Donnerstag, 22. Oktober 2009

Skandale an der Saar?

Welche politischen oder Hintergrund-Kräfte lähmen die Erneuerungsfähigkeit unserer Gesellschaft?

Am 12. Oktober kritisierte Oskar Lafontaine die Grünen an der Saar sehr scharf (Welt-Video), nachdem die Koalitionsgespräche mit den Grünen erst sehr verheißungsvoll begonnen hatten (Welt-Video). Rund um Oskar Lafontaine und rund um sein Austricksen im Saarland durch den von Bombenattentaten bedrohten Vorsitzenden der Grünen, Hubert Ulrich, haben sich - wieder einmal - sehr "aufschlußreiche" Ereignisse abgespielt.

Oskar Lafontaine scheint einfach jemand zu sein, der politisch nur sehr schwer zu stoppen ist. Möglicherweise sind sich viele darüber im Klaren, daß man ihn - wie 1999 geschehen (siehe unten) - nur durch eine Wiedererinnerung an sein Trauma vom Messer-Attentat (1990) stoppen kann. Oder durch das Eindruck-Erwecken vorgeblicher politischer "Wankelmütigkeit", "Unzuverlässigkeit", "Verantwortungsflucht". Es kann leicht deutlich gemacht werden, daß ein großer Teil der Medien, insbesondere der großen, Lafontaine zu benachteiligen streben.

Der Wikipedia-Artikel zu Oskar Lafontaine ist von der Wikipedia-Gemeinde als "lesenswert" eingestuft worden. Und das ist er auch. Ebenso sind Interviews mit ihm sehenswert. Hier am Abend des Wahlsieges im Saarland mit Anne Will:


Laut dem genannten Wikipedia-Artikel hat Lafontaine in seinem Buch "Das Herz schlägt links" aus dem Jahr 1999 sehr genau dargestellt, was ihn 1999 zum Rücktritt veranlaßt hat.
Als Hauptgrund für seinen Rücktritt von 1999 nennt Lafontaine mangelnde Solidarität innerhalb der Regierung. Dabei wurden auch persönliche Verletzungen deutlich: Die Entfremdung zwischen ihm und Schröder habe schon nach der Niedersachsenwahl 1990 begonnen. Laut Lafontaine habe Schröder damals „in seinem unnachahmlichen Charme“ zu ihm gesagt: "Der Stich in den Hals hat zwei Prozent gebracht."

Er habe das Trauma des Attentats von 1990 gerade in den Monaten nach dem Wahlsieg der SPD von 1998, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte, nochmals bewusst durchlebt; sein Rücktritt sei auch eine Spätfolge davon. Er wolle sein Leben nicht der Politik opfern und sich seiner Familie widmen. Er habe ohnehin vorgehabt zurückzutreten, dies aber nach der enttäuschenden Regierungserfahrung zeitlich vorgezogen.
Man kann dies so lesen, als ob Lafontaine 1999 mit einem erneuten Attentat gegen ihn rechnete und damit, daß Schröder in diesem Falle "nicht solidarisch" mit ihm wäre - sozusagen eine schützende Hand von ihm abziehen könne. Von jemanden, der Freund eines "lupenreinen Demokraten" wie Wladimir Putin ist, wird man derartige Dinge der Möglichkeit nach nicht von vornherein ausschließen wollen. Zumal nachdem man von politisch ähnlich gelagerten Vorgängen Kenntnis genommen hat, die sich - etwa - rund um den Mord an Uwe Barschel - wahrscheinlich durch den israelischen Mossad - vollzogen haben. Und die danach vollzogene Entsolidarisierung sowohl der eigenen Partei wie der SPD mit Uwe Barschel und seiner Familie.

Lafontaine hat in der Tat gefährliche politische Gegner. Auf Wikipedia liest man:
Rafael Seligmann und Michael Wolffsohn bezeichneten Lafontaine als Demagogen.
Wer solche politischen Gegner hat, kann leicht einmal einen Autounfall erleben - wie etwa Jörg Haider in Österreich oder kann - wenn er in der Freizeit Fallschirm springt - mit dem Fallschirm abstürzen.

Überhaupt sterben Menschen in der Öffentlichkeit, die populär sind, und bestimmte politische Gegner haben, oft allzu zu früh. Olof Palme wäre ein weiteres Beispiel, das immer wieder in die gleiche Mord-Kategorie gestellt wird wie der Mord an Uwe Barschel. Als Grund wird genannt: zu wenige Hilfestellungen bei der Interessenverteidigung Israels, insbesondere auch beim Handel mit Waffen.

Es sind zudem immer wieder viel zu auffällig Menschen, die unsere Gesellschaft reformieren können - jedenfalls glaubwürdiger und besser als andere - die sehr früh sterben. Aber die "anderen" - sagen wir: Partei-interne Konkurrenten - treten dann regelmäßig die Nachfolge von diesen früh verstorbenen Politikern an und befürworten Kriegsteilnahme und politische Freundschaften mit "lupenreinen Demokraten". Und bringen keine frische Luft in die Politik und in die gesellschaftliche Diskussion.

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