Freitag, 9. Dezember 2011

Kriegerdenkmäler als Freimaurerdenkmäler - das Beispiel Tannenberg (1927)

"Mit den besten Empfehlungen" - der "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland"

Während man zur freimaurerischen Symbolik des "Kubus" im Netz recherchiert, weil das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig nach einigermaßen offizieller freimaurerischer Deutung, gültig seit etwa 1993, von einem halbierten Kubus gekrönt wird (!) (7), stößt man lächerlicherweise im Gegensatz dazu im Freimaurer-Wiki derzeit immer noch auf folgendes Zitat:

In Ludendorffs Schriften werden Kriegerdenkmäler (wie etwa das Münchner), die Kubusgestalt zeigen, als Freimaurerdenkmäler (...) bezeichnet. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß diese Zusammenhänge nur in Ludendorffs verwirrten Vorstellungen bestehen. 

So so! Also die Leute bei "Freimaurer-Wiki" sind ein bischen langsam von Begriff? Seit 1993 wissen Freimaurer auch ganz offiziell und nach außen hin von den freimaurerisch-okkulten Hintergründen des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig und seiner Bekrönung durch einen halbierten Kubus (7). Intern ist dies natürlich unter Freimaurern seit über hundert Jahren bekannt, seit der Planung des Denkmales selbst. Und dennoch werden Leuten, die derartiges schon viel früher auch öffentlich behauptet haben, immer noch "verwirrte Vorstellungen" unterstellt? Geht es noch? Wäre 1927 bekannt gewesen, daß die Krönung des Völkerschlachtdenkmals ein halbierter Kubus war - und vielen Freimaurern war das damals mit Sicherheit bekannt! - hätte man den Ludendorffs schon seit 1927 zumindest in diesem Punkt nicht von vornherein "verwirrte Vorstellungen" unterstellen dürfen.

Eine solche Chuzpe veranlaßt einen nun doch einmal, sich genauer anzuschauen, was die Ludendorffs da eigentlich behauptet hatten.

Abb. 1: Hindenburg legt am 18.9.1927 einen goldenen Kranz im Ehrenhof nieder

Doch vorweg: Die ARD-Fernsehdokumentation "Geheimnis der Freimaurer" (9), die auf dem Buch "Testament der Freimaurer" (7) beruht, wird gleich auf der Startseite des Internetportals der "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland" (Freimaurerorden) in der linken Spalte wörtlich "Mit den besten Empfehlungen ..." angepriesen:

ARD-Dokumentation
Jetzt den Videomitschnitt der umfangreichen Freimaurer-Dokumentation anschauen!

Damit erhält natürlich nicht nur die Dokumentation selbst, sondern auch das dieser zugrunde liegende Buch "Testament der Freimaurer" (7) ja wohl einigermaßen den offiziellen Segen von Freimaurer-Seite. Die freimaurerisch-okkulte Deutung, die in dem Buch "Testament der Freimaurer" dem Völkerschlachtdenkmal gegeben wird, kann also bei der "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland" keineswegs auf besonders großes Stirnrunzeln gestoßen sein. Im Gegenteil. Man scheint auf den Freimaurertempel Völkerschlachtdenkmal inzwischen einigermaßen stolz zu sein. Nicht mehr nur, wie bisher intern, sondern nun auch ganz offiziell nach außen hin.

Freimaurer-Kubus im Tannenberg-Denkmal von 1927?

Daß uns das hochgradig verwundert, bzw. ein bezeichnendes Licht auf die offizielle deutsche Freimaurerei von heute - und wohl damit auch auf die Freimaurerei überhaupt - wirft, werden wir in einem nächsten Beitrag noch genauer anhand des - merkwürdigen! - Buches "Testament der Freimaurer" behandeln (7). 

In dem vorliegenden Beitrag soll zunächst einmal noch den Zusammenhängen rund um das Tannenberg-Denkmal und den - laut Freimaurer-Wiki bezüglich Kriegerdenkmalen und freimauererischen Kuben - so "verwirrten" Behauptungen des Freimaurerkritikers Erich Ludendorff nachgegangen werden. Da er Freimaurerkritiker war, wird er wohl von vornherein völlig "verwirrt" gewesen sein. - ?

Am 18. September 1927 wurde das Tannenberg-Denkmal in Ostpreußen eingeweiht (Wiki) (28-34). Während ein Posaunenchor "Großer Gott, wir loben Dich!" spielte, legte Reichspräsident Paul von Hindenburg "im Ehrenhof" einen goldenen Kranz für die bei Tannenberg gefallenen Soldaten nieder (s. Abb. 1 und 2). Der anwesende Freimaurer- und Okkultismus-Kritiker Erich Ludendorff, der damals gerade mit dem Buch "Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse" seinen für die deutsche Freimaurerei doch recht einschneidenden Freimaurerkampf begonnen hatte, und deshalb anwesend war, weil es ohne ihn die ganze Feier, das Denkmal und die erfolgreiche Schlacht nie gegeben hätte, empfand den Ehrenhof und den Sockel, an dem Hindenburg den Kranz niederlegte, als einen Freimaurer-Kubus. Ebenso seine anwesende Frau Mathilde Ludendorff. Waren sie - - - "verwirrt"?

Abb. 2: Hindenburg legt am 18.9.1927 einen goldenen Kranz im Ehrenhof nieder (im Hintergrund Fahnen des Deutschen Ritterordens)

Neigen Feldherren einer der größten und bedeutungsvollsten Umfassungsschlachten der Weltgeschichte seit Hannibal zur - - - "Verwirrung"? Oder nahmen Erich und Mathilde Ludendorff 1927 nur Erkenntnisse in der Öffentlichkeit "vorweg", die die Freimaurerei erst ab dem Jahr 1993 auch offiziell einzugestehen sich bereit erklärte? Als sich niemand mehr großartig an solchen Erkenntnissen stoßen würde? Als niemand mehr freimaurerseitig glaubte erwarten zu müssen, daß sich noch jemand großartig an die vormals als "verwirrt" denunzierten Eheleute Erich und Mathilde Ludendorff erinnern würde?

Abb. 3: Tannenberg-Ehrenmal - Seine Lage in der Landschaft

Die Abbildungen 3 und 4 zeigen zunächst die Lage des Tannenberg-Denkmals in Ostpreußen vor 1945 in der Landschaft.

Abb. 4: Das Tannenberg-Denkmal - bis zum Umbau ab August 1934 (aus: Christa Mühleisen)

Abbildung 5 und 6 zeigen das Eingangsportal des Tannenberg-Denkmales anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 7. August 1934 (weitere Fotos: 30). Deutlich sind über dem Eingangsportal die zehn Schwerter zu sehen, die die Eheleute Ludendorff als einen freimaurerisch-kabbalistischen Lebensbaum empfanden.

Abb.: 5. Beisetzung Hindenburgs, 7. August 1934 (von Jan-Hendrik Wendler auf Panzer-Archiv; aus: "Der Husar" Nr. 69)

Interessanterweise wurde das Tannenberg-Denkmal nach dem August 1934 umgebaut. Darüber ist zu lesen (29):

August 1934 - bis August 1935
Das Denkmal wird nach Entwürfen der Gebrüder Krüger umgestaltet. Adolf Hitler hat persönlich Einfluß auf die Entwürfe genommen. Es entsteht die Hindenburggruft und der Denkmalshof wird neu gestaltet.

Hierbei wurde insbesondere der quadratische, kubusartige (?) Sockel im Zentrum des Denkmals (Abb. 4, 7 und 8) entfernt und eingeebnet und an seine Stelle ein großes Eisernes Kreuz in den flachen Boden eingelassen. Wollte Hitler damit ein "Ärgernis" beseitigen, das Freimaurerkritiker wie Ludendorff thematisiert hatten?

Abb. 6: Beisetzung Hindenburgs, 7. August 1934 

Der Sockel im Zentrum des Denkmals sieht aber auch schon auf allen Fotos nach der Einweihung anders aus, als während der Einweihung am 18.9.1927. Während der Einweihung (Abb. 1 und 2) steht Hindenburg nur vor drei Treppen, hinter denen nur ein kurzer Weg zu einem kahlen Betonsockel führt. Später (Abb. 4, 7 und 8) ist dieser quadratische, kubusartige (?) Sockel von allen Seiten mit Steinplatten verkleidet und eine breitere, schräge Rampe mit sieben Treppenstufen führt von allen Seiten zu ihm hin. Auf dem Sockel steht ein hohes, christliches Kreuz.

Abb. 7: Beisetzung Hindenburgs: Sieben Treppenstufen führen über eine Rampe zum Sockel

Auf zahlreichen Fotos kann man im Netz diesen quadratischen, kubusartigen (?) Sockel sehen (Beispiele: a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k). Und ebenso das in den Boden eingelassene flache Eiserne Kreuz nach dem Umbau, also nach 1935 (Beispiele: a, b, c, d, e). 

"Verwirrte Freimaurerkritiker" von 1927 unterstellen  freimaurerische Symbolik am Tannenberg-Denkmal

Wie plausibel ist es nun, diesen zentralen Sockel als einen "Kubus" anzusprechen? Das muß noch weiteren Recherchen überlassen bleiben. Auf den ersten Blick zurückweisen möchte man diese These jedenfalls nicht mehr, seit man um die Deutungen der Krönung des Völkerschlachtdenkmals durch einen halbierten Kubus (7) weiß. Auch im Zentrum des Tannenberg-Denkmales könnte es sich um einen halbierten oder ganzen Kubus gehandelt haben, auf dem man - wie auf dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig - aus feierlichen Anlässen ursprünglich (d. h. ohne das Kreuz) Feuer hätte entzünden können.

Abb. 8: Tannenberg-Denkmal - Ehrenhof

Im folgenden soll zunächst nur noch zitiert werden, was Erich und Mathilde Ludendorff über dieses Tannenberg-Denkmal in ihren Lebenserinnerungen schreiben. Da es in diesem Beitrag nur um Freimaurerei und Okkultismus geht, wird zitiert - soweit möglich - unter Weglassung antisemitischer Bezüge. Über den Tag vor der Einweihung des Tannenberg-Denkmales schreibt Erich Ludendorff (33, S. 103):

Am Nachmittag war ich in Hohenstein, wo mir der Erbauer des Denkmals vorgestellt wurde. Ich kannte es noch nicht und machte mir auch nach den Plänen noch keine richtige Vorstellung von dem Denkmal. Leider habe ich mir die gegebenen Abmessungen nicht gemerkt; sie würden mir gewiß den Beweis noch erleichtert haben, den ich alsbald führte, daß das Denkmal eine Verhöhnung Deutschen Heldentums darstellt. (...) Freimaurer und, wie ich auch später feststellte, christliche Baumeister lieben es, durch Künstler unerkannt Deutsch-völkische Kraftäußerungen zu verhöhnen und ihr eigenes Wollen darzustellen. Um dies zu erkennen, gehört allerdings eingehendes Studium (...) freimaurerischer Symbolik, der Kabbalistik und ihrer Zahlenmystik dazu. 

Wären diese Worte in Bezug auf das Völkerschlachtdenkmal gesagt worden, könnten wohl heute die Freimaurer keinen Anlaß mehr sehen, ihnen zu widersprechen. - ? Natürlich ist "Verhöhnung" ein Wort, das die Freimaurer Rolf Affeldt und Frank Heinrich nicht benutzen (7). Sie empfinden es nicht als einen Hohn, wenn man als Freimaurer Nichtfreimaurern ein Denkmal voller freimauerischer Symbolik und voll freimaurerischen Hintersinns erbaut und dieselben es aufwändig und wiederholt feiern läßt, ohne über 90 Jahre lang diesen Nichtfreimaurern etwas über diese Symbolik und diesen Hintersinn zu sagen. Wer nicht Freimaurer ist, wird dies aber wohl schon auch als eine Verhöhnung aller Nichtfreimaurer, bzw. aller Nichteingeweihten empfinden können, ganz unabhängig von dem Sinn der geheimen Symbolik, die da ausgebreitet wird. Übrigens auch als eine Verhöhnung all derer Nichteingeweihten, die mit Geldspenden den Bau gefördert haben.

Eine Verhöhnung von Nicht-Freimaurern?

Ludendorff schreibt jedenfalls weiter (33, S. 105-110): 

Am 18.9. fand nun die Übergabe des Denkmals an das Deutsche Volk statt. Der Tag brachte wiederum recht Eigenartiges. (...) Meine Frau und ich sahen jetzt das Denkmal zum erstenmal. Es ist eine weite, mit hohen Mauern eingeschlossene Anlage, über die 8 schwere Türme hinausragen. Es liegt wie eine finstere Zwingburg auf Deutschem Lande; nicht das geringste ist Deutsch an ihm. Alle Erklärungen, die später für diesen Bau gegeben wurden, es sei wenigstens im Grundriß Nachahmung alter nordischer Anlagen, ist töricht. Auch auf alte Bauten in Dalmatien wurde hingewiesen. Alles bricht vor der Tatsache zusammen, daß über der Tür des Eingangsturmes, über der zunächst ein Schwert angebracht werden sollte, zehn Schwerter sich zeigten, die in einer Form verteilt waren, die jedem Kabbalakenner sofort den jüdisch-kabbalistischen Lebensbaum, das Zeichen jüdischer Weltherrschaft und des Unsterblichkeitwillens des jüdischen Volkes, erkennen ließ. Damit war das Denkmal zum Jahwehdenkmal zur Verhöhnung Deutscher Kraft und Deutschen Lebenswillens in der Zukunft gestempelt. (...) Erschüttert blickten meine Frau und ich uns an.

Den Bezug zum kabbalistischen Lebensbaum wird man nicht so ohne weiteres von der Hand weisen wollen und können. Dabei wäre noch zu klären, ob der hier gegebene Sinn dieses kabbalistischen Lebensbaumes plausibel gemacht werden kann.

Abb. 9: Der kabbalistische Lebensbaum (aus: 36)

Dies scheint der Fall zu sein (s. Abb. 9, bzw.: 36, S. 102). Jedenfalls wünscht man sich allmählich über das Tannenberg-Denkmal ähnliche Studien, wie sie über das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig von Freimaurer-Seite aus seit 1993 veröffentlicht werden (7, 9). Erich Ludendorff schreibt weiter:

Nach der lange währenden Vorbeifahrt an den Fronten (der aufgestellten Krieger- und Regimentsvereine) fand nun noch eine Feier im Innern des Hofes der weiten Denkmalsanlage statt.
Durch die Eingangspforte, über der der kabbalistische Lebensbaum (...) an Stelle des ursprünglich geplanten Schwertes prangte, schritten wir in den inneren Hof. Auf den Umgängen auf halber Mauerhöhe zwischen den Türmen standen Abordnungen von Kriegervereinen, des Stahlhelms, des Jungdeutschen Ordens usw., alles Verbände, die mehr oder weniger freimaurerisch und römisch beeinflußt waren, mit ihren Fahnen. Posaunenkorps bliesen den Choral "Großer Gott wir loben Dich", evangelische Jungmännervereine sangen ihn. Die Jahwehfeier war fertig. Unter diesem Liede wurden Ketzer zum Scheiterhaufen geführt; und damit gar kein Zweifel über das Wesen der Denkmalsanlage sein konnte, wehten die Fahnen des Deutschen Ritterordens, der Deutsche heidnische Stämme Ostpreußens zu Ehren Roms vernichtet hatte, auf den Türmen. Das Ganze erschütterte mich tief, aber damit nicht genug; in der Mitte des inneren Hofes stand ein gewaltiger Kubus (...). Ihm gegenüber nahmen wir Aufstellung, und während die Musikaufführung weiterging, legte der Reichspräsident mit dem Gelöbnis der Treue gegenüber den toten Helden einen goldenen Kranz auf dieses Sinnbild der Jahwehherrschaft. Die Feier ist mir unvergeßlich geblieben, sie müßte dem gesamten Deutschen Volke tief in das Gedächtnis eingegraben sein und ihm zurückrufen, wohin es durch die Christenlehre kommen kann. (...)
Meine Frau schrieb nach der Rückkehr (...) sofort eine Abhandlung (...) "Das Jehovadenkmal bei Tannenberg". 

In Mänteln des Deutschen Ritterordens feierte die SS übrigens auch während des Dritten Reiches am Völkerschlachtdenkmal von Leipzig (7). Das Völkerschlachtdenkmal wurde übrigens ebenfalls unter Ausnutzung des jugendlichen Idealismus des nichtsahnenden deutschen Turnerbundes zu einer Freimaurerfeier umgestaltet (7). Mathilde Ludendorff schreibt in ihren Lebenserinnerungen (34, S. 174-176):

Am nächsten Tage, dem 18. 9. sollte nun die große Feier sein. Es regnete und stürmte etwas, wir selbst aber freuten uns der Tage an den Gedenkstätten, und mein Mann erzählte mir gar manches von jenen Tagen der Schlacht, das ihn neu bewegte. (...)
In dem Umhang, den er bei der Schlacht getragen hatte, bot er den schönen Anblick voller Frische. (...) Der Wagen wurde mit Blumen überschüttet. (...) 
Bald darauf herrschte der gleiche Jubel bei den großen Menschenmengen vor dem Denkmal. Wir aber erlebten indessen unser Erschrecken über das Denkmal selbst: 10 Schwerter waren an der Wand des Eingangstores in Form des heiligen Symbols der Freimaurerlogen, des kabbalistischen Lebensbaumes, angebracht! Welche Verhöhnung der Schlacht von Tannenberg. Nicht umsonst waren wir in die Kabbala eingeführt worden. "Dann ist auch sicher im Hof der Kubus der Gerechtigkeit", sagte mein Mann.

Diese Zitate sollen einmal so im Raum stehen bleiben. Man würde aber gerne von Freimaurerseite - aus heutiger Sicht - hören, warum diese Deutungen des Ehepaares Ludendorff gar so "verwirrt" gewesen sein sollen, als die sie nun über 80 Jahre lang dargestellt werden - heute immer noch auf Freimaurer-Wiki -, obwohl inzwischen bekannt ist, daß schon 1913 das größte Kriegerdenkmal der Welt mit einer Fülle freimaurerisch-okkulter Geheimsymbolik ausgestattet worden ist. Wie konnte man da 80 Jahre lang die Stirn haben, Freimaurerkritiker wie Erich und Mathilde Ludendorff - zumindest in dieser Sache - von vornherein für "verwirrt" zu erklären? Obwohl doch viele Freimaurer wissen mußten, daß diese Unterstellung der "Verwirrung" zumindest in diesem Punkt aus heutiger Sicht vollumfänglich als Lüge und Irreführung bezeichnet werden muß?

Steht nicht auch von Freimaurer-Seite aus eine Studie an - wie sie von christlicher Seite schon geleistet worden ist (35) -, in der man - so wie von christlicher Seite aus den Christentumskritikern Erich und Mathilde Ludendorff - die Schärfe der Bekämpfung, Beschimpfung und Verleumdung der Freimaurerkritiker Erich und Mathilde Ludendorff endlich einmal zurücknimmt? So wie man das von christlicher Seite aus den Christentumskritikern gegenüber schon längst getan hat (35)?

Wer seine Geschichte neu schreibt - und das tut die deutsche Freimaurerei zusammen mit Rolf Affeldt und Frank Heinrich (7) - muß sie konsequent und folgerichtig nach allen Richtungen hin neu schreiben.


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  1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. R.v.Decker's Verlag, Berlin 1918 (Scribd)
  2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
  3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
  4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
  5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
  6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
  7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, Leizpig 1999
  8. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
  9. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
  10. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.200823.30 UhrPhoenix, 10.2.2009Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.20093Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr3Sat, 17.7.2011MDR, 12.6.2011Phoenix, 26.11.2011 (Google VideoVeoh)
  11. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
  12. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
  13. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
  14. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
  15. Treffpunkt Leipzig: Auf den Spuren der geheimnisvollen Freimaurer.
  16. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
  17. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977
  18. Kallmeyer, Ernst: In Harmonie mit den Naturgesetzen. Die echte Geistes- und Körperpflege (mit einigen Abb., Illustrationen) Verlag der Buchhandlung Erdsegen, Brannenburg/Obb. 1908 (274 S.) (Themen: Esoterik, Krankheit, Gesundheit, Erkenntnis, Leid überwinden, Lebensernergie, Gott, Ehe, Fruchtesser, Ernährung, Nacktkultur)
  19. 17. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Künstlerische Gymnasik. Harmonische Körperkultur nach dem amerikanischen System Stebbins-Kallmeyer (mit 137 Abbildungen). Kulturverlag 1910 (184 S.)
  20. 18. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Harmonische Kultur. Monatsschrift für Körper-, Seelen- und Geistespflege. Kulturverlag 1911
  21. 19. Kallmeyer, Ernst: Ludendorff anti Freimaurerei, ein Schlag ins Wasser. Davidsstern, Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung. Verlag Triasmus, Hamburg 1927 (31 S.)
  22. 20. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Dynamisches Atmen. 1928 (vgl. Wedemeyer-Kolwe, S. 167, Anm. 174)
  23. 21. Kallmeyer, Ernst: Leben unsere Toten? Eine Weltanschauung als Antwort. (Freie Religion/Lebensweisheit) Kultur-Aufbau-Verlag, Stuttgart 1946 (47 S.)
  24. 22. Wedemeyer-Kolwe, Bernd: "Der neue Mensch". Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 (Google-Bücher) (520 S.)
  25. 23. Linde, Bernhard: Vril. Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (121 S.) (Amazon); "Ergänzte Neuauflage" (in Bearbeitung?)
  26. 24. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972)GA-j!, 4.3.2011
  27. 25. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ..."  Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. GA-j!, 22. April 2011
  28. 26. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde. GA-j!, 29. April 2011
  29. 27. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde II. GA-j!, 30. April 2011   
  30. 28. Tietz, Jürgen: Das Tannenberg Nationaldenkmal. Verlag Bauwesen 1999
  31. 29. Grünwald, Andreas: Das Reichsehrenmal Tannenberg. Auf: http://tannenberg-denkmal.de/ 
  32. 30. Springer, Andreas: Das Tannenberg-Nationaldenkmal. Internetseite.
  33. 31. Mühleisen, Christa: Generalfeldmarschall und Reichspräsident  Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorf und von Hindenburg. Sein Leben in Wort und Bild in 8 Teilen. 09.06.2006 
  34. 32. Koch, Christian: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal. Masterarbeit. GRIN-Verlag 2008 (Google Bücher
  35. 33. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band: Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
  36. 34. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen mein Leben. Franz von Bebenburg, Pähl 1967
  37. 35. Schnoor, Frank: Mathilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Diss. Deutsche Hochschulschriften, Kiel 1998
  38. 36. Bischoff, Erich: Die Kabbala. Einführung in die jüdische Mystik und Geheimwissenschaft. Leipzig 1923; zit. n. Marga Schiller: "Din". In: Am Heiligen Quell Deutscher Kraft, Folge 10, 20. 8. 1934, S. 394f

Donnerstag, 8. Dezember 2011

"Ganz oben gibt es keine Moral"

Ken Jebsen, der rbb-Radiomoderator, sagt das gleiche wie unser Blog

Radiomoderator Ken Jebsen
Ken Jebsen. Diesen Namen hatten wir bisher nicht gekannt. Dazu hätte man nämlich Sonntag nachmittag den Sender "Fritz" vom RBB hören müssen. Aber "zum Glück" gibt es Henrik M. Broder und er hat uns auf ihn aufmerksam gemacht  (Wiki, Achse, 6.11.11). Und auch Eva Herman hat dann seinen Fall aufgegriffen (Kopp, 05.12.11).

Henrik M. Broder hatte eine privaten Email des Ken Jebsen an einen Hörer von Ende Oktober veröffentlicht. Daraufhin gab der RBB (Radio Berlin-Brandenburg) seine länger als zehn Jahre währende Zusammenarbeit mit Ken Jebsen auf.

Es macht durchaus Sinn, sich diese Email einmal genauer anzuschauen und dazu soll der vorliegende Beitrag dienen (Kleinschreibung und Rechtschreibfehler korrigiert, Hervorhebungen nicht im Original):
Wie gesagt, es ist völlig sinnlos, sich mit Ihnen zu unterhalten. Das ist wie wenn ich versuche, Jehovas Zeugen oder Scientologie-Mitglieder zu überzeugen. Sie sind unfähig, aus ihrem Käfig zu treten.
Was ist das größte Problem der Juden? Ihre Führer. Also wie in der Restwelt auch. Henry Kissinger - selber Jude - hat für Juden überhaupt nichts übrig. Er hat selber gesagt, als er von russischen Juden gebeten wurde, ihre Ausreise nach Israel zu ermöglichen, daß für ihn eine Vergasung der russischen Juden höchstens ein ökonomisches Problem sei.
Henry Kissinger wurde 1923 in Fürth geboren und emigrierte 1938 in die USA. Der Satz muß also lange nach dem Zweiten Weltkrieg gesprochen worden sein. Und warum er damals noch von Vergasung gesprochen haben soll, wird hier nicht so recht klar.

"Welche Moral hatten Allen Dulles und Co.?"

Jebsen weiter:
Sie brauchen mir keine Holocaust-Informationen zukommen lassen. Ich habe mehr als Sie. Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat. Der Neffe Freuds. Bernays. In seinem Buch Propaganda schrieb er, wie man solche Kampagnen durchführt. Goebbels hat das gelesen und umgesetzt. Ich weiß, wer die Rassend(eb)atten im NS-Reich möglich gemacht hat. IBM mit Hollerithmachinen. Ich weiß, wer während des gesamten Krieges Deutschland mit Bombersprit versorgt hat. Standart Oil, also Rockefeller.
Und was macht die CIA seit ihrer Gründung? Sie unterstützt jeden Dikator, wenn er ihr nützt. Dabei setzte sie Alt-Nazis ein bis in die 90iger. Welche Moral hatten Allan Dulles und Co.?
Gar keine. Es geht nur um Macht und Cash und wer dabei über die Klinge springt, ist völlig nebensächlich.
Das sind alles Thesen, denen wir auch hier auf dem Blog nachgegangen sind und nachgehen. Das sind die Thesen des amerikanischen Historikers Anthony C. Sutton. Es sind die Thesen, die Karlheinz Deschner in "Der Moloch" vertreten hat. Es sind Thesen, die - etwa - in dem Bertelsmann-Bestseller "Das schwarze Reich" verfolgt werden. Nämlich daß das Dritte, das "schwarze" Reich über seine diversen elitären Steigbügelhalter an die Macht gebracht wurde, um es dann nur sechs Jahre später in einen Krieg verwickeln und zerschlagen zu können. Wobei der Völkermord an den Juden für diese Mächte ganz nebensächlich war. Die gleiche Masche, die Allen Dulles und der CIA danach noch zig mal wiederholt haben und weiter wiederholen wollen.

"Die ganz oben lassen uns wie Marionetten tanzen ..." 

Jebsen in diesem Sinne weiter:
Vergessen Sie alle Einzelschicksale. Es geht um die große Sache derer, die ganz oben uns alle wie Marionetten tanzen lassen. Da spielt Religion überhaupt keine Rolle. Ob Sie Jude, Christ, Moslem, Buddhist oder FASCHIST sind. Egal. Wenn es der Sache dient!
Tja, Henrik M. Broder hat mit solchen Aussagen ein Problem. Dann weiß man ja jetzt, was man von seiner, ach so "politisch unkorrekten" "Achse des Guten" zu halten hat. Sie kennt auch - wie alle anderen "politisch Korrekten" - die schlimme "Achse des Bösen", die es aus allen einflußreicheren Stellen des Medienwesens hinauszuwerfen gilt. Jebsen weiter:
Ich weiß exakt, wovon ich rede, denn ich habe jede Menge Länder in den demokratisiert bin bereist. (Sinn etwas unklar!) Ich war in Israel und habe mit Holocaust-Opfern gesprochen. Sie selber finden es widerwärtig, was in ihrem Namen passiert.
Ich selber habe iranische und jüdische Wurzeln aber eben auch Verwandte auf der ganzen Welt. Es geht nie um den Menschen und Frieden. Es geht um Macht. Und Krieg ist da ein super Geschäftsmodell.
Sein Vater ist Iraner, seine Mutter Deutsche. Ken Jebsen kennt den Iran gut und hat deshalb noch einen ganz anderen Blick auf die politischen Weltereignisse als die meisten "Nur-Deutschen". (Siehe sein Youtube-Portal.) Jebsen weiter:
Das alles ist nur anwendbar, wenn man die Informationen lenkt. Das passiert. Auf allen Seiten. Aber wer bezahlt?
SIE? ICH?

Passiv. Aber was ist mit den aktiven Opfern?

Mir geht es ausschließlich um diese Menschen und es ist mir egal, welchen Pass sie haben, welche Religion oder was auch immer. Was wollen die Macher von uns? Daß wir unser Feindbild immer schön aufrecht erhalten, damit man uns benutzen kann. Ich lasse mich nicht benutzen. Das ist meine Erfahrung und mein Resumee aus Krieg. Es gibt nur Verlierer.
Außer die, die das alles aus sicherer Entfernung inszenieren.

Fazit? Ganz oben gibt es keine Moral. Und der einzelne spielt keine Rolle. Ich gehe überhaupt nicht davon aus, daß sie und ihr Schwarz-Weiss-Feindbild zu erschüttern sind, denn wie sagte schon Weizsäcker. Eine vorgefaßte Meinung ist schwerer zu zertrümmern als ein Atom.
Genau. Ich - und ich denke, der größte Teil meiner Generation und der jungen Menschen - haben es aber satt. Wir können sehr wohl friedlich miteiander leben, wenn man uns denn ließe. Aber das ist eben überhaupt nicht gewünscht. Die Politik der Spannung ist das erklärte Ziel. Ich spiele dabei aber nicht mit. Ich drücke auch keinen Abzug für die gerechte Sache oder sage Ja zur NATO-Bombardierung Libyens und 26.000 Einsätzen.
"Politik der Spannung"

Über "Politik der Spannung" kann man - zum Beispiel - in Regine Igel's "Terrorjahre" nachlesen. Jebsen weiter:
Das alles ist Politik von Menschenfeinden, kalten Kriegern, Machtmenschen. Diese Menschen haben keinen Respekt vor dem Leben.
Die Erde ist rund. Der Kopf ist rund. Damit das Denken die Richtung wechseln kann. Einfach mal ausprobieren, an seinen “Erzfeind” unvoreingenommen heranzutreten und sich davon zu überzeugen, daß es sehr wohl viele gemeinsame Nenner gibt. Ob wir auf diese mal aufbauen? Oder doch die nächsten 30 Jahre uns immer weiter die Köpfe einschlagen?
Dieser Planet hat schlicht die Zeit nicht, sich mit dieser Steinzeitmethode vor dem globalen Kollaps zu retten.
Bleiben Sie in ihrer Ecke und verschanzen Sie sich hinter “geschichtlichen Tatsachen“. Ich versuche lieber, selber Geschichte neu zu schreiben, indem ich meine Hand ausstrecke. Weniger Hass könnte auch Ihnen nicht schaden. Er vergiftet alles.
Soweit diese Email, die Henrik M. Broder und der jüdischen Gemeinde in Berlin nicht gefallen hat. Da scheint sich wohl jemand - - - angesprochen gefühlt zu haben? - - - Eigentlich schade! Man hätte es lieber gesehen, Broder und die jüdische Gemeinde hätten sich durch diese Email nicht angesprochen gefühlt.

Der amerikanische Politikwissenschaftler Norman Finkelstein wußte auch, "wer den Holocaust als (!!!) PR erfunden hat". Noam Chomsky und Robert Trivers wissen es auch (1).

Das ist eine absolut zulässige, ja, notwendige Sache zu wissen, wer den Holocaust "als" (!!!) Public-Relation-Aktion erfunden hat. Der ukrainische Hungerholocaust wurde von den Nazis noch nicht einmal "als" Public-Relation-Aktion erfunden, geschweige daß sie ihn als geschichtliche Tatsache besonders gewürdigt hätten. (Von den westlichen Demokratien ganz zu schweigen.) Daß "Public Relation" und Propaganda die Wirklichkeit "neu erfinden", ganz unabhängig davon, wie die Wirklichkeit aussieht, das wissen wir schon seit Walter Lippman ("Öffentliche Meinung"). Wer nicht zwischen Wirklichkeit und "Public Relation" so zu unterscheiden gelernt hat, wie das für Ken Jebsen selbstverständlich ist, oder wer das nicht aushalten kann, daß Leute unterscheiden, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen. - - - Oder er hat ein schlechtes Gewissen.

Der Holocaust als geschichtliche Tatsache ist etwas anderes als der Holocaust als Public Relation-Aktion. Im Angesicht von zig Millionen Mordopfern des Kommunismus bedurfte es der "Public Relation", um den Holocaust als etwas viel Schwerwiegenderes in den Köpfen zu verankern als - etwa - die Verbrechen und Morde des Kommunismus. Wer die Email von Ken Jebsen anders liest, über dessen Motive und Denkweise kann man nur spekulieren.

Oder hatte man Ken Jebsen schon länger "auf dem Kieker" und hat nur auf eine Holocaust-Äußerung von ihm gewartet, um ihn abzuschießen? Was er in seiner neuesten 14-minütigen Youtube-Ansprache über den geplanten Krieg gegen den Iran sagt, macht ihn vielleicht auch sonst ... "mißbliebig"?


Die Programm-Direktorin des RBB ist katholische Theologin. Von einer Moral des Standhaltens im Sinne der Meinungsfreiheit hat sie offenbar während ihres Theologie-Studiums nicht so viel gehört.

Alles, was in der zitierten Email von Jebsen steht und was er sonst sagt, muß Platz haben im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und nicht nur dann, wann es "Hofnarren" sagen. Dafür bezahlen wir ihn. Und wir  wollen nicht weiter von Theologen und Meinungshütern bevormundet werden.

Ergänzung (9.12.11): Auf dem "Jacob Jung Blog" wird das inkriminierte Zitat über den Holocaust noch präziser eingeordnet, als es hier in diesem Beitrag geschehen ist, indem zitiert wird, was Edward Bernays in seiner Autobiographie 1955 geschrieben hat, und auf was Ken Jebsen offenbar angespielt hatte.


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1. Bading, Ingo: "Zerreißen will ich das Geweb der Arglist ...". Er hat die Schnauze voll: ein Nobelpreisträger. Studium generale, 7.6.2007

Samstag, 3. Dezember 2011

Freimaurerlogen vertreten die Kirchenfreien bei der Europäischen Union - ganz offiziell

Die EU - Eine Bananenrepublik, eine Priesterdiktatur - oder beides?
- Der derzeitige Präsident des Europäischen Parlaments sagt: "Die moralischen Grundlagen und Werte der EU werden in Kirchen und Freimaurerlogen geformt." 

Nein. Verschwörungstheorien braucht man wirklich nicht mehr basteln, wenn es um die Freimaurerei geht. Die Wirklichkeit übertrifft jede Theorie. Und wer meint, der Ausdruck "Bananenrepublik" würde nur auf Deutschland passen, der hat sich wahrlich noch nicht genügend mit dem beschäftigt, was da in Brüssel - oder andernorts in Europa - "abgeht" und wofür sich nur die wenigsten zu interessieren scheinen (Wissenrockt, 01.12.11). 

In Brüssel wird derart schamlos offen und schrill Lobbypolitik im Sinne der bibelgläubigen Priesterkirchen getrieben, daß einem die Haare zu Berge stehen. Aber nicht nur in ihrem Sinne! Sondern wenn man einen "Ausgleich" zu dieser bibeltreuen Lobbypolitik schaffen möchte, ruft man sich, ja, Sie hören recht, ganz offiziell: - - - die bibeltreuen Freimaurerlogen herbei. Freimaurer, die natürlich ebenso wie die Priesterkirchen durchgängig "lupenreine Demokraten" sind und ebenso durchgängig wie die Priesterkirchen auf "lupenrein demokratischen" Wegen in ihre Ämter gekommen sind.

Glaubt denn da überhaupt noch jemand, auf "das Volk" oder auf die europäischen Völker Rücksicht nehmen zu müssen? Lebt da eine Elite in ihrer völlig eigenen Welt?

Und da wollen jetzt Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und all ihre "netten" Kollegen noch mehr Souveränitätsrechte des deutschen Volkes und Staates auf diese völlig verrückt gewordene EU-Kommission mit ihrem derzeitigen Präsidenten José Manuel Barroso übertragen? Wohl weil nur dort in noch schamloserer Offenheit das gesagt und getan werden kann, was man auf nationaler Ebene - leider, leider! - derzeit nur "verschleiert" und "durch die Blume" sagen und tun kann?

"Philosophische Organisationen" für die Europäische Union

Da ist also im Vertrag von Lissabon, der seit 2009 in Kraft ist, in Artikel 17 festgelegt worden, daß die EU regelmäßig sowohl mit religiösen als auch mit „philosophischen und nicht-konfessionellen Organisationen“ in Dialog treten muß. Wahrscheinlich diente dieser Artikel auch nur der Schönfärberei des übrigen Vertrages und war deshalb - ausnahmsweise - einmal gar nicht so dumm. Aber in welch naiver, bodenlos-schamloser, schriller Weise der derzeitige EU-Präsident Barroso und der derzeitige Präsident des Europäischen Parlamentes Jerzy Bruzok diesen Artikel zur Ausführung bringen, dafür fehlen einem schlicht die Worte.

Da leben also in der Europäischen Union nun annähernd 500 Millionen Menschen. Von diesen sind rein nominell 82 % Christen, bzw. - rein nominell - über die Hälfte katholisch und - rein nominell - gut ein Viertel evangelisch. Unter den Christen sind also 2/3 Katholiken und 1/3 Protestanten. Rein nominell. Die meisten von ihnen sind natürlich Namenschristen. Die wenigsten von ihnen glauben noch an den Quark, der in diesen Kirchen gelehrt und fabriziert wird. Aber nur 14 % der EU-Bürger haben die Konsequenz gezogen und gehören auch offiziell keiner bibelgläubigen Religion mehr an. Mit diesen Angaben haben wir derzeit 96 % der EU-Bürger - rein nominell - weltanschaulich eingeordnet. 2 oder gut 3 % sind außerdem derzeit Moslems, 1,4 % sind Bahai oder Sihk, 0,2 % sind Anhänger der jüdischen Religion, 0,1 % sind Anhänger des Hinduismus und 0,1 % sind Anhänger des Buddhismus (Quelle). Und nur nebenbei - weil das so abstruser Weise unten wichtig werden wird: Der Anteil der Freimaurer an der EU-Bevölkerung wird wohl nur mit mehreren Stellen hinter dem Komma einigermaßen adäquat wiederzugeben sein. Denn "obere Zehntausend" kommen in Millionenvölkern nur mehrere Stellen hinter dem Komma zum Tragen. - Nicht so in der Europäischen Union. Dort hat man "Chuzpe". Aber nicht zu wenig.

Der Portugiese José Manuel Barroso

Schon seit 2005 und ganz ohne Lissabon-Vertrag - also ganz "freiwillig"! - lädt EU-Präsident Barroso alljährlich hochrangige Vertretern von "Christentum, Judentum, Islam, der Sikh- und der Hindu-Gemeinschaften" zu sich zum Gespräch. Wir greifen willkürlich dazu seine Presseerklärung vom 19.7.2010 heraus.

Unter den im Jahr 2010 von Präsident Barroso eingeladenen 25 religiösen "hochrangigen Vertretern" besitzt die jüdische Religion, der nur 0,2 % der EU-Bürger angehören, ebenso vier Vertreter wie die islamische Religion, der nur gut 3 % der EU-Bürger angehören, wie die östlich-orthodoxe Religion, der ungefähr nur ebenso wenige EU-Bürger angehören werden, wie der islamischen Religion, wie die evangelischen Kirchen, der aber nun gut ein Viertel (!) der EU-Bürger angehören, wie die römisch-katholische Kirche, der nun gut über die Hälfte (!) der EU-Bürger angehören. Hat man seit 2005 von den großen christlichen Kirchen irgendwelche Proteste gegen einen solchen merkwürdigen "Proporz" gehört?

Jüdische, moslemische und orthodoxe Priester überproportional vertreten - warum?

Und wenn nein: Warum nicht? Glaubt man, die 82 % nominelle Christen in Europa ebenso gut durch jüdische "Großrabbiner" ("Exzellenzen"!), moslemische "Imame" und orthodoxe Metropoliten vertreten zu können, wie durch evangelische, anglikanische oder katholische Bischöfe und Prälaten? Hauptsache bibelfest? Hauptsache Jahweh-gläubig? Jedenfalls: Ein "schönes" Volk, was da alljährlich das Ohr des Präsidenten der Europäischen Kommission findet. Fast möchte man meinen, sie finden so leicht Zugang zum Präsidenten der Europäischen Kommission wie zu ihrem eigenen Gott. Aber so weit wollen wir denn doch nicht gehen ... Schließlich sind es lauter Bischöfe, Prälaten, Kardinäle, Großrabbiner. Die haben natürlich ein dicken Stein im Brett ihres Gottes.

Hier also der Vollständigkeit halber die Teilnehmerliste vom 19. Juli 2010 der eingeladenen 25 kirchlichen Vertreter:

- ein Bischof der anglikanischen Kirche

- vier Vertreter der reformierten Kirchen (ein Prälat als Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Europäischen Union, der Lutherische Bischof von Kopenhagen, der Bischof der evangelischen Kirche in der Slowakei, der Präsident der protestantischen Kirchensynode von Belgien)

- ein Vertreter der Konferenz der europäischen Kirchen (der Metropolit von Frankreich)

- vier Vertreter "islamischer Gemeinschaften" (der Rektor der Großmosche von Paris, ein Imam der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion, ein Generalsekretär des muslimischen Rates von Britannien, ein Imam als Vizepräsident der islamischen Gemeinschaft in Italien)

- ein Vertreter der Hindu-Gemeinschaften (ein geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein)

- ein Vertreter der Sikh-Gemeinschaften (der Vorsitzende der ... ähm ... "Guru Nanak Nishkam Sewak Jatha")

-  vier "jüdische Führer" ("jewish leaders") (der Großrabbiner von Frankreich Gilles Bernheim, der Großrabbiner von Europa Albert Guigi, der Chefrabbiner von Polen, Michael Schudrich, der Richter am Rabbiner-Gerichtshof der Vereinigten Synagoge des Vereinigten Königreichs) 

- vier Vertreter der orthodoxen Kirchen (der Bischof von Griechenland, der Metropolit von West- und Mitteleuropa, sowie der orthodoxen Kirche von Bulgarien, der Repräsentant der orthodoxen Kirche von Rumänien und der Repräsentant der Orthodoxen Kirche von Zypern)

- vier Vertreter der römisch-katholischen Kirche (der Kardinal von Budapest, der Bischof von Bratislava, der Bischof von Rotterdamm und ein Sekretär vom Vatikan).

Irgendwie nehmen sich die vier römisch-katholischen Bischöfe sehr "bescheiden" aus. Das ist man von der katholischen Kirche sonst gar nicht gewohnt. Sie scheinen noch auf anderen Kanälen Einfluß nehmen zu können und werden auf so offizielle Delegationen deshalb keinen großen Wert legen. ... Mutmaßen wir mal. Aber was für eine wahnsinnige Verteilung. 22 der 25 Priester beten den Gott der Bibel an, Jahweh. Die restlichen drei irgendwelche indischen Gottheiten. Krishna und so.

Die restlichen vier Vertreter von 25 verteilten sich mit je einem auf die anglikanische Kirche, auf einen Metropoliten von Frankreich (- wohl ebenfalls orthodox, womit diese sogar auf fünf Vertreter kämen) und je einen Vertreter der Hindu und der Sikh. Warum die jüdische, die östlich-orthodoxe und die islamische Religion so außerordentlich überproportional vertreten sind, und nicht ebenfalls nur höchstens einen Vertreter zu dem Ohr des Präsidenten der Europäischen Kommission schicken dürfen, kann nur auf Gründen beruhen, die sich jeder säkularen Logik entziehen und stattdessen einer inhärenten monotheistischen folgt.

Etwa: Das jüdische Volk als "Urvolk" des Monotheismus, ohne das die anderen Monotheismen nicht bestehen können. Den europäischen Islam will man ja von Papstseite aus fördern, wie dieser mit Herrn Kretschmer anläßlich seines Deutschlandsbesuchs besprach. Und dagegen haben ja die Evangelen wohl auch nichts. Und die Orthodoxen will man wohl ebenfalls auf den europäischen Leim locken ...

Durch wen kann man 14 % vom Gotteswahn befreite EU-Bürger vertreten lassen?

Wie - - - auch - - - immer. - - - Hier hatten also Vertreter von 0,2 % der Juden und der 3 % der Moslems das Ohr des Präsidenten der Europäischen Kommission gefunden. Aber kein Vertreter der 14 % Kirchenfreien, die dem lieben Jahweh, dem Gotteswahn dankend den Abschied gegeben haben. Und deren Vertreter hätten wohl, wenn es nur nach Präsident Barroso gegangen wäre, noch heute sein Ohr nicht gefunden. Denn: Was für Ketzer! Wie frevelhaft, gegen den Komment der europäischen Eliten zu verstoßen!

Aber - leider, leider! - trat ja nun 2009 dieser leidige "Vertrag von Lissabon" in Kraft. Tja! Wen lädt man nun ein, wenn man  "Vertreter von philosophischen und nichtkonfessionellen Organisationen" einladen muß, und wenn man dabei nicht gar zu sehr aus seinem bisherigen bibelgläubigen Fahrwasser herausmöchte. Und wenn man genug Chuzpe hat? Schwierige Frage? Aber hallo!  Doch keine schwierige Frage. Wir befinden uns in Brüssel. Keine idiotische Kritik erreicht uns. - Ebenso rhetorisch und mit zu Berge stehenden Haaren fragte letztes Jahr schon Oliver Grimm von der Wiener "Presse" mit einiger Konsternierung:

Wen würden Sie einladen, wenn Sie mit den führenden Vertretern nicht-religiöser Organisationen diskutieren wollten? Einen Haufen Freimaurer: so zumindest hat José Manuel Barroso, der Präsident der Kommission, diese Frage beantwortet. 

(Presseerklärung 30.11.2011) Seit 2009 werden also alljährlich auch - an einem anderen Tag, versteht sich! - "Vertreter von philosophischen und nichtkonfessionellen Organisationen" eingeladen. Diesmal keine "hochrangigen Vertreter", sondern nur "Vertreter" - aber immerhin! Aber dann der Wahnsinn der Teilnehmerliste der 16 eingeladenen Vertreter der "philosophischen und nicht-konfessionellen Vereinigungen". Unter ihnen befinden sich - sage und schreibe! - ja, Sie hören recht: zehn der höchsten Freimaurer Europas. Die lächerlichen restlichen sechs (!!!) sind Vertreter ganz "normaler" humanistischer Vereinigungen, denen Leute "wie du und ich" angehören. Hier die Liste:

- der Großmeister des Großorients von Frankreich
- der Präsident des Großorients von Belgien
- der Großmeister der Nationalen Großloge von Rumänien
- die Großmeisterin der Großen Frauenloge von Belgien
- der Präsident der Europäischen Vereinigung der Freidenker
- der Präsident des laizistischen Aktionszentrums und Vizepräsident der Europäischen Humanistischen Vereinigung
- der Großmeister der Großloge von Luxemburg
- der Großmeister des Großorients Lusitano (Italien?)
- der Präsident der Spanischen Vereinigung “El Derecho Humano”
- die Großmeisterin der Großen Frauenloge von Frankreich
- der Präsident des Rates des Internationalen freimaurerischen Ordens "Delphi"
- der Präsident der Vereinigung der Europäischen Humanisten
- der geschäftsführende Direktor der (offenbar französischen) Nationalen Säkularen Vereinigung
- der Präsident der Internationalen Beobachtung des Laizismus
- der Großmeister des Großorients von Italien
- der Vorsitzende der Vereinigten Großlogen von Deutschland

Sogar für zwei Quotenfrauen hat es gelangt unter diesen traditionellen Vertretern von geheimen Männerbünden. Und kein Aufschrei der Feministinnen? Nein, der Feminismus ist halt nur in Belgien und Frankreich schon weiter gediehen, als sonst in Europa ...

Die "Vereinigten Großlogen von Deutschland" stellen stolz Teilnehmerfotos auf ihre Internetseite und sprechen - - - von einem "historischen Austausch zwischen Vertretern der Großlogen und der EU-Kommission"!!! Man faßt es kaum! Während wohl schon unter den 25 religiösen Vertretern sicherlich viele sich befunden haben, von denen man nicht weiß, auf welchem Wege sie zu dieser repräsentativen Funktion innerhalb ihrer absoluten Monarchien gekommen sind, gilt dieser Umstand von allen zehn "Großmeistern" der Freimaurerlogen wohl noch weitaus klarer. Das Wahlvolk ist nicht bekannt, noch nicht einmal sein zahlenmäßiger Umfang. Die Wahlvorgänge sind nicht bekannt. Die Auswahlkriterien der Wähler, bzw. Mitglieder sind nicht bekannt. Nirgendwo in der Presse ist über ihre Wahl berichtet worden. 

"Historischer Austausch zwischen Vertretern der Großlogen und der EU-Kommission"

Was für ein Wahnsinn! Es kommt noch dicker. In der Presseerklärung heißt es:

José Manuel Barroso, the European Commission President said: "Building a future based on democracy ..."

- Schon da fängt die Lüge an. Er spricht mit zehn frühenden Freimaurern, die bestimmt nicht auf dem Wege einer "offenen", demokratischen Gesellschaft zu ihrem Amt gekommen sind. Von anderem ganz zu schweigen. Mit den Freimaurereiden unterstellen sich die Freimaurer einer Geheimgerichtsbarkeit, die den staatlichen Gesetzen und den Menschenrechten, mit denen Barroso dann fortfährt, ins Gesicht schlagen. Und was haben Freimaurer mit "sozialer Gerechtigkeit" zu tun, der nächste Punkt, den Herr Barroso mit seinen Gesprächspartnern besprochen hat? Vertreten diese "oberen Zehntausend" etwa ausgerechnet Hartz IV-Empfänger und Menschen aus dem Niedriglohnbereich? Was für ein Hohn!

Der Pole Jerzy Buzek

Und dann geht es noch schriller weiter (- man glaubt es kaum!), wenn der polnische Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek das folgende im Habermas-Duktus ausführt:

"Our European Union relies on foundations that it cannot create itself. It relies on the beliefs and convictions of its citizens. It relies on organised communities of values. We need religious as well as philosophical and non-confessional organisations to build and cherish our common values. We need them to build bridges to other parts of the world, especially to our neighbourhood. This is why today's dialogue is so important."

Die Werte der Europäischen Union sollen ausgerechnet in Geheimlogen mit geheimer Mitgliedschaft geformt werden? Die als "Bruderkette" natürlich bestens dazu geeignet sind, "Brücken zu anderen Teilen der Welt zu schlagen"? Die Europäische Union beruht auf "organsierten Gemeinschaften": auf dem weltumspannenden Netz der Freimaurerei und auf dem weltumspannenden Netz der bibelgläubigen Kirchen. So der Tenor dieser Aussage. Dass der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek so auf der sozialen Gerechtigkeit herumreitet, auch schon 2010, ist mehr als auffallend und scheint doch auf manches - berechtigte! - schlechte Gewissen hinzuweisen:

"Die Aussicht auf ein besseres Leben für alle, aber auch wirklich alle Menschen muss das Herzstück des europäischen Einigungswerks bleiben."

Aber warum will er das ausgerechnet mit Freimaurer- und sonstigen Jahweh-Priestern besprechen? Die Reaktion der europäischen Humanisten ist angesichts dieses politischen Kabaretts sind wohl nicht weiter erstaunlich. Doch mag man sie immer noch als reichlich milde und sanft empfinden (Dt.-türkische Nachrichten, 1.12.11):

„Es gibt bei Beratungen eine klare Bevorzugung von religiösen Vertretern“, beschwert sich David Pollock, Vorsitzender der European Humanist Federation (EHF), gegenüber dem „EUobserver“. Im Vertrag von Lissabon ist in Artikel 17 festgelegt, dass die EU regelmäßig sowohl mit religiösen als auch mit „philosophischen und nicht-konfessionellen Organisationen“ in Dialog treten muss.

Pollock bemängelt nach dem zweiten jährlichen Treffen der drei EU-Präsidenten mit Vertretern nicht-religiöser Gruppen und Freimaurern, dass sei in der EU nicht der Fall. Er fordert eine gerechtere Interpretation des Artikels. „Sie verbringen viel mehr Zeit mit religiösen Vertretern. Wir werden komplett im Dunkeln darüber gelassen, wer aus welchem Grund zu diesen Treffen eingeladen wird. Wir fühlen uns nicht so, als hätten wir in irgendeiner Form Mitspracherecht“, so Pollock. Ein Neubeginn in den Beratungsgesprächen sei längst überfällig, betont er.

Neben den regulären Beratungstreffen mit religiösen Führungspersönlichkeiten veranstaltete die EU-Kommission Dialog-Seminare mit der Bischofskonferenz der Europäischen Gemeinschaft. Ähnliche Vorschläge der EHF lehnte die EU-Kommission mit der Begründung, die Thematik stehe außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches, ab. Die EHF gab an, über die Ausschließung von religiösen Themen aus der EU-Gesetzgebung und Anti-Diskriminierungsgesetze sprechen zu wollen.

Die atheistischen Teilnehmer des Treffens hätten sich zudem über die große Anzahl von Freimaurern gewundert. Zehn der 16 Teilnehmer seien Mitglieder von Freimauerer-Logen gewesen.

"Gewundert". Da kann allerdings ein großes Wundern anfangen. Das ist alles noch sehr milde und sanftmütig ausgedrückt. Und es liest sich auch im Orignaltext nicht sonderlich entschiedener. Milde, zumal die großen, offiziellen Freimaurerlogen sich ja alle zum Christentum oder einer entsprechenden Religiosität, bzw. zum Alten Testament bekennen, auf dessen Inhalte sie sich ja auch rituell beziehen. 

"Kleines" Problem: Auch Freimaurer sind Jahweh-Priester

Auch Freimaurer beten den Gott der Bibel an, den sie "den großen Baumeister aller Welten" nennen. Weshalb sich nämlich David Pollock kräftig irrt, wenn er sagt (Wissenrockt, 1.12.11):

„Obwohl die europäischen Freimaurer klar säkular eingestellt sind, hinterfragen wir die Balance in diesen Treffen. Beim letzten Treffen gehörten drei Viertel der Anwesenden zu den Freimaurern.“

Kein Mensch weiß, wie christlich oder wie säkular Freimaurer eingestellt sind. Wie gesagt, liegt bei ihren Ritualen die Bibel aus und verehren sie einen christlich und biblisch zu verstehenden "Baumeister aller Welten". Überhaupt verstehen sie sich als Priester, die mit Ritualen ihrem Gott dienen. Und dementsprechend lesen wir denn auch auf "Wissenrockt" weiter:

Bei den Freimaurern wiederrum wird moniert, dass man sie gemeinsam mit Vertretern nichtreligiöser und nichttheistischer Weltanschauungen in einen Sack steckt, obwohl doch die Vorstellung von einem „Allmächtigen Baumeister“ zu den Fundamenten des Freimaurer-Glaubens gehöre und viele Freimaurervereinigungen Atheisten nicht als Mitglieder zulassen.

Politisches Kabarett vom Allerfeinsten. Aber  wir wären nicht jene EU-Bürger, die wir sind, wenn man uns diese Bananenrepublik-Posse nicht bieten könnte ....

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