Donnerstag, 5. November 2009

Berlin praßt und wuchert ... (Teil 1)

... mit antik-griechischen Kunstwerken


Seit diesem Jahr 2009 wuchert man in Berlin wieder mit dem hier seit mehr als hundert Jahren vorhandenen, angesammelten Pfund antik-griechischer Kunstwerke von Weltrang. Und man tut dies in einer Weise, wie man dies hier seit 70 Jahren nicht mehr getan hat.



Abb. 1: Römische Portraitbüste des 1. Jahrhunderts v. Ztr.



Siebzig Jahre lang hat man die Fülle dieser Berliner antik-griechischen Kunstwerke der deutschen und der Weltöffentlichkeit vorenthalten! Wenn das nicht ein bemerkenswerter Umstand ist. Verantwortlich dafür war unter anderem die Baufälligkeit vieler Museen in Ostberlin. Die DDR-Regierung hatte hier keine wichtigeren Aufgaben für sich gesehen. Aber auch noch seit der Wiedervereinigung 1989/90 mußte die Weltöffentlichkeit fast weitere zwanzig Jahre warten, bis endlich wieder die Fülle des Vorhandenen sichtbar, wahrnehmbar, erlebbar wird. Dies geschieht in diesem Jahr 2009 im Pergamon-Museum in der Ausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr der Götter - Berlins verborgener Olymp" (Wiki):
Ursprünglich war vorgesehen, die Ausstellung vom 27. November 2008 bis zum 5. Juli 2009 zu zeigen. Ob des großen Erfolges verlängerte sich die Ausstellung jedoch bis zum 11. April 2010. In diesem Zeitraum besuchten mehr als 600.000 Besucher die Präsentation.
Davor war die Ausstellung in São Paulo und Rio de Janeiro zu sehen, danach in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und in der Kunsthalle in Leoben in Österreich. Seit 2011
wurde ein Gutteil der Objekte in die neu konzipierten Dauerausstellung der Berliner Antikensammlung im Alten Museum am Lustgarten integriert.







Die Fotos dieses Beitrages stammen alle vom Verfasser dieses Beitrages. Er hatte aber leider nicht die Zeit, zu allen fotografierten Statuen Namen und Herkunft festzuhalten oder zu recherchieren.












Die Phrase vom "verborgenen Olymp" im Titel der Ausstellung bezieht sich auf die Tatsache, daß Berlin mit seinen wahrhaft "olympischen", "göttergleichen" griechisch-antiken Kunstschätzen seit siebzig Jahren nicht mehr so gepraßt und gewuchert hat, wie das seit diesem Jahr wieder der Fall ist. Denn siebzig Jahre lang war dieser "Olymp" - - - "verborgen" gehalten worden.





Kunstwerke werden verborgen als seien sie brisante zeithistorische Archivalien? Wie das?

Kunst hat schon immer sehr viel mit Politik zu tun gehabt. 1945 wurde ein großer Teil der Berliner Kunstschätze in die Sowjetunion transportiert. Ein größerer Teil derselben wurde dann zwar schon im Jahr 1958 wieder an Ostberlin zurückgegeben. Aber auch viele der 1958 zurückgegebenen antik-griechischen Berliner Kunstwerke von Weltrang sind niemals wieder ausgestellt worden. Sie verschwanden vielmehr in Museums-Kellern Ostberlins. Die DDR-Museumspolitik erachtete diese Kunstwerke einerseits als nicht ausreichend zeitgeist-konform, bzw. hatte nicht den Willen, genügend Geldmittel zu ihrer notwendigen Restaurierung aufzubringen.





Und so kommt es, daß erst im Jahr 2009 in Berlin wieder mit jenem griechischen "Götter-Olymp" gewuchert wird, wie er hier - in "verborgener" Weise - fast immer vorhanden war.

Aber nun wird er wieder öffentlich gemacht - in aller Pracht und Herrlichkeit. Es geschah das in enger Zusammenarbeit mit spanischen Museen.





Diese Ausstellung "Rückkehr der" (Berliner, antik-griechischen) "Götter" muß man einfach gesehen haben, wenn man es sich nur irgendwie einrichten kann. Sie muß - nach den eben geschilderten Umständen - richtiggehend als ein "Jahrhundert-Ereignis" angesprochen werden.





In diesem ersten Teil des Beitrages und auch im zweiten kann nur ein erster, "kaleidoskopartiger" Eindruck von dieser Ausstellung gegeben werden. Vielleicht können nach und nach noch Erläuterungen zu den einzelnen Kunstwerken hinzugefügt werden. Aber sie wirken ja auch schon für sich und ohne Erläuterung.

Oft stammen sie von den berühmtesten Künstlern der Weltgeschichte. Von Bildhauern wie Phidias, Praxiteles oder Polyklet. Sie stellen Göttinnen und Götter dar wie Athena oder Aphrodite, Apollon oder Hermes, Artemis oder Dionysos. Sie hätten sich als monotheistische Alleinherrscher viel zu einsam gefühlt auf ihrem Olymp. Ein freudiges Zusammenklingen und -wirken aller Götter - das war die antik-griechische Welt.





Zwischen den Kunstwerken werden auch einige griechische Grabmale ausgestellt, die jeweils von hoher künstlerischer Qualität sind, obwohl sie oft nur für "gewöhnliche" Griechinnen und Griechen aufgestellt worden sind.

Auch werden Porträtbüsten und andere Skulpturen-Werke, bzw. auch Reliefs ausgestellt. Auch berühmte Keramiken. Auch Waffen werden ausgestellt.





In der Ausstellung wird anhand von Dias, die an Wände geworfen werden, auch mit sehr schönen Aufnahmen der heutige Zustand jener antiken Grabungsstätten gezeigt, von denen die Kunstwerke jeweils ursprünglich stammen. So stehen sie auch nicht mehr ganz so "beziehungslos" "im Raum". Es wird - etwa - erzählt (im "Audioguide"), daß die Einwohner von Knidos das berühmteste Kunstwerk der Antike, die Aphrodite von Knidos, auch nicht um ungeheurer Zahlungen willen bereit waren, aus ihrer Stadt wegzugeben.

So sehr liebten und schätzen die antiken Griechen die Kunst.





Von dieser Hochwertung wird man auf dieser Ausstellung auf Schritt und Tritt eingefangen. Die Ausstellung kann man nicht verlassen, ohne daß man zuvor in eine andere "Sphäre" entrückt worden wäre.














Hier geht es zum -----> zweiten Teil dieses Beitrages.

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