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Dienstag, 4. Juli 2017

Von der Weisheit einer deutschen Sage des Mittelalters

Zur Sage rund um den Landgrafen von Thüringen, Ludwig den Eisernen

Es gibt deutsche Sagen, deren Inhalt überzeitlichen Charakter hat, und die sehr direkt in die Seele von Menschen greifen können, die noch heute leben und zum Handeln aufgefordert sind. Zu diesen Sagen gehört jene vom "Hart geschmiedeten Landgraf". 

Abb. 1: Landgraf Ludwig II. der Eiserne (1128-1172)
Grabstein in Eisenach
Fotograf: Wolfgang Sauber (Wiki)

Diese Sage ist sehr kurz. Sie soll im folgenden vollständig wiedergegeben werden (1). Denn es mag ja durchaus viele geben, die das Wort "Landgraf, werde hart" schon einmal irgendwo gehört haben. Aber kennt man auch die Geschichte dazu? Die Sage handelt interessanterweise gar nicht einmal von einer Sagengestalt, sondern von einer historischen Gestalt der deutschen Geschichte, nämlich dem Landgrafen von Thüringen, Ludwig II., dem Eisernen (1128-1172) (Wiki). Dieser war mit der Schwester Jutta des deutschen Kaisers Friedrich Barbarossa verheiratet. So lautet sie:

Der hart geschmiedete Landgraf

Zu Ruhla im Thüringerwald liegt eine uralte Schmiede, und sprichwörtlich pflegte man von langen Zeiten her einen strengen, unbiegsamen Mann zu bezeichnen: er ist in der Ruhla hart geschmiedet worden.

Landgraf Ludwig zu Thüringen und Hessen war anfänglich ein gar milder und weicher Herr, demütig gegen jedermann; da huben seine Junkern und Edelinge an stolz zu werden, verschmähten ihn und seine Gebote; aber die Untertanen drückten und schatzten sie aller Enden. Es trug sich nun ein Mal zu, daß der Landgraf jagen ritt auf dem Walde, und traf ein Wild an; dem folgte er nach so lange, daß er sich verirrte, und ward benächtiget. Da gewahrte er eines Feuers durch die Bäume, richtete sich danach und kam in die Ruhla, zu einem Hammer oder Waldschmiede. Der Fürst war mit schlechten Kleidern angetan, hatte sein Jagdhorn umhängen. Der Schmied frug: wer er wäre? "Des Landgrafen Jäger." Da sprach der Schmied: "Pfui des Landgrafen! wer ihn nennet, sollte alle Mal das Maul wischen, des barmherzigen Herrn!" Ludwig schwieg, und der Schmied sagte zuletzt: "Herbergen will ich dich heut; in der Schuppen da findest du Heu, magst dich mit deinem Pferde behelfen; aber um deines Herrn willen will ich dich nicht beherbergen." Der Landgraf ging beiseit, konnte nicht schlafen. Die ganze Nacht aber arbeitete der Schmied, und wenn er so mit dem großen Hammer das Eisen zusammen schlug, sprach er bei jedem Schlag: "Landgraf werde hart, Landgraf werde hart, wie dies Eisen!" und schalt ihn, und sprach weiter: "Du böser, unseliger Herr! was taugst du den armen Leuten zu leben? siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen und mären dir im Munde?" Und erzählte also die liebe lange Nacht, was die Beamten für Untugend mit den armen Untertanen übeten. Klagten dann die Untertanen, so wäre niemand, der ihnen Hülf täte; denn der Herr nähme es nicht an, die Ritterschaft spottete seiner hinterrücks, nennten ihn Landgraf Metz, und hielten ihn gar unwert. Unser Fürst und seine Jäger treiben die Wölfe ins Garn, und die Amtleute die roten Füchse (die Goldmünzen) in ihre Beutel. Mit solchen und andern Worten redete der Schmied die ganze lange Nacht zu dem Schmiedegesellen; und wenn die Hammerschläge kamen, schalt er den Herrn, und hieß ihn hart werden wie das Eisen. Das trieb er an bis zum Morgen; aber der Landgraf fassete alles zu Ohren und Herzen, und ward seit der Zeit scharf und ernsthaftig in seinem Gemüt, begunnte die Widerspenstigen zwingen und zum Gehorsam bringen. Das wollten etliche nicht leiden, sondern bunden sich zusammen, und unterstunden sich gegen ihren Herrn zu wehren.

Diese Sage ist erstaunlicherweise schon 300 Jahre nach dem Tod des Landgrafen aufgeschrieben worden. Wir erfahren (Wiki):
Während Ludwigs Herrschaft wurde die Bevölkerung Thüringens vom Adel häufig tyrannisiert und drangsaliert. Daraufhin begann er gegen diese Zustände hart einzugreifen, was ihm schließlich auch seinen Beinamen einbrachte. Um diese Taten Ludwigs rankt sich auch eine Sage, die 1421 von Johannes Rothe aufgezeichnet wurde. Danach habe der Landgraf eines Abends unerkannt in einer Schmiede in Ruhla ein Nachtlager gefunden. Der Schmied habe auf seinen Landesherrn und die Zustände im Land heftig geflucht und schließlich gerufen: „Landgraf, werde hart!“ Diese Worte hätten den Landgrafen schließlich bewogen, gegen das Raubrittertum einzuschreiten. Der Sage nach soll er die Missetäter vor einen Pflug gespannt und einen Acker umgraben lassen haben.
Es ist das eine Sage, die eine Charakterschwächen der Deutschen aufs Korn nimmt, die gerade in heutigen Zeiten einmal wieder besonders stark ausgeprägt ist: ihre Gutmütigkeit. 

Abb. 2: Postkarte aus dem Jahr 1912

Im Grunde muß doch heute fast jeder Deutsche zum Schmied in Ruhla in die Schule gehen. Es ist dort eine Lehrzeit von nicht weniger als zehn Jahren zu veranschlagen. Man bringe sich eine gute Freundin mit - so wie Jutta, die Schwester des Kaisers -, um diese schwere Lehr- und Leidenszeit emotional gut durchzuhalten und um dabei Mensch zu bleiben (3).

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  1. Der hart geschmiedete Landgraf. In: Heinz Rölleke: Das große Deutsche Sagenbuch. Albatros-Verlag 2001, http://gutenberg.spiegel.de/buch/sagen-aus-th-58/26
  2. Jutta Assel; Georg Jäger: Sagenmotive auf Postkarten - Eine Dokumentation. Der Schmied von Ruhla oder: Landgraf werde hart! und Der Edelacker. Eingestellt: Januar 2015, http://www.goethezeitportal.de/wissen/illustrationen/legenden-maerchen-und-sagenmotive/der-edelacker.html
  3. Ludendorff, Mathilde: Vom tiefen Leid gottnaher Menschenliebe. In: diess.: Von der Moral des Lebens. Verlag Hohe Warte, Pähl 1977, S. 108-115

Samstag, 30. Mai 2015

Eine geheime Diktatur im Innern vorgeblich offener, freier Gesellschaften

Zur Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften
Politikwissenschaftler - Macht Euch endlich nützlich!

Macht es nicht Sinn, die Theorien zum "Totalitarismus" des 20. Jahrhunderts allmählich auch auf die angeblich so antitotalitär ausgerichteten "westlichen Demokratien" anzuwenden? Und auch bezüglich dieser Staaten von "totaler Politik" zu sprechen? Nämlich eine Politik, die die Menschen und Völker "total" erfassen will?

Orwell verstehen: Wichtige Biographie (1988)
In der etablierten Geschichtswissenschaft wird typischerweise nur das Vordergrundgeschehen behandelt und auf Hintergrundpolitik so gut wie gar nicht eingegangen. Schon das ist eine Geschichtsfälschung, wenn doch inzwischen gut bekannt und erforscht ist, welche Macht und welchen Einfluss seit 1917 beispielsweise der sowjetische Geheimdienst hatte, seit 1933 die Gestapo und ihre Nachfolge-Organisationen BND, MAD, „Bundesamt für Verfassungsschutz“1 und das Ministerium für Staatssicherheit und spätestens seit 1945 auch der amerikanische CIA. Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob der CIA tatsächlich erst 1945 - geradezu wie „Phönix aus der Asche“ - so machtvoll geworden sein soll. (Wenn man nämlich bedenkt, welch gute Kontakte Allen Dulles von der Schweiz aus vor 1945 zu den Führungskreisen des nationalsozialistischen Deutschlands hatte - nicht nur zu dezidierten Widerstandskreisen - drängen sich nämlich noch ganz andere Gedanken auf. Ebenso wenn man bedenkt, welche Rolle der britische Geheimdienst beim Flug von Rudolf Heß 1941 hatte und wie sehr er hierfür die Umgebung von Rudolf Heß "infiltriert" hatte. Aber diese Dinge hier nur am Rande.)

"Wollt ihr die totale Politik?"

Einer der frühesten Vordenker einer solchen Totalitarismus-Theorie wäre natürlich George Orwell, der ja - nach seinem Biographen Hans-Christoph Schröder (1988) - in seinem Roman "1984" gar nicht einen Zukunftsroman geschrieben hat, sondern seine Gegenwart und die jüngste Vergangenheit des Jahres 1948 in Großbritannien nachgezeichnet hat.

Diese Totalitarismus-Theorie hätte davon auszugehen, dass auch moderne demokratische Staaten "Wahrheitsministerien" kennen, dass die Gewaltenteilung faktisch aufgehoben ist und so weiter. Und sie hätte insbesondere die Mechanismen herauszuarbeiten, aufgrund derer diese Phänomene zustande kommen. Es wäre dann zu formulieren eine Theorie, wie Geheimdienste überhaupt funktionieren und arbeiten und damit "gelenkte Demokratie" betreiben (ein Euphemismus für Totalitarismus). Oder "gemanagte Demokratie" nach dem Ausdruck von Sheldon S. Wolin (2010).

Erstausgabe 1948
Noch heute wird auf dem Wikipedia-Artikel zu Totalitarismus gleich einleitend auf den Gegensatz zwischen Totalitarismus und westlicher Demokratie abgehoben. Ist das nicht ein Witz? Ein vielleicht immer schlechter werdender? Auch der englischsprachige führt nicht weiter, enthält aber immerhin einen "weiterführenden" Verweis auf das Stichwort "Totalitarian democracy". Genau, das ist der Grundgedanke, der in diesem Beitrag formuliert werden soll! Aha, und hier wird klar, dass der Autor F. William Engdahl den Grundgedanken dieses Blogartikels auch schon 2009 erörtert hat:
In "Full Spectrum Dominance - Totalitarian Democracy and the New World Order", Engdahl focuses on the American drive to achieve global hegemony through military and economic means. According to him, U.S state objectives have led to internal conditions that resemble totalitarianism: "[it is] a power establishment that over the course of the Cold War has spun out of control and now threatens not only the fundamental institutions of democracy, but even of life on the planet through the growing risk of nuclear war by miscalculation".
Sollten die 9/11-Wahrheitsbewegung, die alternative Öffentlichkeit und der investigative Journalismus seit etwa 2001 noch nichts Weitergehendes hervorgebracht haben zur Totalitarismus-Theorie westlicher Demokratien als diese beiden Autoren F. William Engdahl und Sheldon S. Wolin? Sheldon S. Wolin scheint noch wesentlich klüger zu sein als Engdahl, heißt es über Wolin doch auf dem genannten Wikipedia-Artikel:
While exploiting the authority and resources of the state, [inverted totalitarianism] gains its dynamic by combining with other forms of power, such as evangelical religions, and most notably by encouraging a symbiotic relationship between traditional government and the system of "private" governance represented by the modern business corporation. The result is not a system of codetermination by equal partners who retain their respective identities but rather a system that represents the political coming-of-age of corporate power.
Natürlich gibt es zu dieser Theorie inzwischen zahlloseste Ansätze. Aber wo findet man sie kompakt und treffend zusammengefaßt zwischen zwei Buchdeckeln? Diese Theorie hätte darauf abzuheben, dass es - nach Konrad Lorenz - Diktatur durch Gewalt und Diktatur durch Verwöhnung gibt.

Die psychologischen Abteilungen der Geheimdienste

Sie hätte darauf abzuheben, dass der innere Kern der großen Geheimdienste aus quasi-wissenschaftlichen, universitätsähnlichen Abteilungen gebildet wird (gerne auch geheimen oder halböffentlichen "Thinktanks"), in denen vor allem die begabtesten und bestgeschultesten Psychologen arbeiten (etwa dargestellt in Victor Ostrovsky's "Geheimakte Mossad" [1994]). Eine Ahnung davon vermitteln auch die Doktorarbeiten, die an der Hochschule der Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche-Golm erstellt wurden.

Mit a) dem Wissen über jeden einzelnen Politiker, Journalisten, höheren Staatsbeamten und über jedes für einflußreich geltende Mitglied fundamentaloppositionellen Gruppen, das Geheimdienste generieren (beispielsweise die 30.000 Personalakten, die der CIA für Italien zusammengestellt hat [siehe "Terrorjahre" von Regine Igel]) und mit b) den Handlungsmöglichkeiten, die Geheimdiensten offenstehen (siehe das Agieren der Geheimdienste in den letzten Jahrzehnten, dargestellt in zahlreichen Büchern), steht diesen Abteilungen eine geradezu unbegrenzte Klaviatur der Machtausübung zur Verfügung. Diese Klaviatur hätte eine Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften abzubilden. Hier wären wohl vor allem zu unterscheiden
  1. die Geheimdienst-Abteilungen für Individualpsychologie einzelner Personen,
  2. die Geheimdienst-Abteilung für Gruppenpsychologie kleinerer oder größerer Gruppen, die gebildet oder zersetzt werden sollen (Bundestagsfraktionen oder Gruppierungen, die fundamentaloppositionelle Tendenzen vertreten, die "aufgefangen" werden müssen wie etwa die Ludendorff-Bewegung, NPD, Grüne, Bündnis 90, 9/11, Piraten, Pegida, AfD ... und so endlos weiter, sowie die dort bestehenden jeweiligen "Flügel" und ihre Flügelkämpfe [z.B. Fundis gegen Realos etc.]), also sprich Abteilungen zur Zersetzung von Gesellschaftsreform bei gleichzeitiger Simulation von ... "Gesellschaftsreform"
  3. die Abteilungen zur Massenpsychologie ganzer Gesellschaften, die über die Massenmedien seit Jahrzehnten in einen Zustand der Dauerbetäubung, der Denkfaulheit, Denkträgheit und damit der Handlungsunfähigkeit versetzt werden ("Wohlfühl-Demokratie" etc.). Auch hier ist natürlich jedes Volk, jeder Staat entsprechend seiner spezifischen Eigenarten zu behandeln und muss die ihm gemäße "Sonderbehandlung" und "Umerziehung" erfahren. Die Deutschen beispielsweise kann man seit 1918 gut mit der Vertiefung von "Schuldkomplexen", von "Kollektivschuld" und "-verantwortung" beharken. Und so jedes Volk, jedes Land ein wenig anders. Diese Abteilungen sind insbesondere auch mit dem Kulturleben befaßt, fördern beispielsweise (spätestens seit 1945) massiv "moderne" Kunst und Literatur, sowie seichte Unterhaltung, wobei zugleich echten kulturerhaltenden Bestrebungen und Personen das "Wasser abgegraben" wird.
Dies wären zunächst die mir derzeit am wichtigsten erscheinenden Teile einer solchen Totalitarismus-Theorie demokratischer Staaten und Gesellschaften. Dass das leitende Personal all dieser Abteilungen durch Regierungskriminalität und durch archaischste Religiosität und Okkultismus in Hochgradlogen und okkulten Priesterorden mitsamt elitärer Pädokriminalität und elitärem Satanismus auf ihre Ziele ausgerichtet und konditioniert wird ("Zombifizierung" nennt das der elitäre Satanist Ralph Tegtmeier, ebenso E. R. Carmin in "Das schwarze Reich"), ist ja hier auf dem Blog schon eingehend behandelt worden.

Diese natürlich sehr intelligenten Mitarbeiter sind oftmals im Grunde bemitleidenswerte Geschöpfe, die möglicherweise aufgrund eigener schwerer Kindheitserfahrungen, aufgrund von Erpressung und ähnlichem fast gar nicht anders können, als so konditioniert zu handeln, wie sie es heute eben tun und schon seit vielen, vielen Jahrzehnten. Sie können von ihrer Menschlichkeit her gesehen an wenig anderes erinnern, als an die Folterknechte des KGB, der Gestapo und US-amerikanischer Folterlager und Menschenversuche (etwa nach 1945 in Berlin-Lichterfelde in der ehemaligen preußischen Kadettenanstalt, wo noch heute nirgends an diese Verbrechen der US-amerikanischen Menschenversuche erinnert wird).

Ergänzungen, Korrekturen, Hinweise zu diesen Ausführungen willkommen!

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1Vgl. etwa Schenk, Dieter: Die braunen Wurzeln des BKA. Fischer Taschenbuch 2003; siehe dazu auch viele Beiträge von Ingo Bading auf dem Internetblog „Gesellschaftlicher Aufbruch – jetzt!“

Sonntag, 19. April 2015

Emil Cioran - ein lesenswerter Autor

Ein Mensch, der verzweifelt

Hier einmal wieder nach langer Zeit ein "Videoblog". Und zwar - eher zufällig - über den rumänischen Schriftsteller Emil Cioran (1911-1995) (Wiki).


Es scheint sich ja doch allmählich zu einer Bildungslücke auszuwachsen, wenn man Cioran und seine Essay's nicht kennt. Hier auf dem Blog war 2010 das erste mal von ihm die Rede aufgrund einer anonymen Zuschrift (GA-j! 2010). Seither lag einem dieser Cioran etwas quer im Magen, da er in Zusammenhängen erwähnt worden war, durch die nicht gerade das günstigste Licht auf ihn hatte fallen können.

Radiosendung von 2006, mit deutschen Tonaufnahmen von E.M.Cioran
Ergänzend zu dem im Videoblog Gesagten hier noch ein Verweis zu (kurzen) deutschen Tonaufnahmen von Cioran, sowie einige Zitate aus der genannten Einführung.

Cioran über Musik und Utopien

1936 schreibt Cioran so schöne Worte über die Musik wie die folgenden (zit. n. 1, S. 42f):
Der musikalische Zustand verknüpft in dem Einzelnen absoluten Egoismus mit höchsten Edelmut. Du willst nur du selbst sein, doch nicht um eines kleinlichen Dünkels, sondern um eines erhabenen Strebens nach Einheit, eines Aufbrechens der Schranken der Individuation willen, nicht jedoch im Sinne des Verschwindens des Individuums, sondern der Auflösung der vom Sein der Welt auferlegten einschränkenden Bedingungen.
Und:
Wenn wir mit Bach die Sehnsucht nach dem Paradies fühlen, so sind wir mit Mozart darin. Diese Musik ist wahrhaft paradiesisch. Ihre Harmonien sind Lichttanz im Ewigen. Mozart kann uns lehren, was der anmutige Begriff der Ewigkeit bedeutet. Eine Welt ohne Zeit, ohne Schmerz, ohne Sünde.
1960 schreibt er über die Utopie (zit. n. 1, S. 81):
Was in den utopischen Erzählungen am meisten auffällt, ist das Fehlen von Gespür, von psychologischem Instinkt. Die Personen darin sind Automaten, Fiktionen oder Symbole: keine ist wahr, keine geht über den Wirklichkeitsgrad einer Strohpuppe hinaus, einer mitten in weglosen Welten verlorenen Idee. (...) Die Utopie ist dem Anomalen, dem Formlosen, dem Unregelmäßigen feindlich gesinnt und strebt nach der Festigung des Homogenen, des Typischen, der Wiederholung und der Orthodoxie. Aber das Leben ist Bruch, Ketzerei, Abweichung von Normen der Materie. Und der Mensch ist im Verhältnis zum Leben eine Ketzerei zweiten Grades ...
Cioran über das Böse als Urgrund der Welt 

Deutlich wird, dass Cioran insgesamt daran scheitert, den Sinn der menschlichen Unvollkommenheit und des menschlichen Leides zu deuten. Dass er es für geraten hielt, bestimmten Erfahrungen nicht weiter nachzugehen, hat er einmal 1973 in folgende Worte gefaßt (zit. n. 1, S. 104):
Als ich zu später Stunde in dieser baumgesäumten Allee spazierte, fiel eine Kastanie mir zu Füßen. Das Geräusch, mit dem sie zersprang, das Echo, das es in mir weckte, und eine Ergriffenheit, die zu einem so winzigen Zwischenfall in keinem Verhältnis stand, tauchten mich ins Wunder, in die Trunkenheit des Endgültigen, als gäbe es keine Fragen mehr, nur noch Antworten. Ich war trunken von tausend unerwarteten Evidenzen, mit denen ich nichts anzufangen wusste … So rührte ich beinahe an das Äußerste. Doch hielt ich es für geraten, meinen Spaziergang fortzusetzen.
- - - Der Gedanke Mathilde Ludendorffs, dass die menschliche Unvollkommenheit und das von Menschen anderen Menschen zugefügte Leiden Folgen der letztlich notwendigen menschlichen Freiheit zu Gut und Böse sind und in diesem Sinne "Sinn" machen, in diesem Sinne - mitunter - mit ihnen versöhnen können, diesem Gedanken scheint Cioran womöglich sogar recht bewußt nicht nachgegangen zu sein. Dieser Gedanke hätte wohl sein Leben zu sehr "ändern" müssen ... 

Lieber hielt er da insgesamt an seinem tiefen und ehrlichen Verzweifeln an der Welt fest und an seiner 1969 erörterten Vermutung, die Schöpfung des Weltalls selbst könne nicht größtenteils aus dem Willen zum Guten, sondern müsse vor allem aus dem Willen zum Bösen heraus erfolgt sein (1, S. 93ff).

Letzteres natürlich ein Gedanke, dem alle elitären und schnöseligen Satanisten dieser Welt viel abgewinnen können. Weshalb der grundehrlich und aufrecht anmutende Schriftsteller Cioran offenbar so gerne von ihnen mißbraucht wird - sicherlich sogar zur Rechtfertigung ihrer Taten und ihres Nichttuns, sicherlich auch so wie es 2010 auch aus der genannten Zuschrift herausklang (GA-j! 2010). Und so wie es gerne bei vielen rechtskonservativen, rechtschristlichen Untergangspropheten herausklingt (etwa rund um "JF", "EF", "Sezession" usw.).

Gegen einen solchen Mißbrauch hat sich Cioran dann womöglich doch nicht mit genügender Schärfe verwahrt, ja, ihm etwa mit seiner Rechtfertigung der Röhm-Morde durch die Nazis (s. Wiki) sogar mitunter recht deutlichen Vorschub gegeben.

(Ergänzung, 1.5.15:) Vielleicht passen diese Worte Hölderlins aus dem "Hyperion" ganz gut auf Cioran:
Der Mensch, begann ich wieder, der nicht wenigstens im Leben Einmal volle lautre Schönheit in sich fühlte, wenn in ihm die Kräfte seines Wesens, wie die Farben am Irisbogen, in einander spielten, der nie erfuhr, wie nur in Stunden der Begeisterung alles innigst übereinstimmt, der Mensch wird nicht einmal ein philosophischer Zweifler werden, sein Geist ist nicht einmal zum Niederreißen gemacht, geschweige zum Aufbauen. Denn glaubt es mir, der Zweifler findet darum nur in allem, was gedacht wird, Widerspruch und Mangel, weil er die Harmonie der mangellosen Schönheit kennt, die nie gedacht wird. Das trockne Brot, das menschliche Vernunft wohlmeinend ihm reicht, verschmähet er nur darum, weil er ingeheim am Göttertische schwelgt.  Schwärmer! rief Diotima, darum warst auch du ein Zweifler. ...
 
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  1. Reschika, Richard: E. M. Cioran zur Einführung. Junius, Hamburg 1995

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Ja, unsere Welt wird von Satanisten regiert

Joël van der Reijden - "Beyond the Dutroux Affair" (2007)

Dieser Blog hatte die Aussage des Titels dieses Blogbeitrages bislang immer nur als platt empfunden. Und er hatte sie deshalb bislang auch nie in dieser Form ausgesprochen. Die Belege für eine solche Feststellung schienen nicht ausreichend. Isoliert für sich genommen weiß man nicht, was man von dem Buch von Cathy O'Brien, der US-Regierungsprostituierten, halten soll (das wir hier auf dem Blog schon behandelt haben). Auch dann, wenn man es mit dem Buch von Ulla Fröhling "Vater unser in der Hölle", mit Büchern der Brüder Grandt und vergleichbaren Veröffentlichungen abgleicht. Oder auch mit den Erlebnisberichten von Jessie Marsson.

Abb.: Rembrandt - Abraham opfert seinen Sohn Isaak (1635)

Aber dieser Blog hat schon vor einiger Zeit nach und nach einige gute Freundinnen und Freunde gefunden, die sich für seine Themen interessieren. Diese schreiben zwar zumeist keine Kommentare auf dem Blog selbst (im Gegensatz zu vielen Leuten, die mit Freimaurerei und Satanismus sympathisieren). Aber sie weisen den Bloginhaber immer einmal wieder in privaten Zuschriften - geradezu hartnäckig - auf weitergehende Erkenntnisse hin. Trotz längeren Sträubens hat der Bloginhaber sich also jetzt endlich einmal - nach mehrfachen Hinweisen - den niederländischen Journalisten Joël van der Reijden ausgedruckt und gelesen (1) (hier seine Internetseite).

Aus seiner Veröffentlichung aus dem Jahr 2007 (1) geht hervor, daß das, was Cathy O'Brien für die USA berichtet hat, kein Einzelfall ist. Etwa zehn Überlebende pädokrimineller, satanistischer Verbrechen in Belgien hatten im Zuge der Dutroux-Affäre den Mut gefaßt und sich bei Polizeidienststellen gemeldet. Unter ihnen Regina Louf (geb. 1969), Natalie C. (geb. 1969), Chantal S. (geb. 1968) und andere mehr. Und ihre Aussagen wurden ausführlich aufgenommen. Die Mehrheit dieser Zeuginnen stammen - wie die Hauptperson in "Vater unser in der Hölle" und wie Cathy O'Brien - aus Familien mit generationenübergreifender satanistsicher Horror-Pädokriminalität (Ekeltraining, Folter, Vergwaltigung, Mord ... das ganze Programm halt).

Offiziell wird etwa ab 2004 von allen diesen Überlebenden behauptet, sie wären unglaubwürdige Zeugen. Wie das überhaupt in dem Umfang hat möglich sein können, habe ich bisher nicht voll verstanden. Schon in einer französischen Fernsehdokumentation, die im Internet abrufbar ist, werden ja mehrere solcher Überlebender und ihre Aussagen behandelt. Und auch dort wird schon darauf hingewiesen, daß sie sich im Zuge der Dutroux-Affäre gemeldet hätten, aber schließlich als unglaubwürdig zurückgewiesen worden wären. Auch durch die Überlebenden des Kinderbordells in Leipzig wird ja jetzt bekannt, daß sie innerhalb der Strafverfolgungsbehörden immer wieder auf ihnen selbst persönlich bekannte Täter gestoßen sind. Unter anderem in der Richterschaft. Was auch Jessie Marsson sagt. Und van der Reijden gibt auch diesbezüglich viele Hinweise. Dies wird schon ein größerer Teil der Erklärung selbst sein. Das erklärt aber noch nicht die allgemeine Zurückhaltung der Presse.

Über das, was von deren Aussagen bislang an die Öffentlichkeit gedrungen ist, gibt es unter anderem das Buch "The X Dossiers" aus dem Jahr 1999, das nur noch schwer erhältlich sein soll, wie van der Reijden schreibt. Aber auch beispielsweise der "Spiegel" hat im Jahr 2001 recht ausführlich über die Zeugenaussagen dieser Überlebenden berichtet (Alexander Smoltczyk im Spiegel, 15.10.2001). Dieser Spiegel-Artikel ist - wie ähnliche deutschsprachige Artikel - ein merkwürdiges Konstrukt, wenn man sich mit dem Thema auskennt und van der Reijden gelesen hat. Er sagt eigentlich sehr viel. Und doch wird über die eigentlichen politischen Implikationen und die politische Tragweite fast nichts gesagt. Um die zu verstehen, muß man dann eben van der Reijden lesen.

Seit zehn Jahren keine brauchbaren Übersetzungen ins Deutsche

Woran erkennbar wird: Ein Problem mit diesen belgischen Fällen ist das Sprachproblem. Von der überlebenden Zeugin Regina Louf gibt es inzwischen sogar ein eigenes Buch - aber nur auf Französisch (2006 und 2010 erschienen). Ebenso sind im Netz Interviews mit ihr auf Französisch oder Niederländisch abrufbar. Aber kaum etwas in anderen Sprachen. Man bleibt also auch noch zehn Jahre nach diesen ersten Veröffentlichungen auf Joël van der Reijden angewiesen. (Weitere deutsche Artikel übrigens: Zeit, 26.2.2004, Die Welt, 1.3.2004, und 4.2.1998 - sie geben Einblicke - aber auch hier bleibt alles ungenüngend, verglichen mit Joël van der Reijden.)

Was für ungeheuerliche, tiefe Einblicke in die elitäre Welt des Satanismus. Das belgische Königshaus besteht seit Generationen aus abscheulichsten Satanisten, Pädophilen und rituellen Mördern von Kindern und Jugendlichen. Die Wirtschaftselite Belgiens, gruppiert um mehrere einflußreiche, meist adlige Familien ebenfalls. Was also Cathy O'Brien für die USA berichtet hat - und was ich, ehrlich gesagt, nicht glauben wollte (wer will das auch glauben?) - es findet mitten in Belgien statt. Alles. Das ganze Programm. Sogar Jagd auf nackte Mädchen mit Jagdgewehren (wie es so ganz unglaublich Cathy O'Brien erzählt hatte).

Wenn in der Welt der organisierten Kriminalität ein Vertrag abgeschlossen wird, geht man anschließend ins Kinderbordell und fotografiert sich gegenseitig. So hat man sich beidseitig "in der Hand". (... Klar, daß solche "Männerfreundschaften" halten. All diese Dinge sind bestens dazu angetan, eine Elite hermetisch von der sonstigen Gesellschaft abzuschließen und sie nach Eigengesetzlichkeit agieren zu lassen, auf Kosten und zum allergrößten Schaden der Restgesellschaft.)

Das belgische Königshaus, die Wirtschaftselite Belgiens: Satanisten ...

Nach dieser Lektüre fällt es mir schwer, die Aussage des Titels dieses Blogartikels noch platt zu nennen. Das Buch von Cathy O'Brien erhält fast seinem ganzen Umfang nach eine Untermauerung von fast zehn verschiedenen Zeugenaussagen in Belgien. Diese berichten übrigens auch, daß viele Opus Dei-Mitglieder zu den Tätern gehörten. Was dann zu weiteren Beiträgen von Joël van der Reijden führt über ein europaweites Vatikan-Paneuropa-Netzwerk, das die europäische Einigung seit 1945 vorantreibt (Le Cercle), und dessen führende deutsche Köpfe Coudenhove-Calergi, Otto von Habsburg, Konrad Adenauer und Franz-Josef Strauß gewesen sind (neben vielen anderen).  Das es ein "lockeres" Leben des Franz-Josef Strauß, des Edmund Stoiber mit Prosituierten gegeben hat, ist ja inzwischen in vielen Büchern nachzulesen.

Und  Joël van der Reijden zitiert DeChamp's Buch "Franklin Cover-Up", dessen Lektüre ebenfalls die gesamte Bandbreite dessen, was hier möglich ist, abdeckt und ebenfalls die Aussage des Blogtitels erhärtet. Beim Dutroux- und Franklin Cover-Up handelt es sich um die bislang bedeutsamsten Staatsaffären in der Geschichte der westlichen Welt der letzten 200 Jahre.

Es bleibt festzuhalten nach der Lektüre dieser beiden Autoren: nein, es ist so, wie vielfach so ganz platt anmutend behauptet wird: Unsere Welt wird von Satanisten regiert. Belgien ist überall. Dutroux ist überall. Sonst hätte die weltweite Empörung über die Fälle in Belgien, über Cathy O'Brien's Bericht, über den Franklin Cover-Up von Nebraska im Mittleren Westen der USA ja viel nachhaltiger sein müssen.

Viele Fragen schließen sich an

Natürlich schließen sich viele Fragen an. So könnte man fragen, seit wann das so ist. Und wie sich das entwickelt hat. Man fragt sich ja dann eher schon, wer von den heute oder früher Regierenden nicht mitmacht oder mitgemacht hat. Und zwar niemals in seinem Leben. Er muß dann dennoch einer sein, der verschweigt und vertuscht. Und von dieser Seite erhalten die gnadenlosen Bagatellisierungs- und Verharmlosungsversuche schon von "einfacherer" Pädokriminalität in den letzten Jahren durch unsere Eliten ein ganz neues Licht. - Jedenfalls: Man kann nach Details des Gesamtbildes fragen. Das Gesamtbild selbst verschiebt sich dadurch nicht mehr wesentlich. Was in Belgien möglich ist, in den USA möglich ist, in Augsburg möglich ist, in Leipzig, was Renate Rennenbach von allen Parteien des deutschen Bundestages berichtet, was Ulla Fröhling von Berlin-Schöneberg berichtet, was aus Hamburger Lagerhallen berichtet wird - das ist überall möglich.

Auch der pädokriminelle Musiklehrer der Odenwaldschule nahm seine Schüler an Wochenenden mit zu "Herrenabenden" mit Männern, die diesen Schülern ganz fremd waren. Auch um die Odenwaldschule gruppiert sich die Elite unseres Landes. Und vertuschte Jahre lang. Und macht es noch heute. Überall das gleiche Bild.

Der CIA hatte, so berichtet van der Reijden nach DeChamp, eigens Leute abgestellt, die dafür zuständig waren, nicht spurende Politiker mit Minderjährigen männlichen oder weiblichen Geschlechts zu verführen, zu fotografieren oder zu filmen, um sie damit zu erpressen und wieder in die Spur zu bringen. Welch ein Wahnsinn. Und wer als Politiker dennoch auszusteigen versucht, wird auf offener Straße erschossen (mitunter von staatlich gelenkten "Terroristen"), stürzt mit dem Fallschirm oder mit dem Flugzeug ab, hat einen Autounfall, ertrinkt in der Badewanne oder findet sich aufgehängt unter Londoner Themsebrücken wieder ...

Blutorgie Französische Revolution

Schon am Hof Ludwigs XIV., so kann man in Geschichten zum Satanismus nachlesen, waren weite Kreise der Hocharistokratie in satanistische Rituale verwickelt. Schon ein enger Mitstreiter der Jeanne d'Arc war Satanist. War womöglich schon die Französische Revolution eine Blutorgie, veranstaltet von Satanisten? Für den Dreißigjährigen Krieg oder die Bartholomäusnacht ist ja längst bekannt, daß das inszeniert wurde aus dem Gotteswahn des satanistischen Alten Testaments heraus. Daß jedenfalls eine Welt, die von Satanisten regiert wird, im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege in Szene gesetzt hat - und noch allerhand mehr -, scheint ja dann wirklich nicht mehr als unpassend empfunden werden zu können. Und man möchte doch vermuten, daß es, wie schon Karl Marx sagte, "Krieg und Revolution" waren, also damit auch insbesondere diese beiden Weltkriege, die sozusagen entscheidend zur quasi Alleinherrschaft dieser satanistischen Netzwerke von heute und weltweit beigetragen haben werden.

Nicht alle Königshäuser werden vor 1914 schon weltweit so tief drin gesteckt haben im Satanismus wie das belgische oder wie - sicherlich - auch das britische. (Man vergleiche nur die Jack-the-Ripper-Morde von 1888 - nach dem Autor Stephen Knight und anderen klassische Freimaurermorde unter Mitwisserschaft der Königin Viktoria und aus deren dekadenter Umgebung heraus begangen.) Nicht alle Familien des Hochadels werden es gewesen sein so wie die belgischen von heute. Nicht alle. Aber wer? Die erzkatholische Familie von Thurn und Taxis? Ein im achten Lebensjahrzehnt stehender Blogleser schreibt mir gerade:

Hier ein Gerücht, das ich vor vielen Jahrzehnten von einer Studienfreundin mitgekriegt habe, die selbst aus sehr reichen Vehältnissen stammte und deren Familie Verbindungen zum großen Geldadel hatte: Einer der Thurn & Taxis-Aristokraten würde auf seinen Schlössern Party's feiern, bei denen nackte Knaben auf Silbertabletten serviert, von der Dienerschaft hereingetragen würden. Sie sagte mir auch, Thurn & Taxis-Aristokraten seien juristisch unnahbar, weil von einer Kohorte von besten Anwälten gegenüber allen Anschuldigungen abgeschirmt.

Vielleicht wird einem mit einer solchen Nachricht der Stimmungsgehalt besser verständlich, der einem entgegenschlägt aus Büchern wie denen von Bernt Engelmann "Meine Freunde, die Geldgiganten. Die Macht am Rhein: Der alte Reichtum" aus dem Jahr 1972. Den Thurn und Taxis ist in diesem Buch ein ganzes Kapitel gewidmet.


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  1. van der Reijden, Joël: Beyond the Dutroux Affair. The reality of protected child abuse and snuff networks. 25.7.2007. Auf: https://wikispooks.com/ISGP/dutroux/Belgian_X_dossiers_of_the_Dutroux_affair.htm; auch auf: Scribd) (etwa 120 Din-A-Seiten im Ausdruck)

Sonntag, 1. August 2010

Die "Killer von Volkswirtschaften"

Die "Economic Hit Man" im Dienst der überstaatlichen Bankenherrschaft

Ein "Hitman" bezeichnet im Amerikanischen und Englischen einen "Schläger", "Berufskiller", bzw. "Auftragskiller". Oft sind solche Leute im Dienst der Mafia oder im Dienst von staatlichen Geheimdiensten wie CIA, Mossad, dem russischen Geheimdienst und anderen unterwegs. Hier auf dem Blog ist - etwa unter der Rubrik "politischer Mord" - schon oft von solchen Auftragsmördern die Rede gewesen. Schon das Drohen mit ihnen kann weitreichende Einflüsse auf die Politikgestaltung national und international haben. Diese Auftragskiller werden in Finanzkreisen auch "Schakale" genannt.

Ein "Economic Hit Man" ist nun dementsprechend ein Mann, also ein "Schakal", der nicht nur einzelne Menschen, bzw. einzelne Repräsentanten des Volkswillens eines Landes seines Lebens beraubt, sondern der ganze Volkswirtschaften selbst zerstört. Der sie durch seine vorgeblichen "Experten-Ratschläge" im Dienste der internationalen Finanzmächte aus dem inneren Gleichgewicht stößt, der sie durch übertriebene Kreditvergaben der Weltbank oder anderer einflußreicher ausländlischer Investoren, bzw. durch ausländische Geldwäsche der inländischen Geldanhäufungen künstlich aufbläht (als Beispiel für letzteres: Saudi-Arabien). Eine solche, durch übertriebene Kredite oder Investitionen und damit durch übertriebene Verschuldung aufgeblähte Volkswirtschaft soll die ihr zugrundeliegende Kultur, die kulturelle Gemeinschaft oder zumindest die kulturtragenden Schichten, Eliten "fat but impotent" machen, "fett und abwehrlos", das heißt allen Erpressungen übergeordneter, überstaatlicher Finanzmächte abwehrlos ausliefern.

Elitenbildung weltweit: "Fett", verschuldet und "impotent"

Das ist der Inhalt des brisanten Buches "Bekenntnisse eines Economic Hit Man" (1), das schon 2004 und 2005 in den USA und in Deutschland erschienen ist, auf das aber erst im Mai dieses Jahres eine Dokumentarsendung im ORF (2), produziert von einem griechischen Filmemacher, ein größeres und wacheres Publikum aufmerksam gemacht hat. Es geht also um das Phänomen des "Killers von Volkswirtschaften", des Killers von ökologischer und kultureller Vielfalt und Mannigfaltigkeit weltweit, des Killers gleichmäßiger, natürlicher Wohlstandsverteilung weltweit zugunsten der globalisierten, proletarisierten Einheitskultur von MacDonalds und Coca Cola, von Hartz IV und Loveparade, von BP, Aral und Shell, von Euro, Multikulti und kultur- und naturzerstörender Migrationsströme und aus dem Gleichgewicht geratener Geburtenraten in allen Teilen der Welt.


Es wird so seine eigene Bedeutung haben, daß die genannte Fernsehdokumentation von einem Griechen produziert worden ist, also dem Angehörigen eines der ersten europäischen Länder, das die volle Wucht des Erpressungspotentiales durch das Ausland erfahren hat, das in der übertriebenen Verschuldung seines Staates liegt. Aber Griechenland ist "überall". Island ist "überall". Wer wüßte das heute nicht? Vom Staatsbankrott kann heute fast jedes Land der Erde betroffen sein. Und es waren Leute im Geiste des "Economic Hit Man", des Zerstörers eigenständiger, bis dato von seiten des Auslandes vergleichsweise wenig erpreßbarer Volkswirtschaften, die die Grundlagen dazu gelegt haben in den Staaten weltweit.

Völker aus dem finanziellen, demographischen, kulturellen und sittlichen Gleichgewicht bringen

Durch die übertriebene Kreditvergabe an Staaten und ihre Eliten - möglicherweise schon mit dem Marschall-Plan des Jahres 1948, der das deutsche und westeuropäische "Wirtschaftswunder" hervorbrachte - werden ganze Volkswirtschaften und Kulturen noch mehr als das bis dahin geschehen war, auf den bloßen, glatten, kalten Materialismus hin ausgerichtet, auf den Mammon, auf das Schulden-Machen, auf Produzieren und Konsumieren. Aber zugleich werden Volkswirtschaften nach und nach - in den Ländern der Dritten Welt früher als in den Ländern der Ersten Welt - darauf ausgerichtet, daß sich die Schere zwischen Arm und Reich immer stärker öffnet, daß immer kleinere Eliten über immer größeren Reichtum verfügen, während immer größere verelendete Massen kulturlos, instinktlos, abwehrlos, "proletarisiert" der Verarmung, der Verelendung, ja, der (... Hartz IV- und sonstigen)Sklaverei überlassen werden.

Ein gigantischer Raubzug der "Economic Hit Man", der "Killer von Volkswirtschaften" über alle Länder der Erde. Die parasitäre Existenz der globalisierten "Korporatokratie" mit ihrem weltweiten Machtzentrum in New York und Washington. Kapitalismus und Ausbeutung, Mehrwert-Abschöpfung weltweit, Zerstörung von Regenwäldern, Meeren, Naturräumen und menschlichen Kulturen auf die aller äußerste Spitze getrieben.

Mit Bibel und Ölförderung Kulturen zerstören

Während also Leser eines Autors wie William Engdahl immer noch mittels eines Blickes von außen - beispielsweise - auf die Zusammenhänge zwischen Öl, Weltmacht und überstaatlicher Finanzwelt aufmerksam gemacht werden, erhält man mit dieser neuen Dokumentation von Stelios Kouloglou (2) und der dazugehörigen Buchveröffentlichung des reuigen, früheren "Economic Hit Man" John Perkins (1) einen "Insider"-Bericht an die Hand mit oft noch viel weitgehenderen Implikationen, als diese wohl fast alle bisherigen Buchveröffentlichungen sonst zu diesem Thema nahegelegt worden wären. Dem Autor dieser Zeilen ist jedenfalls kein zweites Buch dieser Art bekannt.

Daß beispielsweise das vielgenannte "Summer Institute of Linguistics" (SIL) von dem 1981 vom CIA ermordeten Staatspräsidenten von Ecuador, Jaime Roldos, als der Kungelei mit der überstaatlichen Finanzmafia verdächtigt wurde und deshalb in Ecuador verboten wurde, weil mit Ölförderung und Bibel hier weitere, zurückgezogen lebende Indianerkulturen kaputt gemacht werden sollten (1, S. 238ff), erfährt man in diesem Buch ebenso wie viele andere Einzelheiten zu der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung von Ländern in Südostasien und Südamerika.

Alfred Herrhausen, einer der wenigen Anti-"Economic Hit Man"

Die Parallelen zu den zeitgleichen Vorgängen in Europa sind da nur unschwer zu ziehen. Schnell erinnert man sich, daß der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, insbesondere deshalb Morddrohungen aus der amerikanischen Finanzwelt erhalten hatte (s. G. Wisnewsksi/"Das RAF-Syndrom"), weil er schon 1989 eine umfassende Entschuldung der Länder der Dritten Welt gefordert hatte. Wie konnte das die überstaatliche Finanzwelt zulassen, wo sie doch diese Schulden aufgebaut hatte, wie John Perkins berichtet, um weltweit sich die Staaten und Kulturen erpreßbar zu machen und erpreßbar zu halten?

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1. Perkins, John: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Engl. 2004, Dt. 2005, 2008
2. Stelios Kouloglou: Im Dienst der Wirtschaftsmafia - Ein Geheimagent packt aus. (Orig.: "Apology of an Economic Hit Man".) Griechenland, Ecuador, Venezuela, UK, USA 2007. ORF 2, 16.5.2010. 1 1/2 Std.. Auf: Nuoviso.tv oder Youtube (in 9 Teilen).

Dienstag, 26. August 2008

Diese "Barbaren" - an der Mosel, am Rhein und an der Weser

Als die Germanen vor 2.000 Jahren im Jahre 9 n. Ztr. in der "Schlacht im Teutoburger Wald", dem heutigen Wiehengebirge bei Kalkriese, die Römer vernichtend schlugen, nagelten sie Köpfe der gefangen genommenen Tribunen an die Eichenbäume, rissen ihnen zuvor die Zunge herraus und anderes mehr. - Diese "Barbararen". "Du Natter hast nun aufgehört zu zischen!," riefen sie dabei. Einige gefangene Römer konnten ja später freigekauft werden und berichten.

Immerhin, es wirkte. Wir sprechen heute Deutsch und nicht so eine "verwelschte" Sprache wie die Franzosen, Italiener oder Briten. (!)

Die Vorfahren der Franzosen taten das mit dem Annageln der Köpfe ihrer Feinde auch, wie aus obigem Bild ersichtlich. (FR-Online.de) Aber damals waren die Römer vielleicht noch nicht "verweichlicht" genug. Der Cäsar machte ihnen jedenfalls dennoch den Garaus (bis auf ein abseitiges Dorf in Gallien natürlich ...).

Römische Geschichtsschreiber waren ehrliche Leute

Viele "germanophile" Leute sagen ja, die römischen Geschichtsschreiber hätten die Germanen nicht richtig beschrieben, sondern als viel zu primitiv, barbarisch. Wenn die Kelten in ihren Viereckschanzen Menschenopfer dargebracht haben, wofür es in zwischen unzählige archäologische Belege gibt - der obige ist wohl nur noch der letzte, ultimative -, dann ist es doch keineswegs unplausibel, daß das auch unsere Vorfahren schon seit vielen Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden damals gemacht hatten. Vielleicht sind auch wir schon viel zu "verweichlicht", um das zumindest "verstehen" zu können.

Wir müssen ja nicht alles nachmachen, was "unsere Ahnen" einst taten. (Siehe auch weitere Beiträge über "Menschenopfer" und Kanibalismus auf Stud. gen..)
Einen menschlichen Schädel mit einem durchgeschlagenen, eisernen Nagel haben Archäologen bei Ausgrabungen nahe Kobern-Gondorf an der Mosel entdeckt. Wahrscheinlich handele es sich um den Schädel eines römischen Legionärs, den Kelten etwa 50 vor Christus nach einem Kampf als Trophäe aufbewahrten, teilte die Generaldirektion Kulturelles Erbe am Montag in Koblenz (Rheinland- Pfalz) mit.

Nach Angaben des Archäologen Axel von Berg ist es die erste Kopftrophäe, die so gut erhalten in Deutschland gefunden wurde. Europaweit seien den Experten nur wenige Vergleichsfunde dieser Art bekannt.

Von Berg hält es für denkbar, dass der Schädel zu einem Legionär der Truppen von Julius Cäsar gehörte. Bei ihren Feldzügen gegen Gallien seien die Römer 55 und 53 vor Christus im Neuwieder Becken unterwegs gewesen, um den Rhein zu überqueren.

Die Kelten sammelten nach Erkenntnissen der Experten üblicherweise die Köpfe der im Kampf erschlagenen Legionäre. Diese präsentierten sie dann in ihren Siedlungen, indem sie sie an den Portalen ihrer Häuser annagelten. Der Brunnen, in dem der Schädel entdeckt wurde, gehörte zu einem spätkeltischen Gehöft.
Frühere Beiträge auf "Studium generale" zu Themen wie Schlachtfeld-Archäologie, "furor teutonicus", "thymotischen Energien", gnadenlose Freund/Feind-Unterscheidung und dem Kampf selbst als eine Art von Religion werden - unter anderem - unter dem Schlagwort "Kalkriese" zusammengefaßt --> hier (ältere) und hier (neuere).

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

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