Donnerstag, 6. Juni 2019

Das "Intellectual Dark Web" - Was ist sein Sinn? (Teil 1)

Neue grundlegendere Entwicklungen auf dem Gebiet der Geistesgeschichte

Das "Intellectual Dark Web" (Wiki) wird in den letzten Monaten in der Berichterstattung der "großen" deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen weitgehend "nichtssagend" behandelt (1-4). Sprich, man redet über dessen Vertreter, findet sie zum Teil sehr "klug" (es sind ja auch einige Professoren darunter), zeigt sich aber rhetorisch weder geradezu entsetzt und angekeekelt, noch hört man auch nur leiseste wohlwollende Zustimmung zu irgendwelchen Anliegen dieses "Intellectual Dark Web" (1-4). Sogar eine solche Mainstream-Internetseite wie "Perlentaucher" hat schon eigene Rubriken für sie eingerichtet (5, 6). Eine merkwürdige Berichterstattung! Eine Berichterstattung zugleich, die auffallen muß.


Hier gibt es eine Gruppierung, auf die man einfach einmal "nur so" hinweist, ohne sie sofort als "die Bösen" schlechthin zu kennzeichnen, ohne sie aber auch einmal "eben so" als "Seinesgleichen" zu benennen. Erinnert man sich an ähnliche Erscheinungen im Geistesleben der letzten Jahrzehnte? Zumal wenn es um einigermaßen "sensible" Themen geht, um "gefährliche Ideen" geht, um politisch Unkorrektes geht, wenn gar die ideologische Grundlagen der Nachkriegsjahrzehnte mittelfristig infrage stehen - durch Themen dieses "Intellectual Dark Web"? Nein, man kann sich an eine ähnliche Erscheinung eigentlich nicht erinnern. Hier erleben wir scheinbar gerade etwas Neues im Geistesleben, eine neue Taktik. Was sich wohl mit diesem Neuen ankündigt?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir weiter ausgreifen. (Ein Teil dieses Blogbeitrages ist auch in dem eingebundenen Video behandelt [11].)

Wer ist Jordan Peterson? Was will er?

Martin Lichtmesz von der Zeitschrift "Sezession" verweist im März 2019 (7) bezüglich des in mancher alternativen Öffentlichkeit derzeit ziemlich in den Vordergrund gestellten kanadischen Psychologie-Professors und Lebensberaters Jordan B. Peterson (geb. 1962)(Wiki), der zugleich als einer wichtigsten Figuren des "Intellectual Dark Web" gehandelt wird, einmal eben so im Vorübergehen auf ein Video von "Resurrection Europa". Dieses enthalt die folgende Kritik an Peterson (laut Inhaltsangabe in eigener Übersetzung) (8):

Eine Dokumentation, um die Agenda von Jordan Peterson zu entlarven, nämlich die anwachsende politische Rechte zu zerstören und den europäischen Nationalismus zu untergraben.  .....
Seine Aufgabe ist es, die anschwellende Welle des Nationalismus in eine impotente Einbahnstraße von Individualismus der politischen Mitte umzuleiten, womit er unseren Feinden genug Zeit gibt, um das demographische Gleichgewicht unserer Länder so zum Kippen zu bringen, daß unsere Zerstörung unumkehrbar ist. Peterson spricht ausdrücklich junge weiße Männer an, um sie mit einer heimtückischen politischen Ideologie zu indoktrinieren, die er radikalen Individualismus nennt. Hierfür hat er einen pseudoreligiösen Selbsthilfe-Kult geschaffen. Die heutigen Nullbockgeneration versorgt er mit seiner Ideologie, indem er sie mit einer Selbsthilfe-Diät verbindet, die in leere religiöse Metaphern verpackt ist. Während unsere Feinde unermüdlich daran arbeiten, unsere Nationen in einer schonungslos kalkulierten und organisierten Weise zu zerstören, betreibt Jordan Peterson die Gehirnwäsche einer Generation junger weißer Männer, um sie zu Individuen zu atomisieren, die es als einen Gipfelpunkt des Bösen erachten, wenn es zur einer Kooperation von Gruppen kommt, die auf ethnischer Identität und Nationalität gegründet ist. Und indem er dies tut, verdienen Peterson und seine Freunde ungezählte Millionen von Dollar.
Original: A documentary exposing Jordan Peterson's agenda to subvert and destroy the rising political right wing, and neutralize European nationalism. This video completely exposes Peterson's anti-White agenda and his strategy for implementing it. Any Peterson fans who are not beyond saving will be deprogrammed by watching this video. Jordan Peterson's primary goal is to neutralize the political right and White identity. He does not care about the Marxist take over of our nations, in fact he was hired by the United Nations to help usher it along. Peterson's only reason for stepping into the limelight was because he saw a massive right wing backlash fomenting, and realized it was going to destroy the left.
His job is to implement "plan B", to steer the rising tide of nationalism into an impotent cul-de-sac of centrist individualism, giving our enemies just enough time to tip the demographic balance of our countries so that our destruction is sealed. Peterson is explicitly targeting young White males for indoctrination with an insidious political ideology he calls radical individualism. He has created a pseudo-religion self-help cult; he is delivering his ideology to the disaffected youth by combining it with a self-help regimen wrapped in empty religious metaphor. While our enemies are working tirelessly to destroy our nations in a ruthlessly calculated and organized fashion, Jordan Peterson is brainwashing a generation of young White men to be atomized individuals who perceive group cooperation based on ethnic identity and nationality as the height of evil.
And in the process of doing so, Peterson and his friends are making untold millions of dollars.

Was für bösartige Unterstellungen und was für ein Tonfall, was für eine "Denke" überhaupt. Wer unterstellt anderen Menschen denn so böse und schlechte Absichten. So etwas kennt man sonst von "Sezession" ja eigentlich nicht. Es sei denn, dieser Blog hätte ähnliche Absichten der Zeitschrift "Sezession" selbst unterstellt .... Der Autor dieser Zeilen hat noch kein abschließendes Urteil über dieses "Intellectual Dark Web". Aber dieses Video scheint doch eine gewisse Orientierung zu bieten. Auffällig ist ja schon einmal in jedem Fall, daß dieser Jordan Peterson die Bedeutung von Jesus und dem Christentum verteidigt (z.B. gegenüber Sam Harris - in aller Freundschaftlichkeit und in allem gegenseitigen Respekt), sowie daß er das Alte Testament gut findet.**)

Weiterhin fällt auf, daß diese Leute des "Intellectual Dark Web" untereinander in Gesprächsrunden sich alle allseits als "smart guys" bezeichnen. Das läßt in einem die Frage aufkommen: Wen würde man denn diesbezüglich in Deutschland als "smart guy" bezeichnen? Als erstes fällt einem - man verzeihe - der Papstbewunderer Harald Lesch ein. Er ist gewiß umfassend gebildet und so etwas wie ein - - - "smart guy". Aber im Grunde genommen ist er, wenn man all das länger auf sich wirken läßt, ein Schwätzer. Er verbindet viele wichtige, gute Inhalte mit Geschwätz, irgendwie werden wesentlichste Themen bei ihm "zerredet". Ähnliches mag für David Precht gelten. Wobei ich nicht sagen will, daß man nicht von beiden immer einmal wieder sehr viel lernen kann.

Jedenfalls mag der Verdacht aufkommen, daß es bei den Youtubern des "Intellectual Dark Web" tatsächlich vor allem darum geht, als "smart guys" intellektuell daher kommendes Geschwätz zu verbreiten, wesentlichste Inhalte, die die Zukunft der modernen Wissensgesellschaften auf der Nordhalbkugel betreffen, in einen Haufen von Geschätz zu packen, in dem sie dann völlig untergehen und nur noch als irgendwie "seicht" wahrgenommen werden.*)

Für sich genommen wäre dieses "Intellectual Dark Web" vermutlich gar keiner Erwähnung wert. Aber auffallender Weise formierte es sich in einer Zeit, im Jahr 2018, in der wesentliche Themen aus der Wissenschaft heraus in die allgemeinere gesellschaftspolitische Debatte hinüber schwappen. Das war in den USA kurzzeitig 1994 schon einmal geschehen als es um die "Bell Curve-Debatte" ging und in Deutschland war das einmal kurrzeitig 2010 geschehen, als es um die Sarrazin-Debatte ging. Diese Debatten mußten jeweils innerhalb der Mainstream-Medien geführt werden - wo auch sonst, wenn sie irgendwo weiter hätten wahrnehmbar sein sollen (was jeweils unvermeidlich geworden war)? Irgendeinen anderen öffentlichen Bereich gab es ja nicht.

Aber jetzt, im Jahr 2018, glaubt man klüger zu sein. Jetzt sollen diese Themen - offensichtlich - möglichst lange aus den Mainstream-Medien dadurch heraus gehalten bleiben, daß man sie durch ein extra dafür geschaffenes "Intellectual Dark Web" behandelt läßt, diese Themen durch dieses tolle "Web" "framen", umrahmen läßt, sie in dieses und seine sonstigen Themen, die sehr willkürlich ausgewählt erscheinen, "einbettet". Wäre dieses "Intellectual Dark Web" nicht vorhanden, müßten diese Themen nämlich - wie bislang immer - von den ganz normalen Mainstream-Medien aufgegriffen werden. Denn sie kommen aus der ganz normalen Mainstream-Naturwissenschaft heraus. Und genau das versucht man durch die Schaffung des "Intellectual Dark Web" zu vermeiden.

Man baut also einen "Zwischenschritt" ein. Vorher gab es ähnliche Debatten völlig am Rande des Mainstreams und sie konnten von Mainstream deshalb völlig ignoriert oder - sehr dosiert - aufgegriffen werden (Razib Khan, Steve Sailer, Charles Murray und andere). Nun also schafft man neue Fronten in der Debatten-Landschaft. Von vornherein wird das "Intellectual Dark Web" von harten Beton-Kopf-Linken als hochgradig gefährlich beschrieben und zwar in einem geradezu hysterischen, schrillen Tonfall. Nämlich auf dem sogenannten Rational-Wiki, das gewiß alles ist, nur nicht rational. Aber man läßt den Mainstream - vorläufig - diesen Tonfall noch nicht übernehmen, sondern läßt ihn außerordentlich blaß das "Intellectual Dark Web" wahrnehmen.

Scheinbar hat man so immer noch alles weiter im Griff - oder glaubt es, im Griff zu haben.

Das australische Online-Magazin "Quillette" ist etwas völlig Neues

Dennoch kündigt sich damit eine sehr weitgehende Veränderung der öffentlichen Debatten-Landschaft an. Am deutlichsten wird diese Veränderung markiert und repräsentiert durch das - bislang auch innerhalb des "Intellectual Dark Web" - einigermaßen einzigartige australische Online-Magazin "Quillette". Dieses Magazin hat großes Lob von bedeutenden Menschen aus der Wissenschaft erhalten, nicht nur aber weil es auch die sogenannten "gefährlichen Ideen" anspricht, die seit 2005 aus der Wissenschaft herausschwappen und schon damals von Steven Pinker als solche benannt worden waren (auf "The Edge"). Diese Zeitschrift nun spricht sich bezüglich dieser "gefährlichen Ideen" (zu kennzeichnen durch die Dreiheit Rasse - Genetik - Intelligenz) für Wissenschafts- und Diskussionfreiheit aus. Bei den "gefährlichen Ideen" geht es neben den "schlimmsten", nämlich denen über Rasse, Intelligenz und Genetik auch um angeborene ode kulturell erworbene Gewaltneigung in einzelnen Kulturen und Volksgruppen, Neigung zu Boshaftigkeit und vieles, vieles andere mehr.

Auch das Gebiet der naturwissenschaftlichen Kritik der Gender-Forschung wird behandelt (für die in Deutschland u.a. der an den Rand gedrängte, von der Antifa heftig bekämpfte Biologe Professor Ulrich Kutschera steht). Für die "gefährlichen Ideen" der Intelligenz-Forschung steht hierzulande insbesondere Professor Heiner Rindermann von der Universität Chemnitz. Dieser gehört auch zu der "London Conference on Intelligence", die zwischenzeitlich scharfe Angriffe erfahren hat (mehr dazu im nächsten Blogbeitrag, bzw. dem 2. Teil dieses Blogbeitrages).

Im Grunde taucht angesichts dieser Entwicklungen die Frage auf, wie sich bisherige Leitorgane der deutschen "Konservativen" oder auch der deutschen Kirchenfreien (Giordano Bruno-Stiftung, Humanistischer Pressedienst) zu diesen Entwicklungen stellen. Soweit übersehbar, hat man sich hier bislang nirgendwo deutlich und klar positioniert, auch fast gar nicht überhaupt Bericht erstattet.

Aber gerade auch in einem Interview mit Claire Lehmann, der Gründerin und Herausgeberin von "Quillette" (9), wird streckenweise sehr deutlich spürbar, wie sich alle Beteiligten (und ihre Hinterleute!!!) bewußt sind, daß sie derzeit KEINE genaue Vorstellung darüber haben, WIE konkret die Debatten-Landschaft sich verändert wird, weil alles sehr deutlich in Fluß geraten ist. Sie glauben aber zu wissen, DASS sie die Formation der neuen Debatten-Landschaft sehr dringend und rechtzeitig ... "moderieren" müssen.

All das scheint für die Hintergrundmächte ein so "gewagtes" Experiment zu sein, daß sie die besonders "anfälligen" Deutschen zunächst in dieses gar nicht mit einbeziehen. Man hält die neuen Ideen mit dem Online-Magazin "Quillette" sogar auf die größtmögliche geographische Distanz zu Deutschland. Auch wenn das im Internetzeitalter letztlich obsolet ist, mag dennoch zumindest eine gewisse emotionale Distanz mitschwingen und erwünscht sein.

/ Veröffentlicht 6.6.2019, 
erneut 24.8.2023 /

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*) Das ist ein erster Eindruck. Dieser Eindruck ist aber formuliert vorbehaltlich besserer, genauerer Einsichten. Wer Englisch nicht auf Muttersprach-Niveau beherrscht (wie der Autor dieser Zeilen) hat schon allein deshalb oft Mühe, all diesen "smart guys" zu folgen, so klares Englisch sie auch zumeist sprechen mögen. Deshalb ist einem eine schnelle Einsicht und ein schneller Überblick und ein zügiges Urteil über all das verwehrt. Würden diese Leute auf Deutsch "schwätzen", wäre man sich vermutlich im Urteil schneller sicher - so wie bei Harald Lesch oder David Precht, die auffallenderweise beide schon die katholische Kirche irgendwie in Schutz genommen haben.

**) Ergänzung 3.7.2019: Auf Youtube erhält man Video-Vorschläge wie dieses (12):
If You Hate Jordan Peterson Watch This Video - It Will Change Your Mind - Elite Psychology - 949.461 Aufrufe - This is the real Jordan Peterson. In this video, some of the most vulnerable and emotional moments of Dr Jordan B Peterson are shown, illustrating his true motivation.
Also: "Einige der Momente, in denen sich Dr. Jordan B. Peterson am verletzlichsten und emotionalsten zeigt". Zu den in diesem Video zusammen gestellten "Momenten" kann man doch nur sagen: Warum sollte man so etwas hassen? Man steht vor diesen emotionalen Ausbrüchen wie vor einem Rätsel. Er glaubt, sich unglaublich betroffen zeigen zu müssen, eine Art embryonale emotionale Befindlichkeit, Hilflosigkeit, Ohnmacht, "Mitgefühl" mit seinen Zuhörern, "Verständnis" für sie zu Markte tragen zu müssen, wenn er von den Abartigkeiten, den Depressionen, den Abwegen, von der Ziellosigkeit, der Antriebslosigkeit, dem Nihilismus, den Selbstmordgedanken, der Leere der heutigen jungen Männer unter 30 Jahren redet, wobei sich seine Zunge überschlägt, und auch von der Schrillheit der Art wie die heutige Gesellschaft, bzw. wie der Mainstream darauf reagieren, wie sie damit umgehen.
 Puh. Puh. Es sind ja ernste Themen angesprochen, wahrlich. Aber ist auch nur ein MINIMUM von der Art, in der sich Peterson äußert, in einem tieferen Sinne wahr oder wahrhaftig? Wahrhaftiger als das, was der Mainstream anbietet? Oder handelt es sich nur um ein Spiegelbild des Mainstream? Nur noch eine Spur hintergründiger unwahrhaftig? Und wenn man wirklich so sehr davon betroffen ist, glaubt man tatsächlich, daß ausgerechnet "Individualismus" und weitere Vereinzelung und Geschichten des Alten Testaments die Antwort, die Lösung sind? Unheimlich.
Er zelebriert männliche Schwäche, Ohnmacht, Hilflosigkeit. Aber er gibt nichts als Geschwätz und simple Vereinzelungs-Lehren, um aus diesen Zuständen herauszukommen. Dieser Strohhalm dürfte für junge Männer keineswegs eine "Rettung" sein, sondern, ja, bewußt als hilfloser Strohhalm so angelegt sein, in der Tat.
Immerhin aber wird hier auf Bedürfnisse reagiert. Und denen darf man ja einmal nachgehen. Es geht um die Wahrnehmung einer zutiefst kranken Gesellschaft und um die Suche nach Antworten, wie auf diese Krankheit reagiert werden kann, auf eine Krankheit, die sich auf die privateste Lebensführung jedes einzelnen Menschen auswirkt. Welche Antworten haben wir denn? Ist Vereinzelung die Antwort? Oder ist nicht vielmehr doch Rückbezug auf eine Gemeinschaft die Antwort? Könnte stattdessen Wohlwollen für die angeborene, eigene Gemeinschaft, für das eigene Volk die Antwort sein? Letzteres könnte ja wohl doch sein - ? Es ist schließlich auch natürlich genug - ? Nur in der Bibel steht davon wenig geschrieben ....  Aber: Muß man sich so unnatürlich äußern, wenn man noch ein "Alternativprogramm" bieten will zu dem letztgenannten Natürlichen, dem eigenen Volk, in das man hineingeboren ist, und das man als Schicksalsgemeinschaft im Guten wie im Bösen begreifen kann und wie es ja auch immer mehr Menschen - sogar in den USA - begreifen?
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  1. Adrian Lobe: Sie handeln nicht mit Drogen, aber mit gefährlicher Gedankenware - Im Netz formiert sich eine Bewegung namens Intellectual Dark Web. NZZ, 15.5.2018, https://www.nzz.ch/feuilleton/sie-handeln-nicht-drogen-sondern-gefaehrliche-gedankenware-ld.1384912
  2. Kolb, Matthias: Jordan Peterson Kämpfer gegen politische Korrektheit. Süddeutsche,  14. September 2018, https://www.sueddeutsche.de/politik/jordan-peterson-kaempfer-gegen-politische-korrektheit-1.4124923
  3. Kolb, Matthias: "Intellectual Dark Web" - Die neuen Prediger in Nordamerika. Im Gespräch mit Teresa Sickert und Tim Wiese. Deutschlandfunk, 29.09.2018, https://www.deutschlandfunkkultur.de/intellectual-dark-web-die-neuen-prediger-in-nordamerika.1264.de.html?dram:article_id=429373
  4. Simon Ingold: Die Postintellektuellen, die aus dem Dunkeln kamen. NZZ, 27.3.2019, https://www.nzz.ch/feuilleton/die-postintellektuellen-die-aus-dem-dunkeln-kamen-ld.1469799
  5. https://www.perlentaucher.de/stichwort/intellectual-dark-web/presseschauen.html
  6. https://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/sw/quillette.html 
  7. Lichtmesz, Martin: Filmkritik und Ideologie. In: Sezession, 5.3.2019, https://sezession.de/60510/filmkritik-und-ideologie
  8. Resurrection Europa: Jordan Peterson Dismantled. 24.01.2019, https://youtu.be/WXYuqrO8LLo
  9. The Rubin-Report: Respecting Ideas, Even Dangerous Ones (Claire Lehmann Pt. 1), 26.09.2018, https://youtu.be/lMXYeD6xeRs 
  10. Neumann, Marc: Auf der Suche nach der Debattengemeinschaft. Das Online-Magazin «Quillette» um die Ruhestörerin Claire Lehmann schreibt gegen den Strom. NZZ, 18.1.2019, https://www.nzz.ch/feuilleton/online-magazin-quillette-gegen-den-mainstream-debattieren-ld.1452151
  11. Bading, Ingo: Das "Intellectual Dark Web" - Was ist sein Sinn? 6.6.2019, https://youtu.be/rhViKTJuABo  
  12. If You Hate Jordan Peterson Watch This Video, Elite Psychology, 3.7.18, https://youtu.be/eMo_20J1J1Y

Freitag, 17. Mai 2019

Kolonialismus - In umgekehrter Richtung - ?

Die Rückkehr der Rassewissenschaft 
- Oder: "Wie die indische Wissenschaft derzeit die Weltherrschaft übernimmt"

In einem Buch aus dem Jahr 2012 hat die indische Wissenschaftsjournalistin Angela Saini einmal eben die "Übernahme der Weltherrschaft" durch die "überlegene" indische Wissenschaft vorausgesagt. Nun, im Jahr 2019, macht sie sich in einem neuen Buch, betitelt "Superior", Sorgen über die Wiederkehr der Rasseforschung. Ob sich das nicht alles irgendwie "bekannt" anfühlt. Aus welchem "Film" kennt man so etwas schon? Soll diese Wissenschaftsjournalistin eine Satire sein?

"Solche Dinge wie 'Rasse', die gibt es nicht. Menschliche Vielfalt kann auch studiert werden ohne derartige uralte, verstaubte Konzepte."*) Das liest man im heutigen Newsletter des "New Scientist".

Abb. 1: Eine neue Verschwörungstheorie: Die Indische Weltherrschaft - Buchveröffentlichung von 2012

Und man erhält über die Verlinkung zu (1) die Anregung für das Verfassen des nachfolgenden Beitrages. Nach der US-amerikanischen Humangenetikerin jüdischer Herkunft Paige Harden (von uns schon behandelt: 5) wird nun von Seiten des Mainstream einer weitereren "attraktiven", sehr einfühlsamen, sehr weiblichen, ja, auch sehr mütterlich wirkenden Frau, Sichtbarkeit eingeräumt in Erörterungen von heutigen Fragen rund um Begabungsunterschiede zwischen Völkern und Rassen: der britischen Journalistin indischer Herkunft Angela Saini (1). Sie scheint aus der Intelligenzelite Indiens hervorgegangen zu sein (3) und sie hat stolz in einer Buchveröffentlichung des Jahres 2012 den Beginn der Weltherrschaft ihrer indischen "Streber-Nation" voraus gesagt. Also wieder so eine Verschwörungstheoretikerin, eine ganz lustige (Abb. 1).

Ihr neuer Artikel im "New Scientist" ist nicht vollständig zugänglich, aber ein eingebundenes Interview dort ist es (1; s.a. 2, 3). Noch 2012 hatte sie sich auffallend positiv auf Begabungsunterschiede zwischen Ethnien bezogen, hatte doch ihr Buchtitel gelautet: "Die Streber-Nation - Wie die indische Wissenschaft die Weltherrschaft übernimmt" (4) (Abb. 1). Das war aber natürlich lustig gemeint, lustig, lieber Leser! Es war Satire. Natürlich. Ob es ganz, ganz böse Satire war, sei einmal ausnahmsweise gar nicht gefragt. Nun aber kommt ihr neues Buch heraus: "Superior - The Return of Race Science - The Mad Science of Race and its Fatal Return". Was soll einem hier gesagt werden? Welche Botschaften werden hier ausgesendet? Holzauge sei wachsam. Sei ganz vorsichtig. Womöglich will uns hier irgendwer provozieren und in eine Empörung treiben, zu der gleich mehrere Fettnäpfchen bereit stehen, in die man dabei tappen könnte .....

Der Sinn all scheint uns zu sein: Rechtskonservative provozieren und "emotionalisieren". Denn auf sie allein kommt es ja heute nur noch an. Und auf die Art, wie solche Leute wahrgenommen werden. Um so mehr diese sich "daneben" benehmen, um so besser. Man könnte sich also denken, daß genau das der Hintergedanke ist von all dem, was in dem vorliegenden Blogbeitrag zu behandeln ist, wenn nämlich Leuten wie Paige Harden oder Angela Saini vom Mainstream bezüglich eines so "brisanten" Themas in so besonders auffallender Weise Sichtbarkeit in der Wissenschaftsvermittlung eingeräumt wird. 

Das Interview ist überhaupt - sagen wir einmal - "auffallend" aufgezogen: Eine ansonsten hervorragende, schätzenswerte englische populärwissenschaftliche Zeitschrift mit großer Tradition (nämlich der "New Scientist") läßt eine Frau afrikanischer Herkunft mit einer Frau indischer Herkunft darüber reden, wie "wir" - in Europa (oder in der Welt) - über ethnische Herkunft denken, reden und handeln sollen. Ob sich Boris Palmer jetzt auch wieder provozieren läßt? Aber man versuche das doch einmal umgekehrt in Indien oder Afrika heute zu machen. Wie würde es sich anfühlen? Könnte da nicht sehr bald der Gedanke von Kolonialismus aufkommen? 

Und hopla, unser Denken hört ja an dieser Stelle gar nicht auf. Weiter gedacht fällt uns gerade auf, daß der Mainstream womöglich gerade wahrnimmt, daß die Geschichte des Kolonialismus "umgeschrieben" werden muß. Denn was geschah denn da im Zeitalter des Kolonismus eigentlich? Fröhliche Multikulti-Leute wanderten in andere Kontinente ein.

Jedenfalls, umgekehrt lassen diese Dinge schon in einem selbst gerade die Frage aufkommen: Ja, was geschieht denn eigentlich gerade in weiten Teilen der Nordhalbkugel? Etwa - - - Kolonialismus? Und wenn der heutige Kolonialismus "gut" ist - mitsamt zuwandernder Intelligenzeliten - war denn dann nicht auch der Kolonialismus der Frühen Neuzeit "gut" - mitsamt all der damals sich ausbreitenden Intelligenzeliten? Ja, was denn: Übernimmt - etwa - gerade "indische Wissenschaft" (ooooooder Wissenschaft anderer ethnischer Herkunft?) "die Weltherrschaft"?

Wir wissen gerade auch nicht, warum uns diese Fragen in den Sinn kommen. Man kommt ja gar nicht mehr hinterher mit all seinen Irritationen.

Wird gerade bewußt Östrogen-gesteuerten Frauen die Wissenschaftsvermittlung überlassen?

Im Interview (1) sieht man, daß sich Angela Saini auskennt und viel verstanden hat, daß sie sich deshalb auch - zwangsläufig - immer einmal wieder widerspricht. Denn sie anerkennt zwischendurch immer einmal wieder die Bedeutung angeborener ethnischer und rassischer Unterschiede für die soziale Wahrnehmung, für Begabungen und für die Medizin, kleidet das aber zugleich in eine Rhethorik, die das alles zugleich ganz, ganz schlimm findet, da all das ja schon einmal nach Auschwitz geführt habe.

Auch David Reich's Buch wird im Interview ab 5'00 behandelt (1). Insgesamt bekommt man hier ein Gefühl dafür, wie viele Leute im Hintergrund gerade sich Gedanken machen darüber wie man diese neue Revolution, die da aus der Wissenschaft heraus schwappt, "geframed" werden soll gegenüber der Öffentlichkeit, wie man Bevölkerungen weiter gegeneinander aufhetzen könnte, wenn diese Fragen in der Öffentlicheit diskutiert werden. Man lasse besonders Östrogen-gesteuerte Frauen über solche Fragen vor der Öffentlichkeit reden. Das bringt das Testosteron daran Anteil-nehmender Wissenschaftler wahrscheinlich am schnellsten in Wallung. 

Oder? Sind das die Hintergedanken?

Eines ist klar: Mit einer Diskussion über die Fallgesetze Isaak Newtons wird man heute niemanden mehr gegeneinander emotionalisieren können, selbst wenn man die mütterlichsten aller mütterlichen Frauen darüber reden ließe. Künftig wird das sicherlich auch der Fall sein hinsichtlich der Akzeptanz der Bedeutung angeborener ethnischer und rassischer Unterschiede für die soziale Wahrnehmung, für Begabungen und für die Medizin.

Aber in der "Zwischenzeit" kann ja noch viel geschehen. Den Zeitpunkt, daß man Naturgesetze einfach ohne Kontroverse als gegeben annimmt und nun weiter Politik und Gesellschaftsgestaltung danach ausrichtet, den kann man ja ggfs. immer noch einmal weit in die Zukunft hinein verschieben. Man muß das von Seiten des "Mainstream" nur geschickt genug aufziehen. Man muß geschickt Anlaß geben zu emotionalen Äußerungen, auch wenn es - rein von der Sache her gesehen - für eine echt humane Gesellschaft gar keinen Grund für Emotionen gibt. Sondern nur Anlaß für ein Handeln, das von Respekt gegenüber allen Menschen und Kulturen getragen ist.

... Und werden  Arschlöcher im Wandschrank weiter gebraucht?

Angela Saini hat auch den von uns geschätzten britischen Humangenetiker Mark Jobling interviewt und führt ihn als einen Humanegnetiker an, der ihr gegenüber gesagt hätte, es mache keinen Sinn, auf ethnische und rassische Unterschiede besonders zu achten. 

Er scheint also seine wissenschaftlichen Erkenntnisse gerade ähnlich zu "framen" wie (bislang) unser deutscher Humangenetiker Johannes Krause. Nun, halten wir uns auf dem Laufenden, wie der Mainstream die Erörterungen weiter "framen" wird.

Natürlich auch der Mainstream in vorgeblich ach so "freien", "alternativen" Medien" wo man ja gerne emotional und platt argumentiert ("populistisch" lautet das Fachwort), und wo man schon munkelt, daß Donald Trump in den USA die Diktatur einführen könnte, wenn er bei der nächsten Wahl nicht wieder gewählt würde.

So wie in der Türkei, so wie in Rußland. Und warum auch nicht? Hintergrundmächte fanden Diktaturen immer schon toll, insbesondere gehijackte Diktaturen und insbesondere wenn mit Diktaturen "Strategien der Spannung" gefahren werden konnten und können. Sie fanden es immer schon toll, wenn es ein "Arschloch im Wandschrank" gibt, wie das der politisch doch so ganz und gar dumme und törichte Volker Pispers nannte, dieser respektlose Mensch. 

Ergänzung 6.2.23: Zweieinhalb Jahre nach dem Niederschreiben dieser Worte war es wieder einmal so weit. Da sprang dann Wladimir Putin als jener immer wieder so notwendige Wandschrank-Kobolt aus dem Wandschrank hervor ... Und dieses Puppentheater geht immer so weiter.


*) "There's no such thing as race - Studying human variation is possible without outdated concepts, says Angela Saini"
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  1. Saini, Angela: Does population genetics have a racism problem, even today?  Efforts to group us by our genes are arbitrary and encourage the subtle return of race within mainstream science. In: New Scientist, 15.5.2019, https://www.newscientist.com/article/mg24232300-600-does-population-genetics-have-a-racism-problem-even-today/
  2. Saini, Angela: Racism is creeping back into mainstream science - we have to stop it. In: The Guardian, 22.1.2018, https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/jan/22/eugenics-racism-mainstream-science
  3. Fulford, James: The GUARDIAN's Angela Saini (Guess How She Got That Name!) vs. "Eugenics"… AKA Science, 13.2.2018, https://vdare.com/articles/the-guardian-s-angela-saini-guess-how-she-got-that-name-vs-eugenics-aka-science
  4. Saini, Angela: Geek Nation. How Indian Science is Taking Over the World. 2012
  5. Bading, Ingo: "Reine Glückssache" - deine Gene ... Der Diskurs über die Humangenetik wird neu "ge-framed", 1.4.2019, https://youtu.be/LA6E6vbAFKE

Dienstag, 23. April 2019

MAOA 2R-Gen und Gewalttätigkeit in islamischen Ländern

Der Anthropologe Andreas Vonderach auf "Sezession.de"

Im Jahr 2013 hat der wissenschaftlich von uns sehr geschätzte Anthropologe Andreas Vonderach einen Beitrag über das Werk des US-amerikanischen Psychologen Kevin MacDonald (geb. 1944) (Wiki) veröffentlicht unter dem Titel "Jüdische Gruppenstrategie" (1). In einer Inhaltsangabe heißt es:

Andreas Vonderach untersucht abwägend die jüngst übersetzten Bücher des US-Psychologen Kevin MacDonald, dessen Lebenswerk dem Judentum gewidmet ist.

Dieser Artikel war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung 2013 im Internet nicht zugänglich. Jetzt, im April 2019, entdeckten wir, daß er zugänglich ist und weisen hiermit auf ihn hin (1). Er dient der Volksbildung.

Im Jahr 2013 wurde damit im Zusammenhang berichtet:

Ellen Kositza (...) schloß das Lektorat am neuen Buch von Andreas Vonderach ab, das die Völkerpsychologie zum Thema haben wird.
Abb. 1: "Bestraft Vergewaltiger, nicht Protestierende"

Dieses Buch ist 2014 erschienen (2). Einen ersten Vorgeschmack auf dieses erhielt man schon in Äußerungen von Andreas Vonderach, die er aus Anlaß jener abstoßenden Vergewaltigung in Indien getätigt hat, die 2013 auch hier auf dem Blog angesprochen worden war (Wenn Politiker vergewaltigen) (3) (Hervorhebung nicht im Original):

Ich fürchte, das ist nicht nur eine Sache der Kultur. 

Die meisten außereuropäischen Rassen sind impulsiver und aggressiver als wir. Das 2er-Allel des Monoaminoxidase A-Gens (MAOA 2R), eine Variante des sogenannten „Krieger-Gens“, das mit Impulsivität und Aggressivität korreliert ist, und das bei wegen schweren Straftaten verurteilten Gefängnisinsassen fast dreimal so häufig ist wie in der Normalbevölkerung, kommt bei weißen Europäern zu 0,1 bis 0,5 %, bei Ostasiaten nach bisherigen Untersuchungen gar nicht, bei Schwarzafrikanern zu 5,0 bis 5,5 % und bei Arabern zu 15,6 % vor. 

Da das Gen auf dem X-Chromosom liegt, von dem Frauen zwei haben, betrifft die Korrelation mit Impulsivität und Gewalttätigkeit fast nur Männer. Dazu paßt, daß in diesen Kulturen nach ethnologischen Berichten und der allgemeinen Homizidrate (Häufigkeit von Mord und Totschlag) Gewalt viel verbreiteter ist als bei uns.

Das dürften in der Tat wichtige Ausführungen sein. Auf die Frage:

Daß das verminderte Vorkommen des „Krieger-Gens“ bei innereuropäischen und innerasiatischen Rassen eine Folge der Kultur ist (und nicht deren Ursache) halten Sie für ausgeschlossen ?

schreibt Vonderach:

Nein, das halte ich sogar für wahrscheinlich. Wir und die Ostasiaten haben uns unsere aggressiven Impulse in der Zivilisation weitgehend weggezüchtet, während die Araber als ausgesprochene Kriegergesellschaft sich die, verstärkt durch die Polygamie, wahrscheinlich regelrecht angezüchtet haben.

Ich kenne keine MAOA-2R-Daten für die Inder. Aber allgemein gelten die Südinder als eher friedlich, während die Nordinder schon etwas zu den Iranern und Arabern tendieren.

In diesen Ausführungen wird einmal erneut auf jene Gen-Kultur-Koevolution hingewiesen, die in den letzten Jahren immer stärker in das Blickfeld der Humangenetik gerät. Auch schreibt Vonderach:

Die Impulsivität, Aggressivität und starke sexuelle Ansprechbarkeit der Araber entspricht nicht nur der allgemeinen Erfahrung, sondern ist auch seit der Antike und dem Mittelalter immer wieder bezeugt. Die extremen Sanktionen in der islamischen Rechtsprechung scheinen hier ein notwendiges Korrektiv zu sein. Ebenso wie die Wegsperrung und Verschleierung der Frauen, die es in Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten schon in der Antike gab, lange vor dem Islam.

Den ethischen Unterschieden in der Aggressivität und der sexuellen Ansprechbarkeit entsprechen übrigens auch der Testosteronspiegel, bzw. der anderer Androgene (männliche Geschlechtshormone). Der ist bei den Ostasiaten am niedrigsten, bei uns etwas höher, und bei Arabern und Schwarzen am höchsten. Die ethnischen Unterschiede bestehen übrigens in erster Linie bei jungen Männern und verschwinden im Alter weitgehend.

Und:

Kulturen unterscheiden sich auch in den Werten, die in ihnen gelten. Verwegwaltigung als Tatbestand ist eine europäische Erfindung. In anderen Kulturen gibt es höchstens den Tatsbestand der „Schändung“, aber dabei geht es um die (Familien-)Ehre und die Jungfräulichkeit, nicht um das Wohlergehen der Frau.

In vielen Kulturen gilt es nicht als Schande, wenn ein Mann sich eine Frau „nimmt“, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Deswegen werden ja im Islam die Frauen so weggeschlossen, weil man es dort für geradezu normal hält, daß es zu Sexualkontakten kommt, wenn ein Mann und eine Frau allein und unbeobachtet sind. 

Vergewaltigung in der Ehe war im Islam geradezu die Norm. Im Irak war es üblich, daß der Mann zu Beginn der Hochzeitsnacht vor den Augen seiner Braut eine Katze schlachtete, um sie gefügig zu machen. Die Frau sollte beim ehelichen Beischlaf ausdrücklich keine sexuelle Befriedigung erlangen, denn sonst würde sie die auch bei anderen Männern suchen, meinte man. 

Und die Zwangsheiraten von Minderjährigen in Indien sind ja wohl auch nicht allzuweit von Vergewaltigungen entfernt.

Nun, diese Aussagen von Vonderach wären sicherlich noch nach vielerlei Richtungen hin zu differenzieren. Es wäre natürlich insbesondere hervorzuheben, daß die islmaische Hochkultur reiche Zeugnisse für beseelte Liebesgemeinschaft zwischen Frau und Mann kennt. (Hier wäre auch zurückzugreifen auf Sigrid Hunkes "Allahs Sonne über dem Abendland".) 

Niedrigerer IQ = geringere Empathiefähigkeit?

Was man noch keinesfalls unbesehen hinnehmen möchte, ist die folgende Aussage von Andreas Vonderach:

Die Grausamkeit in vielen außereuropäischen Kulturen hängt übrigens auch mit dem – praktisch überall außer in Ostasien – niedrigeren IQ zusammen. Mit dem ist eine geringere Fähigkeit, von sich selbst zu abstrahieren und die Position des anderen einzunehmen, verbunden. Dies bedingt nach Auffassung der kulturvergleichenden Piaget-Forschung (Georg W. Oesterdiekhoff u.a.) eine geringere Empathiefähigkeit. Eine Folge ist die große Grausamkeit im Strafrecht oder gegen Gefangene oder auch gegenüber Tieren. Das gilt tendenziell auch für unsere Unterschichten.

Ob hier Oesterdiekhoff zu folgen ist, dessen Forschungen doch bei weitem nicht so breit anerkannt (oder auch nur bekannt sind) wie sonstige IQ-Forscher, darf noch in Frage gestellt sein. Man liest so etwas sonst in der Literatur auch vergleichsweise selten. Daraus müßten sich ja auch große Schwierigkeiten ergeben in der sozialen Kommunikation zwischen Menschen mit höherem und niedrigerem IQ. Darf das so allgemein unterstellt werden? Wo doch Forscher wie der auch von Vonderach so geschätzte Eibl-Eibesfeldt von mangelnder Empathiefähigkeit von Jäger-Sammler-Völkern nun wirklich nichts zu berichten wußte!?

Gegenüber einem üblichen Einwand betont Vonderach noch einmal - es dauert in derartigen Diskussionen heute noch lange, bis es alle verstanden haben:

Ich habe nicht gesagt, daß a l l e s Genetik ist, und ja auch selbst einige Beispiele für kulturelle Faktoren angeführt. Und natürlich erklärt auch ein einziges Gen wie das MAOA-2R-Gen nicht a l l e s.

Aber ganz sicher ist auch nicht a l l e s Kultur. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Kultur und Biologie. In traditionellen Kulturen (quasi allen außer unserer seit dem 19. Jhdt.) ist sozialer, ökonomischer und politischer Erfolg mit größerem Fortpflanzungserfolg verbunden. Dadurch züchtete sich jede Kultur auf die Werte hin, die in ihr anerkannt waren und die den sozialen Erfiolg ermöglichten. Bäuerliche Kulturen züchteten sich so auf Fleiß, Voraussicht und Verläßlichkeit, kriegerische auf Maskulinität und Aggressivität. 

Die Araber sind auch körperlich maskuliner als wir, haben einen maskulineren Körperbau, stärkeren Bartwuchs usw. und eben auch mehr Androgene, die Ostasiaten dagen einen weniger maskulinen Körperbau, weniger Androgene usw. Das sind natürlich nur grobe Tendenzen, die in jedem Volk ihre besondere Ausprägung finden.

Die Wikinger und alten Germanen waren sicher aggressiver als wir, weil sie auf einer entsprechenden historischen kulturellen Entwicklungsstufe standen, mit entsprechenden Werten. Aber wir sind auch nicht mehr genetisch mit ihnen identisch. Zwischen den alten Germanen und uns liegen außerdem 2 000 Jahre bäuerliche und städtische Kultur. Übrigens besteht auch heute noch eine positive Korrelation zwischen hellblonder Haarfarbe und Risikobereitschaft.

Das dürfte man alles als wesentliche Ausführungen erachten. Und auf einen weiteren Einwand:

Die Korrelationen des MAOA-2R-Gens sind eine Tatsache, genauso wie die von mir angeführten Populationsunterschiede. Die kann man nicht einfach so als „angeblich“ vom Tisch wischen. Der Begriff „Krieger-Gen“ ist natürlich eine Journalistenerfindung gewesen. Es geht um spontane, impulsive Aggressivität und geringe affektive Selbstkontrolle.

Das ist eine Eigenschaft, die nach allem, was wir wissen, wir Deutschen sehr wenig aufweisen. Das zeigt zum Beispiel die Tatsache, daß die spontanen Gewaltverbrechen in Deutschland und den anderen germanischen Ländern seit Beginn der Kriminalstatistik wesentlich seltener sind als in Ost- oder Südeuropa, von Außereuropa ganz zu schweigen. Meiner Meinung nach zeigt das auch das Verhalten der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, wo spontane Übergriffe auf Zivilisten viel seltener waren als bei unseren Kriegsgegnern. Man denke nur an die Exzesse der Russen oder Tschechen, und selbst die Franzosen hatten da mehr auf dem Kerbholz als wir.

Das ist übrigens eine Frage, die hier auf dem Blog nach und nach noch genauer zu klären ist, inbesondere anhand der neueren Veröffentlichungen des Historikers Neitzel. Leider hat Neitzel noch nicht den Versuch gemacht, sein reichhaltiges, geheimdienstliches Quellenmaterial diesbezüglich statistisch auszuwerten, was erst eine wirklich fundierte Auswertung wäre. Vonderach aber ganz richtig weiter:

Soldatische Leistungen beruhen natürlich auf ganz anderen Eigenschaften.

Die amerikanischen Nationalcharakter-Studien im II. WK waren rein spekulativer, großteils psychoanalytischer Natur und keine wissenschaftlich seriösen Untersuchungen.

Die von Richard Lynn vorgebrachten Daten sind selbstverständlich empirische und belastbare Daten, selbst wenn er irgendwann einmal den IQ eines Landes aufgrund von anderen, ethnisch verwandten Nachbarländern geschätzt haben sollte. Das ist, wenn man den Landes-IQ wissen will und es keine Daten gibt, absolut legitim. Er hat darauf natürlich keine weiteren Schlußfolgerungen aufgebaut. Deswegen seine Ergebnisse, die wie gesagt auf belastbaren Daten beruhen, in Bausch und Bogen zu verwerfen, geht natürlich nicht an. Selbst wenn man Lynn beiseite ließe, gäbe es immer noch genug Daten, um die von ihm beschriebenen Rassenunterschiede zu belegen. 

Sie machen es sich entschieden zu einfach, und, ehrlich gesagt, erinnert mich ihre „Argumentationsweise“ an die von linken „Antirassisten“, die mit ähnlichen Unterstellungen und Verkürzungen arbeiten.

Interessant - wieder einmal: Danach wurde die Diskussion recht schnell geschlossen. Was einmal erneut zeigt: Daß alle Leser und Diskutanten eine einwandfreie Klärung der Zusammenhänge zwischen Genetik, Verhalten und den Unterschieden zwischen den Völkern bezüglich dieser Dinge wirklich verstehen, ist gar nicht das Anliegen der Internet-Seite von "Sezession". Man ist Teil der christ-katholischen Lobby in Deutschland und fühlt sich da geistigen Zusammenhängen verpflichtet, die selten deutlich genug nach außen zum Vorschein kommen. Sie werden aber immer wieder klar erkennbar. Auch in einem solchen Diskussionsabbruch. Man läßt auch einen Andreas Vonderach immer nur so lange reden, so lange es nicht ins Grundsätzliche geht und so lange aus der Forschung nicht gar zu deutliche Schlußfolgerungen gezogen werden in Richtung auf das Weltbild überhaupt.


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  1. Vonderach, Andreas: Kevin MacDonald und die jüdische Gruppenstrategie. Gastbeitrag in: Sezession 55, August 2013, https://sezession.de/47698/kevin-macdonald-und-die-juedische-gruppenstrategie
  2. Vonderach, Andreas: Völkerpsychologie - Was uns unterscheidet. 2014
  3. Vonderach, Andreas: Kommentare zu dem Artikel von Heino Bosselmann "Frauen in der Fremde". Auf: Sezession.de, 19. März 2013, https://sezession.de/37324/frauen-in-der-fremde

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