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Mittwoch, 24. Dezember 2014

Pegida ...

Pegida wird zerredet und zerredet sich selbst

"Jedem Anfang liegt ein Zauber inne," lautet das berühmte Wort von Hermann Hesse. Als sich vor über einer Woche viele Menschen - Sympathisanten und Kritiker - begannen, mit der neuen "Pegida"-Bewegung, den "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Dresden und anderwärts, zu beschäftigen, fiel vielen eine klare Ein- und Zuordnung noch schwer. Denn dort wurden ja keine Polizeibusse umgekippt! Manche kommentatoren fanden es richtiggehend perfide, dass die ihre Demonstration einen "Abendspaziergang" nannten. Ja, wie soll man denn solche Leute einordnen? Diese Schwierigkeit des Einordnens wird auch deutlich in einer Reihe von Video's und Nachrichten, die hier zusammen gestellt sein sollen, da sie einem zunächst brauchbar erschienen sind im Zusammenhang mit dem Kennenlernen und dem Einschätzen dieser Pegida-Bewegung.



Da gab es etwa eine recht brauchbare und sachliche Dokumentation von "JF-TV", des neuen Fernsehsenders der rechtschristlichen Wochenzeitung "Junge Freiheit". - Am 14. Dezember lautete dann eine Pressemeldung (N24):
Repräsentative Emnid Umfrage: So sieht die Zustimmung aus Anhängern verschiedener Parteien zu PEGIDA aus...: AfD 86 Prozent, Union 54 Prozent, SPD 46 Prozent, Linkspartei und Grüne jeweils 19 Prozent... Bevölkerung im Westen 48 Prozent, im Osten 53 Prozent ...
Am gleichen Tag wurde abends im Pressclub von "Phoenix" die Pegida-Bewegung erörtert.


In diesen Erörterungen tun sich die Medienvertreter schwer mit der Pegida-Bewegung. Man merkt, wie weit sie vom Volk entfernt sind. Ein wenig kommt einem "Erich Honecker 1989" in den Sinn. Am ehesten scheint noch Alexander Kissler vom "Cicero" verstanden zu haben, worum es geht. Aber hat das für ihn irgendwelche Konsequenzen? Und wenn ja welche? Ganz ähnliches gilt auch für die Chefredakteurin der "Welt" (etwa bei 35'30). Einen Tag später schrieb ich zu diesem Video


auf Facebook: So doof klingen die Aussagen ganz normaler Demonstrationsteilnehmer keineswegs. Hier die Rede von Lutz Bachmann am selben Tag:


"Lügenpresse" ist schon hier der Tenor (31'00). Vorgestern dann, am 22. Dezember, scheint mir ein gewisser Zauber des Anfangs in der Selbstdarstellung der Pegida-Bewegung und in der Auseinandersetzung mit ihr schon wieder verflogen zu sein. Trotz ihres Weihnachtslieder-Singens.


Erstaunlich, wie schnell etwas zum Ritual erstarren kann. Man hört aggressive, hohl klingende Sprechchöre. Vor allem deshalb hohl, weil alles, was zu oft wiederholt wird, leicht in Gefahr gerät, hohl zu klingen. Man hört zumindest einen absolut unmöglichen, weil unflätigen Redner (das ist nicht Lutz Bachmann). Womöglich tut es den Menschen tatsächlich besser, spazieren zu gehen, als herumzustehen. Schweigemärsche dürften auch angemessener sein dem, was auf dem Spiel steht. Es wird sowieso - mit und ohne Pegida - viel zu viel zerredet. Mit Pegida nun neuerdings womöglich auch wieder zergröhlt. Ich weiß es nicht.

Abb.: Lutz Bachmann, 22.12.14, Dresden
Hört man allerdings den sonst so schätzenswerten Ken Jebsen über Pegida sprechen (Youtube, 19.12.), dann könnte einem womöglich deutlich werden, wie schnell selbst im Kopf jung gebliebene Leute alt aussehen können. So scheint mir schon jetzt auch Pegida selbst auszusehen. Womit sich eigentlich nur noch die Frage stellt: Welches nächste "große Ding" kommt nach den Montagsmahnwachen und nach Pegida?

Einfügung 21.8.15: Das nächste "große Ding" ist die - wie immer - von Geheimdiensten initiierte und inszenierte große Zuwanderungswelle des Jahres 2015 vom Balkan, vom Nahen und Mittleren Osten und von Afrika nach Mitteleuropa hinein (übrigens ist 2015 ein Jahr, so fällt mir gerade auf, das im kabbalistischen und damit okkulten Denken eine gewisse Rolle spielen könnte ....). Diese Zuwanderungswelle zeugt von der ganzen Frechheit dieser Eliten. Sie scheren sich einen Dreck um breite Oppositionsbewegungen innerhalb von Europa, sie fürchten sie nicht ansatzweise. Nehmt also das, ihr Pegida-Leute. Und glaubt auch weiterhin, die ganze Menschenfeindlichkeit, die derzeit gegen Asylanten gerichtet wird (anstatt gegen Geheimdienste und Regierungskriminalität) stamme von "ganz normalen Bürgern" wie Dir und mir. Das glaubt auch nur der, der nicht weiß, wie seit hundert Jahren Regierungskriminalität geschützt wird gegen nachhaltige Kritik .....

Abschließend noch die Stellungnahme, die ich in der rechten Randspalte dieses Blogs veröffentlichte, als der Zauber des Anfangs noch vorhanden war.

Stellungnahme (10.12.14)

Darüber, ob wir in Deutschland eine multikulturelle Gesellschaft haben wollen oder haben sollten, ob die Völker der Nordhalbkugel demographisch und durch Zuwanderung innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraumes "friedlich" ausgewechselt werden sollen, über all diese Fragen hat es in Deutschland - und auch sonst - keine ehrliche und offene Debatte gegeben. Auch keine wissenschaftlich informierte. Um es kurz und knapp zu sagen: Es gibt gute Gründe, dagegen zu sein.

Früher war in Deutschland der Souverän ein Kaiser oder ein König, seit 1919 ist es das deutsche Volk. Nicht mehr "im Namen des Kaisers", sondern "im Namen des Volkes" werden in Deutschland täglich hunderte von Gerichtsurteilen verkündet. Das deutsche Volk ist der Souverän schlechthin des Grundgesetzes.

Diesen schleichend auszutauschen, ist doch ohne Frage Hochverrat und grundgesetzwidrig. Deshalb haben wir als verfassungstreue Bürger nicht nur das Recht, sondern die verdammte Pflicht wie jeder Politiker, der seinen Amtseid ernst nimmt, nach Paragraph 20 des Grundgesetzes, uns gegen das Austauschen des Souveräns zu wehren.

Ob nun "Pegida" der richtige Weg ist, muss sich zeigen, wer weiß das zum derzeitigen Standpunkt schon. Was man aber wissen kann, das ist, DASS etwas geschehen muss, dass diese völlige Sprachlosigkeit, Debattenlosigkeit überwunden werden muss. Und wenn das Pegida gelingt, hat sie doch schon allein dafür viel Unterstützung verdient.

Viel zu viele wenden sich doch schon viel zu lang von der Arroganz der Herrschenden ab. Und zwar auch was die Fragen der Erhaltung des deutschen Volkes betrifft, als dass nicht ausreichend Anlaß bestünde, Pegida zu begrüßen. Dass im übrigen die NPD von einem Informanten des britischen Geheimdienstes gegründet worden ist (sein Name Adolf von Thadden [1921-1996]*)), und dass sie von den "rührigen" Leuten solcher Dienste auf Linie gehalten wird - wer hätte daran noch irgend einen Zweifel? Ob die NPD irgendwo dabei ist oder nicht, interessiert also genauso viel oder genauso wenig wie die Frage, ob irgendein Geheimdienst irgendwo dabei ist oder nicht. Und ja, gewiß: darauf sollte geachtet werden.


Denn Geheimdienste inszenieren Kriege, Morde, Regierungsumstürze und Krawalle aller Art. All das geschieht in der Regel in fremdenfeindlichem oder dem eigenen Volk feindlich gesonnenen Sinne. 


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*) Enkelsohn übrigens jenes Reinhold von Thadden (1825–1902), dessen früh verstorbene Schwester Otto von Bismarck sozusagen zum Christentum bekehrte, und der selbst dann später seinen Jugendfreund Otto von Bismarck tödlich kränkte und enttäuschte, weil Bismarck nicht jene christlich-stockkonservative Politik machte, die seine Freunde von ihm erwarteten.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Eugenik in der SPD - Von 1930 bis 2011

Eine zu ergänzende Zitatensammlung

So langsam lohnt es sich, einen ständig zu aktualisierenden Sammelbeitrag über Stimmen aus der SPD zum Thema Eugenik anzulegen. Über einen Kommentar auf Paperblog wird man auf das aufmerksam, was etwa Klaus von Dohnanyi  schon im Juli 2011 in der FAZ zu Protokoll gegeben hatte (FAZ, 17.7.2011):
Eckart Lohse und Markus Wehner für die FAZ: Mit der Debatte um die Thesen von Thilo Sarrazin und das Ausschlussverfahren gegen ihn hat die SPD für Aufsehen gesorgt. Sie waren als Sarrazins Rechtsbeistand mit der Sache eng befasst. Wie bewerten Sie den Umgang Ihrer Partei mit Sarrazin?
Klaus von Dohnanyi: Die Haltung der SPD war geprägt von der irrigen Annahme, die eugenische Idee der Nationalsozialisten entspringe einer deutschen Quelle. Die Eugenik stammt aber aus den angelsächsischen Ländern. In den Vereinigten Staaten, aber auch in Skandinavien hat man noch bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts Zwangssterilisationen durchgeführt – während man es in Deutschland bis 1933 nicht gemacht hat. Die Engländer haben im 19. Jahrhundert ständig von „the english race“ geredet, als in Deutschland niemand über eine „deutsche Rasse“ gesprochen hätte. Wir haben also nicht die Geschichte, die da unterstellt wird. Wir haben ein großes Verbrechen, den Holocaust, der mit der Wahnsinnsidee von Rassismus begründet worden ist. Aber der Rassismus stammt nicht aus Deutschland.
Also hat die SPD sich in der Bewertung von Sarrazins Thesen geirrt?
Und zwar gewaltig. Sigmar Gabriel hat behauptet, man dürfe nicht über genetische Themen reden, obwohl man das überall in der Welt tut. Das war ein grober politischer Fehler.
Warum hat die Debatte um Eugenik solch eine Aufregung erzeugt in der SPD?
Es ging ja gar nicht um Eugenik. Das habe ich Sigmar Gabriel auch geschrieben: Wenn die SPD aber der PID, der Präimplantationsdiagnostik, zustimmt – das ist Eugenik. Wenn man jedoch sagt, dass 40 Prozent der Frauen in gehobenen Positionen in Deutschland keine Kinder mehr bekommen, dann ist das etwas ganz anderes. Und wenn man hinzufügt, dass man etwas tun sollte, damit auch diese Frauen wieder Kinder bekommen, dann ist das nicht Eugenik, sondern eine völlig normale Form von Bevölkerungspolitik.
Naja. Das ist schon Eugenik, ganz klar. Herr von Dohnanyi sollte mal genauer erklären, wie er den Begriff "Eugenik" definiert.
Gut, aber die Aufregung kam daher, dass Sarrazin etwa das Wort „Judengen“ in einem Interview verwendet hat.
Diese Aussage Sarrazins war richtig. Es gibt in Israel und in Amerika umfangreiche Studien darüber, dass die Juden auch durch gemeinsame Gene bestimmt werden, weil sie so eng untereinander heiraten. Das zu wissen und es zu sagen kann nicht strafbar sein.
Der Blogbeitrag "Der Advokat des Biologismus'" eines "Roberto de la Puente" zu diesem Interview, ebenfalls aus dem Juli 2011, liest ja da doch einigermaßen gereizt, wenn er auch in der Sache dazu - wie das so üblich ist - nur wenig Handfestes zu sagen hat.

Prof. Alfred Grotjahn (1869 - 1931)
Und dann hatte der Cicero im Oktober 2011 folgendes zu Protokoll gegeben (Cicero, 2011):
‎"Der Berliner Sozialhygieniker Alfred Grotjahn (SPD) sorgte sich – hier gleichsam in der Manier eines frühen Thilo Sarrazins – um den Bestand der kulturtragenden Bevölkerung, der ihm bei einem weiteren Rückgang der Geburten ernsthaft gefährdet schien. Auch dem Sozialismus drohten nach Auffassung Grotjahns von der willkürlichen Beschränkung der Kinderzahl Gefahren; die bewusst klein gehaltene sozialistisch-proletarische Familie gerate dadurch gegenüber der christlichen Familie auf Dauer ins Hintertreffen. (...) Die Eugenik hatte in der Linken eine eigene und spezifische Tradition, welche auch bzw. wohl vor allem in der Konsequenz der Moderne und des Fortschrittsdenkens lag."  
Wenn man solche nicht unwichtigen Aussagen schon als reine Zufallsfunde macht, was würde man erst alles zusammenstellen können, wenn man einmal systematischer Suchen würde?

Und: Wann besinnt sich auch die SPD wieder auf ihr altes naturalistisches, evolutionäres Fortschrittsdenken?

Dienstag, 23. August 2011

"Intelligenznaturalismus" - - - und das Schaffen neuer Mentalitäten

Schleich dich, Du Biologist, Du!

Aus Sachsen sandte uns ein Blogleser schon letztes Jahr einen Zeitungsartikel zu per gelber Post. Vielen Dank noch einmal nachträglich! Damals fühlten wir uns "overnewst" und brauchten Abstand zur Thematik. Heute fällt er uns wieder in die Hände. Und der Artikel ist so liebreich um eine bestimmte Art von Worten und Begriffen herum gruppiert, daß wir zunächst einmal nur diese Begriffe selbst für sich sprechen lassen wollen. Sie, lieber Leser, dürfen dann raten, in welchem thematischen Zusammenhang dieser Artikel geschrieben worden ist und zu welchen Schlußfolgerungen er kommt:
... Biologismus, biologistisch, biologistisch, Naturalisierung, genetischer Detrminismus, Intelligenzbiologismus, Biologismus und Naturalismus, Intelligenznaturalismus, Reich der Determination, Biologismus, Intelligenzdefizit, erbbiologische Erklärung, die Naturalisierung des Anderen, Fremden ...
Und hast Du Dich durch dieses Wortbombardement hindurchgefressen, bekommst Du im letzten Satz hingerhergeworfen die Begriffsgruppe:
... migrante wie autochthone Bevölkerungsgruppen.
Aaaaaalso ...: Liiiiieber "Autochthone"! Liiiiieber "Migrant"! Deine Aufgabe: Schreibe einen Aufsatz, in dem die genannten Begriffe und Formulierungen in der Reihenfolge verwendet werden, in der sie oben gebracht worden sind. Vergleiche Deinen Aufsatz dann mit dem Text, dem wir sie entnommen haben.

Bitte nicht vorher gucken, --> hier jedenfalls ist der Text. Aus einer großen deutschen Tageszeitung von einem Professor an einer großen deutschen Universität, falls Dir diese Hilfestellung noch etwas nützt. Denn daß der Autor "nur" Soziologe ist, wird Dir beim Lesen auch überraschend erscheinen angesichts der auffälligen unvergorenen naturwissenschaftlichen "Informiertheit", die er aufzuweisen bemüht ist. Kennt er doch nicht nur Richard Lewontin und Stephen Jay Gould, sondern hat sogar schon einmal Begriffe wie "Epigenetik" und "neuronale Plastizität" gehört. Er kennt sogar, man höre und staune, einen solchen Buchtitel wie "Bell Curve".

Gut. Versuche gerne auch selbst, diese letztgenannten Namen und Begriffe in Deinen Aufsatz mit einzuflechten, falls Sie Dir etwas sagen. Gut. Und dann gib Dir am Ende selbst eine Note im neudeutschen Fach politisch-korrektes "Gut"-Sprech des "Neumenschen" oder korrektes politisches "Neusprech" des "Gutmenschen" ...

Es soll einmal auf Neue "organisiert" und "institutionalisiert" werden, um vorteilhafte Mentalitäten zu schaffen

Wenn Du Lust hast, denke dann noch über folgenden Satz nach und kreise die Begriffe ein, die Dir auffällig erscheinen: 
Es war stets die Mitgliedschaft in Organisationen, die die Mentalitäten erzeugt haben, die eine Gesellschaft braucht. Vielleicht müssen wir heute neue Institutionen erfinden oder die bestehenden verändern ...
Es soll also nach Meinung dieses Autochthonen oder dieses Migranten*) einmal aufs Neue "organisiert" werden. Es soll einmal aufs Neue  "institutionalisiert" werden. Als hätten wir noch nicht genügend - - - "Organisationen", - - - "Institutionen".Und stimmt denn der Satz überhaupt? Einfach einmal nur die lebendige Muttersprache einerseits und folgerichtiges wissenschaftliches Denken andererseits jeweils für sich selbst Mentalitäten prägen lassen, geht ja wohl scheinbar nicht ...

Und damit "Pfüat di!", Du ... Bestie .. der Intelligenz, Du, ähm, Du, .... Intelligenznaturalist, Du, ähm, ... Du, Du Intelligenzbiologist, Du, ähm, Du, Du ... Biologist, Du!!!!!

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*) - wer weiß das heute schon? - Vorname: Armin, Nachname: Nassehi. 

Donnerstag, 7. Juli 2011

Thilo Sarrazin - behandelt von einem okkultgläubigen, katholischen Freimaurer aus Braunschweig

Forschrittliche und retardierende Kräfte hinsichtlich Humanevolution

Vor zwei Monaten fragten wir


Wissenschaftsblogger Michael Blume machte sich in Kommentaren auf seinem Blog darüber mehr oder weniger lustig und deutete solche von uns aufgeworfenen Themen als Zeichen dafür, wie unseriös, abgedreht und verstiegen wir inzwischen geworden wären.

Gestern nun stellt der von uns schon behandelte katholisch-freimaurerische Amazon-Rezensent "Stephen Boy" aus Braunschweig, den wir wie übrigens auch Michael Blume vor Jahren erstmals über Amazon kennenlernten, eine neue Rezension ins Netz, und zwar zu dem Buch "Die Unwirtlichkeit unserer Städte - Anstiftung zum Unfrieden" von Alexander Mitscherlich. Ein Buch etwas älteren Datums. Und Stephen Boy schreibt dazu folgende, leicht kryptischen Worte:
Es sind letztlich evolutionäre Prozesse, Segregationsprozesse, welche auch unsere Städte gestalten.
Dabei spielen genetische Komponenten eine Rolle, eben bei der Entmischung von Volksteilen in Städten.
Die Art des Wohnens entspricht dem auch genetisch fundierten Entwicklungstand von Menschen.

Auch eine Stadt verhält sich wie ein Organismus, wobei entmischte Volksteile Organcharakter bekommen können.
Der Organismus kann funtionieren, mehr oder weniger große Störungen aufweisen oder verfallen.

Psychoanalytische Termini, Verdammnisurteile und Aufrufe ändern hier nichts.

Samstag, 7. Mai 2011

Die "Sarrazin-Bewegung" - arbeiten Okkultlogen schon an ihrer Übernahme?

Wie werden sich elitäre Okkultlogen gegenüber dem humangenetischen Paradigmenwechsel seit dem Jahr 2000 positionieren?

In diesem Beitrag soll auf eine Kritik zu unseren aktuellen Blogthemen geantwortet werden, nämlich auf folgende:
Du verschwendest Deine Zeit mit all diesen Intrigen irgendwelcher Sektierer und Spinner. Wofür ist das wichtig, was nützt uns das aktuell? Es wäre wichtig, daß Du Dich wieder an die Humanbiologie heransetzt, das ist die wirklich wichtige Front in unserer Zeit. Da gibt es viel zu wenig Leute, die für die Verbreitung wichtiger Ergebnisse sorgen, und Du hast da von den aktuellen Dingen viel mehr Ahnung als ich. (...)

Dieser Sekten-und-Spinner-Kram ist völlig unfruchtbar, Du verrennst Dich da hoffnungslos in einen Sumpf von unbeweisbaren Dingen. Es ist doch völlig irrelevant, was die Anthroposophen mal gemacht haben, oder irgendwelche anderen Spinner.
In Beantwortung dieser Kritik wurde uns gerade klar: Die beiden Themen völkischer Okkultismus und die "Rückkehr", "Wiederbelebung" der Erkenntnis von genetischen Gruppenunterschieden bei Menschen durch die moderne Humangenetik (seit der vollständigen Sequenzierung des menschlichen Genoms im Jahr 2000) liegen gar nicht so weit auseinander, als das Menschen mit einem konsequent-naturalistischen Wissenschaftsverständnis erscheinen mag.

Entwicklungen innerhalb des aschkenasischen Judentums seit dem Jahr 2000

Wir sehen ja schon seit längerem, daß die moderne Humangenetik (und auch die Intelligenzforschung) innerhalb des aschkenasischen Judentums in den USA und in Israel sehr intensiv verfolgt worden ist. Die Erklärung dafür ist einfach: In der jüdischen Religiosität gibt es - im Gegensatz zur christlichen - fast nichts Wichtigeres als die genetische Kontinuität des eigenen, jüdischen Volkes. Da aber zugleich das Alte Testament eine ganz andere Haltung aufweist gegenüber der genetischen Kontinuität nichtjüdischer Völker, ergibt sich bei vielen ethnisch und religiös bewußteren Juden schon seit vielen Jahrhunderten und Jahrzehnten, insbesondere seit 1945 eine Art "Doppeldenk": Sie leugnen genetische Gruppenunterschiede beim Menschen einer größeren Öffentlichkeit gegenüber - Richard Lewontin's klassischer "Fehlschluß" oder besser: "Täuschungsversuch". Und sie leben und praktizierten dieselbe zugleich innerhalb ihrer eigenen Ethnie selbst sehr bewußt.

Das hat der Evolutionäre Psychologe Kevin MacDonald in drei umfangreichen Bücher gründlich herausgearbeitet (1994, 1998). Und die Anti-Defamation-League (ADL) in den USA hat alle umfangreichen Studien, die sie als Antwort auf MacDonalds "Verleudmungen" hat erstellen lassen, seit 15 Jahren nicht veröffentlicht, ganz offensichtlich, um nicht "noch mehr Öl auf das Feuer" zu gießen.

Deshalb gehören beispielsweise auch die aschkenasischen Juden in der heutigen Schweiz nach Forschungen des Religionswissenschaftlers Michael Blume zu den wenigen Bevölkerungsgruppen auf der Nordhalbkugel, in denen wohlhabende und intelligente Menschen überdurchschnittlich - statt unterdurchschnittlich - viele Kinder haben.

Nach dem Jahr 2000, nach der vollständigen Sequenzierung des menschlichen Genoms, mußte aber bald vielen wissenschaftsnahen Menschen, insbesondere auch innerhalb des aschkenasischen Judentums, klar werden, daß man sich wissenschaftlich unglaubwürdig macht, wenn man angeborene Begabungsunterschiede zwischen Menschen und Völker weiterhin so einheitlich und starr einer größeren Öffentlichkeit gegenüber verleugnet, wie das Jahrzehnte lang seit 1945 praktiziert worden ist. Auch die Diskussion rund um Thilo Sarrazin hat in diesem Umstand ihre tieferen Ursprünge. Und wir werden noch viele solchartiger Diskussionen in der Zukunft erleben. Daß man in derartigen Diskussionen künftig eine differenziertere Haltung einnehmen müsse, als sich bloß auf den überholten Humangenetiker Richard Lewontin zu berufen, ist also wissenschaftsnahen Kreisen innerhalb des aschkenasischen Judentums noch viel früher bewußt geworden, als vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen.

Abraham Foxman, Leiter der ADL

Und deshalb waren es auch viele aschkenasische Juden, die zu den ersten gehörten, die die Erkenntnisse der modernen Humangenetik über angeborene Begabungsunterschiede zwischen Gruppen, in "wohldosierter" Form 2005 der Öffentlichkeit bekannt gegeben haben. (Am 2. Juni 2005 durch je einen Artikel in der "New York Times" und im "Economist" [1, 2].) Und die dieselben seithier kontinuierlich in der Öffentlichkeit thematisieren, allerdings selten so stark in den Brennpunkt gestellt, wie dies an einigen Stellen während der Sarrazin-Debatte letzten Herbst geschah. 

Es wäre an der Zeit, daß wir unsere Ausarbeitung aus dem Jahr 2006 über unsere damaligen Beobachtungen und Recherchen einmal - außer der schon ins Netz gestellten Literaturliste "200.000 Jahre Humanevolution" auch als darstellenden Text - vollständig im Netz zugänglich machen würden. Darin werden unter anderem recht eindeutige Aussagen von Abraham Foxman (ADL) und anderen führenden Persönlichkeiten des amerikanischen Judentums aus dem Sommer und Herbst 2005 zitiert (Teddy Koch, Deborah Lippstadt und andere, ja sogar Robert Misik in der TAZ), die hier klar eine neue, der Öffentlichkeit gegenüber zu vertretene Linie vorgegeben haben. 

Nämlich daß man nicht mehr so einheitlich wie bisher genetische Gruppenunterschiede beim Menschen gegenüber einer größeren Öffentlichkeit leugnen dürfe.

Wiederbelebung eines völkischen Okkultismus durch die modernen Erkenntnisse der Humangenetik?

Soweit unser Erkenntnisstand bis zu der eingangs genannten Kritik. Im Nachdenken über diese Kritik wurde uns nun zusätzlich klar: Die Zusammenhänge sind ja noch viel weitreichender.

Im Zusammenhang mit ihrer Sexualmagie sind Okkultisten und Satanisten ständig mit der Fortpflanzung beschäftigt. Es ist da ständig von "Erblinien" die Rede, vom "Blut", von "reiner Rasse", vom rituellen Zeugen von Kindern, ja, sogar von gegenwärtig in Australien bestehenden "breeding farms" etc.. Aber noch viel mehr: In einen früheren Beitrag ("Breeding farms", Freimaurerei, Satanismus und SS ...), in dem wir unter anderem die NS-Organisation "Lebensborn" behandelten, haben wir gerade noch einen Absatz nachgetragen, nämlich den folgenden:
Man kann wohl davon ausgehen, daß fast alle Autoren des völkischen Okkultismus, die etwas über "Runenmagie" veröffentlicht haben, sich auch für den Rasse-Züchtungsgedanken jenseits der bürgerlichen Ehe ausgesprochen haben. Der bürgerlichen Ehe steht ja ein Satanist wie Eugen Grosche sowieso in äußerstem Maße distanziert gegenüber. Da ist dann die Rede von "Züchtungsehen" und ähnlichem. Man sehe sich darauf einmal Okkult-Autoren wie Paul Köthner oder Kurt Pahlke (genannt Weisshaar), Rudolf John Gorsleben oder dann ja schließlich auch Heinrich Himmler an. Es wäre sicherlich wertvoll, darüber einmal einen systematischeren Überblick zu erarbeiten, falls dieser nicht schon irgendwo vorliegt.
Es ist wohl wichtig, sich klar zu machen: Als der Rassegedanke nach Charles Darwin das erste mal vorherrschend wurde im völkischen Denken, wurde er nicht vornehmlich und vordergründig - wie heute - durch das aschkenasische Judentum thematisiert und moderiert, sondern: durch Okkultorganisationen. Sie haben ihn etwaig magisch "gebannt" und in ihre verrückten, enthumanisierenden Wahnsinnswege "umgeleitet". Das ist doch der Grundzug der Geschichte des Dritten Reiches.

Zu diesem Zweck wurde doch, so kann man annehmen, zu einem großen Teil diese ganze völkische Freimaurerei und dieser ganze völkische Okkultismus aufgezogen. Denn auffälligerweise ist von denen ja nach und seit 1945 so gut wie gar nichts mehr zu hören. Was doch ein deutlicher Hinweis auf die "Künstlichkeit" und der Zweckverhaftetheit der Gründung all dieser völkischen Logen ist. (Vielleicht ähnlich künstlich wie die Glaubensbewegung der "Deutschen Christen", von der ja seit 1945 auch so gut wie nichts mehr zu hören gewesen ist.) Natürlich hat auch die Wallstreet geholfen (siehe Anthony C. Sutton und andere), die völkische Bewegung an die politische Macht zu hieven. Aber allein, ohne die Okkultisten, wäre das alles sicherlich ebensowenig jemals geschehen.

Okkulter Rasse-Züchtungsgedanke

Das Hakenkreuz wurde schon 1874 im Siegel der Theosophischen Gesellschaft benutzt. Damals gab es noch gar keine dezidiertere völkische Bewegung. Das Hakenkreuz ist im Wesentlichen ein okkultes Symbol, nichts anderes. (Wie überhaupt der ganze "Runenkult".)

Im renommierten supposé-Verlag: "unsichtbare Intelligenzen"
Und von diesen Umständen her kann ganz zwanglos geschlußfolgert werden, daß jetzt im Augenblick schon in vielen elitären, okkulten Kreisen in der Welt wieder darüber nachgedacht werden wird - gerne auch gefördert von allen möglichen Lobbygruppen, bzw. von der "offiziellen" (sprich "nichtvölkischen") Freimaurerei -, in welcher Form man gegenwärtig oder künftig wieder verstärkt mit Hilfe von völkischen Logen und mit Hilfe von völkischem Okkultismus die politisch Führenden einer etwaigen künftigen "Sarrazin-Bewegung" wird "einfangen" und umleiten können in okkult-satanistische Verbrechen, vergleichbar denen des Alten Testamentes, des Christentums, des Bolschewismus und des Nationalsozialismus. (Sie alle kennzeichnen den "Feind", ihren Feind als zu vernichtenden "Satan". Das ist schon für sich selbst satanisches Denken und kann durch bewußt praktizierten Satanismus nur noch verstärkt werden.)

Aufwärmung von "Welteislehren"?

Man wird hier ganze Arbeitsgruppen unterstellen dürfen, vielleicht ganze Institute, "Thinktanks". Insbesondere auch im Umkreis der Anthroposophen und der Waldorf-Schulen-Lehrer. Weil die alle - wohl - noch unsicher sind, hört man darüber so wenig. (Zum Beispiel wäre eine Aufwärmung von "Welteislehren" wohl untunlich, wie sie merken werden, weil man damit an wissenschaftsnahe Menschen nicht mehr herankommt - aber immerhin, sie versuchen es.) Noch nicht einmal die Atlantis-These von Jürgen Spanuth wird diesen Kreisen okkult und von der Sache her wissenschaftsfern genug sein (zumindest, so weit übersehbar, im deutschsprachigen Raum). Man darf gespannt sein, ob ihnen da noch etwas einfallen wird, was ihnen geeigneter erscheint, um sich an moderne wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse "andocken" zu können. (Der renommierte, auch von uns sonst geschätzte  supposé-Verlag scheint seine Kunden schon einstimmen zu wollen ..., siehe Abbildung rechts.)

Ausstellung, Berlin, 2004
Schon während unserer Recherchen im Jahr 2006 war uns aufgefallen, daß die Kopernikanische humangenetische Wende im naturalistischen Welt- und Menschenbild seit dem Jahr 2000, die Bestätigung von angeborenen Begabungsunterschieden zwischen Gruppen durch die moderne Wissenschaft, der Öffentlichkeit gegenüber in der "New York Times" (1) und im "Economist" (2) an einem kabbalistischen Jahwehtag verkündet worden ist, nämlich am 2.6.2005, Quersumme des Datums gleich Jahweh (siehe Abbildung links; a, b, c, d). Da hat man schon einen ersten Ansatz für diesen ganzen Okkultismus, der ja auch im Judentum mit seiner Kabbala, also gerne auch unter atheistischen Juden, eine große Rolle spielt. Und auf dieser Linie wird schon gegenwärtig viel liegen und vielleicht noch viel mehr kommen.

Es werden künftig wieder vermehrt Leute auftreten, die den "Züchtungsgedanken" in irgendwie "okkulter" Weise vertreten werden, zumal in den geistigen Eliten weltweit, und gar nicht einmal groß vor der Öffentlichkeit, sondern vornehmlich als "Geheimwissen".

2.6.2005 - Quersumme des Datums gleich Jahweh

Es wäre gut zu wissen, wie das alles beim ersten "Einfangen" und "Umleiten" - intensiviert nach 1918 - abgelaufen ist, um so in ungefähr eine Vorstellung zu bekommen, was man da künftig zu erwarten hat. Es ist da viel mehr Unvernunft zu erwarten, als man es sowohl unmittelbar nach Charles Darwin, als auch unmittelbar nach der vollständigen Sequenzierung des menschlichen Genoms jeweils für möglich gehalten hätte als "naiver" unbedarfter, wissenschaftsnaher, sprich (hoffentlich!) weitgehend "nichtokkulter" Mensch.

Insofern ist die gegenwärtige Arbeit hier auf dem Blog (ohne daß uns das bislang bewußt war) eine übergangslose Fortsetzung jener Ausarbeitungen über die moderne Humangenetik und Evolutionäre Anthropologie, die wir 2006 anfertigten (s. Manuskript "200.000 Jahre Humanevolution"). Auch hinter der Thematisierung von Thilo Sarrazin durch "Spiegel", "Bild" und "Bertelsmann" muß also nicht nur so allzu deutlich eine solche Lobby-Gruppe wie das aschkenasische Judentum stehen (verkörpert etwa in Israels Botschafter in Deutschland Yoram Ben-Zeev und anderen, hier auf dem Blog schon Genannten, etwa Henry M. Broder, Ralph Giordano, André Herzberg, Yoav Sapir, Edo Medicks). Sondern es wird sinnvoll sein, westlichen wie östlichen Okkultismus hier als mitantreibend mit in Rechnung zu stellen. (Oft springen konkurrierende Okkultorganisationen auf von anderen angestoßene, fahrende Züge nur noch mit auf.)

Vielleicht wählte die Charlotte Knobloch, als sie so okkult von einem "Schrein des Generals" in Tutzing sprach, sehr bewußt ihre Worte, vielleicht in Vorgriff auf solche künftigen Sektenkämpfe um die Vorherrschaft in einer künftigen, etwaig wiederbelebten völkischen Bewegung. Wer da dann die Andenkenpflege im Haus Ludendorff "vereinnahmen" kann, diesem Ausstrahlungszentrum von okkult-, freimaurer- jesuiten-, ja, Priesterkasten- und Männerorden-kritischem, deutsch-völkischem Antisemitismus, der hat dann vielleicht - aus okkult-magischer Sicht - schon sehr viele magische Kräfte in die eigene Richtung umgeleitet. Und hat sie - damit - dann natürlich auch "eingeebnet" und "gebannt" ...

Dieter Rüggeberg - Okkultist und Anti-Internationaler

Auf all das kamen wir, als wir über ganz andere Dinge (hinzugefügte Anmerkungen [3 - 5] zu einem älteren Blogbeitrag) - wieder einmal - im Netz auf den Dieter Rüggeberg stießen, dessen Aufsatz "Über die Irrlehren der Mathilde Ludendorff" von 2005 von seinen Hintergründen erst dann eingeordnet werden kann, wenn man sich zuvor eine konkretere Vorstellung vom Thema Okkultismus verschafft hat.

Der Dieter Rüggeberg ist Okkultist, ist Anthroposoph und soll politisch sehr weit rechts stehen, soll "Holocaust-Leugner" sein, soll auch behaupten, die Welt wäre von Okkultisten beherrscht, die hinter den Jesuiten, den Freimaurern und dem israelischen "Geheimvatikan" stehen - und anderes mehr. Also er steht sehr deutlich in der Tradition der von uns hier auf dem Blog gerade aufgearbeiteten völkischen Okkultisten, die "deutsche" weiße Magie gegen "internationale" schwarze Magie setzen wollten - und möglicherweise immer noch wollen. Es gibt Fotos im Netz von ihm, wo er als Schüler indischer Weisheitslehrer abgebildet ist. Solche Leute wie Rüggeberg erscheinen einem auf den ersten Blick geradezu prädistiniert dazu, künftig wieder mehr Einfluß auf das politische Leben - etwa einer "Sarrazin-Bewegung" auszuüben. Er denkt - behauptet vorbehaltlich genauerer Recherchen - scheinbar so ähnlich, wie man auch im Umfeld von Thule-, Germanen-, Herren- und Templer-Orden und -Logen gedacht hat und denkt.

Und ein "Schleierwelten-Verlag" in Wiek auf Föhr, der offenbar einem enger zu definierenden politisch rechtsstehenden Lager gar nicht einmal zuzuordnen ist, verlegt dennoch solche vorgeblich abseitigen okkult-völkischen Schriften wie "VRIL: Die kosmische Urkraft - Wiedergeburt von Atlantis", die 1930 eine "Reichsarbeitsgemeinschaft 'Das kommende Deutschland'" herausgegeben hatte, und die als eines der wenigen handfesten geschichtlichen Zeugnisse gilt für das Bestehen jener angeblich so einflußreichen internationalen, magisch-rituellen, streng geheimen "Vril-Gesellschaft", von der im vorigen Beitrag die Rede gewesen war, und in der ein Friedrich Hielscher einen ziemlich großen Einfluß ausgeübt haben soll.

Freimaurer - beschuldigt des Landesverrates

Hoffentlich muß ein künftiger Geschichtsablauf nicht ein zweites mal "beweisen", daß solche satanistisch-elitären Okkultorganisationen politisch einflußreich sein können. Auch um solche Möglichkeiten frühzeitig im Blick zu haben, werden wir weitere Beiträge zur Thematik erarbeiten. Etwa über den okkulten Hochgradfreimaurer, sowie Organisator und "geistigen Vater" zahlreicher völkischer Okkultlogen der 1920er Jahre: jenen "höchsterleuchteten" Bruder Paul Köthner (siehe: 3), der seinen eigenen Landesgroßmeister der "Großen Landesloge von Deutschland", einen Grafen Dohna, in aller Öffentlichkeit des Landesverrates beschuldigte. Der ihm also genau das vorwarf - kurze Zeit später aufgegriffen von solchen Freimaurerkritikern wie Erich Ludendorff - was während des Zweiten Weltkrieges in so umfangreichem Maße weiter betrieben worden ist in den deutschen Führungseliten in West und Ost von Gehlen über Speidel bis Alexis von Roenne.

___________________

  1. Wade, Nicholas. "Researchers Say Intelligence and Diseases May Be Linked in Ashkenazic Genes", The New York Times, June 3, 2005 [umdatiert, tatsächlisches Erscheinen war wie im Economist der 2.6.2005]
  2. The evolution of intelligence. Natural genius? Jun 2nd 2005, From The Economist print edition
  3. Wegener, Franz: Weishaar und der Geheimbund der Guoten. Ariosophie und Kabbala. Kulturförderverein Ruhrg, 2005 (Google Bücher)
  4. Encausse, Gérard: Wie ich Okkultist wurde. Notizen einer intellektuellen Autobiographie. [1888 ?] Im Netz veröffentlicht von  Dieter Rüggeberg. (Zu Rüggeberg, einem umfassend Okkultgläubigen und Anhänger Rudolf Steiners, der zugleich Bücher über allseitig okkulte Hintergründe der weltweiten Geheimpolitik schreibt, siehe auch: Esowatch; siehe auch: 5)
  5. Rüggeberg, Dieter: Über die Irrlehren der Mathilde Ludendorff. Rüggeberg-Verlag, Wuppertal 2005 (freies pdf.)

Freitag, 31. Dezember 2010

Sarrazin für Anfänger - Schlüsseltexte

Sarrazin für Anfänger: Schlüsseltexte (chronologisch)

Sarrazin - "Eine völlig neue politische Debatte ..."

Daß eine solche Debatte kommen mußte, wie jene, die im Frühherbst 2010 durch Thilo Sarrazin zumindest in der Sache angestoßen worden ist, bzw. daß ein solches "Geschichtszeichen", wie Norbert Bolz damals sagte, gegeben werden würde, daß auf den "Paradigmenwechsel", wie ihn Frank Schirrmacher nannte, irgendwann jemand öffentlichkeitswirksamer hinweisen würde - früher oder später -, das ist diesem Blog 2006 klar geworden. Und er befaßt sich deshalb spätestens seit 2006 mit den diesbezüglichen wissenschaftlichen und bioethischen Fragen. Sie sind letztlich Ausfluß der Überbrückung des "Wissenschaftsgrabens" zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, der schon lange von Denkern wie Edward O. Wilson vorausgesehen worden ist (vgl. "Einheit des Wissens").

Nämlich, wie Frank Schirrmacher gleich zum Beginn der Sarrazin-Debatte feststellte ("Ein fataler Irrweg", FAZ, 30.8.10):
... eine völlig neue politische Debatte (...), die im Kern biologisch und nicht kulturell argumentiert.
Dazu ist natürlich zu präzisieren, um Mißverständnisse auszuschließen: Die im Kern nicht mehr nur kulturell argumentiert, sondern unser Wissen um die biologische Bedingtheit aller menschlichen Kultur in vollem Umfang auch bei politischen Entscheidungen und bei der Gestaltung von gesellschaftlichen Stimmungen mitberücksichtigt.




Frank Schirrmacher hat recht: In mancherlei Hinsicht wird dieser Paradigmenwechsel "atemberaubende" Folgen haben. Und es ist in unsere Verantwortung gelegt, ob sich daraus atemberaubend positive oder atemberaubende negative Folgen ergeben werden.

[In diesem Beitrag wird dokumentiert, was bislang - vom Herbst 2010 - bis 18. April 2014 - in der rechten Randleiste des Blogs "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" eingestellt war. Da jetzt dort neue Themen und Debatten dazukommen - etwa alles rund um die Montagsdemos von Lars Mährholz ("Friedensbewegung 2.0", von Kritikern auch "Völkische Friedensbewegung" genannt) - wird dieser Teil nun als allgemeiner Blogbeitrag eingestellt.]

Samstag, 13. November 2010

Ist "Political Incorrect" WIRKLICH "politisch unkorrekt"?

Wer heute nicht im Kern naturalistisch argumentiert, ist letztlich schon "Mainstream"

Wieder ist ein sehr lesenwerter Artikel von Andreas Müller, dem Germanistik-Studenten, erschienen. Also von einem jener heute noch so raren Germanistik-Studenten oder gar Germanisten, die auch anthropologisches Denken aus dem ff beherrschen:

Christentum als Kultur

derautor | 12. November 2010 at 19:07 | Kategorien: Religionskritik, Wissenschaft | URL: http://wp.me/puoS7-1EQ
The Christian Delusion ist ein neues Buch, in dem sich Wissenschaftler aus den Bereichen Anthropologie, Bibelforschung, Geschichte, Philosophie und Psychologie an das Projekt wagen, das Christentum sowohl zu widerlegen, als auch zu erklären. Es bietet faszinierende Einblicke und einige Beiträge sollen hier näher vorgestellt werden.
Im ersten Beitrag befasst sich der Anthropologe David Eller mit dem Christentum als Kultur.




Warum ist ein solches Beherrschen von anthropologischem Denken auch für Geisteswissenschaftler  und politisch Denkende und Handelnde heute so wichtig? Weil nur "das Ganze" "die Wahrheit" ist, wie schon der Philosoph Hegel sagte. Allerdings wissen das viele Leute auch schon ganz ohne und unabhängig von der Hegel'schen Philosophie, etwa Leute wie der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson ("Einheit des Wissens"). Einseitig geisteswissenschaftlich oder einseitig naturwissenschaftlich zu denken, bringt einen geistig, kulturell - und sogar politisch - auf schiefe Ebenen.

Jacob Grimm, der revolutionäre Begründer der Germanistik, der große deutsche Demokrat und Patriot, wäre mit dieser Erkenntnis heute seiner Zeit ebensoweit voraus wie er zu seiner Zeit der Zeit voraus war bei der Begründung des Faches Germanistik.

"Die Evolution scheint eines Ihrer Lieblingsthemen zu sein." - Grund zur Verwunderung?

Die Deutschen waren Jahrhunderte lang das "geisteswissenschaftlich" (metaphysisch) denkende Volk schlechthin. Das ist einer der Gründe, warum das naturwissenschaftliche Denken bei den deutschen Gebildeten so viele Schwierigkeiten hat oder warum Gebildete in Deutschland sich so wundern und einem schreiben:

"Die Evolution scheint eines Ihrer Lieblingsthemen zu sein."

Man kann es eher rätselhaft finden, wenn es einen gebildeten, noch dazu naturverbundenen Menschen heute in der Welt gibt, für den die Evolution nicht eines der Lieblingsthemen ist. Wenn Naturwissenschaft nicht so viel "abstrakter" wäre als etwa ein Gedicht von Josef von Eichendorf, würden die Deutschen das viel schneller kapieren. Aber abstraktes Denken - nunja! Da braucht man Motivationen, die viele Deutsche nicht haben. Weil es die Deutschen lieber "konkret" haben, "handgreiflich", wenn es ihnen niemand dichtet. Aber unsere Welt ist abstrakt. Die moderne Physik, die am Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland formuliert wurde, zeigt auf, daß es Bereiche in unserer Welt gibt, in der die Wirklichkeit nicht mehr mit unserem "Alltagsverstand" voll nachvollzogen werden kann.

Aber auch sonst: Wo geschieht denn geistig heute sonst noch so viel Neues wie auf dem Gebiet der Evolutionsforschung (und der Kosmologie)? Überall sonst wird doch nur schon Durchgekautes ein vierhunderstes mal erneut durchgekaut. Was hätte Sarrazin für ein langweiliges, staubtrockenes Buch geschrieben, wenn er sich nicht von den Naturwissenschaften, insbesondere von Edward O. Wilson hätte geistig befruchten lassen? Alle hätten ihm dann zugestimmt und gesagt: "Das meinen wir ja letztlich auch ... Schön, daß es einer mal unumwunden sagt." Kirsten Heisig stimmen doch heute auch alle zu.

Aber "der Biologismus", der ist der große Gegner, um dessentwillen Leute heute Arbeitsplätze verlieren und aus Parteien ausgeschlossen werden sollen. Und Goethe sagt:

"Ich will mich nicht bereden lassen,
macht mir den Teufel nur nicht zu klein,
ein Kerl, den alle Leute hassen,
der muß was sein."

Also der Biologismus.

"Political Incorrect" ...
Gerade bekommen wir noch folgende Zuschrift:

Seht mal: das Sarrazin-Heft der Sezession wird bei PI direkt in einem Artikel beworben: http://www.pi-news.net/2010/11/sarrazin-die-zweite-welle/#more-163562

Daran schließen sich noch folgende Gedanken an: Wenn auf einer Seite wie "Political Incorrect" - mit 50.000 Besuchern täglich - Lobbyismus für das naturalistische Menschenbild gemacht würde, dann wäre das aufsehenerregend. Das ist aber hier nicht der Fall. Zum Beispiel Suchworte wie "Genetik" oder "Intelligenzforschung" bringen gar keine oder nur ein ziemlich mageres Ergebnis. Auch hier sind also wenn dann andere Lobbyisten am Werk als jene, denen ein naturalistisches Menschenbild zentral - oder wenigstens nur: wichtig - wäre. 

Die Stellung zum naturalistischen Menschenbild ist heute ein sehr guter Prüfstein für die gesamte Medienlandschaft geworden.

Und hier kann man sogar noch weitergehen: Eine Seite wie Seite von PI muß einem schon heute fast wie Mainstream vorkommen. Das gilt übrigens für jedes Publikationsorgan, das nicht dezidiert - wie Thilo Sarrazin - im Kern naturalistisch argumentiert. Die politischen (und religiösen!) Eliten in Deutschland betonen derzeit so sehr das christliche Menschenbild, weil sie sehen, von woher Gefahr droht: vom "Biologismus", vom naturalistischen Menschenbild.

Eine neue Facebook-Gruppe

Deshalb wurde gestern auch einmal einfach des Spaßes halber eine neue Facebook-Gruppe gegründet:

Jedenfalls kann man nur allen Lesern raten aufzupassen, daß sie nicht selbst "Mainstream" werden. Eine linke, fortschrittliche oder eine rechtskonservative Partei, ja sogar eine Familienpartei jenseits aller Links-Rechts-Schemata, die nicht im Kern naturalistisch argumentieren, sind dadurch daß Thilo Sarrazin nicht Mainstream ist, selbst zum Mainstream geworden. Egal wie populistisch oder im besten Sinne reformerisch sie sich auch sonst geben würden. Sie würden die notwendige Wende (sprich evolutionäre Anpassung) nicht bewirken, sondern günstigstenfalls bloß solche "geistig-moralischen Wenden" wie jene hohle 1982 verkündete, man erinnert sich: Helmut Kohl, verachteten Angedenkens.

Donnerstag, 11. November 2010

"Deutschland schafft sich ab"-Debatte: Mainzer Humangenetiker mischen sich ein

Das naturalistische Argument gewinnt an Bedeutung in der Sarrazin-Debatte

Ein neues Forschungsergebnis verdienter Mainzer Humangenetiker zur genetischen Herkunft der ersten Bauern Europas wird von den Forschern selbst in den Zusammenhang der Sarrazin-Debatte gestellt (PLoS Biology 1, 2, Uni-Mainz.de, Telepolis). (Weitere deutschsprachige Berichte: a, b, c.)

Das Forschungsergebnis muß man sich zunächst einmal genau anschauen. Es ist zunächst nur eine einzelne Studie. Die Bandkeramiker gingen nach den archäologischen Befunden (wie schon oft auf unseren Blogs behandelt) aus einer Flaschenhalspopulation am Neusiedler See hervor, wo sich zuvor von Süden ausbreitende Neolithiker mit einheimischen Mesolithikern vermischten. Sie waren also wahrscheinlich etwas humangenetisch Neues, nicht einfach nur eine vorderorientalische "Kopie". Zumal auch ihre ganze Lebensweise - etwa die Hausbauform des einzeln oder in Weilern gruppierten Langhauses - Jahrtausende lang bis heute etwas typisch Mitteleuropäisches darstellt, nicht etwas typisch Orientalisches.

Irre ist es aber nun auf jeden Fall, was die Forscher aus einem so vereinzelten Forschungsergebnis an Folgerungen für die gegenwärtige "Deutschland schafft sich ab"-Debatte ableiten. Nämlich daß es Zuwanderung aus dem Vorderen Orient immer schon gegeben hätte, und daß man sich heute nicht so haben sollte.

Das ist natürlich eine "naturalistische Schlußfolgerung", was nicht per se ein Fehlschluß sein muß (wie früher oftmals unterstellt, um sich mit dem naturalistischen Menschenbild erst gar nicht auseinandersetzen zu müssen). Allerdings kann eine solche naturalistische Einwanderungs-Befürwortungs-Argumentation dieser Forscher früher oder später dann natürlich auch einmal nach hinten los gehen, so wie das schon mit "Lewontin's Fehlschluß" der Fall war: Denn was ist, wenn die nächste Studie zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt?

Wir werden uns die Studie jedenfalls noch genau anzuschauen haben (---> schon geschehen). Schön auf jeden Fall, daß die Forscher ihrem sicherlich bislang von vielen Menschen als abseitig empfundenem Forschungsgebiet durch die Bezüge zu aktuellen Debatten neue Relevanz verleihen: Nieder mit den Elfenbeintürmen um das naturalistische Welt- und Menschenbild!

Mittwoch, 10. November 2010

Hört Angela Merkel doch auf Thilo Sarrazin?

Hört Angela Merkel nun - so durch die Hintertür verkündet - doch auf Thilo Sarrazin, jenen, den sie noch vor wenigen Wochen so heftig verdammte? Oder wie soll man das deuten, was man gegenwärtig auf dem Videoportal der deutschen Bundesregierung findet (Bundesregierung.de)? Nämlich einen Film benannt "Angekommen" von einem Herrn Levi Salomon. (Hinweis über  einen Facebook-Eintrag von Yoav Sapir.)

Wie soll man das Vorhandensein dieses kurzen, zehnminütigen Videos auf dem Videoportal der Bundesregierung einordnen? Frau Merkel wird doch wissen, zumindestens verantworten müssen, was da auf ihrem Videoportal alles veröffentlicht wird?

Ein Rabbiner Ben Chorim gibt in diesem Video von Minute 6'10 bis 4'18 so in Grobform die Argumentation des Aufsatzes "Natural History of Ashkenazi Intelligence" aus dem Jahr 2005 wieder. Eine Argumentation, die nicht nur Wissenschaftler wie Steven Pinker positiv kommentiert haben, sondern die auch im Hintergrund von Thilo Sarrazin's Buch und von öffentlichen Äußerungen steht, nach denen er die Zuwanderung osteuropäischer Juden nach Deutschland befürworten würde.

Es ist sicherlich interessant, wie sich in diesem kurzen Video sozusagen die "Speerspitze" der Intelligenzevolution der Menschheit, nämlich die Bevölkerungsgruppe der aschkenasischen Juden in Deutschland, diesmal vornehmlich zugezogen aus Rußland, der deutschen Öffentlichkeit präsentiert. Selten wohl wurden der deutschen Öffentlichkeit die Intelligenzbegabungen der aschkenasischen Juden so deutlich, quasi unverhüllt vor Augen geführt. Und selten wohl wurde so für sie "geworben".

Das paßt alles ganz gut zu den Interpretationen, die hier auf dem Blog schon gegeben worden sind (etwa: 1, 2), bzw. erweitert den gegebenen Interpretationsrahmen. Es paßt etwa auch gut zu der Tatsache, daß der israelische Botschafter in Berlin verschiedene deutsche Politiker dahingehend beriet, die Sarrazin-Debatte offen zu führen und sie nicht zu tabuisieren (1). Offensichtlich wird dieses Vorgehen, seit man die Bücher Kevin MacDonald's nicht mehr wissenschaftlich zu widerlegen versucht,  als "gut für Israel" und für das jüdische Volk angesehen.

_______________
2. Bading, Ingo: Keine Weltgeschichte ohne Verschwörungen. Auf: GA-j!, 9.11.2010

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Große Ehre!

Der bislang inhaltlich bedeutendste Beitrag zur Sarrazin-Debatte

Dieser Blog hat die Ehre, den bislang besten und bedeutendsten wissenschaftlichen Sachbeitrag zur Sarrazin-Debatte (1) der Netzgemeinde verfügbar machen zu können (--> Academia.edu). Es handelt sich um einen Aufsatz des Anthropologen und Historikers Andreas Vonderach (Bild rechts) (a, b). Dieser neue Aufsatz ergänzt und erweitert die von ihm in letzter Zeit erschienenen Netzbeiträge (2 - 5) noch einmal bedeutend.

In diesem neuen Aufsatz kommt der Paradigmenwechsel hinter den naturwissenschaftlichen Sachargumenten von Thilo Sarrazin in jener Breite und Dichte zur Darstellung, wie das bislang zumindest in deutscher Sprache noch an keiner anderen Stelle geschehen ist, wie das aber allein als dem Gegenstand angemessen erachtet werden kann.

Solche Aufsätze sollten jetzt eigentlich in der FAZ, in der "Zeit", im "Focus" oder im "Spiegel" erscheinen, damit Gelegenheit gegeben wird, die von Thilo Sarrazin angestoßene wissenschaftliche Sachdebatte niveauvoll fortführen zu können. Und zwar eben nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft, wo sie sowieso schon seit Jahrzehnten stattfindet. Insbesondere Menschen wie Frank Schirrmacher möchte man diesen oder ähnliche Aufsätze dringend ans Herz legen.

Wichtige Aspekte dieses Paradigmenwechsels hinsichtlich des Themas "Are we still evolving?", bzw. des Themas "Jüngste Selektionsereignisse im menschlichen Genom", sind übrigens von fast allen großen Tages- und Wochenzeitungen in den letzten Jahren immer wieder einmal aufgegriffen worden (Beispiel: Focus, 31.1.2006).

________________________________________________

  1. Vonderach, Andreas: Die Sache mit den Genen. In: Sezession, Sonderheft Sarrazin, Herbst 2010
  2. Vonderach, Andreas: Der „Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland“ (VBiO) hat grundlegende genetische Zusammenhänge falsch verstanden. Auf: Sezession im Netz, 6.9.2010
  3. Vonderach, Andreas: Sind Verhalten und Intelligenz genetisch begründbar? (Präzisierung zu Äußerungen Sarrazins). Auf: Sezession im Netz, 2.9.2010
  4. Vonderach, Andreas: Haben Völker eine genetische Identität? (Präzisierung zu Sarrazins Äußerung). Sezession im Netz, 30.8.2010
  5. Vonderach, Andreas: Herausforderung Soziobiologie. In: Sezession, Februar 2009

Freitag, 8. Oktober 2010

Sarrazin und etwaige gruppenevolutionäre Strategien des intelligentesten Volkes auf Erden - heute

Auf dem Blog "Feuerbringer, Aufklärung 2.0" hat Andreas Müller gestern abend folgende Grafik veröffentlicht und erläutert:
Zu dieser Grafik haben wir dort eben gerade kommentiert:
Kevin MacDonald hätte mit dieser Grafik keine Probleme.
Wozu dienen Ideologien, politische Strategien, Religionen? Sind die innersten Antriebskräfte derselben – so wie Jahrzehntausende in der Humanevolution – etwa ethnozentrische oder quasi-ethnozentrische Interessen?
Dieser Möglichkeit gehen Soziobiologen wie Kevin MacDonald, David Sloan Wilon und andere nach.
MacDonald etwa interpretiert viele moderne westliche Strategien nicht zuletzt als gruppenevolutionäre Strategien des intelligentesten Volkes auf Erden, um ALS Minderheit in Mehrheitsgesellschaften und eben ALS diese intelligenteste Population über viele Jahrhunderte hin überleben zu können, und um dazu ethnozentrische Strategien anderer Völker zu unterlaufen. Diese Strategie würde dann sehr flexibel, anpassungsfähig, ja, „weise“ verfolgt werden.
Und TEIL dieser Flexibilität und Weisheit könnte es neuerdings auch sein, daß der Zentralrat der Juden in Deutschland nicht gegen „Spiegel“ und „Bild“ wettert, weil sie mit Sarrazin ein neues Thema in der öffentlichen Auseinandersetzung ganz oben angesiedelt haben (quasi dem Establishment eine Diskussion aufgezwungen haben, die es selbst gar nicht führen will), und daß der israelische Botschafter und zahlreiche jüdische Intellektuelle neuerdings sagen, Sarrazin dürfe man nicht tabuisieren.
So ähnlich argumentierten 2006 auch die „Anti-Defamation League“ und viele jüdische Intellektuelle in den USA in einer bemerkenswerten, überraschenden Wendung, als in der „New York Times“ und im „Economist“ dem Erscheinen des Aufsatzes „Natural History of Ashkenazi Intelligence“ eine überdurchschnittliche öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
2010 und 2006 VÖLLIG andere öffentliche Reaktionen als die Reaktionen auf das Erscheinen von „The Bell Curve“ im Jahr 1994. Das scheint auf großer Intelligenz zu beruhen.
- - - Und was geschah zwischen 1994 und 2006, bzw. 2010? Die "Mondlandung" in der modernen Humangenetik. Die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms und der Paradigmenwechsel, der sich daraus ergeben hat und noch weiter ergeben wird.
Jüdische, der Naturwissenschaft nahestehende Intellektuelle wie Steven Pinker, Marek Kohn, ja, im deutschsprachigen Raum sogar Robert Misik (TAZ) haben auf diesen Paradigmenwechsel quasi „in Echtzeit“ reagiert, während die große Mehrheit der sonstigen Intellektuellen noch mit sonnigem Gemüt im Tiefschlaf liegt. (Frank Schirrmacher freilich hat schon unruhige Träume und wälzt sich im Schlaf …)
Stephan J. Kramer, Zentralrat der Juden

Diese Worte seien hier noch kurz mit einigen Literaturnachweisen untermauert (1 - 5). Wie schon gesagt, hat der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, keineswegs gegen die Bildzeitung oder gegen den Spiegel gewettert. Und es wurde zumeist bislang übersehen, daß sich Kramer schon am 17. September (auch) auf Sachargumentation in der Sarrazin-Debatte eingelassen hat, und zwar nicht auf die allerdümmste Weise (4):
Wenn beispielsweise die Araber vom Schicksal mit einem so niedrigen Entwicklungsstand geschlagen wären, wie Sarrazin erkannt zu haben glaubt (gemeint ist hier: genetisch mitbestimmten), hätten sie vor eintausend Jahren keine blühende Zivilisation mit hoch entwickelter Wissenschaft und Philosophie entwickelt, von deren Früchten die angeblich überlegene Zivilisation Europas bis heute zehrt.
Solche Fragen sind es in der Tat, die bislang von der Intelligenzforschung noch nicht ausreichend haben geklärt werden können. Da ist die Forschung mitten im Fluß. Und Kramer geht sogar noch weiter, wenn er sagt:
Gewiss, Genetik ist ein interessantes und legitimes Gebiet der Wissenschaft.
Und:
Es ist legitim, nach einer Erklärung für die Tatsache zu suchen, dass Juden in vielen Ländern zu den erfolgreicheren Bevölkerungsgruppen gehören.
Yoram Ben-Zeev, israelischer Botschafter

Seine Quintessenz, daß Sarrazin alles "plump" aufs Erbgut reduzieren würde, ist demgegenüber gar nicht mehr von so großer Wichtigkeit. - Als noch viel bedeutender aber wird man einschätzen müssen, was zwei Tage später der israelische Botschafter in Deutschland Yoram Ben-Zeev sagte (5):
Allerdings bin ich schon erstaunt darüber, wie heftig diese Auseinandersetzung geführt wird. Offenbar hat Sarrazin ein Thema getroffen, das den Menschen hier auf der Seele brennt. Seine Aussagen sind provozierend, aber auch interessant.
Auch er spricht nicht darüber, daß eine solche Debatte erst einmal durch Zeitungen wie den "Spiegel" und "Bild" sehr bewußt "gesetzt" werden müssen. Oft sind die Dinge, über die nicht gesprochen wird, die interessantesten. Man wird vielleicht so weit gehen können zu sagen: Wenn "Spiegel" und "Bild" auch nur ansatzweise hätten erwarten können oder müssen, daß der israelische Botschafter oder der Generalsekretär des Zentralrats auf ihre Themensetzungen schärfer reagieren würden, als sie es hier getan haben, daß sie dann diese Themen gar nicht erst gesetzt hätten. Man darf also wohl schon zumindest schweigende Übereinkünfte im Vorfeld voraussetzen.*)

Ja, der israelische Botschafter geht sogar noch weiter. Er gibt deutschen Politikern sogar Ratschläge, auf die sie doch sonst immer so gerne hören - warum ausgerechnet diesmal nicht?:
Ich habe mich darüber mit SPD-Chef Sigmar Gabriel unterhalten. Auch mit Hannelore Kraft, der Ministerpräsidentin von NRW. Das waren interessante Gespräche. Ich will da keine Empfehlung abgeben, das steht mir nicht zu. Ich kann nur betonen: Ein Klima offener Debatte ist die beste gesellschaftliche Medizin.
Andere jüdische Intellektuelle, die fordern, man dürfe Sarrazin nicht tabuisieren, bzw., die sagen, ein Mann wie Sarrazin wäre in Israel einer der letzten, der dort tabuisiert würde, sind - ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Henry M. Broder, Ralph Giordano, André Herzberg, Yoav Sapir, Edo Medicks (1).

Hans-Ulrich Wehler

Daß sich unter solchen Umständen dann auch Hans-Ulrich Wehler herbeiläßt und die Debatte begrüßt (6 - 8), ist dann schon kaum noch verwunderlich. Fehlt ja nur noch unser herzallerliebster Staatsphilosoph Jürgen Habermas. Aber der muß wohl seit er den Peter Sloterdijk wegen seines "Menschenparkes" so hart angefahren hat, in der Schmollecke sitzen bleiben, wenn er wenigstens einigermaßen glaubwürdig bleiben will. (Am Vergleich der Menschenpark-Diskussion von 1997 mit der heutigen Sarrazin-Debatte wird übrigens gut deutlich, was sich zwischenzeitlich schon verändert hat.)

Nachtrag: Von ähnlichen Leuten können aber auch sehr unterschiedliche Dinge geäußert werden (s. Yoav Sapir).

__________________

*) Kai Diekmann könnte angelegentlich irgendeines sonstigen Gespräches angedeutet haben: "Wir werden Auszüge des neuen Sarrazin-Buches im Vorabdruck bringen, bin mal gespannt, was dabei herauskommt." - Und er könnte als Antwort erhalten haben: "Naja, wenn euch sonst weiter nichts einfällt ..." Und das könnte ihm schon gereicht haben als Antwort und Ermutigung.

1. Waldrich, Hans-Peter: Israel: Großes Lob für Sarrazin! der freitag, 30.8.2010
2. Noll, Chaim: Grundwissen des Judentums. In: FAZ, 3.9.2010 (auch: hier)
3. Felizitas Küble: Jüdische Schriftsteller nehmen Sarrazin in Schutz. Israel Info Presse, 8.9.2010
4. Kramer, Stephan J.: Vorsicht, Rassismus. Versuche, Völker durch ihr Erbgut zu „erklären“, sind ein gefährlicher Wahn. In: Zukunft, 10. Jahrgang Nr. 9 / 17. September 2010
5. Jan-Eric Peters und Claus Christian Malzahn: Der israelische Botschafter stärkt Thilo Sarrazin. In: Welt am Sonntag, 19. September 2010
6. Kaube, Jürgen: Wehler verteidigt Sarrazin. Parteiausschluss undenkbar. In: FAZ, 8.10.2010
7. Im Gespräch: Hans-Ulrich Wehler Sarrazin und die Bildungskatastophe. In: FAZ, 9.10.2010
8. Wehler, Hans-Ulrich: Ein Buch trifft ins Schwarze. In: Die Zeit, 9.10.2010

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