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Sonntag, 1. Dezember 2024

Hoch effizient arbeitende Geheimdienste stellen sich als Versager dar ...

Seit Bismarck wissen wir, daß es für Politiker bei Ausbruch eines Krieges wichtig ist, wer von der Öffentlichkeit als Angreifer und wer als Verteidiger wahrgenommen wird (Stichwort "Emser Depesche").

Abb. 1: Ansicht der Stadt Gaza 1850 - Lithographie von C. W. M. van de Velde (1818-1898) (Arch)

Die Wahrnehmung eines Geschehens ist in den meisten Fällen viel wichtiger als das, was tatsächlich geschieht. So werden Verteidigungskriege in Angriffskriege umgemünzt und umgekehrt. Letztlich stellt sich immer die Frage: Wem nützt dieser Krieg? Cui bono?

Der Gazastreifen ist von allen Seiten militärisch abgeriegelt. Er sollte eigentlich entmilitarisiert sein. Trotzdem ist er bis an die Zähne bewaffnet. Wie kann das sein?

Eine hoch effizient arbeitende militärische Überwachungs-Maschinerie hat wieder und wieder "leichtfertig" statt hoch effizient gearbeitet. Denn es ging ja nur um das Leben israelischer Mitbürger, da kann man schon mal "leichtfertig" sein. Wir lesen (Tagesschau2/2024):

Doch wie war es möglich, daß die Hamas im Gazastreifen, der jahrelang von Israel und Ägypten weitgehend abgeriegelt wurde, solch ein Waffenarsenal aufbauen konnte? Yehoshua Kalisky, Waffenexperte beim sicherheitspolitischen Think Tank INSS in Tel Aviv klärt auf, daß es unterschiedliche Wege dafür gab. Einer davon war Schmuggel: "Ein Großteil des Schmuggels über das Meer erfolgte mit Hilfe der Fischer. Israel ging zu leichtfertig mit den Fischern um, sie wurden nicht ausreichend kontrolliert. Sie schmuggelten die Waffen", sagt Kalisky. ... 

Hocheffizient "leichtfertig" gearbeitet, möchte man sagen. Unter Inkaufnahme des Lebens israelischer Mitbürger. 

Auf Wikipedia lesen wir außerdem über "Die Geheimdienstliche Lagebeurteilung im Vorfeld" des 7. Oktober 2023 (Wiki):

Die Überwachung der Hamas wurde seit der Regierungsübernahme Netanjahus 2022 weitgehend zurückgestellt, der Fokus der Geheimdienste wurde von der Hamas abgezogen.

Das macht wirklich Sinn. Oder? Und weiter:

Die für Überwachung der Funkkanäle der Hamas zuständige Einheit des Geheimdienstes Schin Bet war ein Jahr vor den Anschlägen eingestellt worden.

Das macht noch mehr Sinn. Oder? Und weiter:

Von Netanyahu ausgehend wurde die Hamas nicht weiter aktiv bekämpft, um diese als nützlichen Gegenspieler zur Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland zu halten.

Als nützlichen Gegenspieler. Das ist dann schon frivol und markiert die eigentliche Zielrichtung. Man braucht immer "nützliche Gegenspieler". Und weiter:

Bereits 2022 lag israelischen Behörden unter dem Codenamen 'Jericho-Mauer' ein Dokument vor, das bis ins Detail den Angriffsplan beschrieb. Militär- und Geheimdienstexperten glaubten allerdings, daß es für die Hamas zu anspruchsvoll und schwierig wäre, ihn umzusetzen.

Na klar. Wenn man es ihr schwer gemacht hätte, wäre es auch zu anspruchsvoll und schwierig gewesen. Gewiß. Aber es geht ja nur um das Leben israelischer Mitbürger und um das Leben von Ausländern in Israel. Da braucht man solche Pläne nicht ernst nehmen als hoch gerüsteter, ansonsten bestens vorbereiteter Staat, der voller Stolz auf seine Armee und seine Geheimdienste blickt. Und weiter:

Weibliche Angehörige der 'Überwachungseinheiten' der israelischen Armee (tatzpitaniyot), die von vielen als die 'Augen der Armee' bezeichnet werden, berichteten Monate und Wochen vor dem Terrorangriff von auffälligen Übungen und Aktivitäten der Hamas am Grenzzaun, die nach ihrer Ansicht auf einen Angriff hindeuteten. Eine Analystin stellte fest, daß das Training dem 'Jericho-Mauer'-Dokument sehr nahe komme, und informierte einen Befehlshaber der Gaza-Einheit, der jedoch abwarten wollte.

Klar. Abwarten ist gut:

Berichten zufolge soll Israel durch Abbas Kamel, Chef des ägyptischen General Intelligence Service, Tage vor den Anschlägen vor verdächtigen Aktivitäten der Hamas gewarnt worden sein. (...) Bestätigung erhielt die Einschätzung von Michael McCaul, dem Vorsitzenden des United States House Committee on Foreign Affairs, im Rahmen einer geheimdienstlichen Unterrichtung von führenden Mitgliedern des US-Kongresses. Hinweise auf bevorstehende Angriffe kamen auch von US-Geheimdiensten, die mindestens zwei Einschätzungen erstellten und die Regierung Biden vor einem erhöhten Risiko eines palästinensisch-israelischen Konflikts in den Wochen vor dem Angriff warnten. In einer Aktualisierung vom 28. September wurde auf der Grundlage mehrerer Geheimdienstinformationen davor gewarnt, daß die Terrorgruppe Hamas bereit sei, ihre Raketenangriffe über die Grenze hinweg zu verstärken. Eine Mitteilung der CIA vom 5. Oktober warnte allgemein vor der zunehmenden Möglichkeit von Gewalt durch die Hamas. Am 6. Oktober, dem Tag vor dem Anschlag, berichteten US-Beamte dann konkret von ungewöhnlichen Aktivitäten der Hamas.

Und so weiter und so fort. Wenn etwas stattfinden soll, finden Geheimdienste Wege, daß es stattfindet. Und sei es, indem sie sich öffentlich als "leichtfertig" und als Versager hinstellen. 

Dienstag, 20. Dezember 2022

"Der Mansfeld kommt!"

- Geheimregie hinter dem Ablauf des Dreißigjährigen Krieges?
Das Wirken des Graf Ernst von Mansfeld (1580-1626) - Ermöglichte es erst das In-Gang-Halten dieses Krieges, der womöglich sonst bald "eingeschlafen" wäre, zum Schaden der katholischen Sache?
- Betrieb er auf Seiten der Protestanten Verrat im Dienste der Rekatholisierung Europas?*)

"Der Mansfeld kommt" war ein Schreckensruf der Menschen des Dreißigjährigen Krieges. Er ist von Hermann Löns in seinem Roman "Der Werwolf" im Jahr 1910 aufgegriffen worden (Wiki). In diesem sehr nah an der historischen Wirklichkeit sich bewegenden Roman finden sich alle Schrecken des Dreißigjährigen Krieges wieder. Wer aber war dieser "Mansfeld"? Haben sich die Historiker das schon ausreichend klar gemacht?

Wer sich mit der Geheimgeschichte der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts beschäftigt hat, ausgiebig beschäftigt hat (was hier auf dem Blog in vielen Beiträgen geschehen ist), der ist schon längst zu dem Schluß gekommen, daß es eine geheime Regie hinter den Kulissen gab, die - über die Beschlüsse der befehlshabenden Generäle hinweg - den Verlauf der Kriege so zu lenken wußte, daß es zum Vorteil dieser Geheimregenten war und der Vervollkommnung ihrer Machtstellung in den Völkern diente und daß es zum Nachteil aller kriegführenden Völker selbst war. Gemeinhin werden diese Kräfte Freimaurer und Jesuiten genannt, womit klar ist, daß sie einen nicht geringen Teil ihres Fanatismus und ihres wohl organisierten satanistischen Handelns aus der mosaischen Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch beziehen.

Abb. 1: Der furchtbare Dreißigjährige Krieg

Diese Geheimregie des 20. Jahrhunderts war darauf angelegt, die Kriege in die Länge zu ziehen und sie nicht schnell enden zu lassen. In einem aufwühlenden Dokument aus dem Jahr 1937 hat genau dies der amerikanische Präsidentenberater William C. Bullit auch unverhüllt und wörtlich so ausgesprochen. 

Nennen wir hier nur einige wichtigere Eckpunkte in dieser geheimen Regie: Das "Wunder an der Marne" verhinderte ein schnelles Ende 1914 im Westen, die Schlacht bei Tannenberg verhinderte - durch die überraschende Berufung Ludendorffs zum Befehlshaber in Ostpreußen - ein schnelles Ende im Osten. Falkenhayn verhinderte mit seiner "Zermürbungstaktik" ein schnelles Ende im Osten 1915 und als Ludendorff 1916 zur OHL berufen wurde, ging es erneut darum, den Krieg zu verlängern, denn er hätte sonst schon 1916 allzu leicht mit einer deutschen Niederlage enden können und die bolschewistische Revolution in Rußland hätte dann nicht so leicht siegen können wie sie gesiegt hat.

Und so ähnlich läßt sich auch die Geschichte des Zweiten Weltkrieges erzählen. Frankreich kapitulierte überraschend schnell 1940. Ähnlich viele andere europäische Länder. England wurde in Dünkirchen geschont. Gibraltar wurde nicht von den Deutschen eingenommen (dank der "hervorragenden" Arbeit des Herrn Canaris). Die Murmanskbahn wurde niemals eingenommen, wodurch die entscheidende materielle Untestützung der Kriegsführung der Sowjetunion durch die USA immer gesichert blieb. Die Invasion in der Normandie 1944 wurde ermöglicht, der Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte 1944 wurde ermöglicht, jeweils durch falsche Meldungen und "Aufklärungen" der Abteilungen "Fremde Heere Ost" (Reinhard Gehlen) und "Fremde Heere West" (Alexis von Roenne), beides Abteilungen, die durch den Admiral Canaris aufgebaut worden waren. Wir brechen ab. Diese Geschichtsvorgänge sind alle längst verstanden. Und viel zu furchtbar, um ruhig bei ihnen bleiben zu können. Geheimregie durch Personalpolitik, Geheimregie durch "Wissensgefälle".

Georg Wolmar von Fahrensbach in Kurland - 1610 bis 1620

Wer in all diese Vorgänge tiefe Blicke geworfen hat, muß aufmerken, wenn er auf eine solche merkwürdige Biographie aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stößt wie die des Georg Wolmar von Fahrensbach (1586-1633) (Wiki), dessen Agieren in Kurland und gegen Riga schon zwischen 1610 und 1620 unglaublich aufwühlend nachzuvollziehen ist und viele, viele Fragen aufwirft, weil alles, was man hier erfährt, einfach nur verwirrend und verstörend ist. Im Auftrag der Jesuiten hat dieser Mann immer wieder unter persönlicher Lebensgefahr Unruhe gestiftet in Kurland und gegen Riga, damit der polnische König und die Jesuiten die protestantischen Herzöge von Kurland und das protestantische Riga "bei den Haaren kriegen" konnten, wie sich Fahrensbach auszudrücken beliebte gegenüber einem, den er dabei zur Mitarbeit gewinnen wollte (Seraphim 1893). Es ging um haarsträubende Provokationen zu Handlungen, die die beteiligten Protestanten ins Unrecht setzten, die sie zum Beispiel Morde begehen lassen sollten (tatsächlich oder nur angeblich), aufgrund deren sie dann vom katholischen Polen aus mit Krieg überzogen werden konnten, mit einem Krieg, der dem polnischen, von Jesuiten beratenen König schließlich die schwedische Königskrone bringen sollte. 

Aufgrund insbesondere der festen Haltung des protestantischen Riga und des protestantischen Schweden sollte Fahrensbach bis 1620 vergleichsweise wenig Erfolge in den genannten Ostseeländern mit seinem Agieren haben und dort nur üblen Gestank hinter sich zurück lassen (Preußen2022). 

Wir sehen ihn aber nach 1621 in ganz anderen Zusammenhängen erneut auftreten und agieren. Konnte er das innere Wesen seines Handelns in seinem nachherigen Leben so stark ändern, jenes Wesen, daß sich schon in Kurland so überaus deutlich gezeigt hatte und das doch immer einmal wieder auch später ganz und gar unverhüllt und boshaft wieder zum Vorschein kommen sollte? Offenbar doch nicht. Wie aber ist dann all das viele "bunte", chamäleonartige Handeln und Leben dieses Georg Wolmar von Fahrensbach zwischen 1621 und 1633 insgesamt einzuordnen? Und wie ist von daher eine womöglich bestehende Geheimregie hinter dem Ablauf des Dreißigjährigen Krieges überhaupt anzunehmen und zu deuten?

.... Und der Graf Mansfeld?

Wenn man nun im weiteren auf die für den Verlauf der ersten Phase des Dreißigjhrigen Krieges so wichtige Biographie des Grafen Ernst von Mansfeld (1580-1626) (Wiki, ADB) stößt, so gelangt man zu einer ersten Ahnung davon, daß in dieser Biographie grundsätzlich ähnliche Handlungsmuster vorliegen könnten wie bei dem Agieren des Georg Wolmar von Fahrensbach.

Beide Biographien erscheinen den Historikern immer und immer wieder so, daß sie an verschiedenen Stellen Worte benutzen wie "unberechenbar", "unbegreiflich". Beide scheinen ihre Religionszugehörigkeit ihr Leben lang in der Schwebe gehalten zu haben. So konnten sie bezüglich derselben jederzeit ihre Farbe wechseln wie ein Chamäleon. Beide genossen das Vertrauen führender protestantischer Fürsten und Könige. Beide starben als Katholiken, nachdem ihnen die Beichte abgenommen worden war. Will man eigentlich noch mehr wissen? Ist das nicht alles schon genug "Muster"? Unter dem Vorwand, "Protestant" zu sein und der protestantischen Sache zu dienen, haben sie der katholischen Sache gedient? Was wäre dran an einer solchen Vermutung, an einer solchen Unterstellung? Nur Humbug?

Sind wir denn etwa die ersten, die das so klar und eindeutig sehen? Eine so klare, deutliche Kennzeichnung und Deutung zu den Leben beider Personen finden wir sonst in der Literatur bislang jedenfalls nicht. Auch nicht in der kritischsten (Ludendorff 1929). Das soll uns aber nicht beirren, die Dinge endlich einmal zu Ende zu denken und zu verfolgen. Am nächsten unserer Einschätzung kommen aber die folgenden Worte auf Wikipedia (Wiki):

Auch die Bezeichnung als protestantischer Heerführer ist fragwürdig, weil er nach 1610 seine wahre Konfession geschickt verbarg, sich nirgends erkennbar von konfessionellen Motiven hat bestimmen lassen und im übrigen später auch katholischen Mächten diente.

Ist damit nicht eigentlich schon alles gesagt? Graf Mansfeld stammte aus einer katholischen Familie in Luxemburg. Er ist katholisch erzogen worden. 1610 ist er zum Protestantismus übergetreten, hat aber vor seinem Tod sich die Beichte abnehmen lassen und ist katholisch gestorben wie berichtet wird. (Wobei die Berichte über seinen Tod insgesamt als "legendär" gelten. Ob er überhaupt so gestorben ist wie berichtet wird, scheint nicht sicher zu sein. War seine Rolle womöglich einfach nur "ausgespielt"? Und hat er womöglich unter anderem Namen in anderen Zusammenhängen weiter gelebt? Das sind Fragen, die sich uns jedenfalls stellen.) Graf Mansfeld scheint jedenfalls ein Obergauner nach dem Buche gewesen zu sein (Wiki):

An der Schlacht am Weißen Berge nahm er nicht persönlich teil, wofür er 100.000 Gulden aus der gegnerischen Kasse erhielt. 

Was will man eigentlich noch mehr hören? Ist damit nicht das ganze Leben dieses Menschen genug gekennzeichnet? Wie soll man eine solche Person noch als einen überzeugungstreuen Parteigänger der protstantischen Sache erachten, der sich für die Nichtbeteiligung an dieser für die Protestanten so entscheidenden, so vernichtenden Schlacht des Jahres 1620 100.000 Gulden aus der gegnerischen Kasse hat bezahlen lassen? Deutlicher geht es doch gar nicht. Natürlich wird diese Tatsache erst heute auf Wikipedia erwähnt. Offenbar war sie nur den wenigsten Zeitgenossen bekannt und ebensowenig vergleichsweise kritischen Historikern im Jahr 1884 (ADB). Ohne diese Tatsache konnte man womöglich noch zu keinem so klaren Urteil über das Wesen dieses Grafen Mansfeld kommen wie das mit Wissen um diesen Vorgang möglich geworden ist. 

Planlos und ziellos

Wie kann man da glauben, daß nicht genau dies der Grundzug seines ganzen Lebens? Der Sache nach nur einer einzigen Partei zu nutzen, nämlich der katholischen, nach außen hin aber sich als Vertreter der protestantischen Sache auszugeben. Das ganze militärische Handeln rund um Mansfeld nach der Schlacht am Weißen Berg mutet planlos und ziellos an. Es konnte nur darauf ausgelegt sein, den Krieg am Laufen zu halten, ihn zu verlängern, um so Handhaben zu haben, um auch Norddeutschland weiter in Unruhe zu versetzen und katholisieren zu können, wobei aber zugleich entscheidende Niederlagen der katholischen Seite zu verhindern waren und wobei zugleich die protestantischen Länder, durch die Mansfeld's Söldner zogen und aus denen sie lebten, sehr tüchtig ausgeplündert werden konnten. Ist das das Muster?

Graf Mansfeld hat an mehreren Stellen die Möglichkeit zu entscheidenden Niederlagen für die katholische Sache nicht ausgenutzt oder sie gar - um es deutlicher auszudrücken: bewußt hintertrieben und sabotiert. Indem wir diesbezüglich noch einiges ähnliche aus den Jahren davor übergehen, lesen wir dann etwa zu dem Jahr 1621 so klare und deutliche Worte wie diese (ADB):

Anstatt (...) zu entscheidenden, vernichtenden Schlägen (...) überzugehen und schließlich einen ehrenvollen Frieden zu diktiren, begnügte sich Mansfeld damit, Erzherzog Leopold und dessen Straßburger Bistum mit Krieg zu überziehen und nächstdem den Verhandlungen wieder Gehör zu schenken, (...) welche den kühnen Parteigänger noch viel unberechenbarer, ja unbegreiflicher erscheinen lassen als zuvor!

Er zog den Krieg also auf einen Nebenkriegsschauplatz, verhinderte entscheidende Schläge auf dem Hauptkriegsschauplatz und verhielt sich dann auch noch in überraschenden Unterhandlungen mit der katholischen Partei als "unberechenbar", "unbegreiflich", zumindest aus Sicht der protestantischen Sache. Man fragt sich angesichts solcher Wortwahl, warum bisher scheinbar kein einziger Historiker klar und deutlich genug die Meinung scheint vertreten zu haben, daß Mansfeld schlicht und einfach immer und durchgehend um katholischer Interessen willen gehandelt hat als Geheimagent auf protestantischer Seite - so wie Georg Wolmar von Fahrensbach und so wie vielleicht - bei genauerem Hinschauen - noch so manch anderes "liebevolle" Persönchen der damaligen Zeitenläufte. (Wobei ja eigentlich nur an den katholischen Minister des calvinistischen Kurfürsten von Brandenburg erinnert werden muß, um deutlich zu machen, daß auf dieser Linie allerhand an Abstrustitäten möglich war.)

Auch über die Schlacht bei Wimpfen 1622 gegen Tilly lesen wir dann wieder (ADB):

Denn nur wenige Tage später trug Tilly einen glänzenden Sieg über die vereinigten badischen Truppen (gegen 20,000 Mann) bei Wimpfen davon, da Mansfeld sich erst in der letzten Stunde dazu entschloß, die beiden, bei seinem Korps befindlichen Herzöge Wilhelm und Bernhard von Sachsen-Weimar mit zwei Regimentern Infanterie und 2000 Reitern zum Markgrafen stoßen und an jenem verhängnißvollen Kampfe Anteil nehmen zu lassen.

Zwischen solchem Handeln mußte Mansfeld natürlich auch immer wieder "glänzende Siege" gegen die katholische Partei erringen, sonst wäre seine Maske womöglich doch zu stark verrutscht. Womöglich sind diese aber nur zugelassen worden, damit die protestantischen Fürsten und die protestantische Welt ihm weiterhin Vertrauen entgegen bringen konnten. Ein ähnliches Muster sehen wir ja ebenfalls bei Fahrensbach.

Scheinbar scheint es immer wieder gelungen zu sein, andere für verantwortlich erklären zu können für das, was Mansfeld selbst dann aber der Sache nach tat, so etwa bei der außerordenlich üblen Plünderung Ostfrieslands 1623, das als Handelskonkurenz von England, Frankreich und der Niederlande galt, die aber doch nicht wollen konnten, daß ein protestantischer Landstrich so übel ausgeplündert wurde ([ADB]: "die Feder sträubt sich").

"... wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben" - 1626

Über die Jahre 1624 bis 1626 berichtet der Historiker wieder über ihm völlig Unverständliches (ADB):

Er scheint schon damals den Plan entworfen zu haben, den Krieg wieder in des Kaisers Erblande zu spielen, sich den Weg bis nach Ungarn zu bahnen und Bethlen Gabor dort die Hand zu reichen. Warum er dies (...) nicht ins Werk setzte, warum er es vorzog, das gefährliche Wagestück zu unternehmen, die feindlichen Stellungen an der Dessauer Brücke zu stürmen, wird wohl auf immer ein Rätsel bleiben. - Hier hatte Wallenstein (...) einen starken Brückenkopf auf dem rechten Elbufer errichtet (...). Anstatt nun seine Streitkräfte (...) direkt nach Schlesien, Böhmen und Innerösterreich zu führen, die Schrecken des Kriegs in die kaiserlichen Erbstaaten zu tragen, zog er es vor, seine Kampfmittel an einem Punkte aufs Spiel zu setzen, wo Wallenstein alle Vorteile des Bodens (...) für sich hatte und eine unglückliche Fügung, ein Zufall gleichsam, ihm den blutigen, teuer errungenen Lorbeer wieder aus den Händen riß.

Wenn man Mansfeld als jesuitischen Geheimagenten erachtet, bleibt hier gar nichts mehr ein Rätsel. Aber freilich wäre dann die Truppenführung des Mansfeld auch als außerordentlich verbrecherisch zu bezeichnen. Er hätte seine Truppen dann bewußt und mit Absicht in eine blutige Niederlage hinein geführt. Aber da er schon so viele andere Schlechtigkeiten begangen hatte - warum sollte man ihm diese dann nicht auch noch zutrauen?

Der planlos wirkende Zug nach Schlesien - 1626

Sein ganzer Zug nach Schlesien im Jahr 1626 hat irgendwie das Aussehen von Planlosigkeit und Ziellosigkeit. Der Zug endete im Nichts, zog aber Schlesien - wie zuvor viele Länder Norddeutschlands: Ostfriesland, Lüneburg, Brandenburg - in den Krieg mit hinein und ermöglichte es so der katholischen Seite, gegen die Protestanten in Schlesien vorzugehen, die zu den Fahnen Mansfelds geeilt waren.

Der Historiker Julius Krebs schildert 1886 (2), wie Wallenstein es seit Herbst 1625 immer fest im Auge behielt, welche Pläne Mansfeld verfolgte, und daß man sich schon früh Sorgen machte, er könne von Niedersachen über Brandenburg aus in das protestantische Schlesien einbrechen, wo er aufgrund des protestantischen Glaubens als - vorgeblich - protestantischer Heerführer viel Unterstützung finden würde, und wo ihm Bethlen Gabor von Ungarn her entgegen ziehen konnte. Und in einer Geschichte der Herzogtümer Troppau und Jägerndorf (Österreichisch-Schlesien) von 1874 lesen wir die bezeichnenden Worte für die Zeit zwischen 1621 und 1626 (Gottlieb Biermann: Geschichte der Herzogthümer Troppau und Jägerndorf, 1874, S. 523f, GB):

Man fand es jedoch noch nicht an der Zeit, die sogenannte Gegenreformation im Troppauischen, für dessen protestantische Bevölkerung der Kurfürst von Sachsen intervenierte, schon jetzt durchzuführen. (...) Mansfeld's Einfall in Schlesien bot die heiß ersehnte Gelegenheit, auf welche die in Wien alles vermögende Jesuitenpartei längst schon ungeduldig harrte, um sich des lästigen Akkords zu entledigen.

Gemeint ist hier der Dresdner Akkord von 1621 (Wiki), laut dem die katholische Partei sich noch Zügel auferlegen mußte was ihre Pläne der Gegenreformation betraf. Was für bezeichnende Worte hier der Historiker Gottlieb Biermann (1828-1901) (Wiki) wählt. heute nennt man so etwas "Agent provokateur". 

Mansfeld brach also nun am 10. Juli 1626 von Havelberg aus nach Schlesien auf. Die Regimenter zogen unter seiner eigenen Führung und unter der Führung des Herzogs Johann Ernst (1594-1626) (Wiki) auf parallelen Wegen über Kyritz, Fehrbellin, Kremmen, Spandau, Oranienburg und trafen sich in Frankfurt an der Oder (Krebs). Dort setzten sie über die Oder und zogen weiter durch Schlesien. Ziel war ihre Vereinigung mit Bethlen Gabor in Oberschlesien. Am 12. August wurde Mansfeld Teschen ohne Gegenwehr übergeben, am gleichen Tag dem Herzog Johann Ernst Troppau. Wir lesen über den weiteren Verlauf (ADB):

Herzog Johann Ernst unterwarf fast ganz Schlesien, Mansfeld drang nach Ungarn vor. Ihm folgte Wallenstein, die Generale Schlick und Serini wurden gegen Johann Ernst gesandt. Letzterer aber wußte nicht nur sich gegen sie zu behaupten, sondern schlug sie entscheidend. Nach diesem glücklichen Erfolge teilte der Herzog sein Heer, ließ die eine Hälfte als Besatzung in Schlesien zurück, die andere sandte er nach Mähren, wo er verschiedene wichtigere Plätze unterwarf. Währenddem war dem Grafen Mansfeld eine Vereinigung mit Bethlen Gabor gelungen; die Truppen, die er aus Deutschland mitgebracht, unterstellte er dem Siebenbürger. Auch mit den Türken trat man in Verhandlung. Aber während hier sich eine neue Gefahr für den habsburgischen Staat zu bilden schien, gelang es dem Kaiser, Gabor zur Untätigkeit zu veranlassen. Mansfeld fand in diesen Tagen unerwarteter Weise den Tod. 

Auf dem Weg über Dalmatien nach Venedig, wo Mansfeld Geld für neue Truppen aufbringen wollte, ist er in der Nähe von Sarajewo am 29. November 1626 einen "geheimnisvollen Tod" gestorben. Und (Wiki):

Kurz vor seinem Tod ließ er sich von einem katholischen Priester die Beichte abnehmen.

Er hatte maßgeblich dazu beigetragen, daß der Krieg über 1621 und 1623 hinaus verlängert worden war. So heißt es auf Wikipedia. Und  er starb als Katholik. Und er hat die protestantischen Länder überall, wohin er gekommen war, geplündert und übel mitgenommen zurück gelassen. "Der Mansfeld kommt," galt als Schreckenswort in protestantischen Ländern. Wahrlich "Heldentaten" - aber wofür? 

Während Mansfeld in Ungarn unter ging, vollzog sich auch das Schicksal der vorwiegend dänischen Truppen in Schlesien (ADB):

Wallenstein mußte zunächst nach Schlesien vordringen und der Kaiser gedachte endlich die Acht gegen den Herzog (Johann Ernst) zu verhängen. Der Fürst schien verloren. In seiner großen Not entschloß er sich, des Kaisers Gnade und Verzeihung zu erbitten und verhandelte mit Landgraf Georg von Hessen-Darmstadt über Interzession am Wiener Hofe. Wilhelm, Johann Ernst’s Bruder, bemühte sich eifrig für ihn, schrieb an den Kaiser wegen Aufschub der Achtserklärung und erbot sich, Boten an den Herzog zu senden, um die Unterwerfung herbeizuführen. Ferdinand ging auf diese Vorschläge ein und versprach, wenn der Herzog sofort die habsburgischen Erblande räumen würde, mit der Acht nicht vorgehen zu wollen. Aber Johann Ernst konnte sich zur Räumung des besetzten Gebietes nicht entschließen: er ließ die Truppen in den okkupierten Städten und drang an der Spitze des größten Teiles seines Heeres nach Ungarn - da, als sich alles zu einer Katastrophe vorzubereiten schien, hat den Herzog unvermutet der Tod hingerafft. Der Genuß einer ungaren Speise warf ihn aufs Krankenbett, ein unbesonnener Versuch, sich durch Gewaltmittel zu kurieren, verschlimmerte das Übel, das am 4. Dezember 1626 zu St. Martin in Ungarn seinem Leben ein Ziel setzte.

Johann Ernst war erst 31 Jahre alt. Mansfeld war 46 Jahre alt als er starb. Was für ein erschütterndes und zugleich sinnloses Geschehen. Was hatte dieser ganze Zug nach Schlesien überhaupt für einen Sinn gehabt? Man spürt aus den Berichten nicht heraus, daß die Macht Habsburgs sich durch diesen Zug wirklich gefährdet gefühlt hat. 

Flüche als Nachrufe

Das Urteil der Historiker über Mansfeld lautet einigermaßen einhellig (NDB):

Die außerordentliche Verrohung des Kriegswesens während des 30jährigen Krieges bleibt mit seinem Namen verbunden.

Und (Wiki):

Er trug aus persönlichen Gründen wesentlich dazu bei, die Reichswirren über die Zäsuren von 1620/21 und 1623 hinaus zu verlängern und zu einem europäischen Krieg auszuweiten.

Es fällt einem also mehr schwer, mit wohlwollenden Gedanken an diesen furchtbaren Truppenführer zurück zu denken. Eine finnische Studie aus dem Jahr 2011 ordnet das Handeln des Grafen Mansfeld unter die Thematik der "assymetrischen Kriegsführung" (Wiki) ein. In der Zusammenfassung ihrer Ergebnisse heißt es (Bäckström 2011, S. 83f):

Die Zeichen symmetrischer Kriegsführung, als da sind klare politische Ziele und der Vorsatz, Entscheidungsschlachten führen zu wollen, waren auffallend abwesend in Mansfeld's Kriegsführung.
The signifiers of symmetrical warfare, the clear political goals and the disposition to engage in decisive battles of annihilation, were conspicuously absent from Mansfeld’s warfare.

Was für verräterische Sätze. Und der Autor schreibt weiter über Wallenstein (Bäckström 2011, S. 83f):

Seine Übernahme und Verfeinerung von Mansfeld's assymetrischen Methoden halfen dem Kaiser alle Flammen des Widerstandes in Deutschland bis zum Ende des Jahres 1629 zu ersticken.
His adoption and refinement of Mansfeld’s asymmetrical methods had helped the Emperor to smother all flames of resistance in Germany by the end of 1629.

Wir furchtbar das alles, wenn es wahr wäre. Unter der Fahne des Protestantismus hätte dann ein katholischer Feldherr eine barbarische Kriegsführung in Europa eingeführt, die dann die katholische Seite als "Nachahmung" übernehmen konnte, die aber womöglich sie selbst zuvor erst eingeführt hatte.

Was für ein Erbe und Andenken der Graf Mansfeld in solchen Worten der Nachwelt hinterlassen hat! Wird hier nicht klar genug gesagt, daß Mansfeld die Wallenstein'schen Rekatholisierung in Norddeutschland - der Sache nach - vorbereitet hat? Erst mit dem Auftreten Gustaf Adolfs von Schweden ab 1629 kam es wieder zu einer "symmetrischen Kriegsführung", allerdings nun auf den Linien, die zuvor von Mansfeld und Wallenstein vorgegeben worden waren. Mit seinem Vormarsch war die Macht der Katholiken in Wien erstmals wirklich ernsthaft gefährdet. 

Zumal eine Verständigung zwischen Gustav Adolf und dem hervorragenden protestantischen Staatsmann, Feldherrn und Kulturförderer Bethlen Gabor in Ungarn immer näher gerückt war. Da starb ganz "überraschend" Bethlen Gabor am 15. November 1629 mit 49 Jahren mitten in seinen weitausschauenden Plänen zur Übernahme der polnischen Königskrone mit Hilfe des polnischen protestantischen Adels. Vor einem Bündnis Gustav Adolfs von Schweden mit Bethlen Gabor in Siebenbürgen wäre Habsburg militärisch unweigerlich in die Knie gegangen. Aber auch ohne Bethlen Gabor blieb Gustav Adolf gefährlich genug für die Habsburger in Wien.

Und da kam dann - unter anderem - der Georg Wolmar von Fahrensbach zum Zuge und ins Spiel. Als Regimentsführer bei der Verteidigung von Frankfurt an der Oder und der Festung Ingolstadt sollte er wesentliche "Heldentaten" für die katholische Seite erbringen, ohne daß ihm die katholische Seite das jemals wirklich ausdrücklich gedankt hätte (ebensowenig wie sie es nach außen hin gegenüber Mansfeld hat tun können). Sonst hätte das viel zu viele Blicke erlaubt in die Geheimregie hinter dem Dreißigjährigen Krieg. 

Und so mancher überzeugte Katholik hätte sich mit Abscheu abgewandt von solchen Methoden der Kriegsführung, die - um "höherer Ziele willen" - bereit war, Verrat an den eigenen Kameraden zu begehen und sie dem Feind auszuliefern.

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*) Teil 6 der Beitragsreihe: "Minen hört man und Geschütz / täglich dumpf erdröhnen" - Im Kampf für die evangelische Freiheit - Einblicke in das Leben der Deutschen des baltischen Adels und der Bürgerschaft des 17. Jahrhunderts in Livland und Kurland. Vorige Beiträge: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5.

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  1. „Mansfeld, Ernest Graf zu“ von Ludwig Graf Uetterodt zu Scharfenberg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 222-232, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mansfeld,_Peter_Ernst_II._F%C3%BCrst_von&oldid=- (Version vom 20. Dezember 2022, 03:40 Uhr UTC)
  2. Krebs, Julius: Schlesien in den Jahren 1626 und 1627. In: Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens. 1. Bis zu Manfeds Zug, Band 20, 1886, S. 1-32 (GB); 2. Manfeld's Zug durch Schlesien, Band 21, S. 116-148 (GB); 3. Der Einmarsch der Herzogs von Friedland, 4. Die Forschritte der Dänen und Mansfelder bis Ende 1626, Band 25, S. 124-184; 5. Die Winterquartiere der Kaiserlichen, 6. Vordringen des Feindes in Oberschlesien und Aufmarsch der kaiserl. Regimenter (Jan. - Juni 1627) Bd. 27, 1894, S. 150-203 (GB); 7. Wallensteins Feldzug in Oberschlesien, Bd. 28, S. 147-178 (GB)
  3. Seraphim, Ernst: Der Kurländer Wolmar Farensbach. Ein Parteigänger und Verräter des 17. Jahrhunderts. Nach archivalischen Quellen. In: Seraphim, Ernst und August: Aus der Kurländischen Vergangenheit. Bilder und Gestalten des siebzehnten Jahrhunderts. Stuttgart 1893, S. 9-152 (GB)
  4. Ludendorff, Erich und Mathilde: Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende. Ludendorffs Verlag, München 1929 (Archiv)
  5. Heinisch, Reinhard R., "Mansfeld, Peter Ernst II. Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 80-81 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119338882.html#ndbcontent 
  6. Olli Bäckström: The German Military Entrepreneur Ernst von Mansfeld and His Conduct of Asymmetrical Warfare in the Thirty Years War, 2011 (pdf)

Samstag, 9. April 2022

"Ich könnte mich in ein apokalyptisches Monster verwandeln"

Vor drei Jahren erst hat er die Welt vor dieser Möglichkeit gewarnt - der ukrainische Oligarch Kolomoisky

Im November 2019 warnte der ukranische Oligarch Ihor Kolomoisky (geb. 1963) (Wiki) (1):

"Ich könnte mich in jenes apokalyptische Monster verwandeln, das die ganze Welt in mir sieht."

Ob das nicht doch freundliche Worte von politisch einflußreichen Leuten der heutigen Zeit sind? Dieser Oligarch finanzierte die Produktion der ukrainischen Fernseh-Serie "Diener des Volkes", die Wolodymyr Selenski (geb. 1978) (Wiki) bekannt gemacht hat und die ihn schließlich zum Präsidenten der Ukraine gemacht hat.

Er finanzierte auch mindestens einen Teil der Truppen, die seit 2013 im Donbas die "freie" Welt gegen einen Schurkenstaat verteidigt.

Dürer - Die apokalyptischen Reiter

Und diese zitierten Worte vom "apokalyptischen Monster" erschienen am 13. November 2019 in keiner geringeren Zeitung als in der "New York Times". Und zwar als Abschluß eines langen Artikels über den politischen und militärischen Einfluß Kolomoisky's in der Ukraine (1). Es gab - soweit uns bekannt - niemals einen Aufschrei in der Welt um solcher Äußerungen willen. Ob es dafür seit "Ausbruch" des "großen" Ukraine-Krieges Anfang 2022 nicht doch Anlaß gäbe?

Wie selbstverständlich wurde erwähnt, daß dieser Oligarch der "Patron" des ukrainischen Präsidenten Selenski wäre. "Patron" klingt ähnlich wie das Wort vom "Bauern", als der der Herr Selenski in das politische Schachspiel von Herrn Kosomolskij hinein gebracht worden sei und wie es sich so selbstverständlich auch auf Wikipedia benutzt findet (Wiki). Daß ein solcher Einfluß, ein solches "Patronat", ein solches "Schachspiel" .... 

.... NullkommanullkommanullkommaNichts .....

... mit Demokratie zu tun hat, es scheint niemanden mehr zu interessieren. Solche Leute verteidigen die "freie Welt" gegen den bösen Schurkenstaat Rußland. Was für eine Verhöhnung mutet man uns zu. Was für eine Verhöhnung lassen sich die Gesellschaften auf der Nordhalbkugel gefallen? 

Aber was soll uns der Umstand mangelnder Kritik, mangelnder Empörung über solche Oligarchen in der westlichen Öffentlichkeit eigentlich sagen? Hängen westliche Politiker und Journalisten an denselben Strippen wie ukrainische? Was für ein widersinniger Gedanke. Oder besteht nicht womöglich längst jeder Anlaß, auch die "westlichen Demokratien" als Oligarchien anzusprechen - wie das in den letzten Jahren Oskar Lafontaine immer wieder getan hat?

Die Tatsache, daß Kolomoisky (zumindest einen Teil) jener ukrainischen Truppen finanzierte, die im Donabas seit 2013 Krieg führen, ist ja sicherlich ebenfalls ein so außerordentlich herrlicher Ausdruck von "freier Welt" und von Demokratie in diesem Land. Geradezu ein Ausdruck von Demokratie wie er "im Buche steht". Ein Paradebeispiel.

Und am Ende des Artikels heißt es - man höre zu als der dumme Erdenbürger als der man sich immer mehr und immer wieder erneut vorkommt:

Herr Kolomoisky wies die Berichte über seinen verborgenen Einfluß auf die Regierung Selenski's zurück. Er WARNTE aber, daß er anfangen könnte, an die DARSTELLUNG seiner selbst zu glauben, und daß er die Möglichkeiten hätte, sie in die Wirklichkeit umzusetzen: "Wenn ich mir eine Brille aufsetze und mich selbst anschaue, wie mich der Rest der Welt sieht, dann sehe ich mich selbst als ein Monster, als einen Puppenspieler, als den Drahtzieher Selensky's, als jemand, der apokalyptische Pläne verfolgt," sagte Kolomoisky. "Womöglich könnte  ich einmal damit anfangen, dieses Bild in die Wirklichkeit umzusetzen."
Mr. Kolomoisky rejected the reports about his hidden influence on Mr. Zelensky’s government. But he warned that he was starting to believe that depiction of himself, and that he had the ability to make it come to life. “If I put on glasses and look at myself like the whole rest of the world, I see myself as a monster, as a puppet master, as the master of Zelensky, someone making apocalyptic plans,” Mr. Kolomoisky said. “I can start making this real.” 

So die außerordentlich freundlichen Worte dieses politisch einflußreichen Menschen. 

Die letzten vom Artikelschreiber Anton Troianovski unkommentiert stehen gelassenen Worte auch dieses Artikels.

So viel Menschlichkeit und Menschenliebe steckt in diesen Worten. So viel Freiheitsliebe. So viel Liebe zur Demokratie und zu demokratischen, rechtsstaatlichen Prozessen. Die Welt entwickelt sich immer mehr in die richtige Richtung. Wie uns ja auch Herr Yuval Noah Harari (geb. 1976) (Wiki) verkündet, bezahlt von dem Oligarchen Wiktor Pintschuk (geb. 1960) (Wiki), wenn wir nur eifrig genug die Ukraine verteidigen.

Was für eine Warnung. In einer der angesehensten Tageszeitungen der Welt.

Klassische "Zukunfts-"Romane beschreiben die Vergangenheit

Es kommt einem immer öfter der Gedanke, daß klassische "Zukunfts"-Romane wie "1984" oder "Brave New World" längst in der Vergangenheit spielen, und daß jene Zukunftsromane, die in unserer Zeit geschrieben werden müßten, längst völlig anderer Art zu sein hätten.

Die Gesellschaften auf der Nordhalbkugel sind auf jene Art von Zukunft, die sich in dem derzeitigen Geschehen mehr und mehr andeuten - nämlich auf neue Arten von Dauerkriegszuständen - nicht im geringsten vorbereitet. Worden. Ihnen fehlt jede Form von Möglichkeit, überhaupt zu reagieren. Ihnen ist die Sprache genommen worden. 

Es ist, als wäre Paketklebeband über die Münder aller Menschen geklebt, die noch zu denken und zu urteilen fähig wären. Reden tun in den großen Medien nur noch - aber wirklich: nur noch - die Phrasendrescher. Die Narrative-Erzähler. 

Alle anderen schweigen. 

Man bedenke: Leute wie Oskar Lafontaine, Sarah Wagenknecht oder David Richard Precht gehören zu jenen, die man derzeit in Talkshows am ehesten noch wider den Stachel löcken läßt. Und wie harmlos und - sozusagen - "mäßig engagiert" äußern sie sich. 

Wie geradezu sentimental äußern sie sich im Angesicht dessen, was gerade geschieht und wie das wahrzunehmen ist, wenn man sie unter solchen Vorzeichen wie der zitierten Warnung vom November 2019 betrachtet.

Und jener ukrainische Kriegspräsident, der von jenem Oligarchen an die Macht gebracht worden ist (mittels einer "lustigen" Fernseh-Serie), einem Oligarchen, der inzwischen in Israel lebt, orientiert sich bezüglich der Zukunft der Ukraine - ebenfalls - an dem im Dauerkriegszustand lebenden Israel (2).

Sein "Top Adviser" Andrij Jermak (geb. 1971) (Wiki) befürwortet in diesem Zusammenhang eine engere Zusammenarbeit der Ukraine mit Israel (3):

"Heute ist die Ukraine Israel," 

sagt er. 

"Über das ganze Gespräch hinweg zog Yermak Parallelen zwischen der Ukraine und Israel."

Es gab Zeiten in der Geschichte, in denen sich die Ukrainer für solche - - - "Parallelen" bedankt hätten.

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  1. Anton Troianovski: A Ukrainian Billionaire Fought Russia. Now He’s Ready to Embrace It, 18.11.2019, https://www.nytimes.com/2019/11/13/world/europe/ukraine-ihor-kolomoisky-russia.html
  2. Lazaroff, Tovah: Zelensky: Ukraine will be like Israel, not demilitarized like Switzerland after the war, like a "big Israel." The Jerusalem Post, 5. April 2022, https://www.jpost.com/international/article-703335
  3. Lazar Berman: Top Zelensky adviser opens up about his Jewish roots, urges greater Israeli support, 25 March 2022, The Times of Israel, https://www.timesofisrael.com/top-zelensky-advisor-opens-up-about-his-jewish-roots-urges-greater-israeli-support/  

Dienstag, 22. März 2022

Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt

"Jüdischer Krieg?"

Aus der Ukraine geflohene Juden feiern in Berlin das Purim-Fest. In der Presse wird das heraus gestellt (1). Haben geflohene Ukrainer nichts zu feiern? Nein, sie haben nur wenig zu feiern. Hat man jemals von Kriegsflüchtlingen gehört, die noch während eines Krieges, um dessentwillen sie geflohen sind, zu feiern anfangen? Aber es gibt immer wieder Neues unter der Sonne. Man muß für kulturelle Unterschiede Verständnis haben.

Vielleicht feiern jetzt auch deutsche Männer, denen die auf dem Heiratsmarkt schon seit Jahrzehnten angepriesenen osteuropäischen Frauen nun in Scharen - und ganz ohne ihre griesgrämigen Männer, Brüder und Väter - in die Arme getrieben werden. Greift also zu, ihr deutschen Männer.*)

Abb. 1: Deutsche Kleinwaffen-Exporte 2007 (Wiki)

Diese Flüchtlingswelle birgt ganz neue "Potentiale" in sich.  Die "Jüdische Allgemeine" freilich meint, der Krieg in der Ukraine könne - angesichts der mehr als auffälligen Unterstützung der Ukraine und ihres jüdischen Präsidenten durch prominente Juden, durch jüdische Journalisten, Schauspieler, Wirtschaftsbosse in der Ukraine und weltweit (Pintschuk, Harari, aktuell gerade Mila Kunish, Ashton Kutsher ...) - als ein "jüdischer Krieg" wahrgenommen werden (2).

Ei, bewahre. Daß Kriege von Juden angezettelt werden, haben die Nazis gesagt. Das kann unmöglich stimmen. Kriege werden von Russen angezettelt. Oder von Deutschen. Aber nicht von Juden.  Natürlich, es gibt prominente Vertreter deutscher, rechtskonservativer Parteien, die es richtig finden, wenn deutsche Soldaten - zur Not - auch "für Israel sterben" (unser herzliebster Alexander Gauland beispielsweise).  Und die Propaganda des Putin-Regimes nutzt solche Äußerungen natürlich aus, um - wie die "Jüdische Allgemeine" ganz allgemein ausführt - auch den Krieg in der Ukraine schon ansatzweise als einen "jüdischen Krieg" darzustellen. Was er natürlich gar nicht ist.  Das Putin-Regime würde in einem Atemzug sagen, das Regime in der Ukraine sei sowohl ein Nazi-Regime wie es ein jüdisches Regime sei, denn es bestünde ...  (2)

"... aus Rechtsradikalen, weil es die Verehrung eines ukrainischen "Nationalhelden", des "Freiheitskämpfers" und zeitweiligen Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera (1909-1959), im eigenen Land duldet, es ist jüdisch, weil einzelne politische Führer jüdischer Herkunft sind (...). Der Westen, dem sich die Ukraine annähern wollte, wird ohnehin sowohl mit dem Faschismus als auch mit "jüdischer Dominanz in der Welt" in Verbindung gebracht."

Nun, die neue (gewollte) Welt der "Unübersichtlichkeit". Nazis, Bolschewisten, Juden, alles geht bunt durcheinander.  Nun, dennoch möchte man nicht jemand sein wie der ukrainisch-jüdische Oligarch Wiktor Pintschuk (geb. 1960) (Wiki), der solche Propaganda-Sendungen finanziert wie die derzeitigen Stellungnahmen des israelischen Historikers Yuval Noah Harari (geb. 1976) (Wiki), der die Deutschen auffordert, sich nicht mehr als Nazis zu fühlen und die Ukraine standhafter zu unterstützen. Das hat so viele Untertöne zugleich, daß einem das doch mehr als peinlich vorkommen könnte. Man könnte sich ja geradezu bloßgestellt vorkommen.

Gerade geht durch die Presse, die Mehrheit der Deutschen wäre für mehr Waffenlieferungen an die Ukrainer. Ach so? Sind Leute, die gegen Waffenlieferungen sind, schon wieder in der Minderheit?  Die Mehrheit der deutschen Journalisten ist ja offenbar auf jeden Fall für mehr Waffenlieferungen. Die Mehrheit der deutschen Politiker erst recht. Hurra, sterben für die Freiheit der Ukraine. Hurra, sterben für die deutsche Freiheit. Hurra, sterben für die Freiheit Europas. Hurra, sterben für die Freiheit der Welt. Hurra. Endlich wieder Krieg. Endlich, endlich, endlich. 

In der Ukraine leben (/ lebten) knapp 42 Millionen Menschen. Davon waren 2014 67.000 Juden. Das sind ... 0,14 Prozent. Diese 0,14 %-Minderheit stellt derzeit den ukrainischen Präsidenten und schon seit Jahren den zweitreichsten und politisch einflußreichen Oligarchen der Ukraine, Viktor Pintchuk, der mehrere ukrainische Fernsehsender besitzt, und der zugleich hervorragend international vernetzt ist (Clinton, Obama, Spielberg und wie sie alle heißen), und der seit Jahren für den Beitritt der Ukraine zur NATO arbeitet, und dem es dabei nicht gelungen ist, die Ukraine friedlich durch diese sonderbaren Zeiten zu lotsen. 

Und die Jüdische Allgemeine titelt "Jüdischer Krieg?"

Selenskyj ein Bauer im Schachspiel des jüdischen Oligarchen Kolomojskyj

Ergänzung [27.3.22]. Schon im Dezember 2021 konnte man in der "Jüdischen Allgemeinen" lesen von

Selenskyjs Fernsehserie "Diener des Volkes", die zwischen 2015 und 2019 im Sender 1+1 des jüdischen Oligarchen Ihor Kolomojskyj ausgestrahlt wurde

Womit wir noch einen jüdischen Oligarchen in der Ukraine hätten. Na so was. Ihor Walerijowytsch Kolomojskyj (geb. 1963) (Wiki). Kolomojskyj ist zwar in der Ukraine aufgewachsen, hat aber lange in der Schweiz gelebt und lebt heute in Israel. Wir lesen über ihn (Wiki):

Er galt lange Zeit als ein Unterstützer der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko. Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 unterstützte er allerdings ihren Wahlkampf nicht mehr. Nach dem Amtsantritt von Wiktor Janukowytsch geriet er zunehmend unter Druck der ukrainischen Behörden und lebte bis zum März 2014 vorwiegend in der Schweiz und in Frankreich am Genfersee.  Da Kolomojskyj die Mehrheit an der Fernsehgruppe 1+1 besitzt, bei der Wolodymyr Selenskyj unter Vertrag stand, wurde schon vor dem Präsidentschaftswahlkampf 2019 gemutmaßt, Selenskyj sei ein von Kolomojskyj gesetzter "Bauer im Schach". Seit Mai 2019, nach Selenskyjs Sieg bei den Präsidentschaftswahlen, ist er laut UNIAN wieder in der Ukraine zurück.

Hoppla, so steht es auf Wikipedia. 

Julija Timoschenko hatte man von der Ferne längere Zeit als eine ehrenwerte Politikerin wahrnehmen können. Ausgerechnet ihr wurde dann plötzlich die Unterstützung entzogen. Und zwar zugunsten eines solchen Komikers wie Selensky. Den der jüdische Oligarch aus dem Ausland heraus mächtig gemacht hat, und mit dessen "Machtergreifung" er es dann auch wagen kann, aus dem Ausland in die Ukraine zurück zu kehren.

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*) [31.3.22] Heute scheint keine zynische Bemerkung mehr möglich zu sein, die nicht schneller von der Wirklichkeit eingeholt wird als man es sich vorstellen könnte (4):

In den Medien gibt es vermehrt Berichte über verschwundene Frauen und Kinder. (...) Schon jetzt steigt die Anzahl von ukrainischen Prostituierten in Europa, ebenso wie ihr Handel und ihre Ausbeutung. Schlagworte wie "Ukraine" und "ukrainische Mädchen" sind laut Migrant Women Network bereits auf Pornografie-Websites im Trend, und wir sehen Käufer von Frauen in der Prostitution, die den Krieg in der Ukraine feiern, weil er mehr Frauen und Mädchen in dieses gewalttätige System treiben wird. (...) Es gibt ein gut strukturiertes Netzwerk von MenschenhändlerInnen in Deutschland, Europa und weltweit, die Kinder jahrelang unentdeckt versteckt halten und sie ausbeuten, ihnen Gewalt antun, sie vermarkten und damit zerstören.

Kriege werden seit über hundert Jahren inszentiert, um Menschen zu traumatisieren und sie willfähriger und abwehrloser zu machen, damit sie geheimen, pädokriminellen, international und geheimgesellschaftlich organisierten Ausbeutungs- und Zwangssystemen auch künftig keinen nachhaltigen Widerstand leisten können. So wie es einen solchen nachhaltigen Widerstand seit hundert Jahren nicht gab und wie er immer wieder unterlaufen und entmutigt wird (GAj!, 2017).

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  1. https://www.dw.com/de/purim-in-berlin-j%C3%BCdischer-karneval-nach-flucht-aus-der-ukraine/a-61167403 
  2. https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/ein-juedischer-krieg/ 
  3. https://www.juedische-allgemeine.de/juedische-welt/der-praesident-als-serienstar/
  4. Oranus Mahmoodi: Die einen ziehen in den Krieg, die anderen werden verkauft - Interview mit Gesa Birkmann von Terre de femmes, 24.3.22, https://hpd.de/artikel/einen-ziehen-den-krieg-andere-werden-verkauft-20230

Montag, 28. Februar 2022

Der Westen WILL den Krieg

Solidarität mit der Ukraine? Lächerlich.
- Der Westen wollte diesen Krieg - er wollte ihn so und nicht anders

Dieser Krieg im Osten der Ukraine findet statt, weil er von den Eliten in der NATO und in den westlichen Geheimdiensten so gewollt wird.

Diese sind nicht solche zahnlosen Opa's als die sie sich gerade der Welt präsentieren. 

Aus vielen Kriegen wissen wir das.

Sie wollen Krieg. 

Es ist das für sie ein Probelauf. 

Dahingehend ob solche Formen von Krieg nicht auch anderwärts in Europa - hoppla, aus Versehen - plötzlich "da" sein können.

Diese Eliten sind der größte Ekel, den es heute in der Welt gibt.

Solange gegen diese pädokriminell zusammen gehaltenen Eliten von den Völkern der Welt nicht entschieden Front gemacht wird, ist nichts zu erhoffen.

Abb. 1: Twitter, 27./28.2.2022

Warum machen die Ukrainer da mit? 

Wissen sie denn nicht, daß seit hundert Jahren kein Krieg mehr zu ihrer Befreiung geführt worden ist? 

Daß der letzte Befreiungskrieg für die Ukraine das Vorrücken des deutschen Heeres im Jahr 1918 dargestellt hat, das den freien Staat der Ukraine unter Hetman Skoropadsky (1873-1945) (Wiki) ermöglicht hat? Aber auch das nur für kurze Zeit?

Warum machen die Ukrainer da mit?

Wissen sie nicht, daß sie die "Verratenen von Jalta" waren (1), daß sie aus freien Stücken vom Westen an Stalin preisgegeben worden sind? Wieder und wieder? Und glauben sie denn, "der Westen" wäre in irgend etwas besser geworden?

Sehen sie denn nicht, daß es immer noch besser ist, unter Putin zu leben als unter Stalin? *)

Daß Kriege seit hundert Jahren weltweit nicht mehr zur Verbesserung der Lage der betroffenen Völker geführt werden?

Daß niemand im Westen es wirklich gut meint mit der Ukraine? Denn sonst hätte man die Ukraine noch schneller zum Mitglied der NATO erklärt, als "Putin" überhaupt Truppen hätte auffahren können. Und die NATO hätte ihm von Anfang an mit der Gesamtmacht der NATO gedroht. So daß es nie zum Krieg gekommen wäre, bzw. er schnell zu Ende gewesen wäre.

Das wäre auch jetzt noch jederzeit möglich.

Nein, man meinte es nicht ernst. 

Man will Krieg.

Und man will, daß sich dabei alle Emotionen gegen Putin richten, nicht gegen diese kriegshetzenden Eliten im Westen.

Man "stolpert" genauso dümmlich in diesen Krieg wie man in den Zweiten Weltkrieg "gestolpert" ist. Mit ähnlichen plakativen Feindbildern.

Die Ukraine ist - womöglich - nur eines der ersten Opfer dieser verbrecherisch plakativen Propaganda und Inszenierung, deren Köpfe im Westen sitzen, nicht in Moskau. Moskau ist nur "nützlicher Idiot" für diese Kriegshetze.

Tschetschenien ist schon genauso geopfert worden vom Westen. Im Westen ist man doch nicht an Frieden, Freiheit und selbständiger Entfaltung der Völker interessiert. Lächerlich.

Zur Rettung Tschetscheniens hat der Westen nicht den kleinsten Finger krumm gemacht. 

Der Westen will Krieg. 

Weil er von Satanisten und Verbrechern regiert wird - genauso wie Rußland.

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*) Ergänzung 15.4.22: Der Philosoph David Richard Precht, über den man viele Meinungen haben kann, hat genau diesen Gedanken in der Öffentlichkeit ventiliert und ist dieserhalben von der gleichgeschalteten Presse übel angefahren worden. Danke. David Richard Precht. Wenigstens eine Stimme der Besonnenheit und Vernunft. Es ist schon sehr bezeichnend, daß man den Gedanken des passiven, des gewaltlosen, des sozialen Widerstandes noch nicht einmal mehr gelassen erörtern kann. Obwohl uns Ghandi und alle die anderen Jahrzehnte lang so hoch gehalten wurden als nacheifernswürdige Vorbilder. Ich verachte euch, ihr Medien. Zutiefst verachte ich euch.

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  1. Tolstoy, Nikolai: Die Verratenen von Jalta. Englands Schuld vor der Geschichte. Langen Müller, München 1978

Sonntag, 27. Februar 2022

"Atemlos bewundernd stehe ich vor der Furchtlosigkeit und Standhaftigkeit des ukrainischen Volkes!"

Krieg in einem Land, das von einem Komiker regiert wird ....

Stell dir vor, du bist ein Mann zwischen 18 und 60 Jahren. Und dein Land wird von einem Land angegriffen, das von Vollidioten beherrscht wird.

Die angreifenden Soldaten können nur schwer den Befehl verweigern.

Weißt du das?

Und du?

Dir hat man verboten, außer Landes zu fliehen. Du mußt dein Land verteidigen. Deine Regierung befiehlt es dir.

Wenn du dir Videos auf Twitter ansiehst, findest du leicht noch brennende Soldatenleichen eines gestern oder heute zusammengeschossenen Militärkonvois.

Der Präsident deines Landes ist von Beruf Komiker.*)

Das Handeln deines Landes, seine Opferbereitschaft wird durch die gesamte westliche Medienlandschaft hindurch, die sonst jede Opferbereitschaft für das eigene Land verhöhnt, mit einem Schlag bejubelt und belobhudelt ohne Ende. 

Man kann sich gegenseitig gar nicht genug überbieten im Bezeigen von "Respekt" gegenüber dem genannten Komiker.**)

Dabei weißt du, daß der Krieg nichts leichter als vermeidbar war und daß alle besonnenen Menschen des "Feindeslandes" das ganz genauso wissen.

Antikriegsparteien des Westens drücken dir und deinem Land, das dir verboten hat, außer Landes zu gehen, Waffen in die Hand.

Aus Fernsehen und Medien bekannte Sportler fordern dich - als weithin gepriesene Vorbilder - zur Landesverteidigung auf. Max Schmeling heißen sie nicht.

Abb. 1: Die Grünen, 1980

Ein bisschen irritiert fragst du nach den Lehren und nach der Geisteshaltung aus den Zeiten deiner Jugend (Abb. 1).

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*) Wolodymyr Selenskyj (geb. 1978) (Wiki).
**) Auf Twitter werden dir zum Beispiel angezeigt die Worte eines New Yorker Politikers namens Mark D. Levine: "In absoluter Hochachtung stehe ich vor der Furchtlosigkeit und der Standhaftigkeit des ukrainischen Volkes und des Präsidenten, der es führt." 
Abb. 2:  Twitter, 26.2.2022 abends


Samstag, 24. Oktober 2020

"Antes-Kurve" versus "Adolf-Kurve"

Deutschland und Kroatien im Vergleich bezüglich der Häufigkeit der Vergabe des Vornamens seines faschistischen Führers bis 1945 und seit 1970

Eine neue Vornamen-Studie

Eine positive Erinnerung der Teilnahme Kroatiens im Zweiten Weltkrieg an der Seite Deutschlands unter dem klerikalfaschistischen Ustascha-Regime (Wiki) blieb in Kroatien immer viel stärker erhalten, auch in der kommunistischen Zeit als dies bis heute für Deutschland der Fall geblieben ist.

Es zeigt sich dies - auch - daran, daß die Kroaten ab den 1970er Jahren ihren Kindern wieder verstärkt den Vornamen "Antes" gegeben haben, sowie Vornamen weiterer, vormals führender kroatischer Generäle des Zweiten Weltkrieges (1). Ante Pavelić war der Staatsführer des von den Deutschen im April 1941 in Kroatien errichteten Ustascha-Staates.

Abb. 1: Klerikalfaschismus - wieder und wieder geht er in der Geschichte mit der Unterdrückung Andersdenkender einher. In Deutschland gingen die Kircheneintrittszahlen 1933 bis 1935 in die Höhe, in Kroatien kam es nach 1941 zu Zwangskonversionen von orthodoxen Serben zum Katholizismus (Wiki) - Hier in Mikleuš (Slawonien), durchgeführt vom Priester Vlaho Martić. (http://znaci.net/damjan/fotogalerija.php?slika_po_strani=50&fraza=&stranica=86, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36994619)

Eine statistische Auswertung von Menschen mit solchem Vornamen nach Teilnahme und Tod während des kroatisch-serbischen Krieges 1991 bis 1995 und nach sonstigem Wahlverhalten (politischer Einstellung) zeigt, daß mit der Vergabe dieser Vornamen auch Einstellungen von den Eltern auf die Söhne weiter gegeben worden waren (1). Interessanterweise geschah dies in ländlichen Regionen Kroatiens häufiger als anderwärts in Kroatien und im Umfeld von vormaligen Konzentrationslagern seltener als anderswärts in Kroatien (1, Fig. 4).

Dazu muß man wissen, daß sich - schon - während des Zweiten Weltkrieges der Hauptkampf des kroatischen Staates gegen die Serben, insbesondere gegen die Tito-Partisanen, gerichtet hatte. Serben wurden als größte Gruppe - zusammen mit anderen "oppositionellen Gruppen" - in Konzentrationslagern ermordet, sie wurden auch zum Katholizismus zwangsmissioniert (Abb. 1). Es herrschte also eine Stimmung vor, wie sie häufiger aus der Geschichte überliefert wird: Tod oder Taufe. Man wird schon sehr katholisch gewesen sein müssen, wenn man ab den 1970er Jahren seinem neugeborenen Sohn immer noch den Vornamen Antes gegeben hat.

Aber insgesamt ist das natürlich so, wie wenn in Deutschland Geburtsjahrgängen zwischen 1970 und 1980 von den Eltern wieder Vornamen gegeben worden wären wie "Adolf". Oder auch Vornamen, die auf andere legendäre deutsche Militärs des Zweiten Weltkrieges verweisen könnten, sagen wir etwa "Erwin" (nach Erwin Rommel) oder meinetwegen "Heinz" (nach Heinz Guderian). Aber so etwas hat es - unserer Kenntnis nach - weder links noch rechts der Elbe in Deutschland ab den 1970er Jahren gegeben. Schweigen, aller größtes Schweigen zu den eigenen, etwaig positiven, nationalen Erinnerungen an die Zeit vor 1945 im Kernland Europas, hier auch ablesbar an den seither vergebenen Vornamen.*)

Von den 480.000 kroatischen Soldaten, die 1991 bis 1995 - freiwillig oder regulär eingezogen - an dem blutigen Krieg gegen Serbien teilnahmen, kamen 6060 ums Leben. Das waren 1,6 Prozent (1). Die meisten von ihnen sind schon gleich bei Beginn dieses Krieges 1991 ums Leben gekommen, weitere folgten dann noch einmal 1995 (1, Fig. 2). Von diesen 480.000 Soldaten waren aber nur 74 % katholisch und können darum noch heute als ethnische Kroaten identifiziert werden (vielleicht waren auch Abkömmlinge von Zwangsmissionierten dabei?). Jedenfalls sind das 350.000 Soldaten. Die anderen waren ethnische Serben (griechisch-orthodox, bzw. muslimisch). Von diesen 350.000 Soldaten nun trugen 8000 den Vornamen Antes, also 2,3 %. 26 % der Soldaten trugen weitere Vornamen, die von militärischen Führern des Ustascha-Regimes abgeleitet waren. 

Ante als Vorname - ebenso andere Vornamen des Ustascha-Regmies - waren bis 1945 sehr beliebt, sanken dann in ihrer Beliebtheit bis 1970 stark ab, um von diesem Tiefpunkt bis 1995 allmählich zu einem neuen Höhepunkt in der Häufigkeit der Vergabe anzusteigen (1, Fig. 3). Am Anfang des Krieges dann, im Jahr 1991, war die Wahrscheinlichkeit, als Soldat ums Leben zu kommen, für Soldaten mit dem Vornamen "Antes" gegenüber anderen Soldaten erhöht (1). Ein solcher Name "verpflichtete" also womöglich. Aber damit sind bis hier nur einige grobe Ergebnisse dieser neuen Namensstudie referiert (1).

... Und in Deutschland?  

Eine solche Studie läßt die Frage aufkommen, welches eigentlich die bekanntesten und beliebtesten deutschen Politiker und Militärs bis 1945 und/oder nach 1945 waren, nach denen Menschen - womöglich - gerne ihre Kinder benannt haben. Könnten dazu nicht auch Namen von "Fliegerassen" gehören wie Hans-Ulrich Rudel, Werner Mölders, Erich Hartmann (Wiki)? Es steht zu vermuten, daß es dazu schon wissenschaftliche Studien gibt. Diese wären noch einmal herauszusuchen.

Bei den häufigsten Vornamen der Jahre 1940 bis 1945 in Deutschland sind solche Vornamen nicht zu finden (2). Adolf kommt unter den 35 beliebtesten deutschen Vornamen jener Zeit gar nicht vor (2), auch nicht in dem Jahr der - vielleicht - größten "Beliebtheit" des "Friedens-Reichskanzlers" Adolf Hitler, also auch nicht im Jahr 1938 (3). An "Zeitgeistigem" ist in der Namensvergabe in Deutschland auf den ersten Blick das folgende zu erkennen (4):

So stieg während der Zeit des Nationalsozialmus der Anteil an germanischen Vornamen an. So waren in der Zeit zwischen 1930 die beliebtesten Frauennamen Helga, Ursula, Ingrid, Gisela, Christa, Inge, Renate, Karin, Erika und Gerda. Bei den Männern führte Hans vor Günter, Horst, Klaus, Karl, Werner, Peter, Heinz, Gerhard und Jürgen. 

Aber auch der Vorname Antes gehörte ja - offenbar - nie zu den beliebtesten vergebenen Vornamen in Kroatien, sondern bewegte sich in der Häufigkeit weit unter 10 Prozent. So auch der Vorname Adolf. Immerhin läßt sich aber auch in diesem geringen Prozent-Bereich eine Kurve der Häufigkeit über die Jahre hinweg erstellen und an dieser etwas über die Beliebtheit - womöglich Adolf Hitlers und des Nationalsozialismus - in Deutschland ablesen. Der Historiker Götz Aly spricht diesbezüglich jedenfalls von einer "Adolf-Kurve". Diese Kurve sinkt aber schon seit 1890 kontinuierlich ab (5). Immerhin, aus dieser Kurve (4) wird das folgende heraus gelesen (4):

... Nachdem Hitler an die Macht gekommen war, nahm der Name aber nochmals einen großen Aufschwung. Das gilt besonders für die Jahre 1933/34 und 1937. Im zweiten Halbjahr 1933, also wenige Monate nach Hitlers "Machtergreifung", bekamen mehr als drei Prozent aller damals geborenen deutschen Jungen den Vornamen des "Führers" verpaßt. Das lag wahrscheinlich an der Anfangseuphorie oder dem Opportunismus vieler Deutscher nach Hitlers "Machtergreifung". Der Schub von 1937 könnte auch aus Hitlers großer Beliebtheit im Jahr zuvor rühren, als er, unter anderem durch die Olympischen Spiele in Berlin, sein Ansehen nochmals hoch schrauben konnte. In den folgenden Monaten und Jahren gab es zwar Schwankungen, aber insgesamt hielt sich die Beliebtheit des Namens auf recht hohem Niveau. Die häufige Vergabe dieses Vornamens war so ein deutlicher Hinweis auf die große Beliebtheit Hitlers in weiten Teilen des Volkes. Bis 1942. In diesem Jahr schwante immer mehr Deutschen, daß der von Hitler vom Zaun gebrochene Krieg in einer Katastrophe enden könnte. Mit Folgen für die Namensgebung der Neugeborenen: Von nun an stürzte der Anteil Adolfs an allen Jungens-Vornamen ständig ab. Im zweiten Halbjahr 1945, also unmittelbar nach dem Kriegsende, lag er bei etwa 0,2 Prozent. Zurecht spricht daher der Historiker Götz Aly von der "Adolf-Kurve" - umso größer das Ansehen Hitlers war, umso häufiger wurde auch sein Vorname verwendet. Und umgekehrt.

Die "Adolf-Kurve" ist hier veranschaulicht (5, 6)**), wobei "Der Spiegel" bezeichnenderweise die Adolf-Kurve erst ab 1933 zur Darstellung bringt, was natürlich hochgradig fehlerhaft ist, wenn man in einer vollständigeren Adolf-Kurve sieht, daß die Beliebtheit des Vornamens Adolf in Deutschland 1890 am höchsten war und auch 1933 nicht mehr erreicht worden ist (5). Was sicher sein dürfte: Ein so starker Abfall der Adolf-Kurve nach 1942 kann nicht anders erklärt werden als daß die Deutschen merkten, bewußter oder unbewußter, daß sie einem Hijacking auf den Leim gegangen waren, einem mehr als folgenreichen. Aber die Deutschen merken das ja auch heute meistens noch viel zu spät. Viel zu spät, viel zu spät. Sie sind noch nicht wirklich klüger geworden.

Immerhin - sie merken sie es nicht ganz so spät wie die bäuerlichen Familien im ländlichen Kroatien der 1970er Jahre ..... Wenn man sich deshalb auf die Schultern klopfen möchte - bitteschön!

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*) Nun gut, um das vielleicht etwas "plumper" zu veranschaulichen: Björn Höcke heißt eben Björn Höcke und nicht Adolf Höcke. Vielleicht heißt er Björn, vielleicht - Hypothese!, Verschwörungstheorie! - weil er nach dem damals populären Tennisspieler Björn Borg benannt wurde. (Hm, Björn Höcke wurde am 1. April 1972 geboren, genau in dem Jahr, in dem Björn Borg anfing, international bekannt zu werden. - Der Autor dieser Zeilen weiß immerhin, wovon er spricht. In seiner Kindheit wollte er beim Federball-Spielen immer Aufschläge wie "Björn Borg" machen. Dieser Name ist tief in seinem Gehirn verankert. Spätschäden von seelisch krankmachendem und verblödendem Fernsehkonsum in der Kindheit ...)

**) Am häufigsten wurde der Vorname Adolf - nach dem Telefonbuch von 1998 - in Bayern vergeben, sowie in Süddeutschland, Rheinland-Pfalz und Westfalen, also vorwiegend in katholischen Gegenden (5). Auffällig ist, daß er "punktgenau" in den neuen Bundesländern nur sehr selten vertreten war 1998. Es darf vermutet werden, daß sich hier viele nach 1945 selbst andere Vornamen gegeben haben, um sich nicht verdächtig zu machen.

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  1. Jurajda, Š., & Kovač, D. (2020). Names and behavior in a war. Journal of Population Economics. Volume 34, Issue 1, Oktober 2020, doi:10.1007/s00148-020-00782-6 
  2. https://www.beliebte-vornamen.de/jahrgang/j1940
  3. https://www.beliebte-vornamen.de/jahrgang/j1938
  4. Armin Fuhrer: Vornamen im Dritten Reich, 23.11.2018, https://www.zeitklicks.de/nationalsozialismus/zeitklicks/zeit/81/4/welche-vornamen-tragen-die-kinder-zwischen-1933-und-1945/
  5. https://www.nameadolf.de/die-statistiken/
  6. https://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/hitler-und-die-deutschen-passive-mitlaeufer-mit-schlechtem-gewissen-a-454213.html

Dienstag, 2. Juli 2019

Das Verdrängen des Leids - Unserer Großeltern-Generation

Dies ist ein wilder, ein "schlimmer" Film (1). Man braucht eine Weile, um das alles zu verarbeiten, was in ihm enthalten ist. Auch den Schluß.

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Mitten aus dem Alltag heraus solche Traumata.

Jeder von uns mag in seinem persönlichen Leben Leid erfahren. Auch in seiner eigenen Familie. Aber es gibt da auch noch das größere Leid, das der Zweite Weltkrieg für das deutsche Volk und viele Völker mit sich gebracht hat. Das Leid des Zweiten Weltkrieges IST da. In ungebremster Stärke. Völlig ungebremst.

Dieser Film wurde von einer Frau der heutigen mittleren Generation zusammen gestellt über ihre eigene Großmutter.

Er ist furchtbar und zutiefst erschütternd. Weil er mitten aus dem Alltag heraus kommt. Die Enkelin wollte - nachdem ihre Großmutter gestorben war - einfach wissen, was ihrer Großmutter widerfahren war. Und darüber hat sie diesen Film zusammen gestellt. Nach einem halben Jahr auf Youtube hatte er erst 90 Aufrufe, keine Kommentare, kein "Gefällt mir" (1).*)

Aber es sind solche Erfahrungen, aus denen heraus wir leben. Welche sollten es sonst sein? Es ist ja auch sonst in dieser mittleren Generation recht häufig ein "Ahnen" da, daß das Verdrängen des Leides unserer Großeltern-Generation viel mit dem seelischen Zustand zu tun hat, in dem wir uns heute befinden.  Deshalb gibt es viele Gründe, dankbar zu sein für diesen Film.

Der Bloginhaber stieß auf ihn, weil er - aus ganz anderen Zusammenhängen heraus - mehr über die Banater Schwaben lernen wollte, mit denen er sich bislang noch nie beschäftigt hatte (5). 

Kriegskinder geben ihre Traumatisierungen an Kriegsenkel weiter

Die heutige mittlere Generation, zu der sich auch der Bloginhaber zählt, wird vielfach die Generation der "Kriegsenkel" (Wiki) genannt, nachdem unsere Eltern "Kriegskinder" (Wiki) genannt worden waren.

Und der Film gehört im weiteren Sinne in den Zusammenhang der Thematik "Kriegskinder" und "Kriegsenkel" hinein. Diese Thematik ist 2004 und 2009 durch zwei Buchveröffentlichungen von Sabine Bode in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt worden (2, 3). Während dabei manche richtige Erkenntnis gewonnen wird, bestand und besteht doch auch die Gefahr, daß Thema zu zerreden. Aber etwa auch folgende Zusammenhänge wurden benannt (Wiki):

Eines der Probleme, mit dem vor allem Psychiater der Nachkriegszeit durch ihre Patienten konfrontiert wurden, habe darin bestanden, daß das Behandeln von deutschen Kriegsopfern gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus in den Hintergrund getreten sei. Das habe dazu geführt, daß die Betroffenen ihr Trauma oft jahrelang mit sich herumgetragen hätten, bis es dann - manchmal nach 40 bis 50 Jahren - unerwartet wieder aufgetreten sei. (...) Andere Erfahrungen der Kriegskinder, so die Autorin, verhalfen ihnen zu der Bezeichnung der "stillen Generation", die sich nicht über ihr Schicksal beschwerte, sondern im Gegenteil Deutschland stillschweigend wieder aufbaute. (...) Die Kriegsenkel, die in den 1960er/1970er Jahren geboren wurden, sind durch das Schweigen ihrer Eltern ebenfalls traumatisiert worden. Eltern und Kinder blieben sich oft fremd.

Weiter wird benannt (Wiki):

Der Begriff "Kriegskind" hat sich in Deutschland durch eine inzwischen große Zahl wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Veröffentlichungen etabliert, die insbesondere seit den 1990er Jahren erschienen. (...) Einigkeit besteht allerdings in der Überzeugung, dass die Folgen der Kriegskindheit über viele Jahrzehnte spürbar bleiben, zum Teil mit zunehmendem Alter wieder anwachsen und oft „stumm“ an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. (...) An einer Definition versucht hatte sich Matthias Lohre bereits 2014: "Für die zwischen 1930 und 1945 Geborenen hat sich der Begriff ‚Kriegskinder‘ etabliert: zu jung für den direkten Fronteinsatz, aber alt genug, um Hunger, Vertreibung und Bombenangriffe zu erleiden, den Verlust von Angehörigen, Trennungen und Todesangst."

Der Psychoanalytiker Michael Ermann stellte 2009 als Gemeinsamkeit aller Kriegskinder fest (Wiki):

Einen eklatanten "Mangel an Erschrecken und Betroffenheit über das eigene Schicksal".

In diesem Zusammenhang ist auch ein mangelndes Wohlwollen für die Zugehörigkeit zum eigenen Volk feststellbar. Die Traumata wurden erlebt, "weil" man Deutscher war. Und das Erleben nach 1945 ging - wahrscheinlich nicht zuletzt als Folge dieser Traumata - mit einer inneren Distanzierung gegenüber dem eigenen Deutschsein einher. Ein gehaltvolles Annähern an die eigenen Traumata wird aber am ehesten möglich sein auch über ein wiedergewonnenes Wohlwollen gegenüber dem eigenen Deutschsein.

____

*) Am 30.3.2024 sind fast 48.000 Aufrufe genannt und 552 "Gefällt mir".

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  1. Loeffler, Viola: Heimkehr in die Fremde. Ein donauschwäbisches Schicksal. Film, Deutschland, 2019, https://youtu.be/GcFTVtxpG2s (mit Unterstützung der film&medien-Nachwuchsförderung von Rheinland-Pfalz, dem Zentrum für interkulturelle Studien Mainz, dem Medienzentrum der Universität Mainz und dem Haus der Donauschwaben in Haar)
  2. Bode, Sabine: Die vergessene Generation - Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Klett-Cotta, Stuttgart 2004 (Wiki)(20. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2014)
  3. Bode, Sabine: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. 10. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2013
  4. Bode, Sabine: Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation. Klett-Cotta, Stuttgart 2009 (20. Auflage 2015)
  5. Bading, Ingo: Der erste Europäer war ein Banater Schwabe, 1.7.2019, https://studgendeutsch.blogspot.com/2019/07/der-erste-europaer-war-ein-banater.html

Dienstag, 23. April 2019

MAOA 2R-Gen und Gewalttätigkeit in islamischen Ländern

Der Anthropologe Andreas Vonderach auf "Sezession.de"

Im Jahr 2013 hat der wissenschaftlich von uns sehr geschätzte Anthropologe Andreas Vonderach einen Beitrag über das Werk des US-amerikanischen Psychologen Kevin MacDonald (geb. 1944) (Wiki) veröffentlicht unter dem Titel "Jüdische Gruppenstrategie" (1). In einer Inhaltsangabe heißt es:

Andreas Vonderach untersucht abwägend die jüngst übersetzten Bücher des US-Psychologen Kevin MacDonald, dessen Lebenswerk dem Judentum gewidmet ist.

Dieser Artikel war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung 2013 im Internet nicht zugänglich. Jetzt, im April 2019, entdeckten wir, daß er zugänglich ist und weisen hiermit auf ihn hin (1). Er dient der Volksbildung.

Im Jahr 2013 wurde damit im Zusammenhang berichtet:

Ellen Kositza (...) schloß das Lektorat am neuen Buch von Andreas Vonderach ab, das die Völkerpsychologie zum Thema haben wird.
Abb. 1: "Bestraft Vergewaltiger, nicht Protestierende"

Dieses Buch ist 2014 erschienen (2). Einen ersten Vorgeschmack auf dieses erhielt man schon in Äußerungen von Andreas Vonderach, die er aus Anlaß jener abstoßenden Vergewaltigung in Indien getätigt hat, die 2013 auch hier auf dem Blog angesprochen worden war (Wenn Politiker vergewaltigen) (3) (Hervorhebung nicht im Original):

Ich fürchte, das ist nicht nur eine Sache der Kultur. 

Die meisten außereuropäischen Rassen sind impulsiver und aggressiver als wir. Das 2er-Allel des Monoaminoxidase A-Gens (MAOA 2R), eine Variante des sogenannten „Krieger-Gens“, das mit Impulsivität und Aggressivität korreliert ist, und das bei wegen schweren Straftaten verurteilten Gefängnisinsassen fast dreimal so häufig ist wie in der Normalbevölkerung, kommt bei weißen Europäern zu 0,1 bis 0,5 %, bei Ostasiaten nach bisherigen Untersuchungen gar nicht, bei Schwarzafrikanern zu 5,0 bis 5,5 % und bei Arabern zu 15,6 % vor. 

Da das Gen auf dem X-Chromosom liegt, von dem Frauen zwei haben, betrifft die Korrelation mit Impulsivität und Gewalttätigkeit fast nur Männer. Dazu paßt, daß in diesen Kulturen nach ethnologischen Berichten und der allgemeinen Homizidrate (Häufigkeit von Mord und Totschlag) Gewalt viel verbreiteter ist als bei uns.

Das dürften in der Tat wichtige Ausführungen sein. Auf die Frage:

Daß das verminderte Vorkommen des „Krieger-Gens“ bei innereuropäischen und innerasiatischen Rassen eine Folge der Kultur ist (und nicht deren Ursache) halten Sie für ausgeschlossen ?

schreibt Vonderach:

Nein, das halte ich sogar für wahrscheinlich. Wir und die Ostasiaten haben uns unsere aggressiven Impulse in der Zivilisation weitgehend weggezüchtet, während die Araber als ausgesprochene Kriegergesellschaft sich die, verstärkt durch die Polygamie, wahrscheinlich regelrecht angezüchtet haben.

Ich kenne keine MAOA-2R-Daten für die Inder. Aber allgemein gelten die Südinder als eher friedlich, während die Nordinder schon etwas zu den Iranern und Arabern tendieren.

In diesen Ausführungen wird einmal erneut auf jene Gen-Kultur-Koevolution hingewiesen, die in den letzten Jahren immer stärker in das Blickfeld der Humangenetik gerät. Auch schreibt Vonderach:

Die Impulsivität, Aggressivität und starke sexuelle Ansprechbarkeit der Araber entspricht nicht nur der allgemeinen Erfahrung, sondern ist auch seit der Antike und dem Mittelalter immer wieder bezeugt. Die extremen Sanktionen in der islamischen Rechtsprechung scheinen hier ein notwendiges Korrektiv zu sein. Ebenso wie die Wegsperrung und Verschleierung der Frauen, die es in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten schon in der Antike gab, lange vor dem Islam.

Den ethischen Unterschieden in der Aggressivität und der sexuellen Ansprechbarkeit entsprechen übrigens auch der Testosteronspiegel, bzw. der anderer Androgene (männliche Geschlechtshormone). Der ist bei den Ostasiaten am niedrigsten, bei uns etwas höher, und bei Arabern und Schwarzen am höchsten. Die ethnischen Unterschiede bestehen übrigens in erster Linie bei jungen Männern und verschwinden im Alter weitgehend.

Und:

Kulturen unterscheiden sich auch in den Werten, die in ihnen gelten. Verwegwaltigung als Tatbestand ist eine europäische Erfindung. In anderen Kulturen gibt es höchstens den Tatsbestand der „Schändung“, aber dabei geht es um die (Familien-)Ehre und die Jungfräulichkeit, nicht um das Wohlergehen der Frau.

In vielen Kulturen gilt es nicht als Schande, wenn ein Mann sich eine Frau „nimmt“, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Deswegen werden ja im Islam die Frauen so weggeschlossen, weil man es dort für geradezu normal hält, daß es zu Sexualkontakten kommt, wenn ein Mann und eine Frau allein und unbeobachtet sind. 

Vergewaltigung in der Ehe war im Islam geradezu die Norm. Im Irak war es üblich, daß der Mann zu Beginn der Hochzeitsnacht vor den Augen seiner Braut eine Katze schlachtete, um sie gefügig zu machen. Die Frau sollte beim ehelichen Beischlaf ausdrücklich keine sexuelle Befriedigung erlangen, denn sonst würde sie die auch bei anderen Männern suchen, meinte man. 

Und die Zwangsheiraten von Minderjährigen in Indien sind ja wohl auch nicht allzuweit von Vergewaltigungen entfernt.

Nun, diese Aussagen von Vonderach wären sicherlich noch nach vielerlei Richtungen hin zu differenzieren. Es wäre natürlich insbesondere hervorzuheben, daß die islmaische Hochkultur reiche Zeugnisse für beseelte Liebesgemeinschaft zwischen Frau und Mann kennt. (Hier wäre auch zurückzugreifen auf Sigrid Hunkes "Allahs Sonne über dem Abendland".) 

Niedrigerer IQ = geringere Empathiefähigkeit?

Was man noch keinesfalls unbesehen hinnehmen möchte, ist die folgende Aussage von Andreas Vonderach:

Die Grausamkeit in vielen außereuropäischen Kulturen hängt übrigens auch mit dem – praktisch überall außer in Ostasien – niedrigeren IQ zusammen. Mit dem ist eine geringere Fähigkeit, von sich selbst zu abstrahieren und die Position des anderen einzunehmen, verbunden. Dies bedingt nach Auffassung der kulturvergleichenden Piaget-Forschung (Georg W. Oesterdiekhoff u.a.) eine geringere Empathiefähigkeit. Eine Folge ist die große Grausamkeit im Strafrecht oder gegen Gefangene oder auch gegenüber Tieren. Das gilt tendenziell auch für unsere Unterschichten.

Ob hier Oesterdiekhoff zu folgen ist, dessen Forschungen doch bei weitem nicht so breit anerkannt (oder auch nur bekannt sind) wie sonstige IQ-Forscher, darf noch in Frage gestellt sein. Man liest so etwas sonst in der Literatur auch vergleichsweise selten. Daraus müßten sich ja auch große Schwierigkeiten ergeben in der sozialen Kommunikation zwischen Menschen mit höherem und niedrigerem IQ. Darf das so allgemein unterstellt werden? Wo doch Forscher wie der auch von Vonderach so geschätzte Eibl-Eibesfeldt von mangelnder Empathiefähigkeit von Jäger-Sammler-Völkern nun wirklich nichts zu berichten wußte!?

Gegenüber einem üblichen Einwand betont Vonderach noch einmal - es dauert in derartigen Diskussionen heute noch lange, bis es alle verstanden haben:

Ich habe nicht gesagt, daß a l l e s Genetik ist, und ja auch selbst einige Beispiele für kulturelle Faktoren angeführt. Und natürlich erklärt auch ein einziges Gen wie das MAOA-2R-Gen nicht a l l e s.

Aber ganz sicher ist auch nicht a l l e s Kultur. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Kultur und Biologie. In traditionellen Kulturen (quasi allen außer unserer seit dem 19. Jhdt.) ist sozialer, ökonomischer und politischer Erfolg mit größerem Fortpflanzungserfolg verbunden. Dadurch züchtete sich jede Kultur auf die Werte hin, die in ihr anerkannt waren und die den sozialen Erfiolg ermöglichten. Bäuerliche Kulturen züchteten sich so auf Fleiß, Voraussicht und Verläßlichkeit, kriegerische auf Maskulinität und Aggressivität. 

Die Araber sind auch körperlich maskuliner als wir, haben einen maskulineren Körperbau, stärkeren Bartwuchs usw. und eben auch mehr Androgene, die Ostasiaten dagen einen weniger maskulinen Körperbau, weniger Androgene usw. Das sind natürlich nur grobe Tendenzen, die in jedem Volk ihre besondere Ausprägung finden.

Die Wikinger und alten Germanen waren sicher aggressiver als wir, weil sie auf einer entsprechenden historischen kulturellen Entwicklungsstufe standen, mit entsprechenden Werten. Aber wir sind auch nicht mehr genetisch mit ihnen identisch. Zwischen den alten Germanen und uns liegen außerdem 2 000 Jahre bäuerliche und städtische Kultur. Übrigens besteht auch heute noch eine positive Korrelation zwischen hellblonder Haarfarbe und Risikobereitschaft.

Das dürfte man alles als wesentliche Ausführungen erachten. Und auf einen weiteren Einwand:

Die Korrelationen des MAOA-2R-Gens sind eine Tatsache, genauso wie die von mir angeführten Populationsunterschiede. Die kann man nicht einfach so als „angeblich“ vom Tisch wischen. Der Begriff „Krieger-Gen“ ist natürlich eine Journalistenerfindung gewesen. Es geht um spontane, impulsive Aggressivität und geringe affektive Selbstkontrolle.

Das ist eine Eigenschaft, die nach allem, was wir wissen, wir Deutschen sehr wenig aufweisen. Das zeigt zum Beispiel die Tatsache, daß die spontanen Gewaltverbrechen in Deutschland und den anderen germanischen Ländern seit Beginn der Kriminalstatistik wesentlich seltener sind als in Ost- oder Südeuropa, von Außereuropa ganz zu schweigen. Meiner Meinung nach zeigt das auch das Verhalten der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, wo spontane Übergriffe auf Zivilisten viel seltener waren als bei unseren Kriegsgegnern. Man denke nur an die Exzesse der Russen oder Tschechen, und selbst die Franzosen hatten da mehr auf dem Kerbholz als wir.

Das ist übrigens eine Frage, die hier auf dem Blog nach und nach noch genauer zu klären ist, inbesondere anhand der neueren Veröffentlichungen des Historikers Neitzel. Leider hat Neitzel noch nicht den Versuch gemacht, sein reichhaltiges, geheimdienstliches Quellenmaterial diesbezüglich statistisch auszuwerten, was erst eine wirklich fundierte Auswertung wäre. Vonderach aber ganz richtig weiter:

Soldatische Leistungen beruhen natürlich auf ganz anderen Eigenschaften.

Die amerikanischen Nationalcharakter-Studien im II. WK waren rein spekulativer, großteils psychoanalytischer Natur und keine wissenschaftlich seriösen Untersuchungen.

Die von Richard Lynn vorgebrachten Daten sind selbstverständlich empirische und belastbare Daten, selbst wenn er irgendwann einmal den IQ eines Landes aufgrund von anderen, ethnisch verwandten Nachbarländern geschätzt haben sollte. Das ist, wenn man den Landes-IQ wissen will und es keine Daten gibt, absolut legitim. Er hat darauf natürlich keine weiteren Schlußfolgerungen aufgebaut. Deswegen seine Ergebnisse, die wie gesagt auf belastbaren Daten beruhen, in Bausch und Bogen zu verwerfen, geht natürlich nicht an. Selbst wenn man Lynn beiseite ließe, gäbe es immer noch genug Daten, um die von ihm beschriebenen Rassenunterschiede zu belegen. 

Sie machen es sich entschieden zu einfach, und, ehrlich gesagt, erinnert mich ihre „Argumentationsweise“ an die von linken „Antirassisten“, die mit ähnlichen Unterstellungen und Verkürzungen arbeiten.

Interessant - wieder einmal: Danach wurde die Diskussion recht schnell geschlossen. Was einmal erneut zeigt: Daß alle Leser und Diskutanten eine einwandfreie Klärung der Zusammenhänge zwischen Genetik, Verhalten und den Unterschieden zwischen den Völkern bezüglich dieser Dinge wirklich verstehen, ist gar nicht das Anliegen der Internet-Seite von "Sezession". Man ist Teil der christ-katholischen Lobby in Deutschland und fühlt sich da geistigen Zusammenhängen verpflichtet, die selten deutlich genug nach außen zum Vorschein kommen. Sie werden aber immer wieder klar erkennbar. Auch in einem solchen Diskussionsabbruch. Man läßt auch einen Andreas Vonderach immer nur so lange reden, so lange es nicht ins Grundsätzliche geht und so lange aus der Forschung nicht gar zu deutliche Schlußfolgerungen gezogen werden in Richtung auf das Weltbild überhaupt.


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  1. Vonderach, Andreas: Kevin MacDonald und die jüdische Gruppenstrategie. Gastbeitrag in: Sezession 55, August 2013, https://sezession.de/47698/kevin-macdonald-und-die-juedische-gruppenstrategie
  2. Vonderach, Andreas: Völkerpsychologie - Was uns unterscheidet. 2014
  3. Vonderach, Andreas: Kommentare zu dem Artikel von Heino Bosselmann "Frauen in der Fremde". Auf: Sezession.de, 19. März 2013, https://sezession.de/37324/frauen-in-der-fremde

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