Sonntag, 12. Juli 2015

Ein Skandal der allerersten Güte

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda hat - nach meinem Gefühl: nach langer Zeit - einmal wieder etwas Ansprechendes, Öffentlichkeits-Wirksames produziert (hier oder hier):


Mein Kommentar zu diesem Video und zu dem dazugehörigen Blogartikel über "Traurige Rechte" ("Tristesse Droite")*):

In typischer Kubitschek-Art wird hier - wie auch sonst - viel „Haltung“ mitgeteilt. Man "unterscheidet" sich, man ist "anders". Man ist nicht "linksliberal". Wie erstaunlich. Man sieht sich vielmehr als "die grundlegende Infragestellung des linksliberalen Establishments". Gegenfrage: Und das rechtsliberale Establishment, das unsägliche "christkonservative Establishment", Establishment überhaupt soll nicht "grundlegend infrage gestellt" werden?

Man möchte sagen: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Zumindest geistig. Denn dass die pädokriminellen Eliten der Nordhalbkugel auch jenseits des "linksliberalen Establishments" verrottet sind von Grund auf - das sieht man überall - nur offenbar nicht in Schnellroda!

Positive Inhalte, Perspektiven?

Aber fragen wir weiter. Wie sieht es denn eigentlich aus mit den positiven Inhalten? Dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen und damit zwangsläufig nichtchristlichen Bildes von Menschen und Völkern leben, eine Einsicht, aus der heraus die ursprünglich neuheidnische „Neue Rechte“ in den 1970er Jahren rund um das Thema „Biopolitik“ entstanden ist (also aus der damaligen „Sarrazin-Debatte“ heraus), wird diese Einsicht in dem Video oder in dem neuen Kubitschek/Kositza-Bändchen „Tristesse Droite“ thematisiert?

Offensichtlich nicht, denn warum sonst: „Tristesse“? Naturwissenschaftsnahe Menschen, die es unter "Linksliberalen" (was für ein abgegriffener Begriff ...) womöglich in größerer Häufigkeit gibt als in Schnellroda, kennen so etwas wie „Tristesse“ gar nicht. Die Einsicht, dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen Bildes von Menschen und Völkern leben, wird von den „tristen“ seit den 1990er Jahren rechristianisierten und rekatholisierten „Neuen Rechten“ in Schnellroda und anderwärts offensichtlich mit einem klaren Bewusstsein für das, was man tut, nicht deutlich, klar und scharf umrissen in den Vordergrund gestellt. Dieser Sachverhalt ist in der Selbstdarstellung so gut wie unsichtbar.

Warum auch sonst hätte man Anlass, sich ausgerechnet und gerade und nur von "Linksliberalen" zu distanzieren und sie infragezustellen? Vielmehr sollte man sich schlicht von jenen distanzieren - egal welcher politischer Richtung - die naturwissenschaftlich festgestellte und auch von Thilo Sarrazin angesprochene Sachverhalte ignorieren. Das ist doch eigentlich viel einfacher. Und das gibt es nicht nur unter Linksliberalen .... Schaut man sich in den seit der Sarrazin-Debatte erschienenen populärwissenschaftlichen Büchern zur Intelligenzforschung um, so wird man feststellen, dass alle deutschen wissenschaftlichen Gegner Sarrazins, die sich 2010 zu Wort meldeten - insbesondere Elsbeth Stern - der Sache nach heute nichts anderes sagen als Sarrazin damals, nämlich: dass Intelligenz bis zu 80 Prozent erblich ist. Das ist Konsens heute in der Wissenschaft und wird auch in der populärwissenschaftlichen deutschsprachigen Literatur egal welchen Hintergrundes so dargestellt. Und damit ist klar, dass angeborene Intelligenz natürlich auch in unterschiedlicher Häufigkeit auf Völker verteilt sein kann. Wir sind damit heute in einem ganz anderen Stadium der geistigen Entwicklung der Menschheit als in den 1970er Jahren. In einem für die Erhaltung gewachsener Völker viel günstigeren Stadium. - Warum hört man so etwas nicht aus Schnellroda? Oder auf Demonstrationen in Leipzig oder Dresden? Warum gibt man sich stattdessen der - - - "Tristesse" hin? Ist das nicht geradezu empörend?

Wo ist Andreas Vonderach in der Selbstdarstellung?

Warum bedient man sich nicht solcher eindeutiger Steilvorlagen in der politischen Diskussion und in den eigenen politstrategischen Ausrichtungen? Und zwar nicht in der typisch herabsetzenden Art, in der das gehijackte "Rechtskonservative" mitunter zu tun geneigt sind, sondern: positiv, aufbauend?

Der Repräsentant, den "Schnellroda" für ein solches Denken vorzeigen könnte, der Anthropologe Andreas Vonderach, taucht in dem neuen Video (siehe oben) nicht auf.

Eine etwaige Verwurzelung in den biopolitischen Ansätzen der "Neuen Rechten" der 1970er Jahre wird nirgendwo angesprochen. Soweit man sieht, geschieht dies seit Jahren nicht. Das ist inzwischen vom politischen Gegner viel gründlicher aufgearbeitet worden als in Schnellroda, der politische Gegner der Neuen Rechten hat also wieder einmal viel schneller reagiert als diese selbst (1).

Und deshalb ist die Tatsache heute lächerlicherweise ganz in Vergessenheit geraten, dass in den 1970er Jahren „Neue Rechte“ und „neuheidnisch“ quasi als gleichbedeutend angesehen wurde. Was offensichtlich damals das biopolitische Denken klar gefördert hat. Während ein heute unterschwellig vorherrschendes und weiterhin maßgebendes christliches Denken in Schnellroda und anderwärts diese biopolitischen Ansätze fast bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund treten lässt. Was seit bald zehn Jahren sehr bewusst geschieht. 

Wie viele Chancen man dadurch vertut, wie viel wertvolle, notwendige „Volksbildung“, das ist unabsehbar. Die Natur, die Evolution sind auf Seiten der Völker und ihrer Erhaltung, ebenso die Wissenschaft, die sie erforschen. Aber jene Kreise, die sich - angeblich (!) - für die Erhaltung gewachsener Völker auf der Nordhalbkugel einsetzen, sprechen nicht unablässig und stetig über genau diesen Sachverhalt. Dies ist ein Skandal. Ein Skandal der allerersten Güte. Und angesichts der Breite und Klarheit der heute vorliegenden naturwissenschaftlich erforschten Sachverhalte und der Tatsache, dass die Beteiligten von dieser Breite und Klarheit wissen, fällt es mir eigentlich mehr als schwer, überhaupt noch an die innere Redlichkeit und Aufrichtigkeit der hier vordergründig Agierenden zu glauben.

Wer stellt "Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger)?

Dazu kommt: Sie blicken positiv auf solche hier auf dem Blog schon gründlicher behandelte und "entzauberte" "Logenideologen" wie: Friedrich Hielscher, Oswald Spengler, Ernst Jünger, Armin Mohler, womöglich auch auf den britischen Sefton Delmer-Freund und Hochgradfreimaurer Ellic Howe - zu dessen Festschrift nämlich sowohl Armin Mohler wie Karlheinz Weißmann einst Beiträge geliefert haben. Und wer sonst noch alles zu solchen illustren Kreisen gehören mag. Man denke an Geheimdienstleute wie Friedrich Wilhelm Heinz und Werner Best, die ebenfalls zum Freundeskreis Ernst Jüngers und Armin Mohlers gehörten ... Wie überhaupt die zwielichtige Figur des Wilhelm Canaris und seiner Leute hinter den Männer vom 20. Juli 1944 standen, die ebenfalls in Schnellroda und anderwärts so unkritisch zelebriert werden. Da muss man sich doch zunehmend dringlicher die Frage stellen: Welche Agenda wird denn eigentlich hier auch noch heute verfolgt? Wir fragten schon 2011 hier auf dem Blog (GA-j!, 9/2011):
Ist es ein wesentlicher Zug der Literatur von Hermann Hesse, Ernst Jünger und ähnlich Gesinnter, unter "Missachtung des Lesers", der "nicht mehr in Betracht" kommt, "Unterhaltungen für Eingeweihte" "über die Köpfe des Publikums hinweg" zu führen "für sehr vereinzelte Angehörige einer imaginären Geheimen Gesellschaft (die in diesen Büchern thematisch stets wieder auftaucht)"? Sind die Autoren dieser Kategorie "mit einer Sekte, einer kühnen Loge im Bunde", "einer 'Gesellschaft vom Turm', welche die eigentlichen Machtkämpfe der Zeit auf abgedunkeltem Felde austrägt"?
Wer, so sei auch heute einmal erneut weiter gefragt, stellt hier
"Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger) - ?
Ernst Jünger wusste doch offenbar von ihnen. Und jene, die in seinen Fußstapfen gehen, sollten sie nicht kennen? Gebt doch endlich Antwort. So viel Naivität kann Euch doch selbst die engste Anhängerschaft in näherer Zukunft nicht mehr durchgehen lassen. Ich glaube es einfach nicht. Auch in Deutschland leben noch denkende Menschen.

Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!

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*) ... Er ist auf Sezession.de eingestellt worden "Sonntag, 12. Juli 2015, 1:49", aber noch nicht freigeschaltet, obwohl ein jüngerer ("Sonntag, 12. Juli 2015, 10:21") schon freigeschaltet ist ;): "Vielen Dank für Ihren Kommentar. :-) Er muß noch freigeschaltet werden, um für alle sichtbar zu sein." Na, dann mal los! :) Wäre nicht der erste Kommentar von mir, den ihr nicht freischaltet. Und während dieser Blogartikel noch ausgebessert und überarbeitet wird, wird dort drüben noch ein weiterer Kommentar freigeschaltet ("Sonntag, 12. Juli 2015, 12:48"), ohne dass unserer entweder gelöscht oder veröffentlicht worden wäre .... - 17.7.15: Ne, nicht veröffentlicht. Man möchte seinen Kritikern kein Forum geben. Wer hätte dafür kein Verständnis! :)
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  1. vgl. etwa: Haller, Michael; Niggeschmidt, Martin (Hg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer-VS-Verlag, Wiesbaden 2012

1 Kommentar:

Ingo Bading hat gesagt…

Hm, vielleicht interessant: Auf dem ersten der beiden verlinkten Videos ("kanal schnellroda", 12.500 Aufrufe, 49 Daumen hoch, 16 Kommentare) habe ich selbst "vor drei Wochen" einen Kommentar hinterlassen, auf den es dort bislang keine Reaktionen gegeben hat.

Und ich selbst auch erst sehe, wenn ich mich auf Youtube angemeldet habe. (Alle anderen sehe ich aber auch ohne Anmeldung ...)

Auf dem zweiten der beiden verlinkten Videos (Kanal "Schütt Wolfgang", 411 Aufrufe, 7 Daumen hoch, 16 Kommentare) steht seit "2 Wochen" folgender Kommentar von "Stolzer Milchtrinker":

>>"Neue Rechte" ist ein anderes Wort für "Feige Rechte". Man traut sich nicht mehr, die Unterschiedlichkeit der Rassen, menschliches So-Sein als Grundlage für gegenseitige Rassenaversionen anzusprechen. Stattdessen weicht man - ähnlich feige wie die Linken - auf die "Kulturkritik" aus. Ein Beispiel für einen solchen Rassismus ohne Rassen: "Nicht die Weißen/Deutschen/Germanen sind Scheiße, sondern der Nationalsozialismus ist Scheiße." - oder "nicht die Orientalos sind Scheiße, sondern der Islam ist Scheiße."<<

Leute, die sich in dieser Weise äußern und mit solchen Meinungen, die gibt es in Deutschland. Ohne Frage. Es gibt aber auch Geheimdienstmitarbeiter in Deutschland, die sich in deren Kreisen bewegen und die sich dann dort und im Namen dieser Kreise äußern. Jeder darf sich die Version heraussuchen, die er für die wahrscheinlichere hält dafür, dass dort solche Kommentare auftauchen.

Und dafür, dass DIESE Reaktionen auf Youtube bekommen, während der einzige Kommentar dort, der keine Reaktionen hat, meiner zu sein scheint. Sieht ihn überhaupt jemand dort außer mir???

Ein "Winston Smith" kommentierte auf dem letzteren ebenfalls vor zwei Wochen:

>>Martin Sellner von der antirassistischen Bewegung der Identitären ist ein Verschwörungsleugner, hielt kürzlich auf der "sezession" ein leidenschaftliches Plädoyer für den Universalismus ab.<<

... Auch die Bezeichnung "antirassistische Bewegung der Identitären" hat gleich mehrfach ihr Geschmäckle. 1. Womit will man begründen, dass die Identitären "antirassistisch" sind (allgemeiner Universalismus jedenfalls reicht dafür nicht)? 2. Wer so platt den Begriff "antirassistisch" benutzt, anerkennt doch von vornherein nicht nur die (argumentative Totschlag-)These, dass es "Rassismus" gäbe, sondern dass er ein umfangreicheres, wenn nicht gesellschaftliches Hauptproblem darstellen würde. Dass das Geheimdienste gerne so hätten, steht natürlich außer Frage.

Was will derjenige erreichen, der den christlichen Rechtskonservativen vorwirft, nicht Nazis zu sein? Blöde Frage, ich weiß ...

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