Sonntag, 12. Juli 2015

Das monströse Ausmass der Pädokriminalität in England

Die derzeitige Wahrheitskommission im Mutterland der Demokratie rüttelt an den Grundlagen unseres 200 Jahre alten Demokratie-, Gesellschafts- und Geschichtsverständnisses

"Britannia, lass flattern deine verdreckten Fahnen ..." (Wiki)
Foto: Vaughan Leiberum
Das steht im Wochenmagazin "Der Spiegel" vom Donnerstag der letzten Woche über den landesweiten, viele Gesellschaftsteile durchziehenden Mißbrauchsskandal in Großbritannien:
In England und Wales könnte jedes 20. Kind Opfer von Missbrauch geworden sein. ... Das wahre Bild könnte noch schlimmer sein.
Könnte mit weniger Worten mehr gesagt werden? Es wird einige Zeit brauchen, bis überhaupt verstanden worden ist, was diese Aussage bedeutet. Eine solche Aussage über das Mutterland der modernen Demokratie. Es sei noch der Vollständigkeit halber zitiert, was in dem Artikel weiter erläuternd steht:
Im Zuge der Affäre um den ehemaligen BBC-Entertainer Jimmy Savile waren in Großbritannien verheerende Missstände quer durch alle Bevölkerungsschichten aufgedeckt worden. Entertainer, Geistliche, Politiker, Krankenhausmitarbeiter - Missbrauchsskandale gab es in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Der Polizei wird vorgeworfen, über Jahrzehnte Skandale ignoriert oder nur nachlässig ermittelt zu haben. Unter anderem sollen neben zahlreichen Unterhaltungsstars im Umfeld der BBC der inzwischen gestorbene frühere Innenminister Leon Brittan sowie weitere hochrangige Politiker beteiligt gewesen sein. In mehreren Städten flogen Ringe von Sexualstraftätern etwa in der Taxifahrerszene auf.
(Siehe auch z.B. RTL.) - Findet das ständige herabsetzende Reden von "Verschwörungstheorie" jetzt endlich einmal ein Ende? Oder bedarf es noch mehr, damit das nun endlich ein Ende hat?

Aber viel mehr noch: Merkt man es? Spürt man es? Das ist jene Nation, die uns Deutschen 1945 die Demokratie bringen wollte. - - - Da muss eine ganze politische Elite vollständig ausgewechselt werden. Wie sonst will man mit dieser Erkenntnis umgehen? Das wird doch nicht besser, indem nicht auch etwas an den moralischen Grundlagen einer solchen Gesellschaft verändert wird.*)

Finden heutige Gesellschaften der Nordhalbkugel dazu noch die Kraft? Oder gucken sie weg? Was sagt ein Jürgen Habermas dazu? ... Ja, ja, er lebt noch, jener Mann, der sich noch 2004 mit jenem Herrn Joseph Ratzinger so gut verstanden hatte, dessen Biographie, nunja, seither ja auch so manches "Geschmäckle" bekommen hat, zurückhaltend ausgedrückt. Was sagen sonstige moralinsaure Demokraten der westlichen Welt dazu? Oder noch grundlegender: Was würden ein Baron de Montesquieu und ähnlich grundlegende Staatsdenker zu solchen Feststellungen sagen?

Leon Britain (1939-2015), Innenminister unter Margaret Thatcher, steht unter dem Verdacht vielfachen sexuellen Missbrauchs. Er war entscheidend daran beteiligt, dass die Ermittlungen gegen den Kinderschänder-Ring im britischen Parlament Anfang der 1980er Jahre bis kurz vor der deutschen Wiedervereinigung niedergeschlagen worden sind. Womit sicherlich hundertfach neue Fälle von Pädokriminalität ermöglicht worden sind. 

Und diese christkonservative Regierung machte Deutschland 1989/90 Vorschriften darüber, wie es seinen Stellung in Europa nach der Wiedervereinigung bestimmen sollte. Wie es seine Grenzfragen mit Polen lösen sollte. Diese Regierung warnte 1990 vor einem Deutschland, das wieder gefährlich werden könnte. Wo sie selbst jedem 20. Kind ihres eigenen Volkes gefährlich war.

Die Erkenntnisse dieser Wahrheitskommission gehen weit über die Erkenntnisse rund um den Mißbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche hinaus. Und womöglich versteht man nun gerade auch besser, warum sich der "Papst" nennende Herr Joseph Ratzinger, dieser Edelkatholik, so überraschend wohlwollend ausgerechnet gegenüber der britischen Elite und dem britischen Königshaus aussprach, diesem edlen, anlässlich seines Besuches in England im September 2010 (GA-j!, 9/2010). Wo doch England aus der Sicht seiner Klientel eigentlich eines der Kernländer der Ketzerei sein sollte. Aber so mancher Fragenkreis schließt sich gerade, nicht nur dieser. Denn es gibt offenbar doch noch so manche - - - "Gemeinsamkeit" mit Ketzern. Hoffte Herr Ratzinger womöglich damals noch auf politisches Asyl in Großbritannien, falls er strafverfolgt werden sollte um seiner tausendfachen Verbrechen willen - ? Wo die Polizei und Gerichte in Großbritannien doch damals noch so erfreulich milde waren, ahnungslos taten, was die Art speziell seiner Verbrechen betrifft (nämlich Mitwisserschaft, Vertuschung und Ermöglichung von Pädokriminalität).

Die Erkenntnisse dieser Wahrheitskommission gehen weit über den Mißbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche hinaus

Es stockt einem der Atem. Was man nicht glauben wollte, nämlich, dass auch der britische Geheimdienst und die britische Regierung während des Zweiten Weltkrieges infiltriert waren von Pädokriminellen, dass offenbar an oberster Spitze selbst mit Winston Churchill ein Pädokrimineller stand (es ist hier auf dem Blog schon darüber geschrieben worden, insbesondere anhand der Aussagen von T. Stokes und anderer), gewinnt durch diese neuen Sachverhalte natürlich schnell an weitaus größerer Glaubwürdigkeit.

Solche Zustände wie jene, die jetzt zutage kommen, entstehen doch nicht über Nacht. Sie müssen eine lange Vorgeschichte haben. Man kann auch sagen: Diese Nation, die Regierung und die Presse dieser Nation stellten sich 1914 gegen Deutschland in einen Krieg mit einem Phrasenschwall voll von triefender Moral. Auch dieser Umstand erhält durch die aktuellen Aufdeckungen eine ganz neue Beleuchtung. Versteht man besser, wie die damalige britische Lügenpresse den deutschen Soldaten 1914 vorwerfen konnte, belgischen Kindern die Hände abzuhacken - ? Wie sie rufen konnte "Hang the Kaiser!" Wie sie Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg aufbürden konnte? Versteht man es? Ich jedenfalls glaube gerade manches zu verstehen.

Und man versteht vielleicht damit heute auch wieder besser den tiefen, tiefen Zorn der deutschen Frontsoldaten nach dem Ersten Weltkrieg, von einer solchen zutiefst korrupten Nation militärisch überwunden und geknebelt worden zu ein mit dem "Schandvertrag" von Versailles. Oder - die Frage läßt sich auch andersherum stellen: Welche große Nation legt eigentlich einer anderen großen, zivilisierten Nation einen solchen Schandvertrag auf, wenn ihre Eliten nicht pädokriminell zutiefst versumpft und verseucht sind?

In Deutschland hat wohl noch kaum jemand wahrgenommen, was für ein grundlegender Wandel zwangsläufig in unserem Demokratieverständnis stattfindet durch diese derzeitige "Wahrheitskommission" in Großbritannien. Wenn die Demokratie darin versagt hat, jedes 20. Kind zu schützen vor Pädokriminalität. In jeder Schulklasse ein Kind.

Zeiten eines Nero im "Mutterland der Demokratie"

Was ist das dann für eine "Demokratie"? Nein, Großbritannien war niemals eine vorbildliche Demokratie. Diese kann es gar nicht gewesen sein. Zumindest nicht in den letzten 100 bis 150 Jahren. Wer kann das noch glauben? Wir wissen, dass das britische Königshaus, auf das gegenwärtig rund um die Pädokriminalitäts-Vorwürfe erneut ein so schwerer Verdacht  fällt (etwa auf den Bruder des Kronprinzen), schon 1888 tief versumpft war, da von Hochgradfreimaurern umgeben, aufzeigbar nicht zuletzt an den "Jack the Ripper"-Morden jenes Jahres (GA-j!, 4/2014).

Es waren Händler und Heuchler, genau das, was die Deutschen 1914 bis 1918 über die Engländer glaubten. Und diese Nation hat die deutschen Städte zusammen gebombt 1940 bis 1945. In dieser Nation konnte ein Lord Vansittard 1940 als geistige Vorbereitung auf diese Verbrechen sein Hetz- und Lügenbuch "Black Record" veröffentlichen. Aus solchen Verhältnissen stammend, konnte ein Winston Churchill während des Zweiten Weltkrieges so zynisch mit dem Völkermörder Josef Stalin küngeln. Und gerade einmal eben Deutschland auf zwei Drittel seines Vorkriegsterritoriums zurückschneiden unter der Vertreibung eines Viertels seiner Vorkriegsbevölkerung unter begleitendem Massenmord an 2,5 Millionen Deutschen. Es wird gerade vieles klarer über die Grundkonstellationen jener westlichen Politik, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts bestimmten.

Eine Nation von Pädokriminellen, von Mitwissern von Pädokriminalität und von Überlebenden pädokrimineller Gewalt

Ich wunderte mich schon 1993 in meiner Magisterarbeit über die tiefe Korrumpiertheit, über die schweren Verbrechen der britischen Regierung während des Zweiten Weltkrieges (siehe --> meine Magisterarbeit). Der deutsche Historiker Klaus Hildebrand war beim Studium derselben Sachverhalte 1986 dazu gekommen, vom "Zeitalter der Tyrannen" zu sprechen, in das er neben Hitler und Stalin Churchill und Roosevelt bewusst mit einschloss. Das war im Zusammenhang mit dem legendären "Historikerstreit" desselben Jahres geschehen. Und von wem wurde - auch - Klaus Hildebrand damals so angegriffen, dass er sich seither niemals wieder so deutlich und offen zur verbrecherischen britischen Politik während des Zweiten Weltkrieges geäußert hat? ..... Ääääähm, nun, ähm, ja, von: Jürgen Habermas. Es wird gerade vieles klarer.

Leon Britain, der des Missbrauchs verdächtige Minister der Thatcher-Regierung (soweit man das überblickt, gibt es noch andere ehemalige Minister der Thatcher-Regierung, die diesen Verdacht auf sich gezogen haben, die ihn aber empörter zurückgewiesen haben als Britain) ist auch noch jüdischer Herkunft (Wiki). Sein Volk wurde traumatisiert 1933 bis 1945 - wie so viele andere Völker - und er musste diese Tramatisierungen nach 1945 fortsetzen? Es reicht. Tausend mal reicht es. Es ekelt einen, wohin man blickt. Wann ist endlich Schluss mit diesem "Jahrhundert der Lüge", der triefenden, sabbernden, salbadernden Moral und Heuchelei, die sich durch so viele Gesellschaftsbereiche moderner "Demokratien" zieht - ebenso wie die Pädokriminalität?

Das einstmalige prunkvolle britische Empire - was bleibt von ihm übrig? Eine Nation von Pädokriminellen, von Mitwissern von Pädokriminalität und von Überlebenden pädokrimineller Gewalt. Man versteht, warum sich in dieser Nation der Edelkatholik, Herr Joseph Ratzinger, vor fünf Jahren so wohl fühlte und für die multikulturelle Gesellschaft warb. Was einem schon damals so auffallend vorkommen konnte (GA-j!, 9/2010). Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, diejenigen, die seit hunderten von Jahren vor Sodom und Gomorra warnen, die derartige Schreckensbilder beschworen - sie selbst waren es, die genau dieses erst herbei führten. Unter der Maske der Saubermänner, der Gut- und Edelmenschen.

Und damit drängt sich auch immer schärfer die Frage auf: Welche Zusammenhänge bestehen zwischen elitärer Pädokriminalität und dem mangelhaften Leisten von Widerstand gegenüber der Befürwortung, dem Bewerben und Einpeitschen des Gedankens von der multikulturellen Gesellschaft? Fühlen sich Pädokriminelle etwa in multikulturellen Gesellschaften "wohler", "sicherer"? Und wenn ja - warum? Weil in diesen - nach dem Wort von Robert Putnam - "jeder allein kegelt" und es deshalb niemals zu einer großen gemeinsamen Aktion kommt, Abwehraktion. Weil andere sehr fortgeschrittene, hoch kultivierte multikulturelle Gesellschaften auch schon nicht fertig geworden sind - mit einem Nero? Warum sonst?

Zeiten eines Nero im "Mutterland der modernen Demokratie".

_____________________________________
(Als Titel für diesen Artikel war ursprünglich gewählt worden: "Die stolze, ekelhafte, versumpfte britische Nation".)

___________________________________
*) Man möchte sogar noch weiter gehen. Man möchte fragen: Können solche Zustände überwunden werden von der heutigen unter Evolutionären Humanisten beworbenen hedonistischen Moral? - Gegenwärtig stürzen gerade unglaublich viele, auf seichtem Fundament errichtete Gebäude ein - und seien es nur moralische oder Gedankengebäude.

Ein Skandal der allerersten Güte

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda hat - nach meinem Gefühl: nach langer Zeit - einmal wieder etwas Ansprechendes, Öffentlichkeits-Wirksames produziert (hier oder hier):


Mein Kommentar zu diesem Video und zu dem dazugehörigen Blogartikel über "Traurige Rechte" ("Tristesse Droite")*):

In typischer Kubitschek-Art wird hier - wie auch sonst - viel „Haltung“ mitgeteilt. Man "unterscheidet" sich, man ist "anders". Man ist nicht "linksliberal". Wie erstaunlich. Man sieht sich vielmehr als "die grundlegende Infragestellung des linksliberalen Establishments". Gegenfrage: Und das rechtsliberale Establishment, das unsägliche "christkonservative Establishment", Establishment überhaupt soll nicht "grundlegend infrage gestellt" werden?

Man möchte sagen: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Zumindest geistig. Denn dass die pädokriminellen Eliten der Nordhalbkugel auch jenseits des "linksliberalen Establishments" verrottet sind von Grund auf - das sieht man überall - nur offenbar nicht in Schnellroda!

Positive Inhalte, Perspektiven?

Aber fragen wir weiter. Wie sieht es denn eigentlich aus mit den positiven Inhalten? Dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen und damit zwangsläufig nichtchristlichen Bildes von Menschen und Völkern leben, eine Einsicht, aus der heraus die ursprünglich neuheidnische „Neue Rechte“ in den 1970er Jahren rund um das Thema „Biopolitik“ entstanden ist (also aus der damaligen „Sarrazin-Debatte“ heraus), wird diese Einsicht in dem Video oder in dem neuen Kubitschek/Kositza-Bändchen „Tristesse Droite“ thematisiert?

Offensichtlich nicht, denn warum sonst: „Tristesse“? Naturwissenschaftsnahe Menschen, die es unter "Linksliberalen" (was für ein abgegriffener Begriff ...) womöglich in größerer Häufigkeit gibt als in Schnellroda, kennen so etwas wie „Tristesse“ gar nicht. Die Einsicht, dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen Bildes von Menschen und Völkern leben, wird von den „tristen“ seit den 1990er Jahren rechristianisierten und rekatholisierten „Neuen Rechten“ in Schnellroda und anderwärts offensichtlich mit einem klaren Bewusstsein für das, was man tut, nicht deutlich, klar und scharf umrissen in den Vordergrund gestellt. Dieser Sachverhalt ist in der Selbstdarstellung so gut wie unsichtbar.

Warum auch sonst hätte man Anlass, sich ausgerechnet und gerade und nur von "Linksliberalen" zu distanzieren und sie infragezustellen? Vielmehr sollte man sich schlicht von jenen distanzieren - egal welcher politischer Richtung - die naturwissenschaftlich festgestellte und auch von Thilo Sarrazin angesprochene Sachverhalte ignorieren. Das ist doch eigentlich viel einfacher. Und das gibt es nicht nur unter Linksliberalen .... Schaut man sich in den seit der Sarrazin-Debatte erschienenen populärwissenschaftlichen Büchern zur Intelligenzforschung um, so wird man feststellen, dass alle deutschen wissenschaftlichen Gegner Sarrazins, die sich 2010 zu Wort meldeten - insbesondere Elsbeth Stern - der Sache nach heute nichts anderes sagen als Sarrazin damals, nämlich: dass Intelligenz bis zu 80 Prozent erblich ist. Das ist Konsens heute in der Wissenschaft und wird auch in der populärwissenschaftlichen deutschsprachigen Literatur egal welchen Hintergrundes so dargestellt. Und damit ist klar, dass angeborene Intelligenz natürlich auch in unterschiedlicher Häufigkeit auf Völker verteilt sein kann. Wir sind damit heute in einem ganz anderen Stadium der geistigen Entwicklung der Menschheit als in den 1970er Jahren. In einem für die Erhaltung gewachsener Völker viel günstigeren Stadium. - Warum hört man so etwas nicht aus Schnellroda? Oder auf Demonstrationen in Leipzig oder Dresden? Warum gibt man sich stattdessen der - - - "Tristesse" hin? Ist das nicht geradezu empörend?

Wo ist Andreas Vonderach in der Selbstdarstellung?

Warum bedient man sich nicht solcher eindeutiger Steilvorlagen in der politischen Diskussion und in den eigenen politstrategischen Ausrichtungen? Und zwar nicht in der typisch herabsetzenden Art, in der das gehijackte "Rechtskonservative" mitunter zu tun geneigt sind, sondern: positiv, aufbauend?

Der Repräsentant, den "Schnellroda" für ein solches Denken vorzeigen könnte, der Anthropologe Andreas Vonderach, taucht in dem neuen Video (siehe oben) nicht auf.

Eine etwaige Verwurzelung in den biopolitischen Ansätzen der "Neuen Rechten" der 1970er Jahre wird nirgendwo angesprochen. Soweit man sieht, geschieht dies seit Jahren nicht. Das ist inzwischen vom politischen Gegner viel gründlicher aufgearbeitet worden als in Schnellroda, der politische Gegner der Neuen Rechten hat also wieder einmal viel schneller reagiert als diese selbst (1).

Und deshalb ist die Tatsache heute lächerlicherweise ganz in Vergessenheit geraten, dass in den 1970er Jahren „Neue Rechte“ und „neuheidnisch“ quasi als gleichbedeutend angesehen wurde. Was offensichtlich damals das biopolitische Denken klar gefördert hat. Während ein heute unterschwellig vorherrschendes und weiterhin maßgebendes christliches Denken in Schnellroda und anderwärts diese biopolitischen Ansätze fast bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund treten lässt. Was seit bald zehn Jahren sehr bewusst geschieht. 

Wie viele Chancen man dadurch vertut, wie viel wertvolle, notwendige „Volksbildung“, das ist unabsehbar. Die Natur, die Evolution sind auf Seiten der Völker und ihrer Erhaltung, ebenso die Wissenschaft, die sie erforschen. Aber jene Kreise, die sich - angeblich (!) - für die Erhaltung gewachsener Völker auf der Nordhalbkugel einsetzen, sprechen nicht unablässig und stetig über genau diesen Sachverhalt. Dies ist ein Skandal. Ein Skandal der allerersten Güte. Und angesichts der Breite und Klarheit der heute vorliegenden naturwissenschaftlich erforschten Sachverhalte und der Tatsache, dass die Beteiligten von dieser Breite und Klarheit wissen, fällt es mir eigentlich mehr als schwer, überhaupt noch an die innere Redlichkeit und Aufrichtigkeit der hier vordergründig Agierenden zu glauben.

Wer stellt "Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger)?

Dazu kommt: Sie blicken positiv auf solche hier auf dem Blog schon gründlicher behandelte und "entzauberte" "Logenideologen" wie: Friedrich Hielscher, Oswald Spengler, Ernst Jünger, Armin Mohler, womöglich auch auf den britischen Sefton Delmer-Freund und Hochgradfreimaurer Ellic Howe - zu dessen Festschrift nämlich sowohl Armin Mohler wie Karlheinz Weißmann einst Beiträge geliefert haben. Und wer sonst noch alles zu solchen illustren Kreisen gehören mag. Man denke an Geheimdienstleute wie Friedrich Wilhelm Heinz und Werner Best, die ebenfalls zum Freundeskreis Ernst Jüngers und Armin Mohlers gehörten ... Wie überhaupt die zwielichtige Figur des Wilhelm Canaris und seiner Leute hinter den Männer vom 20. Juli 1944 standen, die ebenfalls in Schnellroda und anderwärts so unkritisch zelebriert werden. Da muss man sich doch zunehmend dringlicher die Frage stellen: Welche Agenda wird denn eigentlich hier auch noch heute verfolgt? Wir fragten schon 2011 hier auf dem Blog (GA-j!, 9/2011):
Ist es ein wesentlicher Zug der Literatur von Hermann Hesse, Ernst Jünger und ähnlich Gesinnter, unter "Missachtung des Lesers", der "nicht mehr in Betracht" kommt, "Unterhaltungen für Eingeweihte" "über die Köpfe des Publikums hinweg" zu führen "für sehr vereinzelte Angehörige einer imaginären Geheimen Gesellschaft (die in diesen Büchern thematisch stets wieder auftaucht)"? Sind die Autoren dieser Kategorie "mit einer Sekte, einer kühnen Loge im Bunde", "einer 'Gesellschaft vom Turm', welche die eigentlichen Machtkämpfe der Zeit auf abgedunkeltem Felde austrägt"?
Wer, so sei auch heute einmal erneut weiter gefragt, stellt hier
"Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger) - ?
Ernst Jünger wusste doch offenbar von ihnen. Und jene, die in seinen Fußstapfen gehen, sollten sie nicht kennen? Gebt doch endlich Antwort. So viel Naivität kann Euch doch selbst die engste Anhängerschaft in näherer Zukunft nicht mehr durchgehen lassen. Ich glaube es einfach nicht. Auch in Deutschland leben noch denkende Menschen.

Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!

________________________________
*) ... Er ist auf Sezession.de eingestellt worden "Sonntag, 12. Juli 2015, 1:49", aber noch nicht freigeschaltet, obwohl ein jüngerer ("Sonntag, 12. Juli 2015, 10:21") schon freigeschaltet ist ;): "Vielen Dank für Ihren Kommentar. :-) Er muß noch freigeschaltet werden, um für alle sichtbar zu sein." Na, dann mal los! :) Wäre nicht der erste Kommentar von mir, den ihr nicht freischaltet. Und während dieser Blogartikel noch ausgebessert und überarbeitet wird, wird dort drüben noch ein weiterer Kommentar freigeschaltet ("Sonntag, 12. Juli 2015, 12:48"), ohne dass unserer entweder gelöscht oder veröffentlicht worden wäre .... - 17.7.15: Ne, nicht veröffentlicht. Man möchte seinen Kritikern kein Forum geben. Wer hätte dafür kein Verständnis! :)
____________________________________
  1. vgl. etwa: Haller, Michael; Niggeschmidt, Martin (Hg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer-VS-Verlag, Wiesbaden 2012

Samstag, 11. Juli 2015

Atheistische Gottesdienste ohne Gott

Die neuen "Sonntagsversammlungen" ("Sunday Assemblies") der Atheisten

Die Sonntagsversammlungen der Atheisten machen von sich Reden (Wiki, ARD, Berliner Sunday Assembly, Facebook, Twitter). In jeder großen Tages- und Wochenzeitung und in jedem größeren Sender hat es darüber schon Berichte gegeben, worüber man sich im Internet leicht einen Überblick verschaffen kann. 

Abb.: Auch auf Betterplace.org
Und meist kommt nun Befürworten wie skeptisch Beobachtenden als erstes der Gedanke in den Kopf, hier würde der sonntägliche Gottesdienst der Kirchen mehr oder weniger bewusst nachgeahmt. "Gottesdienst ohne Gott".

Aber so kann eigentlich nur jemand argumentieren, der den Blick noch immer nicht über den "christlich-abendländischen" Tellerrand geworfen hat. Wie die Ausgrabungen in Mitteleuropa und weltweit ständig aufs Neue ergeben, haben sich menschliche Gemeinschaften schon spätestens seit dem Beginn der Sesshaftigkeit (in Mitteleuropa um 5.800 v. Ztr.) in Gemeinschaften zusammen gefunden, um Gemeinschaft zu erleben, um Jahresfeste im Sonnenlauf zu feiern, um sich auf das Wesentliche in ihrem Leben zu besinnen, um sich und das Leben zu feiern, um über das Universum zu staunen, es zu erforschen, um zu singen und zu tanzen oder auch um der Toten zu gedenken. 

Dass auf all das nun ausgerechnet die christlichen Kirchen einen Monopolanspruch haben sollen, mutet schon reichlich abstrus und kurzsichtig an. Es zeigt einmal wieder so ein bisschen, wie verquer und geschichtsvergessen weithin unser Denken heute ist, bzw. geworden ist. Die Christen haben doch in den Jahrhunderten, in denen sich ihr Glaube in Europa ausbreitete, selbst überall vor Ort an die einheimischen Traditionen angepasst, einheimische heilige Orte in christliche heilige Orte umgewidmet (oder auch in verrufene, teuflische), einheimische heilige Tage in christliche umgedeutet. Warum soll nicht Christliches, ursprünglich Heidnisches erneut umgedeutet werden, um angemessen zu sein heutigen Zeiten und Zeitempfinden?

Unsere Wochentage sind keine christlichen

Man nehme doch nur den deutschen Begriff "Sonntag". Ist das etwa ein ausgesprochen christlicher Wochentagsname? Seit wann spielt die Sonne im Christentum eine so herausragende Bedeutung, dass nach ihr ein Wochentag benannt werden würde? Nein, unsere heutigen Wochentage stammen entweder aus dem antik-griechisch-römischen oder aus heidnisch-germanischen Lebenswelt. Und man nehme doch nur auch all die anderen Wochentage. Sie deuten - im Englischen oft noch deutlicher als im Deutschen - alle auf heidnische Ursprünge zurück: der Mond-Tag, der Tius-Tag (die Germanen verehrten den indogermanischen höchsten Gott Tius, der dem griechischen Zeus entspricht), der Wotans-Tag, der Donnars-Tag, der Freias-Tag - alle benannt nach heidnischen germanischen Göttern und Göttinnen. Schon Kaiser Karl der Große hatte übrigens auch die zu seiner Zeit (um 800 n. Ztr.) noch gut bekannten germanischen Monatsnamen sammeln lassen (Hartung, Hornung, Lenzig, Wonnemond, ...). Und so könnte vieles auf dieser Linie weiter gesagt werden.

"Atheistische Sonntagsversammlungen" sind somit nur eine Besinnung auf die 7.800 Jahre alte europäische Jahresfeier- und Gemeinschaftskultur. Und sie sind eine Weiterführung derselben. "Spiritueller Atheismus" wird das dann auch gerne genannt. Denn jedes Kind muss ja einen Namen haben. Dieser Blog hat auch langsam das Gefühl, dass sich "Atheismus" heute besser, zugkräftiger verkauft, als jede andere Form von "Nichtchristlichkeit". Das kommt, weil über andere Formen von Nichtchristlichkeit noch weniger in den großen Medien gesprochen wird als über Atheismus. Also sollte man sich womöglich auch bald einen ... "spirituellen Atheisten" nennen!

Nachdem ich hier in Berlin vor drei Jahren mit meiner damals 2-jährigen Tochter ein Eltern-Kind-Cafe suchte und nur ein solches ganz unkompliziertes in der Evangelischen Gemeinde gleich um die Ecke fand, sagte ich mir, dass es so etwas doch auch für Kirchenfreie geben müsste. Und so fragte ich beim Humanistischen Verband meines Stadtteiles nach. Dort aber war man auf diese Idee noch gar nicht gekommen!

Die Suche nach einer Gemeinschafts- und Feierkultur jenseits der christlichen Lebenswelten ist in den mitteleuropäischen Lebensreformbewegungen am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr intensiv betrieben worden. Die alte Volkslied- und Volkstanzkultur Mitteleuropas wurde wiederbelebt. Im legendären Liederbuch des Wandervogels, im "Zupfgeigenhansel", waren sie alle versammelt, die so beseelten Lieder unserer Geschichte. Hans Breuer, ein junger Medizinstudent, der im Ersten Weltkrieg fiel, hatte sie gesammelt und herausgegeben: "Es waren zwei Königskinder", "Innsbruck, ich muss dich lassen" und so viele andere Lieder, zu denen dann die Liederdichter der ersten Jahrzehnte das 20. Jahrhunderts so viele neue hinzufügten.

Nachdem diese Bestrebungen und der damit verbundene Idealismus, die damit verbundenen Sehnsüchte im Jahr 1933 vom Nationalsozialismus "gehijackt" worden waren und in den weiteren Jahren pervertiert worden waren bis zur Unkenntlichkeit und nachdem als Gegenbewegung gegen diese pervertierten Bestrebungen die individualistische, amerikanische Jugendkultur der 1950er und 1960er Jahre gesetzt worden war, waren über die geschichtestürzenden Ereignisse des Zweiten Weltkrieges hinweg die oft so tief beseelten Aufbruchbewegungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts völlig an den Rand gedrängt, ja, vergessen worden.

Allen, die noch irgendwie daran hingen, wurde die Schnulzenkultur des Fernsehns geboten und wurden damit "zufriedengestellt" und auf Passivität umgepolt.

Ob jetzt eine aus uns selbst gestaltete Rückkehr gelingt? Ob wir noch ein "aus uns rollendes Rad" sind (wie Nietzsche dies nannte)? Die Ansätze jedenfalls klingen vielversprechend. Noch hört man keinen wirklich schiefen Ton hindurch. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Follower

Social Bookmarking

Bookmark and Share