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Mittwoch, 12. November 2025

Rituelle Gewalt - Zwölf Überlebende berichten von solcher innerhalb der katholischen Kirche

Das Bistum Münster leistete von 2013 bis 2023 wertvolle Hilfe für Überlebende Ritueller Gewalt
- Zwölf Überlebende derselben berichten von Ritueller Gewalt innerhalb der katholischen Kirche
- Das Bistum Münster stellt die Hilfe für Überlebende Ritueller Gewalt insgesamt ein
- Eine vereinzelte Beschwerde des Vereins "False Memory" brachte den Stein ins Rollen

2012 wurde der Verein "False Memory Deutschland e. V. (FMD) - Arbeitsgemeinschaft Falsche Mißbrauchserinnerung" (Wiki) gegründet. Der Verein hat 140 Mitglieder. Viele von diesen Mitgliedern wurden - wie sie sagen - zu Unrecht beschuldigt, sexuelle Gewalt gegen Kinder verübt zu haben. Der Verein vertritt die Interessen solcher Menschen und berät sie. 

Abb. 1: Lucas Cranach der Ältere - Das Leiden Christi (Wiki) - Der "Leidensweg Christi" - Vorform von Snuff-Videos? - Ab dem 10. Jahrhundert wurde Jesus Christus nicht mehr nur als der "triumphierende", "siegreiche" Christus triumphans dargestellt, sondern zunehmend auch als der "leidende" Christus patiens - Damit wurde das Bildprogramm der katholischen Kirche zunehmend zu einer Vorform von Snuff-Videos*)

Auffällig ist zunächst vor allem, daß dieser Verein in der Öffentlichkeit insbesondere dann tätig wird, wenn es um rituelle Gewalt geht.

Aufgrund der Aktivitäten dieses Vereins saß Kerstin Schön, eine Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt, ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Ihren Fall haben wir auf unserem Blog ausführlich behandelt (GAj2019), wundern uns aber noch immer, daß dieser Fall sonst nur in der regionalen Presse - und in der Alternativen Öffentlichkeit bislang gar keine - Beachtung gefunden hat.

Vorsitzende dieses Vereins "False Memory" ist aktuell eine Heidemarie Cammans (geb. 1942). 2023 äußert sie sich in einem Radiofeature des SWR - unserem Empfinden nach - außerordentlich flapsig, außerordentlich unsensibel und außerordentlich plump zum Thema "Falsche Erinnerung" (1). Cammans selbst hat 1984 "Sekten Info Essen" gegründet (SekInfa), eine Beratungsstelle die heute noch besteht und die Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Cammans hat 1998 zwei Bücher heraus gebracht mit den Titeln "Ratgeber Okkultismus" und "Sekten - Die neuen Heilsbringer".

Zweiter Vorsitzender dieses Vereins ist aktuell ein Hans-Detlev Fink (FMD). Kurz seien einige weitere ehemalige Vorstandmitglieder genannt: ein Thomas Hartmann aus Meppen, offenbar Küchenleiter für einen Golfclub daselbst, sowie Hotelier (s. Xing). Bis 2021 hat er auch einen Koch-Blog betrieben, den er aktuell "aus gesundheitlichen Gründen" nicht mehr weiter führt (GKoch). Hilke Steffens aus Kronberg ist studierte Betriebswirtin, arbeitet im Business-Consulting und war Ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht Frankfurt (XingLIn), ähnlich der Wirtschaftsingenieur Federico Avellán Borgmeyer, der ebenfalls in Kronberg ansässig ist (efcom).

2013

Schon 2013 ist hier auf dem Blog über eine Fachtagung in Münster berichtet worden (GAj!2013), deren Thema lautete: "Rituelle Gewalt in satanistischen Sekten - Therapeutische Einsichten, polizeiliche Erkenntnisse, Erfahrungsberichte". Neben Michaela Huber war auch der Prodekan der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen Vortragender, selbst Polizeipsychologe und Psychotherapeut. Von der Leiterin der Beratungsstelle in Münster und der Organisatorin der Tagung Brigitte Hahn gibt es aus dem Jahr 2013 auch ein Interview (Yt2013) und es wurde auch eine Video-Dokumentation zu dem Thema erstellt (2).

Über diese Tagung war zwar - auffällig genug - nicht in der Bild-Zeitung oder in anderen überregionalen Zeitungen berichtet worden, aber immerhin doch in regionalen, westfälischen Zeitungen, sowie auf einschlägigen Blogs. Wir hatten damals den Eindruck, daß es der katholischen Kirche ein ernsthaftes Anliegen wäre, über rituelle Gewalt und über satanistische Sekten aufzuklären und Überlebenden dieser Gewalt zu helfen.

2014

2014 wurde die Zeugenaussage der Niederländerin (oder Flämin?) Toos Nijenhuis bekannt, nach der unter anderem Kardinal Joseph Ratzinger in Belgien im Jahr 1987 in rituellen, satanistischen Zusammenhängen ein Kind ermordet haben soll (s. Yt2014Yt2014a, erneut Yt2020Yt2023). "Faktenchecker" versuchen bis heute darzustellen, diese Aussage wäre unglaubwürdig. Wirklich gute Argumente führen sie dazu nicht an (siehe z. B. Mimikama2019).

Im Jahr 1987 war Kardinal Ratzinger als Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation längst einer der weltweit einflußreichsten Vertuscher von Pädokriminalität innerhalb der katholischen Kirche geworden. 2005 war er zum Papst gewählt worden. Am 11. Februar 2013 hat er überraschend seinen Rücktritt vom Papstamt erklärt. 

2022

2022 veröffentlichte das Bistum Münster eine Studie zur sexuellen Gewalt innerhalb des Bistums Münster und Michaela Huber weist auf den folgenden Umstand hin (3):

„In der vom Bistum Münster im Jahr 2022 vorgelegten Mißbrauchsstudie sind sechs Fälle rituellen Mißbrauchs beispielhaft dokumentiert.“ 

2023

Nun wurde - wieder einmal - der Verein "False Memory" aktiviert. Im März 2023 erschien im "Spiegel" der Artikel "Im Wahn der Therapeuten" (Sp23; s.a. SatPan, GWUP). In diesem Artikel wurde die Ansicht vertreten, Erinnerungen an rituelle Gewalt seien Überlebenden nur von Therapeuten eingeredet worden. Der Artikel äußert diesen Vorwurf insbesondere gegen die Psychotherpeutin Jutta Stegemann, eine der beiden damaligen Mitarbeiterinnnen der Beratungsstelle in Münster.

Abb. 2: Toos Nijenhuis berichtet 2014 über Rituelle Gewalt und Morde in Belgien

Das Bistum Münster hat daraufhin die Beratungsstelle für Überlebende ritueller Gewalt geschlossen (den "Beratungsdienst Sekten und Weltanschauungen", bzw. den "Fachdienst") (Sp23) (BistMünst). Wir selbst werden auf diesen Umstand erst jetzt aufmerksam. Der WDR berichtete 2023 das folgende darüber (WDR2023):

Eine weitere Betroffene hat nach Westpol-Recherchen ganz aktuell ihren Fall beim Bistum und bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Sie berichtet von jahrelanger schwerster sexueller Gewalt durch einen Exorzistenzirkel innerhalb der Kirche und möchte, daß ihr Leid anerkannt wird.

Als Grund für die Schließung wird genannt (WDR2023):

Es habe Beschwerden gegeben über die Beratung. Von wem genau und wie viele Beschwerden, das möchte das Bistum Münster nicht sagen. Westpol liegen aber Hinweise vor, daß es dabei vor allem um eine ganz bestimmte Beschwerde ging. So meldete sich im vergangenen Jahr beim Bistum der Verein „False Memory“ (zu Deutsch: Falsche Erinnerung). Nach eigenen Angaben setzt sich der Verein für Menschen ein, die angeblich zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Außerdem bestreitet False Memory, daß es so etwas wie sexuelle Gewalt durch rituelle Täterorganisationen überhaupt gibt.

Der „Spiegel“ griff die Vorwürfe einer einzigen Patientin auf ...

... und machte aus dem einen Fall einen Artikel, der nahe legt, es habe System, daß Betroffenen diese Form von rituellem und organisiertem Mißbrauch in Therapien eingeredet wird. Die Therapeutin bestreitet auf Anfrage, jemals einer Patientin etwas eingeredet zu haben. Es habe sich auch nie zuvor eine andere Patientin über sie beschwert. Die Beratungsstelle des Bistums Münster allerdings wurde zwei Tage nach der Veröffentlichung des „Spiegel“ geschlossen.

Das ist ein außerordentlich krasser Vorgang. Für uns tritt in diesem Bericht auch erstmals der Verein "False Memory" aus seiner Anonymität heraus und es wird seine Vorsitzende genannt, nämlich die schon genannte Heide-Marie Cammans.

Es gab zu der Schließung mindestens eine kritische Stellungnahme von Seiten einer Vertretung Überlebender sexueller Gewalt in der katholischen Kirche (Yt2023).

Abb. 3: Lucas Cranach der Ältere - Schmerzensmann - 1515 (Wiki

Nun aber noch einmal grundsätzlich: "Rituelle Gewalt in der katholischen Kirche"? Nichts ist doch im Grunde nahe liegender als das! In der katholischen Kirche ist doch alles "Ritual". Sexualisierte Gewalt gibt es in der katholischen Kirche - und im Jesuitenorden - zu Hauf. Diese sexualisierte Gewalt wurde Jahrzehnte lang (wohl Jahrhunderte lang) "systematisch" praktiziert, geduldet und vertuscht. Warum soll der Schritt zu ritueller Gewalt da sein so großer sein für hohe Kirchenbeamte?

Und zu welchen Verbrechen waren die katholische Kirche und der Jesuitenorden in den letzten Jahrhunderten nicht fähig? Haben sie nicht zu Kriegen gehetzt - etwa zum Dreißigjährigen Krieg, zum Ersten Weltkrieg - hat US-Kardinal Spellman 1944 nicht die Vertreibung der Ostdeutschen befürwortet, einen Völkermord? Hat die katholische Kirche Psychosekten wie die Colonia Dignidad in Chile nicht Jahrzehnte lang geduldet und verharmlost? Hat sie nicht den Regierungskriminellen Franz-Josef Strauß belobhudelt (Kardinal Ratzinger etwa bei dessen Beerdigung)? Welches Verbrechen hat die katholische Kirche nicht begangen oder befürwortet in ihrer tausendjährigen "Kriminalgeschichte"? Und da soll eine solche Institution zu ritueller Gewalt nicht fähig und willens sein?

Ermittlungsbehörden scheinen - wie so oft - nicht tätig zu werden. So wie der weltliche Staat seit Jahrzehnten und Jahrhunderten gegenüber der systematischen, sexualisierten Gewalt in der katholischen Kirche "wegsieht", so wie er diesbezüglich in der von ihm geförderten Odenwaldschule Jahrzehnte lang "weg gesehen" hatte. Mehr als nahe liegend, daß deshalb auch ansonsten noch nie in der Mainstream-Berichterstattung ernsthaft die Vermutung behandelt worden ist, daß es im katholischen, kirchlichen Kontext - neben der viel behandelten sexualisierten Gewalt, die seit 2010 nicht mehr durch Schweigegeld-Zahlungen "unter dem Deckel" gehalten werden kann - auch rituelle Gewalt gegeben haben könnte und gibt.

2025

Aber erstmals jetzt im Oktober 2025 kommt die Vermutung ritueller Gewalt in Zusammenhängen der katholischen Kirche doch in die Mainstream-Berichterstattung. Das Bistum Münster hatte 2023 eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, Zeugenberichte von 12 Menschen, vor allem Frauen, die von ritueller Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen berichten, auf Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen (BistumMünster).

Nachdem man den diesbezüglich erstellten und nun veröffentlichten Bericht der Anwaltskanzlei gelesen hat, muß man doch sagen, daß man es bei diesen Vorwürfen mit einer völlig neuen Kategorie zu tun hat. Natürlich gibt es genug Berichte über sexualisierte Gewalt im Rahmen der Kirche und des Jesuitenordens. Aber eben nicht über rituelle Gewalt. Und hier wird gleich quasi die Gesamtheit der Weihbischöfe, Kardinäle etc. Nordwestdeutschlands beschuldigt. Auf so etwas kommen doch 12 Leute, vor allem Frauen, die davon als Zeugen und Opfer berichten, nicht aus heiterem Himmel.

Irrwitziger Weise erfährt man von diesen Beschuldigungen nur durch den Bericht einer Rechtsanwaltskanzlei. Und dieser Bericht macht für diese Zeugenaussagen die zuvor so überraschend aufgelöste katholische Sekten-Beratungsstelle in Münster verantwortlich, von der gesagt wird, sie seit zurecht aufgelöst worden. Deren Arbeit war in den Jahren zuvor von vielen Seiten immer als sehr wertvoll angesehen worden.

Der Betroffenenbeirat bei der deutschen Bischofskonferenz (DBK) kritisiert das erstellte Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei und den Umgang der katholischen Kirche mit diesem Thema stark (Katholisch2025):

Die Betroffenenvertreter kritisieren, das Gutachten sage nichts darüber aus, ob in den untersuchten Bistümern Netzwerke existierten, in denen Personen von mehreren klerikalen Tätern mißbraucht oder Opfer bewußt anderen Tätern zugeführt wurden. Auch zu der Frage, ob Täter während ihrer Taten ritualisierte, kirchliche Handlungen vollzogen, treffe das Gutachten keine Aussage. Daher sei der "tatsächliche Aussagewert dieser Studie" aus Sicht des Beirats "äußerst gering". Es bestehe die Gefahr, daß das Gutachten genutzt werde, um die Existenz von Täter-Netzwerken oder ritualisierten Mißbrauchspraktiken im kirchlichen Kontext zu verneinen. (...) Psychische Erkrankungen würden in solchen Gutachten oft als Hinweis auf eingeschränkte Glaubwürdigkeit interpretiert. Daher lehne der Betroffenenbeirat diese Praxis ab.

Das sind klare und eindeutige Aussagen!

Unsere Einschätzung

Sagen wir es einmal andersherum: Man kann sich sehr wohl vorstellen, daß die hier behandelten Zeugenberichte stimmen, daß solches in der katholischen Kirche zumindest grundsätzlich geschieht. Im Grunde KANN es sich gar nicht anders verhalten, nachdem man schon bei Cathy O'Brien nachlesen konnte, daß es sowohl ein katholisches wie ein freimaurerisches Code-System bei der Mind control-Programmierung gibt (GAj2011), und seit Cathy O'Brien durch deutsche Dokumentar-Krimi's wie "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" in nicht unwesentlichen Teilen bestätigt worden ist (GAj2017). Die ganze mediale Auswertung dieses Doku-Krimis zeigt, wie umfangreich im Argen die Aufklärung über dieses Thema in Deutschland liegt (GAj2017).

Wenn organisierte, elitäre, internationale Pädokriminalität und ritueller Satanismus in der Politik eine Rolle spielen - und wer wollte nach so und so vielen Fällen daran noch zweifeln (Epstein, Savile etc. etc pp.) - wie wollen die katholische Kirche und der Jesuitenorden in dieser Politik dann eigentlich noch Mitspieler sein, wenn sie nicht die gleichen Methoden anwenden? Wie sonst sollte es auch denkbar sein, daß die katholische Lobby immer noch so unglaublich viel Einfluß in der Politik hat? Ohne einen solchen Einfluß wäre die Psychosekte Jesuitenorden ja längst verboten worden, wäre ein Papst Joseph Ratzinger längst vor Gericht gestellt worden.

Auch ist die christliche und katholische Lobby in allen Parteien - einschließlich der AfD - außerst einflußreich, selbst in der SPD, wo es aufgrund dieser Lobby bis 2022 (!!!) keinen laizistischen Arbeitskreis geben durfte (Wiki). Für die CDU/CSU muß der Einfluß dieser Lobby ja nicht großartig belegt werden. Neuerdings ist diese Einflußnahme auch wieder durch den Youtuber Erik Ahrens thematisiert worden (GAj2025). Aus katholischer Ecke stammen Götz Kubitschek und Ellen Kositza. Karlheinz Weißmann ist von Kubitschek als der "katholischste Protestant" gekennzeichnet worden, den er je kennen gelernt habe. Über all diese Dinge ist hier auf dem Blog schon in früheren Jahren viel geschrieben worden (Schlagwort Rechtskatholisch). Und dieser Umstand ist durch Erik Ahrens einmal erneut voll bestätigt worden. Ebenso "Vordenker" wie Alain de Benoist sind als solche katholischen Einflußnehmer erkennbar geworden (GAj2015). Und auch das sind alles immer nur Spitzen von Eisbergen ....

Der katholische Hintergrund ist auch bei einem der intellektuell Fähigsten in der AfD völlig klar, nämlich bei Maximilian Krah. Dieser hat früher ausgerechnet für die Pius-Bruderschaft als Rechtsanwalt gearbeitet.

Abb. 4: Der "Leidensweg Christi" - Vorform von Snuff-Videos? - Ab dem 10. Jahrhundert wurde Jesus Christus nicht mehr nur als der "triumphierende", "siegreiche" Christus triumphans dargestellt, sondern zunehmend auch als der "leidende" Christus patiens - Damit wurde das Bildprogramm der katholischen Kirche zunehmend zu einer Vorform von Snuff-Videos*)

Diese Berichte Überlebender von ritueller Gewalt in der katholischen Kirche müssen jedenfalls ernst genommen werden und als ein wichtiges, fehlendes Puzzle-Teil Beachtung finden.

Am wichtigsten aber wird die moralische Einordnung all dieser Dinge sein: Keiner der Täter kann - womöglich - wirklich etwas dafür, da es sich - so wie es in den vielen Berichten beschrieben wird - um ein sich selbst perpetuierendes Terror-System handelt, in das die Täter in der Regel von der Kindheit oder von der frühen Jugend an hinein wachsen, mit Terror hinein gepeitscht worden sind oder in das sie aufgrund unglücklicher Umstände hinein verführt worden sind. Wer würde sich in solchen Kreisen wirklich "freiwillig" bewegen wollen? Wer würde "freiwillig" in solchen Kreisen agieren wollen, aus ihnen heraus handeln wollen? Diese Überlegungen setzen die sonst üblichen moralischen Beurteilungskriterien völlig außer Kraft. Im Grunde sind die Täter ja ebenso zutiefst bemitleidenswerte Sklaven wie die Opfer.

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*) Es mutet fast folgendermaßen an: Um so mehr Schwarze Pädagogik, systematische sexualisierte Gewalt, Foltern und Morden ins Geheime verlagert wurden (siehe z.B. Gilles de Rais, ca. 1405-1440), um so mehr trat damit eine Folterszene und eine Vorform von Snuff-Video in den Mittelpunkt des öffentlichen Bildprogramms der katholischen Kirche: Der "Leidensweg Christi". - - - Zur Erläuterung: Gilles de Rais (Wiki) war ein bretonischer Adliger, Heerführer und ehemaliger Kampfgefährte von Jeanne d’Arc. Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges zog er sich auf seine Ländereien zurück und war einer der reichsten Männer Frankreichs. Er unterhielt einen großen Hof. Die Strafverfolgung gegen ihn setzte erst ein, nachdem er einen Priester gefangen genommen hatte. Gilles de Rais ist 1440 in Nantes wegen Kindesmords, Satanismus und okkulter Praktiken verurteilt und gehängt worden. Laut den damaligen Prozessen soll er Dutzende bis Hunderte von Kindern mißbraucht und getötet haben. Mindestens ein namentlich bekannter Mittäter kam aber ungeschoren davon. Ob die Geständnisse von Gilles de Rais der Wirklichkeit entsprachen, konnte nie geklärt werden. Immerhin wurde derartiges aber für plausibel gehalten. Gut denkbar, daß er - wie auch sonst oft üblich - nur als ein Einzeltäter vorgeschoben worden ist, als ein "Sündenbock", während es eine viel umfangreichere, organisierte Tätergruppe gegeben hat, die hinter seinem Rücken im Verborgenen blieb und bis heute völlig im Dunkeln geblieben ist.
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  1. Weisfeld, Michael: Falsche Erinnerung - Doku über False Memory und sexuelle Gewalt. SWR/ARD 2023
  2. Im Namen des Teufels Rituelle Gewalt in satanistischen Sekten (Yt2013)
  3. Fobbe, Sebastian: Das Bistum und der Satanismus (Rums2023) 17.10.2023

Sonntag, 23. Januar 2022

"Eine religiöse Allianz gegen China"

Der Papst in Rom und seine Pläne

Schmiedet der Papst in Rom und sein Jesuitenoberhaupt an einer religiösen Allianz gegen China? Und feuert allseits an zum "Willen zum Kampf" gegen China? So wie das einer seiner treuen Vasallen, ein deutscher, katholischer Vizeadmiral tut? Muß Rußland dafür zunächst weich gekocht werden, um ihm dann "Respekt" erweisen zu können und um es dann - als "christliches Land" - gegen China aufstellen zu können? 

Weil über all das ein wenig gar zu offen geplaudert wurde, muß ein übereifriger katholischer Vizeadmiral erst einmal zurück treten.

Ein Freund des Völkermörders Putin kann man ebenso wenig sein wie ein Freund der Politik Chinas gegenüber den Uiguren oder gegenüber Nordkorea. Ein Freund des amerikanischen CIA und damit der NATO ebensowenig wie ein Freund von Vizeadmiralen wie dem deutschen, katholischen Marine-Chef a.D. Kay-Achim Schönbach (geb. 1965) (Wiki) ..... Marine-Chef a.D. seit heute im übrigen ...

Abb. 1: Dieses kleine Twitter-Video (1) kostete den deutschen Marine-Chef sein Amt ....

Er bezeichnet sich als einen "sehr radikalen römisch-katholischen Christ" (1). Wie kann man denn auf so etwas kommen? In heutigen Zeiten? Müßte diese Psychosekte nicht längst ähnlich behandelt werden wie Scientology? Vor einem halben Jahr erst war er von der eifrigen, Papst-treuen Frau Kramp-Karrenbauer zum Marine-Chef ernannt worden (2). 

Gleich nach seiner Ernennung hatte die "Zeit" getitelt (2):

"Neuer Marine-Inspekteur lenkt Blick auf China und Rußland"
Er sprach von der umfangreichen maritimen Aufrüstung Chinas. Sie hätte keinen defensiven Charakter (!!!). Als Rolle der deutschen Marine benannte er - deshalb (2):

"Refokusierung auf die Fähigkeit und den Willen zum Kampf".

Auf den Willen zum Kampf? 

Gegen China? 

Im Pazifik? 

Welche Drogen hat dieser Mensch genommen?

Gibt es damit nicht noch ein paar mehr Gründe, die katholische Kirche als brandgefährlich anzusehen und ähnlich zu behandeln und zu bewerten wie Scientiology? Wenn sie solche brandgefährlichen Spinner hervor bringt?

So kann doch ein "sehr radikaler römisch-katholischer Christ" in führender Stellung nur reden, wenn er weiß, daß er sich damit nicht in Gegensatz stellt zu seinem höchsten Vorgesetzten, ... dem Papst. Dieser Papst also bläst neuerdings zum Endkampf gegen China? Und muß dafür zuvor noch Rußland weich kochen, dessen Moskauer Patriarch sich so ganz infam einer Unterstellung unter ihn, den Papst verweigert? Es muß insbesondere deshalb weich gekocht werden, damit es kooperiert und dem Westen nicht in den Rücken fällt? Und zwar durch eine Ukraine-Krise?

Wird so ein Schuh aus allem? Geht es weder um Rußland, noch um die Ukraine, sondern um - - - China?

Auffallenderweise scheint niemand danach zu fragen, wer das Video eigentlich geleaked hat, das dem Marine-Chef heute das Amt gekostet hat. War das Öffentlich-Stellen dieser Worte in vertraulicher Runde ein - - - "Versehen"?

Oder stehen umfangreichere Interessen dahinter? Wir vermuten letzteres. Die Reaktionen in Presse und Politik sind so einheitlich und geballt geschehen. Es wird nicht gejammert, es werden keine Wunden geleckt. Man macht niemandem Vorwürfe wegen dieses Öffentlich-Machens. Es wird einfach nur harsch reagiert. Hatte man denn mit einem solchen Schlag schon gerechnet? Hatte man nur nicht gewußt, aus welcher Richtung er kommen könnte?

Und als der Schlag kam, reagierte man eben sofort?

Daß der Westen gegenwärtig mehr gegen Rußland zündelt, als umgekehrt Rußland gegen den Westen, das glauben wir schon seit Wochen allein aus dem Umstand ablesen zu können, daß in der westlichen Berichterstattung kaum jemals die eigentlichen Antriebe und Positionen Putin's zur Darstellung kommen. Denn in dem Augenblick, wo man sie klar nennt, sind sie schon selbsterklärend. Putin will keine NATO-Osterweiterung in der Ukraine. Ende. Und das ist mehr nachvollziehbar.

Wozu soll sie notwendig sein?

Aber nein, die Journaille, Funk und Fernsehen machen - einheitlich durchstilisiert - mit. Putin ist der Böse. Niemand sonst. Es gäbe viele Anlässe, in der Ukraine-Krise überzeugend zu argumentieren (7). Wenn man also überzeugend argumentieren könnte - warum argumentiert man hohl und propagandistisch? Denn umgekehrt muß genauso gesagt werden (7):

Rußland hat kein gottgegebenes Recht zu entscheiden, welche Bündnisse seine zig Nachbarländer eingehen.

Es hatte kein Recht, Völkermord in Tschetschenien zu begehen, die Krim zu besetzen und Krieg in der Ostukraine zu führen.

In dieses Einheitliche, Durchstilisierte nun dieser "Leak"

Diese unbekümmerten, weil eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedachten Äußerungen das deutschen Marine-Chefs Kay-Achim Schönbach am gestrigen Tag (1) und die schnellen Reaktionen, die sie in der deutschen Presse (3) und in deutschen Regierungskreisen hervor rufen, und die schnell das Durchblitzen der Wahrheit, das mit diesen Äußerungen geschehen ist, wieder "rückgängig" zu machen versuchen.

Werfen sie doch ein grelles und helles Schlaglicht auf die eigentlichen Beweggründe des Westens in der Ukraine-Krise, nämlich: daß es nur um Zündeln geht, womöglich auch mehr, nämlich: um ein Weichkochen Rußlands. Denn wenn die Bild-Zeitung schon - so unvorsichtig und unbedacht - mit einem Hitler-Vergleich daher kommt, dann muß zuvor doch wirklich etwas passiert sein, das das "Make up", das "Perception Management" kräftig verschoben hat. Schreibt sie doch (3):

Es klingt fast nach einem Freibrief für Putin - und klassischem Appeasement (Beschwichtigungs-Politik).

Nämlich das, was da der Vizeadmiral Schönbach geäußert habe. Appeasement nannte man die Politik Nevil Chamberlain's im Jahr 1938 gegenüber Deutschland. Diesen Bild-Zeitungs-Satz darf man also - nach heutigen Bewertungskriterien - als Hitler-Vergleich bezeichnen. Da wird Putin zu einem neuen Hitler. Und diesem gegenüber dürfen keine "Fehler" passieren, so daß die Benutzung solcher Bilder und Metaphern in Gegenreaktion notwendig werden. Es ging um diese Äußerung, die Schönbach in Indien in einem Thinktank-Hintergrund-Gespräch gemacht hat (1) (ergänzt nach: 4-6):

Aber bitte sehr geehrte Damen und Herren, was denke ich, wenn mein Minister mich fragen würde, was Rußland wirklich will, (unverständlich) ist auf der anderen Straßenseite: Ist Rußland wirklich an einem schmalen Streifen von ukrainischem Boden interessiert? Um ihn seinem Land einzuverleiben? Nein, das ist Nonsense. Ich denke, Putin übt wahrscheinlich Druck auf die Europäische Union aus, weil er es tun kann. Er weiß, daß er damit die Europäische Union in Uneinigkeit bringt. Aber was er wirklich will, ist Respekt, er will - auf einem hohen Level - er will Respekt. Und, mein Gott, jemandem Respekt zu geben, kostet wenig, sogar gar nichts. Wenn ich also gefragt würde - ich werde nicht gefragt: Es ist leicht, ihm den Respekt zu geben, den er wirklich einfordert, und den er höchstwahrscheinlich sogar verdient. Rußland ist ein altes Land, ist ein wichtiges Land. Sogar wir, Indien und Deutschland, sogar wir brauchen Rußland. Weil wir Rußland gegen China brauchen. Wahrscheinlich aus ihrer Sicht. Aus meiner Sicht: Ich bin ein sehr radikaler römisch-katholischer Christ. Ich glaube an Gott und das Christentum. Und da haben wir ein christliches Land, aber Putin ist Atheist, aber das bedeutet nichts. Ich denke, wenn wir dieses große Land haben, auch wenn es keine Demokratie ist an unserer Seite, ihm eine Chance geben als bilateraler Partner, eine Chance mit der EU und den USA auf derselben Augenhöhe geben, das wäre ein leichtes Vorhaben und das hält Rußland wahrscheinlich entfernt von China.

Denn China benötigt die Ressourcen von Rußland, und sie sind gewillt, sie ihnen zu geben, weil unsere Sanktionen (unverständlich) sie in die falsche Richtung (drängen). Aber das ist Außenpolitik, die wird von Außenpolitikern gestaltet. Natürlich sind wir nicht einverstanden mit dem, was Rußland tut, weder in Tschetschenien noch an anderen Orten. Das muß man ansprechen. Und man muß auch ansprechen, was auf der Halbinsel Krim passiert. Die Krim ist weg, sie wird nie wieder zurückkommen, das ist ein Fakt.

Und wir müssen lernen, politische Fragen sind taktische Fragen, keine Emotionen. So, jetzt weiß ich schon gar nicht mehr, was die Frage war.  

Frage: Ich denke sie haben sie beantwortet, wir könnten ihnen nicht intensiver zustimmen, denn Indien hat eine strategische Partnerschaft mit Rußland und ist einer unserer nächsten Freunde. Die nächste Frage ist …. 

Dieser genaue und vollständige Wortlaut seiner Äußerung ist nur sehr schwer im Internet zu finden (4, 5). Die Äußerung über Tschetschenien geben wir hier nach der Übersetzung in "Russia Today" wieder (6), da sie nirgendwo sonst zu finden ist. 

Rußland wird also - aus Sicht von Schönbach - gebraucht zum Krieg gegen das "ungläubige" und "unchristliche" China. In einem Kommentar dazu wird in Bundeswehr-nahen Kreisen gefragt (4):

... Eine religiöse Allianz gegen China? Warum eigentlich? Weil die Heiden in China missioniert werden müssen, weil das gut fürs Seelenheil "radikaler" Katholiken ist? In welcher romantischen Blase lebt denn dieser "radikale römisch-katholische Christ"? Eine geeinigte Christenheit auf bewaffnetem Kreuzzug gegen die wirtschaftliche Heidenbedrohung in China. Diese "gesellschaftliche" Großtheorie ist religiöser und kulturphilosopischer Schwachsinn.
Das sehen wir ganz genauso. Aber zu wenige Menschen machen sich klar, daß solche schwachsinnigen religiösen Fanatismen eine große Rolle spielen in der heutigen Politik.

Wer hat mit der Veröffentlichung dieser vertraulichen Worte einen geschickten Schachzug gelandet? Wer will hier dem römischen Papst und der westlichen, monotheistischen, von westlicher Esoterik geleiteten Politik in die Parade fahren? Von Indien aus? Etwa Politik, die von östlicher Esoterik geleitet ist? Vom "Dach der Welt" aus? Von wo aus man auch - traditionellerweise - mit sehr freundlichen Blicken nach Rußland schaut? Und von wo aus man die gerade erst gewonnene Kontrolle über China immer einmal wieder gerne verliert und außer Landes fliehen muß (wie mit dem Dalai Lama geschehen)? Von wo aus man aber immer auch in einem besonderen Verhältnis zu China steht?

Diese Äußerung jedenfalls ist Anlaß zu einem Hitler-Vergleich in der Bild-Zeitung und zum sofortigen Rücktritt des Marine-Chefs noch am gleichen Tage.

Die Äußerung des Marine-Chefs muß also viel Wahrheit in sich bergen. Wahrheit der ganz besonderen Art. Sonst hätte man ja auch sagen können: "Was für wirres Zeug redet der da? Völlig unautorisiert. Das geht ihn gar nichts an, muß uns nicht weiter kümmern." Nein, so fällt die Reaktion nicht aus. Sondern: Sofortiger Rücktritt. Er sagte die Wahrheit. Eine Wahrheit von ganz besonderer Art.

Der mittlere Sohn von Schönbach hat übrigens - ganz im Sinne römisch-katholischen und jesuitischen Denkens - in Indien seine derzeitige Freundin kennen gelernt und will sie heiraten. Schönbach äußerte sich am selben Tag in einer öffentlichen, gestreamten Ansprache begeistert von den indischen Frauen. Er fühlte sich in Indien unter "Freunden" und scheint gar zu schnell "kumpelhaft" geworden zu sein und dabei gar zu offen und unbedacht gesprochen zu haben. Vielleicht war das der eigentliche Fehler.

Seine Begeisterung über die indischen Frauen hat ihn verleitet, zu offen zu sprechen.

Ein Klassiker.

Sein Beichtvater wird ihm zu diesem Thema danach sicherlich das Allernötigste geflüstert haben .... "Du mußt dich noch viel, viel mehr in den Griff bekommen," wird er ihm gesagt haben. "Niemals dürfen dich Frauen - pfui Teufel, Frauen! - von dem geraden Weg deiner religiösen Pflichten abbringen, niemals dürfen sie der Grund sein dafür, daß du die absolute Unterordnung unter das Wohl der römisch-katholischen Kirche auch nur für einen Wimpernschlag aus den Augen verlierst ...." Und er wird dem reuigen Sünder Absolution erteilt haben.

/ Ergänzt und überarbeitet
entsprechend (4-7): 20.2.22 /

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  1. "Does Russia really wants a small tiny strip of Ukraine soil?", 22.1.22, https://twitter.com/sidhant/status/1484608264142987268
  2. Neuer Marine-Chef lenkt Blick auf China und Rußland. In: die Zeit, Juni 2021, https://www.zeit.de/news/2021-06/25/neuer-marine-inspekteur-lenkt-blick-auf-china-und-russland 
  3. Marine-Chef muss zum Rapport - Weil er Putins Aggression schönredete, 22.1.22, https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/deutscher-marine-chef-die-krim-ist-weg-und-putin-verdient-respekt-78905360.bild.html
  4. T. Wiegold: Chef der Deutschen Marine von Posten entbunden, 22.01.2022, https://augengeradeaus.net/2022/01/nach-umstrittenen-aeusserungen-zu-putin-und-russland-chef-der-deutschen-marine-von-posten-entbunden/comment-page-1/
  5. Viktorija Nedaschkowskaja, 22.1.22, https://snanews.de/20220122/marinechef-bezweifelt-krim-rueckgewinnung-durch-ukraine-5100568.html 
  6. Deutsche Übersetzung im Video selbst auf Russia Today, 22.1.22, https://ne-np.facebook.com/rtde/videos/admiral-r%C3%A4umt-seinen-posten/630691091473129/
  7. Melina Borčak: Fehler in der Berichterstattung zur Ukrainekrise, 14.2.22, https://twitter.com/MelinaBorcak/status/1493181878827995142; s.a.: https://twitter.com/I_Bading/status/1493416208066134021

Mittwoch, 24. November 2021

Religionsimperialistische Priesterkasten gegeneinander - Der "Exarch von Moskau" in Lemberg (1939 bis 1951)

Das Leben zweier katholisch-orthodoxer Bischöfe, die einer polonisierten ukrainischen Adelsfamilie entstammten, erläutert den Religionsimperialismus christlicher Kirchen gegeneinander, der auch heute die Politik mit bestimmt.

Vor knapp zwei Wochen wiesen wir hier auf dem Blog auf die religionsimperialistischen Bestrebungen und Spannungsverhältnisse zwischen Rußland und "dem Westen" hin, die darin bestehen, daß die ukranisch-orthodoxe Kirche sich der Oberherrschaft des Papstes in Rom unterstellt hat, daß dies aber der Patriarch in Moskau keineswegs getan hat (1).

Diese Machtverhältnisse sind den wenigsten Menschen bewußt. Wie diese aber in der Ukraine gelagert sind, kann auch noch einmal geschichtlich sehr gut an dem Metropoliten von Lemberg Andrej Scheptyzkyj (polnisch Andrzej Szeptycki; 1865-1944) (Wiki) erläutert werden. Scheptyzkyj stammte aus einem  nicht uninteressanten polonisierten ukrainischen Adelsgeschlecht. Sein Amtsbereich, traditionell "Galizien" genannt, gehörte bis 1918 zur österreichisch-ungarischen Monarchie, einem Kernland des Katholizismus. Sein Vater war Abgeordneter des österreichischen Reichsrates. Sein Großvater mütterlicherseits war - interessanterweise - einer der bedeutendsten Komödiendichter Polens.

Dieser Andrej Scheptyzkyj hatte noch zwei weitere Brüder. Das Leben dieser drei Brüder macht mit religionspolitischen, religions- und zeitgeschichtlichen Zusammenhängen bekannt, deren sich sicherlich nur die wenigsten Menschen bewußt sein werden in der westlichen Welt, selbst wenn sie eine umfangreichere Allgemeinbildung in diesen Bereichen besitzen sollten. Zunächst also zu diesem Lemberger Metropoliten (Wiki):

"Am 22. August 1892 empfing Scheptyzkyj im griechisch-katholischen Ritus die Priesterweihe. Er studierte im Jesuitenseminar von Krakau und promovierte im Jahr 1894 zum Doktor der Theologie. (...) Papst Leo XIII. bestätigte die Ernennung am 19. Februar 1899. (...) Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Metropolit festgenommen und in mehreren Orten der Ukraine und Rußland inhaftiert."

Mehrere, sicherlich nicht uninteressante Angaben. 

1914 /15 - Besetzung Lembergs durch Rußland

Versuchen wir zunächst eine allgemeinere Einordnung: Ende August 1914, zu der Zeit als die Schlacht von Tannenberg in Ostpreußen siegreich für Deutschland geschlagen wurde, war die österreichisch-ungarische Armee von Lemberg aus in mehreren blutigen Schlachten siegreich gegen Lublin vorgegangen. Auch der Großvater des Autors dieser Zeilen ist damals als 22-Jähriger mit vorgestürmt und hat hundert Kilometer nördlich von Lemberg eine Kriegsverletzung erhalten.*) Wenige Wochen später aber schon wendete sich das Blatt. Österreich erlitt in den Schlachten um Galizien (Wiki) verheerende Niederlagen und mußte den Rückzug antreten. Die Verluste auch unter den österreichischen Kaiserjägern waren verheerend und sollten sich auf den ganzen weiteren Kriegsverlauf für Österreich nachteilig auswirken.

Lemberg war am 2. September von der russischen Armee besetzt worden. Es blieb dann bis zu seiner Rückeroberung durch die Deutschen im Juni 1915 russisches Besatzungsgebiet. Die dann erfolgte Festnahme und Inhaftierung des Metropoliten von Lemberg zeigt womöglich, daß das Russische Kaiserreich schon damals voller Mißtrauen war gegenüber der ukranisch-orthodoxen Kirche und dem römischen Papst, der hinter ihr stand. Natürlich mag die Inhaftierung auch in Zusammenhang mit dem Wissen um die anderen Familienangehörigen des Metropoliten gestanden sein.

Sein zwei Jahre jüngere Bruder Stanislaw (Wiki) war Offizier der k.u.k.-Armee. Er sollte später der "Polnischen Legion" angehören. Nach dem Ersten Weltkrieg war er 1919 auch führender Offizier der polnischen Armee in ihrem Krieg gegen die Rote Armee in Minsk. In den frühen 1920er Jahren gehörte er in Polen der Partei des imperialistischen, deutschfeindlichen Roman Dmowski an.

Abb. 1: Er litt um der imperialistischen Machtgier des Papsts in Rom willen in sowjetischen Gefängnissen: Der Exarch von Rußland Klemens Scheptyzkyj (Wiki)

Als weiterer belastender Umstand für den Metropoliten von Lemberg wird gegolten haben, daß sein drei Jahre jüngerer Bruder Klemens (Klymentij) Scheptyzkyj (1869-1951) (Wiki) (Abb. 1) vor 1914 zweitweise Mönch der Benediktiner in Deutschland gewesen war. Er hat später in der Ukraine eine Funktion ausgeübt, die dem eines deutschen "Abtes" entspricht. 

1915 war Lemberg von den Deutschen wieder erobert worden. Ende 1918 wurde Lemberg von den deutschen Truppen geräumt. Es kam mit Galizien - als "Ostpolen" - an den neu gegründeten Staat Polen.

1939 - "Exarch von Rußland" - Religionspolitischer Ausgriff von Lemberg in Richtung Moskau

Zeitsprung: Im September 1939 wurden Lemberg und Galizien - gemäß den Vereinbarungen des Nichtangriffspaktes mit Deutschland - von der Sowjetunion besetzt. Wir hören nun von einem anderen bemerkenswerten Ereignis: Klemens Scheptyzkyj wurde von seinem Bruder Andrej nominell zum "Exarch von Rußland" (Wiki) ernannt. Ein mehr als auffallender Vorgang.

Ein solcher Exarch müßte seinen Sitz eigentlich in Moskau haben. Er würde dort in Konkurenz stehen zum dortigen russisch-orthodoxen Patriarchen, der sich - bekanntlich - der Oberhoheit des Papstes noch nie unterstellt hat. 

Aber es gab - und gibt - für dieses Amt bis heute keine Organisationstrukturen. Dafür fehlen in Rußland sowohl die Priester wie die ukrainisch-orthodoxen Gläubigen. Sicherlich gibt es weitere Gründe dafür, daß diese Stelle des "Exarchen von Moskau" nach 1951 auch nominell vakant geblieben ist (siehe unten). Sie dürften aber nicht darin liegen, daß die religionsimperialistischen Bestrebungen des Papstes von Rom und der katholischen Kirche etwa seither keine Ansprüche mehr erheben würde auf weltweite Unterordnung christlicher Gläubiger unter den Papst.

1941 - Das Patriarchat von Moskau stellt sich hinter Stalin

Im Juni 1941 wurde Lemberg von den Deutschen besetzt. Der Metropolit von Lemberg unterstützte in den Folgejahren einerseits die Aufstellung einer ukrainischen SS-Divsion, andererseits versuchte er, Judenmorde in der Ukraine zu verhindern. Insbesondere auch sein Bruder Klemens Scheptyzkyj soll in dieser Zeit ukrainischen Juden das Leben gerettet haben.

Als Zeichen seiner Unterstellung unter den Papst in Rom berichtete der Metropolit auch an diesen über die Lage in seinem Bistum und über die wechselnden Stimmungsverhältnisse unter der deutschen Bestatzung.**)

Zur gleichen Zeit stellte sich der damalige Moskauer Patriarch Sergius (gest. 1944) (Wiki) hinter die Kriegsanstrengungen Stalins (Wiki):

Zu Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 rief Sergius die Gläubigen auf, sich an der Verteidigung des Vaterlandes zu beteiligen. Er bekundete seine Überzeugung eines sowjetischen Sieges. (...) Ende Dezember 1942 rief er die orthodoxen Gläubigen dazu auf, für die Aufstellung einer Panzerkolonne Geld zu spenden. Anfang März 1944 wurde diese Panzerkolonne unter dem historisch beziehungsreichen Namen "Dmitri Donskoi" von Metropolit Nikolai der Roten Armee übergeben.

1943 - Das Patriachat von Moskau wird von Stalin wiederbelebt

Waren es diese Gesten allein, die Stalin am Vormittag des 5. September 1943 dazu veranlaßten, sich mit den drei obersten Metropoliten der russisch-orthodoxen Kirche zu treffen? Jedenfalls: Er (Wiki) ...

versprach einige Konzessionen, um ihre Loyalität und Unterstützung zu erlangen. Zu den Konzessionen gehörte die Wiedereröffnung der Moskauer Theologischen Akademie, die Befreiung von internierten Priestern, die Rückgabe von Kirchenbesitz, einschließlich des berühmten Troice-Sergiev-Klosters. Im Gegenzug stellte die Sowjetregierung die Kirche unter die Kontrolle ihres Geheimdienstes.
and promised some concessions to religion in exchange for their loyalty and assistance. Among the concessions were the permission to open the Moscow Theological Seminary and Academy, the release of imprisoned clerics, the return of some church property, including the famous Troitse-Sergiyeva Lavra. In return, the Soviet government put the Church under the control of its secret services. 

Auf dem englischen Wikipedai heißt es dazu außerdem (Wiki):

Am 4. September 1943 wurden die Metropoliten Sergius (Stragorodsky), Alexius (Simansky) and Nicholas (Yarushevich) von dem Sowjetführer Josef Stalin offiziell anerkannt. Sie erhielten die Erlaubnis, am 8. September 1943 eine Versammlung einzuberufen, die Sergius zum Patriarchen von Moskau und aller Russen wählte. Die Theologische Akademie und ihr Seminar in Moskau, die seit 1918 geschlossen waren, wurden wieder eröffnet.
On September 4, 1943, Metropolitans Sergius (Stragorodsky), Alexius (Simansky) and Nicholas (Yarushevich) were officially received by Soviet leader Joseph Stalin. They received permission to convene a council on September 8, 1943, that elected Sergius Patriarch of Moscow and all Rus'. The Moscow Theological Academy and Seminary which had been closed since 1918 was re-opened.

1944 - Das Patriarchat von Moskau fordert Unterordnung von Lemberg

Mit diesen Vorgängen wird etwas verständlicher, was sich dann anbahnt, nachdem Lemberg im Jahr 1944 von der Roten Armee zurück erobert worden ist. Nachdem der Metropolit selbst im November 1944 gestorben war, galten seinem Bruder Klemens Scheptyzkyj die Maßnahmen des sowjetischen Geheimdienstes (Wiki):

"Mit der Wiederkehr der Sowjets 1944 wurde eine koordinierte Aktion gestartet, um die Kirche (in der Ukraine) zu zerstören und in das Moskauer Patriarchat einzuverleiben. (...) 1947 wurde er (...) in Kiew nach seiner unerschütterlichen Verweigerung, seinen Glauben aufzugeben und dem Moskauer Patriarchat zu dienen, zu acht Jahren Gefängnis verurteilt."

Wiederum ein bemerkenswerter Vorgang. Stalin und sein Geheimdienst stellen sich wahrlich sehr stark auf die Seite des Patriarchen von Moskau. 

Und die Haltung der anderen Seite ist ebenso bemerkenswert: Sich der Oberhoheit des Patriarchen von Moskau zu unterstellen, der ebenso an Jesus Christus und die Bibel glaubt wie er selbst, hieß für Klemens Scheptyzkyj "seinen Glauben aufzugeben". Es werden hier doch überraschend scharfe Gegensätze greifbar, zu denen sich sogar der sowjetische Geheimdienst damals positionierte, und zwar sehr eindeutig. Im Wendejahr 1989 ist diese damalige Haltung des Sowjet-Staates in einem "Times"-Artikel einmal folgendermaßen erläutert worden (5):

Das Sowjetregime hat immer gefügige russisch-geführte orthodoxe und protestantische Kirchen dem Katholizismus gegenüber bevorzugt, die unabhängiger ist und durch einen temperamentvollen Papst in Rom geführt wird.
The Soviet regime has always preferred docile Russian-led Orthodox and Protestant churches to Catholicism, which is more independent and led by a feisty Pope in Rome.

Immer? Nun, man fühlt sich an dieser Stelle auch daran erinnert, daß es von Stalin das Wort gegeben haben soll "Wie viele Divisionen hat der Papst?" Es blieb immer nur ein Gerücht, daß Stalin diese Worte gesprochen haben soll (6, 7). Und zwar sogar eines, das möglicherweise schon vor dem Zweiten Weltkrieg unter westlichen Politikern die Runde gemacht hat, das von ihnen dann aber auch noch in alle möglichen Zusammenhänge gebracht wurde (Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam). Die Verfolgungen der orthodoxen ukrainischen Kirche ab 1944 gibt bezüglich eines solchen ausgesprochenen Satzes ein ganz anderes Bild. Stalin scheint sich des nicht ungefährlichen Einflusses der katholischen Kirche durchaus bewußt gewesen zu sein. Es hieß damals weiter (5):

Unter Stalin kamen alle ukrainisch-katholischen Bischöfe ins Gefängnis und eine verlogene Synode löste Unterordnung (unter den Papst), womit über 4.100 Kirchen an die russische Orthodoxie übergingen. Die Mehrheit der katholischen Priester widersetzten sich der Übernahmen und kamen entweder ins Gefängnis oder tauchten in den Untergrund.
Under Stalin, all Ukrainian Catholic bishops were imprisoned and a fraudulent 1946 synod dissolved their jurisdictions, handing over 4,100 churches to Russian Orthodoxy. The majority of the Catholic priests rejected the takeover and either were arrested or went into hiding.

Wir hören noch mehr darüber auf dem Wikipedia-Artikel zu dem Patriarchen Alexius (Wiki):

Am 2. Februar 1945 wurde Alexius mit Stalins Erlaubnis als gewählter Patriarch von Moskau und ganz Rußland inthronisiert. 1946 führte Alexius die Präsidentschaft über die kontrovers erörterte "Wiedervereinigung" der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche mit der Russisch-Orthodoxen Kirche, was von vielen als eine Übernahme angesehen wurde, die von der Stalin-Regierung erzwungen wurde. 1946 forderte Patriarch Alexius auch alle Katholiken in der Sowjetunion auf, alle Verbindungen mit dem Papst aufzugeben: "Befreit euch! Ihr müßt die Verbindungen mit dem Vatikan lösen, die euch in den Abgrund des Irrtums, der Dunkelheit und des geistigen Niedergangs schleudern. Beeilt euch, kehrt zu eurer wahren Mutter zurück, der russisch-orthodoxen Kirche!" Papst Pius XII. antwortete: "Wer weiß das nicht, daß der Patriarch Alexius I. jüngst von den dissidenten Bischöfen Rußlands gewählt worden ist und sich offen dazu erhebt und dien Abfall von der katholischen Kirche predigt. In einem Brief, den er jüngst an die Ruthenische Kirche gerichtet hat, einen Brief, der nicht wenig zur Verfolgung beiträgt?" (...) Nach Christopher Andrew und Vasili Mitrokhin waren sowohl der Patriarch Alexius wie der Metropolit Nikolas "vom KGB als Einflußagenten hoch geachtet".
On February 2, 1945, with Stalin's approval, Alexius I was elected Patriarch of Moscow and all of Russia and enthroned on February 4, 1945. In 1946 Alexius I presided over the controversial "re-unification" of the Ukrainian Greek Catholic Church with ROC seen by many as a takeover forced by the Stalinist government.  Also in 1946, Patriarch Alexius called on all Catholics in the Soviet Union to reject all allegiance to the Pope: "Liberate yourself! You must break the Vatican chains, which throw you into the abyss of error, darkness and spiritual decay. Hurry, return to your true mother, the Russian Orthodox Church!" Pope Pius XII replied: "Who does not know, that Patriarch Alexius I recently elected by the dissident bishops of Russia, openly exalts and preaches defection from the Catholic Church. In a letter lately addressed to the Ruthenian Church, a letter, which contributed not a little to the persecution?" (...) According to Christopher Andrew and Vasili Mitrokhin, both Patriarch Alexius and Metropolitan Nicholas "were highly valued by the KGB as agents of influence."

Klemens Scheptyzkyj jedenfalls starb 1951 im Gefängnis. Es ist an dieser Stelle zur Kenntnis zu nehmen, daß das Moskauer Patriarchat in Sowjetzeiten zwischen 1943 und 1959 mit Unterstützung des Staates religionsimperialistisch gegenüber der ukrainischen Kirche aufgetreten ist, dessen religionsimperialistische Ansprüche in Richtung Moskau spätestens seit 1939 bekannt waren (siehe oben). Über das oben erwähnte Troice-Sergiev-Kloster, 70 Kilometer nordöstlich von Moskau lesen wir noch (Wiki):

1946 konnte wieder eingeschränkt das religiöse Leben (...) aufgenommen werden, nachdem Teile der Klosteranlagen der russisch-orthodoxen Kirche zurückgegeben wurden. 1948 nahm die Geistliche Akademie auf dem Klostergelände wieder den Lehrbetrieb auf.

Und wir lesen weiter (Wiki):

Zwischen 1945 und 1959 erreichte die Zahl der wiedereröffneten Kirchen 25.000. Um 1957 waren 22.000 russisch-orthodoxe Kirchen wieder aktive geworden.
Between 1945 and 1959 the number of open churches reached 25,000. By 1957 about 22,000 Russian Orthodox churches had become active.

1959 bis 1989 - Erneute Unterdrückung der russisch-orthodoxen Kirche

Doch zwischen 1958 und 1964 war Nikita Chruschtschow an der Macht. Er hat sich 1959 auf seinem USA-Besuch in Camp David und anderwärts sehr gut mit den dortigen Kapitalisten verstanden, etwa mit Bernard Baruch. Und anläßlich seines Besuches kam es auch zu Absprachen zwischen westlichen und östlichen Geheimdiensten, unter anderem dahingehend, daß der sowjetische Geheimdienst durch Hakenkreuzschmiereien im Westen eine dortige erste Welle der "Vergangenheitsbewältigung" in Gang bringen sollte, um die Wiederbelebung eines deutschen Nationalismus zu verhindern. In seinem Verhältnis zur russisch-orthodoxen Kirche sah die von ihm durchgeführte "Entstalinisierung" keineswegs besonders deutlich nach "Entstalinisierung" aus. Wiederum ein Umstand, der wenig bekannt sein dürfte (Wiki):

1959 initiierte Nikita Chruschtschow seine eigene Kampagne gegen die Russisch-Orthodoxe Kirche und veranlaßte die Schließung von etwa 12.000 Kirchen. Um 1985 waren weniger als 7000 Kirchen aktiv geblieben. Es wird geschätzt, daß bis zum Ende der Chruschtschow-Äre 50.000 Priester exekutiert worden waren. Angehörige der Kirchenhierarchie kamen ins Gefängnis oder wurden ausgewiesen, ihre Stellungen wurden durch gefügigere Priester eingenommen, von denen viele in Beziehungen zum KGB standen.
1959 Nikita Khrushchev initiated his own campaign against the Russian Orthodox Church and forced the closure of about 12,000 churches. By 1985 fewer than 7,000 churches remained active. It is estimated that 50,000 clergy were executed by the end of the Khrushchev era. Members of the church hierarchy were jailed or forced out, their places taken by docile clergy, many of whom had ties with the KGB.

Wendejahr 1989. Die Hoffnungen der katholischen Kirche in Rom fliegen hoch auf, ihren Machtbereich in der Ukraine wieder zu gewinnen. In dem schon zitierten Time-Artikel heißt es (5):

Der Hauptgrund dafür, daß Gorbatschow noch nicht mehr für die ukranischen Katholiken getan hat, war der Druck der russischen Orthodoxie, die in einigen Regionen damit rechnen muß, die Hälfte ihrer Herde zu verlieren.
The major reason that Gorbachev has not done more for the Ukrainian Catholics has been pressure from the Russian Orthodoxy, which stands to lose half its flock in some regions.

Ja, sogar die Hoffnungen auf Wiedervereinigung er Ostkirche mit der Westkirche flogen damals hoch auf in Rom (5). Es wurde auch eine zweite Rechristianisierung in der vormaligen Sowjetunion vorausgesehen (5).

1989 - Der Jesuit Otto Messmer in Gottesdiensten bei den Rußlanddeutschen

In diesem Umbruchjahr 1989 entstand auch eine Fernsehdokumentation über jenen damals 28-jährigen Jesuiten Otto Messmer SJ, der dann 2008 in Moskau ermordet worden ist, ein Ereignis, auf das wir in einem älteren Blog ausführlich eingegangen waren (3). Einige Ausführungen, die wir als Aktulisierung in den früheren Blogartikel mit hinein genommen haben, können auch noch einmal in diesen aktuelleren Blogartikel aufgenommen werden.

Abb. 2: Szene aus der Dokumentation von 1989 mit Otto Messmer SJ während eines Gottesdienstes für Litauer (4)

Seit Jahrzehnten betreibt die katholische Kirche eine sogenannte "Ostpriesterhilfe". Bei dieser geht es letztlich um die eben schon erwähnte zweite Rekatholisierung Rußlands und anderer osteuropäischer Länder. Diese "Ostpriesterhilfe" betreibt neuerdings auch einen reich bestückten Youtube-Kanal. Und auf diesem findet sich seit 2020 eine Film-Dokumentation aus dem Jahr 1989, in der ab Minute 21'54 über die seelsorgerische Arbeit des im Jahr 1989 28-jährigen Jesuiten Otto Messmer in verschiedenen katholischen Gemeinden in Rußland berichtet wird. Einleitend heißt es dazu in ihr (4):

Es gibt wenige so glaubensstarke Familien wie die Messmers. Von den neun Kindern der Witwe sind fünf Söhne Priester geworden.

Von diesen fünf katholischen Priestern sind drei Jesuiten geworden. Otto Messmer nimmt in den Filmsequenzen die Beichte ab, er segnet, er verteilt Oblaten. Die unterwürfigen Blicke, mit denen die Gläubigen der von Messmer betreuten Gemeinden auf ihn blicken, sein "hoheitsvolles" Gebaren, sein arroganter, verachtender Blick, all das läßt einen mehr als befremdlichen, ja, beklemmenden Eindruck zurück (Abb. 2).

Solch ein beklemmendes kirchliches Leben hat es in Europa oft noch bis lange nach 1945 gegeben. Und wer weiß, ob das nicht auch heute noch vergleichsweise weit verbreitet ist. Trotz all der "Querelen", die die Öffentlichkeit der westlichen Welt mit dern Kirchen hat, insbesondere mit der katholischen. In einem Nachruf auf Nikolaus Messmer, einen der Brüder von Otto Messmer, wird 2016 aus dem Nachruf auf Otto Messmer in der Jesuiten-Zeitschrift "Weltweit - Das Magazin der Jesuitenmission" aus dem Jahr 2006 zitiert (pdf; sowie: Katholisches 7/2016):

Seine Eltern sind ein Zeugnis dafür, wie Rußlanddeutsche unter den Sowjets im Untergrund an ihrem Glauben festhielten und ihn an ihre Kinder weitergaben. Die Eltern stammen aus Speyer bzw. Kandel im Schwarzmeergebiet und wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem sogenannten Warthegau wieder in die Sowjetunion deportiert. Es gelang ihnen, sich bis nach Karaganda durchzuschlagen, dem Zentrum der katholischen Untergrundkirche. Dort wurden Otto und auch alle seine 5 Brüder und 3 Schwestern geboren. Geprägt wurde Otto durch den litauischen Jesuitenpater Albinas, der nach seiner Zeit im Gefängnis in Sibirien von 1975 an auch in Karaganda wirkte. Pater Albinas gründete das Noviziat im Untergrund, in das auch Otto eintrat.

Das sind also jene Katholiken, denen Klemens (Klymentij) Scheptyzkyj (1869-1951) (Wiki) seit 1939 "Exarch von Rußland" hätte sein können - wenn er denn hätte können und wenn die Übertritte von Priestern von der katholischen Kirche zur ukrainisch-orthodoxen Kirche ebenso leicht möglich gemacht worden wären wie sie in der Familie Scheptyzkyj gelebt worden sind.

Der hier erwähnte Pater Albinas äußert sich auf Youtube übrigens ebenfalls kurz über das Gemeindeleben in Karaganda (Yt). Sein Wirken wird auf Wikipedia herausgestellt (Wiki). Soweit dazu.

Bezeichnenderweise heißt der Kanal von "Kirche in Not / Ostpriesterhilfe" heute immer noch "Kirche in Not" statt "Kinder in Not" .... Man findet da ganz aktuelle Videos mit so bigotten und glaubenskämpferischen Titeln wie:

  • "Chinas Katholiken - Avantgarde des neuen China?"
  • "Die Ukraine, eine Hochburg der Ökumene" (in drei Teilen) ("Ökumene" also wie sie vom Papst immer schon relgionsimperialistisch verstanden wurde ....)
  • "Verfolgung zu erleiden, ist ein Privileg"
  • "Politischer Machtkampf oder religiöser Eifer" (keine Analyse von Katholizismus, sondern vom Islam)
  • "Weißrußland: Same unter den Dornen"
  • "Neue Wege der Evangelisierung" (sprich der Mission, Gegenreformation und Geistesknechtung)
  • "Kirchenkrise und kein Ende - Laufende Medienkampagnen gegen die Kirche"
  • "Der Zölibat, kein Joch, sondern ein Geschenk"

Allein diese wenigen Titel zeigen, auf was für eine fremdartige und befremdliche Geisteswelt man hier stößt. Sogar die alte Christa Meves kommt auf dem Kanal mehrfach zu Wort, der vormalige Geheimkatholik Klaus Berger, der Vorstreiter kinderreicher Familien Jürgen Liminski. All das kann man nur mit großer Beklemmung zur Kenntnis nehmen.

Klaus Mertes, dessen glaubenskämpferische Stellungnahme zum Mord an Otto Messmer im Jahr 2008 so bemerkenswert schien (3), ist im Jahr 2021 übrigens Superior des Ignatiushauses in Berlin geworden. Er kehrte also dorthin zurück, wo er schon vormals auf "Vorposten" stand im katholischen Kampf gegen russischen Atheismus und russische Orthodoxie in Osteuropa. Und ausgerechnet dort im Ignatiushaus ist der "Jesuiten-Flüchtlingsdienst" (Wiki) angesiedelt. Was einen auf den Gedanken bringen könnte, daß sogar ein wahrer Kern in den Behauptungen Rußlands und Weißrußlands stecken könnte, die Migrationskrise in Weißrußland wäre vom Westen aus eingefädelt worden.
 
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*) Dieser Großvater war ein Salzburger, der am 28. August 1914 hundert Kilometer nördlich von Lemberg in zu jenem Zeitpunkt für die k.u.k.-Armee noch siegreichen aber verlustreichen Kämpfen bei Tomaszow als 22-jähriger Gefreiter eine schwere Fußverletzung erlitt. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er durch die Schwere der dortigen Kämpfe auch traumatisiert worden (St.Nat. 2014).
**) Noch weitere Einzelheiten: In der Ukraine wurde der Einmarsch der Deutschen und die Befreiung vom Kommunismus zunächst weithin als große Erleichterung empfunden. Vor allem auch angefeuert durch den Metropoliten von Lemberg gründeten die ukranisch-nationalistischen Kreise rund um Stefan Bandera (1909-1959) (Wiki) einen unabhängigen ukranischen Staat (2):

Der Segen und die Zustimmung des Metropoliten waren für die Befürworter und Drahtzieher der damaligen Ereignisse von "überragender politischer und moralischer Bedeutung". Sie galten für sie retrospektiv als eine Art Legitimation  ihrer  Handlungen  und  als  Bestätigung der Richtigkeit dieses Schrittes.

Diese Aussage wird von Historikern dahingehend eingeschränkt, als darauf hingewiesen wird, daß der Metropolit von Lemberg die heidnischen Tendenzen der Bandera-Bewegung zugleich auch kritisch gesehen hat (2). Also eine ähnliche Einstellung wie sie die katholische Kirche auch sonst gegenüber dem Dritten Reich zeigte. Die Staatsgründung durch die ukranischen Nationalisten wurde durch die deutsche Reichsregierung wieder aufgehoben. Über den Metropolit Andrej Scheptyzkyj ist dann zu erfahren (2):

Etwa  acht  Monate  nach  dem  Beginn  (...) der  deutschen  Besatzung  Galiziens  begann  sich  bei  Sheptytskyj  eine  Wende  in seiner Einstellung zum deutschen Regime und dessen Politik zu vollziehen. (...) Spätestens im Februar-März 1942 verschwindet in Sheptytskyjs Schreiben der anfängliche Optimismus allmählich. Exemplarisch für diese Stimmungs-Änderung ist die bittere Feststellung Sheptytskyjs im Brief an Pius XII. vom 28. März 1942: Als irreführend bezeichnete er in  dem Schreiben, daß die  Deutschen vorgetäuscht hätten, die Ukrainer seien ihre „Freunde“ und „Verbündete“. Er behauptete, bereits wenige Wochen nach dem Beginn der deutschen Besatzung erkannt zu haben und sich seitdem „hunderte Male“ überzeugt zu haben, daß alles gelogen wäre.

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  1. Bading, Ingo: Warum zündelt Weißrußland mit einer "Migrationskrise"? 15.11.2021, https://studgenpol.blogspot.com/2021/11/ruland-in-seinem-spannungsverhaltnis.html
  2. Andriy Mykhaleyko: Metropolit Andrey Graf Sheptytskyj und das NS-Regime. Zwischen christlichem Ideal und politischer Realität. Brill, Schöningh, 22 Nov 2019, https://www.schoeningh.de/view/title/55672
  3. Bading, Ingo: 2008 in Moskau brutal ermordet - Der oberste Jesuit Rußlands, 2010, https://studgenpol.blogspot.com/2010/03/ermordet-im-kampf-fur-den-rechten.html  
  4. Gyöngyössiy, Imre u.a.: Katholiken in Sowjet-Mittelasien. Kirche in Not / Ostpriesterhilfe in Zusammenarbeit mit der Satellit-Film GmbH 1989 [auf Youtube seit 2020], https://youtu.be/e36jLnt3mKM.  
  5. Ostling, Richard N.: Cross Meets Kremlin Sunday. Gorbachev's historic visit to Pope John Paul II seals a truce after 72 years of bitter spiritual warfare, Time, 4.12.1989, http://content.time.com/time/subscriber/article/0,33009,959164,00.html, (auch: Archive
  6. Tréguer, Pascal: History of the phrase "How many divisions has the Pope?", https://wordhistories.net/2019/08/23/how-many-divisions-pope/
  7. Foreign Relations of the United States. The Conference of Berlin. (The Potsdam Conference) 1945. Volume II, Washington 1960, (G-Bücher), S. 252

Samstag, 14. November 2020

Völkisch-katholische Okkultlogen, die sich als "verlorene Stämme Israels" ansehen

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott." 

Seit mehr als einem Jahr kommentiert auf unserem Videokanal ein Mensch, der sich das Pseudonym "Flamme des Herrn" gibt, der indogermanische Stämme als "verlorene Stämme Israels" deklariert, der - scheinbar - Männerorden toll findet (was ja naheliegend ist, wenn man sich als verlorenes Priestervolk ansieht), und der als Leitspruch auf der Kanalinfo seines Videokanals verzeichnet hat (Yt):

"Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott."

Abb. 1: Anbetung der jüdischen Bundeslade - Macht Sinn, wenn du zu einem "Verlorenen Stamm Israels" gehörst (Wiki)

Das ist ein Bibelspruch aus dem Alten Testament, aus dem 5. Buch Moses. Als Vorstellungsvideo hat er auf seinem Videokanal ein Lied aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon eingestellt ,"Flamme empor". Zusammen genommen mit dem Leitspruch darf man sich da schon so einiges dabei denken. Aber lassen wir das. Er hat bislang - seit 2017 - elf Videos hoch geladen - bzw. wohl zumeist von anderen Kanälen neu hoch geladen - und zwar mit folgenden Titeln:

  1. Der Volkslehrer - Gastbeitrag Der Völkermord auf den Rheinwiesen überlebt Teil 1
  2. Bill Gates kapert Deutschland!
  3. Polizeigewalt in der BRD - Coronadiktatur
  4. Eurabia - Eine Kolonie des Islam
  5. Diä Chatz chund widär (Katze kommt wieder)
  6. Das Netz - Dokumentation über den "Unabomber"
  7. EVOLUTION - Fehler in der Evolutionstheorie
  8. Windkraftanlagen sind der TOD
  9. Geschichte des nordisch-atlantischen Menschen
  10. Die Radioaktivitätslüge 3/3 (zwei Teile)
Aus dieser Auflistung ergibt sich thematisch keine rote Linie, sie wirkt zusammen gewürfelt und soll wohl anzeigen, daß man sich breit im Bereich der "alternativen Öffentlichkeit" umgetan hat und dort für vieles "Interesse" hat. Welches auch immer. Als "verlorener Stamm Israels" muß man ja nach anderen "verlorenen Schafen" sehen, nicht wahr ....

Sieht man nun die Kommentare durch, die ein solcher Mensch im Lauf des letzten Jahres auf meinem Youtube-Kanal hinterlassen hat, schält sich das Bild heraus, daß es sich um einen Katholiken handelt, der manche Sympathien mit Rudolf Steiner äußern kann, der sehr zwiegespaltene Sympathien äußern kann gegenüber dem europäischen Heidentum, der den "nordisch-atlantischen Menschentypus" toll findet, der aber nichts übrig hat für den Islam oder den - so, so: "verjudeten" - Protestantismus, dessen Einstellungen aber insbesondere kulminieren darin, daß er .... Männerorden toll findet.

Daß man als "verlorener Stamm Israels" und mit einem Bibelspruch aus dem Alten Testament als Leitwort, sich besser einmal - wenn schon - dann selbst die Charakterisierung "verjudet" geben könnte - geschenkt. Synkretismus ist angesagt, wenn es um Männerorden und um Herrschaft geht. Wer interessiert sich schon für solche Widersprüche? Das kann alles gut zusammen gebracht werden. Es kommt nur auf ausreichend willkürliche Argumentation an. Aber - warum, warum, warum, warum - muß sich ein solcher Mensch ausgerechnet auf unseren Videokanal verlieren? Warum? ??? Hat er nichts Besseres zu tun? Scheinbar nicht. Es gilt, verlorene Schafe im Auge zu behalten, sie in "verlorene Stämme Israels" zu integrieren, scheinbar ....

Heidnisch, katholisch, alttestamentarisch, anthroposophisch .... ? Dieser Mensch wird sich doch wohl nicht im Umfeld jesuitischer Okkultorden bewegen? Solchen Orden, die sich einstmals - vor 1945 - zum Beispiel Skladenorden nannten? Ach, nicht doch, alles Verschwörungstheorie. Und eines ist sicher: Diese "Flamme des Herrn" gehört nur den unteren Rängen an. Er soll sich die Argumentationsweisen verlorener Schafe anschauen und - ggfs. - darüber referieren, gerne auch im Austausch ein wenig für seine Sache - den katholisch-völkisch-anthroposophischen Okkultorden - Werbung machen. 

Zu "Turkvölker, Indogermanen ..." 

Gehen wir gegenchronologisch seine Kommentare im letzten Jahr durch. Zu dem Video "Turkvölker, Indogermanen ..." fügte er vor fünf Tagen zunächst erläuternd hinzu, was im Video nur kurz angedeutet worden war, nämlich zur Herkunft des Odinsglaubens bei den Germanen:

"Wanen = Narten"

Dann schrieb er:

"Skythen und Sarmaten sind die verlorenen Stämme Israels."

Hier wird schon erkennbar, daß wir einer in seinem völkischen Okkultorden gelehrten Kernlehre mit unserem Video sehr nahe gekommen waren. Wir empfanden das aber eher als einen sehr lustigen Gedanken und antworteten:

"Ich kann mir aber auch überhaupt NICHTS anderes denken als DAS. .... Ähm ..... aber wer gehört eigentlich noch mal NICHT zu den 'verlorenen Stämmen Israels'? - ??? Wenn man die ganze Welt zu seinem Nationalgott (Jahweh) bekehren will (und das ist ja das erstrebte Ziel des Alten Testaments), dann macht es Sinn, jedem Volk ein kleines Stück von jener 'Auserwähltheit' abzugeben, die man sich selbst zuspricht (als 'Volk Gottes', als einziges) und dann darf jede Nation und ihre 'Eingeweihten' sich einmal als ein 'verlorener Stamm Israels' fühlen und dabei natürlich als etwas ganz, ganz Tolles und Besonderes. Fast als so toll und besonders wie das eigentliche 'Volk Gottes'. Viel Vergnügen dabei. Ja, es darf sich noch mehr fühlen - - - es darf sich - dann - fühlen als: 'Flamme des Herrn'!!!! :-) 

... Im Sturmschritt voran. 

Darauf antwortete "Flamme des Herrn":

"Also zu deinen letzten Worten: Ist es nicht aktueller Forschungsstand der Archäologie und Geschichtswissenschaft, daß die Indogermanen patriarchale Gesellschaften waren? Daß es die indogermanischen Reitervölker waren, welche das Patriarchat nach dem heutigen Europa gebracht haben?"

Wir verstanden die Zielrichtung dieser Bemerkung erst nicht und antworteten:

"Hm, eine Hypothese, ja. Wieso?"

Darauf "Flamme des Herrn":

"@Ingo Bading Weil du die Existenz von Männerbünden bei den Indogermanen so selbstverständlich zu verneinen scheinst.... Ich denke, daß es bei patriarchalischen und kriegerischen Gesellschaften eher wahrscheinlicher ist, daß solche Männerbünde existieren als nicht."

Das rief bei uns erneut ziemlich viel Belustigung hervor. Immerhin sind wir hier in den Kernbereich der ideologischen Lehren mancher völkischer Okkultlogen geraten. Und es mag ja sinnvoll sein, wenn man Menschen, die zu solchen Lehren und Orden neigen, doch noch einmal vor Augen führt, was dazu zu sagen wäre:

Grins, scherz, lächel. Und warum mußt das jetzt gerade DU sagen? Na, da paßt ja - wieder einmal - alles zusammen, oder? Oh, diese Männerbünde. Herrje, sind DIE WICHTIG!!! Es MUSS sie geben bei den Indogermanen, denn warum sollten sonst HEUTE Nachfahren der Indogermanen Männerbünde WICHTIG finden und bei ihnen mitmachen wollen, nicht wahr? Als "verlorener Stamm Israels", nicht wahr? Als "Flamme des Herrn", nicht wahr? Oh, oh, oh. Ich kann das schon verstehen. Aber so was von .... Das ist schon alles sehr, sehr wichtig. Ich bin da ja so was von empathisch. Man glaubt es kaum.

Aber zugleich stehe ich VÖLLIG auf Seiten des Nordisten und Religionshistorikers Bernhard Kummer, der genau diesem Gedanken, der sich während des Dritten Reiches so grassierend ausbreitete (WARUM WOHL?), der genau DIESEM Gedanken mit Vehemenz entgegen trat zu jener Zeit öffentlich (neben natürlich so unwichtigen Gestalten wie Erich Ludendorff oder Mathilde Ludendorff), und der gerade deshalb aus der SS heraus (WARUM WOHL?), GERADE aus der SS heraus so viel Gegenwind bekommen hat (sich berufend auf Otto Höfler, glorreichen Angedenkens ...) (1-3).

Archäologisch - wie gesagt - halte ich die These für völlig unbegründet (1) (bitte erst mal nachlesen und dann weiter reden).

Insgesamt: Die Indogermanen waren und sind das freiheitsliebendste Volk der Weltgeschichte. IHR Grundgedanke ist die Freiheit und die Gleichheit aller vor dem Gesetz, IHR Grundgedanke ist ECHTE Demokratie. Was man bei den Germanen besichtigen kann, in England, in Athen (Antike). Von selbst wären die nicht darauf gekommen, Männerbünde zu gründen. Vielmehr sind sie - unbewußt oder bewußt - zu allen Zeiten die geschworensten Feinde der Männerbünde gewesen. Deshalb werden sie ja so bekämpft und "eingefangen", die Indogermanen, nicht wahr? Von Männerbünden weltweit ....

Daß diese sogenannte "patriarchalische" Grundausrichtung bei den Indogermanen eine gewisse Einseitigkeit dargestellt hat und darstellt - bis heute, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Und vielleicht war es auch nur aufgrund dieser Einseitigkeit den Indogermanen möglich, sich gegen so viele andere Kräfte der Weltgeschichte durchzusetzen und zu behaupten, vielleicht. Aber WENN diese Einseitigkeit heute überwunden werden MÜSSTE, dann ganz bestimmt nicht dadurch, daß der Gedanke des Männerbundes noch höher gehalten werden müßte in Europa als das sowieso schon bald 1.800 Jahre lang geschieht, seit der erste christliche Priester seinen Altar aufgeschlagen hat in römischen Städten am Rhein, ebenso wie sich etwa zeitgleich dort jüdische Gemeinden mit ihrer Erzpriesterschaft etablierten .... 

______ 

  1. Bading, Ingo: 2017, https://studgenpol.blogspot.com/2017/07/kultische-geheimbunde-haben-sie.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kummer
  3. http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/03_beitrag/galle/fs06_galle.html

Seit diesem Kommentar herrscht Funkstille. Seither hat "Flamme des Herrn" nicht mehr geantwortet. Aber dieser Gedankenaustausch ließ den Bloginhaber nun doch noch einmal fragen, was "Flamme des Herrn" eigentlich alles schon zu Videos kommentiert hatte, und welcher "roter Faden" sich da wohl herausstellen könnte ,wenn man das einmal zusammen stellen würde. Und genau das geschieht im folgenden, und zwar gegenchronologisch immer unter dem Titel des jeweiligen Videos, unter dem die Kommentare gesetzt worden waren.

Zu "Inzest ..."

Vor vier Monaten äußerte sich die "Flamme des Herrn" zunächst einmal als so wissenschaftsfern wie nur möglich:

"Ich frage mich immer, woher die Archöologen diese Zahlen haben. Die C14-Methode wurde doch längst als unbrauchbar bewiesen..."

Puh. Warum kommentiert er dann auf meinem Kanal? Was soll das überhaupt?

Zu "Hegel ..."

Flamme des Herrn, vor 4 Monaten:

"YHWH ist der Panentheos!"

Was immer das nun wieder heißen möge und welche religiös-ideologische Kulissenschieberei damit wieder beabsichtigt sein könnte. 

Zu "Erich Ludendorff und die Spanische Grippe"

Im Mai 2020 hat er es mit der "Wertneutralität", er rät uns in Bezug auf Psiram ...

"... zur höchsten Vorsicht und Wertneutralität was die Information selbst anbelangt".

Nun gut, das mag ja für manche noch keine Selbstverständlichkeit sein. Geschenkt. Aber dann gibt er uns folgende hübschen Segensgrüße mit auf den Weg:

"Ach ja: Sollten Sie selbst mal etwas berühmter werden mit Ihrem Kanal, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß auch Sie auf Psiram Ihren persönlichen Artikel erhalten werden. Denn die Hintermänner dieser Plattform sind politisch röter als rot und die Ludendorffs eines deren Feindbilder. Daß Sie sich stets absolut wertneutral und politisch korrekt verhalten und ausdrücken, dürfte dabei wohl kaum eine Rolle spielen.... ;-)

Allvaters Segen!

Wenn einem ein Katholik und jemand, der sich gerne als Angehöriger eines "verlorenen Stammes Israels" ansieht und Männerorden toll findet, Allvaters Segen wünscht, dann darf man sicher viel Segensreiches unter solchen Segenswünschen verstehen .... Hust, hust, hust.

Zu "Unser Immunsystem und die Tiere"

Zu diesem Video schrieb er:

"Danke für das Video, war wie immer sehr interessant und aufschlußreich! 👍🏻"

Und:

"Ja (...) so ein Video fordert dem Gewissenhaften und Tüchtigen viel Zeit ab wenn er nicht geübt ist darin. Mach es weiterhin so wie es dir am besten in die Agenda paßt, denn so wie es jetzt ist, ist es gut. Ich mag deine Videos echt, obwohl ich als Christ bei einigem in der Vergangenheit den Kopf schütteln mußte. Doch deine Themen interessieren mich und ich bin irgendwie fasziniert von M. Ludendorff. Ich lese ihre Bücher und es ist ein Hin und Her zwischen purer Ablehnung und energischer Zustimmung. Wenn man nicht über den epistemologischen Tellerrand guckt, bleibt man in einer unaufhörlichen Selbstspiegelung stecken.... Darum nochmal Danke dafür, daß du hier mit uns deine Erkenntnisse teilst. 👍🏻"

Was man auch immer unter solchen Dankesworten verstehen kann ....

Zu "Wie evoluiert die Intelligenz?"

Zu diesem Video schrieb er:

"Dieser Stream war wiedermal sehr interessant, Herr Bading. Habe mir übrigens Ludendorffs 'Triumph d. Unsterblichkeitswillens' besorgt und gelesen. Diese Frau war wohl gesegnet und verflucht zugleich."

Wir halten fest: "Gesegnet und verflucht zugleich". Und weiter:

"Schade, daß sie so wenig Durchblick und Verständnis hatte was den INDOGERMANISCHEN Allvater Yahuwah anbelangt und den wahren Glauben an Yahushwah Immanuel Massiah, den Erlöser Europas. Das lag wohl am damaligen Zeitgeist und der antichristlichen Indoktrinierung. Das ist sehr schade. Alles andere aber ist ein wahrer Gewinn für jeden spirituellen und philosophischen Leser aus der keltogermanischen Ethnokultur.

Möge der Herr des Lichts auch sie zum wahren Weg anfeuern, Herr Bading!

Allvaters Segen!

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥

🔥🔥🔥"

Ist ja toll, daß da jemand so viel Durchblick und Verständnis hat inzwischen, bezüglich des indogermanischen Jehowah. Dazu muß wohl nichts weiter gesagt werden. Da sind alle Menschen, die heidnischer sind als dieser "indogermanische Jehowah" "gesegnet und verflucht zugleich". Aber man möchte doch meinen: Vorsicht vor einem solchen Segen, mehr noch Vorsicht vor solchen Flüchen ... Und: "Keltogermanische Ethnokultur". Hui ui ui.

Zu "Audio-Guide II"

Das Video handelte vom Schlachtfeld bei Wittstock aus dem Dreißigjährigen Krieg. Und "Flamme des Herrn" hat es scheinbar mit Schlachtfeldern, was man doch interessant finden kann:

"Yahuwahs Feld. Es gibt kein Eigentum an Grund und Boden. Alles gehört dem Schöpfer Yahuwah. Wir sind bloß Mieter in diesem Haus." 

Warum ihm das jetzt gerade bezüglich des Schlachtfeldes eines der blutigsten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges wichtig ist, da mag sich jeder selbst seinen Reim darauf machen. Mit den Schlachtfelder haben es die Okkulten ja (wie hier auf dem Blog aufgezeigt wurde anhand des größten Freimaurertempels der Welt in Leipzig). Deshalb verständlich, wenn er weiter voller monotheistischen Eifers sich äußert:

"Möge der Herr des Lichts deine Seele zum wahren Leben durch, mit und in Yahushwah Massiah Immanuel erwecken!

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🕯777🕯 

☀️🌙⭐ 

🔥♥️🔥 

⚔🙏🏻⚔ 

🤚🏻 "

Mit bestem Dank zurück für - solche - "Segenswünsche".

Zu "Heidnisch-germanisch ..."

Über das Christentum wußte er im Dezember 2019 zu sagen:

"Das Christentum hat sich so rasant verbreitet, weil es eben im Gegensatz zu den heidnischen Kulten keine Religion der Eliten war und sich auch gegen das bestehende Herrschaftssystem richtete. Vor allem die Sklaven, von denen es im heidnischen Europa unzählige gab, nahmen den neuen Glauben sofort mit großer Begeisterung an. Das Erfolgsgeheimnis des Christentums war es eben, daß es sich von Oben und von Unten gleichzeitig verbreitete und allen Menschen das versprach (und immer noch verspricht), was sie sich sehnlichst erhoffen. Ganz im Gegensatz zum alten Kult, bei denen man den Geistern immer mehr geben mußte als man von ihnen letzten Endes zurückbekam... Die alten Geister waren eben Ausbeuter, weshalb sie von den heiligen Himmelsscharen des einen Allvaters verdrängt wurden."

Die alten Geister waren Ausbeuter. Nunja. Toll zusammen gestoppelt, die religiöse Ideologie dieser völkisch-anthroposophisch-katholischen Okkultloge. Außerdem:

"Das europäische Christentum von heute hat sich in über tausenden von Jahren kulturell-evolutionärer Vermischung mit den heidnischen Kulten des alten Europa ergeben. Das Meiste des katholischen Glaubens ist in seinem Kern uraltes, alteuropäisches spirituelles Kulturgut. Erst der Protestantismus hat sich dieses europäischen Teils wieder entledigt und das Christentum völlig durchjudaisiert."
Solche Dinge sind ihm also wichtig. Wir halten fest: Protestantismus scheint für ihn "nicht gut" zu sein. Da ist ihm der okkulte, katholisierende Rudolf Steiner schon lieber:

"Rudolf Steiner war ein erleuchteter keltogermanischer Geist. Das wahre Christentum ist die Vollendung der alten heidnischen Kulte. Was unsere Ahnen bereits ahnten, kam im Christentum schließlich vollends ans LICHT. Ragnarök ist nichts anderes als das Aufkommen des einzig wahren Glaubens an den einen dreieinigen Herrn des Lichts im Norden. (Surtr ist Michael)

Halleluyah!

Heil dir Yahuwah!

DEUS LO VULT  

🔥🔥🔥 

🔥♥️🔥 

🔥🔥🔥"

Wenn im Christentum das ans Licht kam, was unsere Ahnen bereits ahnten, dann fragt sich ja wohl doch, warum wir nach eineinhalb tausend Jahren Christentum so merkwürdig schief in der Weltgeschichte da stehen. Aber dafür wird es sicher eine Erklärung geben. Wir haben halt die Wege des Heils verlassen und uns zu sehr zurück zum Heidentum zurück gewendet (vermutlich). Eine "Anja" hatte zu dem Video geschrieben:

"Taufspruch bei 52:20 min '...verfluche, was du angebetet hast, bete an, was du verflucht hast.'  - hört sich irgendwie wie Satanismus an!? Vielen Dank für dieses Video! ...

Das konnte unser katholisierender Steiner-Jünger so nicht im Raum stehen lassen und mußte schreiben:

"Dieser Tauspruch entstammt der vorchristlichen Religionskultur Europas wie eigentlich das meiste in der christlichen Volksreligiosität und im katholischen Glauben (der noch nicht vom Protestantismus durchjudaisiert und völkisch-kulturell beschnitten wurde)."

Und flugs hat man die vorchristliche Religionskultur Europas zu einer satanistischen gemacht. Daß es dort religiöse Duldsamkeit gegeben haben könnte statt monotheistischem Eifer, ein solcher Gedanke fällt - manchen - natürlich schwer. Unser katholisierender Steiner-Jünger schreibt weiter:

"Ohne das Christentum gäbe es keine großen europäischen Nationen. Entweder wären wir immer noch  grausame Kultisten ..."

man höre!

"die sich in endlosen Stammesfehden an der kulturellen Weiterentwicklung hindern, oder wir würden alle auf Teppichen gegen Mekka beten. Denn wenn die Stämme Europas nicht freiwillig den wahren Glauben angenommen hätten, was sie zu geeinten Nationen machte und überhaupt erst sowas wie ein pangermanisches Kollektivbewußtsein schuf, hätte spätestens der Mohammedanismus im Frühmittelalter die ohne Christentum wehrlosen Stämme im Norden zwangsvereint in einem Kalifat. Dank dem christlichen Glauben konnten wir jedoch bis jetzt den Dämon aus der Wüste immer abwehren... bis jetzt.. ."

Den monotheistischen Dämon aus der Wüste unter der Fahne eines - sehr ähnlichen - monotheistischen Dämons aus der Wüste. Solche Dinge müssen unter denkenden Menschen ja eigentlich gar nicht mehr eingeordnet werden. Christen werden gegen Muslime gehetzt und umgekehrt - seit mehr als tausend Jahren. Und auch über die Religionshistorikerin Sigrid Hunke hat er eine Meinung. Sie ist nichts weiter als - schwachsinnig, das typische Krafturteil eines Monotheisten:

"Sigrid Hunke hat zwar ein interessantes (wenn auch zu vielen Teilen schwachsinniges) Buch über 'die Religion' Europas geschrieben. Aber daß sie eben zu all ihrem Interessanten auch soviel Schwachsinn geschrieben hat, ist wohl der Tatsache geschuldet, daß sie selbst ein sehr opportunistisches Wesen war, was sich zb. in blinder Regimetreue (insbesondere zum Hitlerregime) ausdrückte und wohl auch ihre blinde und undifferenzierte Araber- und Mohammedanismusverehrung erklärt. Den antideutschen Machthabern, die seit der Weimarer 'Republik' bzw. Besatzerherrschaft über das deutsche Volk mittels diverser Regierungssysteme herrschen, waren blinde Mohammedanophile stets sehr genehm...."

In die Abgründe dieser zerrissenen Seele, die zwischem "Interessantem" und "Schwachsinn", zwischen "Segen" und "Fluch" hin und her taumelt, wollen wir uns nicht weiter hinein begeben. Sie erscheinen uns hochgradig ungut. Und wir merken, indem wir diese Kommentare komprimierter auf uns wirken lassen, daß wir diesem Kommentator auf unserem Videokanal eigentlich nur noch ungern weiteren Raum gewähren zu solchen zerrissenen Äußerungen. Unser damaliger Einspruch lautete:

"Also ich sehe wirklich nicht, warum man nicht die positiven Seiten der islamischen Kultur behandeln und hoch schätzen kann."

Auch da gibt es wieder klare Urteile, geleitet von monotheistischem Eifer:

"@Ingo Bading Weil alles Positive in der arabischen Kultur sich ZUM TROTZ oder GEGEN den Mohammedanismus erhalten und entwickelt hat und weil das allermeiste dieses Positiven nichtmal von den Arabern stammte sondern von den eroberten Kulturen. In der ganzen arabischen Geschichte gehen Kulturniedergänge immer mit der Erstarkung des Mohammedanismus einher. Und umgekehrt blühten in den arabischen Kulturen die positiven (und eben eigentlich fremden) Aspekte stets dort, wo der Mohammedanismus an Macht und Geltung verlor... Die Ideologie Mohammeds ist rein destruktiv und hemmt leider auch die eigenständige kulturelle Entwicklung der arabischen Völker selbst."

So kann man sich alles zurecht bügeln wie man es gerade braucht, indem man "Segen" und "Fluch", "Interessantes" und "Schwachsinn" bei jeder historischen Erscheinung ganz sauber voneinander trennt. Man versteht da schon, weshalb diesem Kommentator da "Wertneutralität" als etwas "Besonderes" auffallen muß.

Zu "Indogermanen an der Nordgrenze ..."

Zu diesem Video aus dem Dezember 2019 schrieb er:

"Die Europäer werden gerade mit Araber und Afrikaner vermischt. Wir müssen uns bald wieder entmischen...."

Und:

"@Ελ Μπαντίντο Es wird bald keine blonden und blauäugigen Menschen mehr geben und das ist auch gewollt. Die nordischen Menschen waren/sind die Kultur- und Zivilisationsbringer der Menschheit. Auf der ganzen Erde hat der nordisch-atlantische Mensch die Zivilisation zum erblühen (sic!) gebracht. Dem soll nun Einhalt geboten werden. Daß es so ist, ist offensichtlich. Aber WER diesen Entwicklungsstopp der Menschheit will und aus welchem Grund, das bleibt ein Rätsel...."

Tja, wirklich sehr rätselvoll, nicht wahr? Wie innerlich hin- und hergerissen man sein muß, wenn man völkischen Okkult-Logen und -Orden angehört und sich in ihren gedanklich verquasteten Zusammenhängen bewegt. Wir können das schon verstehen. Er schreibt auch:

"Ich will, daß die europäischen Ethnokulturen überleben, denn wenn sie sterben, stirbt die Menschheit."

Das klingt alles sehr jesuitisch und hat man in ähnlicher oder anderer Form schon anderwärts oft genug gehört.

# # # # # # # 

Nachdem "Flamme des Herrn" diesen Blogbeitrag gelesen hatte, schrieb er als Kommentar unter das Video "Turkvölker, Indogermanen ...":

@Ingo Bading Danke für diese umfangreiche Auseinandersetzung mit meinen Diskussionsbeiträgen.
Bitte vergessen Sie aber nicht, dass YT für viele in erster Linie ein reines Unterhaltungsmedium ist und keine wissenschaftliche Diskussionsplattform, weshalb sich viele - wie u.a. ich - nicht die Mühe geben auf inhaltliche und thematische Zusammenhänge ihrer Beiträge und ein sich möglicherweise daraus ergebendes Gesamtbild zu achten. Oder konkret: Man macht sich irgendwann einmal einen Kanal und denkt sich evtl. etwas bei der Namensgebung und dann lädt man spontan und lust-, laune-, zeitbedingt vielleicht mal ein Video hoch das gefällt. Genauso verhält es sich mit den Kommentaren. Manchmal verfasst man kurz einen Kommentar während man auf den Zug wartet und sich dabei langweilt, manchmal schaut man aber auch bewusst ein inhaltlich komplexes Video um sich zu informieren und hinterlässt danach einen ernsthaft gemeinten, reflektierten und komplexeren Kommentar, manchmal guckt man Trashvideos weil man nicht einschlafen kann und schreibt dann einen dazu gehörigen Müll im Halbschlaf, oder man gibt besoffen unter random Videos Kommentare ab während man vom Ausgang heimfährt bzw. gefahren wird..... Ich denke Sie verstehen was ich meine, denn zu diesem "man" gehöre u.a. ich selbst. 😉 Auch wenn der zugegebenermassen missionarisch klingende Kanalname vielleicht den Eindruck macht: Mein Kanal war für mich nie als Instrument der Mission oder politisch-religiösen Agitation gedacht, auch wenn ich ab und zu dementsprechend auf YT agiere wenn ich gerade Zeit und vorallem Lust habe. Ironischerweise war der Kanalname selbst sogar einst ein Ergebnis von Ironie. 😄
Ihre Videos schaue ich wirklich aus wissenschaftlichem Interesse/Neugier und weil ich weltanschaulich von der Thematik "betroffen" bin. Über den Gesamtzusammenhang meiner unterschiedlichen Kommentare habe ich mir jedoch auch hier in bezug auf Ihren Kanal - bis jetzt -  keine Gedanken gemacht. Ich schaue, überlege und schreibe anschliessend nach Lust und Laune drauflos, ohne mich wie in einem wissenschaftlichen Kolloquium um irgendwelche Diskursregeln und Reputationen zu kümmern. Ich schätze mal dass ich damit zur Mehrheit auf YT gehöre.
Mit all dem möchte ich Ihnen eigentlich sagen: Ich fasse es ernsthaft und aufrichtig als Kompliment auf, dass Sie meinem Onlineauftritt so viel Zeit widmen und ich  habe daraus für mich selbst wieder etwas gelernt, aber bitte nehmen Sie meinen Kanal nicht allzu ernst, da einiges darin wie bereits erwähnt spontanen Regungen entspringt und keiner allumfassenden politisch-religiösen Motivation.
Gottes Segen und Aufwiederlesen!
Interessanter an diesem Kommentar ist womöglich eher, worauf er nicht eingeht als worauf er eingeht.

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