder beliebigen anderen Stelle unseres allgemeinen Wissens könnte sich wieder ein Kombinationsbezug herstellen lassen, wenn man all die Angaben dieses Blogartikels im Auge behält. Es wird doch besser zu sein, diese Angaben zusammenzutragen, als sie nicht zusammenzutragen. Finden Sie nicht?

Wie man das abschließend bewerten soll, ist ja auch gar nirgendwo in meinem Blogartikel gesagt.

DASS es Beziehungen zwischen der Fraternitas Saturnis und dem Reichssicherheitshauptamt gegeben zu haben scheint, scheint doch niemand in Zweifel zu stellen.

WENN ich von solchen Beziehungen weiß, dann bin jedenfalls ICH nicht der Naive, der glaubt, daß die bisherige quasi "offizielle" Darstellung dieser Beziehungen schon alles wäre, was es da überhaupt gegeben hat. Also WENN ich schon dem Teufel meine Seele verschrieben habe, dann werde ich doch wohl an einer Anstellung in einem Reichssicherheitshauptamt, ich wiederhole: in einem Reichssicherheitshauptamt und an einer Zusammenarbeit mit diesem doch wohl nicht gerade das geringste Interesse haben. Also, ich meine: WENN schon denn schon. Ich bin nicht der Naive, der glaubt, daß da nur "halbe Sachen" gemacht werden. Alles spricht dagegen. Aber wirklich ALLES.

In diesem Amt WIMMELTE es nur so von Okkultverblödeten. Und von Verbrechern. Also, wirklich. Faust-Naturen noch und nöcher ...

Ingo Bading hat gesagt…

Im Reichssicherheitshauptamt wurde Weltgeschichte gemacht. Wie ich auf vielen anderen Blogartikeln dargelegt habe. Durch ES wurden die kriegsunwilligen Generäle 1938 gestürzt. Und ich nehme an, daß noch sehr viel mehr von der Regie rund um Adolf Hitler und seine okkulte Beratung aus diesem Reichssicherheitshauptamt heraus geschah - oder doch in recht enger Abstimmung mit ihm.

In einer der Novellen von Ernst Jünger, der ja gut mit Werner Best befreundet war und mit dem Saturn-Sympathisanten Oswald Spengler, ist von einer geheimnisvollen Persönlichkeit in einem Amt die Rede, der die Fäden ziehen würde, obwohl er öffentlich gar nicht wahrgenommen werden würde. Warum nicht ein solcher Amenophis?

Ich halte es für eine der vordringlichsten Pflichten der Geschichtswissenschaft, solche Fragen zu stellen. Das ist alles kein Spaß. Hier haben wir eindeutig eine Verschwörerzentrale, die für einige der schlimmsten Verbrechen der Weltgeschichte verantwortlich ist, und von denen maßgebliche Leute bis 1989 nie verurteilt worden sind.

Wem sich da keine Fragen stellen, dem ist meiner Meinung nach absolut nicht mehr zu helfen.

Anonym hat gesagt…

Ich würde an ihrer Stelle mich eingehender Informieren, durch Lektüre, Aufarbeitung der veröffentlichten Schriften (sowohl offiziell von der FS, als auch durch jemanden wie PRK) bevor sie Urteile fällen. Vor allem da es abgesehen von der einen Stelle bei Poipol/Schrader ja wohl keinerlei Hinweise auf Amenophis Vergangenheit gibt. Und auch diese Stelle ist fraglich: Die Info kommt von Englert, der erst nach Amenophis Rauswurf in die FS aufgenommen wurde, wie die Autoren klarmachen. Und Amenophis soll ja total die Verfolgung gefürchtet haben, und dann ist diese Vergangenheit und sein falscher Name Allgemeinwissen bei den Neophyten? Ich bitte Sie, das ist doch unglaubwürdig...

Daher eben halte ich eine eher historische Vorgehensweise für angebracht (gilt übrigens nicht nur für die FS-Beiträge, bei diesen ist es nur besonders deutlich zu sehen...).
Sind Sie da anderer Meinung?

Ingo Bading hat gesagt…

Auf welche von mir ausgesprochenen Urteile beziehen Sie sich genau?

Eben da es so WENIG Hinweise auf die Vergangenheit von Amenophis gibt, ist eben JEDER Hinweis wichtig und muß zur Kenntnis genommen werden und überprüft werden.

Allgemeinwissen bei Neophyten? Sogar ICH weiß ja jetzt seinen bürgerlichen Namen. Weil er sogar in den Publikationen der FS genannt wird, wenn Sie bitte genau lesen, was ich zitiere.

Anonym hat gesagt…

Z.B. dass die FS eine "Teufelsloge" sei, oder dem "Satanismus" nahesteht. Bei auch nur halbwegs oberflächlicher Kenntnis der Materie (man beachte die von Ihnen oben angeführten Quellen) wird sehr schnell klar, dass die F.S. mit diesen klassisch-christlichen Synonymen nichts zu tun hat.

Oder das Geheimgesellschaften allgemein verboten gehören? Ist das nicht Polemik?

Und warum muss Amenophis´ Vergangenheit durchleuchtet werden: weil ein einzelner Ex-Bruder, der zudem noch die FS kurz nach Groschens Tod verlassen hat, behauptet, dass es eine Verbindung zum RSHA gab? Das grenzt m.E. schon an Verleumdung! Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin durchaus für historische Aufarbeitungen - die Grundannahme ist halt nur per se die, dass die SS-Zugehörigkeit von Amenophis fakt sei! Und das ist halt nicht zu beweeisen. Es ist eine unbewiesene Behauptung, und damit nach dem Grundsätzen unseres Rechtsstaates erstmal Verleumdung. Schlußendlich wurden die Hexen ähnlich verfolgt: Die Bahuptung war solange wahr, bis sie wiederlegt wird. Und einem solchen Vorgehen ("Hexenjagd") stehe ich nunmal kritisch gegenüber...

Ingo Bading hat gesagt…

In der FS wird Magie betrieben, ja? Schwarze und weiße Magie ist dasselbe, nur die Zielsetzung ist - angeblich - unterschiedlich. Das kann jeder sagen, daß sie "unterschiedlich" ist.

Von der schwarze Magie zum Satanismus sind es nur wenige Schritte. Das können Sie Benjamin Blümchen erzählen, daß diese Schritte in einer so legendären und traditionsreichen Okkultsekte wie der FS NICHT getan worden wären.

Man braucht sich doch nur mit dem "Lebenswerk" von Ralph Tegtmeier beschäftigen, Erstverleger des Bestsellers Das schwarze Reich, braucht sich doch nur "umzuhören" auf diversen Foren, was über den alles erzählt wird, um zu wissen, was für umfangreiche Dinge hier angesprochen sind.

Ich bin hier weder die Kriminalpolizei, noch die Staatsanwaltschaft, noch die oder der Sektenbeauftragte des deutschen Bundestages, noch der Verfassungsschutz. Ich verfüge nicht über die Recherchewerkzeuge dieser Institutionen.

Noch sitze ich sonst an irgendeiner verantwortlichen Stelle. Aber ich bin mir mit vielen investigativen Journalisten - und wohl bald auch mit der Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung - darüber einig, daß all die genannten Organe nicht nur beide Augen, sondern auch haufenweise Hühneraugen zudrücken müssen, um zu übersehen, was da an Dingen im Untergrund und im Hintergrund schwelt, und wofür alles "Anklage unerwünscht" ist nach einem Buchtitel von Jürgen Roth.

Natürlich ist das Polemik, wenn ich sage, daß solche Psychosekten verboten werden. Was sonst?

Interessant, daß Ihnen so an diesem Amenophis liegt. Interessant. Interessant auch, daß sie das wort Verleumdung in den Mund nehmen. Interessant. Da scheinen Ihnen doch allerhand heilige Güter angetastet zu sein, wenn ich mal so sagen soll.

Welcher Otto Normalbürger interessiert sich denn für einen - Amenophis.

Ich möchte also mal mutmaßen, daß Sie dieser FS auch nicht grade mit wenigen Sympathien gegenüber stehen und mit dem Mitgliedwerden dort nciht so viele Skrupel hätten wie ich, "um es wirklich zu wissen".

Meinen Ansatz habe ich Ihnen erklärt.

Oder ist etwa dieser Amenophis noch gar nicht gestorben? Ich habe doch erst gestern ein großes Plakat vom Simon-Wiesenthal-Zentrum gelesen, daß jetzt die letzte große Chance wäre, die von diesem Zentrum seit langen Jahrzehnten gejagten Verbrecher aufzuspüren (wobei ihnen nur mal eben Werner Best durch die Lappen ging, "merkwürdig", was?).

Bestehen da irgendwo Sorgen? Oder bei seinem Sohn? Der lebt doch ganz gewiß noch. Bin ich da irgendwelchen Zusammenhängen zu nahe gekommen?

Schönes Gemisch von sachlicher Interessiertheit, ironischem Belächeln und unterschwelligen Drohungen wird uns hier entgegengebracht.

Die Hexen wurden ähnlich verfolgt. Ich lache mich bald kaputt. Ich möchte nur mal einen echten, hochgestellten, verbrecherischen, elitären Satanisten brennen sehen. Nur EINEN. Nachdem er unter Folter "gestanden" hat. Dann reden wir weiter.

Ich habe, ehrlich gesagt, genug von unserer Diskussion.

Anonym hat gesagt…

Schade, dass Sie die Diskussion so beenden. Mir hat es - auch ehrlich gesagt - doch Freude gemacht, mit einem Interessierten zu diskutieren, auch wenn er komplett andere Ansichten vertritt als ich...

Dennoch wünsche ich Ihnen viel Erfolg für die Zukunft!

Ingo Bading hat gesagt…

So lange Sie nicht von Verleumdung gesprochen haben und sich nicht gar zu naiv gegeben haben und nicht gar zu auffälliges Interesse an der Unschuld von Amenophis gezeigt haben, hat mir die Eröterung auch einigermaßen gefallen. Aber das habe ich nun schon öfter hier gehabt, daß sich meine Diskussionpartner nach einer Weile als andere herausstellen, als sie anfangs den Eindruck erweckt hatten.

Anonym hat gesagt…

Hallo Herr Bading,

mir liegt nichts an dem Wort Verleumdung, das ich auch gerne zurücknehme. Ich wollte nur darlegen, das gewisse Vorgehensweisen problematisch sind und zu voreiligen Schlüssen führen können.

Weiterhin geht es mir auch icht um Sympathie oder Antipathie zu den behandelten Themen. Wie gesagt, ich bin historisch interessiert.
An sich führe ich hier auch keine inhaltliche, sondern eine methodologische Diskussion. Von daher ist mir das inhaltliche Subjekt relativ egal...

Anonym hat gesagt…

Eine letzte Sache noch. Sie schreiben:

"Welcher Otto Normalbürger interessiert sich denn für einen - Amenophis."

Es ist nun doch das Ziel Ihres Blogs aufzuklären. Nun haben Sie in mir jemanden gefunden, der begonnen hat, sich für Ihre Texte zu interessieren. Dadurch, dass ich nun aber auch gewisse Vorgehensweisen kritisch betrachte in die Nähe des Diskussionssubjektes gestellt. wird!? Ist das nicht ein Zirkelschluss? Genau das wollen sie doch erreichen???

Wie gesagt, es liegt mir fern, Ihnen etwas zu unterstellen oder vorzuwerfen! Ich habe eine methodologische Diskussion geführt, die sich genauso auch an einem anderen von Ihnen präsentierten Objekt hätte entzünden können.

Durchaus muss ich zugeben, dass jener Amenophis mir i.d. zwischenzeit recht sympatisch geworden ist... ;-)

Ihnen jedoch alles Gute! Ich bin raus...

Ingo Bading hat gesagt…

Zunächst einmal ist das schon eine außerordentlich "assymetrische" Diskussion dadurch, daß Sie die Möglichkeit der Anonymität in Anspruch nehmen, ich nicht.

Schon aus diesem Grund glaube ich nicht, Sie als einen gleichwertigen Diskussionspartner betrachten zu müssen. Sie wissen über mich alles, was im Internet von mir zu finden ist, ich weiß über Sie nichts.

Normalerweise weiß ich aber schon sehr gerne, mit wem ich es zu tun habe. Das kann ich mir alles nur indirekt aus dem erschließen, was Sie sagen. Und seien Sie ehrlich: Sie reden so, daß sich da nicht allzu viel erschließen läßt. Jedenfalls für jemanden wie mich. Das machen Sie schon gut.

Und wenn ich dann den Eindruck gewinne, daß ich nicht ausschließen kann, daß Sie sogar selbst der FS angehören oder doch mit ihr arg sympathisieren - jedenfalls gewinne ich einen entgegengesetzten Eindruck absolut nicht - dann sinkt mein Interesse an einer Diskussion rapide. GANZ rapide.

Zumal ja deutlich wird, daß ich aus dieser absolut nichts mehr lernen kann. Sie sind von oben bis unten "zugeknöpft" und glauben sich nur ein Recht herausnehmen zu können, meine "Methode" auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Das können Sie ja gerne tun. Nur nicht weiter mit mir.

Über meine Methode unterhalte ich mich mit Leuten, die offener als Sie sind, bedeutend lieber.

FS ist ein extremes Thema, das wissen Sie ebenfalls wie ich. Es gibt keine oder kaum "Zwischen"-Positionen. Entweder wird die FS angegriffen und kritisiert oder sie wird verteidigt. Was soll es sonst noch für Positionen geben?

Und mit Verteidigern, die noch dazu anonym sind ... Nein, mein Gefühl sagt mir, daß ich es nicht nötig habe, die Diskussion fortzuführen, daß ich davon nicht profitiere. Absolut nicht. Sondern daß es eher in die entgegengesetzte Richtung geht. Das ist mehr ein Gefühl, gewiß. Aber ich kann mich auf meine Gefühle in der Regel verlassen.

Die Tatsache, daß Sie bisher noch an keiner Stelle ausfällig geworden sind mir gegenüber, was Sie in der Tat heraushebt von anderen Diskussionspartnern, die ich bezüglich solcher Themen in den letzten Monaten oder Jahren hatte, reicht ALLEIN nicht dafür, um mein Interesse an einer Weiterführung der Diskussion aufrechtzuerhalten. So gerne ich das auch anerkenne.

Anonym hat gesagt…

Versteh ich total! Dennoch möchte ich meine Identität tatsächlich nicht preisgeben, daher ist die Asymethrie wohl nicht zu beseitigen. Für das Diskussionsziel, dass ich hatte (Methodik) sind unserer beiden Identitäten aber auch völlig unwichtig, oder? Übrigens weiss ich, mit Ausnahme Ihres Namens auch nichts von Ihnen...

Wie gesagt: es hat mir Spaß gemacht mit Ihnen zu diskutieren, und ich wünsche Ihnen alles Gute!

Ich werde Ihren Blog sicher auch weiterhin mal verfolgen. SO, aber nun bin ich wirklich raus...

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