Freitag, 26. November 2010

"Hören Sie mit Ihren üblen Lügen auf oder Ihr Blog wird gelöscht."

Als Beispiel, was für anonyme Zuschriften man als Blogger bekommt, soll hier eine heute nachmittag eingegangene Email veröffentlicht werden. Warum die dortigen inhaltlichen Erörterungen nicht einfach als Kommentar zu dem zugehörigen Blogbeitrag geschrieben wurden, stehe dahin. Wohl um der Drohung willen, die den Anfangssatz bildet, und die jede vernünftige Diskussion von vornherein ausschließt:
"Hören Sie mit Ihren üblen Lügen auf oder Ihr Blog wird gelöscht."
Was soll der Quark? Als hätte ein einzelner Haitianischer Auswanderer, als der sich der Schreiber ausgibt, die Macht, einen Blog zu löschen. Was sollen diese Drohungen und Unterstellungen? Auf diesem Blog werden Argumente ausgetauscht, es findet kein bewußtes Lügen statt. Die Email also lautet:
Dear Mr.Bading,

Please stop your vicious lies, or your Blog will be deleted.
Lies like that seen on your site:

Aber schließlich wird man doch noch fündig, auf einer Diskussionsseite antwortet "Gast" "Chen019" auf die Fragestellung

"Why the discrepancy between the Dominican Republic & Haiti?"

Different average cognitive ability may be a factor.

Unterschiedliche intellekutelle Fähigkeiten könnten ein Faktor sein, gewiß. Er wird sogar der ausschlaggebende Faktor sein. Und nach der Nennung einiger akuteller IQ-Literatur, die für den Neuling sicherlich lesenswert ist, sagt "Chen019":

Die nordamerikanischen Schwarzen haben einen IQ von grob 85. Sie haben aber ihre weißen Mitbürger in der Geschichte offenbar bislang noch nicht so abgemurkst und aus dem Land geekelt wie die Haitianer. Die Schwarzen in Afrika haben einen IQ von grob 65. Haiti liegt also dazwischen. Ein paar weiße Vorfahren haben sich auch hier mit eingemischt, wodurch der durchschnittliche IQ der Haitianer gehoben worden sein wird.

Außerdem wird auf Haiti ein afrikanisch geprägtes Kreolisch gesprochen, kein europäisch geprägtes. Dieser Umstand braucht auch nicht unwichtig sein. Denn Muttersprache prägt nicht ganz unbedeutend Wahrnehmung, Motivation und Verhaltenstendenzen einer Bevölkerung. - Weshalb wir übrigens auch mit unserer eigenen Sprache nicht so ganz achtlos umgehen sollten.
The evidence is:

Studies of skin color. Studies relating darkness of skin color and IQ are easy to do and many have been reported over the years. This literature consistently shows that the correlation of IQ with skin color in the black population is quite low. Even Audrey Shuey (1966), one of the most vehement supporters of the view that the B/W IQ gap is genetic in origin, reached the conclusion that IQ is only weakly associated with skin color. Typical correlations are in the range of .15 (and are even less with degree to which facial features are rated as "Negroid"). Even if we ignore the advantages that might accrue to "blacks" with light skin, a correlation of 0.15 does not suggest that European ancestry exerts a strong genetic influence on IQ. On the other hand, many of the studies reviewed by Shuey had small samples and dubious sampling procedures, and moreover the .15 estimate could be low due to error of measurement. Both skin color and IQ are measured with high reliability, but a major problem with these studies is that while skin color may seem to be a straightforward indicator of degree of European ancestry, it is not. Skin color varies substantially in Sub-Saharan African populations. As a result, some Africans have relatively light skin for reasons that have nothing to do with European ancestry. A strong test of the "European ancestry" hypothesis therefore requires a more reliable indicator.
Studies measuring European ancestry via blood group indicators. Fortunately there are data available that reinforce the null implications of the skin color studies. The frequency of different blood groups varies by race. Under the genetic hypothesis, blacks with mor "European" blood types should have more European genes and hence higher IQs. But Sandra Scarr and her colleagues (Scarr, Pakstis, Katz, & Barker,1977) found that the correlation between IQ and "European" heritage among blacks was only 0.05 in a sample of 144 black adolescent twin pairs. When skin color and socio-economic status were controlled, the correlation dropped slightly to -6
.02. Importantly, although they found the typical correlation of .15 between skin color and IQ, suggesting that the comparable correlations in other studies are due not to Europeanness of genes but to some other factor associated with skin color in the black population.
Loehlin and colleagues (1973) also correlated the estimated Europeanness of blood groups (rather than the Europeanness of individuals, estimated from their blood groups) with IQ in two different small samples of blacks. They found a .01 correlation in one sample and a nonsignificant -.38 correlation in the other sample, with the more African blood groups having higher IQ.

Greetings from an Haitian Expatriate
Auf die Argumente selbst möchte man sich ja auch gerne einlassen. Und sie seien hier deshalb auch gerne zur Diskussion gestellt. Allerdings ist es hochgradig ärgerlich, wenn man dann beim Überprüfen feststellt, daß dieser Text gar nicht - wie impliziert - von dem anonymen Schreiber selbst stammt, sondern nur über "Copy und Paste" als der eigene ausgegeben wird, ohne die entsprechende Literaturangabe mitzuteilen. Der Text ist offenbar von dem Psychologen Richard Nisbett verfaßt, wie man leicht im Netz herausbekommen kann (pdf.) und stammt offenbar aus dem Jahr 1998.

Dementsprechend ist die angegebene Literatur allesamt älteren Datums, was schon einmal ein wenig bezeichnend ist. Nisbett ist bekannt als Forscher, der den Zusammenhang zwischen Volksgruppenzugehörigkeit und Intelligenz zu verneinen versucht. Ich habe gegenwärtig keine Möglichkeit, mir die angegebene Literatur anzuschauen oder mich tiefergehender in diese Diskussion einzulassen. Das hat - bis zum Beweis des Gegenteils - der anonyme Schreiber ja offensichtlich auch nicht getan.

Ihm ging es wohl nur darum, seine Drohung mit ein bischen Text zu untermalen. Aber: So wie dieser anonyme Schreiber redet kein neutral wissenschaftlich denkender Mensch.

Unser Blogbeitrag selbst hatte gar keine definitiven Behauptungen aufgestellt, er hatte nur eine Hypothese formuliert, er hatte Fragen gestellt.

Aber man kann sich nach den bisherigen Erfahrungen fast sicher sein, daß der anonyme Schreiber auf diesen Blogbeitrag sowieso nicht antworten wird und nicht aus seiner Anoymität heraustreten wird.  Diese anonymen Schreiber bleiben gerne Dunkelmänner. Insofern werde ich bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgehen, daß der Schreiber dieser Droh-Email gar kein Haitianischer Auswanderer ist, als der er sich ausgibt und als der er glaubt, sich empört fühlen zu dürfen. Die Empörung ist sowieso völlig fehl am Platz, schon weil es in dem kritisierten Blogbeitrag heißt:
Eine IQ-starke Bevölkerung wie Japan kann ein Erdbeben oder eine Flutkatastrophe genauso unvermittelt treffen wie eine IQ-schwache Bevölkerung wie eben die von Haiti oder die von New Orleans. Und das Mitgefühl gehört den Menschen hier wie dort gleichermaßen.
Aber nicht nur deshalb. Wenn Intelligenz eine Rolle spielt bei der Gestaltung von Gesellschaften, dann täte man auch den Haitianern sehr viel mehr Gutes, wenn man das beachten würde, als wenn man es ignorieren würde. Es wäre dann zutiefst inhuman, diesen Umstand nicht zu beachten.

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