Montag, 2. August 2010

Kirsten Heisig - "vielen war sie unbequem"

Berliner, nimm die U 6 und fahre nach Norden bis Endhaltestelle Alt-Tegel. Vom Bahnhof Friedrichstraße nur 20 Minuten. Steige dann um in die Buslinie 133 und fahre noch 5 Minuten durch den Tegeler Wald bis zur Haltestation "Konradshöher Str./Heiligenseestr." oder bis zur Haltestation "An der Schneise". (BVG) Von dort sind es jeweils nur noch etwa zehn Minuten Fußweg in jenes Waldstück am Elchdamm 17 a, bzw. am Schauflerpfad 1, in dem die am 28. Juni verschwundene Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig von der Polizei am 3. Juli 2010 in einem Baum in etwa fünf Meter Höhe erhängt aufgefunden worden ist. Leg dort Blumen nieder, um zu zeigen, daß dir wie tausenden anderer Menschen die derzeitige "offizielle Version" zum Tod von Kirsten Heisig als zu "dünn" erscheint, um dich mit dieser Version zufrieden zu geben. Und vor allem: Kaufe ihr Buch, ihr Vermächtnis.

"Buchvermächtnis der Jugendrichterin"

In Neukölln und Berlin war sie, wie es heißt - vielen - unbequem. Eine so quirllebendige Frau, die am Schluß ihres gerade fertiggestellten Buches schreibt: "Deutschland wird mich aushalten," soll sich das Leben genommen haben? Arabische Banden sollen sie ermordet haben? Oder war es ganz anders? Mancher wird noch gezögert haben, dieses Buch zu kaufen. Nach ---> diesem kurzen ZDF-Beitrag aber wird mancher nicht mehr zögern:


Es ist auch gut und beruhigend zu wissen, daß der verdiente investigative Journalist Gerhard Wisnewski schon intensiv mit dem Fall befaßt ist (Kopp-Verlag Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6). Hoffentlich nicht intensiver als die ermittelnden Berliner Behörden. Denn er schreibt:
(...) Ihre Bemühungen gehen als das "Neuköllner Modell" in die Justizgeschichte ein. Die Frage ist nur, ob wirkliche Verbesserungen auch erwünscht sind – oder ob in Wirklichkeit nicht vielmehr das Abrutschen der deutschen Städte in die Kriminalität auf dem Programm steht.

Der Fall Reusch

Diese Frage stellte sich möglicherweise auch der Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch, der einen härteren Umgang mit ausländischen "Intensivtätern" forderte. Laut einem Bericht des Tagesspiegel vom 18. Januar 2008 wurde er deshalb abgesägt. Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) hätte im Mai 2007 "disziplinarische Ermittlungen gegen Reusch eingeleitet, nachdem dieser in einem Interview 'U-Haft als Erziehungsmittel' gefordert hatte. Es half Reusch nichts, dass das Interview zuvor genehmigt worden war – eine Rüge und das Disziplinarverfahren hatte er weg." Und nicht nur das: Genau das, was nun bei Heisig en masse anstand, nämlich Auftritte in Talkshows, hatte man dem Oberstaatsanwalt verboten. (...)
Da bleiben einem zunächst alle weiteren Worte im Halse stecken, wenn man berücksichtigt, daß eben diese Justizsenatorin nur zwei Stunden nach Auffinden der Leiche von Kirsten Heisig erklärte, es habe sich um einen Selbstmord gehandelt ... Man fühlt sich an die Österreichische Justizministerin Claudia Bandion-Ortner erinnert, die bis heute den Todesfall Jörg Haider trotz eklatanter Zweifel und massiver Forderungen aus der Bevölkerung nicht neu aufgerollt hat.

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