Mittwoch, 13. Mai 2020

Corona - oder: Die "List der Vernunft"

Holterdipolter - So geht es manchmal zu in der Weltgeschichte

Inzwischen ist das Thema "Verschwörungstheorie" und "Verschwörungstheoretiker" im Zusammenhang mit der Corona-Krise in aller Munde. Und es ist auch auf höchster Regierungsebene angekommen. Die Sorge darüber, wie in der heutigen alternativen Öffentlichkeit die Corona-Krise wahrgenommen wird und wie mit ihr umgegangen wird, hat uns ja von Beginn der Krise an hier auf dem Blog begleitet (1). Und diese Sorge ist nun auch - insbesondere aufgrund der großen Demonstrationen in Berlin, Stuttgart und an anderen Orten am letzten Wochenende - in die "große Politik" geschwabbt und wird inzwischen auch von den Mainstream-Virologen als Problem wahrgenommen. Ich hatte schon immer den Eindruck, daß man im Elfenbeinturm der Wissenschaft nicht ausreichend die Brisanz wahrnimmt, die mit einer solchen Vertrauenskrise gegenüber der modernen medizinischen Forschung verbunden ist.

Abb. 1: Birgit Doll im Vorschaubild ihres Videos "Sklaven ohne Ketten" (2)

Auch die Art, wie die Virologen und Mainstream-Wissenschaftler (etwas hilflos) darauf reagieren (z.B. Forderungen an die Social-Media-Plattformen) wirkt wenig souverän. Vor allem scheinen dabei noch völlig die tieferen Ursachen verkannt zu sein. Die tieferen Ursachen liegen - unseres Erachtens - in einem umfangreicheren Vertrauensverlust ganz allgemein gegenüber der modernen Wissenschaft, bzw. daran, daß man schon seit vielen Jahrzehnten dem Umstand gleichgültig gegenüber steht, daß weite Bevölkerungskreise dieses Vertrauen gar nicht besitzen, bzw. daß es - insbesondere innerhalb der alternativen Öffentlichkeit - von ihrem Beginn an scheinbar sehr bewußt und massiv untergraben worden ist. (Auf diesen Umstand haben wir hier auf dem Blog wahrlich immer und immer wieder hingewiesen und wir haben für ihn auch immer wieder erneut Beispiele zusammen getragen, etwa unter der Rubrik "Lauter weite Wege".)

Als einer von vielen Seismographen dafür, daß die genannte Sorge bei den Etablierten wirklich angekommen ist,  wird sicherlich auch der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume dienen können. So fragte er am Wochenende auf seinem Twitter-Account - etwas erstaunt und sich die Augen reibend - nach den kulturgeschichtlichen Wurzeln der gegenwärtige Popularität der Ideen der alternativen Öffentlichkeit in Baden-Württemberg. Er formulierte das in sehr auffälliger Weise folgendermaßen (Twit.):
Warum immer wieder Wut-Demos in #Stuttgart? These: Wir haben hier eine starke, pietistische Tradition, die das „Selberdenken“ auf Gefühlsbasis gegenüber „Obrigkeit“ religiös aufwertete. Wo das aber säkularisiert wird, entsteht häufiger Resonanz zu Expertenkritik und Verschwörungsmythen.
Das sind irre Worte. Sie wären sicherlich noch weitaus umfangreicherer Ausdeutung möglich als wir das vorerst an dieser Stelle tun möchten. (Wir wollen es ebenfalls dem, ähm, "Selbserdenken" überlassen. ;-) ) Aber: Er formuliert hier doch einen wirklich sehr interessanten Zusammenhang. Selberdenken gegenüber der Obrigkeit wird hier als ein "Probleeeeeem" benannt. Ist das nicht interessant? Man setzt ein Expertenwissen (der "Obrigkeit") der Dummheit des Selberdenkens des religiös erweckten Volkes gegenüber. Ist das nicht, ähm, auch psychologisch irgendwie sehr interessant? Oh, ihr selbst ernannten "Demokraten", ihr selbst ernannten "Demokraten", wo kommt ihr hin, wenn das Volk selbst denkt .... Es könnte ja echte Demokratie ausbrechen, nein, so was aber auch. Das wollen wir doch dann lieber nicht. Dann doch lieber Willfährigkeit der Merkel-Obrigkeit gegenüber. Wir verstehen Sie schon, Herr CDU-Mann Blume.

Seine Gedanken wurden auf Twitter immerhin in mancherlei Hinsicht kontrovers erörtert. Jedenfalls - in der Tat: Zur Zeit beschäftigen sich Menschen mit Hintergrund-Politik in einer Intensität, in der sie dies ohne die Corona-Krise niemals getan hätten. Als ein auffälliges Beispiel dafür kann man auch ein Video der Videobloggerin Birgit Doll wahrnehmen (2, 3). Dieses war Ausgangspunkt für das Nachdenken dieses Blogartikels. Aber eigentlich ist das ein Umstand, auf den hier auf dem Blog schon hingewiesen worden ist. Dieser Umstand hatte uns zu der Vermutung veranlaßt (1), daß Hintergrundmächte vermutlich niemals eine weltweite Seuche inszenieren würden, um "Strategien der Spannung" - oder was auch immer - zu fahren. Denn das würde für diese Hintergrundmächte - und das wissen diese ja auch - vermutlich sehr leicht nach hinten losgehen können.

Und genau das geschieht gerade. Genau das ist gerade zu beobachten. Die Entwicklung, die wir jetzt - zum Teil - sehen, war ja so wohl von niemandem wirklich erahnbar und voraussehbar. Aber es ist gut aus der Geschichte bekannt, daß Seuchen fast immer in der Bevölkerung Verschwörungs-Vermutungen und -Verdächtigungen verstärkt haben. Ein "diffiziles" Problem, mit dem die Hintergrundmächte da gerade zu tun haben. Man muß nicht den Eindruck haben, daß sie gerade besonders gut wissen würden, wie sie damit umgehen sollen. Auch die Äußerungen, die man aus dem Umfeld von Angela Merkel dazu hört (Verdacht auf russische "Bots") wirken eher hilflos.

Jene, die derzeit die Reihen der Hintergrundpolitik-Kritiker verstärken, sind ja derzeit sehr oft Menschen - oft insbesondere auch Frauen -, die sich jetzt nicht selten zum ersten mal sehr intensiv anfangen, in die Thematik der Hintergrund-Politik einzuarbeiten, auch in die Thematik der elitären internationalen Pädokriminalität und des damit verbundenen Satanismus (2, 3). 

Indem man das beobachtet, mag einem der Gedanke kommen, als hätte man es hier mit einem Phänomen zu tun, das Georg Friedrich Wilhelm Hegel einmal mit dem Begriff "List der Vernunft" (Wiki) benannt hat:
Hegel versteht darunter einen Vorgang, durch den sich in der Geschichte der Menschheit ein bestimmter Zweck verwirklicht, der den handelnden Menschen nicht bewußt ist.
Damit ist eine grundlegendere Gesetzmäßigkeit der Geschichte der Menschheit von Hegel benannt worden: Der Mensch ist das einzige Phänomen dieses Weltalls, das von Geburt an unvollkommen wahrnimmt, denkt, fühlt und handelt. Der Mensch ist in höchstem Grade anfällig für Irrtümer, Täuschungen und Selbsttäuschungen aller Art.

Aus der Sicht moderner philosophischer Deutung kann gesagt werden, daß diese Irrtumsanfälligkeit des Menschen geradezu die Voraussetzung dafür ist, daß er aus eigener freie Entscheidung heraus sich für Gut oder Böse, für das Göttliche oder gegen dasselbe entscheiden kann.

Wenn aber wiederum aus Sicht dieser modernen philosophischen Deutung Kosmologie, Evolution, Humanevolution und Weltgeschichte "tief in Gott eingebettet" sind (gemeint: im Göttlichen), das heißt, nicht von vollkommenen göttlichen Gesetzen völlig "verlassen" sind, dann gibt es viel Berechtigung, mit Hegel zu sagen, der Weltgeist würde mitunter sogar die Irrtumsanfälligkeit des Menschen dafür "nutzen", um das Ziel der Weltgeschichte zu erreichen, nämlich - nach Hegel - Fortschritt im Bewußsein von Freiheit.

Der Videokanal von Birgit Doll


Dieses Phänomen läßt sich nun - zum Beispiel - gut an dem Videokanal von Birgit Doll aufzeigen, ebenso an dem Umfeld, in dem sich dieser bewegt. In einem sehr neuen Video (2, 3) behandelt sie fast alle Themen unseres Blogs rund um elitäre Pädokriminalität und Satanismus, und zwar fast auf der gleichen Linie wie wir das selbst vor zehn Jahren behandelt haben (4). Daran wird einmal erneut erkennbar, daß wer auf diesem Gebiet erst einmal einen Zipfel von Verständnis gewonnen hat, sehr schnell zu ähnlichen, weiteren Ansichten und Weltsichten kommt, solchen nämlich wie sie inzwischen in der alternativen Öffentlichkeit sehr weit verbreitet sind.

Es darf aber auch gefragt werden, ob Birgit Doll und andere Menschen auf ihrer Linie angefangen hätten, auf dieser Linie so intensiv zu recherchieren, wenn es die Corona-Krise gar nicht gegeben hätte. Denn durch die Corona Krise sind besonders Menschen angesprochen worden, die sich für Gesundheitsthemen interessieren. Interessanterweise hat sich ja auch Bodo Schiffmann, der Arzt der "Schwindelambulanz", bislang - nach eigener Aussage (5, 6) - so gut wie gar nicht für Politik interessiert und sich schon gar nicht für die Hintergründe derselben. Erst durch die Corona-Krise hat sich das auch bei ihm geändert.

Falls aber nur die Corona-Krise trotz einer hier auf dem Blog schon behandelten Fehleinschätzung in ihrer Wahrnehmung durch die alternative Öffentlichkeit dazu führen sollte, daß sich ganz neue Personengruppen und gesellschaftliche Kreise - und zwar zugleich auch in ganz neuer Intensität (2, 3) - mit Hintergrund-Politik beschäftigen sollten, dann hätte man sicher Grund, im Sinne Hegels von einer "List" zu sprechen, mit der hier das Zeitalter der Aufklärung durch die weltgeschichtliche Vernunft vorantrieben wird, obwohl sich diese Vernunft dabei hinter zahlreichen Irrtümern versteckt, bzw. obwohl sie Irrtümer Auslöser sein läßt dafür, sich so mancher weltgeschichtlichen Vernunft und Aufklärung zuzuwenden.

Nun denn. In der Weltgeschichte geht es eben manchmal "Holterdipolter" zu. Und das ist schon deshalb schön, weil dadurch die Maske des Durchstilisierten, das über allen gesellschaftlichen Wahrnehmungen, allem gesellschaftlichen Denken, Fühlen und Handeln liegt, einmal hinweggerissen ist und weil damit dann einfach nur "ganz normale" Menschen sichtbar werden. Und ganz normale Menschen möchte man dann doch so manchem ekelhaften Durchstilierten der letzten hundert Jahre Weltgeschichte gegenüber vorziehen.

Ergänzung 23.8.2020: Zu meiner Überraschung finde ich in alten, privaten Zuschriften auf Facebook, daß mich Birgit Doll dort schon 2013 angeschrieben hatte, um mich - Ende Juni 2013 - für die Partei "Neue Mitte" von Christoph Hörstel zu werben. Anfang August 2013 warb sie mich dort dann für "Staatenlos.info", da es mit Parteien in einem staatenlosen Gefüge nicht ginge. Merkwürdigerweise hatte ich damals nie darauf geantwortet.

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  1. Bading, Ingo: Mein Corona-Tagebuch, Teil 1, 5.4.2020, https://studgenpol.blogspot.com/2020/04/eine-ganz-normale-grippe-mein-corona.html, Teil 2, 20.4.2020, https://studgenpol.blogspot.com/2020/04/mein-corona-tagebuch-teil-ii.html.
  2. Doll, Birgit: Von Sklaven ohne Ketten und Idolen, die keine mehr sind. Auf Videokanal von Nitya D. Stahl (35.000 Abonnenten), 01.05.2020, 26.762 Aufrufe, 2044 "gefällt mir" (Stand: 13.5.2020), https://youtu.be/LXJIBzQ_vP0, Bitchute: https://www.bitchute.com/video/4h3PMLXmOEqn/.
  3. Doll, Birgit: Videokanal auf Youtube, 15.500 Abonnenten, https://www.youtube.com/channel/UC0Ex_nlKKuysAqdeJ7Gn6YA; Videokanal auf Bitchute, 219 Abonnenten, https://www.bitchute.com/channel/zlFEr9SSW4hK/.
  4. Bading, Ingo: Quellen zum Thema "Elitärer Satanismus und Kindesmißbrauch", 4/2011, https://studgenpol.blogspot.com/2011/04/quellen-zum-thema-elitarer-satanismus.html.
  5. Nerling, Nikolai (Volkslehrer): Bericht von der Demo "querdenken" in Stuttgart. Interview mit Bodo Schiffmann daselbst (Beide auf Youtube inzwischen gelöscht.), https://www.bitchute.com/channel/KQdZKMWQvsr6/.
  6. KenFM: Im Gespräch: Dr. Bodo Schiffmann (Widerstand2020), 08.05.2020, 123.842 Aufrufe 9849 "gefällt mir" (Stand 13.5.2020). Auf Videokanal von KenFM (477.000 Abonnenten), https://youtu.be/3WS7JJIZ4WY.

Sonntag, 26. April 2020

Warum Wissenschaft?

Wissenschaft für Anfänger
- Die Wissenschaft und ihr Platz in der heutigen Welterfahrung

Wer sich für Philosophie interessiert und innerhalb derselben insbesondere naturwissenschaftsnahe philosophische Ansätze verstehen oder gar nachvollziehen will, sich für sie einsetzen will, muß sich zunächst klar machen, daß es sich bei moderner Philosophie immer nur um eine solche auf wissenschaftlicher Grundlage handeln kann.*)

Aber was heißt "wissenschaftliche Grundlage"?

Wissenschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen vieler Völker, vieler Generationen, ja, ganzer Jahrtausende. Der wissenschaftliche Erkenntnisprozeß erstreckt sich über Jahrhunderte, nein, Jahrtausende. Wissenschaft im engeren, konkreteren Sinne begann in der griechischen Antike. Natürlich können zahllose "Vorläufer" benannt werden (Himmelsscheibe von Nebra, Stonehenge, Astronomie, Zahlen- und Schriftsysteme, Heilkunde der Bronzezeit etc., etc. pp.). Insbesondere ist Wissenschaft aber an Schriftkultur gebunden und an die Weitergabe von Wissen über Schriftdokumente.**)

Ein Gelehrter in seinem Studierzimmer. Ein Gemälde von Justus Juncker, 1754. Heute im Städelmuseum in Frankfurt am Main.

Deshalb bedeutete es einen ungeheuren Einschnitt in der Wissenschaftsgeschichte, als mit Einbruch des Frühmittelalters der größte Teil der bis dahin angesammelten Schriftdokumente der Antike verloren ging. Nur bruchstückhaft sind einzelne Bestandteile der wissenschaftlichen (und natürlich auch Dicht-)Werke der Antike über das Mittelalter hinweg auf uns überkommen. Es beruhte das zum Teil auf andächtiger Pflege dieser Schriftüberlieferung durch einzelne wenige Gelehrte und Schriftkundige, zum Teil im arabischen Raum, zum Teil in Byzanz, zum Teil in diversen europäischen Klöstern und anderwärts.

"Wissenschaftliche Grundlage" heißt weiterhin, daß Wissenschaft immer im Kampf gegen die Unvernunft, gegen den "Glauben", gegen "gefühlte Wahrheiten", gegen Dogmen, gegen Maulkörbe und Denkverbote langsam, Schritt für Schritt an Boden gewinnen konnte. Nur langsam und über lange Jahrhunderte hinweg gewannen Menschen und Völker zunehmend mehr Vertrauen zur wissenschaftlichen Erkenntniswelt. Kam den Menschen anfangs der Blitzableiter als ein abergläubischer Spuk vor, vertrauen sie heute ganz selbstverständlich auf seine Wirksamkeit.

Der Mensch und menschliche Kultur, auch die menschliche Seele wurzeln in "Unwissenschaftlichkeit". Seien wir uns dessen klar.  Was ist damit gesagt? In der Wissenschaft ist am Anfang selten klar, was eigentlich das Ergebnis der Forschung sein wird. In der Wissenschaft tritt immer wieder "Unerwartetes" ein. Man stößt auf Dinge, die völlig unerwartet sind. Warum eigentlich sind sie unerwartet? Weil wir alle in uns bestimmte Vorannahmen über die Wirklichkeit tragen. Von Kindheit an versucht unsere Vernunft, die uns umgebende Welt zu verstehen. Und das kindliche Gemüt nimmt zunächst alles für "bare Münze". Der Weihnachtsmann ist der Weihnachtsmann, der Osterhase der Osterhase. So hat der vorwissenschaftliche Mensch durchgehend gedacht. Man muß, um sich davon zu überzeugen, nur in die "Ilias" des Homer schauen. Oder in die germanischen Heldensagen. Eine Wunder- und Märchenwelt.

Hier hat sich überall die Vernunft und die Seele der Menschen eine Welt so "gebastelt" wie sie ihnen auf den ersten Augenschein hin am schlüssigsten erschien und wie sie sie sich - über ihre noch bestehenden Lücken der Erkenntnis hinweg - märchenhaft "ergänzten". Die Wissenschaft und Philosophie traten demgegenüber zweitausend Jahre lang immer nur wieder als Kräfte der "Entzauberung" auf. Der Blitz wird nicht von Göttern gesendet, sondern kann durch eine simple Metallstange folgenlos in die Erde gelenkt werden. Die ungeheure, gewaltige Kraft des Blitzes ist dieselbe und bietet Anlaß für Erstaunen wie schon immer. Aber diese Kraft ist dem Menschen "beherrschbar" geworden. Und manche Menschen können ja nur das "bestaunen", was ihnen unbeherrschbar erscheint. Aber weiter: Der Teufel, an den Martin Luther noch als einen "Leibhaftigen" geglaubt hat, und nach dem er auf der Wartburg sein Tintenfaß warf, weil er glaubte, dieser wolle ihn verführen, dieser Teufel ist eine Phantasiegestalt, entstammt der Märchenwelt der Menschheitsgeschichte.

Und so können unglaublich viele Dinge unserer alltäglichen Welt durchgegangen werden, deren "Märchenhaftigkeit" wir schon seit vielen Jahrhunderten eingesehen haben, und über die sich der allergrößte Teil der Menschheit heute nicht mehr großartig "aufregt". Es halten sich allerdings zähe Überreste von Aberglaube und Unwissenschaftlichkeit auch in der heutigen, modernen Welt. Soweit ich das erkennen kann, liegt ein Hauptgrund für dieses zähe Weiterbestehen von Aberglaube in der modernen Welt in dem Umstand begründet, daß Wissenschaft gerade in den letzten hundert Jahren komplexer und immer komplexer geworden ist. Es ist hier in der modernen Wissenschaft eine "befremdliche", "abstrakte" Welt entstanden. Allerdings sind sogar für diesen Umstand schon wieder - von Seiten der Wissenschaft - Erklärungen möglich geworden.

Menschliche Erkenntnis stößt an Grenzen 


Die wissenschaftliche Erkenntniswelt ist in Teilen abstrakter geworden, weil sie an die Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens gelangt ist. Und auch, weil sie an die beiden Grenzen gestoßen ist jener Kategorien, in die unsere Welt eingeordnet ist, nämlich an die Grenzen von Raum und Zeit. Was für ein ungeheures Geschehen. Wir sind bis zum Allergrößten und bis zum Allerkleinsten vorgestoßen und haben beide male erkannt: Hier geht es nicht weiter. Wir sind bis zum zeitlich Allerlängsten und Allerkürzesten vorgestoßen und haben erkannt: Noch weiter kommen wir nicht. Aber wir erkennen auch: Dort, an den Grenzen unseres Erkenntnisvermögens wird es auffallend komplex und auch - für unseren Alltagsverstand - auffallend "absurd". 

Beispiel: Alles gegenwärtige Sein, alle Materie soll aus dem Nichts entstanden sein. Geht es - für den Alltagsverstand - absurder? Aber andererseits: Haben Philosophen nicht immer schon über das Wechselverhältnis von Sein und Nichts nachgedacht? Welche Steilvorlagen bietet hier die moderne Naturerkenntnis für uraltes philosophisches Denken.

Die Physiker haben erkannt, daß sie dort, an den Grenzen, mit der Mathematik noch ein Stück weiter kommen als sie es auch selbst mit ihrem eigenen Alltagsverstand noch können. Und sie sagen deshalb, daß die Schönheit der modernen Physik nur der wirklich nachvollziehen kann, der die Schönheit der ihr zugrundeliegenden Mathematik nachvollziehen kann. Da wir Alltagsmenschen das nicht können, bleibt uns hier ein Zugang zur Schönheit der Welt versperrt. Unglaublich, daß so etwas im Weltall vorgesehen ist. Daß nur wenige Superkluge eine Schönheit sehen können, "dürfen", die viele andere nicht sehen können. Immerhin, ein Trost: Viele Physiker haben sich schon Jahrzehnte lang bemüht, die Schönheit der Dinge, auf die sie bei ihren Forschungen gestoßen sind, auch denen zugänglich zu machen, die nicht so mathematisch begabt sind wie sie selbst. Aber daß moderne Physik ein wesentlicher Bestandteil unseres Kulturlebens ist oder sein könnte, davon werden nur die wenigsten heutigen Menschen ein Bewußtsein haben.

Allerdings ist ein Bewußtsein davon ein Bestandteil dessen, wenn gesagt wird: Philosophie auf wissenschaftlicher Grundlage. Auch die Philosophie hat ihren gut strukturierten Platz in der Gesamtheit aller Wissenschaften. Sie steht in Bezug zu allen übrigen Wissenschaften, sie steht weder über ihnen, noch unter ihnen, sondern sie kommuniziert auf Augenhöhe mit ihnen. Und sie ist unentbehrlich - auch zur Einordnung der wissenschaftlichen Erkenntniswelt in die Gesamtheit der menschlichen Erfahrung.

Die Wissenschaft ist ein einheitlicher, in sich widerspruchsfreier Bau. Hegel benannte das mit seinem berühmten Satz: "Die Wahrheit ist das Ganze." Wenn Teilbereiche des menschlichen Wissens in logischem oder empirischem Widerspruch stehen zu einem anderen Teilbereich des menschlichen Wissens, ist das ein Hinweis darauf, daß in einem dieser beiden Teilbereiche noch nicht alles vollständig widerspruchsfrei geklärt ist, daß hier noch Dinge vorliegen, die von der Wissenschaft zu klären sind. Die Wissenschaft steht also quasi - soweit sie die Dinge in den letzten Jahrhunderten tatsächlich schon geklärt hat - monolithisch anderen menschlichen Erfahrungsbereichen gegenüber. Sie spricht diesen anderen menschlichen Erfahrungsbereichen gegenüber "mit einer Stimme".  Warum spricht sie mit "einer Stimme"? Weil das, was sie erforscht mit "einer Stimme" spricht, nämlich die Natur.

Die Naturwissenschaft ist immer und immer nur wieder auf die durchgehende Gültigkeit der von ihr erforschten Naturgesetze im gesamten Weltall, im Größten wie im Kleinsten gestoßen. Eine Durchbrechung von gut erforschten Naturgesetzen hat sie niemals feststellen können. Das ist der Grund, weshalb die Naturwissenschaftler in Südamerika mit derselben Stimme sprechen wie die Naturwissenschaftler in Sibirien oder Australien. Die Wissenschaft ist EINES, ist eine Einheit. Man kann sich aus diesem großen Bau der Wissenschaft nicht einen Teil heraus brechen und sagen: Der Rest stimmt schon - aber dieser Teil, da haben sich die Wissenschaftler aber gewaltig geirrt.

Eine Sache um ihrer selbst willen tun


Diese große Macht der Naturwissenschaft wirkt auf all jene, die in ihrem Alltag seltener mit ihr in Berührung kommen, befremdlich. Sie fühlen sich von diesem allmächtigen Erklärungsprinzip eingeschränkt. Sie wollen - womöglich - "auch noch mitreden". In ihrem Bildungsgang hat man sie womöglich selten mitreden lassen, selten nachvollziehen lassen, was da - in der Wissenschaft - eigentlich alles so an umwälzenden Dingen geschieht. Deshalb fühlen sie sich nach und nach "entmachtet". Wie sollen sie noch mitreden können, wenn nur noch Wissenschaftler das Sagen haben? Wenn Wissenschaftler das letzte Wort haben? Wenn Wissenschaftler die Welt "beherrschen"?

Diese monolithische Erklärungskraft moderner Wissenschaft ruft also - weil sie so unerbittlich und monolithisch auftritt - Widerspruch hervor, Widerstreben hervor. Dieses Widerstreben wird aber auch noch durch einen anderen Umstand hervor gerufen: Die große Begeisterung, die Wissenschaftler beflügelt, die unglaubliche emotionale Anteilnahme, die sie bei ihrem Erkenntnisstreben "gepackt" hat, die innere Erfülltheit, die sie bei ihrem Erkenntnisstreben beseelt, all solche sehr menschlichen Dinge, die auch Bezug haben könnten zu wertvollen sonstigen menschlichen Erfahrungen, diese "innere Erfahrungswelt" der Wissenschaft wird nur noch selten an die Öffentlichkeit weiter gegeben.

Wissenschaft wird stattdessen wahrgenommen als würde sie nur um Anwendungen willen betrieben, als ginge es nur um irgendeinen "Nutzen". Der tiefere Antrieb der Wissenschaft ist aber jener Antrieb, der alle wertvolleren menschlichen Handlungen, der alle menschliche Kultur antreibt: eine Sache um ihrer selbst willen tun. Nicht um ihrer Folgen willen. Wissenschaft um der Wissenschaft willen, um der Erkenntnis willen, nicht um daraus irgendeinen persönlichen oder gar wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Wer diese so außerordentlich wertvolle und dem sonstigen Kulturleben so außerordentlich nahestehende Seite der Wissenschaft nicht berücksichtigt, wird ihr niemals gerecht werden können. Niemals. Diese Seite der Wissenschaft steht dem Kulturleben nicht nur nahe, nein, sie ist Kernbestandteil von menschlicher Kultur. Wer Wissenschaftler ständig und fortlaufend eigensüchtige Motive unterstellt - was für ein Bild von Wissenschaft würde dann gezeichnet? Ist das nicht eine Herabwürdigung aller großen Wissenschaftler, die jemals gelebt haben - von Aristoteles und Platon an? Sie alle sollen nur eigensüchtige Motive verfolgt haben? Wie flach wäre das Bild, das hier gezeichnet werden würde.  - Soweit erste Überlegungen zum Thema.

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*) Die Philosophie ist umgekehrt ja schließlich auch nichts anderes als selbst ein Teil der Wissenschaft.
**) Inzwischen ist erahnbar geworden, daß die Gott- und Weltauffassung des Homer um 700 v. Ztr. und der heidnischen Germanen aus der Zeit zwischen 0 und 1200 n. Ztr. eine gemeinsame bronzezeitliche Wurzel hat, der die schriftliche Überlieferung des Homer deutlich näher zu stehen scheint als die mündliche Überlieferung der heidnischen Germanen über viele Jahrhunderte nach 700 v. Ztr. hinweg.

Montag, 20. April 2020

Mein "Corona-Tagebuch" - Teil II

Wie gewinnen wir Wissen über unsere Welt? 
- Weitere Notizen zu einer Erkenntnistheorie der Verschwörungswissenschaften

Der erste Teil dieses Blogbeitrages ist schon wieder zwei Wochen alt (GA-j! 4/2020). Zwei Wochen sind eine lange Zeit während einer Krise, die täglich Neues bringen kann. Dennoch sollen hier in einem zweiten Teil weiter chronologisch Notizen aus diesen letzten zwei Wochen veröffentlicht werden. Insgesamt haben wir in Deutschland inzwischen die Krise im Griff, während andere Länder viel größere Probleme haben.

Daß viele Wissenschaftler raten, den Virus "auszutrocknen" und deshalb möglichst wenig Lockerungen einzuführen, scheint gut begründet zu sein (5). Diesbezüglich mehren sich immer mehr Stimmen. Und wenn das die Haupterkenntnis der nächsten Wochen sein sollte, dann darf man über die vorangegangenen Wochen sagen: Viel Lärm um (fast) Nichts. Alles - fast - etwas peinlich.

Für fast jeden, der daran überhaupt emotional Anteil genommen hat. Und es wird vielleicht deutlicher werden als alles andere: Die Fakten sind die eine Ebene, die Emotionen eine ganz andere. Breitere naturwissenschaftliche Bildung - nicht um irgendwelcher "Anwendungen" willen, sondern um ihrer selbst willen - ist das Gebot der Stunde. Damit wir künftig bei Fragen, die kühlen Sachverstand erfordern, nicht - wieder - von Emotionen in großer Menge überschwemmt werden. Hugh. Das sei die Schlußfolgerung, die uns vorerst als die wesentlichste erscheint.

[ 5.4.2020 ] 

Auf Facebook. Seit 2020 wissen wir, daß Immanuel Kant in einem zentralen Punkt falsch lag. Er sagte (Wiki):

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."

Das hatte er irrtümlich gesagt. Eigentlich aber hatte er sagen wollen:

"... Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Zuhilfenahme von Verschwörungstheorien zu bedienen. ... "

.... Sagte er - und war danach wie vom Erdboden verschluckt.

[ 6.4.2020 ]

(Als Kommentar bei Daniel [1] und auf Facebook):

Als Hintergrundmacht würde ich niemals eine Grippewellle oder etwas Ähnliches, was sehr dicht in den Bereich der Naturwissenschaft fällt (auch zum Beispiel Radioaktivität) dafür benutzen, um Gesellschaften auch nur in Unruhe zu versetzen (also um damit Strategien der Spannung zu fahren). Denn das wird für die immer kontraproduktiv sein auf mittlere Sicht. Gegenwärtig wächst das Vertrauen in die Naturwissenschaft immens. Schon seit Jahrzehnten haben im Leben der Völker Naturwissenschaftler nicht mehr so viel öffentliche Aufmerksamkeit gehabt wie gegenwärtig (2). Am Drosten-Podcast und seiner immensen, unerwartete Wirkung ist das bestens ablesbar.

Wachsendes Vertrauen in die moderne Naturwissenschaft kann niemals im Sinne der Hintergrundmächte sein. Seit mindestens 500 Jahren tun sie nichts anderes als dieses Vertrauen zu untergraben, als Schlußfolgerungen von der Naturwissenschaft in Richtung auf ein humanes Menschen- und Weltbild zu verhindern, beide als "getrennte Magisteria" zu behandeln und so weiter und so fort. Weil sie aus einer mosaischen Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch heraus leben und existieren und weil mit solchen Schlußfolgerungen ihr Lebensfaden abgeschnitten wäre, wenn größere Zahlen von Denkenden größeres Vertrauen zur modernen Naturwissenschaft - und dann natürlich in ihrer ganzen Breite einschließlich der Humanwissenschaften - gewinnen würden.

Das ist gegenwärtig das, was die Gemüter im Hintergrund beschäftigt. 

Es ist das, was immer schon der Kernbereich ihrer Beschäftigung gewesen war. Nur benutzen sie heute (öffentlich) keine Scheiterhaufen mehr, sondern gehen - "intelligenter" vor. Wesentlich intelligenter. Und deshalb sagen sie jeden Tag: Vorsicht vor Grippewellen. Sonst fangen die Leute an, sich mit Naturwissenschaft zu beschäftigen und Jahrzehnte lange Verblödung geht über den Jordan.

[ 7.4.2020 ]

Alexander Unzicker (3).  Den Namen wird man sich merken dürfen. Der erste Name aus der alternativen Öffentlichkeit, der einfach nur bei Trost bleibt. Er kritisiert die Vorgänge in der alternativen Öffentlichkeit nicht so grundlegend wie wir hier auf dem Blog. Das Ergebnis ist aber dasselbe. Und das ist das Wesentliche. Und was liest man dann zum Schluß: "Dr. Alexander Unzicker ist Physiker". Sicher eine gute Voraussetzung, um bei Trost zu bleiben.

Edvard Munch - Der Schrei

[ 9.4.2020 ] 

An Daniel und andere: Jetzt muß ich einmal eine bescheidene Frage stellen. Ich empfehle seit vielen Jahren das Buch "Eine Kultur der Kritik" von Kevin MacDonald. Weil in diesem Buch sehr genau die Strategien von Hintergrundmächten, insbesondere der monotheistischen Lobbymächte, beschrieben werden im Umgang mit moderner Wissenschaft.

Ich möchte eines wissen: Habt Ihr dieses Buch gründlich gelesen? Könnt ihr seinen Gedankengang wiedergeben? Könnt Ihr im Rahmen seines Gedankenganges neue "Kulturen der Kritik" im Wissenschaftsleben einordnen, könnt ihr sie ihm zuordnen?

Das Buch von Kevin MacDonald ist eine saubere Analyse zu dem Thema: Wie nehmen Hintergrundmächte auf wissenschaftliche Theoriebildung Einfluß, auf die Propagierung bestimmter wissenschaftlicher Strömungen (die sich dann oft, wenn nicht zumeist ziemlich bald als pseudowissenschaftlich herausgestellt haben als "Fallacy" etc.). Es kann auch sehr genau und präzise beschreiben werden, mit welcher Zielsetzung diese Einflußnahmen erfolgten. Dann natürlich auch noch Einflußnahmen in Bezug auf die Deutung wissenschaftlicher Erkenntnisse, bzw. ihr "Framen". Hier gibt es reiches wissenschaftsgeschichtliches Material, das untersucht werden kann, um zu einer Einschätzung darüber zu kommen, ob und wie Hintergrundmächte heute auf wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung Einfluß nehmen und wenn ja, wie.

Deshalb noch einmal: Habt Ihr das Buch gründlich gelesen? Seht Ihr irgendwo Anknüpfungspunkte, seht Ihr, daß die dortigen Inhalte auf die heutige Krise "extrapoliert" werden können?

Heute stochern nach meinem Eindruck alle nur im Nebel herum. Einig scheinen sich allenur in einem zu sein: Die offizielle Darstellung, die offizielle Herangehensweise beruht auf Betrug. Daß sich aber jeder alternative Erklärungsansatz sofort in innere Widersprüche verheddert, scheint da dann schon niemanden mehr zu interessieren. Hauptsache man bestätigt sich gegenseitig darin, daß Betrug überall ist. Die Herrschaft des - äußerst vagen - Verdachts.

Deshalb noch einmal: Ist Kevin MacDonald verinnerlicht? Kevin MacDonald ist selbst auf zentralen Gebieten Wissenschaftler und kann deshalb sehr genau sehen, wo und in wie weit außerwissenschaftliche Einflüsse Platz greifen in Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung. Er verwirft natürlich nicht in Bausch und Bogen die gesamte Wissenschaft als Lug und Trug, denn dann würde er sich ja den Ast absägen, auf dem er sitzt. Und auf dem wir alle sitzen.

Also so lange nicht so sauber gearbeitet wird wie das der Kevin MacDonald getan hat, nehme ich nur ein Gesamtbild "blinder Wut" in dem vielen Argumentieren und in dem vielen Um-sich-Schmeißen von Video-Tipps wahr. So wurde und wird niemals wissenschaftlich gearbeitet.

Deshalb noch einmal die bescheidene Frage: Habt Ihr Euch in der hier heranzuziehenden verschwörungswissenschaftlichen Literatur gut kundig gemacht, gut umgetan, bevor Ihr Urteile fällt, bevor Ihr Einschätzungen vornehmt?

Zu außerwissenschaftlichen Einflüssen auf den wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß liegen fundierten Untersuchungen aus dem Bereich der Verschwörungswissenschaft vor. Das kann doch nicht DEINEN wissenschaftlichen Standards entsprechen, außerwissenschaftliche Einflüsse auf den naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozeß zu unterstellen, ohne Dich mit diesem Phänomen jemals geschichtlich auseinandergesetzt zu haben. Das entspricht doch überhaupt keinem wissenschaftlichen Standard.

Wie glauben alle, sich als Nicht-Virologen ein Urteil bilden zu können. Das ist mir ein völliges Rätsel. Im übrigen: Das Wissen und Bewußtsein um den Kampf der katholischen Kirche gegen den naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt war in früheren Generationen so tief verankert, daß niemand mehr darauf hinweisen mußte. Allerdings kam mit dem Jesuitenorden eine schlagkräftige Truppe dazu, die im 20. Jahrhundert ihr Agieren auf dem Gebiet der Naturwissenschaft unglaublich verfeinert hat. Niemand wird wohl annehmen wollen, daß dieser Orden seine alten Ziele aufgegeben hätte. Stellt sich dann doch nur die Frage: Wer hat eine Ahnung davon, welche Strategien der Jesuitenorden gegenüber dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt verfolgt? Sprich, wie kann die Analyse von Kevin MacDonald extrapoliert werden auf den Jesuitenorden?

Die Grundlagen sind marode, auf denen Erkenntnisbildung stattfindet innerhalb der alternativen Öffentlichkeit. Und dieser Umstand hat klar zu benennende Ursachen.

[ 9.4.2020 ] Abends Zuschrift:

Lieber Ingo! Wir erleben gerade einen Befreiungskampf gigantischsten, biblischen Ausmaßes von den satanischen weltumspannenden Kräften, die Du von uns wohl am besten studiert hast! Willst Du wirklich daneben stehen??? Alles, wofür Du Dein Leben lang kämpfst, könnte sich erfüllen. Eine Zeit von 5777 Jahren Herrschaft, sagt auch Wolfgang Eggert ... es IST Endkampf. Sieh die Zeichen!! Deine Coronaangst haben Dir diese gleichen satanischen Kräfte eingepflanzt. Du lebst in ihrer Matrix! Willst Du das? Spannendste Zeiten ... Wir fiebern. Könnte DAS wahr sein?? :scream:

Antwort: Fieber? Dann mal schnell zum Doktor. - Also nun mal nicht übertreiben. Ich kämpfe nicht mein Leben lang gegen satanistische Mächte. Das Thema kenne ich ja erst seit neun Jahren. Ich bin aber 54 Jahre alt. Zehn Jahre sind kein Leben. Auch wenn das gegenwärtig viele Menschen so wahrzunehmen scheinen. Und Satanismus ist kein Lebensthema, auch wenn es das seit den letzten zehn Jahren für viele geworden zu sein scheint. Wohl schon seit gut fünf Jahren versuche ich, mich so gut es geht von diesem Thema wieder so weit wie möglich zu entfernen. Denn es macht ja offensichtlich nicht klüger in der Birne. - Guido Grandt hat übrigens gerade einen Blogartikel von mir zum Thema auf seinem Blog veröffentlicht (4). Nur für den Fall, daß das von Interesse ist.

[ 11.4.2020 ]

Meine Verschwörungstheorie ist uralt, von der rede ich, seit es alternative Öffentlichkeit gibt: In der (deutschen) alternativen Öffentlichkeit ist niemals naturwissenschaftlich argumentiert worden. Und das, obwohl aus der Naturwissenschaft heraus die besten Argumente für die Alternative Öffentlichkeit kommen, die zuverlässigsten, die sichersten. Damit ist gezeigt, wo die eigentliche Verschwörung zu verorten ist: in der alternativen Öffentlichkeit. Oder wer hätte dort jemals das Sarrazin-Argument mit der Erblichkeit der Intelligenz-Unterschiede aufgegriffen? Auf jeden Fall nicht die (deutsche) alternative Öffentlichkeit, dieser skurile Haufen von Wissenschaftsleugnern.

[ 14.4.2020 ] 

Familiäre Bindungen gehen zu Bruch. Äußerer Anlaß: Unterschiedliche Sichtweisen zur "Corona-Krise". 😲😳😮

(Das hat man von seiner Rolle als "Pandit", als öffentlicher Gelehrter. Die Leute folgen einem nur, wenn der "Pandit" die emotionale Welle nicht gar zu arg unterläuft, von der die Menschen wünschen, daß er sie verstärken würde.)

[ 17.4.2020 ]

Ragnar Yogeshwar meint, Austrocknen des Virus wäre der schnellste Weg - also keine großen Lockerungen (5).

[ 19.4.2020 ]

Dieselbe Person, die oben vom "Befreiungskampf gigantischsten, biblischen Ausmaßes" schrieb, schreibt neuerdings neben anderem:

... nur so Überlegungen, die zum Systemwechsel passen, an den Du ja nicht glaubst ... alles Spekulation ... man kann doch auch mal'n bischen spinnen 🤪 

Antwort: Bitteschön, wenn es es das ist, was dir Spaß macht, Spinnerei ...

[ 20.4.2020 ]

Auf Telepolis wird ein flaues Magengrummeln registriert beim Blick in das derzeitige Agieren in der alternativen Öffentlichkeit (6). Damit wird Telepolis scheinbar zu einer ausgesprochen seltenen Oase in der großen Welt der alternativen Medien, dieser - angeblichen - Graswurzel-Bewegung, die aber wohl doch eher eine Kunstrasen-Bewegung ist. Stichwort: Astroturfing. Die Hintergrundmächte wissen, was die Leute hören wollen. Sie haben es genau erforscht und fördern alle vorgeblichen "Graswurzeln", die ihnen in den Kram passen ...

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  1. Kommentare auf: https://filmdenken.de/eine-corona-videoschau/.
  2. New York Times, 5.4.2020, https://www.nytimes.com/2020/04/05/world/europe/scientists-coronavirus-heroes.html.
  3. Unzicker, Alexander: Coronavirus: Das Versagen der alternativen Medien, 02. April 2020, https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Das-Versagen-der-alternativen-Medien-4695112.html.
  4. Bading, Ingo: Gastbeitrag: „Kinderjagd & Täterschutzland“ – Elitäre Pädokriminalität! (Teil 1), 8.4.2020, http://www.guidograndt.de/2020/04/08/gastbeitrag-kinderjagd-taeterschutzland-elitaere-paedokriminalitaet-teil-1/, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5.
  5. Ranga Yogeshwar: „Wir haben die Chance das Coronavirus in ein bis zwei Monaten auszutrocknen! Eine Lockerung der Maßnahmen wäre fahrlässig!“ Kölner Treff, 15.4.2020 (Facebook
  6. Lutz Wünsch: Versagen die alternativen Medien zu Zeiten von Corona? 18. April 2020, https://www.heise.de/tp/features/Versagen-die-alternativen-Medien-zu-Zeiten-von-Corona-4704515.html

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