Dienstag, 6. März 2012

"Die Anwälte" (2009) - schon heute ein unheimlicher Kinofilm

Wer den Film "Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte" aus dem Jahr 2009 bisher verpaßt hat, kann ihn sich gegenwärtig frei im Netz ansehen, da er dort von verschiedenen Leuten hochgeladen worden ist. Aber auch ein käuflicher Erwerb des Filmes ist jederzeit empfehlenswert.

Hier auf dem Blog haben wir schon häufiger auf diesen Film und seine drei Hauptpersonen hingewiesen (1 - 3). Die Filmemacherin selbst wird heute ihren eigenen Film mit anderen Augen ansehen, seit im Juli letzten Jahres die Stasi-Vorwürfe gegen Horst Mahler bekannt geworden sind (4 - 6). Horst Mahler hat sie zurückgewiesen und seither ist darüber im Netz nichts Neues mehr berichtet worden.

Ströbele z.B. - gerade er! - erwähnt während des Filmes, daß die deutschen Geheimdienste aufgrund des RAF-Terrors ihren Personalbestand verzehnfacht haben. Sie haben ihn verzehnfacht und dennoch nur so magere Ergebnisse geliefert wie Winfried Ridder in seinem neuen Buch uns "erklären" will. Die Situation war damals schon so wie heute. - Alles zutiefst unheimlich.

Man hat von keinem dieser drei Anwälte je gehört, daß sie einen etwaig mit Hilfe der RAF durchgeführten Staatsterrorismus und eine "Strategie der Spannung" vehement kritisiert hätten. Wer hätte dies eher tun müssen, als diese drei? Warum hat Schily als Innenminister die Gelegenheit nicht genutzt, all die in seiner Biographie ungeklärten Fälle von vermutlichem Justizmord aufzuklären? Sie sind doch im Bereich seines Bundesministeriums geschehen? Zutiefst unheimlich.

Dieser Film ist gerade deshalb so unheimlich, weil man inzwischen deutlich genug ahnt und spürt, daß alle drei Anwälte in noch ganz anderer Weise in die Vorgänge involviert gewesen sein müssen, als sie es bis heute nach außen hin darstellen. 

Otto Schily redet am Ende (wohl) anthroposophisch von "Sieben-Jahr-Phasen" im Leben, weshalb er sich auch mit 77 Jahren aus seinem politischen Leben zurückgezogen hat. Und er spricht von "kosmischen Einflüssen" auf das eigene Leben. Er scheint also klar astrologiegläubig zu sein. Dieser Mann, der immer so "rational", "überlegt" und "überlegen" herüberkommt!

Horst Mahler sagt in dem Film die philosophisch interessantesten Sachen. Wahrscheinlich rechtfertigt er mit der Dialektik Hegels vor sich selbst auch eine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit Geheimdiensten und -organisationen. Doch auch hier stellt sich die Frage: Warum hat er mit dem von ihm im Interesse der Wahrheit gelebten "Widerspruch" die Existenz dieser Geheimdienste selbst nie vehement infrage gestellt? 

Nein, diese drei Anwälte gehören in die gleiche Kategorie eingeordnet wie Kriegsminister Joschka Fischer. In die Kategorie: Zutiefst unheimlich.

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1. Bading, Ingo: "Antideutsche" "Antifaschisten", der europäische Linksterrorismus und die Gruppierung "Arbeiterfotografie". GA-j!, 13.12.2009
4. Förster, Andreas: Sammelsurium von Stasi-Vermerken. In: Berliner Zeitung, 11.8.2011
5. Kellerhoff, Sven Felix: Stasi warb Mahler kurz vor Tod von Ohnesorg an. Welt, 1.8.2011
6. Stasi-Vorwürfe bringen Grünen-Urgestein unter Druck. Handelsblatt, 3.8.2011

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