Sonntag, 1. August 2010

Die "Killer von Volkswirtschaften"

Die "Economic Hit Man" im Dienst der überstaatlichen Bankenherrschaft

Ein "Hitman" bezeichnet im Amerikanischen und Englischen einen "Schläger", "Berufskiller", bzw. "Auftragskiller". Oft sind solche Leute im Dienst der Mafia oder im Dienst von staatlichen Geheimdiensten wie CIA, Mossad, dem russischen Geheimdienst und anderen unterwegs. Hier auf dem Blog ist - etwa unter der Rubrik "politischer Mord" - schon oft von solchen Auftragsmördern die Rede gewesen. Schon das Drohen mit ihnen kann weitreichende Einflüsse auf die Politikgestaltung national und international haben. Diese Auftragskiller werden in Finanzkreisen auch "Schakale" genannt.

Ein "Economic Hit Man" ist nun dementsprechend ein Mann, also ein "Schakal", der nicht nur einzelne Menschen, bzw. einzelne Repräsentanten des Volkswillens eines Landes seines Lebens beraubt, sondern der ganze Volkswirtschaften selbst zerstört. Der sie durch seine vorgeblichen "Experten-Ratschläge" im Dienste der internationalen Finanzmächte aus dem inneren Gleichgewicht stößt, der sie durch übertriebene Kreditvergaben der Weltbank oder anderer einflußreicher ausländlischer Investoren, bzw. durch ausländische Geldwäsche der inländischen Geldanhäufungen künstlich aufbläht (als Beispiel für letzteres: Saudi-Arabien). Eine solche, durch übertriebene Kredite oder Investitionen und damit durch übertriebene Verschuldung aufgeblähte Volkswirtschaft soll die ihr zugrundeliegende Kultur, die kulturelle Gemeinschaft oder zumindest die kulturtragenden Schichten, Eliten "fat but impotent" machen, "fett und abwehrlos", das heißt allen Erpressungen übergeordneter, überstaatlicher Finanzmächte abwehrlos ausliefern.

Elitenbildung weltweit: "Fett", verschuldet und "impotent"

Das ist der Inhalt des brisanten Buches "Bekenntnisse eines Economic Hit Man" (1), das schon 2004 und 2005 in den USA und in Deutschland erschienen ist, auf das aber erst im Mai dieses Jahres eine Dokumentarsendung im ORF (2), produziert von einem griechischen Filmemacher, ein größeres und wacheres Publikum aufmerksam gemacht hat. Es geht also um das Phänomen des "Killers von Volkswirtschaften", des Killers von ökologischer und kultureller Vielfalt und Mannigfaltigkeit weltweit, des Killers gleichmäßiger, natürlicher Wohlstandsverteilung weltweit zugunsten der globalisierten, proletarisierten Einheitskultur von MacDonalds und Coca Cola, von Hartz IV und Loveparade, von BP, Aral und Shell, von Euro, Multikulti und kultur- und naturzerstörender Migrationsströme und aus dem Gleichgewicht geratener Geburtenraten in allen Teilen der Welt.


Es wird so seine eigene Bedeutung haben, daß die genannte Fernsehdokumentation von einem Griechen produziert worden ist, also dem Angehörigen eines der ersten europäischen Länder, das die volle Wucht des Erpressungspotentiales durch das Ausland erfahren hat, das in der übertriebenen Verschuldung seines Staates liegt. Aber Griechenland ist "überall". Island ist "überall". Wer wüßte das heute nicht? Vom Staatsbankrott kann heute fast jedes Land der Erde betroffen sein. Und es waren Leute im Geiste des "Economic Hit Man", des Zerstörers eigenständiger, bis dato von seiten des Auslandes vergleichsweise wenig erpreßbarer Volkswirtschaften, die die Grundlagen dazu gelegt haben in den Staaten weltweit.

Völker aus dem finanziellen, demographischen, kulturellen und sittlichen Gleichgewicht bringen

Durch die übertriebene Kreditvergabe an Staaten und ihre Eliten - möglicherweise schon mit dem Marschall-Plan des Jahres 1948, der das deutsche und westeuropäische "Wirtschaftswunder" hervorbrachte - werden ganze Volkswirtschaften und Kulturen noch mehr als das bis dahin geschehen war, auf den bloßen, glatten, kalten Materialismus hin ausgerichtet, auf den Mammon, auf das Schulden-Machen, auf Produzieren und Konsumieren. Aber zugleich werden Volkswirtschaften nach und nach - in den Ländern der Dritten Welt früher als in den Ländern der Ersten Welt - darauf ausgerichtet, daß sich die Schere zwischen Arm und Reich immer stärker öffnet, daß immer kleinere Eliten über immer größeren Reichtum verfügen, während immer größere verelendete Massen kulturlos, instinktlos, abwehrlos, "proletarisiert" der Verarmung, der Verelendung, ja, der (... Hartz IV- und sonstigen)Sklaverei überlassen werden.

Ein gigantischer Raubzug der "Economic Hit Man", der "Killer von Volkswirtschaften" über alle Länder der Erde. Die parasitäre Existenz der globalisierten "Korporatokratie" mit ihrem weltweiten Machtzentrum in New York und Washington. Kapitalismus und Ausbeutung, Mehrwert-Abschöpfung weltweit, Zerstörung von Regenwäldern, Meeren, Naturräumen und menschlichen Kulturen auf die aller äußerste Spitze getrieben.

Mit Bibel und Ölförderung Kulturen zerstören

Während also Leser eines Autors wie William Engdahl immer noch mittels eines Blickes von außen - beispielsweise - auf die Zusammenhänge zwischen Öl, Weltmacht und überstaatlicher Finanzwelt aufmerksam gemacht werden, erhält man mit dieser neuen Dokumentation von Stelios Kouloglou (2) und der dazugehörigen Buchveröffentlichung des reuigen, früheren "Economic Hit Man" John Perkins (1) einen "Insider"-Bericht an die Hand mit oft noch viel weitgehenderen Implikationen, als diese wohl fast alle bisherigen Buchveröffentlichungen sonst zu diesem Thema nahegelegt worden wären. Dem Autor dieser Zeilen ist jedenfalls kein zweites Buch dieser Art bekannt.

Daß beispielsweise das vielgenannte "Summer Institute of Linguistics" (SIL) von dem 1981 vom CIA ermordeten Staatspräsidenten von Ecuador, Jaime Roldos, als der Kungelei mit der überstaatlichen Finanzmafia verdächtigt wurde und deshalb in Ecuador verboten wurde, weil mit Ölförderung und Bibel hier weitere, zurückgezogen lebende Indianerkulturen kaputt gemacht werden sollten (1, S. 238ff), erfährt man in diesem Buch ebenso wie viele andere Einzelheiten zu der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung von Ländern in Südostasien und Südamerika.

Alfred Herrhausen, einer der wenigen Anti-"Economic Hit Man"

Die Parallelen zu den zeitgleichen Vorgängen in Europa sind da nur unschwer zu ziehen. Schnell erinnert man sich, daß der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, insbesondere deshalb Morddrohungen aus der amerikanischen Finanzwelt erhalten hatte (s. G. Wisnewsksi/"Das RAF-Syndrom"), weil er schon 1989 eine umfassende Entschuldung der Länder der Dritten Welt gefordert hatte. Wie konnte das die überstaatliche Finanzwelt zulassen, wo sie doch diese Schulden aufgebaut hatte, wie John Perkins berichtet, um weltweit sich die Staaten und Kulturen erpreßbar zu machen und erpreßbar zu halten?

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1. Perkins, John: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Engl. 2004, Dt. 2005, 2008
2. Stelios Kouloglou: Im Dienst der Wirtschaftsmafia - Ein Geheimagent packt aus. (Orig.: "Apology of an Economic Hit Man".) Griechenland, Ecuador, Venezuela, UK, USA 2007. ORF 2, 16.5.2010. 1 1/2 Std.. Auf: Nuoviso.tv oder Youtube (in 9 Teilen).

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