Samstag, 13. Februar 2010

TV: total katholisch verblödet

Woher kommt der postpubertäre "Sacro pop" in den Medien? (1. Teil)

Achtung, dieser Blogbeitrag kommt ziemlich humorlos daher. Er wittert eine Verschwörung. Nämlich die der Katholiken in der Medienwelt. Das ist natürlich ein dröges Thema. Wem's zu langweilig ist, der schalte halt den Fernseher an und lasse sich weiter berieseln! - - -

In diesem Beitrag werden ein paar erste Daten zum Katholizismus in der Medienwelt zusammen getragen. Sie sind nach vielen Richtungen hin zu vervollständigen. Ein Trend jedoch wird deutlich: Um so "TV-totaler" und blöder, um so katholischer. Warum schämt sich die katholische Kirche eigentlich nicht der vielen Fernsehmoderatoren, die sich mit ihr identifizieren, und die offenbar vor allem auch von ihr, von der Kirche insbesondere hervorgebracht worden sind?

Es sind gerade die Fernsehmoderatoren und Ulknudeln, die seit Jahrzehnten eine Vorreiterrolle spielen, wenn es um eine unglaublich flappsige Art geht, alle Werte und Normen in unserer Gesellschaft, schlichtweg alle infrage zu stellen. - Warum sind aber nun so viele von ihnen bewußter katholisch erzogen worden? Hätte sich nicht gerade dieser Umstand positiv auf den Umgangston im bundesdeutschen Fernsehen auswirken müssen? Wenigstens können? Angesichts der ungeheuren "Mehrwertigkeit" des Katholizismus allen anderen Religionen gegenüber?

Sind solche Umstände eigentlich schon von Religions- und Kirchenkritikern beleuchtet worden?

Es geht ja vielmehr gerade auch von katholischen Fernsehleuten viel zu oft ein grenzenloser Zynismus aus. Aber dann die nächste Frage: Warum sind all diese vielen verdummenden, zynischen Moderatoren denn seither nicht aus der Kirche ausgetreten und haben dem christlichen Glauben abgeschworen? Wie wäre etwas anderes überhaupt denkbar nach dem, was wir alltäglich von ihnen vorgeführt bekommen?

Warum identifizieren sie sich stattdessen in aller Öffentlichkeit mit der katholischen Kirche - "trotz" all des Mülls, den sie selbst im Fernsehen verbreiten. Wer glaubt denn, von einer solchen Identifikation Vorteile zu haben? Die katholische Kirche? Die einzelnen Moderatoren? Geschieht das selbstlos? Oder ist das - jesuitisch?

Warum wird Identifikation von total verblödenden Fernsehmoderatoren mit dem Katholizismus nicht als Karrierehemmnis angesehen? Sondern offenbar eher als das karriereförderndes Kriterium?

Massiver Mitgliederschwund in den letzten Jahren

Die katholische Kirche hat seit Jahrzehnten massiven Mitgliederschwund. Jetzt beispielsweise sogar in einem traditionellen Kernland des Katholizismus, in Österreich: Nur noch 70 Prozent der Österreicher gehören der katholischen Kirche an. In Wien nur noch 50 Prozent. Die höchsten Austrittsraten gibt es derzeit in den konservativsten Diozösen (14.1.2010). Natürlich sagt sich dazu ein eingefleischter konservativer Katholik: Alles nur Tageserscheinungen. Die katholische Kirche als Institution hat Jahrtausende überlebt und wird Jahrtausende überleben ...

Und in der Tat. Trotz der vielen Kirchenaustritte erleben wir einen gleichbleibenden oder sogar sich noch steigernden, fröhlichen "Sacro pop" im Fernsehen. (In welchem Sinne in diesem Beitrag der Begriff "Sacro pop" verwendet wird, wird unten erläutert.) Gehen wir einige Prominente durch. Sicherlich ist die folgende Liste noch nach vielen Richtungen hin zu vervollständigen.

Vorzeige-Katholiken Frank Elstner, Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Harald Schmidt ...

Frank Elstner wurde 1942 geboren und war in seiner Jugend Meßdiener. Er wanderte im Jahr 2006 - in Nachfolge seines jüngeren Kollegen (siehe unten) auf dem Jakobsweg. Und sieht das heute fast als die bedeutendste Leistung seines Leben an ...

Thomas Gottschalk wurde 1950 in Bamberg geboren und stammt von oberschlesischen Eltern. Er ist katholisch und war als Jugendlicher Ministrant. Er wollte einmal - wie so mancher andere spätere, katholisch gebliebene Entertainer (siehe unten) - Priester werden. Gottschalk arbeitete als Kinder- und Jugendbetreuer in der katholischen Kirche. Dann war er Mitglied einer katholischen Studentenverbindung. All das scheint sich nicht karriereschädigend ausgewirkt zu haben. Er geht heute mitunter noch in die Kirche und hat seine beiden Söhne, die er mit einer Protestantin hat, katholisch erzogen. Oder hat das doch zumindest versucht, wie er sagt (Berl. Mrgnpst, 27.1.10). Versucht offenbar auch durch seine Fernsehshows ...

Günther Jauch, geboren 1956 in Münster/Westfalen, war als Jugendlicher als Ministrant tätig. Nachdem er eine ernsthaftere Journalisten-Karriere vermasselt hatte, weil er Falschmeldungen verbreitet hatte, ging er ins seichtere Showgeschäft. Heute unterstützt unter anderem den Aufbau eines katholischen Gymnasiums in Potsdam. Er unterstützte 2009 auch - zum Glück erfolglos - die Pro-Reli-Kampagne in Berlin, die den christlichen Religionsunterricht an Berliner Schulen als Alternativfach zu dem bisherigen für alle verpflichtenden Fach "Werte und Normen" einführen wollte.

Harald Schmidt, diese Ikone des Deutschen Fernsehens, wurde 1957 geboren. Seine Eltern waren sudetendeutsche Vertriebene. Harald Schmidt ist katholisch, zahlt Kirchensteuern und erzieht seine Kinder katholisch. Er kann das alles ganz herrlich mit seiner Tätigkeit als jener prominente Fernsehmoderator vereinbaren, als der er uns bekannt ist. "Sacro pop" halt.

Er geht mit seinen fünf Kindern regelmäßig in den Gottesdienst, insbesondere in den Weihnachtsgottesdienst. Er ist selbst in einer streng katholischen Familie aufgewachsen. Er hat bei den katholischen Pfadfindern mitgemacht und die Prüfung zum Organisten und Kirchemusiker abgelegt. Seinen Zivildienst leistete er in einem katholischen Pfarrbüro ab. Das Zölibat war es allein, was ihn - wie Thomas Gottschalk - davon abhielt, katholischer Priester zu werden. (Kath.net, 28.2.07) Andere Dinge also nicht. Und natürlich praktiziert er offenbar seine Art von Katholizismus in jeder Minute seines reichhaltigen Fernsehlebens ...

Vorzeige-Katholiken (z.T. "in spe"): Johannes B. Kerner, Hape Kerkeling und Jörg Pilawa

Jörg Pilawa wurde 1965 geboren und ist katholisch. Als Kind fand er das Beichten schrecklich. Was ihn heute nicht davon abhält, täglich zu beten und auf eine "christliche" Erziehung seiner Kinder zu achten. Gern erzählt er auch, daß er nach Rom gereist sei, um an einer Papstaudienz teil zu nehmen und um das "Charisma des Papstes" zu erleben.

Horst Schlämmer, unser beliebter Entertainer, mit bürgerlichem Namen Hape Kerkeling, ist - wie so viele - Repräsentant eines politischen Kabaretts, das "nicht eingreifen will" (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog). Er wurde 1964 in Recklinghausen geboren. Nach einer ernsthafteren Lebenskrise begab er sich als einer der ersten Prominenten "auf den Jakobsweg". Die "Bild"-Zeitung weiß zu berichten, daß ihn niemand zum Beicht-, Religions- und Firmunterricht zerren mußte (Bild, 1.6.06):
Die Eltern haben Hape katholisch taufen lassen, ihn zur Kommunion geschickt, später zum Beicht-, Religions- und Firmunterricht. Kerkeling: „Mich mußte niemand dorthin zerren.“ Sein Interesse an religiösen Themen sei groß gewesen, eine Art „spirituelle Suche“. (...) Manchmal habe ihn auch die Idee überfallen, zum evangelischen Glauben zu wechseln und Pfarrer zu werden.
Mithin noch jemand aus dem weltlichen Showgeschäft, der ursprünglich einmal ins geistige Showgeschäft hatte einsteigen wollen. Zum Glück diesmal wenigstens nicht ins "ernsthafte" katholische Showgeschäft, sondern nur ins ernsthafte evangelische. Vielleicht ist deshalb auch sein Humor nicht ganz so zynisch wie der so manches anderen, der ins ernsthafte katholische Showgeschäft hatte einsteigen wollen? Nur eines scheint zu zählen: nämlich daß die "Show" weiter geht - so oder so. Der "Zeit" teilte Kerkeling in flapsiger, schnoddriger Weise über seine religiösen Einstellungen mit (Zeit, 9.11.06):
Ich bin Christ. Gelernt katholisch, ausgetreten. Der Buddhismus ist für mich der Schlüssel für diese Kiste, die ich bisher nicht verstanden habe. Und dieser Schlüssel passt in die Schatzkiste, und wenn ich die aufmache, kommt für mich Christentum raus. Ist verwirrend, fühlt sich aber ganz gut an.
Das ist der richtige "Slang", mit dem man heute über religiöse Fragen reden muß, wenn man "die Leute" erreichen will. Sacro pop halt. Und das Wichtigste: man kann immer so weitermachen wie bisher. - Vielleicht läßt sich die folgende Regel aufstellen, die auch noch durch Ausnahmen bestätigt wird: Wenn katholisch erzogene, heutige deutsche Entertainer anfangen, über Religion zu reden, wird's fast so gruselig, als wenn ordinierte katholische Priester über dieses Thema reden. Welcher Art sind diese Parallelen eigentlich? Show hier wie dort? Ist dies der gemeinsame Nenner?

Show weltlich, Show geistlich - egal: Hauptsache Show

Und nun unser lieber, netter, berühmt-berüchtigter Johannes B. Kerner. Seines Zeichens Eva-Rausschmeißer. Zwar nicht aus dem Paradies. Aber vielleicht doch aus dem, was er für "sein" alleiniges Paradies hält. Dieser nette Jüngling und Christgläubige wurde 1964 in Bonn geboren und wuchs - wer hätte noch Zweifel daran gehabt? - in einem katholischen Elternhaus auf. Und was hat uns dieser doppelverdienende, christgläubige, jünglingshafte Journalist so alles zu sagen über seine Sacro pop-Religiosität (Livenet, 22.11.04):
"Glaube ist ein wichtiges Thema für mich."
Aber hallo! Aber hallo!
Er stehe zwar nach wie vor zu seinem Austritt aus der katholischen Kirche, ...
Aber hallo!
... habe aber im Laufe der vergangenen Jahre zum Glauben zurückgefunden.
"Sacro pop" - das katholische Bildungsideal?

Aber hallo. Aber hallo. Na klar. Nein, nein, er steht schon zu seinem Kirchenaustritt. Hat aber inzwischen zum Glauben zurückgefunden. Spart jetzt nur die Kirchensteuern, um zu seinem früheren Austritt stehen zu können. Wird seinen Priestern darum auf Umwegen schon mindestens das Doppelte dafür geben. Aber zum Kirchenaustritt steht er!
Der Glaube an Gott und die Bibel dominiere in seinem Leben zwar nicht,...
Nein, nein! - Hier exemplarisch das bundesdeutsche Neusprech: Der Verneinung folgt im nächsten Halbsatz immer sofort die bekräftigende Bejahung:
... "aber er spielt eine grosse Rolle". Auch in seinen Sendungen komme das Thema Glaube häufig vor.

"Letztendlich geht es immer um die Grundthemen Krankheit, Tod, Glaube, Freundschaft, Liebe und Hoffnung." Der Moderator verrät, dass er und seine Frau Britta abends vor dem Einschlafen mit ihren beiden Kindern beten.

Ist ja richtig "goldig". Was uns da der Moderator "verrät". Über seinen Kirchensteuer-sparenden christlichen Bet-Glauben ... Die Rundfunk- und Fernsehräte werden auf all das mit Wohlgefallen sehen ... Wenn auch sonst nichts mehr zur geistig-moralischen Wende geleistet wird, so werden doch wenigstens in Interviews noch Lippenbekenntnisse gegeben ...

Johannes B. Kerner besuchte übrigens - so manche anderer elitäre Jüngling tat es ihm gleich (Heiner Geißler etwa) - das inzwischen berühmt-berüchtigt gewordene Jesuitengymnasium Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg. Dieses ist unglücklicherweise in den letzten Wochen in außerordenlich negative Schlagzeilen geraten. Und der zuvor vielseits beliebte, Kopfnüsse verteilende Schulleiter - in freundschaftlichem Verhältnis stehend zu so manchem Fernsehmoderator (siehe unten) - ist zurückgetreten.

Der Geist, der an dieser Schule herrschte, ist nun schon im Jahr 2004 durch die Erinnerungen eines Schülers dieser Schule - nach dem Urteil vieler ehemaligen Schüler außerordentlich treffsicher - gekennzeichnet worden (siehe Leserrezensionen auf Amazon: Bücher). Miguel Abrantes Ostrowski schrieb über den "Sacro pop" an diesem Jesuitengymnasium.

Der darin geschilderte Schulgeist, wiedergegeben von einem inzwischen über 40 Jahre alten Mann, wird v
on der "TAZ" als "postpubertär" gekennzeichnet. Dieser Geist ist derartig abstoßend, daß selbst eine solche zeitgeistnahe Wochenzeitung wie die "TAZ" von ihm nur in höchstem Maße angewidert ist. Und bei einer Wochenzeitung wie der "TAZ" wird das wohl allerhand heißen. Oder etwa nicht? (TAZ, 10.2.05)

Der Titel "Sacro pop" wird uns auch in der vorläufig letzten Entertainer-Biographie zu diesem Thema noch einmal begegnen. "Sacro pop" - damit scheint offenbar heute das Bildungsideal an elitären Jesuitenschulen gut umschrieben zu sein. Denn nun, verehrte Leserinnen und Leser, kommen wir zum Höhepunkt der vielen, allzuvielen "beliebten" und bejubelten, aus dem deutschen, katholischen Milieu hervorgegangenen Fernseh-Entertainer. Wir kommen - - - zum Fernseh-Giganten Stefan Raab.

Selbst die "TAZ" ist angewidert - von Stefan Raab jedoch hörte man bisher nur Positives über seine Schule ...

Stefan Raab wurde 1966 in Köln geboren. Auch dieser elitäre Jüngling besuchte, na, was wohl: das Jesuitengymnasium Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg. 1999 sagte er in einem Interview offenbar völlig im Geist dieser Schule und ihres "Sacro pop"-Ideals:
Ich bin katholisch und ich glaube an Gott, ich bin jesuitisch erzogen worden auf dem Internat. Ich glaube schon, dass da jemand ist, der so ein bisschen auf die Welt guckt, ob alles okay ist, der aber auch Riesen-Spaß versteht. Ich meine - Jesus! Das war doch so ein junger Typ, der mit zwölf Freunden durch die Lande zieht - da kannste mir doch nicht erzählen, dass die nicht auch mal die Mädels klar gemacht haben. Das steht natürlich nicht in der Bibel, das würde ich ja auch nicht erzählen. Ich gehe ein oder zwei Mal im Jahr in die Kirche, an hohen Feiertagen. Ansonsten bin ich natürlich Pro-7-gläubig!
"Das würde ich ja auch nicht erzählen ..." Viele Jesuitenpater "würden es auch nicht erzählen ..." - Wahnsinn. Was für Produkte bringt ein Jesuitengymnasium hervor! Prospektive Träger des Bundesverdienstordens, gewiß, die alle - - - auch "nichts erzählen" würden.

Das scheint wirklich ein forschrittlicher, moderner, zeitgemäßer Religions- und Ethikunterricht gewesen zu sein, den man dem lieben Herrn Raab und seinen Mitschülern da auf seiner Jesuitenschule hat angedeihen lassen, an der er sich pudelwohl gefühlt haben muß. (Tenor: "Fühlt sich gut an.")

Ein herziger Bub, der Stefan, läßt sich "leicht einbinden" ...

Außerordentlich zeitgeistnah. Fast alles so modern wie der derzeitige Priester der Katholischen Hochschulgemeinde in Frankfurt am Main (siehe Fußnote im vorigen Beitrag). Da scheint es also sehr locker zuzugehen auf den heutigen Jesuitengymnasien und in jesuitisch geleiteten deutschen Studentengemeinden. Im Jahr 1999 äußerte sich auch der gerade zurückgetretene Schulrektor des Jesuitengymnasiums Theo Schneider noch fröhlich zu seinem damals gerade erst prominent gewordenen Schüler. Da stand im "Stern" über den lieben, guten, netten, ach so "lustigen" Herrn Stefan Raab (Stern, 8.7.1999):
(...) Meßdiener, Wehrdienst, ein paar Semester Jura. (...) "Der Stefan hat sich auf leichte Weise immer einbinden lassen", sagt Pater Schneider, sein früherer Schulleiter. Fünf Jahre war Raab Jesuitenschüler auf dem Aloisius-Kolleg in Bonn-Bad Godesberg. Las die Bibel, lernte Latein, trug das Aschenkreuz und beichtete Sünden. Raabs Kindheits-Helden waren Hildegard von Bingen und der heilige Vitus, den die Römer in siedendes Öl stießen. Er gründete eine Sacro-Pop-Band und trommelte für Jesus.
Muß das ein herziger Bub gewesen sein, damals! Und wie rührend er sich seinen Eltern gegenüber verhält:
Mit seinen Eltern will er es sich nicht verscherzen. Ihre Bilder hütet Raab im Portemonnaie, er geht mit ihnen segeln und war über Pfingsten mit Mutter in Rom. Zur Papstmesse im Petersdom. "Wenn der Papst die Leute segnet, das hat schon was." Früher, sagt er, kam zu Hause oft ein kroatischer Franziskanerpater, der Brötchen sammelte für die Armenspeisung. Da habe er eine Ahnung bekommen, wie sinnvoll Kirchensteuer sein kann. Viel Gutes werde damit getan, sagt Katholik Raab. "Ein bißchen Idealismus sollte schon noch sein."
Noch ein Entertainer, der zu Papstmessen nach Rom fährt und sich Anregungen für Shows holt. Nach dem Motto: "Ein bischen Idealismus sollte schon noch sein." Wie wird sich doch seine papsttreue Mutter immer so freuen über ihren gut katholischen Sohn und seine lieben, netten, flotten Sprüchlein abends im Fernsehn. Und was hat das Söhnchen doch alles für gute Freunde. Er ist doch in bester Gesellschaft:
Raabs Mitarbeiter sind auch katholisch. Sein Chefautor besuchte Exerzitien in Münster, der Redakteur wurde am Bischöflichen Gymnasium in Osnabrück erzogen. Produzent Martin Keß war Meßdiener. Es scheint, "TV Total" ist späte Genugtuung dafür, nie am Meßwein genippt zu haben.
Die Mitarbeiter sind alle katholisch, da ist der Bub ja gut "eingebunden"

Na. Wer Exzertitien in Münster besucht, kann offenbar sonst den allergrößten Mist bauen: er hat Exerzitien in Münster besucht! Er ist Gott viel näher als alle anderen.

Immer befremdender wird vieles. Was alles muß hier eigentlich noch ausgelotet werden, wenn man den Kultureinfluß des Katholizismus und des Jesuitismus auf die heutige Medienlandschaft, auf die "Public Relation-Industrie" ausloten will? Warum katholische Herkunft und Einbindung gerade unter jenen Entertainern, denen man es am wenigsten zutrauen würde? Und die den Zeitgeist so ziemlich am meisten herabziehen? Steckt dahinter etwa - - - "System"? Ist das jesuitisch?

Daß katholisch erzogene Menschen Weltmeister im Zynismus sein können, hat sicher jeder schon in seinem Bekanntenkreis erlebt. Aber daß sie sich dennoch gerne zum Katholizismus bekennen, daß sie dennoch bei Exerzitien gern gesehen sind und dort gerne hingehen: mit wieviel Grad zu heißem Badewasser müssen denn diese Leute alle als Kind gebadet worden sein? Was für Mißbrauch an Kinderseelen ist hier alles noch gar nicht auch nur ansatzweise bewußt geworden?

Eigentlich wird die Sehnsucht da ständig größer nach anderen Gruppen von Prominenten, die einfach einmal nur offen und ehrlich sagen: "Wir glauben euch nicht!" Und wir glauben auch nicht mehr eurem aufgesetzten Zynismus in der Endlosschleife. Was soll das ? Ist das nur eine andere Form der "Wache gegen den Traum vom neuen Menschen"? Wieviel Köpfe hat die Hydra genannt Katholizismus?

Herkules im Kampf mit der Hydra
(von Antico, um 1490)

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