Sonntag, 17. Juli 2011

Jack London - immunisiert gegen Okkultwahn und heilt ihn


Wir hatten immer schon einmal über Jack London schreiben wollen. Und nun ergab sich als Anlaß, daß sich "Jerry" "Stephen Boy" unerwarteterweise doch noch dazu hinreißen ließ, sich einmal einigermaßen sachlich in eine Sachdebatte einzulassen.*) Und siehe da, sie gefällt uns gleich so gut, daß wir zusätzlich zu dem, was wir schon im letzten Beitrag zitierten, hier noch die heutige Fortsetzung der Diskussion einstellen wollen (Amaz.).


Wie schon im vorigen Beitrag zitiert, stellt "J.S. Boy" Jack London als einen "zerrissenen" Menschen dar. J. S. Boy:
Sie sind so etwas wie ein hilfreicher Feind, den ich brauche.
Aber London war zerrissen, weil er das Gegensätzliche nicht integrieren konnte, was ich sehr wohl VERSUCHE!

Mal vereinfacht:
Er war eben ein Seewolf und doch voller Herz für die Schwachen.
Damals gab es noch keinen Jung, der lehrte, das Gegensätzliche in sich zu vereinen.
Wir darauf: Jemand, der so von Herbert Spencer begeistert ist, wie Jack London (siehe seinen genialen "Michael Eden") hat es nicht nötig, etwas davon so Gegensätzliches zu "integrieren", wie Okkultgläubigkeit. Er hat überhaupt ein in sich ziemlich geschlossenes, einheitliches Weltbild.

Sie schließen wieder von sich auf andere. Ihre Zerrissenheit entsteht dadurch, daß Sie trotz Ihrer Okkultgläubigkeit - und wohl auch unmoralischer Eidgebundenheit - vor sich selbst und anderen wie ein "ganz normaler Mensch" dastehen und bestehen wollen.

Unmöglich.

Jack London
Jack London war ausdrücklich nicht der Seewolf, sondern eben jener Schriftsteller, der das Leben des Seewolfs erlebte und niederschrieb. London hat viel geschrieben. Es gibt unter seinen Romanen ganz wenige, in denen Ekelhaftigkeit und Erbarmungslosigkeit von Menschen nicht in solcher Weise parallel zu sehr großer Anständigkeit dargestellt und damit - um Ihre Worte zu gebrauchen - "transzendiert" wird, daß man all die Ekelhaftigkeit am Ende fast ganz vergesssen hat. Und diese wenigen Romane sind mit Recht völlig vergessen, weil es eben keine typischen Jack London-Romane sind.

Als der "zerrissene" Mensch, als den Sie  ihn beschreiben, hätte man Jack London niemals als so erfolgreichen Jugenbuch-, ja, Kinderbuch-Autor und Tiergeschichten-Autor lesen und zu lesen geben können, als der er gelesen worden ist von Millionen Kindern und Jugendlichen weltweit und heißen Herzens.

"Ein Sohn der Sonne"

Das kürzeste und prägnanteste Seelenbild von Jack London erhalten Sie möglicherweise in seiner Novelle "Ein Sohn der Sonne" ("A Son of the Sun"). Nichts, gar nichts von Zerrissenheit, sondern einfach nur eine einzige, große, weite Seele mit großer, weiter Lebensbejahung, die jederzeit trotzig und mit selbstverständlicher Verachtung und Freude allen Gefahren ins Angesicht gesehen hat, weil er sich eben so unumschränkt als ein solcher "Sohn der Sonne" empfand und der Sonne dieses Lebens verbunden wußte.

Jack London
Ich weiß, es fällt Ihnen schwer anzunehmen, daß es solche "unzerrissenen" Leute überhaupt geben könnte. Deshalb war ich ja so überrascht, daß Sie überhaupt Jack London behandelt haben. Aber machen Sie nur weiter so. Jack London kann ein durch und durch heilsamer Autor sein gegen Okkultgläubigkeit und -wahn.

In "König Alkohol" hat Jack London seinen eigenen Tod schon vorweg beschrieben. Auch hier stirbt der Protagonist wie ein Held, in sich geschlossen, stark und trotzig. Gar nichts von Zerrissenheit. Einfach jemand, der weiß, daß da ein Größerer ist, ein König, dem er unterliegt. Nach jenem darwinischen Gesetz des Stärkeren, das Jack London Zeit seines Lebens und auch noch in seinem Tod zu - "transzendieren" wußte.

- Mögen unsere Hinweise J. S. Boy und allen sonstigen okkultgläubigen Mitlesern hier auf dem Blog bekommen und hilfreich sein.

____________________
*) J. S. Boy ist schon ein merkwürdiger "Kunde": Kaum haben wir diesen Blogeintrag eingestellt, sind von ihm auch schon wieder alle seine neu eingestellten Rezensionen - und damit unsere Kommentare zu diesen - gelöscht worden. Ob es wirklich so schlimm mit ihm steht? Ob er wirklich so "zerrissen" ist? Hin- und hergerissen zwischen Schreiben und Löschen? 

1 Kommentar:

stephenboy hat gesagt…

Jack London war trotz seiner Zerissenheit, die in den Alkoholismus mündete, eine ernst zu nehmende Gestalt.
Es ist schon peinlich, dass ein Kranker wie sie, sich so uneinfühlbar mit ihm auseinandersetzt.

Tun sie den Menschen einen Gefallen. Lassen sie das Geschribbsel, und machen sie Beschäftigungstherapie.
Sie werden sehen, das hilft und sie nerven niemanden und wirken weniger peinlich.

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