Donnerstag, 20. August 2009

Jörg Haider - Unfall oder Attentat?

Zu den Umständen des Todes von Jörg Haider gibt es manches Widersprüchliche, Unstimmige zu erfahren.

Gerhard Wisnewski hat darüber ein Buch heraus gebracht, das diese Unstimmigkeiten zusammen stellt. Besonders auffallend ist unter anderem, daß Jörg Haider zum Zeitpunkt seines Todes 1,8 Promille Alkohol in seinem Blut gehabt haben soll, obwohl nahe Freunde, von denen er sich erst kurz zuvor verabschiedet hatte, sagen, er wäre gar nicht alkoholisiert gewesen. Auch ist zu hören, daß man Jörg Haider nicht als jemanden gekannt hat, für den es besonders typisch wäre, besonders viel Alkohol zu trinken.

Der äußerlich sehr jung aussehende, 27-jährige Bergbauern-Sohn und Politiker Stefan Petzner stand Jörg Haider sehr nahe, nicht nur politisch. Als sein Pressesprecher gab er auf der Pressekonferenz der Landesregierung von Kärnten den Tod von Jörg Haider - in Tränen aufgelöst - bekannt. (Yt.) In späteren Interviews sprach er von der sehr nahen, sehr engen - und offenbar durchaus auch sehr besonders zu nennenden - "Beziehung", in der er zu seinem "Lebensmensch" Jörg Haider gestanden hat. (Yt.1, 2)

Diese Andeutungen einer homoerotischen Beziehung zwischen den beiden Politikern scheinen für Petzner in den letzten Monaten politisch nicht gerade vorteilhaft gewesen zu sein. Doch die sehr offene und zugleich auch die neugierige Öffentlichkeit in die gebotene Distanz zurückweisende Art des 27-jährigen Petzner, über sein persönliches Verhältnis zu Jörg Haider zu reden, mutet berührend und menschlich eindrucksvoll an. Ganz unabhängig von den politischen Aussagen, für die diese beiden Politiker stehen. - Aber das ist auch nur die eine Seite dieses Themas.

Denn wie man nun hört, äußert inzwischen auch Petzner selbst, der sich diesbezüglich unmittelbar nach dem Tod Haiders noch auffallend bedeckt und zurück gehalten hatte, Vermutungen dahingehend, daß Haider nicht einem Unfall, sondern einem Attentat zum Opfer gefallen sein könnte. (oe.at 28.8.09, Salzb. Nachr. 27.6.09, 17.7.09) Auch er sagt inzwischen, daß die polizeilichen Ermittlungen "schlampig" gewesen seien.

Und solche Dinge sind im Zusammenhang der Aufklärung der Todesumstände Jörg Haiders wichtig. Denn Petzner war auch einer der letzten, die Haider noch lebend gesehen haben. Petzner äußerte letztes Jahr in einem Interview kurz nach der Trauerfeier für Haider solche Vermutungen noch nicht. Aber schon da stehen die oben genannten Widersprüchlichkeiten, Unstimmigkeiten im Zentrum der Erörterung. Und deshalb ist auch dieses Interview recht sehenswert.

Mit einer gewissen Sorge blickt man nach Österreich. Denn sollte es ein Mord gewesen sein, werden jene, die ihn ausgeführt haben, gegenüber jenen, die Jörg Haider nicht nur politisch, sondern sogar persönlich am nächsten gestanden sind, und die auch beginnen, ein Attentat zu vermuten, ähnliche Gesinnungen hegen wie gegenüber Jörg Haider selbst.

Die Freimaurerei in der Politik Österreichs

Von Ewald Stadler, einem prononcierten Vertreter des politischen Katholizismus innerhalb des "freiheitlichen" Lagers in Österreich, gibt es einen langen Vortrag im Internet (Yt 1), schon vom 25. März 2007, in dem Stadler darauf hinweist, daß Jörg Haider Freimaurer geworden sei, weil er sich davon Vorteile für seine politischen Ziele versprochen habe. Daß Haider die Freimaurer aber nicht ernst genug genommen habe, zumindest nicht so ernst, wie sie Ewald Stadler selbst in diesem Vortrag nimmt und wie er ihren politischen Einfluß in Österreich beurteilt. Stadler weist in einer zweiten Bemerkung (Yt 2) auch darauf hin, daß Haider bereit war, Freimaurern Positionen zu verschaffen. Und in einer dritten Bemerkung (Yt 3) weist er darauf hin, daß sich die Freimaurer auch sonst Positionen in der von Haider gegründeten Partei BZÖ verschafft hätten.

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