Montag, 21. November 2011

Erich Ludendorff - Mit diesem Freimaurerkritiker "hat" es der Verfassungsschutz

Daß es der niedersächsische Verfassungschutzmann, Hobby- und "Spiegel"-Historiker Fritz Tobias mit dem Freimaurerkritiker Erich Ludendorff "hatte", war uns schon an früherer Stelle einigermaßen auffällig vorgekommen - neben so vielem anderen, was über diesen Verfassungsschutzmann, Reichstagsbrandforscher und Gestapo-Verbrechens-Vertuscher (?) Fritz Tobias so zu sagen ist (siehe dort). 

Nun erfahren wir im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Nichtverfolgung des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) in Thüringen durch den dortigen Verfassungsschutz, eines NSU, der vor allem in Westdeutschland mit Morden und in Thüringen durch Banküberfälle auffällig  geworden ist, von der "Exzentrik" des früheren zuständigen Präsidenten des Landesamtes für Verfassungsschutz, nämlich von Helmut Roewer (geb. 1950) (Wikip.). Auf Wikpedia wird für diese ein Beispiel gegeben:
"Seine Amtsführung galt als exzentrisch, so trat er z.B. bei einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Programms von Weimar als Kulturhauptstadt Europas im Ludendorff-Kostüm mit Pickelhaube auf."

Und dabei wird auf einen "Spiegel"-Artikel aus dem Jahr 2005 verwiesen (1), dem das hier gebrachte Foto entnommen ist: In einen reichlich karnevalesk-schlottrigen "Feldherrnmantel" gehüllt erklärt Helmut Roewer auf diesem Foto Interessierten offenbar die Schlacht von Tannenberg aus dem Jahr 1914 anhand einer an eine Wäschleine aufgehängten militärischen Karte derselben. 

Im Hintergrund hängen neben der Karte an der Wäscheleine offenbar ein Foto von Erich Ludendorff, eingerahmt links von einem Foto von seiner ersten Ehefrau Margarethe und rechts von seiner zweiten Ehefrau Mathilde. In Weimar haben sich Erich und Mathilde Ludendorff 1924 auf einer Tagung der "Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung" tatsächlich näher kennen gelernt. Vielleicht war das der Bezug des karnevalesken Auftrittes dieses exzentrischen Verfassungsschutzmannes, der ansonsten, wie heute bekannt ist, allerhand auf dem Kerbholz zu haben scheint.

- Was treibt Verfassungsschutzleute alles um!? Woran denken sie, wenn sie an die Kulturhauptstadt Weimar denken? 

Inzwischen wird sogar in der FAZ eine Abschaffung aller Geheimdienste gefordert:
"Die Dienste dienen nur sich selbst. Es ist darum richtig, sie aufzulösen."
Auf solche Sätze hat man in Zeitungen wie der FAZ lange warten müssen. Hoffentlich haben sie auch Folgen.

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1. Winter, Steffen: Deckname "Rubicon". In: Der Spiegel 29/2005 vom 18. Juli 2005; S. 48–49 (pdf.)

Sonntag, 20. November 2011

"Zum Glück gibt's ein Bekennervideo ..."


Medienereignis Nazi-Morde

4. 11. Eisenach - Tod der 2 Hauptverdächtigen
In diesen Tagen erlebt der ahnungslose Bürger allerhand klassische "Déjà vu's", was Geheimdienst-Tätigkeiten betrifft (Überblick wie immer auf: Wikipedia): Eine vom Staat gut gepflegte und gehegte Nazi-Subkultur ist schon seit Jahren gewalttätig. Unter den Augen und unter der Mithilfe genau jenes Staates, der vorgibt, nichts schärfer zu bekämpfen und im Auge zu haben, als genau eine solche Nazi-Subkultur (1). Und sie ist gewalttätig vielleicht - wieder einmal - überhaupt erst auf dessen Anregung hin geworden (1). Sogar der MAD war invovliert (t-online, 19.11.).

Aber was nützt Jahre lange Gewalttätigkeit, feige Mordtätigkeit, wenn man das alles nicht propagandisch ausschlachten kann, um zu weiterem brutalen "Rassekrieg" aufzuputschen? Das Wichtigste bei dieser Geheimdienst-Operation waren also gar nicht einmal die Morde selbst, sondern vor allem: die Produktion und Verbreitung des Bekennervideos. Denn moderne "Rassenkriege" sind - "Medienkriege". Sind Bilder. Stimmungen.

Denn erst ein solches Bekennervideo macht ja mit der unglaublichen Atmosphäre des Verbrechens "vertraut", die man da in diesen Subkulturen gehegt und gepflegt, gedüngt und gejätet hatte, und die man jetzt vervielfältigt sehen möchte. (Wir wären boshaft? Aber nicht doch ...) Und deshalb tauchte ja - "zum Glück"!!! - genau in jenem Augenblick, in dem auch diese Nazi-Terrorgruppe selbst auffliegt, das von ihr zuvor aufwändig produzierte "Bekennervideo" auf (s.a. Bild, 19.11.9.). Einige Hintergrundinformationen dazu ...:


Frank Metzger und Ulli Jentsch vom "Antifaschistischen Pressearchiv" also hatten die "Ehre", es zu verbreiten. Und daran zu verdienen. Andere auch. Die Partei "Die Linke" zum Beispiel. Die Naziglatzen werden noch Jahrzehnte lang gröhlend dazu klatschen, wenn sie sehen, wie es keiner Nazi-Subkultur mehr bedarf, um solche herrlichen Video's zu verbreiten: "Klug und gewitzt" muß man sein, gröhlen sich die Nazi-Glatzen zu, dann besorgen einem das die offiziellen antifaschistischen Medien und verdienen noch daran - - - ganz wie neulich erst beim Pamphlet des Herrn Breijvik. (Naja, der Hohn der Nazi-Glatzen verliert an Brisanz, wenn man berücksichtigt, daß sie auch nur bezahlte Staatsdienstmitarbeiter sind ...)

Propagierung des feigen "Rassekrieges" durch die antifaschistischen Medien

4.11. in Eisenach: Tod der 2 Hauptverdächtigen
Eine Atmosphäre, in der es "nichts" ist, jemanden "umzulegen". Es gibt nichts Lustigeres als nichtdeutsche und antideutsche Leichen. Das ist die Botschaft. "Paulchen Panther schlägt wieder zu." Haben die Geheimdienste die Nazi-Subkultur endlich dort, wo sie sie  immer schon hatten haben wollen? So primitiv, hohl, zynisch, kalt und höhnisch, gänzlich perspektivlos und hassend, wie man sie sich immer schon gewünscht hatte? Aber zugleich einigermaßen technisch versiert und gerissen? Seit Friedrich Hielscher und Werner Best? Und wie es dann auch gefördert worden ist durch "Rechtsrock" aller Art? Und was hören wir über die "Verena Becker von rechts"? (Bild, 19.11.9.):
... Nachdem sie (Beate Zschäpe) die Zwickauer Wohnung in Brand gesteckt hatte, floh sie nach Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Dort hatte das Terrortrio Unterstützer in der rechtsradikalen Szene, dort wohnen André und Susan E., denen eine Videoproduktionsfirma gehörte und die im dringenden Verdacht stehen, an der Produktion des widerlichen Paulchen-Panther-Bekennervideos mitgewirkt zu haben.
(S.a. Bild, 19.11.) - - - Natürlich muß der zynischen Brutalität des "Bekennervideo's" die sanfte, säuselnde Stimme einer Frau Merkel gegenübergestellt werden, um zu zeigen, wie bodenlos schwach die Demokratien von heute sind. Jener Frau Merkel, die seit vielen Jahren die deutschen Geheimdienste nicht unter Kontrolle hat, die schon seit DDR-Zeiten daran gewöhnt ist, daß Geheimdienste zu regieren haben und nicht zu kontrollieren sind. Sie darf also wieder einmal "betroffen" sein. Und redet im Tonfall jenes Pfarrers, den sie ja im Elternhaus ausreichend kennengelernt hat (Yt., Bundesregierung.de). - Medienereignis Nazi-Morde ...

Es ist zu merken, wie viel - - - "Mitgefühl" sie hat, das sie nur - - - leider, leider, leider nicht in die Tat umsetzen "kann" - und will. Aber auch alle anderen Bundes- und Landestagesabgeordneten, die seit Jahren mit der Kontrolle der Geheimdienste befaßt sind, sind ähnlich "betroffen" und eiern oder poltern herum. Thomas Oppermann heißt einer von diesen. Vielleicht sind seine Forderungen ja wirklich ausnahmsweise einmal ausreichend kritisch (Bild, 19.11.). Auch vereinzelte glaubwürdige Geheimdienstkritiker können sich die Geheimdienste ja "leisten". Solange sie vereinzelt bleiben. Er äußert sich sogar unbehaglich bezüglich der derzeitigen Version des Todes der beiden terrorverdächtigen jungen Männer in Eisenach in dem von der Polizei umstellten und dann brennenden Wohnmobil.

Die "Verena Becker von rechts" ...

Verglichen mit einer Regierung Merkel kommt einem noch eine Regierung Putin ehrlicher und wahrhaftiger vor. Die läßt es wenigstens einigermaßen fröhlich durchblitzen durch all ihre Dementis, wie wenig man diesen glauben braucht, und wie wenig sie selbst daran glaubt. - - - Stellen wir nun im folgenden noch allerhand hübsche "Happen" aus der derzeitigen Berichterstattung über die Bananenrepublik Deutschland, das Mafiosoland Deutschland zusammen.

Als der Informatikprofessor Siegfried Mundlos vor mehr als zehn Jahren nach seinem abgetauchten Sohn Uwe Mundlos suchen wollte, riet ihm das Landeskriminalamt ab (!!!) (Bild, 18.11.):
... LKA-Fahnder stoppten den Informatikprofessor. Seine Nachforschungen würden die Ermittlungen gefährden, sagten die Beamten des LKA dem besorgten Vater. (...) Auch die Nazi-Kumpane seines Sohnes rieten dem Professor von Kontaktversuchen ab. Dahinter stecke viel mehr, als man sich vorstellen könne, sollen die Neonazis dem Vater laut „Stern“ gesagt haben.
Schon Anfang der 90er versuchte Siegfried Mundlos verzweifelt, ein Abdriften seines Sprösslings in die rechtsextreme Szene zu verhindern. Er nahm Kontakt zu anderen Eltern aus dessen braunem Freundeskreis auf, traf sich mit Polizisten. Doch die jungen Neonazis lachten darüber nur, schreibt der „Stern“.
Als das Killer-Trio in der Illegalität verschwand, entdeckte der Professor das Auto seines Sohnes vor dem Haus eines stadtbekannten Neonazis. Er schaffte es mit einem Zweitschlüssel nach Hause, bekam deshalb Ärger mit dem LKA – die Fahnder hatten tagelang vergeblich nach dem Fahrzeug gesucht ...
... Ja, die Kriminalämter haben es nicht gerne, wenn man ihnen bei der Verbrechensvertuschung und -förderung dazwischen "funkt".

Geheimdienste, düngt die "blühenden Landschaften" des Rechtsradikalismus nur ordentlich!

Thüringen gilt schon seit Jahren als eine "blühende Landschaft" des Rechtsradikalismus (Tagesschau, 15.11.):
Die Neonazis bauten ihre Strukturen auch mit Geld des Verfassungsschutzes auf; so will der ehemalige Anführer des "Thüringer Heimatschutzes" und Ex-NPD-Funktionär Tino Brandt laut taz in den 1990er-Jahren rund 200.000 D-Mark kassiert haben. Und der verurteilte Neonazi Thomas Dienel soll 25.000 D-Mark bekommen haben. Nachdem seine Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst bekannt geworden war, sagte Dienel, er habe die Zahlungen als "Spende" für die Bewegung gesehen.
Der Verfassungsschutz "überwachte" dort einen Sumpf, den er ständig neu durch finanzielle Bewässerung erweiterte, bzw. überhaupt erst hervorgerufen hatte. Alles wie gehabt (1). Jetzt wird lächerlicher Weise alle Schuld auf einen angeblich unfähigen und korrupten Amtschef des Verfassungsschutzes in Thüringen geschoben, den man nicht rechtzeitig abgesetzt hätte (Berl. Ztg. 20.11.). Déjà vu vom Feinsten ... Bzw.: Langsam wird es langweilig. - Darauf setzen die Geheimdienste, ohne Frage. Daß alles hingenommen wird nach und nach. Wie schon so vieles hingenommen worden ist. Daß wir russische Verhältnisse auch äußerlich bekommen.

Vorbild und Ideengeber Manfred Roeder?

Böhnhardt, Roeder-Prozeß in Erfurt
Über die Vorgeschichte der Zwickauer Mordgruppe heißt es unter anderem (bnr, 15.11.):
Früh scheinen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Nähe auch zu Rechtsterroristen gesucht zu haben. Fotos zeigen die beiden jungen Männer 1996, gemeinsam mit den Thüringer Neonazis Ralf Wohlleben und Andre Kapke, beim Prozess gegen Manfred Roeder. Roeders „Deutsche Aktionsgruppen“ verübten 1980 sieben Brand- und Sprengstoffanschläge, zum Teil gegen Unterkünfte von Ausländern, aber auch gegen Ausstellungen. Dabei starben in Hamburg zwei Vietnamesen. Der unbelehrbare Altnazi Roeder wurde 1982 wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Später trat er als Kandidat der NPD in Stralsund auf, reiste mit jungen Anhängern zu den Externsteinen oder hält unzählige Vorträge.
Der über 80-jährige Roeder lebt heute in Hessen und musste sich immer wieder vor Gericht verantworten. Den beiden damals jungen Neonazis aus Jena mögen seine Aktionen Inspiration für ihre späteren Gewalttaten gewesen sein. Denn auch deren Opfer waren Migranten, auch sie verübten wohl Anschläge auf kritische Ausstellungen.
Ist eigentlich jemals geklärt worden, in welche Geheimdienstaktivitäten Manfred Roeder eingebunden gewesen ist? - - -

Das Liedermacher-Duo "Eichenlaub" (1999) und die feigen Nazi-Mörder

Aber "Bekennervideo's" sind nicht das einzige Propagandamaterial. Am 5. Februar 1998 waren Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe untergetaucht. Schon ein Jahr später bringt das Liedermacher-Duo "Eichenlaub" die CD "Jötunheim" heraus. Von dieser CD ist das erste Lied "Deutscher Osten" im Netz zugänglich. Es sei hier gebracht, um zunächst einen Eindruck von diesem Liederduo und dieser CD zu geben:


Natürlich ist auf der Rückseite des CD-Umschlages auch - wieder einmal - die okkulte Schwarze Sonne zu sehen:


An vorletzter Stelle befindet sich, wie man sieht, der Titel "5. Februar". Dieser bezieht sich, soweit man in der Presse hört, auf das Datum des Abtauchens der drei "Kameraden" im Jahr 1998. Und der letzte Titel heißt dann "Und Du?". Zu dem Lied "5. Februar", das offenbar auch unter dem Titel "Warum?" kursiert, hat das Liedermacher-Duo schon im Jahr 2000 etwas in einem Interview gesagt, das in der derzeitigen Berichterstattung nie vollständig zitiert wird (Oireszene, 15.11.11, Thiazi, 6.8.07):
B&H: Das Lied "Warum" ist einigen flüchtigen Kameraden von Euch gewidmet. Klärt uns bitte auf, was geschehen ist.
EL: Ja das stimmt, es wurde von Erlwig geschrieben. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, daß drei Kameraden von uns beim "Bombenbasteln" aufgeflogen sind und noch vor einer Festnahme durch die Polizei fliehen konnten und immer noch auf der Flucht sind. Er drückt in diesem Lied seine ersten Gedanken, die er damals hatte, aus. Gleichzeitig will er alle Leser aufrufen, so etwas nicht nachzuahmen. Denn es bringt der ganzen Sache nicht viel mehr als Presserummel. Trotzdem stehen wir zu dem was unsere drei Kameraden da getan haben. Wir, die sie wohl am besten kannten, können uns mittlerweile ganz gut vorstellen, warum sie diesen zweifelhaften Weg gegangen sind. Aber wir verurteilen sie deswegen nicht, eben weil wir sie auch irgendwie verstehen können. Aber allen, die nicht die genauen Hintergründe kennen, die dazu geführt haben, daß sie diesen Weg eingeschlagen haben, sollte es auf jeden Fall unterlassen, über die drei zu urteilen.
Johannes Radtke berichtet darüber, ohne von der zitierten Distanzierung des Duos von Gewalt zu berichten, weshalb seine Schlußfolgerungen nicht mehr ganz so schlüssig klingen. Aber über ihn erfahren wir zumindestens Ausschnitte aus dem Liedtext (Zeit, 18.11.):
Schon ein Jahr nach dem Abtauchen von Beate Z., Uwe M. und Uwe B. widmete das Nazi-Liedermacher-Duo Eichenlaub aus Thüringen den flüchtigen Rechtsterroristen eine Lobeshymne. Zu der Melodie von Knockin’ on Heaven’s Door singt eine Frauenstimme theatralisch: “Die Polizei kam euch auf die Spur. Nun hieß es Abschied, für wie lange nur?” Der Titel “5. Februar” bezieht sich offensichtlich auf den Tag, an dem die drei endgültig beschlossen, in den Untergrund zu gehen. “Ihr saht wohl keinen anderen Weg [...] doch jetzt ist es zu spät”, geht das Lied weiter. “Wir denken oft an Euch” Der letzte Satz des Textes deutet auf weitere Aktionen der Flüchtigen hin: “Die Kameradschaft bleibt bestehen [...] der Kampf geht weiter nur voran, für unser deutsches Vaterland.”
Wie eng der Kontakt zwischen der Band und Z., M. und B. war, zeigt ein Interview, das die Liedermacher einer Zeitschrift des Nazi-Musiknetzwerkes “Blood & Honour” im Jahr 2000 gaben. Auf die Frage, worum es in dem besagten Lied genau geht, antworten die Musiker: “Trotzdem stehen wir zu dem, was unsere drei Kameraden da getan haben. Wir, die sie wohl am besten kannten, können uns mittlerweile ganz gut vorstellen, warum sie diesen zweifelhaften Weg gegangen sind. Aber wir verurteilen sie deswegen nicht, eben weil wir sie auch irgendwie verstehen können.”
Vor allem der folgende Satz hätte Verfassungsschützer hellhörig werden lassen müssen: “Aber alle, die nicht die genauen Hintergründe kennen, die dazu geführt haben, dass sie diesen Weg eingeschlagen haben, sollten es auf jeden Fall unterlassen, über die drei zu urteilen.” Offenbar war selbst dem Umfeld des mörderischen Trios schon damals klar, dass die “Kameraden” noch mehr planten als nur Bomben zu basteln. Als Zeugen befragt wurde die Naziband offenbar nie.
Die hier gezogenen Schlußfolgerungen erscheinen auf den ersten Blick nicht ganz logisch. Siehe dazu auch (taz, 17.11.).

„Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ und das Lied "Döner-Killer" (2010)

Daniel "Gigi" Giese nun ist der Band-Leader der Neonazi-Band's „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ und "Stahlgewitter". Die erstere Band brachte im Jahr 2010 eine CD heraus mit dem Titel "Adolf Hitler lebt". Unter diesen findet sich auch das Lied "Döner-Killer", das jetzt in aller Munde ist. Hier zunächst die Abfolge der Liedtitel (nach draupnir88):
01. Auftakt (0:30)
02. Goebbels für alle (2:24)
03. Über Gräber vorwärts (3:30)
04. Döner-Killer (3:41)
05. Bis nach Istanbul (2:47)
06. Bekenntnis (4:38)
07. Geschwür am After (2:36)
08. Negeraufstand in Kuba (3:55)
09. Adolf Hitler lebt! (2:44)
10. Bundesdepp (2:41)
11. Bei uns im Norden (3:18)
12. Tolerant & geisteskrank (3:42)
13. Vitalienbrüder (3:22)
14. Schwarz-Weiß (2:30)
15. Sonstwasgrippe (2:46)
16. Gewerkschafter-Blues (4:12)
17. Ausklang (0:39)
Auf Youtube sind diese Lieder im letzten Jahr alle eingestellt worden, aber derzeit "in deinem Land" nicht abrufbar. Bis auf "01. Auftakt", das schon hochgradig zynisch ist:


Weitere CD-Titel aus früheren Jahren waren "Braun ist Trumpf" (2008) und "Braun is Beautiful" (2004). Vieles davon kann man sich bei Youtube anhören, um sich einen Eindruck von dieser Band zu verschaffen. Der Text von "Döner-Killer" lautet nun (Bild, 18.11., Oireszene, 15.11.):
Döner-Killer
Neun mal hat er es jetzt schon getan. Die SoKo Bosporus, sie schlägt Alarm. Die Ermittler stehen unter Strom. Eine blutige Spur und keiner stoppt das Phantom.
Sie drehen durch, weil man ihn nicht findet. Er kommt, er tötet und er verschwindet. Spannender als jeder Thriller, sie jagen den Döner-Killer.
Neun mal hat er bisher brutal gekillt, doch die Lust am Töten ist noch nicht gestillt. Profiler rechnen mit dem nächsten Mord. Die Frage ist nur wann und in welchem Ort.
Hunderte Beamte ermittelten zuletzt. 300.000 Euro sind auf ihn ausgesetzt. Alles durchleuchtet, alles überprüft, doch kein einziger Hinweis und kein Tatmotiv.
Am Dönerstand herrschen Angst und Schrecken. Kommt er vorbei, müssen sie verrecken. Kein Fingerabdruck, keine DNA. Er kommt aus dem Nichts – doch plötzlich ist er da.
Wer stillt seinen Hunger und wann geht er wieder jagen? Wann taucht er wieder auf? Kein Fahnder kann es sagen. Wer ist der Nächste? Wann ist es soweit? Sie haben ihn längst verloren, den Wettlauf gegen die Zeit.
Bei allen Kebabs herrschen Angst und Schrecken. Der Döner bleibt im Halse stecken, denn er kommt gerne spontan zu Besuch, am Dönerstand, denn neun sind nicht genug.
Der Autor dieser Worte konnte sich doch nicht in der Hoffnung wiegen, daß all die Morde sein Leben lang nicht würden aufgedeckt und damit auch er der Mitwissenschaft nicht würde angeklagt werden? Was für ein Wahnsinn. Oder sollte er von vornherein "Zusicherungen" bekommen haben - wie so viele, von staatlicher Seite (1)? Denn der Staat hatte wieder einmal ganze Tomatensträucher auf den Augen (ntv, 18.11.):
Die "Dresdner Morgenpost" berichtete, dass der sächsische Staatsschutz möglicherweise schon seit über einem Jahr einen Hinweis auf den rechtsradikalen Hintergrund des Mord-Trios hatte. Demnach habe das Landeskriminalamt bereits im Juli 2010 eine Musik-CD der rechtsextremen Plattenfirma "PC Records" indiziert, auf der ein "Döner-Killer" und die Mordserie an neun Unternehmern türkischer und griechischer Herkunft besungen wird. Zudem würden darauf weitere Morde angedroht.
Na gut, die Aktivitäten des Landeskriminalamtes durften wir ja schon weiter oben bestaunen ... Und nun noch kurz de dem Tod von zweien der drei Hauptverdächtigen (FAZ, 18.11.):
Uwe Böhnhardt und Uwe Mundloch, die beiden mutmaßlichen Serienmörder der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“, haben sich am 4. November das Leben genommen, weil ihr Wohnmobil von der Polizei umstellt und eine Flucht dadurch unmöglich war. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Bezug auf ermittelnde Sicherheitsbehörden.
Wir harren der Dinge, die da die "hunderte" von aufklärungswütigen Staatsbeamten in den nächsten Tagen und Wochen wieder herausbekommen werden ... Bananenrepublik nannte das heute jemand im Radio und empörte sich heftig.

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1. Schröder, Burkhard: Der V-Mann. Rotbuch-Verlag, Hamburg 1997

Freitag, 18. November 2011

Ist Evolutionärer Humanismus "völkischer Humanismus"?

Vor vier Wochen hatten wir im Zusammenhang mit Diskussionen rund um die Facebook-Bewegung "Generation Giordano" einen wohl nicht ganz unwesentlichen Satz der Giordano Bruno-Stiftung (GBS) zitiert: "Die Anerkennung biologisch-kultureller Evolution mit allen ihren beobachtbaren Unterschieden gehört zum Wesen des Humanismus." (1) Aus diesem Anlaß soll erinnert werden an Diskussionen, die sich schon im Jahr 2008 rund um die Giordano Bruno-Stiftung abgespielt hatten. Der folgende Beitrag ist im wesentlichen schon vor zwei Jahren geschrieben worden. Nun wird es Zeit, daß er endlich einmal veröffentlicht wird.

Die Giordano Bruno-Stiftung in der Diskussion (2008)

Gegen die Giordano Bruno-Stiftung (GBS) ist von verschiedener Seite aus vorgegangen worden mit dem Vorwurf "völkisch" zu sein (wenn nicht gar "braun"). Etwa in "Jungle World" ("Die linke Wochenzeitung") (12.6.2008) von seiten Peter Bierls. Dieser Beitrag wurde auch thematisiert von dem Blog "Naturalismuskritik" von Benno Kirsch (19.6.2008). (Leider ist der Beitrag von Kirsch nicht mehr allgemein öffentlich zugänglich.)

Zu den Kontrahenden: Peter Bierl ist Autor des Anthroposophie-kritischen Buches "Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister", in dem die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik kritisch untersucht wird. Zu den weltanschaulichen Grundlagen der Giordano-Bruno-Stiftung vergleiche man etwa diesen Artikel --> pdf. (bzw.: 2). Aufhänger Peter Bierls ist das von der GBS herausgegebene Kinderbuch "Wo bitteschön gehts zu Gott, fragte das kleine Ferkel". Zu diesem und zu der GBS im Allgemeinen wurde auf dem Wissenschaftsblog "Studium generale" schon verschiedentlich Stellung genommen (siehe a, b, c, d, e - wer diese Beiträge liest, dem wird das folgende vielleicht noch ein bischen leichter einzuordnen sein).

Benno Kirsch schreibt nun über den Anti-GBS- und Anti-"Ferkelbuch"-Artikel von Peter Bierl:
Das Milieu, in dem Bücher wie das „Ferkelbuch“ gedeihen können, beschreibt Bierl sehr anschaulich. Hier tauchen Linke wie Rechte auf, dumpfe Esoteriker, Tierrechtler und völkische Humanisten. Bierl nennt Karlheinz Deschner und Schmidt-Salomon, Karl Schachtschneider und Ernst Topitsch, Peter Singer und Norbert Hoerster. Da taucht der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) ebenso auf wie die Sekte Universelles Leben. (...)

Was sich in diesem Milieu so alles links nennt, kann man, Bierl zufolge, kaum noch von den Rechten unterscheiden; jedenfalls scheinen die Grenzen fließend zu sein. Schmidt-Salomon etwa sei unfähig, sich mit Kritik an seiner eigenen Ideologie auseinanderzusetzen (...).
Wo stammt eigentlich der hier verwendete Begriff "völkischer Humanismus" her? Ist er hier in der angegebenen, vielleicht eher flappsigen Weise überhaupt zum ersten mal formuliert worden? Daß dieser Begriff angesichts der modernen Entwicklungen in der Evolutionsforschung naheliegend ist, wo man mit Charles Darwin auch heute wieder in die Nähe des Denkens in völkischen Kategorien kommt, ist unübersehbar (siehe zuletzt hier und hier nebst Kommentaren). Denn es wird auch im menschlichen Genom inzwischen ganz unübersehbar, daß Gruppen und Völker in den letzten 200.000 Jahren Einheiten der Humanevolution waren, und daß auf ihrer Ebene für den Menschen und menschliche Kultur wesentlichen Selektion stattgefunden hat (3). (Gut zu verstehen etwa bei der Entstehung des Volkes der aschkenasischen Juden vor erst etwa 1000 Jahren.)

Zugleich aber scheint durch die Kombination des Wortes "völkisch" mit dem Wort "Humanismus" doch von vornherein alles Inhumane ausgeschlossen zu sein, was man bis dato mit dem völkischen Denken zu assoziieren geneigt gewesen war? Es ist ja klar, daß nicht nur Bibel-Kritiker, sondern schon die Bibel selbst tief im völkischen Denken verwurzelt ist. Nicht nur das Alte, auch das Neue Testament. Jesus bevorzugt an mehreren Stellen des Neuen Testamentes eindeutig Juden gegenüber Nichtjuden. Ob es sich in der Bibel um einen völkischen Humanismus handelt, das werden Bibelgläubige und Bibelkritiker wahrscheinlich unterschiedlich sehen.

Aber gerade Bibelkritiker könnten sich doch auch in der Pflicht sehen, endlich einmal - vielleicht zum ersten mal in der Weltgeschichte - so etwas wie einen völkischen Humanismus wirklich praktisch umzusetzen! Sind die geschichtlichen Erfahrungen der letzten 100 Jahre vielleicht genau darauf ausgelegt, daß die Menschheit endlich einmal lernt, mit dem völkischen Gedanken human umzugehen, anstatt inhuman?

Auch in der Bibel herrscht Denken in völkischen Kategorien vor

Abseits aller Spiegelfechtereien, "Ferkelbücher" und Islamkritiken: Kann eigentlich die Giordano-Bruno-Stiftung, die sich schließlich in ihrem Weltbild nur auf die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse gründet und einen Evolutionären Humanismus vertritt, etwas dafür, wenn es in diesem Weltbild eine Komponente gibt, die man immer mehr, deutlicher und dezidierter "völkisch" nennen kann oder sogar muß? Doch dann auch wiederum von anderen Seite her betrachtet: Wenn es eine solche Komponente tatsächlich geben sollte: Würden dann sowohl die GBS als auch ihre Kritiker wirklich sensibel genug damit umgehen?

Wer sich geistig mit der vordersten Front der Genetik und Soziobiologie beschäftigt, aber auch sonst ab und an noch einmal über den Tellerrand der naturwissenschaftlichen Detailforschung hinaus schaut, kommt früher oder später wohl gar nicht umhin, sich solche Fragen zu stellen.

"Völkische" Komponenten im heutigen naturwissenschaftlichen Weltbild

Auf diesem Blog ist schon verschiedentlich auf solche "völkischen" Komponenten im sich derzeit weiterentwickelnden naturwissenschaftlichen Weltbild hingewiesen worden. Ja, das Mitverfolgen des Schicksales dieser Komponenten in der heutigen naturwissenschaftlichen Forschung bildet sogar einen Schwerpunkt dieses Blogs. Und es regt sich doch um so länger um so mehr der Verdacht, daß hier das Ende der Fahnenstange im wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß noch längst nicht erreicht ist. Daß hier noch so "manches" auf uns zukommen könnte. Durch die Sarrazin-Debatte des Jahres 2010 ist dann wohl auch Millionen anderen Menschen, die unseren Blog bedauerlicherweise (!) noch gar nicht gelesen haben, wohl so ein bischen bewußt geworden, was da noch alles auf uns zukommt oder zukommen könnte.

Es sei nur erinnert an die vielen gegenwärtigen Diskussionen in der Naturwissenschaft und in der naturwissenschaftlichen Anthropologie um das Phänomen der "Gruppenselektion", heute passender genannt "Mehr-Ebenen-Selektion" (multilevel-selection), um das Phänomen der Gen-Kultur-Koevolution, um Phänomene der "jüngsten", "lokalen" Humanevolution und viele Dinge dergleichen mehr, wie sie sich durch die vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms und des Abgleichs der daraus abgeleiteten Erkenntnisse mit schon zuvor gewonnenen und dabei weiter zu entwickelnden Erkenntnissen in der Theoretischen Biologie, in der Soziobiologie und - etwa - in der Historischen Demographie ergeben haben und künftig noch konkreter ergeben werden (3).

Eine "neue Religion auf wissenschaftlicher Grundlage"

Abb. 1: Gegen rechten Okkultismus
Menschen wie Peter Bierl sind aber nun - abseits all der Erkenntnisfortschritte in der Naturwissenschaft - offenbar zunächst vor allem interessiert an den vielen gefährlichen ideologischen Übergängen von einem säkularen Humanismus und der Religionskritik der Giordano-Bruno-Stiftung hin zu esoterisch-okkulten, pantheistischen, neuheidnischen, rechten und konservativen Positionen und Gruppierungen, die sich daran anschließen oder die sich doch zumindest daran anschließen könnten (wenn in diesen Gruppierungen überhaupt wissenschaftliches Interesse vorhanden wäre).

Wenn nun Peter Bierl über den von der GBS herausgestellten Ernst Haeckel schreibt, so hört sich das beispielsweise so an:
Anstelle des Christentums wollte der Zoologe Ernst Haeckel (1834 bis 1919), der Darwins Lehre in Deutschland verbreitete und den Begriff "Ökologie" einführte, eine neue "Religion auf wissenschaftlicher Grundlage" setzen. Auch Haeckel stand weit rechts. Er war Mitglied des Alldeutschen Verbands, der Kolonialgesellschaft und des Flottenvereins. Er teilte die Menschen in "wollhaarige" und "schlichthaarige" "Rassen" ein und wähnte, eine "indogermanische Rasse" habe alle anderen "in geistiger Hinsicht mehrfach überflügelt".
Und wenn Peter Bierl über Giordano Bruno selbst spricht, so denkt er auch dabei keineswegs an einen Rennaisance-Philosophen des 16. Jahrhunderts, sondern zunächst und vor allem an rechte Esoteriker des 19. und 20. Jahrhunderts, die sich auch an der einen oder anderen Stelle an das Denken von Giordano Bruno angeschlossen haben:
Anhänger Haeckels gründeten einen Giordano-Bruno-Bund. Der Mönch Bruno (1548 bis 1600), von der Kirche in Rom verbrannt, wurde von den völkischen Vordenkern Paul de Lagarde (1827 bis 1891) und Houston Stewart Chamberlain (1855 bis 1927) gefeiert, später von Hauer und Sigrid Hunke (1913 bis 1999). Die langjährige Ehrenvorsitzende der Deutschen Unitarier-Religionsgemeinschaft (DUR) propagierte ein "Neuheidentum" als "artgemäße" Religion. Dabei wurde und wird Bruno nicht bloß wegen seines Märtyrertums von völkischen Spinnern, Nazis und Esoterikern missbraucht. Sein Pantheismus und der Vorwurf, Judentum und Christentum hätten Magie und Mystik zerstört, bieten inhaltliche Anknüpfungspunkte.
Mathilde Ludendorff, naturalistische, völkische Vordenkerin, Mitglied des Monistenbundes von Ernst Haeckel und Okkultismus-Kritikerin könnte natürlich an dieser Stelle ebenso erwähnt werden. Auch sie hat immer wieder auf die siebenjährige Kerkerhaft des Giordano Bruno Bezug genommen. Das ist ja naheliegend für jeden Kirchenkritiker, ob er nun politisch links oder rechts eingestellt sein mag.

Daß die GBS bislang mit dem "Ferkelbuch", das der Aufhänger für Bierl ist, und mit so vielen anderen Dingen nicht gerade auf die glücklichste Art und Weise ein am naturwissenschaftlichen Wissen orientiertes Weltbild popularisiert, das ist uns hier auf dem Blog schon länger klar (siehe dazu nochmals  abcde).

"Wir wollten das nicht wissen. Beim besten Willen nicht."

Abb. 2: Gegen allen Okkultismus
Aber was für Probleme sehr grundsätzlicher Art hier insgesamt zutage treten, kann vielleicht auch anhand des  Blogs "11 Freunde" - und damit ganz unabhängig von solch "tiefgründigen" Debatten - in die leicht spöttisch-lächelnden Worte gefaßt werden (siehe hier), die dort verwendet wurden, als es um den ("naturalistischen") Vergleich der Vogelart der Baumhopfe mit menschlichen Fußballfans ging (siehe Stud. gen.):
Wir wollten das nicht wissen. Beim besten Willen nicht. Aber Forschungsergebnisse flattern einem ja selten auf Bestellung ins Haus. Versuchen wir, es mit Fassung zu tragen. Denn immerhin: Das Schicksal, einem Vogel ähnlich zu sein, trifft uns alle gleichermaßen. Es macht uns zu Brüdern. - Steh auf, wenn du ein Baumhopf bist!
Es gibt sehr vieles in der Wissenschaft, was man kaum noch geneigt ist, überhaupt wissen zu wollen. Da man es sich schon lange abgewöhnt hat, in diesen Kategorien zu denken. Und dazu gehört bestimmt auch das Denken in völkischen Kategorien. Aber wenn die Forschungsergebnisse ein solches eben bekräftigen - sollte man sich dann nicht auch zusammennehmen und mit den 11 Freunden ausrufen: "Steh auf, wenn du ein völkischer Humanist bist!" - - - ? Ups?! Fühlt sich ... - - - "nicht so gut" an? Vielleicht gibt es noch bessere Begrifflichkeiten, um auf die Einsicht zu reagieren, daß Völker Einheiten der Humanevolution waren und höchstwahrscheinlich auch künftig sein werden.

(erster Entwurf, 19.6.09)

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  1. Bading Ingo: "Die Anerkennung biologisch-kultureller Evolution mit allen ihren beobachtbaren Unterschieden gehört zum Wesen des Humanismus." Auf: GA-j!, 21.10.2011
  2. Schmidt-Salomon, Michael: Auf dem Weg zur Einheit des Wissens. Die Evolution der Evolutionstheorie und die Gefahren von Biologismus und Kulturismus Schriftenreihe der Giordano Bruno Stiftung, Band 1 (2007). Siehe --> Homepage.
  3. Darwin in Mind (J.J. Bolhuis et. al., PLoS Biology, 2011)

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