Donnerstag, 22. Dezember 2011

Oktogonale Kriegerdenkmäler in Deutschland und England - mit geheimem Hintersinn?

In den letzten vier Wochen sind hier auf dem Blog vier Beiträge über okkulte Symbolik an Kriegerdenkmälern erschienen (38 - 41), nämlich über das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig (1913) und das Tannenberg-Nationaldenkmal in Ostpreußen (1927). Zum Tannenberg-Nationaldenkmal sollen im folgenden Beitrag noch einige Ergänzungen und Präzsierungen erfolgen anhand einer darüber erschienen Monographie (28). Im Zentrum des Denkmals war 1924 ein Löwendenkmal vorgesehen, 1927 ein "großer Werksteinblock", 1928 ein "Blomfield'sches Hochkreuz" mit oktogonalem Sockel, wie es auf allen großen britischen Soldatenfriedhöfen des Ersten und Zweiten Weltkrieges zu finden ist.

Während man sich also vor 1927 mit der Freimaurerhalle in London zum Gedenken an die gefallenen englischen Freimaurer des Ersten Weltkrieges architektonisch auf das deutsche Völkerschlachtdenkmal in Leipzig von 1913 bezog (38), bezog man sich zur gleichen Zeit deutscherseits beim Tannenbergdenkmal auf das britische "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel als der typischsten Ikonographie der britischen Soldatenfriedhöfe.

Auch bezüglicher weiterer Symbolik stellt sich beim Tannenbergdenkmal die Frage: Haben sie wie das Völkerschlachtdenkmal freimaurerische Hintergründe?

Das Tannenberg-Denkmal - Ein Symbol von "orientalischem Byzantinismus" und "Despotie"?

Das Tannenberg-Nationaldenkmal hat von 1924 bis 1937 viele Entwurfs- und Ausführ-Stadien durchlaufen (28). Der unter mehreren eingereichten (z.B.: a) verwirklichte Entwurf stammt von dem Berliner Architekten-Brüderpaar Walter und Johannes Krüger (Abb. 1).

Abb. 1: Johannes (rechts vorn) und Walter Krüger (dahinter) mit dem umgestalteten Modell (um 1935)    

Unter den deutschen Architekten löste ihr angenommener Entwurf im Jahr 1925 heftige Diskussionen aus (28, S. 42):
In der Baugilde, dem Zentralorgan des Bundes Deutscher Architekten (BDA) wurde ihnen (den Krüger-Brüdern) gegenüber sogar der Plagiatsvorwurf erhoben. Bewußt oder unbewußt hätten die Architekten sich an der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Semendria (Smederevo) in Serbien orientiert. Dies wurde als um so empörender empfunden, als Serbien noch vor kurzer Zeit Feindesland gewesen sei und die dort verwandten Architekturformen deshalb einem deutschen Nationaldenkmal nicht angemessen seien. Die Krügers versuchte jedoch, den Vorwurf durch ihre eigene Unkenntnis der Befestigungsanlage Semendrias zu entkräften.
Diese Befestigungsanlage von Smederevo liegt 50 Kilometer donauabwärts von Belgrad oberhalb des Südufers der Donau. Die Ähnlichkeiten mit dem Tannenberg-Nationaldenkmal kann man tatsächlich als frappierend empfinden. Auf Wikipedia wird erläutert, daß dies die Architektur eines byzantinisch-serbischen Despoten des 15. Jahrhunderts ist (Wiki):
Als 1427 der serbische Despot Đurađ Branković die damalige Hauptstadt Belgrad an Ungarn zurückgeben mußte (...), verlegte er seine Hauptstadt nach Smederevo, das er in den folgenden Jahrzehnten zur größten befestigten Stadt Serbiens erbauen ließ.
- Also Symbol von "Byzantinismus" und "Despotie" ein Reinkultur? Nachdem man den "wilhelminischen" "Byzantinismus", dem man schon im Freimaurerdenkmal von Leipzig 1913 in der Architektursprache  symbolisch etwas hatte "entgegenstellen" wollen (42), gerade erst im Jahr 1918 überwunden worden war? Der Berliner Architekt Bruno Möhring, Schriftleiter der "Stadtbaukunst" sprach von einem (28, S. 43)
"Tiefstand des Geschmacks (...) ein mühsam zusammengestoppeltes Machwerk (...) eine unechte Burg in zumindest für Deutschland nicht bezeichnenden, urorientalischen Formen (...)" usw..
Löwen-Denkmal im Zentrum (1924)

Der Innenhof war zunächst anders gedacht, als er dann zur Ausführung kam (28, S. 40):

Im Zentrum des Platzes war zunächst die Aufstellung jenes Löwen-Denkmales des 147er Grenadier-Regimentes von Hindenburg vorgesehen, das parallel zur Grundsteinlegung des Tannenberg-Nationaldenkmals 1924 unweit des geplanten Denkmals eingeweiht worden war.
(Siehe: a, b.) Der Löwe dieses Denkmals ist erhalten geblieben und ist 1993 vor dem Rathaus von Hohenstein aufgestellt worden (Abb. 2; siehe auch: a, b). In der Entwurfsskizze des Tannenberg-Denkmals ist der Grundriß dieses Löwen-Denkmals rechteckig angegeben, nicht quadratisch. Möglicherweise hätte der Freimaurerkitiker Erich Ludendorff Anlaß, in diesem Löwen Bezüge zum "Löwen Judas" zu sehen (a).

Abb. 2: 1924 für das Zentrum des Tannenberg-Denkmals vorgesehen, heute in Hohenstein
Weiter heißt es (28, S. 41):
Bei seiner Aufstellung im Innenhof  des Tannenberg-Nationaldenkmals sollte das Löwendenkmal durch einen doppelten Ring von Eichen eingefaßt werden.
"Altarähnlicher Werksteinblock" im Zentrum (1927)

Zur Zeit der Einweihung im Sepember 1927 war ein "altarähnlicher großer Werksteinblock" für das Zentrum des Denkmals vorgesehen. Er wurde, da der Bau noch nicht vollendet war, provisorisch durch einen "altarähnlichen Bretterverschlag" vertreten (28, S. 47, 49):
Entgegen der ursprünglich bekundeten Absicht des Tannenberg-Nationaldenkmal-Vereins, bis zur Denkmalseinweihung lediglich einen Denkmalsturm zu errichten, konnte der gesamte Rohbau bis zur Einweihung im September 1927 fertiggestellt werden. (...) Zwischen dem 5. und 10. September 1927 wurden an der Front von Turm 1 goldene Schwerter mit nach oben gerichteter Klinge eingesetzt.
Von diesen war schon die Rede (40). Zum Zeitpunkt der Einweihung hatte der Innenhof des Denkmals (28, S. 49):
noch keine Ausgestaltung erfahren, wie die Fotos der Einweihungsfeierlichkeiten anschaulich dokumentieren. Der Reichspräsident Hindenburg konnte deshalb lediglich an einem provisorischen Bretterverhau in der Mitte des Denkmalsinnenhofes die offizielle Kranzniederlegung vornehmen.
Welche Maße dieser Bretterverhau hatte und der vorgesehene "altarähnliche große Werksteinblock" ist der Monographie nicht zu entnehmen. Daß es sich aber tatsächlich bei dem "provisorischen Altaraufbau" um einen "altarartigen Bretterverschlag", nicht um einen rohen Betonsockel handelt - wie ursprünglich von uns im früheren Beitrag (40) angenommen -, ist auf einem Foto ganz gut zu erkennen (28, S. 51).

Dem vorgesehenen Rabbiner wurde abgesagt (1927)

Über die Einweihungsfeier erfahren wir weiterhin (28, S. 54):
Sowohl ein katholischer als auch ein evangelischer Geistlicher waren zu der Eröffnungsfeierlichkeit als Redner geladen, wie schon zur Grundsteinlegung, um damit den sakralen Weihecharakter der Veranstaltung zu betonen. Einem Rabbiner, der als Vertreter des "Jüdischen Frontkämpfer Verbandes" (...) zunächst auch sprechen sollte, wurde hingegen unter dem fadenscheinigen Argument der knapp bemessenen Zeit bei dem Einweihungszeremoniell das Wort verwehrt. In einer an den Reichskanzler Marx gerichteten Resolution vom 23. Oktober 1927 gab daraufhin der "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" seiner "Entrüstung Ausdruck, daß bei der Tannenbergfeier, entgegen der getroffenen Vereinbarungen, den jüdischen Frontsoldaten die Beteiligung unmöglich gemacht wurde."
Zusätzlich zu den Fotos in den früheren Beiträgen sollen hier noch zwei seltene Fotos, offenbar von eben diesen den Einweihungsfeierlichkeiten im Jahr 1927, gebracht werden. 


Abb. 3: Hindenburg und Ludendorff - "Dank für zündende Begrüßung an General K., Ostpreußischer Kriegerverband"
Sie sind offenbar außerhalb des Denkmals aufgenommen worden (Abb. 3 und 4).

Abb. 4: Die Generäle Mackensen, Ludendorff, Hindenburg und Seeckt - Tannenberg-Denkmal 1920er Jahre (wohl Grundsteinlegung)
In die Vorbereitung der Feierlichkeiten ebenso wie in die Ausgestaltung des Denkmals selbst waren die staatlichen Behörden bis hinauf ins preußische Innenministerium befaßt (28, S. 55):
Die Gestaltung des Denkmalsinneren war bis zur Einweihung noch keineswegs in seiner später ausgeführten Form festgeschrieben. (...) Als zentrales Denkzeichen beabsichtigte man einen "altarähnlichen Aufbau aus einem großen Werksteinblock, der ein Bronzeschwert trägt" zu errichten,
wie es in der Festschrift von 1927 heißt:
Vier Stufen sollten zum Altar hinaufführen. Die Gestaltung des Innenhofes unterschied sich deutlich von dem Wettbewerbsentwurf, der noch die Aufstellung des 147er Hindenburg-Denkmals von 1924 vorgesehen hatte.
Es sollte also als "zentrales Denkzeichen" ein "großer Werksteinblock" aufgestellt werden. Aber offenbar hat man von diesem dann wieder Abstand genommen. In der Monographie (28) werden die Unterstellungen Erich und Mathilde Ludendorffs weder gründlicher behandelt, noch überhaupt erwähnt. Ob also ihre Unterstellungen, daß es sich bei diesem Werksteinblock um einen Kubus handeln würde, zu dem Wechsel beigetragen haben, kann aufgrund dieser Monographie nicht gesagt, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Bezug zu dem "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel der britischen Soldatenfriedhöfe

Dafür stößt man noch auf einen anderen "interessanten" Zusammenhang. Wie schon eingangs erwähnt: Während man sich vor 1927 mit der Freimaurerhalle in London zum Gedenken an die gefallenen englischen Freimaurer des Ersten Weltkrieges architektonisch auf das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig von 1913 bezog (38), bezog man sich zur gleichen Zeit im Tannenbergdenkmal bemerkenswerter Weise auf das "Hochkreuz mit Kreuzritterschwert" und oktogonalem Sockel als der damals typischsten Ikonographie der britischen (!) Soldatenfriedhöfe. War letzteres nur eine "zufällige" Bezugnahme? Tietz schreibt (28, S. 55):
Eine Fotografie des verlorenen Modells des (Tannenberg-)Denkmals vermittelt in etwa den Eindruck des geplanten Denkmalzeichens. Die Anlage hätte unmittelbaren Bezug auf die Arbeit des britischen Architekten Reginald Blomfield genommen. Blomfield hatte für die englischen Soldatenfriedhöfe ein steinernes Hochkreuz entworfen, dem ein metallenes Schwert aufgelegt war. Zusamen mit dem davorstehenden quergelagerten Gedenkstein gehörte es zum festen Inventar der britischen Soldatenfriedhöfe. Diese ikonographische Nähe dürfte auch der entscheidende Grund gewesen sein, weshalb die Ausführung dieses zentralen Denkzeichens wieder verworfen wurde.
Von welcher Fotografie hier die Rede ist, wird nicht so recht deutlich. Über Blomfield heißt es jedoch auf Wikipedia:
Das von ihm (1918) entworfene „Cross of Sacrifice“ (Hochkreuz mit Kreuzritterschwert, bekannt auch als Großes Kriegskreuz) schmückt noch heute alle Soldatenfriedhöfe des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Das ist im Grunde eine bemerkenswert einheitliche Ikonographie dieser britischen Soldatenfriedhöfe zweier Weltkriege. Und da ist es noch einmal so bemerkenswert, daß hier ein "Kreuzritterschwert" so wichtig ist. In gewisser Weise sahen ja sicherlich viele die britischen Soldaten während beider Weltkriege als "Kreuzritter" (vgl. das von ihnen gesungene Lied "Vorwärts, christliche Soldaten!"). Aber ein solches "Kreuzritterschwert" trägt ja - neben einem Kreuzritterschild - auch der "Heilige Michael", der Würgeengel am Völkerschlachtdenkmal von Leipzig. Wie sich ja überhaupt die Freimauerei in Worten, Symbolen und Handlungen gerne auf mittelalterliche Ritterorden und Glaubenskrieger bezogen hat und bezieht.

Oktogonaler Grundriß - eine okkulte Bedeutung, die auf muslimische und katholische Okkultorden zurückgeht?

Der erwähnte Blomfield'sche "quergelagerte Gedenkstein" ist auf manchen Fotografien dieses "Cross of Sacrifice" zu sehen. Mehr aber noch heißt es über dieses interessanterweise, was auf den Fotografien viel mehr ins Auge springt (etwa: a), was aber der Autor Jürgen Tietz überhaupt nicht anspricht. Hat er es etwa völlig übersehen? Denn es hätte ihm ja zu zahlreichen weiteren Fragen und Forschungen Anlaß geben können:
It is usually mounted on an octagonal base.
Das Blomfield'sche Kreuz steht also normalerweise auf einem oktogonalen, sprich achteckigen Sockel. Da 1927 eine solche Bezugnhme zu Blomfield möglich war, stellt sich doch die Frage, ob nicht auch schon der 1924 angenommenen Entwurf des Tannenberg-Denkmals mit seinem oktogonalen Grundriß einen solchen Bezug zu Blomfield aufweist, bzw. ob Blomfield-Kreuz und Tannenberg-Denkmal auf ähnliche ikonographische oder okkult-symbolische Traditionen zurückgehen.

Recherchieren wir dieser Frage etwas hinterher. Die Zahl acht und das Oktogon (auch Oktagon) spielen, wie man erfahren kann, sowohl in der buddhistischen, als auch in der jüdischen, katholischen, griechisch-orthodoxen und islamischen Symbolik eine Rolle (Wiki.). Dieser Umstand wird vielen Okkultgläubigen sehr erfreulich sein, suchen sie doch oft nach der "Einheit" hinter der sonstigen Verschiedenheit der Weltreligionen und okkulten Lehren:
Im Buddhismus führt der achtfache Pfad aus Samsara heraus zur Befreiung. Sein Symbol ist das Dharmachakra, ein achtspeichiges Rad. Aus ihm besteht die vierte der vier edlen Wahrheiten.
Und, nicht zu vergessen: Auch der Kubus hat acht Seiten. Indem man nach der Geschichte der Symbolik des Oktogons fragt, erfährt man auch manches zur Geschichte des Tempelritterordens, auf den sich ja die Freimaurer so gerne beziehen. Denn die Tempelritter sind - so wie die Freimaurer - auf den alttestamentarischen Salmonischen Tempel in Jerusalem bezogen, und zwar schon in ihrem Namen (36):
Die Kombination von Rittern und Mönchen oder von Kriegern und gläubigen Gelehrten war eine Anleihe aus der  islamischen Welt. Er (der Ordensgründer Patriarch Balduin II. von Jerusalem) übernahm diese Idee wahrscheinlich aus den Wechselbeziehungen, die es mit der islamischen Welt zwangsläufig gab. Die Grenzgebiete wurden von Ribats verteidigt. Ein Ribat ist eine Grenzfestung, die entlang der Grenzen zu nichtislamischen Staaten stand. Das Wort „Ribat“ drückt zugleich eine Lebenseinstellung aus. Die Bewohner solcher Festungen  waren nicht nur kampfbereite Krieger, sondern auch gläubige Gelehrte, die sich u. a. der moralischen Unterstützung der Kämpfer widmeten.
Der militärische und religiöse Charakter eines Ribats drückte sich auch in der Architektur aus. Er  hatte im Obergeschoss eine Moschee mit Wohneinheiten und einem Wehrturm, während im  Erdgeschoss Lagerräume um den weiten Innenhof angeordnet waren. Die Ähnlichkeiten zu  späteren Komtureien der Templer sind verblüffend und es erübrigt sich zu erwähnen, dass auch  die Templer eine eigene Architektur pflegten. Die Templer-Architektur basierte auf einem  oktogonalen Grundriß (zwei übereinander verschränkte Quadraten) und vielen Rundbögen.
Zu "Ribat" siehe Wikipedia. Auch aus den zahlreichen Fotos von Ribaten könnte man Parallelen zum Tannenberg-Denkmal herauslesen. Im Grunde sind ja die Ordensburgen des Deutschen Ritterordens genau solche "Ribate"! Und einer anderen Veröffentlichung ist über die Ordenskirchen der Templerritter zu entnehmen (37):
In Anlehnung an den Jerusalemer Felsendom, wo sich das Hl. Grab befindet, wurden die bemerkenswertesten Ordenskirchen als Rotunden errichtet, manchmal aber auch in oktogonaler Form, so etwa die um 1150/60 entstandene "Maria-Sophia-Kapelle" Nostra Señora de Eunate in Navarra mit ihren geheimnisvollen Steinskulpturen. Gerade in Spanien und Portugal tragen die offiziellen wie die "apokryphen" Templer-Bauten besonders häufig Verzierungen in Form des Tau-Kreuzes ("T"), das auch als "esoterisches" Ordenskreuz Verwendung fand, wie beispielsweise das Taufbecken der Templerkapelle von Tarragona, die Wappenembleme der Heilig-Grab-Kirche von Torres del Río (Navarra) oder die Schmucksteine in den Gewölbebögen der Templerburg von Ponferrada (Prov. León) beweisen.
Der Jerusalemer Felsendom hat oktogonalen Grundriß. Tau-Kreuz, also der Buchstabe T, der ebenfalls das Völkerschlachtdenkmal von Leipzig krönt, wird kombiniert mit zwei übereinandergelegten Quadraten, die ein Oktogon ergeben (Abb. 4).

Abb. 4: Das Tau-Kreuz aus der  Burg der Templer-Komturei von Ponferrada 
Und entsprechend heißt es etwa über die ab 1160 erbaute Templer-Burg Tomar in Portugal (Freie-Templer-zu-Tomar.org):
Ihr Kernstück ist noch immer die alte Rundkirche, die im Inneren einen weiteren oktogonalen Bau beherbergt. Vorbild für den Bau war, wie anhand der verwendeten Zahlenkombination festzustellen ist, eindeutig die Heilig-Grab-Rotunde in Jerusalem.
Für die Zwecke dieses Beitrages reichen diese Andeutungen hinsichtlich okkulter Symbolik innerhalb des Templerordens und weit über die katholische Kirche hinausgehend wohl schon aus. Und man spürt schon: Wenn man sich noch mehr mit der Thematik des okkulten Oktogons beschäftigen würde, würde man wohl noch vieles finden können.

Statt eines Blockes oder eines Blomfield'schen Kreuzes wird eine "Böschung" mit Hochkreuz verwirklicht (1928)

Wir lesen weiter bei Jürgen Tietz (28, S. 55, 57):
Im Lauf des Jahres 1928 realisierte man statt dessen (also statt des Blomfield'schen Hochkreuzes) eine andere Lösung. (...) Ein monumentales Hochkreuz (...) aus Bronze. Es stand auf einer mit Immergrün bepflanzten Böschung, die durch eine Mauer aus drei Reihen unbehauener Feldsteine mit einer abschließenden Abdeckung aus Kalksteinplatten eingefaßt war. (...) Vier Treppen (...) führten eine Böschung hinauf.
Es fällt nun ebenso schwer, diese zwar im Grundriß quadratische "Böschung", wie im ersten Beitrag zum Thema als möglich erachtet (40), als einen Kubus oder als einen halbierten Kubus deuten zu können. Denn nach den bei Dietz gegebenen Skizzen (28, S. 93f) scheint selbst mit den etwaig in die Erde eingesenkten Fundamenten dieser "Böschung" weder ein Höhe-Breiten-Verhältnis dieser "Böschung" von 1:1, noch von 2:1, noch von 3:1 verwirklicht zu sein. Aber der folgende Altar-Vorschlag hätte eventuell im Sinne eines solchen Kubus gedacht sein können (28, S. 57):

Noch im selben Jahr 1928 schlug der Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus vor, anstelle des Grabkreuzes einen reliefgeschmückten Altar aus Muschelkalk aufzustellen.

Dieser Vorschlag wurde aber nicht verwirklicht. Wir erfahren weiterhin, was schon behandelt worden ist (28, S. 64):
Der massige, wehrhafte äußere Eindruck des Eingangstrumes wurde durch zehn symmetrisch auf die Außenfläche des Turmes verteilte Schwerter verstärkt, wie sie sich auch auf den Türmen 3, 5, und 7 fanden.
Der "Zentralbaugedanke" wird auf Betreiben Hitlers mit Zögern aufgegeben (1934)

Als 1934 eine Gruft für den gestorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg in das Tannenberg-Denkmal eingebaut werden sollte, war zunächst sowohl von den Brüdern Krüger wie vom Tannenberg-Nationaldenkmal-Verein an eine zentrale Gruft gedacht worden. Die Brüder Krüger schreiben nun selbst (28, S. 92):
"... Der Führer erkannte unsere Vorschläge wohl an, äußerte jedoch den Wunsch, die Grabkammer in die Nähe des früheren Ausgangsturmes zu legen. Er machte in einen von uns vorgelegten Grundriß hierzu eigenhändige Eintragungen, wobei sich zunächst eine erheblich weitere Absenkung der Hoffläche und eine vollständige Freimachung der Mitte ergaben. Es wird jeder verstehen, wenn wir zunächst nur ungern den reinen Zentralbaugedanken aufgaben. Wir haben aber erkennen müssen, daß die vom Führer angeregte Lösung eine außerordentliche Steigerung der Wirkung des Ehrenhofes mit sich brachte.
(...) Wir hatten die Freude, daß unser noch weitergehender Entwurf, der eine Verlegung der Grabkammer in den hinteren Turm anstelle des besonderen Grabhauses vor diesem vorsah, des Führers Zustimmung fand."
Abschließend noch einmal eines der vielen auf der Welt verteilten Blomfield'schen "Opfer-Kreuze" mit oktogonalem Sockel, das Zeichen, unter dem die überwiegende Mehrheit der Gefallenenen des britischen Weltreiches des 20. Jahrhunderts bestattet sind. Hat auch es "verborgene" Bedeutungen, die öffentlich nicht bekannt sind? Werden künftige Jahrhunderte zu diesem "Opfer-Kreuz" sagen: In diesem Zeichen bist du gefallen, britisches Weltreich?

Abb. 5: Blomfield'sches "Opfer-Kreuz" mit oktogonalem Sockel

_______________________

1. Professor Pharos: Der Prozess gegen die Attentäter von Sarajewo. Nach dem amtlichen Stenogramm der Gerichtsverhandlung aktenmäßig dargestellt von Professor Pharos mit einer Einleitung von Josef Kohler. R.v.Decker's Verlag, Berlin 1918 (Scribd)
2. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ...". Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. Auf: GA-j!, 22.4.2011
3. Lennhoff, Eugen: Internationales Freimaurerlexikon. 1932 (Internetausgabe)
4. Dedijer, Vladimir: Sarajevo 1914. Prosveta, Beograd 1966 (serbisch). -  The Road to Sarajewo. Simon and Schuster, 1966, 550 Seiten (engl.). - Die Zeitbombe. Sarajewo 1914. Europa Verlag, Wien, Frankfurt, Zürich 1967 (deutsch)
5. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Das Völkerschlachtdenkmal gibt sein Geheimnis preis. Nouvelle Alliance, Leipzig 1993
6. Hans-Dieter Schmid: Völkerschlachtdenkmal, Völkerschlachtgedenken und deutsche Freimaurerei im Jubiläumsjahr 1913. In: Marlis Buchholz u. a. (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obenaus, Bielefeld 1996, S. 355-379
7. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. Helikon Joggers, Bartsch & Sippenauer, Leizpig 1999
7a. Affeldt, Rolf; Heinrich, Frank: Testament der Freimaurer. Das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (4. Aufl.) 2009 (224 S.); auch auf englisch: MdG-Verlag 2008
8. Förster, Otto W.; Hempel, Günter Martin: Leipzig und die Freimaurer. Eine Kulturgeschichte. Taurus Verlag 2007 (Amazon)
9. Ludwig, Karin; Erler, Michael: Tempel, Logen, Rituale. Die Geheimnisse der Freimaurer. Dokumentarfilm, Deutschland 2008. 44 Minuten. Ein Film der Neuen Mediopolis Filmproduktion GmbH Leipzig im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks. Ausgestrahlt auf: ARD, 20.8.200823.30 UhrPhoenix, 10.2.2009Schweizer Fernsehen, 7. und 9.6.20093Sat, 9. Juli 2009, 20.15 Uhr3Sat, 17.7.2011MDR, 12.6.2011Phoenix, 26.11.2011 (Google VideoVeoh)
10. Süß, Alexander: Leipziger Freimaurer in Wort und Stein. Der Einfluss der Logen auf das Völkerschlachtdenkmal und die Verlagsstadt. Salier Verla, Leipzig 2009 (siehe Rezension von Ralf Julke)
11. Heinrich, Frank: Architekt Clemens Thieme. MdG Verlag, Leipzig 2009 (90 S.)
12. Erler, Michael: Das Geheimnis des Völkerschlachtdenkmals. (In der Reihe: Mitteldeutsche Wahrzeichen.) Dokumentarfilm, Deutschland, 30 Min. (Moderator: Axel Bulthaupt) MDR, 15.11.2011, 20.45 Uhr (Interview mit Frank Heinrich).
14. Ullrich, Jens: Das Völkerschlachtdenkmal und die Freimaurer. Logenbrueder.de, 2005
14. Filmliste Geheimgesellschaften. In: Kino Okkult. Eine geheime Weltgeschichte im Zeitalter des Films.
15. Janßen, Karl-Heinz: Tannenberg - Ein deutsches Verhängnis. Die Zeit, 23.9.1977
16. Kallmeyer, Ernst: In Harmonie mit den Naturgesetzen. Die echte Geistes- und Körperpflege (mit einigen Abb., Illustrationen) Verlag der Buchhandlung Erdsegen, Brannenburg/Obb. 1908 (274 S.) (Themen: Esoterik, Krankheit, Gesundheit, Erkenntnis, Leid überwinden, Lebensernergie, Gott, Ehe, Fruchtesser, Ernährung, Nacktkultur)
17. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Künstlerische Gymnasik. Harmonische Körperkultur nach dem amerikanischen System Stebbins-Kallmeyer (mit 137 Abbildungen). Kulturverlag 1910 (184 S.)
18. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Harmonische Kultur. Monatsschrift für Körper-, Seelen- und Geistespflege. Kulturverlag 1911
19. Kallmeyer, Ernst: Ludendorff anti Freimaurerei, ein Schlag ins Wasser. Davidsstern, Hakenkreuz in ihrer wahren Bedeutung. Verlag Triasmus, Hamburg 1927 (31 S.)
20. Kallmeyer, Ernst; Kallmeyer, Hade: Dynamisches Atmen. 1928 (vgl. Wedemeyer-Kolwe, S. 167, Anm. 174)
21. Kallmeyer, Ernst: Leben unsere Toten? Eine Weltanschauung als Antwort. (Freie Religion/Lebensweisheit) Kultur-Aufbau-Verlag, Stuttgart 1946 (47 S.)
22. Wedemeyer-Kolwe, Bernd: "Der neue Mensch". Körperkultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004 (Google-Bücher) (520 S.)
23. Linde, Bernhard: Vril. Ahriman, Luzifer und die Vril-Kraft. MdG-Verlag, Leipzig 2000 (121 S.) (Amazon); "Ergänzte Neuauflage" (in Bearbeitung?)
24. Bading, Ingo: Das Dritte Reich - gesteuert von einem "geheimen Orden globaler Satanisten"? Zum Buch von Trevor Ravenscroft "Der Speer des Schicksals" (1972)GA-j!, 4.3.2011
25. Bading, Ingo: "Weiße Magie zugunsten unserer arischen Rasse ..."  Die tausend Masken des Meisters Rudolf Steiner. GA-j!, 22. April 2011
26. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde. GA-j!, 29. April 2011
27. Bading, Ingo: Rudolf Steiner Zeuge satanistisch-ritueller Folterungen und Morde II. GA-j!, 30. April 2011   
28. Tietz, Jürgen: Das Tannenberg Nationaldenkmal. Architektur, Geschichte, Kontext. (Diss.) Verlag Bauwesen, Berlin 1999
29. Grünwald, Andreas: Das Reichsehrenmal Tannenberg. Auf: http://tannenberg-denkmal.de/ 
30. Springer, Andreas: Das Tannenberg-Nationaldenkmal. Internetseite.
31. Mühleisen, Christa: Generalfeldmarschall und Reichspräsident  Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorf und von Hindenburg. Sein Leben in Wort und Bild in 8 Teilen. 09.06.2006 
32. Koch, Christian: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal. Masterarbeit. GRIN-Verlag 2008 (Google Bücher
33. Ludendorff, Erich: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. II. Band: Meine Lebenserinnerungen von 1926 bis 1933. Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1951
34. Ludendorff, Mathilde: Freiheitskampf wider eine Welt von Feinden an der Seite des Feldherrn Ludendorff. V. Teil von: Statt Heiligenschein und Hexenzeichen mein Leben. Franz von Bebenburg, Pähl 1967
35. Schnoor, Frank: Mathilde Ludendorff und das Christentum. Eine radikale völkische Position in der Zeit der Weimarer Republik und des NS-Staates. Diss. Deutsche Hochschulschriften, Kiel 1998
36. Grippo, Giovanni: Das Erbe der Templer. Giovanni Grippo Verlag 2011 (freies pdf.)
37. Osterrieder, Markus: Die Johannes-Ritter von San Juan de la Pepeña. Das Königreich Aragón, der Jakobsweg und die Tempelritter. Auf: CeltoSlavica 1997 - 2010
38. Bading, Ingo: Schreckensmale okkulter Priesterdiktatur - Die Schlachtendenkmäler von Leipzig und Tannenberg. GA-j!, 27.11.2011
39. Bading, Ingo: Über Schlachtfelder zu Gott: Das okkult-satanistische Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. GA-j!, 28.11.2011
40. Bading, Ingo: Kriegerdenkmäler als Freimaurerdenkmäler - das Beispiel Tannenberg (1927). GA-j!, 09.12.2011
41. Bading, Ingo: Die Freimaurer und die SS: "Todesmutige Männer in schwarzen Uniformen". GA-j!, 09.12.2011
42. Börsch-Supan, Helmut: Rezension von Peter Hutter "Die feinste Barbarei". Das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig. Eine Studie über die "germanische" Kunst des 19. Jahrhunderts. (Diss.) von Zabern, Mainz 1990. In: Nordost-Archiv - Zeitschrift für Regionalgeschichte. Bd. VI/1997, H. 1, S. 407 - 409 (freies pdf.)

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