Sonntag, 20. November 2011

"Zum Glück gibt's ein Bekennervideo ..."


Medienereignis Nazi-Morde

4. 11. Eisenach - Tod der 2 Hauptverdächtigen
In diesen Tagen erlebt der ahnungslose Bürger allerhand klassische "Déjà vu's", was Geheimdienst-Tätigkeiten betrifft (Überblick wie immer auf: Wikipedia): Eine vom Staat gut gepflegte und gehegte Nazi-Subkultur ist schon seit Jahren gewalttätig. Unter den Augen und unter der Mithilfe genau jenes Staates, der vorgibt, nichts schärfer zu bekämpfen und im Auge zu haben, als genau eine solche Nazi-Subkultur (1). Und sie ist gewalttätig vielleicht - wieder einmal - überhaupt erst auf dessen Anregung hin geworden (1). Sogar der MAD war invovliert (t-online, 19.11.).

Aber was nützt Jahre lange Gewalttätigkeit, feige Mordtätigkeit, wenn man das alles nicht propagandisch ausschlachten kann, um zu weiterem brutalen "Rassekrieg" aufzuputschen? Das Wichtigste bei dieser Geheimdienst-Operation waren also gar nicht einmal die Morde selbst, sondern vor allem: die Produktion und Verbreitung des Bekennervideos. Denn moderne "Rassenkriege" sind - "Medienkriege". Sind Bilder. Stimmungen.

Denn erst ein solches Bekennervideo macht ja mit der unglaublichen Atmosphäre des Verbrechens "vertraut", die man da in diesen Subkulturen gehegt und gepflegt, gedüngt und gejätet hatte, und die man jetzt vervielfältigt sehen möchte. (Wir wären boshaft? Aber nicht doch ...) Und deshalb tauchte ja - "zum Glück"!!! - genau in jenem Augenblick, in dem auch diese Nazi-Terrorgruppe selbst auffliegt, das von ihr zuvor aufwändig produzierte "Bekennervideo" auf (s.a. Bild, 19.11.9.). Einige Hintergrundinformationen dazu ...:


Frank Metzger und Ulli Jentsch vom "Antifaschistischen Pressearchiv" also hatten die "Ehre", es zu verbreiten. Und daran zu verdienen. Andere auch. Die Partei "Die Linke" zum Beispiel. Die Naziglatzen werden noch Jahrzehnte lang gröhlend dazu klatschen, wenn sie sehen, wie es keiner Nazi-Subkultur mehr bedarf, um solche herrlichen Video's zu verbreiten: "Klug und gewitzt" muß man sein, gröhlen sich die Nazi-Glatzen zu, dann besorgen einem das die offiziellen antifaschistischen Medien und verdienen noch daran - - - ganz wie neulich erst beim Pamphlet des Herrn Breijvik. (Naja, der Hohn der Nazi-Glatzen verliert an Brisanz, wenn man berücksichtigt, daß sie auch nur bezahlte Staatsdienstmitarbeiter sind ...)

Propagierung des feigen "Rassekrieges" durch die antifaschistischen Medien

4.11. in Eisenach: Tod der 2 Hauptverdächtigen
Eine Atmosphäre, in der es "nichts" ist, jemanden "umzulegen". Es gibt nichts Lustigeres als nichtdeutsche und antideutsche Leichen. Das ist die Botschaft. "Paulchen Panther schlägt wieder zu." Haben die Geheimdienste die Nazi-Subkultur endlich dort, wo sie sie  immer schon hatten haben wollen? So primitiv, hohl, zynisch, kalt und höhnisch, gänzlich perspektivlos und hassend, wie man sie sich immer schon gewünscht hatte? Aber zugleich einigermaßen technisch versiert und gerissen? Seit Friedrich Hielscher und Werner Best? Und wie es dann auch gefördert worden ist durch "Rechtsrock" aller Art? Und was hören wir über die "Verena Becker von rechts"? (Bild, 19.11.9.):
... Nachdem sie (Beate Zschäpe) die Zwickauer Wohnung in Brand gesteckt hatte, floh sie nach Johanngeorgenstadt im Erzgebirge. Dort hatte das Terrortrio Unterstützer in der rechtsradikalen Szene, dort wohnen André und Susan E., denen eine Videoproduktionsfirma gehörte und die im dringenden Verdacht stehen, an der Produktion des widerlichen Paulchen-Panther-Bekennervideos mitgewirkt zu haben.
(S.a. Bild, 19.11.) - - - Natürlich muß der zynischen Brutalität des "Bekennervideo's" die sanfte, säuselnde Stimme einer Frau Merkel gegenübergestellt werden, um zu zeigen, wie bodenlos schwach die Demokratien von heute sind. Jener Frau Merkel, die seit vielen Jahren die deutschen Geheimdienste nicht unter Kontrolle hat, die schon seit DDR-Zeiten daran gewöhnt ist, daß Geheimdienste zu regieren haben und nicht zu kontrollieren sind. Sie darf also wieder einmal "betroffen" sein. Und redet im Tonfall jenes Pfarrers, den sie ja im Elternhaus ausreichend kennengelernt hat (Yt., Bundesregierung.de). - Medienereignis Nazi-Morde ...

Es ist zu merken, wie viel - - - "Mitgefühl" sie hat, das sie nur - - - leider, leider, leider nicht in die Tat umsetzen "kann" - und will. Aber auch alle anderen Bundes- und Landestagesabgeordneten, die seit Jahren mit der Kontrolle der Geheimdienste befaßt sind, sind ähnlich "betroffen" und eiern oder poltern herum. Thomas Oppermann heißt einer von diesen. Vielleicht sind seine Forderungen ja wirklich ausnahmsweise einmal ausreichend kritisch (Bild, 19.11.). Auch vereinzelte glaubwürdige Geheimdienstkritiker können sich die Geheimdienste ja "leisten". Solange sie vereinzelt bleiben. Er äußert sich sogar unbehaglich bezüglich der derzeitigen Version des Todes der beiden terrorverdächtigen jungen Männer in Eisenach in dem von der Polizei umstellten und dann brennenden Wohnmobil.

Die "Verena Becker von rechts" ...

Verglichen mit einer Regierung Merkel kommt einem noch eine Regierung Putin ehrlicher und wahrhaftiger vor. Die läßt es wenigstens einigermaßen fröhlich durchblitzen durch all ihre Dementis, wie wenig man diesen glauben braucht, und wie wenig sie selbst daran glaubt. - - - Stellen wir nun im folgenden noch allerhand hübsche "Happen" aus der derzeitigen Berichterstattung über die Bananenrepublik Deutschland, das Mafiosoland Deutschland zusammen.

Als der Informatikprofessor Siegfried Mundlos vor mehr als zehn Jahren nach seinem abgetauchten Sohn Uwe Mundlos suchen wollte, riet ihm das Landeskriminalamt ab (!!!) (Bild, 18.11.):
... LKA-Fahnder stoppten den Informatikprofessor. Seine Nachforschungen würden die Ermittlungen gefährden, sagten die Beamten des LKA dem besorgten Vater. (...) Auch die Nazi-Kumpane seines Sohnes rieten dem Professor von Kontaktversuchen ab. Dahinter stecke viel mehr, als man sich vorstellen könne, sollen die Neonazis dem Vater laut „Stern“ gesagt haben.
Schon Anfang der 90er versuchte Siegfried Mundlos verzweifelt, ein Abdriften seines Sprösslings in die rechtsextreme Szene zu verhindern. Er nahm Kontakt zu anderen Eltern aus dessen braunem Freundeskreis auf, traf sich mit Polizisten. Doch die jungen Neonazis lachten darüber nur, schreibt der „Stern“.
Als das Killer-Trio in der Illegalität verschwand, entdeckte der Professor das Auto seines Sohnes vor dem Haus eines stadtbekannten Neonazis. Er schaffte es mit einem Zweitschlüssel nach Hause, bekam deshalb Ärger mit dem LKA – die Fahnder hatten tagelang vergeblich nach dem Fahrzeug gesucht ...
... Ja, die Kriminalämter haben es nicht gerne, wenn man ihnen bei der Verbrechensvertuschung und -förderung dazwischen "funkt".

Geheimdienste, düngt die "blühenden Landschaften" des Rechtsradikalismus nur ordentlich!

Thüringen gilt schon seit Jahren als eine "blühende Landschaft" des Rechtsradikalismus (Tagesschau, 15.11.):
Die Neonazis bauten ihre Strukturen auch mit Geld des Verfassungsschutzes auf; so will der ehemalige Anführer des "Thüringer Heimatschutzes" und Ex-NPD-Funktionär Tino Brandt laut taz in den 1990er-Jahren rund 200.000 D-Mark kassiert haben. Und der verurteilte Neonazi Thomas Dienel soll 25.000 D-Mark bekommen haben. Nachdem seine Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst bekannt geworden war, sagte Dienel, er habe die Zahlungen als "Spende" für die Bewegung gesehen.
Der Verfassungsschutz "überwachte" dort einen Sumpf, den er ständig neu durch finanzielle Bewässerung erweiterte, bzw. überhaupt erst hervorgerufen hatte. Alles wie gehabt (1). Jetzt wird lächerlicher Weise alle Schuld auf einen angeblich unfähigen und korrupten Amtschef des Verfassungsschutzes in Thüringen geschoben, den man nicht rechtzeitig abgesetzt hätte (Berl. Ztg. 20.11.). Déjà vu vom Feinsten ... Bzw.: Langsam wird es langweilig. - Darauf setzen die Geheimdienste, ohne Frage. Daß alles hingenommen wird nach und nach. Wie schon so vieles hingenommen worden ist. Daß wir russische Verhältnisse auch äußerlich bekommen.

Vorbild und Ideengeber Manfred Roeder?

Böhnhardt, Roeder-Prozeß in Erfurt
Über die Vorgeschichte der Zwickauer Mordgruppe heißt es unter anderem (bnr, 15.11.):
Früh scheinen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Nähe auch zu Rechtsterroristen gesucht zu haben. Fotos zeigen die beiden jungen Männer 1996, gemeinsam mit den Thüringer Neonazis Ralf Wohlleben und Andre Kapke, beim Prozess gegen Manfred Roeder. Roeders „Deutsche Aktionsgruppen“ verübten 1980 sieben Brand- und Sprengstoffanschläge, zum Teil gegen Unterkünfte von Ausländern, aber auch gegen Ausstellungen. Dabei starben in Hamburg zwei Vietnamesen. Der unbelehrbare Altnazi Roeder wurde 1982 wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Später trat er als Kandidat der NPD in Stralsund auf, reiste mit jungen Anhängern zu den Externsteinen oder hält unzählige Vorträge.
Der über 80-jährige Roeder lebt heute in Hessen und musste sich immer wieder vor Gericht verantworten. Den beiden damals jungen Neonazis aus Jena mögen seine Aktionen Inspiration für ihre späteren Gewalttaten gewesen sein. Denn auch deren Opfer waren Migranten, auch sie verübten wohl Anschläge auf kritische Ausstellungen.
Ist eigentlich jemals geklärt worden, in welche Geheimdienstaktivitäten Manfred Roeder eingebunden gewesen ist? - - -

Das Liedermacher-Duo "Eichenlaub" (1999) und die feigen Nazi-Mörder

Aber "Bekennervideo's" sind nicht das einzige Propagandamaterial. Am 5. Februar 1998 waren Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe untergetaucht. Schon ein Jahr später bringt das Liedermacher-Duo "Eichenlaub" die CD "Jötunheim" heraus. Von dieser CD ist das erste Lied "Deutscher Osten" im Netz zugänglich. Es sei hier gebracht, um zunächst einen Eindruck von diesem Liederduo und dieser CD zu geben:


Natürlich ist auf der Rückseite des CD-Umschlages auch - wieder einmal - die okkulte Schwarze Sonne zu sehen:


An vorletzter Stelle befindet sich, wie man sieht, der Titel "5. Februar". Dieser bezieht sich, soweit man in der Presse hört, auf das Datum des Abtauchens der drei "Kameraden" im Jahr 1998. Und der letzte Titel heißt dann "Und Du?". Zu dem Lied "5. Februar", das offenbar auch unter dem Titel "Warum?" kursiert, hat das Liedermacher-Duo schon im Jahr 2000 etwas in einem Interview gesagt, das in der derzeitigen Berichterstattung nie vollständig zitiert wird (Oireszene, 15.11.11, Thiazi, 6.8.07):
B&H: Das Lied "Warum" ist einigen flüchtigen Kameraden von Euch gewidmet. Klärt uns bitte auf, was geschehen ist.
EL: Ja das stimmt, es wurde von Erlwig geschrieben. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, daß drei Kameraden von uns beim "Bombenbasteln" aufgeflogen sind und noch vor einer Festnahme durch die Polizei fliehen konnten und immer noch auf der Flucht sind. Er drückt in diesem Lied seine ersten Gedanken, die er damals hatte, aus. Gleichzeitig will er alle Leser aufrufen, so etwas nicht nachzuahmen. Denn es bringt der ganzen Sache nicht viel mehr als Presserummel. Trotzdem stehen wir zu dem was unsere drei Kameraden da getan haben. Wir, die sie wohl am besten kannten, können uns mittlerweile ganz gut vorstellen, warum sie diesen zweifelhaften Weg gegangen sind. Aber wir verurteilen sie deswegen nicht, eben weil wir sie auch irgendwie verstehen können. Aber allen, die nicht die genauen Hintergründe kennen, die dazu geführt haben, daß sie diesen Weg eingeschlagen haben, sollte es auf jeden Fall unterlassen, über die drei zu urteilen.
Johannes Radtke berichtet darüber, ohne von der zitierten Distanzierung des Duos von Gewalt zu berichten, weshalb seine Schlußfolgerungen nicht mehr ganz so schlüssig klingen. Aber über ihn erfahren wir zumindestens Ausschnitte aus dem Liedtext (Zeit, 18.11.):
Schon ein Jahr nach dem Abtauchen von Beate Z., Uwe M. und Uwe B. widmete das Nazi-Liedermacher-Duo Eichenlaub aus Thüringen den flüchtigen Rechtsterroristen eine Lobeshymne. Zu der Melodie von Knockin’ on Heaven’s Door singt eine Frauenstimme theatralisch: “Die Polizei kam euch auf die Spur. Nun hieß es Abschied, für wie lange nur?” Der Titel “5. Februar” bezieht sich offensichtlich auf den Tag, an dem die drei endgültig beschlossen, in den Untergrund zu gehen. “Ihr saht wohl keinen anderen Weg [...] doch jetzt ist es zu spät”, geht das Lied weiter. “Wir denken oft an Euch” Der letzte Satz des Textes deutet auf weitere Aktionen der Flüchtigen hin: “Die Kameradschaft bleibt bestehen [...] der Kampf geht weiter nur voran, für unser deutsches Vaterland.”
Wie eng der Kontakt zwischen der Band und Z., M. und B. war, zeigt ein Interview, das die Liedermacher einer Zeitschrift des Nazi-Musiknetzwerkes “Blood & Honour” im Jahr 2000 gaben. Auf die Frage, worum es in dem besagten Lied genau geht, antworten die Musiker: “Trotzdem stehen wir zu dem, was unsere drei Kameraden da getan haben. Wir, die sie wohl am besten kannten, können uns mittlerweile ganz gut vorstellen, warum sie diesen zweifelhaften Weg gegangen sind. Aber wir verurteilen sie deswegen nicht, eben weil wir sie auch irgendwie verstehen können.”
Vor allem der folgende Satz hätte Verfassungsschützer hellhörig werden lassen müssen: “Aber alle, die nicht die genauen Hintergründe kennen, die dazu geführt haben, dass sie diesen Weg eingeschlagen haben, sollten es auf jeden Fall unterlassen, über die drei zu urteilen.” Offenbar war selbst dem Umfeld des mörderischen Trios schon damals klar, dass die “Kameraden” noch mehr planten als nur Bomben zu basteln. Als Zeugen befragt wurde die Naziband offenbar nie.
Die hier gezogenen Schlußfolgerungen erscheinen auf den ersten Blick nicht ganz logisch. Siehe dazu auch (taz, 17.11.).

„Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ und das Lied "Döner-Killer" (2010)

Daniel "Gigi" Giese nun ist der Band-Leader der Neonazi-Band's „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ und "Stahlgewitter". Die erstere Band brachte im Jahr 2010 eine CD heraus mit dem Titel "Adolf Hitler lebt". Unter diesen findet sich auch das Lied "Döner-Killer", das jetzt in aller Munde ist. Hier zunächst die Abfolge der Liedtitel (nach draupnir88):
01. Auftakt (0:30)
02. Goebbels für alle (2:24)
03. Über Gräber vorwärts (3:30)
04. Döner-Killer (3:41)
05. Bis nach Istanbul (2:47)
06. Bekenntnis (4:38)
07. Geschwür am After (2:36)
08. Negeraufstand in Kuba (3:55)
09. Adolf Hitler lebt! (2:44)
10. Bundesdepp (2:41)
11. Bei uns im Norden (3:18)
12. Tolerant & geisteskrank (3:42)
13. Vitalienbrüder (3:22)
14. Schwarz-Weiß (2:30)
15. Sonstwasgrippe (2:46)
16. Gewerkschafter-Blues (4:12)
17. Ausklang (0:39)
Auf Youtube sind diese Lieder im letzten Jahr alle eingestellt worden, aber derzeit "in deinem Land" nicht abrufbar. Bis auf "01. Auftakt", das schon hochgradig zynisch ist:


Weitere CD-Titel aus früheren Jahren waren "Braun ist Trumpf" (2008) und "Braun is Beautiful" (2004). Vieles davon kann man sich bei Youtube anhören, um sich einen Eindruck von dieser Band zu verschaffen. Der Text von "Döner-Killer" lautet nun (Bild, 18.11., Oireszene, 15.11.):
Döner-Killer
Neun mal hat er es jetzt schon getan. Die SoKo Bosporus, sie schlägt Alarm. Die Ermittler stehen unter Strom. Eine blutige Spur und keiner stoppt das Phantom.
Sie drehen durch, weil man ihn nicht findet. Er kommt, er tötet und er verschwindet. Spannender als jeder Thriller, sie jagen den Döner-Killer.
Neun mal hat er bisher brutal gekillt, doch die Lust am Töten ist noch nicht gestillt. Profiler rechnen mit dem nächsten Mord. Die Frage ist nur wann und in welchem Ort.
Hunderte Beamte ermittelten zuletzt. 300.000 Euro sind auf ihn ausgesetzt. Alles durchleuchtet, alles überprüft, doch kein einziger Hinweis und kein Tatmotiv.
Am Dönerstand herrschen Angst und Schrecken. Kommt er vorbei, müssen sie verrecken. Kein Fingerabdruck, keine DNA. Er kommt aus dem Nichts – doch plötzlich ist er da.
Wer stillt seinen Hunger und wann geht er wieder jagen? Wann taucht er wieder auf? Kein Fahnder kann es sagen. Wer ist der Nächste? Wann ist es soweit? Sie haben ihn längst verloren, den Wettlauf gegen die Zeit.
Bei allen Kebabs herrschen Angst und Schrecken. Der Döner bleibt im Halse stecken, denn er kommt gerne spontan zu Besuch, am Dönerstand, denn neun sind nicht genug.
Der Autor dieser Worte konnte sich doch nicht in der Hoffnung wiegen, daß all die Morde sein Leben lang nicht würden aufgedeckt und damit auch er der Mitwissenschaft nicht würde angeklagt werden? Was für ein Wahnsinn. Oder sollte er von vornherein "Zusicherungen" bekommen haben - wie so viele, von staatlicher Seite (1)? Denn der Staat hatte wieder einmal ganze Tomatensträucher auf den Augen (ntv, 18.11.):
Die "Dresdner Morgenpost" berichtete, dass der sächsische Staatsschutz möglicherweise schon seit über einem Jahr einen Hinweis auf den rechtsradikalen Hintergrund des Mord-Trios hatte. Demnach habe das Landeskriminalamt bereits im Juli 2010 eine Musik-CD der rechtsextremen Plattenfirma "PC Records" indiziert, auf der ein "Döner-Killer" und die Mordserie an neun Unternehmern türkischer und griechischer Herkunft besungen wird. Zudem würden darauf weitere Morde angedroht.
Na gut, die Aktivitäten des Landeskriminalamtes durften wir ja schon weiter oben bestaunen ... Und nun noch kurz de dem Tod von zweien der drei Hauptverdächtigen (FAZ, 18.11.):
Uwe Böhnhardt und Uwe Mundloch, die beiden mutmaßlichen Serienmörder der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“, haben sich am 4. November das Leben genommen, weil ihr Wohnmobil von der Polizei umstellt und eine Flucht dadurch unmöglich war. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Bezug auf ermittelnde Sicherheitsbehörden.
Wir harren der Dinge, die da die "hunderte" von aufklärungswütigen Staatsbeamten in den nächsten Tagen und Wochen wieder herausbekommen werden ... Bananenrepublik nannte das heute jemand im Radio und empörte sich heftig.

_______________

1. Schröder, Burkhard: Der V-Mann. Rotbuch-Verlag, Hamburg 1997

Kommentare:

eulenfurz hat gesagt…

Vielen Dank für die Zusammenfassung und den Einblick in diese Musikszene mit Zitaten. Das erhellt die Sache.

So abartig Gigis Stadtmusikantentexte auch sind, aber der Zusammenhang zwischen diesem musikalischen Aufgeilen an Dönermorden und der angeblichen NSU erschließt sich nicht. Dieser Gigi geht offenbar davon aus, daß es sich bei dem Täter der sog. Dönermorde um eine Einzelperson handelt.

Ingo Bading hat gesagt…

Der Zusammenhang ist nur insofern wichtig, als die Döner-Morde bis zu dem Entstehen des Liedes in der Öffentlichkeit ja noch gar nicht in einen besonders konkreten rechtsradikalen Kontext eingeordnet waren. (Zumindest höchstens als eine Alternative von mehreren.)

Wenn Gigis Stadtmusikanten diese Döner-Morde aufgegriffen haben als Thema, dann ist es schon sehr naheliegend, daß sie auch von dem eigentlichen ideologischen Hintergrund der Taten wissen mußten und dann auch von etwaigen Tätergruppen. Warum hätten sie sonst (so ähnlich zynisch wie im Bekennervideo) dieses Thema aufgreifen sollen?

Inwieweit die NSU, die Morde oder gar Gigis Stadtmusikanten Sumpfpflanzen des Verfassungsschutzes sind, ist ja davon zunächst ganz unabhängig. (Da wird ja auch viel mit "Wissensgefälle" gearbeitet: Nicht alle Beteiligten wissen alles.)

Daß in dem Lied nur von einem Einzeltäter die Rede ist, finde ich auch bemerkenswert. Aber der Autor des Liedttextes outet sich ja geradezu als Mitwisser.

Vielleicht hat alles der einzelne hessische Verfassungsschutzmann gemacht und man hat es alles seinen drei engsten Mitwissern in die Schuhe schieben wollen, die vielleicht vor allem deshalb zu Mitwissern gemacht worden waren, UM es ihnen in die Schuhe schieben zu können.

Und vielleicht sind sie ermordet (?) worden, als sie bei diesen ganzen Spielen nicht mehr mitmachen wollten (?).

Daß übrigens der MAD da dick mit drinsteckt, scheint mir hochplausibel, weil ja einer gerade seine WEhrpflicht abgeleistet hatte und im Bekennervideo von einem Werbeplakat für vaterländische Dienste die Rede ist.

Soweit jedenfalls eine Version, die mir derzeit einigermaßen plausibel klingt.

eulenfurz hat gesagt…

Naja, das ist alles zuviel Verschwörungstheorie, sowohl hinsichtlich angeblicher Amts- als auch Naziverstrickung. Qui bono? Das V-Amt und die Kripo stehen als Deppen da, die Nazis als hinterhältige Terroristen - Schuhe, die keiner von denen anziehen will.

Gigis Stadtmusikantenlied wurde vor der NSU-Show offenbar in keinen Zusammenhang mit den Dönermorden gebracht. Soviel Psychoeinschätzung kann man vielleicht noch aufbringen, einem rohen Zyniker zu unterstellen, daß er die Dönermorde lustig findet, auch wenn er (noch) nichts davon weiß, daß diese von Seinesgleichen begangen wären. Der Begriff allein und auch die Taten bilden doch Steilvorlagen, nicht erst seit Auftauchen der bekenntnislosen Bekenner-DVD.

Leider kann man bei dieser Wirrwarr-Story den tatsächlichen Täterhintergrund nur vermuten, aber am plausibelsten ist immer noch die Richtung, in welche jahrelang ermittelt wurde. Die hier:
http://www.doriangrey.net/index.php?issue=11&page=article&p=2&id=z&c=3

Ingo Bading hat gesagt…

Ja gut, wir tappen alle im Dunkeln und raten herum. Und "WE" muß auch nicht immer recht haben.

Für mich "fühlt" sich das ganze so an, als ob da die Geheimdienste Nachwuchs hatten rekrutieren wollen im rechten Spektrum. Nachdem diese beim Bombenbasteln erwischt worden waren etc., hatte man sie in der Hand. Und jetzt ging es darum, sie nach und nach in die Gewalttätigkeit des von Geheimdienstseite aus zu schürenden "Rassekampfes" hineinzuziehen.

(Der Breivik liegt ja völlig auf derselben Linie ... Und die Verena Becker, die gerade in Stammheim wieder vor Gericht steht, war ja in den 1970er Jahren auch eine der Fanatischsten, die - ALS Mitarbeiterin aller Dienste - die weniger moralisch Hemmungslosen mit hineinziehen sollten in den RAF-Terror.)

So auch die drei NSU-Leute. Sie wurden zu Mitwissern, Logistikhelfern des hessischen VS-Mörders, wollten aber früher oder später aussteigen - wie so viele Terroristen. Auch der Selbstmord der "Baader-Meinhof-Bande" in Stammheim ist ja nie wirklich geklärt. Was für mich alles sagt.

Es sterben auffallend viele Terroristen als - - - "Selbstmörder".

Das ganze fühlt sich für mich so an wie eine mißlungene Geheimdienst-Aktion des Förderns von Terrorismus, um die "Rechten" noch stärker zu diskreditieren und unmöglich zu machen, als sie es sowieso schon sind. (Ähnlich ging es in den 1970er Jahren darum, die Studentenbewegung um Dutschke und Co. zu diskreditieren.)

Heute drohen von rechter Seite die meisten Gefahren. Ganz klar. Thilo Sarrazin war ja nur die Spitze des Eisberges. Die Naturwissenschaft, Humangenetik, Soziobiologie erkennt derzeit immer besser, daß die VÖLKER die Einheiten der Humanevolution sind.

Und für diese Erkenntnis werden sich natürlich als erste jene interessieren, die politisch rechts von der CDU aufgestellt sind. Die muß man also von vornherein noch stärker diskreditieren und in den moralischen Mordsumpf ziehen, als sie es sowieso schon sind.

Das erwarte ich schon seit Jahren. Die Geschichte ab Ende der 1920er Jahre kann sich gut und gerne wiederholen.

Totalitaristische Strömungen arbeiten nicht sehr einfallsreich, sondern sehr eintönig. Zu Mordlust hat schon der spätere dritte Mann hinter Himmler und Heydrich 1931 in den "Boxheimer Dokumenten" aufgestachelt: Werner Best. Werner Best arbeitete nicht nur schon in den frühen 1920er Jahren für den deutschen Geheimdienst (während des Ruhrkampfes) und gehörte nicht nur völkischen Okkultlogen an, sondern war noch lange nach 1945 gut befreundet mit all den "Neuen Nationalisten", sprich Totalitären rund um Ernst Jünger, Friedrich Hielscher etc. pp..

Die "Braunen Wurzeln des BKA" wachsen unglaublich kräftig weiter derzeit. Für sie steht der Feind rechts - so wie schon 1931ff, auch wenn die Medien alle von vorgeblichen "Versäumnissen" der Dienste gegenüber "Rechts" reden.

eulenfurz hat gesagt…

Das klingt nachvollziehbar, nur stellt sich die Frage, ob ein deutscher Geheimdienst wirklich so blöd sein kann, seine eigene Arbeit infrage zu stellen, indem öffentlichkeitswirksam ein Bild entsteht, daß er nichts über derartiges - und angeblich bis zur NPD breit angelegtes - Treiben in seiner bestüberwachten Szene wußte.

Daß das politisch ausgeschlachtet wird - keine Frage, aber selbst dafür ist die Sache ziemlich schnell schon wieder in der Versenkung verschwunden, die Medienkarawane zog weiter. Das liegt aber auch am Bedürfnis der Konsumenten - kurz aufgeschreckt, pfeifen Nachrichten über das Terrortrioduoquartett aus dem zwickauischen Thüringen mittlerweile ungehört durch die Ohren.

Durchgeplante Morde an kleinen Dönertürken aus weit entfernten westdeutschen Städten passen nicht in das Fangraster sächselnder Neonazis, bislang passierten solche Morde nur in Suff und Affekt vor der Haustür. Daß sie wie die Gigimusikanten mit "Türkenklatschen" herumprollen, ist eine andere Sache.

Glaube soll ja Berge versetzen, aber ich glaube, daß die von anderer Seite durchgeführten Dönermorde mit dem die ganzen Jahre überwachten Trio kurzerhand verbunden wurden, indem "man" vor dem Wohnungsbrand seine Asservatenkammer ausschüttete.

Wer der/die wirklichen Dönermörder ist/sind - keine Ahnung. Aber seit 2007 scheint er bzw. scheinen sie immerhin nicht mehr zu morden.

Vermutungen, Vermutungen ... aber: Holzauge sei wachsam, und das Verknüpfen logischer und plausibler Zusammenhänge hat noch nie geschadet!

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